Die grün-schwarze Regierung reformiert die Oberstufe in Baden-Württemberg. Weniger Leistungsfächer und mehr Wahlmöglichkeiten sollen eine Erleichterung für Schüler sein. Auch die Abiturprüfung soll geändert werden, indem die klassische mündliche Prüfung wieder abgelegt werden muss. Was grün-schwarz ändern will, lesen Sie hier.

Trotzdem unterscheidet sich das System der Oberstufe teilweise noch deutlich von anderen Bundesländern, in denen beispielsweise Mathe nicht immer verpflichtend geprüft wird. Die Systeme der anderen Bundesländer im Überblick:

  • Bayern
    In Bayern sind Deutsch, Mathematik und eine Fremdsprache festgelegt als vierstündige Grundlagenfächer. Diese werden auch im Abitur geprüft. Insgesamt legen bayerische Schüler in fünf Fächern ihre Abiturprüfung ab. Zu den Grundlagenfächern kommt noch ein gesellschaftswissenschaftliches Fach wie Geschichte, Erdkunde oder Religion und ein Wahlpflichtwacht, beispielsweise eine Naturwissenschaft oder ein künstlerisches Fach. Insgesamt haben die Schüler drei schriftliche und zwei mündliche Abiturprüfungen
  • Brandenburg
    In Brandenburg wird zwischen Kursen mit erhöhtem Anforderungsniveau und Kursen mit grundlegendem Anforderungsniveau unterschieden. Schüler wählen fünf Kurse mit erhöhtem Anforderungsniveau, die in der Woche vierstündig unterrichtet werden. Sechs Kurse mit grundlegendem Niveau werden zweistündig unterrichtet. Die fünf Schwerpunktfächer müssen Mathe, Deutsch, eine Sprache, eine Naturwissenschaft und ein Wahlfach sein.
  • Berlin
    Schüler wählen in der Oberstufe Grund- und zwei Leistungskurse. Dabei können sie aus drei Aufgabenfeldern wählen. Zur Wahl stehen ein sprachlich-literarisch-künstlerisches Feld, ein gesellschaftswissenschaftliches Feld und ein mathematisch-naturwissenschaftliches Feld. Aus jedem Bereich muss mindestens ein Prüfungsfach gewählt werden. Leistungskurse werden fünfstündig unterrichtet, Grundkurse dreistündig. Zu vier Prüfungsfächernim Abitur kommt eine fünfte Prüfungskomponente in Form einer Präsentation oder eine besondere Lernleistung.
  • Bremen
    In Bremen wählen Schüler zwei Leistungskurse. Davon muss einer entweder Deutsch, eine Fremdsprache, Mathe oder eine Naturwissenschaft sein. Beim Abitur haben Schüler drei schriftliche und eine mündliche Prüfung. Die Oberstufe gliedert sich in eine einjährige Einführungsphase und eine zweijährige Qualifikationsphase.
  • Hamburg
    Die Oberstufe in Hamburg umfasst zwei Schuljahre. Schüler wählen sogenannte Profilbereiche, die einen sprachlichen, naturwissenschaftlich-technischen, gesellschaftswissenschaftlichen, künstlerischen oder sportlichen Schwerpunkt haben. Deutsch, Mathe und eine Fremdsprache bilden dabei Kernfächer. Es gibt drei schriftliche und eine mündliche Prüfung. Die mündliche Prüfung kann auch durch eine Präsentation ersetzt werden.
  • Hessen
    Schüler in Hessen wählen zwei Leistungsfächer, die schriftlich geprüft werden. Deutsch und Mathe sind zudem Pflichtprüfungsfächer, von denen auch ein Fach ein Leistungsfach sein muss. Schriftliche Abiturprüfungen gibt es in den beiden Leistungskursen und einem Grundkurs. Ein viertes Fach wird mündlich geprüft. Hinzu kommt eine fünfte Prüfung, die entweder eine mündliche Prüfung ist oder eine besondere Lernleistung.
  • Mecklenburg-Vorpommern
    Die Oberstufe besteht überwiegend aus sechs Hauptfächern, die vierstündig unterrichtet werden. Dazu gehören Mathe, Deutsch, eine Fremdsprache, Geschichte und Politik, eine Naturwissenschaft sowie einer weiteren Fremdsprache oder Naturwissenschaft. Diese Fächer werden überwiegend weiterhin in Klassenverbänden unterrichtet. ZUsätzlich müssen drei weitere Fächer belegt werden. Das Abitur besteht aus vier schriftlichen und einer mündlichen Prüfung.
  • Niedersachsen
    Niedersächsische Schüler müssen fünf Prüfungsfächer belegen. Dabei dürfen sie einen Prüfungsschwerpunkt legen, wodurch sie eine hohe Freiheit bei der Fächerwahl haben.. Der Schwerpunkt kann in den Bereichen Sprache, Musik und Kunst, Sport oder Natur- sowie Geisteswissenschaft liegen. Das Abitur besteht aus vier schriftlichen und einer mündlichen Prüfung.
  • Nordrhein-Westfalen
    Schüler legen in Nordrhein-Westfalen ihr Abitur in vier Prüfungsfächern ab. In einer Einführungsphase absolvieren die Schüler Grundkurse, die dreistündig unterrichtet werden. Dann folgt eine Qualifikationsphase, in denen erst zwei und später vier Leistungskurse gewählt werden, die fortan vierstündig unterichtet werden. Die Zusammensetzung orientiert sich an individuellen Schwerpunkten der Schüler.
  • Rheinland-Pfalz
    Die Oberstufe in Rheinland-Pfalz dauert zwei Jahre und sieben Monate. Im 13. Schuljahr finden im Januar die schriftlichen und im März die mündlichen Prüfungen statt. Schriftlich geprüft werden Schüler in drei selbst gewählten Leistungskursen. Mathe ist dabei kein verpflichtendes Prüfungsfach und kann beispielsweise mit der Wahl eines naturwissenschaftlichen Fachs umgangen werden. In einem Fach muss eine mündliche Prüfung abgelegt werden.
  • Saarland
    Schüler im Saarland belegen in der Oberstufe sogenannte E-Kurse, die erhöhtes Niveau haben, und G-Kurse, die Grundlagenniveau haben. Die E-Kurse müssen zwei Fächer der Kernfächer Mathe, Deutsch und einer Fremdsprache enthalten. Sie werden fünfstündig in der Woche unterrichtet. G-Kurse werden vierstündig unterrichtet. Das Abitur gliedert sich in vier schriftliche und eine mündliche Prüfung.
  • Sachsen
    Schüler wählen aus einem Pflichtbereich ihre Grund- und Leistungskurse. Im Pflichtbereich gibt es ein sprachlich-literarisch-künstlerisches Aufgabenfeld, ein gesellschaftswissenschaftliches Aufgabenfeld und ein mathematisch-naturwissenschaftlich-technisches Aufgabenfeld. Musik, Biologie, Religion und Sport können nur an spezifischen Gymnasien gewählt werden. Die Schüler haben drei schriftliche und zwei mündliche Prüfungen.
  • Sachsen-Anhalt
    In Sachsen-Anhalt gliedern sich die Schulfächer in der Oberstufe in Kernfächer, Profilfächer und Wahlpflichtfächer. Die Kernfächer Deutsch, Mathe und Geschichte werden vierstündig unterrichtet, ebenso die Profilfächer. Dazu zählen eine Fremdsprache und eine Naturwissenschaft. Das Abitur umfasst vier schriftliche und eine mündliche Prüfung. Das mündliche Prüfungsfach ist frei wählbar.
  • Schleswig-Holstein
    In Schleswig-Holstein sind Deutsch, Mathematik und eine Fremdsprache Kernfächer, die belegt werden müssen. Zwei werden im Abitur geprüft. Hinzu kommen Profilfächer, die aus den drei Aufgabenfeldern sprachlich-künstlerisch, gesellschaftlich und mathematisch-naturwissenschaftlich ausgewählt werden. Das Abitur besteht aus drei schriftlichen und einer mündlichen Prüfung. Eine zweite mündliche Prüfung kann freiwillig gemacht werden.
  • Thüringen
    Schüler belegen die zwei Kernfächer Mathe und Deutsch und drei Fächer mit erhöhtem Anforderungsniveau. Sie werden vierstündig unterrichtet und aus ihnen wählen die Schüler ihre drei schriftlichen Prüfungen. Zudem absolvieren sie zwei mündliche Prüfungen. Eine der Prüfungen kann durch das sogenannte Seminarfach ersetzt werden. Darin lernen die Schüler in der Oberstufe selbstständiges und wissenschaftliches Arbeiten und schreiben abschließend eine Seminarfacharbeit.

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