Dass die Eröffnung zweier Infrastruktur-Projekte auf ein und denselben Tag fällt, ist purer Zufall – und doch passend. Denn sowohl die Verkehrsfreigabe des Galgenbucktunnels in Schaffhausen als auch die eines B33-Teilstücks bei Konstanz bedeuten eine deutliche Erleichterung für Autofahrer in der ganzen Region.

Der Galgenbucktunnel bei Schaffhausen

So sieht es Mitte November im Galgenbucktunnel aus, der am 6. Dezember 2019 für den Verkehr freigegeben werden soll.
So sieht es Mitte November im Galgenbucktunnel aus, der am 6. Dezember 2019 für den Verkehr freigegeben werden soll. | Bild: buerobureau, andrin winteler

25.000 Autos quälten sich bisher durch das schweizerische Neuhausen am Rheinfall, wenn sie beispielsweise vom Hochrhein Richtung Singen und Bodensee unterwegs waren. Das ist Geschichte.

Was wurde getan?

Acht Jahre lang wurde gegraben, 240 Millionen Franken verbaut, ehe der 1,1 Kilometer lange Tunnel nun freigegeben wurde. Erste Pläne dafür hatte es bereits vor 50 Jahren gegeben. Zeit- und Kostenplan wurden eingehalten – Schweiz-Klischee bestätigt. Der Tunnel führt nun wie ein Bypass in einem weiten Bogen am Ortskern von Neuhausen vorbei. Je eine Spur gibt es dort pro Richtung. Zudem wurden an den Tunneleingängen entsprechende Auffahrten gebaut.

Das Bahntal ist 2019 mit der mächtigen Stützmauer, Brücke und Verkehrsführung kaum wiederzuerkennen.
Das Bahntal ist 2019 mit der mächtigen Stützmauer, Brücke und Verkehrsführung kaum wiederzuerkennen. | Bild: Bundesamt für Straßen ASTRA

Was bringt das?

Eine spürbare Zeitersparnis für Autofahrer, die von Ost nach West oder umgekehrt unterwegs sind. Schätzungen gehen von fünf bis 25 Minuten aus, die man sparen kann, je nachdem welche Verkehrslage im vorherigen Zustand man zum Vergleich nimmt. Der Tunnel soll zudem Unfälle verhindern und Lärm und Schadstoffe aus Neuhausen heraushalten.

Gibt es weitere Projekte in der Nähe, die ebenfalls eine Entlastung bringen sollen?

Nicht unmittelbar daneben, aber in rund 20 Kilometern Entferung gibt es doch ein weiteres Bauprojekt an der gleichen Ost-West-Achse. Bis Ende 2021 soll die Ortsumfahrung von Oberlauchringen (Kreis Waldshut) fertig sein und so eine schnellere Verbindung der B34 im Klettgau mit der A98 fertig werden. Auch hier lassen sich auf dieser Route zwischen Singen-Waldshut je nach Verkehrslage nochmals fünf bis zehn Minuten Fahrzeit sparen.

Die B33 bei Allensbach

Wo hier noch nur eine Spur zu sehen ist, gibt es mittlerweile eine weitere Fahrbahn: Die B33 bei Allensbach samt neuer Brücke. Bild: Ondreka
Wo hier noch nur eine Spur zu sehen ist, gibt es mittlerweile eine weitere Fahrbahn: Die B33 bei Allensbach samt neuer Brücke. Bild: Ondreka | Bild: Lukas Ondreka

Das neue Teilstück in der B33 bei Allensbach ist nur ein Puzzlestück beim zweistreifigen Ausbau der Strecke bis Konstanz und wird doch ebenfalls eine spürbare Entlastung mit sich bringen.

Was wurde getan?

Konkret geht es um ein knapp zwei Kilometer langes Stück von Allensbach-West bis kurz vorAllensbach-Mitte. 5,8 Millionen Euro wurden verbaut, dabei wurden auch zwei neue Brücken über die B33 erstellt. Der Zeitplan? Gesprengt, aber im positiven Sinn! Eigentlich sollte das Teilstück nämlich erst im Oktober 2020 eröffnen – Deutschland-Klischee widerlegt. Nur etwas über ein Jahr wurde am neuen Teilstück gebaut.

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Was bringt das?

Dort wo der Verkehr bisher nur eine Fahrbahn pro Richtung zur Verfügung hatte, hat er künftig zwei Bahnen, auf denen Autofahrer Gas geben können. Zwischen dem Kreuz Hegau und Konstanz gibt es somit künftig nur noch knapp sechs Kilometer Strecke, die nicht zweispurig ausgebaut sind.

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Gibt es weitere Projekte in der Nähe?

Klar, bis 2027 soll die B33 am westlichen Bodenseeufer komplett zweispurig ausgebaut sein. Die Ausbaustrecke nähert sich dabei von Konstanz und Allensbach einander an. Derzeit im Bau: Der Tunnel Waldsiedlung vor Konstanz (470 Meter lang, 51 Millionen Euro teuer, Frühjahr 2022 geplante Eröffnung) und ab sofort auch das an die neu eröffnete Strecke anschließende Stück bei Allensbach, hier wird eine Brücke ausgebaut, was bis Juni 2021 abgeschlossen sein soll.

Dann kommt der komplizierteste Teil des Projekts: Zwei weitere Tunnel hinter Allensbach und Hegne, die den letzten – und langwierigsten – Schritt zur kompletten Zweispurigkeit markieren.

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