Nach der Festnahme eines Tatverdächtigen in den Mordfällen Carolin G. und Lucille K. gehen die Ermittlungen weiter. Um den Endinger Fall aufzuklären, ist die Ermittlungsgruppe „Erle“ um zehn weitere Beamte aus dem Polizeipräsidium Freiburg aufgestockt worden und hat damit 20 Mitarbeiter. Was wir wissen und wie die Polizei nun weiter vorgeht: 

Bei den weiteren Ermittlungen geht es unter anderem darum, ob der Tatverdächtige sein Opfer ausspioniert, deren bevorzugte Jogging-Strecke zwischen Endingen und Bahlingen in den Weinbergen der Kaiserstuhl-Orte erkundet und den Überfall auf die junge Frau geplant hatte.

Weitere Details zur Vorgeschichte kommen ans Licht


Außerdem soll geklärt werden, ob der mutmaßliche Doppelmörder die 27-jährige Joggerin vom Sehen her kannte. Sie soll öfter in einem Betriebs ausgeholfen haben, der neben der Spedition angesiedelt ist, für die der Tatverdächtige seit 19 Monaten gefahren ist. Zur Tatzeit am 6. November 2016 war sein Auto in den Weinbergen von zwei Zeugen gesehen worden.

SÜDKURIER-Recherchen haben ergeben, dass der 40-jährige unter zweifachem Mordverdacht festgenommene Rumäne im Januar 2014 für eine italienische Spedition gefahren ist, als er am Ufer des Inn die 20-jährige französische Studentin Lucille K. zunächst sexuell bedrängt und dann mit einer Hydraulik-Stange aus dem von ihm benutzten LKW erschlagen haben soll. Das hat der Freiburger Polizeisprecher Dirk Klose auf Anfrage mitgeteilt.
Bei der Endinger Spedition ist er nach Angaben des Firmenchefs in einem RTL-Interview seit 19 Monaten beschäftigt.
Der Logistik-Unternehmer bezeichnete ihn als einen „zurückhaltenden Typ“ und als einen im Betrieb „beliebten und sehr guten Fahrer“. Bei der Festnahme auf dem Speditionsgelände am vergangenen Freitag sei er „komplett sprachlos und überrascht gewesen“.

Nach wie vor sagt die Polizei nicht, seit wann der Tatverdächtige im Raum Endingen wohnte. Seine Ehefrau soll ihn wegen „Eheproblemen“ verlassen haben, schreibt die rumänische Zeitung „Vremea Noua“. Sie sei mit den Kindern nach Rumänien zurückgekehrt.

Lange Zeit hatte der verhaftete Fernfahrer an einem Ort in Rumänien gewohnt, in dessen Umgebung im Mai 2004 eine 20-Jährige vergewaltigt und ermordet wurde. Bislang ist der Fall nicht aufgeklärt. Er wird jetzt angesichts der Entwicklungen neu aufgerollt. 

Die Pressekonferenz der Polizei zum Nachsehen: