Eine Milliarde Euro für ein Opernhaus! Wohlgemerkt: Nicht etwa ein spektakulärer Neubau wie die Elbphilharmonie, nur eine Sanierung. Das ist ein stolzer Preis, bei dem sich mancher Otto-Normalbürger denken dürfte, dass es in diesem Land doch keine Probleme geben kann, wenn wir uns so etwas leisten können. Keine heruntergeratzten Schulen, keine aus Geldmangel geschlossenen Hallenbäder, keine Kinderarmut. All das gibt es allerdings sehr wohl in Baden-Württemberg. Auch wenn es ungerecht sein mag, das gegeneinander aufzurechnen: Es wird doch alles mit Steuergeldern bezahlt. Im Fall der Stuttgarter Oper kommt die Hälfte des Geldes vom Land – und damit von uns allen.

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Nicht falsch verstehen: Auch die Oper hat ihre Berechtigung. Das große Haus soll saniert werden. Aber kann man wirklich ignorieren, dass nur ein kleiner Prozentsatz der Bevölkerung, angeblich sind es acht Prozent, überhaupt in die Oper geht? Dass die Opernbesucher meist besser situiert sind als der Schnitt?

Und dass ihre Eintrittskarten dennoch hochgradig subventioniert sind? Ein bisschen Bescheidenheit täte den Sanierungsmaßnahmen deshalb gut. Auch über alternative Finanzierungskonzepte müsste man dringend nachdenken: Eine Oper ist doch ein lohnendes Objekt für Mäzene und Sponsoren aller Art. Warum nicht die oberen Zehntausend, die gern in den historischen Hallen flanieren, auch an den Kosten beteiligen?

Nein, das ist kein Sozialneid. Nur das Bedürfnis nach Ausgewogenheit.

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