• Ermittlungen: Der Fall Flowtex erschütterte im Februar 2000 die Region Karlsruhe und später nachhaltig auch die Landespolitik. Bis vor kurzem gab es noch Prozesse rund um den spektakulärsten Fall von Wirtschaftskriminalität der deutschen Nachkriegs-Geschichte. Bei über 100 Beschuldigten und über 100 Ermittlungsverfahren wurden gegen vier Haupttäter Gefängnisstrafen von fast 60 Jahren verhängt.
  • Schaden: Der Stuttgarter Landtag befasste sich in einem Untersuchungsausschuss, der dreieinhalb Jahre lang tagte – von 19. März 2002 bis 18. Oktober 2005 – mit dem Fall. Der Abschlussbericht umfasste 1154 Seiten. Als zu Jahresbeginn 2000 der ehemalige Flowtex-Chef Manfred Schmider und seine Kompagnons in Ettlingen und Karlsruhe verhaftet wurden, und nicht zuletzt mit den Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft, wurde allmählich deutlich, mit welcher Dreistigkeit und einer unvorstellbaren Luftnummer Milliardenumsätze gemacht werden konnten. Der Schaden bezifferte man am Ende auf knapp fünf Milliarden D-Mark.
  • Film: Der Regisseur Niki Stein setzte das einstige Geschehen um den Fall Flowtex in Szene. Am Mittwoch, 1.Mai, läuft ein brachial komisch daher kommender Spielfilm, der eigentlich eher ein Wirtschaftskrimi ist. Der Film "Big Manni" wird ab 20.15 Uhr in der ARD gezeigt – im Anschluss läuft eine Dokumentation.
  • Dreharbeiten: Die Posse um den Milliardenbetrug wurde 2016 an 23 Drehtagen an Originalschauplätzen wie dem einstigen Firmensitz in Ettlingen und der Schmider-Villa in Karlsruhe-Durlach gedreht. Zu dem Film, der ursprünglich bereits im Herbst 2017 fertiggestellt sein sollte, schrieben Johannes Betz und Jürgen Rennecke das Drehbuch. Hauptdarsteller in der Figur des Manfred Schmider – im Film als Manfred Brenner – ist der Schauspieler Hans-Jochen Wagner.

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