Am liebsten braust Roland Mack mit seinem Golfcart durch den Europa-Park. Zu jeder Attraktion des Freizeitparks kann er eine Geschichte erzählen. Er ist das Gesicht des Unternehmens, wohnt gleich neben dem Park und denkt auch mit 70 Jahren noch lange nicht ans Aufhören. „Der Europa-Park ist mein Leben“, sagt Mack.

„Rulantica“ steht kurz vor der Eröffnung

Am Samstag wird es zum Geburtstag eine große Sause geben in der Halle des künftigen Wasserparks, der das Familienunternehmen auf eine neue Stufe im Wettbewerb bringt. Unter dem Namen „Rulantica“ wird der Komplex, der 180 Millionen Euro kostet, am 28. November eröffnen.

Zusammen mit seinem Vater Franz hat Roland Mack 1975 die Anlage Europa-Park in Rust bei Freiburg gegründet. Die ersten Skizzen entwarf er als 24-Jähriger. Da hatte er gerade sein Maschinenbaustudium in Karlsruhe abgeschlossen. „Gedacht war der Park als lebendiges Schaufenster“, blickt er zurück. Die Familie wollte die Achterbahnen im Echtbetrieb zeigen, die ihre Stammfirma Mack Rides im 40 Kilometer entfernten Waldkirch bereits in sechster Generation entwickelte und baute. 80 Prozent aller Attraktionen im Park kommen noch immer aus der eigenen Herstellung, auch die Rutschen für den neuen Wasserpark. Im Windschatten des Parks hat sich Mack Rides in den letzten Jahrzehnten zu einem Unternehmen entwickelt, das 95 Prozent seiner Produktion exportiert.

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100 Attraktionen, fünf Hotels und 59 Restaurants

Ein wenig staunt Mack noch immer, was aus der Idee von damals geworden ist. 5,6 Millionen Besucher zählte der Europa-Park im letzten Jahr, es ist nach Disneyland in Paris die Nummer 2 in Europa. 100 Attraktionen warten auf die Gäste, dazu kommen fünf Hotels mit 4500 Betten und 59 Restaurants bis hin zum Zwei-Sterne-Lokal. „Eigentlich wollten wir den Park gar nicht selbst betreiben“, blickt der Seniorchef auf die Anfänge zurück. Weil ihren Ansprüchen kein potenzieller Partner genügt, springen sie ins kalte Wasser. Das wiederholt sich, als sie das erste Hotel planen. Sie holen sich Absagen bei renommierten Ketten und bauen eigentlich aus der Not heraus selbst.

Der Schriftzug „Rulantica“ steht vor dem neuen Wasserpark im Europa-Park. Deutschlands größter Freizeitpark, der Europa-Park in Rust bei Freiburg, rechnet künftig mit mehr als sechs Millionen Besuchern jährlich.
Der Schriftzug „Rulantica“ steht vor dem neuen Wasserpark im Europa-Park. Deutschlands größter Freizeitpark, der Europa-Park in Rust bei Freiburg, rechnet künftig mit mehr als sechs Millionen Besuchern jährlich. | Bild: Patrick Seeger

Ständiger Wandel gehört zum Erfolgsprinzip des Freizeitparks. Man müsse regelmäßig neue Attraktionen bieten. „Seit der Gründung ist kein Jahr vergangen, in dem wir nicht nachinvestiert haben“, sagt Mack, auf den viele Ideen zurückgehen. Als Glücksfall erweist sich das Oberthema Europa. Bei der Gründung boten die sechs Staaten der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft ideelle Anknüpfungspunkte, aktuell sind es 28 Mitgliedsstaaten: „Wir haben mit Europa das richtige Thema gewählt.“ 4500 Menschen arbeiten derzeit für die Firma, die 350 Millionen Euro Umsatz macht.

Auch wenn der Senior noch mitten im Unternehmen steht, hat er zumindest die Weichen für die Übergabe an die nächste Generation gestellt. Um das Familienvermögen zusammenzuhalten und ihm den Weg zu einem schrittweisen Rückzug zu ebnen, hat er das Vermögen in eine Stiftung eingebracht. Die drei Kinder sind bereits an Bord. Die neue Arbeitsteilung beschreibt er so: „Die Söhne übernehmen immer mehr operatives Geschäft. Ich ziehe mich auf die konzeptionellen Fragen zurück.“ Wenn sie für ein Projekt brennen, sei er bereit, ins Risiko zu gehen.