Umweltfreundlich, günstig und gesellig: In normalen Zeiten haben Fahrgemeinschaften zur Arbeit große Vorteile. Doch was ist jetzt, da man soziale Kontakte gesetzlich vorgeschrieben scheuen muss? Diese Frage stellt sich derzeit vielen Berufspendler. Auch SÜDKURIER-Leser Bernd Karotsch, Betriebsratsvorsitzender bei Tox-Dübel-Technik in Krauchenwies, steht vor dieser Frage. Zwei Polizeireviere fragte er an, von zwei komplett verschiedenen Antworten erzählt er. Ein Beamter habe ihm gesagt, das sei ganz egal, er könne das Auto voll machen. Ein anderer mahnte dagegen an, das bloß zu unterlassen, maximal eine Person pro Auto sei erlaubt.

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Die Wahrheit liegt wie so oft in der Mitte. Die Richtlinienkompetenz hat das Landes-Innenministerium. Auf SÜDKURIER-Anfrage erklärt Sprecher Renato Gigliotti: „Zwei Personen dürfen auf jeden Fall im Auto sitzen, auch wenn sie nicht verwandt sind.“

Abstand wird nicht kontrolliert

Hier fänden die Regeln Anwendung, die für den öffentlichen Raum gelten – mit der Ausnahme, dass der sonst geforderte Abstand von 1,5 Metern zwischen den Personen kaum eingehalten werden kann. Wer es ideal machen will, setzt die zweite Person deswegen hinten rechts ins Auto – so ist der Abstand zum Fahrer am größten. Doch selbst wenn die zweite Person auf dem Beifahrersitz Platz nimmt, drohen keine Strafen, so Gigliotti. Wer auf Nummer Sicher gehen will, hält sich also daran.

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Weitere Überlegungen sind dagegen etwas für juristische Feinschmecker – wohl ließe sich unter bestimmten rechtlichen Annahmen auch ein mit nichtverwandten Menschen voll besetztes Auto begründen. Hier spielt die Frage eine Rolle, inwiefern für Aufenthalt im Wagen und Zustieg ins Auto die Regeln für den öffentlichen Raum oder die für Privatraum angewendet werden. Auf Verständnis wird ein mit fünf Freunden voll besetzter Kleinwagen derzeit aber wohl bei keiner Polizeistreife treffen – und aus Infektionsschutzgründen wäre diese Fahrt ohnehin höchst bedenklich.