Finden Sie hier weitere Grafiken zur Lage in der Region und Deutschland.

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19.11 Uhr: 65 neue Corona-Infektionen im Südwesten

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten seit Beginn der Pandemie ist in Baden-Württemberg auf mindestens 36.237 gestiegen. Das waren 65 mehr als am Dienstag, wie das Sozialministerium am Mittwoch in Stuttgart mitteilte (Stand: 16 Uhr). Etwa 33.791 Menschen gelten als genesen. Die Zahl der Corona-Toten gab die Behörde mit 1838 - wie am Vortag - an. Derzeit seien geschätzt 608 Menschen im Land mit dem Virus infiziert, hieß es.

Die Reproduktionszahl wurde vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 0,97 angegeben. Sie besagt, wie viele Personen im Durchschnitt von einem Infizierten angesteckt werden.

16.25 Uhr: Tönnies darf nach Corona-Ausbruch am Hauptstandort wieder schlachten

Rund vier Wochen nach dem Corona-Ausbruch bei Deutschlands größtem Fleischbetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück darf das Unternehmen an seinem Hauptstandort wieder schlachten. Die Stadtverwaltung hat den angeordneten Produktionsstopp für die Schlachtung am Mittwoch mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Damit kann das Unternehmen in Rheda-Wiedenbrück wieder Tiere von Landwirten annehmen und die Produktion schrittweise hochfahren.

14.35 Uhr: Nach illegalen Partys: Mallorca schließt Lokale am „Ballermann“

Wegen illegaler Partys am „Ballermann“ hat Mallorca die Zwangsschließung aller Lokale der vor allem von deutschen Touristen gern besuchten „Bier-“ und „Schinkenstraße“ beschlossen. Diese Anordnung gelte zunächst für zwei Monate und trete am Mittwoch mit der Veröffentlichung des entsprechenden Beschlusses im Amtsblatt sofort in Kraft, teilte der balearische Tourismusminister Iago Negueruela in Palma mit.

Die Regionalregierung ordnete aus demselben Grund auch die Schließung aller Lokale der Straße Puerto Ballena in der Briten-Hochburg Magaluf westlich der Inselhauptstadt an. Das Verhalten einiger weniger Urlauber und Lokalbesitzer dürfe nicht die riesigen Anstrengungen der Menschen auf den Balearen im Kampf gegen die Pandemie aufs Spiel setzen, sagte Negueruela.

Der sozialistische Politiker bezog sich auf Fotos und Videoaufnahmen, die gezeigt hatten, wie Hunderte - mutmaßlich Touristen aus Deutschland und Großbritannien - am Wochenende an der Playa de Palma sowie in Magaluf getrunken, getanzt und gefeiert hatten. Sie waren unterwegs, ohne Schutzmaske zu tragen und ohne den in ganz Spanien vorgeschriebenen Sicherheitsabstand von mindestens eineinhalb Metern einzuhalten.

13.50 Uhr: Corona-Ausbruch in österreichischem Schlachtbetrieb

In einem Schlachthof in Österreich sind mindestens 29 Menschen mit dem Coronavirus infiziert worden. 244 Mitarbeiter des Fleischereibetriebs im niederösterreichischen Eggenburg nahe der Grenze zu Tschechien mussten in Quarantäne. 40 weitere Testergebnisse standen nach Angaben der Gesundheitslandesrätin von Niederösterreich noch aus.

Nachdem ein Mitarbeiter Symptome gezeigt und sich an eine Hotline gewandt habe, seien alle Kollegen getestet worden, berichtete die österreichische Nachrichtenagentur APA. Mitarbeiter von Fleischereibetrieben werden in Österreich verstärkt getestet, seitdem im Juni mehr als 1400 Infektionen beim deutschen Fleischverarbeiter Tönnies in Nordrhein-Westfalen bekannt wurden.

In Niederösterreich gab es außerdem im Zusammenhang mit einer Kirche in der Stadt Wiener Neustadt einen Ausbruch mit mindestens neun Fällen und 270 möglichen Kontaktpersonen. 

13.20 Uhr: Corona-Auflagen für Messen und Kongresse werden etwas gelockert

Vom 1. August an dürfen wieder kleinere Messen und Kongresse mit bis zu 500 Teilnehmern stattfinden, vom 1. September an auch mit mehr Menschen. Nun haben das Wirtschafts- und das Sozialministerium für den Ablauf der Veranstaltungen Erleichterungen angekündigt - etwa, dass kein Mund-Nasen-Schutz getragen werden muss, wenn der Mindestabstand zwischen Sitzplätzen oder an Messeständen 1,5 Meter und mehr beträgt. Vorausgegangen war die Kritik der Messeveranstalter an den bisherigen Regeln. Sie seien strenger als im Einzelhandel, was nicht nachvollziehbar sei.

Neben der Regelung zur Mund-Nasen-Bedeckung wurde auch die Mindestquadratmeterzahl pro Person geändert, wie die Ministerien am Mittwoch mitteilten. Statt zehn Quadratmeter pro Person sollen die Veranstalter nun sieben Quadratmeter berechnen. Das Personal der Messestände bleibt bei der Berechnung ausgenommen.

Seit Mitte März 2020 wurden in Baden-Württemberg wegen der Corona-Pandemie keine Messen, Ausstellungen und Kongresse mehr durchgeführt.

11.30 Uhr: Schweden rät wieder von Reisen in die Schweiz ab

Das schwedische Außenministerium hat seine Reisewarnungen für Deutschland, Polen und Andorra aufgehoben. Diese seit Mitte März geltende Maßnahme war vorher bereits für eine Reihe von anderen EU- und Schengenländern aufgehoben worden. Für die Schweiz wird sie dagegen ab heute bis vorläufig zum 29. Juli wieder eingeführt.

10.53 Uhr: US-Impfstoffkandidat zeigt erste gute Ergebnisse

Im Rennen um einen Corona-Impfstoff sind die USA einen Schritt vorangekommen. Ein experimentelles Mittel der US-Biotech-Firma Moderna zeigt einer Studie zufolge erste ermutigende Ergebnisse. So hätten in der ersten Phase von klinischen Tests die Probanden Antikörper gegen den Erreger Sars-CoV-2 entwickelt, erklärte das an der Studie beteiligte Nationale Institut für Allergien und Infektionskrankheiten (NIAID). Bei den 45 Teilnehmern im Alter von 18 bis 55 Jahren habe es keine ernsthaften Nebenwirkungen gegeben, hieß es weiter. Nun sollen die Tests bald in weit größerem Maßstab weitergehen.

Rund um den Globus suchen Forscher und Unternehmen fieberhaft nach einem Corona-Impfstoff. Derzeit werden laut Weltgesundheitsorganisation mehr als 20 Mittel in klinischen Studien an Menschen getestet. Bei einigen davon konnte bereits gezeigt werden, dass Probanden nach der Impfung Antikörper gegen Sars-CoV-2 entwickeln. Unklar ist aber, ob ein Geimpfter dann auch tatsächlich immun gegen eine Infektion mit dem Coronavirus ist. Das wird in sogenannten Phase III-Studien mit Tausenden Probanden untersucht. Bislang an weitesten im Forschungsprozess sind Großbritannien und China. Die Universität Oxford hat zusammen mit dem Pharmakonzern AstraZeneca bereits eine Phase III-Studie begonnen, die chinesische Firma Sinovac steht kurz davor.

9.49 Uhr: 351 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 351 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 199 726 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Mittwochmorgen meldete (Datenstand 15.7., 0.00 Uhr).

In Deutschland starben den RKI-Angaben zufolge bislang 9071 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 3 im Vergleich zum Vortag. Bis Mittwochmorgen hatten 186.000 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 14.7., 0.00 Uhr, bei 1,06 (Vortag: 1,00), das sogenannte Sieben-Tage-R bei 0,91 (Vortag: 0,83).

8.26 Uhr: Kommunen erwarten keinen normalen Schulbetrieb nach den Sommerferien

Der Städte- und Gemeindebund rechnet für das neue Schuljahr noch nicht mit einem Unterricht im Normalbetrieb. „Es wird nach den Sommerferien keinen Schulbetrieb wie vor der Corona-Pandemie geben können“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Kommunalverbandes, Gerd Landsberg, der „Passauer Neuen Presse“. Besondere Hygienemaßnahmen seien weiter erforderlich. „Dazu gehören kleinere Lerngruppen, gute Durchlüftung der Räume, mehr Raumkapazität und möglicherweise auch zusätzliches Personal“, sage Landsberg.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warf mit Blick auf das nächste Schuljahr Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) Konzeptionslosigkeit vor. Es sei zu wenig, wenn Karliczek sage, bei einem Anstieg der Infektionen im Herbst werde man Lösungen von Schule zu Schule finden, sagte Lauterbach der „Welt“. „Ich hätte mir gewünscht, dass man im Sommer ein nationales Konzept entwickelt“, sagte der SPD-Politiker. Das könne zum Beispiel vorsehen, dass die Klassen ausgedünnt werden, der Unterricht über den ganzen Tag gestreckt werde und es einen qualitativ hochwertigen Onlineunterricht gebe.

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK) und rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) hatte Ende Juni erklärt, der Regelbetrieb sei nach den Sommerferien das Ziel. Hubig sagte damals bei der Vorstellung des Nationalen Bildungsberichtes, es liefen Planungen für drei verschiedene Szenarien je nach Entwicklung der Corona-Pandemie: Regelbetrieb, rollierender Betrieb mit abwechselndem Unterricht in der Schule und zu Hause, und auch mögliche Komplettschließungen von Schulen.

7.19 Uhr: Auswärtiges Amt spricht Reisewarnung für Luxemburg aus

Wegen einer erhöhten Zahl an Coronavirus-Neuinfektionen in Luxemburg hat das Auswärtige Amt eine Reisewarnung für das Nachbarland ausgesprochen. "Vor nicht notwendigen, insbesondere touristischen Reisen nach Luxemburg wird derzeit gewarnt", erklärte das Ministerium. In dem Land sei die Zahl der Neuinfektionen von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschritten worden. Das Robert-Koch-Institut hatte Luxemburg zuvor als Risikogebiet eingestuft.

Grenzkontrollen zwischen Luxemburg und Deutschland finden nach Angaben des Auswärtigen Amts dennoch nicht statt. Die Staatskanzlei des an Luxemburg grenzenden Saarlands empfahl Menschen, die etwa aus beruflichen Gründen pendeln müssen, sich regelmäßig testen zu lassen. In Luxemburg werden Tests kostenlos angeboten.

Das waren die Entwicklungen am Dienstag, 14. Juli:

21.34 Uhr: EU erlässt Ausnahmeregelung für Covid-19-Arzneimittel

Die EU setzt befristet Auflagen aus, um die Entwicklung eines Corona-Impfstoffs zu beschleunigen. Wie der Rat der Mitgliedstaaten am Dienstagabend mitteilte, werden vom kommenden Samstag an Covid-19-Arzneimittel mit genetisch veränderten Organismen (GVO) ohne vorherige Umweltverträglichkeitsprüfung klinisch geprüft werden können. Zudem wird klargestellt, dass die Regelung auch gilt, wenn Mitgliedsstaaten den Einsatz von offiziell noch nicht genehmigten Covid-19-Arzneimitteln mit genetisch veränderten Organismen erlauben wollen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kommentierte: „Diese Verordnung wird sicherstellen, dass klinische Prüfungen in der EU ohne Verzögerung starten können und dass keine wertvolle Zeit verloren geht.“ Ein Impfstoff gegen Covid-19 werde dringend benötigt.

Die neue EU-Verordnung gilt, solange die Weltgesundheitsorganisation Covid-19 als Pandemie betrachtet oder solange ein Beschluss der Kommission gilt, mit dem sie eine gesundheitliche Krisensituation aufgrund von Covid-19 feststellt.

18.52 Uhr: 51 neue Corona-Infektionen im Südwesten

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten seit Beginn der Pandemie ist in Baden-Württemberg auf mindestens 36.172 gestiegen. Das waren 51 mehr als am Montag, wie das Sozialministerium am Dienstag in Stuttgart mitteilte (Stand: 16 Uhr). Etwa 33.755 Menschen gelten als genesen. Die Zahl der Corona-Toten gab die Behörde mit 1838 an. Derzeit seien geschätzt 579 Menschen im Land mit dem Virus infiziert, hieß es.

Die Reproduktionszahl wurde vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 0,85 angegeben. Sie besagt, wie viele Personen im Durchschnitt von einem Infizierten angesteckt werden.

17.05 Uhr: Corona-Krise zwingt Eltern zur Improvisation, Väter packen mehr an

Eltern haben in der Corona-Krise einer Untersuchung zufolge viel Improvisationstalent beweisen müssen, was auch Auswirkungen auf die Arbeitsaufteilung in der Familie hat. Der Anteil der Väter an der Familienarbeit - also Kinderbetreuung und Hausarbeit - sei im Schnitt von 33 auf 41 Prozent gestiegen, teilte das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BIB) in Wiesbaden mit. Die Zeit, die Väter darauf pro Tag verwendeten, stieg demnach zwischen 2018 und April 2020 von 3,3 auf 5,6 Stunden. Der Anstieg zeige sich besonders bei Vätern in Kurzarbeit, die nun deutlich mehr Familienarbeitsstunden leisteten, teilten die Studienmacher mit.

16.10 Uhr: Rückkehrern aus Risikogebieten drohen in NRW Kosten bei Corona-Tests

Wer aus einem Risikogebiet nach Nordrhein-Westfalen einreist und eine Quarantäne durch einen Corona-Test umgehen möchte, muss sich auf Kosten einstellen. „Es ist geplant, dass die zu testenden Urlauber anteilig für die Testungen aufkommen“, teilte ein Sprecher des NRW-Gesundheitsministeriums am Dienstag in Düsseldorf mit. „Weitere Details, wie zum Beispiel eine unbürokratische und einfach handhabbare Gebührenordnung, werden derzeit erarbeitet.“

In der ab diesem Mittwoch geltenden aktualisierten Corona-Einreiseverordnung heißt es: Personen, die aus Risikogebieten einreisen, seien zu einer 14-tägigen Quarantäne verpflichtet - außer, sie können dem Gesundheitsamt unverzüglich ein ärztliches Attest vorlegen, „dass keine Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 vorhanden sind“. Weitere Ausnahmen gelten unter anderem für Durchreisende und „zwingende berufliche Angelegenheiten“.

14.17 Uhr: Auswärtiges Amt hebt coronabedingte Reisewarnung für Schweden auf

Angesichts gesunkener Corona-Infektionszahlen in Schweden hat das Auswärtige Amt die Reisewarnung für das Land aufgehoben. Schweden war der letzte EU-Staat, für den noch eine deutsche Reisewarnung galt. Die im Juni noch konstant hohe Zahl der Neuinfizierten sinke seit Anfang Juli kontinuierlich bei weiterhin hohem Testniveau, schrieb das Außenministerium am Dienstag auf seiner Internetseite. Staatsangehörige der EU, der Schweiz, ihre Familienangehörigen und Inhaber von EU-Aufenthaltsgenehmigungen unterlägen keinen Einreisebeschränkungen. Alle Grenzübergänge seien geöffnet.

Laut Auswärtigem Amt gibt es keinerlei Reisebeschränkungen. Symptomfreie Personen dürften sich frei im Land bewegen. In Schweden gebe es keine Masken- oder Handschuhpflicht, die Bevölkerung werde jedoch eindringlich um das Einhalten der Abstands- und Hygieneregeln gebeten, besonders auch auf Reisen.

12.30 Uhr: Maskenpflicht an weiterführenden Schulen kommt

Nach den Sommerferien gilt an allen weiterführenden Schulen im Land eine Maskenpflicht zur Eindämmung des Coronavirus. Das bestätigte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Dienstag. Jeder, der dann auf dem Schulgelände und in den Gebäuden unterwegs ist, muss demnach eine Alltagsmaske tragen. Während des Unterrichts soll die Maskenpflicht nicht gelten.

Die Landesregierung einigte sich nach langen Diskussionen auch auf eine Teststrategie für das Personal an Schulen und Kitas. Alle Mitarbeiter an Kitas und Schulen sollen sich von Mitte August bis Ende September zwei Mal kostenfrei und freiwillig auf das Coronavirus testen lassen können.

11.50 Uhr: Wegen Corona legen Neuzulassungen von Wohnmobilen stark zu

Corona hat positive Auswirkungen auf die Wohn- und Reisemobilbranche: Laut Kraftfahrt-Bundesamt haben die Neuzulassungen bei Wohnmobilen im Juni im Vergleich zum Vorjahresmonat um rund 65 Prozent zugelegt. Beim Hersteller Hymer aus Bad Waldsee in Oberschwaben erwartet man, dass die Auswirkungen der Corona-Pandemie den Markt weiter antreiben. „Die gegenwärtige Krise wird den Trend zum Slow Travel, dem bewussten und entschleunigten Reisen, weiter verstärken“, sagte Vorstandschef Martin Brand. Weil die Urlauber im Wohnmobil mit Toilette, Dusche und Frischwasser autark seien, müssten sie nicht so viele Corona-Einschränkungen hinnehmen.

10.53 Uhr: Flughäfen wollen längere Kurzarbeit - Zehntausende Jobs in Gefahr

Nach erneut schwachen Passagierzahlen für den Juni hat der Flughafenverband ADV vor dem Verlust Zehntausender Arbeitsplätze gewarnt. „Es herrscht Alarmstufe Rot für die Beschäftigten im Luftverkehr“, erklärte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel am Dienstag in Berlin. Notwendig sei eine Verlängerung der Kurzarbeit, da nach dem Corona-Einbruch bestenfalls für das Jahr 2023 eine Rückkehr zum Vorkrisenniveau zu erwarten sei.

Gegenwärtig verharrten die Passagierzahlen an den deutschen Flughäfen bei minus 85 Prozent im Vergleich zu den Zahlen vor Corona. Rund 80 Prozent des Flughafenpersonals und der Dienstleister seien derzeit in Kurzarbeit, die nach den geltenden Regeln aber höchstens zwölf Monate gewährt werde. Ohne verlängerte Kurzarbeit drohe ein beispielloser Verlust von Arbeitsplätzen. Bei den deutschen Flughäfen und den angeschlossenen Dienstleistern arbeiten laut Verband rund 18. 000 Menschen.

9.56 Uhr: Bund erwägt Ausreisebeschränkungen bei regionalen Corona-Hotspots

Die Bundesregierung hat bestätigt, bei Corona-Ausbrüchen regionale Ausreisebeschränkungen zu erwägen. „Darüber diskutieren wir als eine Maßnahme, ob das nicht am Ende eine bessere Variante ist, als wenn man am Urlaubsort ankommt, um dann zurückgewiesen zu werden“, sagte Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) am Dienstag in der RTL/ntv-Sendung „Frühstart“ über seine Gespräche mit den Chefs der Staatskanzleien der Länder.

Die Frage sei, ob es im Falle einer unklaren Infektionssituation nicht sinnvoller sei zu sagen: „Es bleiben hier in dieser Region mal alle zuhause, möglichst präzise gefasst, da wo man auch wirklich Ausbruchssorgen hat, um dann dort so flächig zu testen, dass man nach wenigen Tagen sagen kann, wir haben alle Infektionsketten entdeckt“, erklärte der CDU-Politiker. Danach könne man „schnell wieder zur Normalität“ übergehen und habe „damit wirklich sehr vollständig die Infektionen erfasst“. Es gehe darum, „wie man dieses Verfahren, wenn ein Hotspot plötzlich auftaucht, nochmal optimieren kann, damit wir sehr präzise und möglichst schnell reagieren“.

Zuletzt hatten mehr als 1000 positiv getestete Mitarbeiter des Fleischverarbeiters Tönnies in Nordrhein-Westfalen zu regionalen Einschränkungen im öffentlichen Leben in den Kreisen Gütersloh und Warendorf geführt. Betroffen waren zeitweise rund 640.000 Einwohner. Mehrere Bundesländer verhängten Beherbergungsverbote für Menschen aus beiden Kreisen. Inzwischen sind die Auflagen in beiden Kreisen wieder aufgehoben.

8.31 Uhr: Kalifornien schließt Bars, Kinos und Kirchen wieder

Wegen rasch ansteigender Neuinfektionen macht Kalifornien viele Lockerungen seiner Corona-Auflagen wieder rückgängig. Bars, Kinos und Museen in dem bevölkerungsreichsten US-Bundesstaat müssen schließen, wie Gouverneur Gavin Newsom erklärte. Zudem dürfen Restaurants keine Gäste mehr in geschlossenen Räumen bewirten. Ebenso müssten in 30 Bezirken, darunter Los Angeles, auch Fitnessstudios, Kirchen, Friseursalons sowie viele Büros und Einkaufszentren ihren Betrieb einstellen, sofern dieser in geschlossenen Räumen stattfinde, sagte Newsom weiter. In den betroffenen Bezirken leben rund 80 Prozent der 40 Millionen Einwohner des Bundesstaats.

Der riesige Schulbezirk Los Angeles kündigte an, dass die Schüler wegen der anhaltenden Corona-Pandemie in dem am 18. August beginnenden Schuljahr bis auf Weiteres nur online lernen können. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump übt Druck auf Bundesstaaten und Kommunen aus, Schulen mit dem neuen Schuljahr wieder normal zu öffnen. Infolge der Lockerung von Kaliforniens Corona-Auflagen waren die Zahlen der Neuinfektionen, der Covid-Patienten im Krankenhaus und der gemeldeten Todesfälle zuletzt deutlich angestiegen. Am Sonntag etwa hatten die Behörden rund 8500 bestätigte Neuinfektionen und 72 Todesfälle gemeldet. Insgesamt gibt es in dem Bundesstaat an der Westküste bislang mehr als 320.000 gemeldete Infektionen.

7.12 Uhr: England führt Maskenpflicht im Handel ein

Nach langem Zögern führt nun auch England in der Corona-Pandemie eine Maskenpflicht in Geschäften ein. Die Maßnahme soll am 24. Juli in Kraft treten, wie die Nachrichtenagentur PA am späten Montagabend berichtete. Gesundheitsminister Matt Hancock werde am Dienstag eine Stellungnahme dazu abgeben. Wer sich nicht an die neue Regel hält, muss demnach mit einer Geldstrafe von bis zu 100 Pfund (gut 110 Euro) rechnen. „Es gibt immer mehr Beweise dafür, dass das Tragen einer Maske in geschlossenen Räumen dazu beiträgt, Menschen und ihre Umgebung vor dem Coronavirus zu schützen“, sagte ein Regierungssprecher demnach im Vorfeld.

Zuvor hatte bereits der britische Premierminister Boris Johnson am Freitag eine Ausweitung der Maskenpflicht angedeutet. Bislang muss in England ein Mund-Nasen-Schutz nur in öffentlichen Verkehrsmitteln getragen werden. Lange Zeit hatte sich die Regierung in London gegen eine Ausweitung der Pflicht auf Läden und andere geschlossene Räume gesträubt. Befürchtet wurde zunächst, es könne zu einer hohen Nachfrage nach der in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen knappen Schutzausrüstung kommen. Außerdem wurde gewarnt, Masken könnten durch häufiges Berühren oder ein überhöhtes Gefühl der Sicherheit sogar kontraproduktiv sein.

Großbritannien ist mit mehr als 46.500 Todesfällen bei nachweislich mit dem Virus Infizierten das am schlimmsten von der Pandemie betroffene Land in Europa. Der Regierung wird vorgeworfen, zu spät und falsch auf die Pandemie reagiert zu haben. Auch bei dieser Maßnahme hinkt England vielen anderen Ländern wie Deutschland oder Italien hinterher.

Das waren die Entwicklungen am Montag, 13. Juli:

22.10 Uhr: 43 positive Corona-Tests in der NHL

Mit Beginn des offiziellen Trainings für die Saison-Wiederaufnahme hat die nordamerikanische Eishockey-Profiliga NHL 43 positive Corona-Ergebnisse gemeldet. Insgesamt wurden nach Angaben vom Montag mehr als 600 Spieler getestet, 4934 Proben wurden genommen. Alle betroffenen Profis sind oder waren in Quarantäne. Namen wurde nicht genannt.

Die NHL hat ihre Hauptrunde wegen der Corona-Krise abgebrochen und will direkt mit erweiterten Playoffs und 24 Teams weitermachen. Die Spiele werden am 1. August starten. Spielorte sollen Edmonton und Toronto sein.

20.45 Uhr: Italiens Fußballclubs wollen wieder vor Zuschauern spielen

Die Fußballclubs der ersten Liga wollen sich beim italienischen Verband FIGC und bei der Regierung in Rom dafür stark machen, die Stadien teilweise wieder für Zuschauer zu öffnen. „Wir stellen ein Regelwerk zusammen, das in den nächsten Stunden dem FIGC-Präsidenten Gabriele Gravina vorgelegt wird, damit er es in seinen Gesprächen mit Regierungsvertretern verwenden kann“, teilte die Serie A am Montag - rund vier Monate nach Beginn des Corona-Lockdowns - mit. Noch in den letzten Spielen der laufenden Saison solle jedem Verein die Möglichkeit gegeben werden, sein Stadion für eine begrenzte Anzahl von Fans wieder zu öffnen, hieß es.

Die Spiele waren am 12. März zunächst unterbrochen worden. Seit der Wiederaufnahme des Profi-Spielbetriebs im Juni gibt es in Italien nur Geisterspiele, denn wegen der Corona-Pandemie sind Großveranstaltungen weiter verboten.

Derzeit sind in der Serie A noch sechs Runden bis zum 2. August angesetzt. Die Regierung in Rom arbeitete aktuell an einem neuen Dekret zum Verlängerung des Corona-Notstands. Dabei wurde allgemein erwartet, dass große Events zunächst weiter untersagt bleiben.

19.31 Uhr: 70 neue Corona-Infektionen im Südwesten

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten seit Beginn der Pandemie ist in Baden-Württemberg auf mindestens 36 121 gestiegen. Das waren 70 mehr als am vergangenen Freitag, wie das Sozialministerium am Montag in Stuttgart mitteilte (Stand: 16.00 Uhr). Etwa 33.732 Menschen gelten als genesen. Die Zahl der Corona-Toten gab die Behörde weiterhin mit 1837 an. Derzeit seien geschätzt noch 552 Menschen im Land mit dem Virus infiziert, hieß es.

Die Reproduktionszahl wurde vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 0,85 angegeben. Sie besagt, wie viele Personen im Durchschnitt von einem Infizierten angesteckt werden.

18.11 Uhr: Streit im Zug wegen Maskenpflicht - Polizei muss einschreiten

Weil sich mehrere Personen gegen die Maskenpflicht in einem Zug wehrten, kam es am Bahnhof Tuttlingen zu einem Einsatz der Polizei. Die zwölf Reisenden waren auf dem Weg zu einer Demonstration gegen die Corona-Verordnung in Stuttgart und hatten sich unterwegs mit dem Zugbegleiter angelegt. Das teilte die Polizei in Konstanz am Montag mit. Gegenüber den im Zug eingesetzten Polizisten zeigten sie sich zunächst uneinsichtig. Am Ende lenkten sie jedoch ein. Nur für einen 58-Jährigen endete die Fahrt vorzeitig am Bahnhof Tuttlingen, da er sich weiter weigerte, Mund und Nase zu bedecken. Ihm droht nun ein Bußgeld.

16.55 Uhr: US-Behörde genehmigt beschleunigtes Verfahren zu Corona-Impfstoff

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat dem amerikanischen Konzern Pfizer und der Firma Biontech aus Mainz ein beschleunigtes Zulassungsverfahren für zwei mögliche Impfstoffkandidaten gegen das Coronavirus genehmigt. Das teilten beide Unternehmen mit. Es handele sich um die am weitesten entwickelten Varianten eines möglichen RNA-Impfstoffs mit Namen „BNT 162b1“ und „BNTb2“. Insgesamt laufen in den USA und in Deutschland Studien der Phase I und II zu vier Kandidaten.

Für die USA hatten Biontech und Pfizer zuletzt schon erste Ergebnisse zu einem Wirkstoffkandidaten vorgelegt, konkret zu „BNT 162b1“. Diese nannten die Unternehmen „ermutigend“, auch mehrere Experten hatten von positiven Ergebnissen gesprochen. Probanden hatten Antikörper gegen den Erreger Sars-CoV-2 entwickelt. Unklar ist aber noch, ob diese Antikörper tatsächlich vor einer Infektion mit Sars-CoV-2 schützen. Das sollen Tests mit bis zu 30 000 Probanden zeigen. Erste Ergebnisse zu Tests in Deutschland werden laut Biontech noch im Juli erwartet.

15.45 Uhr: Mallorca-Maskenpflicht begründet keinen Stornoanspruch

Die Maskenpflicht für Mallorca und die anderen Balearen zur Eindämmung von Corona-Infektionen ärgert zwar viele Reisende. Sie können aber nicht allein wegen dieser Regelung Aufenthalte abbrechen oder anstehende Reisen kostenlos stornieren, sagt der Reiserechtler Paul Degott aus Hannover.

Ein Recht zum Stornieren bereits vor der Maskenpflicht-Einführung gebuchter Reisen hätte man nur, „wenn der Aufenthalt, also der Reisevertrag, erheblich beeinträchtigt wäre“, erläutert der Jurist. „Die Grenze zur Erheblichkeit ist mit der schlichten Maskentragepflicht aus meiner Sicht noch nicht erfüllt. Das ist eher ein allgemeines Lebensrisiko, das der Reisende ja auch hätte, wenn er in Deutschland zum Beispiel zum Einkaufen geht.“ Gleiches gelte für den Reiseabbruch von Pauschalurlaubern, die bereits vor Ort sind, sowie für die Frage eines Minderungsanspruchs. Urlauber können also nicht wegen einer Maskenpflicht Teile ihrer Reisekosten zurückverlangen. Und sie können auch nicht erwarten, dass der Veranstalter sie vorzeitig deswegen zurück nach Deutschland holt.

 
 

14.17 Uhr: Mallorca erlässt weitreichende Maskenpflicht auch im Freien

Auf Mallorca und den anderen Baleareninseln ist am Montag wegen der Corona-Pandemie eine weitgehende Maskenpflicht in Kraft getreten. Ein entsprechendes Dekret wurde im Amtsblatt veröffentlicht. Damit folgen die Behörden dem Beispiel Kataloniens und der Extremadura. Dort ist das Tragen einer Maske über Mund und Nase praktisch überall außerhalb der eigenen vier Wände bereits Pflicht, auch dann, wenn der Sicherheitsabstand zu anderen Personen gewahrt werden kann. Auch andere spanische Regionen bereiten eine solche Maskenpflicht vor.

Wer sich nicht an die Maskenpflicht hält, riskiert demnach ein Bußgeld von 100 Euro. In den ersten Tagen soll es jedoch zunächst nur Ermahnungen geben.

Die Behörden hatten einige Ausnahmen angekündigt. Am Strand, am Pool, beim Essen und Trinken, beim Sport und in der Natur außerhalb von Ortschaften dürfe die Maske abgenommen werden, hieß es.

13.50 Uhr: Coronavirus bei Kindern - Weitere Studie startet

Inwieweit reagieren Kinder und Jugendliche anders auf das Coronavirus als Erwachsene? In einer Folgestudie wollen Forscher aus Baden-Württemberg unter anderem untersuchen, ob und wie viele Jungen und Mädchen Antikörper gegen das Virus gebildet haben - und wie es sich im Vergleich mit Erwachsenen im selben Haushalt verhält. Auch die Immunreaktion der Kinder soll beleuchtet werden, wie das Universitätsklinikum Ulm zum Start des Projekts am Montag mitteilte. An der Studie sind außer dem die Universitätskliniken Tübingen, Heidelberg und Freiburg beteiligt.

Mit ersten Ergebnissen wird erst in drei bis vier Monaten gerechnet. Bereits im April und Mai hatten die vier Kliniken im Auftrag des Landes die Rolle von Kindern bei der Ausbreitung des Virus untersucht. Dabei zeigte sich, dass Kinder sich seltener mit dem Coronavirus infizieren als ihre Eltern.

 

12 Uhr: Auswärtiges Amt hebt Reisewarnung für Finnland auf

Das Auswärtige Amt hat die wegen der Corona-Pandemie verhängte Reisewarnung für Finnland aufgehoben. Einen entsprechenden Vermerk verbreitete das Ministerium am Montag in Berlin. Damit gelten die Reise- und Sicherheitshinweise. Seit dem 13. Juli 2020 bestehe für die Einreise aus Deutschland nach Finnland keine Reisebeschränkung mehr. Auch die Quarantänevorschriften seien zum 13. Juli 2020 aufgehoben worden.

„Seitdem hängt die Frage der Einreise nach Finnland vom Infektionsgeschehen ab, das den epidemiologischen Grenzwert von 8 Neuinfektionen pro 100 000 Personen innerhalb eines Zeitraums von 14 Tagen nicht überschreiten darf“, so das Auswärtige Amt zu Lage in dem Land. Dieser Wert solle alle zwei Wochen überprüft werden. Ein Überschreiten könne zu erneuten Reisebeschränkungen führen. Es gebe in Finnland ein Versammlungsverbot für Gruppen von mehr als 50 Personen und eine Reihe von Auflagen für die Hygiene.

11.10 Uhr: Spahn will die EU souveräner bei Arzneimitteln und Schutzmasken machen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will sich in der Ratspräsidentschaft für mehr Unabhängigkeit der EU bei der Versorgung mit Arzneimitteln und Schutzausrüstung einsetzen. "Es sollte sich nicht in China entscheiden, ob wir ausreichend Schutzmasken oder Medikamente haben", sagte Spahn am Montag in Berlin. "In dieser Krise haben wir Europäer erneut erfahren, dass wir zusammenstehen müssen, um Gefahren abzuwehren".

Es habe sich gezeigt, "dass wir souveräner werden müssen, um uns zu schützen". Außerdem will Spahn im Rahmen der Ratspräsidentschaft die EU-Krankheitsbekämpfungsbehörde (ECDC) stärken.

10.30 Uhr: Spahn besorgt wegen Ballermann-Touristen - "Gefahr einer zweiten Welle ist real"

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Bürger vor Nachlässigkeit im Umgang mit der Corona-Pandemie gewarnt und eindringlich aufgerufen, die Schutzmaßnahmen einzuhalten. „Die Gefahr einer zweiten Welle ist real“, sagte Spahn am Montag in Berlin bei einem gemeinsamen Auftritt mit dem Präsidenten des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler. Er rief die Bevölkerung auf, gerade auch in Urlaubszeiten wachsam zu bleiben und nicht übermütig zu werden. Spahn bat die Bürger, in der Corona-Krise weiterhin Abstand zu halten, die Hygienemaßnahmen einzuhalten und Alltagsmasken zu tragen.

Mit Blick auf die Lage auf der spanischen Urlaubsinsel Mallorca, wo am vergangenen Wochenende Hunderte Touristen für Empörung gesorgt hatten, weil sie unter Missachtung der Vorsichtsmaßnahmen gefeiert hatten, äußerte sich Spahn besorgt. „Wir müssen sehr aufpassen, dass der Ballermann nicht ein zweites Ischgl wird“, sagte er. Dort, wo miteinander gefeiert werde, sei das Risiko besonders hoch - auch das Rückreiserisiko für alle anderen im Flugzeug und für die Menschen zu Hause. Feiern im österreichischen Skiort Ischgl gelten als einer der Ausgangspunkte für die Verbreitung des Coronavirus auch in Deutschland.

9 Uhr: Französischer Experte rechnet nicht Corona-Impfstoff bis kommendes Jahr

Der französische Epidemiologe Arnaud Fontanet geht nicht davon aus, dass die Entwicklung eines vollständig wirksamen Impfstoffes gegen das neuartige Coronavirus bis ins kommende Jahr gelingt. Die Entwicklung eines Impfstoffes dauere in der Regel mehrere Jahre, sagte Fontanet am Sonntag im Sender BFMTV. Der Berater der französischen Regierung in der Corona-Krise rief die Menschen dazu auf, Abstandsregeln aufgrund der Pandemie ernst zu nehmen. Zwar gebe es „beispiellose Bemühungen zur Entwicklung eines Impfstoffs“ gegen das Coronavirus, sagte Fontanet. „Ich wäre aber sehr überrascht, wenn wir 2021 einen effektiven (Impfstoff) hätten.“

Die Corona-Krise sei noch lange nicht vorbei, betonte der Epidemiologe. „Wir müssen mit dem Virus leben.“ Die Menschen müssten sich deshalb besser an die Einschränkungen aufgrund der Pandemie halten als bisher. „Lassen Sie uns diesen Sommer die Abstandsregeln einhalten - wenigstens das!“, forderte Fontanet.

8.14 Uhr: 159 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 159 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 198 963 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Montagmorgen meldete (Datenstand 13.7., 0.00 Uhr).

In Deutschland starben den RKI-Angaben zufolge bislang 9064 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 1 im Vergleich zum Vortag. Bis Montagmorgen hatten 185 100 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 12.7., 0.00 Uhr, bei 1,04 (Vortag: 0,93), das Sieben-Tage-R bei 0,91.

7.10 Uhr: Save the children befürchtet globalen Bildungsnotstand durch Corona

Die Corona-Pandemie hat nach Einschätzung von Save the Children einen beispiellosen globalen "Bildungs-Notstand" bei Kindern ausgelöst. Die Krise könne dazu führen, dass knapp zehn Millionen Kinder auf der Welt dauerhaft nicht mehr zum Schulunterricht zurückkehren, warnte die britische Hilfsorganisation in einem am Montag veröffentlichten Bericht.

Durch die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie wurden nach Angaben der Organisation weltweit zusätzlich 90 bis 117 Millionen Minderjährige in die Armut getrieben. Dies führe dazu, dass deutlich mehr Kinder als bislang arbeiten gehen müssten, um zum Lebensunterhalt ihrer Familien beizutragen. Auch könnten noch viel mehr Mädchen als bisher zu frühen Eheschließungen gezwungen werden.

Save the Children schätzt deshalb, dass zwischen sieben und 9,7 Millionen Kinder weltweit auf Dauer nicht mehr zur Schule gehen könnten. Durch die Schließungen von Schulen und Hochschulen im Zuge der Maßnahmen gegen das Coronavirus wurden insgesamt weltweit 1,6 Milliarden junge Menschen von Bildung ausgeschlossen, wie Save the Children auf Berufung von Angaben der UN-Kulturorganisation Unesco mitteilte. Dies seien 90 Prozent aller jungen Menschen, die Schulen und Hochschulen besuchen. Das von der Pandemie erzeugte Bildungsproblem wird der Nichtregierungsorganisation zufolge durch Kürzungen in öffentlichen Haushalten zusätzlich verschärft.

Das waren die Entwicklungen am Sonntag, 12. Juli:

19.12 Uhr: Erstmals wieder Ausgangsbeschränkung in Spanien wegen Corona-Fällen

In Spanien ist erstmals seit Lockerung der Corona-Maßnahmen im Juni wieder eine Ausgangsbeschränkung angeordnet worden. Die Menschen in der Stadt Lleida und sieben umliegenden Gemeinden dürfen ab Montag das Haus daher nur noch zur Arbeit, zum Einkaufen oder wegen dringender Angelegenheiten wie etwa Arztbesuche verlassen, berichtete die Zeitung „La Vanguardia“ am Sonntag unter Berufung auf die Regionalregierung von Katalonien.

Damit wurden Maßnahmen in der im Westen Kataloniens gelegenen Region weiter verschärft, die schon seit einer Woche für mehr als 200 000 Menschen gelten. So war das Gebiet, in dem es einen Anstieg der Infektionszahlen gibt, bereits weitgehend von der Außenwelt abgeriegelt worden. Seither kontrolliert die Polizei die Zufahrtsstraßen.

In den Krankenhäusern im Bereich von Lleida würden inzwischen schon mehr als 100 Covid-19-Patienten behandelt, berichtete „La Vanguardia“. In ganz Katalonien, wo es auch in der Stadt L'Hospitalet de Llobregat unmittelbar südlich von Barcelona vermehrt neue Corona-Fälle gibt, wurden binnen 24 Stunden am Sonntag 816 neue Infektionen mit dem Sars-CoV-2-Virus registriert. Das waren mehr als doppelt so viele wie noch am Samstag, als 361 Fälle gemeldet wurden.

Katalonien im Nordosten Spaniens ist eine der am dichtesten besiedelten Regionen des Landes. Seit vergangenem Montag gilt dort eine Maskenpflicht auch im Freien, die Medienberichten zufolge ab Montag auch auf den Balearen mit Mallorca sowie im Laufe der Woche in den Regionen La Rioja und Navarra angeordnet werden soll. Am Ballermann auf Mallorca sorgten Hunderte Touristen für Empörung, die unter Missachtung der Vorsichtsmaßnahmen feierten.

Spanien ist mit knapp 28 400 Corona-Toten und 250 000 Infizierten eines der am schwersten von der Pandemie getroffenen Länder Europas. Landesweit sind die Zahlen seit Mitte Mai stark gesunken. Seit dem Ende der Beschränkungen kommt es aber lokal zu neuen Corona-Ausbrüchen.

16.09 Uhr: Laut einer Umfrage sinkt die Bereitschaft zu einer Corona-Impfung in der Bevölkerung

Die Bereitschaft zu einer Corona-Impfung ist einer Studie zufolge in Deutschland zuletzt gesunken. So sei der Anteil der Befürworter in den vergangenen drei Monaten von 70 auf 61 Prozent zurückgegangen, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ am Sonntag unter Berufung auf eine Umfrage. Die Universität Hamburg hatte in Kooperation mit Hochschulen anderer EU-Staaten Tausende Menschen in mehreren Ländern gefragt, wie sie zu einer Impfung gegen das Coronavirus stehen. Bislang gibt es eine solche Impfung nicht.

Besonders gering ist die Impfbereitschaft in Deutschland den Angaben zufolge mit 52 Prozent in Bayern, in Norddeutschland sei sie hingegen mit 67 Prozent deutlich höher. Ein Ost-West-Gefälle gebe es nicht.

Jonas Schreyögg, Leiter des Hamburg Center for Health Economics an der Uni Hamburg, sagte laut „Süddeutscher Zeitung“, dass es jedoch nur wenige Menschen gebe, die einen Impfstoff generell ablehnen. „Positiv gesprochen heißt das, wenn es uns gelingt, durch Transparenz bei der Prüfung und Zulassung der Impfstoffe sowie mit öffentlichen Aufklärungskampagnen diesen Personen mehr Sicherheit zu geben und sie zu überzeugen, könnte die Impfbereitschaft deutlich erhöht werden“, sagt er. Ein großer Anteil derjenigen, die sich derzeit nicht impfen lassen wollen oder unsicher sind, würden dies mit Angst vor Nebenwirkungen oder Unklarheit zur Sicherheit des Impfstoffes begründen.

Schreyögg sprach davon, dass bereits jetzt Aufklärungskampagnen sinnvoll seien. Besonders wichtig erscheint es ihm, Frauen zu überzeugen. Sie seien „über alle Altersgruppen hinweg unsicherer bezüglich der Impfentscheidung“.

13.43 Uhr: Sinkende Zahl der Corona-Antikörper dämpft Hoffnung auf Impfstoff

Neue Untersuchungen von genesenen Covid-19-Patienten dämpfen die Hoffnung auf eine lang anhaltende Immunität und damit auch auf eine lange Wirksamkeit einer möglichen Impfung. Bluttests der ersten Corona-Patienten in Deutschland, die Ende Januar in der München Klinik Schwabing behandelt wurden, zeigten ein deutliches Absinken der Anzahl von sogenannten neutralisierenden Antikörpern im Blut, berichtete Clemens Wendtner, Chefarzt der dortigen Klinik für Infektiologie.

„Bei vier der neun Patienten sehen wir sinkende neutralisierende Antikörper in einem sehr speziellen Test, der nur in einem Hochsicherheitslabor erfolgen kann“, sagte Wendtner. „Inwieweit dies Auswirkungen für die Langzeitimmunität und die Impfstrategien hat, ist derzeit noch spekulativ, muss aber im weiteren Verlauf kritisch beobachtet werden.“ Es deute aber darauf hin, dass nach durchgemachter Krankheit eine Neuansteckung möglich sei.

12.52 Uhr: Deutsche Bahn in der Corona-Krise so pünktlich wie seit Jahren nicht mehr

Die Deutsche Bahn ist in der Corona-Krise so pünktlich wie seit Jahren nicht mehr gewesen. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres waren 83,5 Prozent aller Züge im Fernverkehr pünktlich unterwegs, wie das Unternehmen am Sonntag mitteilte. „Das ist der beste Wert seit 2008“, erklärte Bahnchef Richard Lutz. Im gleichen Zeitraum 2019 lag die Pünktlichkeit im DB-Fernverkehr bei 77,2 Prozent. Zur deutlich gestiegenen Pünktlichkeit habe auch die geringere Anzahl der Züge während der Corona-Krise beigetragen, räumte die Bahn ein. Die Schieneninfrastruktur sei seit März zum Teil erheblich weniger belastet gewesen. Lutz sieht aber auch eigene Verdienste der Bahn: „Unsere Strategie der starken Schiene zeigt nach einem Jahr erste positive Wirkung.“ Mit „Rekordinvestitionen“ in Infrastruktur und Fahrzeuge sei die Schiene robuster geworden, zudem seien die Voraussetzungen für mehr Kapazität geschaffen worden.

12.16 Uhr: Mehr Gewalt in der Corona Zeit?

Seit dem Beginn der Corona-Krise sind in einigen Bundesländern mehr Fälle von häuslicher Gewalt registriert worden. Das hat eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei den zuständigen Ministerien und Behörden der Länder ergeben. Die ersten Zahlen zeichnen aber ein uneinheitliches Bild für die Gesamtsituation in Deutschland. Das liegt laut offiziellen Stellen auch daran, dass viele Menschen in Zeiten von Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen die Gewalt (noch) nicht angezeigt haben. Ein gesichertes Gesamtbild für Deutschland wird es laut Bundesfamilienministerium erst im November geben.

In Berlin ist es nach Einschätzung von Justiz und Rechtsmedizin zu einem deutlichen Anstieg an Gewalttaten zu Hause gekommen. Zum Höhepunkt der Lockerungen im Juni 2020 habe die Berliner Gewaltschutzambulanz zum Beispiel einen Anstieg von 30 Prozent der Fälle im Vergleich zum Juni 2019 verzeichnet. In Hamburg verzeichnete die Polizei in den Monaten Januar bis Juni 2020 eine höhere Zahl an Delikten im Bereich der Beziehungsgewalt (2252) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (1812). Sie rechne mit einer weiterhin steigenden Fallzahl, da Straftaten aus diesem Bereich des Öfteren mit Zeitverzug anzeigt würden. In Bremen verzeichnen die Frauenhäuser laut der Gesundheitssenatorin seit Mitte Juni eine erhöhte Nachfrage: Die Auslastung der Plätze liege derzeit bei über 100 Prozent.

Die beiden Bundesländer Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen registrierten nach eigenen Angaben hingegen rückläufige Zahlen im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt. Wie das Justizministerium Niedersachsen mitteilte, gab es von März bis Mitte Mai einen Rückgang der Fallzahlen um 11,7 Prozent. In NRW waren es nach Angaben des Innenministeriums sogar 21 Prozent. Das Innenministerium in Schleswig-Holstein wies darauf hin, dass die Corona-Situation das Anzeigeverhalten stark beeinflusse: So habe es in den vergangenen Monaten weniger Sozialkontrolle durch Schule, Freunde, Verwandte, Ärzte und Betreuer gegeben.

11.15 Uhr: „Disney World“-Park trotz Corona-Krise wieder geöffnet

Die Corona-Zahlen steigen in den USA in Rekordhöhen, auch im Bundesstaat Florida. Trotzdem hat der Vergnügungspark „Walt Disney World“ jetzt wieder aufgemacht.

Trotz steigender Coronavirus-Fallzahlen in Florida hat der Freizeitpark „Walt Disney World“ seine Türen wieder für Besucher geöffnet. „Der Magic Kingdom-Park und der Disney's Animal Kingdom-Park sind jetzt geöffnet“, hieß es am Samstag auf der Website des Freizeitparks nahe der Stadt Orlando. Am Eingang werde die Körpertemperatur gemessen und Abstands- und Hygieneregeln müssten eingehalten werden. „Es wird anders sein als beim letzten Mal, als du uns besucht hast. Aber gemeinsam können wir neue Wege finden, magische Momente zu schaffen - und kostbare Erinnerungen.“ Medienberichten zufolge kamen zur Eröffnung Tausende Besucher.

Normalerweise kommen fast 60 Millionen Menschen jedes Jahr in den Freizeitpark in Florida, der wegen der Coronavirus-Pandemie seit März geschlossen war. Ab dem 30. Juli will auf dem Gelände des Vergnügungsparks auch die nordamerikanische Profi-Basketballliga NBA ihre wegen der Coronavirus-Pandemie unterbrochene Saison in einem geschlossenen System ohne Kontakt zur Außenwelt fortsetzen.

Ein ebenfalls vom US-Unterhaltungsriesen Walt Disney betriebener Vergnügungspark bei Los Angeles im Westküstenstaat Kalifornien blieb zunächst weiter geschlossen, nur ein angeschlossenes Einkaufszentrum öffnete in der vergangenen Woche. Eine zunächst für den 17. Juli angekündigte Wiedereröffnung des Vergnügungsparks wurde pandemiebedingt wieder abgesagt.

In Asien haben mehrere Disney-Parks bereits wieder geöffnet. Disneyland Paris soll nach einer coronabedingten Schließung ab 15. Juli wieder schrittweise geöffnet werden. In Deutschland sind unter anderem der Europa-Park in Baden-Württemberg und das Phantasialand in Nordrhein-Westfalen wieder geöffnet - mit Abstands- und Hygieneregeln.

10.47 Uhr: Drohende Ausweisung: Entsetzen bei deutschen Harvard-Studenten

Die US-Universität Harvard gehört zu den renommiertesten Hochschulen überhaupt. Wer es dorthin geschafft hat, hat viel investiert. Völlig unverschuldet droht ausländischen Studenten nun mitten in der Corona-Pandemie die Ausweisung. Betroffen sind auch Deutsche.

Teddy Lange sagt von sich, er sei jemand, der immer den Kopf hoch halte. Vor wenigen Tagen wurde die Welt des 26-Jährigen aus Bremen dann aber doch aus den Angeln gehoben. Lange studiert Public Policy an der US-Eliteuniversität Harvard im Bostoner Vorort Cambridge. Die Hochschule will - wie einige andere in den USA auch - im Herbstsemester wegen der Corona-Pandemie nur Online-Vorlesungen anbieten. Lange wird deswegen womöglich zur Ausreise gezwungen. Die US-Einwanderungsbehörde ICE hat angekündigt, ausländische Studierende, die ausschließlich Online-Kurse besuchten, müssten das Land verlassen - ansonsten drohe ihnen die Ausweisung.

9.55 Uhr: Ansturm von Freiwilligen für Corona-Impfstudie in Tübingen

Rund 4000 Freiwillige haben sich in der Tübinger Universitätsklinik als Probanden für eine Corona-Impfstudie gemeldet. „Wir sind in einer Luxuslage wie noch bei keiner klinischen Studie. Sonst müssen wir um Probanden ringen“, sagte Studienleiter Peter Kremsner der Deutschen Presse-Agentur.

An der Uniklinik hatte Mitte Juni eine klinische Studie begonnen, um den Impfstoff des Tübinger Biopharma-Unternehmens Curevac auf seine Verträglichkeit zu testen. Seitdem haben rund 50 Menschen das Mittel erhalten. Laut Kremsner sind noch keine überraschenden Nebenwirkungen aufgetreten. „Bisher ist alles im grünen Bereich“, sagte er. Es gebe weder sensationelle noch erschreckende Befunde.

Die zahlreichen Freiwilligen kommen nicht alle zum Zug. Insgesamt sollen 168 Probanden geimpft werden - neben Tübingen auch in Testzentren im belgischen Gent, in Hannover und München. Bei der klinischen Studie handelt es sich um eine sogenannte Phase-1-Studie. Verläuft sie erfolgreich, folgen Untersuchungen mit deutlich mehr Probanden.

8.41 Uhr: Sinkende Zahl der Corona-Antikörper dämpft Hoffnung auf Impfstoff

Neue Untersuchungen von genesenen Covid-19-Patienten dämpfen die Hoffnung auf eine lang anhaltende Immunität und damit auch auf eine lange Wirksamkeit einer möglichen Impfung. Bluttests der ersten Corona-Patienten in Deutschland, die Ende Januar in der München Klinik Schwabing behandelt wurden, zeigten ein deutliches Absinken der Anzahl von sogenannten neutralisierenden Antikörpern im Blut, berichtete Clemens Wendtner, Chefarzt der dortigen Klinik für Infektiologie.

„Bei vier der neun Patienten sehen wir sinkende neutralisierende Antikörper in einem sehr speziellen Test, der nur in einem Hochsicherheitslabor erfolgen kann“, sagte Wendtner. „Inwieweit dies Auswirkungen für die Langzeitimmunität und die Impfstrategien hat, ist derzeit noch spekulativ, muss aber im weiteren Verlauf kritisch beobachtet werden.“ Es deute aber darauf hin, dass nach durchgemachter Krankheit eine Neuansteckung möglich sei.

Dies müsse weiter beobachtet werden, sagte Wendtner. Für die Langzeitimmunität sei neben der sogenannten B-Zell-assoziierten über Antikörper gemessenen Immunität auch die sogenannte T-Zell-Immunität relevant. Wenn Patienten neutralisierende Antikörper verlören, könne diese eventuell einen Schutz geben. T-Lymphozyten können virusinfizierte Zellen gezielt abtöten, wenn sie zuvor ihren Gegner einmal kennen gelernt haben.

8.10 Uhr: Grüne fordern Existenzgeld von monatlich 1200 Euro für Kreative in Not

Die Grünen fordern mit Blick auf die Corona-Krise mehr Hilfen für Selbstständige in der Kreativbranche. „Ich fordere zunächst wenigstens eine Milliarde Euro mehr für die Kultur und rufe die Bundesregierung auf, die bisherigen Hilfsgelder unbürokratisch auch für den Lebensunterhalt freizugeben“, sagte Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt der „Bild am Sonntag“.

„Wir brauchen ein bundesweites Existenzgeld für Selbstständige in Not von monatlich rund 1200 Euro.“ Wer wegen der Pandemie faktisch ein Auftrittsverbot habe, brauche diese Sicherheit für ein Jahr.

Um die Kulturszene weiter zu stärken, schlägt Göring-Eckardt zudem eine Lockerung der Sperrstunde vor. Die Verlagerung des kulturellen Lebens ins Freie sei eine „Chance für Kulturschaffende und das Publikum“. Bund und Länder sollten den Kommunen deshalb die Möglichkeit einräumen, die Sperrstunde in der Krise nach hinten zu verschieben. Veranstaltungen und Gastronomie im Freien seien dann grundsätzlich nicht nur bis 22.00 Uhr, sondern vorübergehend bis Mitternacht möglich.

Das waren die Entwicklungen am Samstag, 11. Juli:

21.45 Uhr: Bollywood-Megastar Amitabh Bachchan wegen Covid-19 im Krankenhaus

Bollywood-Megastar Amitabh Bachchan ist wegen einer Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus in ein Krankenhaus in Mumbai eingeliefert worden. "Ich wurde positiv auf Covid getestet", teilte der 77-jährige Schauspieler am Samstag im Kurzbotschaftendienst Twitter mit. Auch seine Familie und Mitarbeiter seien getestet worden und warteten noch auf ihre Ergebnisse. 

"Alle, die in den vergangenen zehn Tagen in meiner nächsten Nähe waren, sind aufgefordert, sich bitte testen zu lassen", appellierte Bachchan. Der als "Big B" bekannte Schauspieler ist bereits seit den frühen 70er Jahren ein Star der indischen Filmbranche. Auch heute noch ist er ein Garant für Kassenschlager-Filme. Bachchan hat eine riesige treue Fangemeinde, 43 Millionen Menschen folgen ihm auf Twitter.

Nach der Verhängung eines landesweiten Lockdown in Indien Ende März hatte Bollywood erst kürzlich seine Dreharbeiten wieder aufgenommen. Schauspieler, die so wie Bachchan älter sind als 65 Jahre, dürfen wegen des erhöhten Risikos, ernsthaft an Covid-19 zu erkranken, allerdings noch nicht ans Set.

In dem riesigen Schwellenland wurden bislang 820.916 Ansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus registriert. 22.123 Infizierte starben nach Angaben der Behörden. Kritikern zufolge wird in Indien allerdings nicht ausreichend auf den neuartigen Erreger getestet. Mitarbeiter des Gesundheitsbereichs klagen außerdem, dass es nicht genügend Personal zur Bewältigung der Corona-Pandemie gebe.

20.50 Uhr: 378 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 378 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 198 556 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Samstagmorgen meldete (Datenstand 11.7., 0.00 Uhr). In Deutschland starben nach RKI-Angaben 9060 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 6 im Vergleich zum Vortag.

Bis Samstagmorgen hatten 184 400 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 11.7., 0.00 Uhr, bei 0,93 (Vortag: 0,80). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 11.7., 0.00 Uhr, bei 0,93 (Vortag: 0,90). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

19.11 Uhr: Ermittlungen wegen Websites falscher Bundesbehörden

Die Bundesregierung warnt Unternehmen vor Betrügern, die sich als Vertreter eines imaginären „Bundesamts für Krisenschutz und Wirtschaftshilfe“ ausgeben. Wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Samstag auf Anfrage mitteilte, hat sich das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in den vergangenen Tagen auch mit dem Webauftritt eines fingierten „Bundesministeriums zur Abwehr von Kriminalität im Cyberspace“ beschäftigt.

„Das BSI geht gegenwärtig davon aus, dass es sich um mögliche Vorbereitungshandlungen für Straftaten wie Betrug oder Phishing handelt“, erklärte der Sprecher. Das BSI habe seine Erkenntnisse dazu deshalb bereits an die Strafverfolgungsbehörden übergeben. Die Webseiten wurden inzwischen vom Netz genommen.

Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums sagte, ein Unternehmen habe sie auf die Fake-Seite aufmerksam gemacht. Sie verwies zudem auf eine Warnung vor betrügerischen E-Mails mit Bezug zu Corona-Zuschüssen für Unternehmen, die das Wirtschaftsministerium am vergangenen Mittwoch online veröffentlicht hatte.

Auf der am Samstagnachmittag nicht mehr erreichbaren Website des erfundenen „Bundesamtes“, die in ihrer Optik stark an die Internet-Auftritte der Bundesbehörden erinnerte, hieß es: „Aktuell werden in mehreren deutschen Unternehmen Befragungen durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseres Bundesamtes durchgeführt. Wir wollen gemeinsam mit Ihnen an Strategien für eine nachhaltige Bewältigung der Coronakrise arbeiten.“ Auf der Seite fand sich auch ein Foto von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Außerdem wurden auf beiden falschen Websites computergenerierte Bilder angeblicher Behördenvertreter und Ansprechpartner verwendet.

18.55 Uhr: Ballermann-Party ohne Masken und ohne Abstand schockiert Mallorca

Hunderte Urlauber aus Deutschland sollen am Ballermann auf Mallorca Party gemacht haben, ohne sich um die derzeit in Spanien geltenden Corona-Regeln zu scheren. Auf einem am Samstag veröffentlichten Video der „Mallorca Zeitung“ (MZ) ist zu sehen, wie die Menschen am Freitagabend auf der berühmten „Bierstraße“ im dichten Gedränge feiern, trinken und tanzen - „als gäb's kein Corona“, so die „MZ“. Praktisch niemand trägt dabei Maske, obwohl der von der spanischen Regierung für die Zeit der „neuen Normalität“ vorgeschriebene Mindestabstand von eineinhalb Metern weder auf der Straße noch in den Lokalen einzuhalten ist.

Die Bilder schockierten die Insel. Die Szenen zeigten, so die „Mallorca Zeitung“, „wie groß die Gefahr einer zweiten Corona-Welle auf Mallorca sein könnte“. Viele der angetrunkenen Gäste hätten mit fremden Urlauberinnen und Urlaubern geflirtet, in größeren Gruppen getanzt und Straßenhändler umarmt. Die wenigen Menschen, die Maske trugen, seien zum Teil ausgelacht worden, berichteten Medien.

Obwohl nach dem Ende des Lockdowns einige Partys von größeren Gruppen in Kneipen und in Parks schon erste Sorgen ausgelöst hatten, hatte man eine solch große Ansammlung feiernder und trinkender Menschen auf den Balearen seit der Öffnung der Grenzen für ausländische Touristen Mitte Juni bisher nicht gesehen.

Angesichts der Nachlässigkeit einiger Bürger bei der Beachtung der Corona-Schutzregeln hatte die Regionalregierung in Palma erst am Freitag illegalen Partys den Kampf angesagt. Es wurde ein Strafenkatalog mit Bußgeldern von bis zu 600 000 Euro beschlossen; außerdem wurden verstärkte Kontrollen angekündigt. Am Freitagabend habe sich die Polizei am „Ballermann“ aber nicht blicken lassen, so die „MZ“.

Obwohl Spanien eines der von der Pandemie am stärksten betroffenen Länder war, sind die Zahlen seit Mitte Mai stark gesunken. Auf den Balearen gab es am Freitag nach amtlichen Angaben 134 Infizierte, 87 davon auf Mallorca. Um Neuausbrüche zu verhindern, wollen die Balearen eine sehr strenge Maskenpflicht einführen. Ab Montag sollen Menschen selbst dann Mund- und Nasenschutz im Freien tragen müssen, wenn der Sicherheitsabstand gewahrt werden kann.

18.00 Uhr: Erneut Demo gegen Corona-Beschränkungen in Stuttgart

Einige Hundert Menschen haben am Samstag in Stuttgart erneut gegen Beschränkungen und Auflagen im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie und für die Wahrung der Grundrechte demonstriert. Die von der Initiative „Querdenken 711“ organisierte Veranstaltung im Unteren Schlossgarten trug den Titel „Fest für Frieden und Freiheit“.

Zuvor hatte es laut Polizei eine Demonstration durch die Innenstadt gegeben. Die Polizei sprach von einem ruhigen Verlauf, von Zwischenfällen war nichts bekannt. Offizielle Angaben zur Teilnehmerzahl gab es nicht. Angemeldet zu der mehrstündigen Kundgebung im Schlossgarten waren laut Stadt 5000 Teilnehmer.

17.05 Uhr: USA verzeichnen mehr als 66 000 Corona-Neuinfektionen an einem Tag

Die USA haben erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie mehr als 66 000 Neuinfektionen an einem einzelnen Tag verzeichnet. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität (JHU) vom Samstag lag die Zahl der am Vortag registrierten Neuansteckungen bei 66 627. Erst am Donnerstag war die Zahl auf einen Rekordwert von 63 247 gestiegen. Die Zahl der Neuansteckungen in den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern, hat seit Mitte Juni im Zuge der Lockerung der Corona-Auflagen dramatisch zugenommen.

Seit Beginn der Pandemie haben die Forscher der JHU in den USA insgesamt fast 3,2 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Mehr als 134 000 Menschen starben demnach infolge einer Covid-19-Erkrankung. Die Zahl der täglich verzeichneten Toten liegt in den USA zwar weiterhin deutlich niedriger als zum Höhepunkt der Krise, hat in den vergangenen Tagen aber wieder zugenommen. Am Freitag verzeichnete die Statistik der Universität 802 Tote.

15.40 Uhr: Ansturm von Freiwilligen bei Corona-Impfstudie

Etwa 4000 Freiwillige haben sich in der Tübinger Universitätsklinik als Probanden für die Studie zum Corona-Impfstoff der Firma Curevac gemeldet. „Wir sind in einer Luxuslage wie noch bei keiner klinischen Studie. Sonst müssen wir um Probanden ringen“, sagte Studienleiter Peter Kremsner der Deutschen Presse-Agentur.

An der Uniklinik hatte Mitte Juni eine klinische Studie begonnen, um den Impfstoff des Tübinger Biopharma-Unternehmens Curevac auf seine Verträglichkeit zu testen. Seitdem haben rund 50 Menschen das Mittel erhalten. Zuletzt impfte Kremsner täglich zwischen sechs und zehn Probanden. Laut dem Mediziner sind noch keine überraschenden Nebenwirkungen aufgetreten. „Bisher ist alles im grünen Bereich“, sagte er. Es gebe weder sensationelle noch erschreckende Befunde.

Die zahlreichen Freiwilligen können aber nicht alle zum Zug kommen. In der ersten Phase sollen 168 Probanden geimpft werden - außer in Tübingen auch in Testzentren im belgischen Gent, in Hannover und München. Jeweils einen Monat nach der ersten Impfung bekommen die Probanden die Ausgangsdosis erneut verabreicht.

Curevac hatte im Kampf gegen das Virus nach der Mainzer Firma Biontech als zweites deutsches Unternehmen die Genehmigung für eine klinische Studie erhalten.

14.50 Uhr: Hofreiter: Zu wenig Corona-Hilfen für finanziell Schwache

Grünen-Bundestagsfraktionschef Anton Hofreiter hat Lücken bei der Unterstützung finanziell schwacher Bevölkerungsgruppen in der Corona-Krisenpolitik der Bundesregierung beklagt. „Wir geben über 200 Milliarden Euro zusätzlich aus, und für Hartz-IV-Empfänger, für Grundsicherungsempfänger war noch nicht einmal ein temporärer Aufschlag drin. Das finde ich, ehrlich gesagt, wirklich beschämend von Seiten der Bundesregierung“, sagte Hofreiter am Samstag beim ersten digitalen kleinen Parteitag der Bayern-Grünen. Ebenso seien generell Kulturschaffende, Soloselbstständige und Familien mit Kindern bislang zu wenig unterstützt worden.

Insgesamt sei Deutschland zwar bislang vergleichsweise gut durch die Corona-Krise gekommen, sagte Hofreiter. Dennoch habe die Krise bereits vorher bestehende Probleme deutlich aufgezeigt. Als Beispiel nannte er die teilweise schlechten Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie, die durch den Corona-Ausbruch im Fleischbetrieb Tönnies im Kreis Gütersloh in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt seien.

13.55 Uhr: Durch Coronatests: DFB-Chef Keller hat „Traum“ von vollen Stadien

DFB-Präsident Fritz Keller hofft über flächendeckende Coronatests auf die Rückkehr von Fans in die Fußballstadien. „Wir müssen alles daran setzen, dass wir wieder Zuschauer in die Stadien reinkriegen“, sagte der 63 Jahre alte Chef des Deutschen Fußball-Bunds dem SWR. „Mein Traum wäre es, über Testungen irgendwann auch wieder ein volles Stadion zu kriegen. Das wäre nicht nur für den Sport, sondern für den Kulturbetrieb und die Wirtschaft wichtig.“

Wegen der Coronavirus-Krise war die Saison im deutschen Profifußball ohne Fans in den Arenen beendet worden. Derzeit arbeiten Vereine und Verbände an Hygiene- und Sicherheitskonzepten, um die Rückkehr von Zuschauern zu ermöglichen. Entscheidend für eine (Teil-) Zulassung seien die lokalen Konzepte der Clubs, welche von den zuständigen Gesundheitsbehörden vor Ort freigegeben werden müssten, hatte die Deutsche Fußball Liga am Freitag über die Vorgaben des Bundesministeriums für Gesundheit mitgeteilt.

„Wir müssen da wirklich auf die Wissenschaftler hören“, sagte Keller in dem am Samstag ausgestrahlten Interview. Es müsse kontrolliert werden, ob auch mehr Zuschauer als unter Bedingungen mit 1,50 Metern Abstand und jeweils einer freien Reihe möglich seien, da man beim Fußball im Freien sei. „Lasst uns das bitte objektiv angehen, aber mit größtmöglicher Sicherheit für die Gesunderhaltung.“

Zuvor hatte der 1. FC Union mit seinem ambitionierten Plan, bereits am ersten Spieltag der kommenden Saison wieder in einem vollen Stadion spielen zu wollen, für Aufsehen gesorgt. Dies soll mit Hilfe von Coronatests für alle 22 012 Karteninhaber sowie alle Anwesenden vor Ort möglich werden. Die Hürden für dieses Vorhaben sind aber noch hoch. Seine Interview-Äußerungen hatte Keller vor der Veröffentlichung der Union-Idee gemacht.

13.30 Uhr: EKD warnt vor humanitärer Katastrophe in Flüchtlingslager

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat vor einer humanitären Katastrophe im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos gewarnt. Es sei unerträglich, dass noch immer 16.000 Menschen in einem für 3.000 Flüchtlinge ausgelegten Lager dahinvegetierten und dem großen Risiko einer Ausbreitung der Corona-Pandemie ausgesetzt seien, sagte Bedford-Strohm am Samstag im Deutschlandfunk. „Diese Zustände müssen beendet werden.“

Der bayerische Landesbischof erinnerte daran, dass viele Städte in Europa bereit seien, Flüchtlinge aufzunehmen. Das werde jedoch von den nationalen Regierungen blockiert. Er unterstütze ausdrücklich die Bemühungen von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), die europäischen Staaten zur Teilnahme an einem Verteilmechanismus für gerettete Flüchtlinge zu bewegen.

Bedford-Strohm bekräftigte, dass das der evangelischen Kirche mitinitiierte Rettungsschiff „Sea-Watch 4“ voraussichtlich Anfang August zu seinem ersten Einsatz im Mittelmeer auslaufen werde. „Wenn Menschen ertrinken, muss man sie retten“, sagte er. Das von einem Bündnis von mehr als 500 Organisationen getragene Schiff sei ein „politisches Zeichen“, sagte er: „Wir unterstützen ausdrücklich die Arbeit der zivilen Seenotretter.“ Deren Kriminalisierung müsse endlich aufhören. Es sei eine Schande, dass es zivile Seenotrettung brauche, um die Menschen zu retten. „Eigentlich ist das staatliche Aufgabe“, sagte der Theologe.

Das ehemalige Forschungsschiff „Sea-Watch 4“ war am 20. Februar in Kiel getauft und in Spanien umgebaut worden. Finanziert wurde es vom Bündnis „United4Rescue“, das maßgeblich von der EKD initiiert wurde. Sie hatte zu Spenden für das Schiff aufgerufen. Nach den ursprünglichen Plänen sollte das Schiff schon zu Ostern in See stechen. Die Einschränkungen wegen der Corona-Krise verzögerten dies.

12.30 Uhr: Livestream statt Parade beim Münchner Christopher Street Day

CSD in Zeiten von Corona: Mit einem Livestream und zahlreichen kleinen Demos haben Menschen beim Christopher Street Day (CSD) in München demonstriert. Unter dem Motto „Gegen Hass. Bunt, gemeinsam, stark!“ machten Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender am Samstag auf ihre Rechte aufmerksam.

Der CSD besinne sich in diesem Jahr zurück auf den Kern des politischen Protests, sagte ein Sprecher. Statt Party gebe es 2020 vielmehr stillen Protest.

An rund 50 Standorten in der Innenstadt hätten sich je sechs Demoteilnehmer mit Plakaten versammelt. Eine Parade durch die Stadt wie in den Vorjahren war aufgrund der Corona-Pandemie und der empfohlenen Abstandsregeln nicht möglich.

Im Zentrum des diesjährigen Münchner Christopher-Street-Days stand vielmehr ein Livestream. Dort wurden Gesprächsrunden, Livemusik, Kurzfilme und Modeschauen gezeigt. Zudem kamen die politischen Forderungen der Veranstalter ausführlich zur Sprache.

Mit den Christopher Street Days wird jedes Jahr an Ereignisse Ende Juni 1969 in New York erinnert: Polizisten stürmten damals in Manhattan die Bar „Stonewall Inn“ in der Christopher Street und lösten einen mehrtägigen Aufstand von Schwulen, Lesben und Transsexuellen gegen die Willkür aus.

11.15 Uhr: Altmaier rechnet mit weiteren Staatsbeteiligungen in der Corona-Krise

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) kann sich vorstellen, dass der Staat sich nach der Lufthansa noch an weiteren von der Corona-Krise schwer getroffenen Unternehmen beteiligt. "Wir reden wahrscheinlich über einige dutzend Fälle", sagte Altmaier der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom Samstag. "In dieser sehr begrenzten Zahl der Fälle werden wir die Möglichkeiten des Wirtschaftsstabilisierungsfonds nutzen und uns gegebenenfalls auch beteiligen."

Auch weitere strategische Beteiligungen wie die am Impfstoffhersteller Curevac sind offenbar geplant. Davon werde es aber nur "wenige" geben, sagte der Minister. Er habe immer deutlich gemacht, "dass eine staatliche Beteiligung die absolute Ausnahme sein muss".

Bei der Lufthansa, die von der Bundesregierung mit einem milliardenschweren Rettungspaket unterstützt wird, würde der Staat sich offenbar nicht gegen mögliche Entlassungen sperren. "Wenn der Vorstand zu dem Ergebnis kommt, dass Entlassungen unumgänglich sind, ist es Aufgabe der Sozialpartner, hierüber verantwortungsvoll zu verhandeln", sagte Altmaier. Er sehe auch keinen Sinn darin, "dass Beamte entscheiden, welche Restrukturierungsmaßnahmen richtig oder falsch sind."

9.20 Uhr: Mehr als 70.000 Corona-Tote in Brasilien

Die Zahl der Corona-Toten in Brasilien ist auf mehr als 70.000 gestiegen. Binnen 24 Stunden starben 1.270 Menschen an den Folgen einer Covid-19-Infektion, wie die Zeitung „Folha de São Paulo“ am Freitagabend (Ortszeit) meldete. Insgesamt haben sich in dem südamerikanischen Land mehr als 1,8 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert. Präsident Jair Bolsonaro hatte am Dienstag seine eigene Corona-Infektion bekannt gegeben, verharmlost aber weiter die Pandemie.

Brasilien ist weltweit nach den USA am schwersten von der Pandemie betroffen. Laut Experten liegt die Zahl der Infizierten mindestens sieben Mal höher, da Brasilien über sehr geringe Testkapazitäten verfügt.

Bolsonaro hat sich nach seiner Infektion aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, postet aber täglich Videos über seinen Gesundheitszustand. So zelebriert er vor laufender Kamera die Einnahme des umstrittenen Malariamedikaments Hydroxychloroquin. Wie US-Präsident Donald Trump setzt er auf die Wirkung des Medikaments, das sich in Studien allerdings als wirkungslos bei einer Corona-Infektion herausstellte. Ärzte warnen vor einer Einnahme.

Trotz der dramatischen Situation mit mehr als 45.000 Neuinfektionen pro Tag in Brasilien verfügte der Gouverneur des am schwersten von der Pandemie betroffenen Bundesstaates São Paulo, João Doria, weitere Lockerungen. Der Straßenhandel ist wieder erlaubt, Büros und Parks sind wieder offen. Restaurants und Shoppings konnten schon vorher wieder öffnen. Nur noch in einigen Orten und damit für 17 Prozent der Einwohner des Bundesstaates gelten strikte Ausgangsbeschränkungen. „Alle müssen sich aber bewusst sein, wer zu Hause bleiben kann, sollte das“, sagte Doria.

8.15 Uhr: Daimler will wegen Corona-Krise noch deutlich mehr Stellen streichen

Wegen der Corona-Krise will der Autobauer Daimler deutlich mehr Stellen streichen als bisher bekannt. Im Interview mit der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" (Samstagsausgaben) schloss Personalvorstand Wilfried Porth trotz einer bis 2029 geltenden Beschäftigungssicherung bei dem Konzern auch betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr aus. Mehr als 15.000 Mitarbeiter müssten auf freiwilliger Basis ausscheiden, damit dies vermieden werden könne, sagte Porth. Von den Personalsparmaßnahmen betroffen sein könnte demnach auch die Produktion.

Bislang setzt Daimler beim Stellenabbau vor allem auf Abfindungen, Altersteilzeit und Frühpensionierung. Laut "Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten" liegen allerdings erst rund 700 unterschriebene Verträge über solche freiwilligen Ausscheidungen vor. Intensive Trennungsgespräche starteten demnach Anfang des Monats. 

"Die Betriebsvereinbarung zur Zukunftssicherung beschreibt den Weg, den die Sozialpartner miteinander gehen, um das gemeinsame Ziel der Beschäftigungssicherung zu erreichen", sagte Porth den Zeitungen. In der Vereinbarung stehe aber auch, dass sich die Parteien erneut zusammensetzen müssen, wenn sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ändern. Derzeit verhandelt Daimler mit der Arbeitnehmervertretung über Sparmaßnahmen, die betriebsbedingte Kündigungen kompensieren könnten. Die Bereitschaft der Arbeitnehmervertretung, "signifikante Sparbeiträge zuzugestehen", sei jedoch "derzeit leider nicht besonders ausgeprägt", sagte Porth.

Zur Diskussion stehen laut Porth tarifliche Vereinbarungen wie Pausenregelungen oder Spätschichtzulagen ab 14 Uhr. "Das sind alles historische Leistungen, die zum Zeitpunkt ihrer Aushandlung richtig gewesen sein mögen. Aber sie passen nicht mehr in die heutige Zeit und die heutige Kostenstruktur", sagte Porth.  

Bislang konzentrieren sich die Personalsparmaßnahmen bei Daimler vor allem auf die Verwaltung. Porth kündigte nun jedoch eine mögliche Ausweitung auch auf einzelne Produktionsbereiche an. Es könne sein, dass etwa in den Werken in Untertürkheim, Berlin sowie an Standorten einiger Tochtergesellschaften Mitarbeitern Abfindungen angeboten würden, sagte Porth.

Das waren die Entwicklungen am Freitag, 10. Juli:

19.35 Uhr: Nach Corona-Fall: Spiele in Schweizer Super League abgesagt

Nach einem positiven Corona-Test bei einem Fußballprofi des FC Zürich ist die Super-League-Partie zwischen dem Gastgeber und dem FC Sion zunächst abgesagt worden. Die kantonalen Behörden ordneten eine zehntägige Quarantäne „für sämtliche Spieler und Staffmitglieder“ des Clubs an. Der 23 Jahre alte Abwehrspieler Mirlind Kryeziu habe „leichte Symptome“ gezeigt. Seither war er nicht mehr im Training, sondern habe sich zuhause in Isolation begeben, wie der Club auf seiner Homepage mitteilte.

Die Partie zwischen Zürich und Sion in der höchsten Schweizer Liga sollte am Samstagabend stattfinden. Auch das nächste Spiel der Züricher beim FC Basel ist durch den Corona-Fall betroffen und kann vorerst nicht wie geplant am kommenden Dienstag stattfinden.

18.15 Uhr: 51 neue Corona-Infektionen im Südwesten

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten seit Beginn der Pandemie ist in Baden-Württemberg auf mindestens 36.051 gestiegen. Das sind laut Sozialministerium 51 mehr als noch am Donnerstag. Etwa 33.643 Menschen gelten als genesen. Die Zahl der Corona-Toten gab die Behörde - wie am Vortag - mit 1837 an. Derzeit seien geschätzt noch 571 Menschen im Land mit dem Virus infiziert. Die Reproduktionszahl wurde vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 1,02 angegeben. Sie besagt, wie viele Personen im Durchschnitt von einem Infizierten angesteckt werden.

17.15 Uhr: Weitere Debatte über Corona-Bonus für Pflegekräfte in Kliniken

In der Debatte um einen möglichen Corona-Bonus auch für Pflegekräfte in Krankenhäusern rücken die Betreiber stärker in den Blick. Das Bundesgesundheitsministerium verwies am Freitag in Berlin darauf, dass Pflegekosten in Kliniken, die die Tarifpartner in Eigenregie regeln, von den gesetzlichen Krankenkassen gegenfinanziert würden. Daraus ergebe sich bereits die Möglichkeit, solche Boni zu vereinbaren, sagte ein Sprecher. Parteiübergreifend war Kritik daran laut geworden, dass ein Bonus wegen besonderer Belastungen in der Corona-Krise nur für Mitarbeiter in der Altenpflege kommen soll.

Der Bundestag hatte den steuerfreien Corona-Bonus von bis zu 1000 Euro Mitte Mai beschlossen. Länder oder die Arbeitgeber können den Bonus auf bis zu 1500 Euro aufstocken, die steuerfrei bleiben würden. Die Kosten für den Bund werden mit rund einer Milliarde Euro veranschlagt - tragen soll dies vorerst die Pflegeversicherung, der Bund hat aber einen Zuschuss angekündigt. Die Regierung verweist auch darauf, dass das generelle Lohnniveau in der Altenpflege deutlich niedriger sei als bei Pflegekräften in Krankenhäusern.

16.30 Uhr: Italien will Corona-Notstand verlängern

Die italienische Regierung will den wegen des Coronavirus ausgerufenen Notstand verlängern. „Wir bewegen uns auf eine Verlängerung des Ausnahmezustands zu“, sagte Regierungschef Giuseppe Conte am Freitag in Venedig. „Wenn wir den Ausnahmezustand nicht verlängern, hätten wir nicht mehr die Mittel und Instrumente, (...) um weiter zu überwachen und um einzugreifen.“ Wie lange der Notstand gelten soll, ist unklar. Medien berichteten von einem Zeitraum zwischen Dezember 2020 und Januar 2021.

Conte hatte den Notstand am 31. Januar für sechs Monate ausgerufen, nachdem bei einem chinesischen Paar in Rom das Virus nachgewiesen worden war. Mittlerweile sind im Zuge der Pandemie rund 35.000 Menschen gestorben. Die Infektionszahlen sind in Italien aber nach einem langen und harten Lockdown mittlerweile niedrig. Befürchtet wird aber eine zweite Welle. Conte hatte in den vergangenen Monaten Entscheidungen über Ausgangssperren oder ähnliches ohne Zustimmung des Parlaments treffen können.

Der Notstand wird in Italien oft nach Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Überschwemmungen ausgerufen, um eine besondere Koordinierung der Einsatzkräfte zu gewährleisten und Bürokratie zu vermeiden.

14.40 Uhr: Deutsche dürfen wieder ohne Quarantäne nach England

Touristen und Geschäftsleute aus Deutschland und vielen anderen Ländern müssen seit Freitag bei ihrer Einreise nach England nicht mehr in eine zweiwöchige Quarantäne. Die neue Regelung gilt für insgesamt mehr als 70 Staaten und Überseegebiete, die nach Auffassung der Regierung die Corona-Krise im Griff haben. Dazu zählen zum Beispiel auch Österreich, die Schweiz und Italien. Auch die Landesteile Schottland, Wales und Nordirland verkündeten Lockerungen.

Wer nach Großbritannien möchte, sollte dennoch aufpassen: Vorab muss ein Einreise-Formular ausgefüllt werden. Außerdem aktualisieren die Landesteile regelmäßig ihre Listen mit den sogenannten Luftbrücken zwischen Großbritannien und anderen Staaten. Die Länderauswahl kann also schnell veraltet sein und auch je nach Landesteil voneinander abweichen.

11.14 Uhr: Deutsche befürchten Corona-Ausbreitung durch Urlaubsreisen

Die Mehrheit der Bürger in Deutschland befürchtet, dass die Urlaubsreisen im Sommer die Zahl der Corona-Infektionen wieder steigen lassen. 69 Prozent glauben, dass die Infektionszahlen in Deutschland sich dadurch deutlich erhöhen werden, wie aus dem am Freitag veröffentlichten aktuellen ZDF-„Politbarometer“ hervorgeht. 28 Prozent gaben an, das nicht zu glauben.
 
Allerdings halten nur 40 Prozent, also zwei von fünf Bürgern, ihre eigene Gesundheit durch das Coronavirus für gefährdet. 64 Prozent aller Befragten nannten Corona als das wichtigste politische Problem für Deutschland, auf Platz zwei folgt mit deutlichem Abstand die wirtschaftliche Lage (17 Prozent).

10.31 Uhr: Jahreskartenbesitzer fahren im Sommer kostenlos durch den Südwesten

Wegen der Einschränkungen der Corona-Pandemie dürfen Besitzer einer Jahreskarte im Nahverkehr in den Sommerferien kostenlos durch ganz Baden-Württemberg fahren. Das verkündete Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) in Stuttgart. Die Aktion betrifft etwa 1,5 Millionen Fahrgäste, die an jedem Wochentag in den Sommerferien zwischen dem 31. Juli und 13. September durch das südwestliche Bundesland ohne Aufpreis reisen können.
 
Schüler, Auszubildende, Erwachsene, Senioren sowie Besitzer von Job- und Semestertickets mit Jahrestickets dürfen Stadt- und Straßenbahnen, Busse und alle Nahverkehrszüge - darunter IRE, RE, RB und S-Bahn - nutzen. Kinder bis 14 Jahre können in Begleitung eines Eltern- oder Großelternteils kostenfrei mitfahren.

9.58 Uhr: Wieder zwei aktive Corona-Fälle im Landkreis Waldshut

Nachdem dem Kreisgesundheitsamt Waldshut schon am Mittwoch eine Corona-Neuinfektionen gemeldet worden war, ist nun ein weiterer aktiver Fall hinzugekommen. Es handelt sich um eine Person, die im Landkreis wohnhaft ist und in einer Klinik außerhalb des Kreises behandelt wird.

8.50 Uhr: Mitten in der Corona-Krise: Baubranche steigert im April Umsätze

Die Bauindustrie in Deutschland hat in der Corona-Krise ihr Umsatzwachstum fortgesetzt. Im vom Stillstand der Wirtschaft voll getroffenen Monat April erhöhten sich die Erlöse im Bauhauptgewerbe im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt errechnet hat. Die Zahl der Beschäftigten in der Branche stieg nach vorläufigen Zahlen in dem Monat um 1,0 Prozent. „Wie schon im März zeigten sich somit auch im April 2020 noch keine erkennbaren Effekte der Corona-Pandemie auf Umsatz und Beschäftigung im Bauhauptgewerbe“, stellte die Wiesbadener Behörde am Freitag fest.

8 Uhr: Wieder Corona-Rekord in USA: Mehr als 63.000 neue Fälle

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA hat wieder einen neuen Höchststand erreicht. Binnen 24 Stunden gab es rund 63.200 neue Fälle, wie aus Zahlen der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore am Freitagmorgen hervorgeht. In dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern haben sich demnach bislang mehr als 3,1 Millionen Menschen nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert.
 
Rund 133.000 Menschen starben an oder mit dem Virus. Die Zahl der Neuansteckungen in den USA ist seit Mitte Juni im Zuge der Lockerung der Corona-Auflagen dramatisch gestiegen - vor allem im Süden und Westen des Landes. Zuletzt hatte die Universität am Mittwoch mit rund 60.000 Fällen binnen eines Tages einen Rekord verzeichnet.

7.07 Uhr: 395 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge 395 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 198.178 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Freitagmorgen meldete. In Deutschland starben nach RKI-Angaben 9054 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 6 im Vergleich zum Vortag. Bis Freitagmorgen hatten 184.000 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen bei 0,66 (Vortag: 0,70).

Das waren die Entwicklungen am Donnerstag, 9. Juli:

22.10 Uhr:  Familie in Florida verkauft Bleichmittel als Wundermittel gegen Coronavirus - Trump hatte das Spritzen von Desinfektionsmittel als Heilmethode angeregt

Die US-Justiz hat ein Strafverfahren gegen vier Männer eingeleitet, die ein giftiges Bleichmittel als Wundermittel gegen das Coronavirus angepriesen und verkauft haben sollen. Dem Vater und seinen drei Söhnen werden unter anderem Betrug und Verstöße gegen das Lebensmittel- und Medikamentenrecht zur Last gelegt, wie die Staatsanwaltschaft im Bundesstaat Florida mitteilte. Berichten zufolge seien Menschen nach dem Trinken des Mittels ums Leben gekommen. Mark Grenon und seine Söhne vertreiben den Justizangaben zufolge bereits seit geraumer Zeit ein Mittel namens Wunder-Mineral-Lösung (auf Englisch als MMS abgekürzt) und preisen es als Heilmittel gegen eine Reihe von Krankheiten wie Alzheimer und Krebs an.

Als Präsident Donald Trump im April zur allgemeinen Verwunderung sagte, womöglich könnten „Injektionen“ von Desinfektionsmitteln Coronavirus-Patienten heilen, sprangen sie auf den Zug auf. „Trump hat MMS und alle Informationen!!! Es passieren Dinge, Leute!“ schrieb Grenon auf Facebook. „Möge Gott anderen helfen, die Wahrheit zu sehen.“ Grenon hat sogar eine Kirche gegründet, die Genesis II Kirche der Gesundheit und Heilung. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft handelt es sich dabei nur um einen Deckmantel für sein Geschäft. Grenon selbst habe wiederholt eingeräumt, dass die Kirche „nichts mit Religion zu tun hat“, nur der „Legalisierung der Nutzung von MMS“ diene und verhindern solle, dass er ins Gefängnis müsse.

Ein Gericht hatte den Grenons bereits in der Vergangenheit den Verkauf des Bleichmittels verboten. Die Staatsanwaltschaft wirft der Familie nun vor, sich darüber hinweggesetzt zu haben. Trump hatte mit seinen Äußerungen zum Einsatz von Desinfektionsmitteln gegen Covid-19 für Fassungslosigkeit, Spott, aber auch besorgte Reaktionen von Experten gesorgt. Eine Reihe von Gesundheitsbehörden warnten Bürger davor, im Kampf gegen das Coronavirus Desinfektionsmittel zu trinken. Später sagte der Präsident, seine Äußerungen seien nur „sarkastisch“ gemeint gewesen.

 20.40 Uhr: Stuttgarter Flughafen zieht erste Corona-Bilanz

Die Corona-Pandemie hat die Flieger geradezu zu Boden gezwungen, die Flughafen Stuttgart GmbH musste für viele Mitarbeiter Kurzarbeit anmelden. Nun geht der Betrieb langsam wieder los - mit attraktiven Ferienzielen wie Mallorca, aber auch mit zahlreichen Sicherheitsvorkehrungen. Die Details zum ersten Halbjahr und einen Ausblick auf den Rest des Jahres wird der Stuttgarter Flughafen am Freitag (10.00 Uhr) vorstellen.

Erst seit Aufhebung der Reisewarnungen für viele europäische Länder operiert der Flughafen wieder in Richtung Normalbetrieb. Wegen der höheren Nachfrage Anfang Juli wurde deshalb nach Terminal 3 nun auch Terminal 1 für den Check-in und die Passagierkontrollen in Betrieb genommen. Allerdings nicht wegen des riesigen Passagieraufkommens, sondern weil so die Corona-Abstandsregeln besser eingehalten werden können.

Trotzdem sieht sich der Airport gewappnet, denn mit 12,7 Millionen Passagieren wurde im vergangenen Jahr ein Rekord aufgestellt. Finanziell lief es entsprechend so gut wie noch nie, so dass man nun für die Corona-Krise gerüstet sei, heißt es beim Flughafen. Außerdem konnte die Start- und Landebahn wie geplant erneuert werden - dank Corona ohne Unannehmlichkeiten für die Fluggäste, die wegen Corona ohnehin nicht reisen konnten.

19.20 Uhr: Österreich plant Corona-Ampel-Warnsystem

Österreich will ein landesweites Corona-Ampelsystem einführen. In vier Farben von grün bis rot soll darin die Infektionslage auf Ebene der Bezirke (entsprechend etwa der Kreisebene in Deutschland) eingestuft werden. Neben den Ansteckungszahlen sollen auch die Nachverfolgbarkeit der Fälle, die Testzahlen und die örtlichen Kapazitäten der Krankenhäuser eine Rolle spielen, erklärte der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Donnerstag in Wien. Ziel sei ein einheitliches Vorgehen, das trotzdem regionalen Handlungsspielraum zulasse. „Wir wollen uns österreichweite Maßnahmen so lange wie möglich ersparen“, so Kurz.

Zudem sollen die Screening-Programme etwa in Risikobetrieben oder dem Tourismus verstärkt werden. Für die Nachverfolgung von Kontakten und die Überwachung verhängter Quarantänemaßnahmen will die Regierung außerdem 300 Soldaten und 500 Polizisten abstellen. In Österreich gibt es aktuell rund 1150 aktiv an Covid-19 Erkrankte, mit Abstand die meisten von ihnen in Oberösterreich und in Wien. 78 Patienten liegen in Krankenhäusern, zwölf von ihnen auf der Intensivstation.

17.10 Uhr: Entscheidung über Betriebsaufnahme bei Tönnies offen

Über die Wiederaufnahme der Produktion am Hauptstandort des Fleischproduzenten Tönnies ist noch keine Entscheidung gefallen. Für eine Gesamtbewertung sei es noch zu früh, sagte die Detmolder Regierungspräsidentin Judith Pirscher (FDP) nach Beratungen über ein Hygienekonzept des Branchenführers am Donnerstag in Gütersloh. Nach einem Corona-Ausbruch war das Werk in Rheda-Wiedenbrück im Kreis Gütersloh geschlossen worden. Wann die Produktion anlaufen könne, sei noch unklar. „Wir haben alle ein großes gemeinsames Ziel: Sicherheit vor Schnelligkeit“.

In dem rund vierstündigen Arbeitstreffen sei vereinbart worden, Techniker auf das Betriebsgelände zu schicken, sagte Pirscher. Sie sollten „verschiedene Maßnahmen zum vorbereitenden Infektionsschutz montieren“. Details wurden nicht bekannt.

Ein Tönnies-Sprecher sagte der Deutschen Presse-Agentur, man habe ein erweitertes Hygienekonzept vorgelegt, auf dessen Grundlage die Behörden kurzfristig eine Endbewertung vornehmen könnten. „Behörden und Unternehmen haben beide festgehalten, alles zu tun, um den Betrieb stufenweise wieder ans Laufen zu bekommen.“ Erster konkreter Beschluss laut Firmensprecher: Es sei festgehalten worden, „dass die Bereiche Arbeitsschutz und Technik ab sofort wieder ihre Arbeit aufnehmen“.

15.40 Uhr: 1,3 Millionen neue Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in USA

 Die Coronavirus-Pandemie hat in den USA weiter erhebliche Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. In der Woche bis einschließlich 4. Juli stellten 1,3 Millionen einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe,

Die Neuanträge spiegeln die kurzfristige Entwicklung des Arbeitsmarkts wider. Deren anhaltend hohe Zahl zeigt, dass sich die größte Volkswirtschaft der Welt trotz Lockerungen der Corona-Auflagen immer noch in einer schweren Krise befindet. Einige Bundesstaaten im Süden und Westen des Landes haben wegen rasant steigender Corona-Infektionszahlen erneut Beschränkungen für Bars, Fitnesszentren und andere Geschäfte erlassen. Die Lage in Staaten wie Florida, Texas, Arizona und Kalifornien dürfte sich daher negativ auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt haben.

14.20 Uhr: Neue Regeln und Zeiten für Krankenbesuche

Ab kommenden Montag, 13. Juli, gibt es eine neue Besucherregelung in den Häusern des Medizin Campus Bodensee (MCB). Wie das Klinikum mitteilt, macht die aktuelle Corona-Verordnung des Sozialministeriums Baden-Württemberg dies nötig.

Stationäre Patienten des Klinikums Friedrichshafen und der Klinik Tettnang dürfen pro Tag Besuch von einer Person bekommen. Besuche sind ab Montag, 13. Juli, ausschließlich zwischen 15 bis 18 Uhr erlaubt.

Außerhalb dieser Besuchszeiten dürfen aber auch Besucher ins MCB, für die eine Ausnahme gilt. 

13.25 Uhr: Corona-Bürgschaften für kleine Südwestunternehmen kommen

Vom kommenden Mittwoch an können Firmen mit bis zu zehn Beschäftigten sowie Soloselbstständige Sofortbürgschaften des Landes beantragen, um die Corona-Krise zu bewältigen. Das hat der Wirtschaftsausschuss im Landtag beschlossen. „Die Corona-Krise hat teilweise verheerende Folgen für die Unternehmen im Land. Insbesondere die kleinen Betriebe sind sehr stark beeinträchtigt und durch fehlende Liquidität in ihrer Existenz bedroht“, begründete Ministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) die Maßnahme.

Das Land ergänzt mit den Sofortbürgschaften die Bundeshilfen, die nur für Unternehmen mit mehr als zehn Beschäftigten in Frage kommen. 

12.44 Uhr: Heavy-Metal-Festival als Livestream statt in Wacken

Als Ersatz für das coronabedingt in diesem Sommer abgesagte Heavy-Metal-Festival im schleswig-holsteinischen Wacken planen die Veranstalter ein Online-Event. „Das gesamte Team hat in den letzten Wochen und Monaten mit viel Ehrgeiz und Motivation an der Umsetzung des neuen Konzepts zu Wacken World Wide gearbeitet, um ein beispielloses Gesamtpaket auf die Beine zu stellen“, sagte Festival-Mitbegründer Thomas Jensen.
 
Das Digitalfestival findet demnach vom 29. Juli bis 1. August statt. Es soll dann kostenlos auf der Webseite wacken-world-wide.com sowie bei MagentaMusik 360 und auf MagentaTV zu sehen sein.

12.12 Uhr: Württembergischer Landessportbund bestätigt große Nachfrage bei Soforthilfe für Vereine

Die württembergischen Sportvereine fragen die finanziellen Hilfen des Landes in der Corona-Krise stark nach. Der Württembergische Landessportbund (WLSB) teilte nun mit, dass er in den ersten zwei Wochen bereits mehr als 1,1 Millionen Euro an Liquiditätszuschüssen an seine Mitgliedsvereine ausgezahlt habe. Beim WLSB seien bis Mittwoch 119 Anträge eingegangen. Er gehe davon aus, dass die Nachfrage auch in den kommenden Wochen konstant hoch bleiben werde, erklärte WLSB-Präsident Andreas Felchle.
 
Das Geld stammt aus dem Programm „Soforthilfe Sport“ der baden-württembergischen Landesregierung, mit dem finanzielle Einbußen als Folge der Corona-Pandemie abgefedert werden sollen. Das Land stellt insgesamt 11,6 Millionen Euro für die Vereine und die Sportverbände in Württemberg sowie im Gebiet des Badischen Sportbunds Nord und des Badischen Sportbunds Freiburg in Südbaden zur Verfügung.

11.50 Uhr: Inlandstourismus bricht in Krise den dritten Monat in Folge ein

Die Corona-Krise hat auch im Mai die Geschäfte der Hoteliers in Deutschland gelähmt. Die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem In- und Ausland brach im Vergleich zum Vorjahresmonat um 74,8 Prozent ein, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Demnach gab es nur noch 11,2 Millionen Übernachtungen in Hotels, Pensionen und anderen Beherbergungsbetrieben.
 
Besonders deutlich war der Einbruch bei Reisenden aus dem Ausland (minus 90,9 Prozent). Die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem Inland stürzte um 71,5 Prozent auf 10,5 Millionen ab. Seit Mitte März galt in Deutschland wegen der Pandemie ein Übernachtungsverbot für privatreisende Gäste. Das Verbot wurde je nach Bundesland ab Mitte bis Ende Mai aufgehoben.

10.55 Uhr: Viele Unternehmen planen nach Corona mit mehr Homeoffice

Das Homeoffice dürfte einer Studie zufolge auch über das Ende der Corona-Zeit hinaus an Bedeutung gewinnen und in vielen Unternehmen neue Normalität werden. Forscher des Stuttgarter Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) und der Deutschen Gesellschaft für Personalführung haben für ein Lagebild die Stimmung in rund 500 Unternehmen abgefragt.
 
Ergebnis: Fast die Hälfte (42 Prozent) hat schon beschlossen, die Möglichkeiten, von zu Hause aus zu arbeiten, nach der Corona-Krise noch auszuweiten. Ein ebenso großer Anteil ist zwar noch unentschlossen, zurück zu weniger Homeoffice will aber kaum ein Unternehmen, heißt es in der Studie.

9.50 Uhr: Zahl der täglichen Corona-Infektionen in Mexiko erreicht neuen Höchststand

In Mexiko hat die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen einen neuen Rekordstand erreicht. In den vergangenen 24 Stunden seien 6995 neue Fälle registriert worden, teilte das Gesundheitsministerium in Mexiko-Stadt mit. Die Gesamtzahl der Infizierten stieg damit auf 275.003, die Zahl Todesopfer in dem lateinamerikanischen Land beträgt 32.796. Damit ist Mexiko weltweit das am fünftstärksten von der Pandemie betroffene Land.

9 Uhr: Ortspolizeibehörde Waldshut-Tiengen: Bei Corona-Verstößen in Lokalen droht künftig Bußgeld

Ab der kommenden Woche müssen Gastronomiebetriebe in Waldshut-Tiengen, die sich bei der Bewirtung von Gästen nicht an die Vorschriften zum Corona-Infektionsschutz halten, mit Bußgeldern rechnen. Dies erklärte auf Anfrage dieser Zeitung Jürgen Wiener, Leiter der Ortspolizeibehörde bei der Stadtverwaltung. Bedienungen ohne Mund-Nasen-Schutz, keine Erhebung von Kontaktdaten der Gäste, Tische zu nahe beieinander: Lokale in Waldshut-Tiengen müssen hier nun künftig mit Bußgeldern rechnen.
Erst das Formular, dann der Drink: Ohne Kontaktdaten-Erfassung, hier fotografiert in einem Lokal in der Waldshuter Fußgängerzone, ist wegen der Corona-Krise derzeit kein Gaststättenbesuch zulässig.
Erst das Formular, dann der Drink: Ohne Kontaktdaten-Erfassung, hier fotografiert in einem Lokal in der Waldshuter Fußgängerzone, ist wegen der Corona-Krise derzeit kein Gaststättenbesuch zulässig. | Bild: Gerard, Roland

8.46 Uhr: Merkel und Rutte beraten über EU-Wiederaufbaufonds in Corona-Pandemie

Kanzlerin Angela Merkel berät an diesem Donnerstagabend mit dem niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte über die Umsetzung des umstrittenen geplanten EU-Wiederaufbaufonds in der Corona-Pandemie. Regierungssprecher Steffen Seibert zufolge geht es bei dem Abendessen um die Prioritäten der bis Ende der Jahres dauernden deutschen EU-Ratspräsidentschaft. Im Mittelpunkt dürfte die Vorbereitung des am 17. und 18. Juli anstehenden EU-Sondergipfels zum Kampf gegen die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Pandemie stehen. Rutte ist erster Auslandsgast Merkels im Kanzleramt seit Beginn der Hochphase der Pandemie.

8.09 Uhr: Tokio verzeichnet höchste Tageszahl an Coronafällen seit Ausbruch

Japans Hauptstadt Tokio hat den höchsten Wert an Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden seit Ausbruch der Pandemie gemeldet. Die Stadtregierung bestätigte 224 neue Infektionsfälle, wie der Fernsehsender NHK berichtete. Die Zahl der Infizierten war seit der Aufhebung des landesweiten Corona-Notstandes am 25. Mai wieder gestiegen. Japan hatte den Notstand aufgehoben, da die Krise so gut wie unter Kontrolle gebracht worden sei, hieß es damals. Die wieder steigende Zahl der Neuinfektionen schürt die Sorge vor einer zweiten Infektionswelle.

7.31 Uhr: Corona-Infektionszahlen in Oklahoma seit Trump-Auftritt deutlich gestiegen

Rund zweieinhalb Wochen nach der umstrittenen Wahlkampfkundgebung von US-Präsident Donald Trump in Tulsa im Bundesstaat Oklahoma ist in der Stadt eine deutlich erhöhte Rate von Neuinfektionen mit dem Coronavirus festgestellt worden. Wie die örtliche Gesundheitsbehörde mitteilte, wurde zuletzt eine Zunahme der Infektionsfälle um 266 binnen 24 Stunden verzeichnet. Bereits an den beiden Vortagen waren es jeweils mehr als 200 neue Fälle gewesen.
 
Der Leiter der kommunalen Gesundheitsdienste, Bruce Dart, wollte zwar nicht explizit einen Zusammenhang zwischen den gestiegenen Infektionsraten und Trumps Wahlkampfauftritt am 20. Juni herstellen. Er nannte es jedoch „mehr als wahrscheinlich“, dass der Anstieg der Zahlen mit „mehreren Großereignissen vor etwas mehr als zwei Wochen“ in Verbindung stehe.
Trump-Fans am 20. Juni in Tulsa, Oklahoma.
Trump-Fans am 20. Juni in Tulsa, Oklahoma. | Bild: NICHOLAS KAMM (AFP)

7.07 Uhr: 442 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge 442 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 197.783 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Donnerstagmorgen meldete.
 
In Deutschland starben nach RKI-Angaben 9048 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 12 im Vergleich zum Vortag. Bis Donnerstagmorgen hatten etwa 183.600 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen, bei 0,70 (Vortag: 0,81). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt.

Das waren die Entwicklungen am Mittwoch, 8. Juli:

22.50 Uhr: Ryanair und Flugbegleiter einigen sich auf Gehaltskürzungen
- Maßnahme soll in Corona-Krise Stellen in Großbritannien sichern

Die schwer von der Corona-Krise getroffene irische Billigfluggesellschaft Ryanair hat sich mit dem Kabinenpersonal auf eine Kürzung der Gehälter um bis zu zehn Prozent geeinigt. Mit der Maßnahme sollen die Stellen aller Flugbegleiter in Großbritannien gesichert werden, wie die Gewerkschaft Unite am Mittwoch mitteilte.

„Unite stand einer Reihe unglaublich schwieriger Herausforderungen im Luftfahrtsektor gegenüber“, erklärte die stellvertretende Gewerkschaftsvorsitzende Diana Holland. „Die Vereinbarung mit Ryanair zeigt, dass der Konzern einen konstruktiveren und weniger schädlichen Ansatz im Umgang mit den Problemen gewählt hat als viele seiner Wettbewerber“, fügte sie hinzu.

Die Vereinbarung sieht eine Gehaltsreduzierung für das in Großbritannien angestellte Kabinenpersonal von bis zu zehn Prozent über einen Zeitraum von vier Jahren vor. Ein ähnliches Abkommen hatte der irische Billigflieger bereits mit der Pilotengewerkschaft Balpa erzielt.

Im Mai hatte Ryanair Pläne zum Abbau von 3000 Stellen bekanntgegeben. Zur Begründung nannte das Unternehmen die massiven Einbrüche im Fluggeschäft durch die Corona-Pandemie. Nach Angaben von Ryanair ging die Zahl der Passagiere im Juni im Vergleich zum Vorjahresmonat um 97 Prozent zurück. Ryanair beschäftigt weltweit 18.000 Mitarbeiter.

21.20 Uhr: Spahn: Maskenpflicht „lieber drei Wochen zu spät“ aufheben

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat erneut vor zu frühen Lockerungen beim Tragen von Alltagsmasken in der Corona-Krise gewarnt. Um das Risiko zu reduzieren, gebe es in bestimmten Situationen eine Maskenpflicht, sagte der CDU-Politiker am Mittwochabend in Berlin bei einer Online-Diskussion. Dafür gelte aus seiner Sicht: „Lieber drei Wochen zu spät aufgehoben als drei Wochen zu früh.“ Masken zu tragen sei nicht immer angenehm, es sei aber im Vergleich zu anderen Beschränkungen ein „relatives mildes Mittel“. Wichtig sei dies vor allem, wenn Abstände nicht einzuhalten seien wie etwa im öffentlichen Nahverkehr oder beim Einkaufen.

Spahn rief mit Blick auf Herbst und Winter allgemein dazu auf, sich gegen Grippe impfen zu lassen - dies soll auch einem Zusammentreffen mit einem möglichen Wiederanstieg von Corona-Infektionen vorbeugen. In Praxen werde es dann erneut darauf ankommen, Patienten mit Erkältungssymptomen vom regulären Betrieb trennen zu können, erklärte Spahn. Bei der Versorgung mit Schutzmasken sei er optimistisch, dass es in den nächsten Monaten nicht erneut zu Engpässen kommen werde. Spahn wies erneut Spekulationen über eine mögliche Corona-Impfpflicht zurück, falls demnächst ein Impfstoff vorhanden sein sollte.

19.40 Uhr: Kärnten: Maskenpflicht in Touri-Hotspots 

Das auch bei deutschen Urlaubern beliebte österreichische Bundesland Kärnten verhängt eine abendliche Maskenpflicht in Tourismus-Hotspots. An stark besuchten Orten wie Velden oder dem Wörthersee soll im öffentlichen Raum jede Nacht von 21.00 Uhr bis 2.00 Uhr ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

Die Verordnung wird noch ausgearbeitet und soll am Freitag in Kraft treten, wie die Landesregierung  ankündigte. "Velden soll nicht zum Sommer-Ischgl werden", sagte Tourismus-Landesminister Sebastian Schuschnig (ÖVP) gegenüber Medien.

Das für seine Seen bekannte Bundesland mit rund 560 000 Einwohnern und aktuell nur 14 Corona-Fällen verzeichnet seit Mai wieder einen zunehmenden Touristenandrang. Seit Wochen gibt es Sorgen über damit einhergehende Gesundheitsrisiken. Appelle hätten nicht ausgereicht, um Ansammlungen ohne Abstands- und Hygienemaßnahmen zu verhindern, sagte Schuschnig. Sowohl die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden als auch die Vertreter der Gastronomie stünden hinter dem Plan.

18.45 Uhr: Abstände in den Strandbädern zwischen Hagnau und Sipplingen werden weitgehend gewahrt

Drangvolle Enge trotz Corona-Vorschriften in den Strandbädern zwischen Hagnau und Sipplingen? Bislang gibt es von offizieller Seite hier so gut wie keine Meldungen über Verstöße. Aus der Luft betrachtet, sieht es sogar nach luftiger Belegung aus. Allerdings zeigt sich auch, dass manche Gemeinde mit der Kontrolle an ihre Grenzen stößt. Hier sehen Sie die Bilder von Jean-Paul Mende aus der Luft.
Samstag, 4. Juli, Spätnachmittag: Ostbad in Überlingen
Samstag, 4. Juli, Spätnachmittag: Ostbad in Überlingen | Bild: Jean-Paul Mende

18.30 Uhr: Mehr als drei Millionen bestätigte Coronavirus-Fälle in den USA

In den USA hat die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen die symbolische Schwelle von drei Millionen überschritten. Das sagte Vizepräsident Mike Pence nun in Washington. Bislang seien mehr als 39 Millionen US-Bürger auf das neuartige Coronavirus getestet worden. In mehr als drei Millionen Fällen sei der Test positiv ausgefallen.
 
Laut der Website der Johns-Hopkins-Universität zum Coronavirus wurden bis Mittwochmittag (Ortszeit) knapp 3,01 Millionen Fälle registriert - die mit großem Abstand höchste Zahl weltweit. Demnach starben in den USA bereits mehr als 131.500 Menschen an den Folgen von Covid-19. Auch das ist ein trauriger weltweiter Rekord.

17.50 Uhr: 52 neue Corona-Infektionen bei uns im Südwesten

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten seit Beginn der Pandemie ist in Baden-Württemberg auf mindestens 35.952 gestiegen. Das waren 52 mehr als am Vortag, wie das Sozialministerium heute in Stuttgart mitteilte. Etwa 33.575 Menschen gelten als genesen. Der Behörde meldete einen weiteren Todesfall in Zusammenhang mit dem Virus.
 
Die Zahl der Corona-Toten stieg damit auf 1838. Derzeit seien geschätzt noch 539 Menschen im Land mit dem Virus infiziert, hieß es. Das sind genauso viele wie am Vortag. Die Reproduktionszahl wurde vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 0,76 angegeben.

16.40 Uhr: Im neuen Schuljahr fällt das Abstandsgebot in den Schulen

Nach den Sommerferien sollen die Schüler in Baden-Württemberg wieder regulär unterrichtet werden - und zwar ohne Abstandsregeln. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) stellte heute in Stuttgart ihren Plan für den „Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen“ ab September vor. Das Abstandsgebot soll - wie bereits jetzt an Grundschulen und Kitas - dann auch an den weiterführenden Schulen entfallen.
 
Der Unterricht soll sich aber soweit möglich auf die reguläre Klasse oder Lerngruppe beschränken. Mehrtägige außerschulische Veranstaltungen werden noch nicht erlaubt. Die grün-schwarze Landesregierung erwägt zudem eine Maskenpflicht für ältere Schüler, um mögliche Corona-Ansteckungen zu verhindern.

16.00 Uhr: Land unterstützt Vereine in Krise mit 15 Millionen Euro

Das Land Baden-Württemberg unterstützt Vereine und Organisationen, die durch die Corona-Krise in Not geraten sind, insgesamt mit bis zu 15 Millionen Euro. Wie das Sozialministerium mitteilte, gibt es pro Verein einmalig maximal 12.000 Euro, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Die Finanzhilfen sollen von August an ausgezahlt werden und an Organisationen fließen, die bislang keine andere finanzielle Unterstützung bekommen haben.

Das Programm steht ehrenamtlich getragenen, gemeinnützigen Vereinen offen. Soziale Organisationen wie Tafelvereine oder Migrantenorganisationen werden bevorzugt.

Mit den Fördergeldern sollen die Vereine entgangene Einnahmen wie Eintrittsgelder oder Veranstaltungserlöse ausgleichen können.

14.35 Uhr: 40 Kinder in Friedrichshafen mit Fieber: Nun liegen die Corona-Testergebnisse vor

40 Kinder des Friedrichshafener Kindergartens St. Columban wurden am Montag mit Fieber krank gemeldet. Das Gesundheitsamt sah keinen Grund, Corona-Tests bei den Kindern durchzuführen, sondern vermutete eine Erkältungswelle.

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Sieben Kinder und drei Erzieherinnen haben sich daraufhin freiwillig beim Hausarzt auf das Coronavirus testen lassen. Die Ergebnisse liegen nun vor. 

„Alle uns bereits vorliegenden Ergebnisse sind negativ. Vermutlich haben sich die Kinder wirklich einfach nur erkältet“, sagt Weiß gegenüber dem SÜDKURIER.  „Wir können den Kindergarten wie geplant am Donnerstag wieder öffnen.“

13.00 Uhr: Messe Friedrichshafen rechnet mit Millionen-Schaden wegen Corona

26 Veranstaltungen musste die Messe Friedrichshafen wegen der Corona-Krise in den vergangenen Monaten absagen - das Unternehmen rechnet daher für 2020 mit einem Millionenschaden. Genau beziffern könne man die Einbußen derzeit noch nicht, sagte Geschäftsführer Klaus Wellmann. Der maximale Schaden für den Fall, dass in diesem Jahr gar keine Schauen mehr stattfinden könnten, liege bei 15 Millionen Euro. Derzeit sei man allerdings optimistisch, dass es ab Herbst wieder weitergehe.

Laut Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg sind ab September wieder Messen möglich - allerdings unter Auflagen. Die nächste große Schau am Bodensee - und nach Messe-Angaben auch eine der ersten im Land - ist Mitte September die Interboot, zu der im vergangenen Jahr mehr als 80.000 Besucher kamen. 

11.14 Uhr: Die Mooser Wasserprozession findet im kleinen Rahmen statt. Publikum ist nicht erwünscht

Die Mooser Wasserprozession findet aufgrund der Corona-Pandemie nicht wie gewohnt statt. Lediglich ein Boot mit dem Mooser Gemeinderat, dem Kirchengemeinderat und ein paar Mooser Bürgern wird am 20. Juli über den See fahren. Eine Prozession gibt es nicht, es spielt keine Musik auf dem See, die Gruppe geht direkt in das Münster zum Mooser Hochamt. Publikum ist dabei nicht erwünscht.

10.38 Uhr: EU-Kommission genehmigt deutschen Rettungsschirm für Unternehmen

Die Wettbewerbshüter der EU-Kommission haben den von der Bundesregierung eingerichteten Rettungsschirm für Unternehmen genehmigt. Sie gelangten zu dem Schluss, dass der mit einem Budget von 600 Milliarden Euro ausgestattete Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) mit den in der Corona-Krise gelockerten EU-Regeln im Einklang steht, wie die Brüsseler Behörde am Mittwoch mitteilte.

10.05 Uhr: USA melden Rekord von rund 60.000 neuen Corona-Fällen

Mit rund 60.000 Corona-Infektionen binnen 24 Stunden haben die USA einen Höchststand bei den Neu-Ansteckungen erreicht. Das geht aus Zahlen hervor, die die Johns-Hopkins-Universität am Mittwochmorgen veröffentlichte. Den zuvor höchsten Wert verzeichnete Johns-Hopkins mit gut 54.000 Fällen am vergangenen Donnerstag.

Insgesamt zählt das Land demnach mehr als 2,996 Millionen Fälle (Stand: 8.7.; 9.57 Uhr). Mehr als 131.000 Menschen starben an oder im Zusammenhang mit dem Virus.

9.20 Uhr: Post will Mitarbeitern 300 Euro Bonus zahlen

Die Mitarbeiter der Deutschen Post weltweit sollen einen Bonus von 300 Euro bekommen. „Wir wissen genau, wer in diesen Zeiten einen hervorragenden Job gemacht hat“, sagte Vorstandschef Frank Appel am Mittwoch in einer Telefonkonferenz. Zuvor war ein solcher Bonus vonseiten einer kleineren Gewerkschaft vorgeschlagen worden - der Post-Chef stritt jedoch ab, mit der Maßnahme auf diesen Vorstoß reagiert zu haben. Insgesamt veranschlagt das Unternehmen dafür rund 200 Millionen Euro. Ausgenommen von der Zahlung sind Führungskräfte.

Trotz eines insgesamt positiven Verlaufs des zweiten Quartals schloss Appel Entlassungen nicht vollständig aus. Wenn es Kunden aufgrund der Corona-Krise schlecht gehe, habe das Auswirkungen auf die Post als Dienstleister.

8.44 Uhr: Infektions-Kennziffer im Kreis Gütersloh sinkt weiter

Die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner im Kreis Gütersloh ist weiter gesunken und nähert sich den Werten anderer Regionen an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz mittlerweile bei 28,6. Als Grenzwert für neuerliche Einschränkungen des öffentlichen Lebens gilt der Wert 50. Am Vortag lag diese Infektions-Kennziffer noch bei 35,4. Zum Höhepunkt des Corona-Ausbruchs beim Fleischbetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück lag der Wert bei 270,2.

Das waren die Entwicklungen am Dienstag, 7. Juli:

22.00 Uhr: WHO: Ausmaß von Luftübertragung von Coronaviren noch unklar

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sehr zurückhaltend auf einen Vorstoß von Experten reagiert, die das Übertragungsrisiko des Coronavirus in der Luft für unterschätzt halten. Die WHO sei aufgeschlossen gegenüber neuen Datenlagen in diesem Feld, müsse aber sehr behutsam vorgehen, bevor sie Schlüsse ziehe, sagte die WHO-Expertin Benedetta Allegranzi auf einer Pressekonferenz am Dienstagabend in Genf.

Es gebe nichts zu rütteln an den bestehenden Empfehlungen, die Abstand vorsehen sowie das Tragen von Masken, wenn dieser nicht einzuhalten sei. Die Organisation sichtet laut Chefwissenschaftlerin Soumya Swaminathan im Durchschnitt täglich 500 Publikationen unterschiedlicher Qualität.

Rund 240 Wissenschaftler, darunter auch Ingenieure, hatten Anfang der Woche ein Schreiben in einer Fachzeitschrift veröffentlicht. Sie werfen darin Gesundheitsbehörden, darunter der WHO, vor, in ihren Empfehlungen das Ansteckungsrisiko durch kleinste Teilchen, sogenannte Aerosole, in der Luft zu vernachlässigen. „Wir sollten genauso viel Betonung auf Masken und Belüftung legen wie auf das Händewaschen“, sagte eine beteiligte Forscherin, die Aerosol-Expertin Linsey Marr, der „New York Times“. „Soweit wir das beurteilen können, ist das genauso wichtig, wenn nicht sogar wichtiger.“

Studien ließen kaum Zweifel daran, so schreiben die Wissenschaftler weiter, dass Sars-CoV-2 sich genauso wie bereits erforschte verwandte Viren durch Atmen und Sprechen in winzigsten Tröpfchen in der Luft verteile. Besonders volle, unzureichend durchlüftete Räume, in denen Menschen sich lange aufhalten, seien demnach ein Risiko. Die Übertragung über Aerosole sei die einzige Erklärung für mehrere Ausbrüche, bei denen einzelne Infizierte viele Menschen ansteckten - teils trotz Einhaltung der Hygieneregeln, die die Ansteckung durch größere Tröpfchen oder im direkten Kontakt verhindern sollten.

Die Experten empfehlen deshalb neben der Vermeidung von hoher Menschendichte, etwa in öffentlichen Gebäuden, Schulen, Arbeitsplätzen oder Krankenhäusern vor allem auf Durchlüftung mit frischer Außenluft zu achten. Auch hocheffiziente Luftfilter oder UV-Lampen, die Erreger abtöten, sollten genutzt werden.

21.25 Uhr: USA vollziehen Austritt aus der Weltgesundheitsorganisation

Trump hat es längst angekündigt, jetzt ist es offiziell: Die USA kehren der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mitten in der Corona-Pandemie den Rücken. Damit hat die USA ihren Austritt aus der WHO vollzogen.

Die Entscheidung von Trump, die Zusammenarbeit mitten in der Pandemie zu beenden, hatte weltweit Kritik ausgelöst. Trump macht der WHO schwere Vorwürfe im Umgang mit der Pandemie: Er beschuldigt die UN-Sonderorganisation, zu spät über die Gefahr des Coronavirus informiert zu haben und unter der Kontrolle der Regierung in Peking zu stehen.

19.55 Uhr: 28 neue Corona-Infektionen im Südwesten

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten seit Beginn der Pandemie ist in Baden-Württemberg auf mindestens 35 900 gestiegen. Das waren 28 mehr als am Vortag, wie das Sozialministerium am Dienstag in Stuttgart mitteilte (Stand: 16.00 Uhr). Etwa 33 542 Menschen gelten als genesen.

Der Behörde wurde erneut kein weiterer Todesfall in Zusammenhang mit dem Virus gemeldet - die Zahl lag damit weiterhin bei 1837. Derzeit seien geschätzt noch 521 Menschen im Land mit dem Coronavirus infiziert, hieß es. Das sind genauso viele wie am Vortag.

Die Reproduktionszahl wurde vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 0,70 angegeben. Sie besagt, wie viele Personen im Durchschnitt von einem Infizierten angesteckt werden.

19.15 Uhr: UN: Corona-Krise vernichtet weltweit jahrzehntelangen Fortschritt

Es ist der umfassendste Vertrag, den sich die Menschheit je gegeben hat: Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen beschreiben, wie die Welt Armut, Klimakrise und Bildungsungerechtigkeit bekämpfen will. Der jährliche Fortschrittsbericht gerät wegen Corona düster.

Bereits Ende des vergangenen Jahres habe die Menschheit beim Erreichen der bis 2030 definierten UN-Nachhaltigkeitsziele hinterhergehangen, erklärten die Vereinten Nationen am Dienstag. „Wegen Covid-19 bedroht nun eine nie gesehene Gesundheits-, Wirtschafts- und Gesellschaftskrise Leben und Existenzgrundlagen, was das Erreichen der Ziele noch mehr zur Herausforderung macht“, sagte UN-Generalsekretär António Guterres am Dienstag.  

Unter anderem würden voraussichtlich 71 Millionen Menschen in diesem Jahr wieder in Armut zurückfallen, heißt es in der neuesten Ausgabe des jährlichen UN-Berichts zu den 17 Nachhaltigkeitszielen, die sich die Weltgemeinschaft 2015 gegeben hatte. Es wäre der erste Anstieg seit 1998. Auch bei der Kinderarbeit könnte es erstmals seit Jahrzehnten wieder einen Anstieg geben. Die UN sagen zudem weltweit Hunderttausende Tote durch Probleme bei Gesundheits- und Impfversorgung voraus. Überproportional oft seien weltweit Arme, Menschen mit Behinderungen und häufig auch Frauen von der Corona-Krise betroffen.

Mehr als eine Milliarde Menschen in Slums würden die Krise wegen fehlenden Wasseranschlüssen daheim, wegen geteilter Toiletten und überfülltem öffentlichen Verkehrsmitteln besonders spüren. Schulschließungen hätten 90 Prozent aller Schüler weltweit betroffen, rund 1,57 Milliarden Kinder und Jugendliche. 370 Millionen davon haben deshalb auch für sie lebensnotwendiges Schulessen verpasst.

Der Bericht würdigte aber auch die bis Ende 2019 erreichten Fortschritte bei der Gesundheit von Müttern und Kindern, beim verbesserten Zugang zu Elektrizität und beim Frauenanteil in Regierungen weltweit. Diesen Fortschritten stünden aber wachsende Unsicherheiten in der Nahrungsversorgung, Verschlechterungen bei Natur und Umwelt und hartnäckige Ungleichheit in vielen Gesellschaften gegenüber.

17.40 Uhr: Brasiliens Präsident Bolsonaro mit Coronavirus infiziert

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Das teilte der Staatschef am Dienstag nach einem positiven Test in einem Militärkrankenhaus in der Hauptstadt Brasília mit. Medienberichten zufolge hatte der Staatschef zuvor Symptome gezeigt: Er habe Fieber und Gliederschmerzen gehabt. Am Montag trug er entgegen seiner Gewohnheit eine Maske und riet einem Anhänger, sich ihm nicht zu nähern. In einem TV-Interview sagte der Staatschef, er sei aber bei bester Gesundheit und weise keine schweren Symptome auf.

Brasilien ist neben den USA derzeit einer der Brennpunkte der Corona-Pandemie. Bislang haben sich in dem größten Land Lateinamerikas 1,6 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, 64.867 Patienten sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Experten gehen davon aus, dass die tatsächlichen Zahlen noch deutlich höher liegen, da in Brasilien nur recht wenig getestet wird.

17.00 Uhr: Drei Corona-Fälle in Center-Parcs-Ferienanlage im Allgäu

In einer Allgäuer Ferienanlage ist bei drei Menschen das Coronavirus nachgewiesen worden. Bei den drei Infizierten handelt es sich um Mitarbeiter aus dem Gastronomie-Bereich. Das teilte eine Sprecherin der Center-Parcs-Anlage in Leutkirch am Dienstag mit. Bereits in der vergangenen Woche hatten die drei positiven Befunde vorgelegen. Nach Angaben des Landratsamts Ravensburg wurden 120 Kontaktpersonen ermittelt, vorsorglich in Quarantäne geschickt und getestet. Ob es sich bei ihnen ebenfalls um Mitarbeiter oder auch um Gäste handelt, war nicht bekannt. Die bisher ausgewerteten Ergebnisse fielen negativ aus. Vorzeitige Abreisen von Gästen aus der Anlage hat es wegen der Corona-Fälle den Betreibern zufolge nicht gegeben.

15.50 Uhr: DLRG befürchtet wegen Corona-Krise in diesem Sommer mehr Badeunfälle

Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) befürchtet wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr mehr Badeunfälle in Deutschland. „Es zieht in diesem Sommer mehr Menschen an heimische Gewässer, da viele nicht in den Urlaub fliegen“, sagte DLRG-Sprecher Achim Wiese.  Es sei ein generelles Problem, dass Menschen an unbewachten Gewässern baden gehen, wo es keine Rettungsschwimmer gebe, sagte Wiese.

Etwa 80 Prozent aller jährlichen Ertrinkungsfälle in Deutschland passieren dort, wo es keine Aufsicht gebe. „Wegen Corona könnte das mehr werden“, sagte der DLRG-Sprecher.  Zu befürchten sei, dass es die Menschen auch wegen der Corona-Auflagen in den Freibädern vermehrt an die Flüsse ziehe, wo es in diesem Jahr bereits mehrere tödliche Badeunfälle gab.

14.30 Uhr: Regelmäßige Corona-Tests in großen Schlachtbetrieben

Mitarbeiter von größeren Schlachtbetrieben in ganz Baden-Württemberg sollen regelmäßig auf das Coronavirus getestet werden. Das kündigte Agrarminister Peter Hauk (CDU) an. Nach einer neuen Verordnung der Landesregierung werde es Reihentestungen geben in allen Betrieben mit über 100 Beschäftigten im Schlacht- und Zerlegebereich. Man wolle dabei die gesamte Belegschaft in größeren Betrieben zweimal die Woche testen lassen. Das werde wohl fünf bis sechs Großbetriebe betreffen. Die Reihentests gelten nicht für die kleinen Metzger und die kleinen Schlachthöfe, sagte Hauk.

13.50 Uhr: Baden-Württemberg prüft Maskenpflicht für ältere Schüler in den Schulen

Die grün-schwarze Landesregierung prüft eine Maskenpflicht für ältere Schüler in den Schulen. Man diskutiere darüber, ob so eine Pflicht sinnvoll sei und wie sie umgesetzt werden könnte, so Ministerpräsident Winfried Kretschmann heute in Stuttgart. Die Wissenschaft rate dazu, dass die Schüler in ihren Gruppen zusammenblieben. „Das ist aber bei unserem Kurssystem der Oberstufe nicht möglich. Also wird man da, denke ich, dann doch über die Maske reden müssen.“

Kretschmann erklärte dies mit Blick darauf, dass alle Schüler nach den Sommerferien möglichst wieder regulär in den Schulen unterrichtet werden sollen, soweit dies unter den Bedingungen der Corona-Pandemie möglich ist.

13.00 Uhr: Bayern erlaubt etwas größere Versammlungen, Kneipen müssen zu bleiben

In Bayern sind von diesem Mittwoch (8. Juli) an wieder etwas größere private Veranstaltungen und Familienfeiern erlaubt. Bars und Kneipen müssen dagegen auch weiterhin geschlossen bleiben. 

Private Veranstaltungen, Parteiversammlungen, Hochzeiten, Geburtstagsfeiern und ähnliches dürfen demnach nun mit doppelt so vielen Teilnehmern stattfinden wie bisher: also mit bis zu 100 Personen in geschlossenen Räumen und mit bis zu 200 Personen im Freien. Auch Schulabschlussfeiern können in dieser Größenordnung stattfinden.

Freizeiteinrichtungen dürfen auch in Innenbereichen öffnen. Das gilt auch für Zoos und botanische Gärten. Wettkämpfe in kontaktfreien Sportarten können nun auch wieder in geschlossenen Räumen durchgeführt werden. Und: Auch das Training mit Körperkontakt ist zugelassen, wenn in festen Gruppen trainiert wird.

11.02 Uhr: Das Blumberger Street-Art-Festival findet doch statt

Auf dem Blumberger Marktplatz würde diese Woche eigentlich bereits ein großes 3D-Bild entstehen, ein plakativer Farbtupfer als Einladung für das Blumberger Street-Art-Festival. Doch das Festival mit Künstlern aus der ganzen Welt, das der Verein Blumberg Gewerbevereint und die Stadt Blumberg immer am zweiten Juli-Wochenende organisieren, musste dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie leider abgesagt werden. Eine Idee soll das nun ändern:

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10.06 Uhr: EU-Kommission: Wirtschaft bricht noch stärker ein als erwartet

Die Rezession wegen der Corona-Pandemie wird nach der neuesten Prognose der EU-Kommission in diesem Jahr noch stärker ausfallen als angenommen. Die Wirtschaftsleistung in der Eurozone könnte demnach 2020 um 8,7 Prozent einbrechen, zuvor lag die Prognose bei minus 7,7 Prozent, wie die Brüsseler Behörde am Dienstag mitteilte.

8.37 Uhr: Schweizer Masken bei Tüv zunächst durchgefallen

Atemschutzmasken „made in Switzerland“ sind bei einer ersten Prüfung des Tüv Nord durchgefallen. Es sei kein formaler, sondern ein technischer Grund gewesen, sagte der Leiter des Labors bei Tüv Nord, Dirk Grenschen, dem Schweizer Sender SRF in einem Beitrag, der am Dienstag ausgestrahlt wurde. Welche Mängel das Institut beanstandete, sagte er nicht. Es müssten Verbesserungen an der Maske vorgenommen werden.

Die Firma Flawa in Flawil 70 Kilometer östlich von Zürich hatte bereits über den Rückschlag informiert. Von rund 40 Prüfkriterien sei ein Punkt der Produktion moniert worden. Die Firma machte geltend, dass sie innerhalb kürzester Zeit ein neues Geschäftsfeld hätte aufbauen müssen. Verbessertes Material sei bereits eingereicht worden. Die Prüfung inklusive Bericht braucht nach Angaben von Grenschen etwa zwei Wochen.

8 Uhr: Scholz sieht deutsche Wirtschaft wieder im Aufwind

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) sieht den Tiefpunkt des durch die Corona-Pandemie ausgelösten Konjunktureinbruchs in Deutschland überwunden. Nach seiner Einschätzung merke jeder inzwischen, dass sich „die wirtschaftlichen Zahlen langsam wieder verbessern“, sagte Scholz dem Nachrichtenportal „The Pioneer“ in am Dienstag veröffentlichten Interviewauszügen. „Der Wumms ist schon spürbar“, betonte der Minister. Es werde auch anerkannt, dass die Bundesregierung mit ihrem Konjunkturprogramm und zwei Nachtragshaushalten „so schnell so groß gehandelt habe“, hob Scholz hervor. Er verteidigte die Rekord-Neuverschuldung in diesem Jahr. Es sei wichtig gewesen, schnell und effizient auf die Corona-Krise zu reagieren und sich nicht „Stück für Stück an die Sache heranzutasten“. Ziel sei schließlich gewesen, den Trend zu drehen. Zum Konjunkturprogramm der Bundesregierung gehören die Absenkung der Mehrwertsteuer für ein halbes Jahr, Hilfen für Familien und Unternehmen sowie Unterstützung für Kommunen. Vorgesehen ist eine Neuverschuldung des Bundes in Höhe von 217,8 Milliarden Euro. Scholz hatte das Konjunkturpaket bei dessen Vorstellung als „Wumms“ für die deutsche Wirtschaft angepriesen.

Das waren die Entwicklungen am Montag, 6. Juli:

21.20 Uhr: Drei Corona-Fälle in Allgäuer Ferienanlage

In einer Allgäuer Ferienanlage ist bei drei Menschen das Coronavirus nachgewiesen worden. Etwa 120 Kontaktpersonen seien bislang getestet worden, teilte das Landratsamt Ravensburg am Montagabend mit. Die bisher ausgewerteten Ergebnisse seien negativ ausgefallen. Daher sei nicht mit einem weiteren Corona-Ausbruch zu rechnen. Ob es sich bei den Betroffenen um Gäste oder Mitarbeiter der Anlage mit Ferienwohnungen in Leutkirch handelt, war zunächst nicht bekannt. Da werde nicht unterschieden, sagte eine Sprecherin. Die drei Personen seien Ende vergangener Woche positiv getestet worden.

Der Ferienpark Allgäu selbst war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Weitere Details zu den Infektionsfällen nannte das Landratsamt zunächst nicht.

20.18 Uhr: Broadway-Star verliert Kampf gegen Covid-19

Nach einem monatelangen Kampf gegen die Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus ist der Broadway-Schauspieler Nick Cordero am Sonntag im Alter von 41 Jahren in Los Angeles gestorben. „Ich kann es nicht glauben und es schmerzt überall“, schrieb seine Frau Amanda Kloots in einem Posting auf Instagram. Ihm war seit der Diagnose der Erkrankung an Covid-19 Ende März unter anderem das rechte Bein abgenommen worden und er hatte auf die Transplantation von zwei Lungen gehofft, 95 Tage lang lag er im Krankenhaus, wie seine Frau öffentlich machte. Prominente wie Zack Braff („Scrubs“, „Garden State“), Viola Davis („Fences“) und Lin-Manuel Miranda („Hamilton“) drückten in emotionalen Tweets ihr Beileid aus.

Der in Kanada geborene Cordero spielte unter anderem in „Rock of Ages“ und „Waitress“, für seine Rolle in „Bullets over Broadway“ war er 2014 für den Theaterpreis Tony nominiert. Er hinterlässt einen einjährigen Sohn. Eine seit April laufende Spendensammlung für die Familie kam bis Montagvormittag (Ortszeit) auf fast 800 000 Dollar.

19.00 Uhr: 55 neue Corona-Infektionen im Südwesten

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten seit Beginn der Pandemie ist in Baden-Württemberg auf mindestens 35.872 gestiegen. Das waren 55 mehr als am vergangenen Freitag, wie das Sozialministerium in Stuttgart mitteilte. 

Der Behörde wurde kein weiterer Todesfall in Zusammenhang mit dem Virus gemeldet - die Zahl lag damit weiterhin bei 1837. Derzeit seien geschätzt noch 521 Menschen im Land mit dem Coronavirus infiziert, hieß es.

Die Reproduktionszahl wurde vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 0,77 angegeben. Sie besagt, wie viele Personen im Durchschnitt von einem Infizierten angesteckt werden.

18.15 Uhr: 40 Kinder mit Fieber - Kindergarten in Friedrichshafen bleibt zwei Tage geschlossen

 40 Kinder aus einem Kindergarten in Friedrichshafen sind von ihren Eltern an nur einem Tag wegen Fiebers krankgemeldet worden. Die Einrichtung wurde nach den Meldungen zunächst für die zwei folgenden Tage geschlossen, wie Ulrike Weiß vom katholischen Träger des Kindergartens mitteilte. Bereits in den vergangenen Tagen habe es vereinzelte Fieber-Erkrankungen unter den insgesamt 67 Kindern in dem Kindergarten gegeben. 

Bislang gibt es nach Angaben von Weiß keine Hinweise auf Corona-Infektionen. Fieber ist ein häufiges Symptom der von dem Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. Am Donnerstag soll die Einrichtung wieder für diejenigen öffnen, die symptomfrei sind. Auch die Mitarbeiter sollen zunächst zu Hause bleiben, der Kindergarten soll in der Zwischenzeit gereinigt werden.

„Das sind sehr ungewöhnliche Zahlen. Das habe ich in 20 Jahren noch nie zuvor erlebt“, sagte Weiß. Das Landratsamt im Bodenseekreis prüft die Erkrankungen, nannte aber keine Details.

16.57 Uhr: Gesundheitsminister der Länder einigen sich - Maskenpflicht gilt weiterhin

Die 16 Gesundheitsminister der Länder haben sich darauf geeinigt, dass die Maskenpflicht auch im Einzelhandel wie bisher gelten soll. Es dürfe nicht der falsche Eindruck entstehen, die Pandemie wäre vorbei, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Montag nach einer Schalte der Ressortchefs mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) aus Kreisen der Gesundheitsminister.

16.20 Uhr: Gericht hebt Corona-Einschränkungen im Kreis Gütersloh auf

Das nordrhein-westfälische Oberverwaltungsgericht hat die Corona-Beschränkungen für das öffentliche Leben im Kreis Gütersloh vorläufig außer Vollzug gesetzt. Das Land Nordrhein-Westfalen hätte nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies inzwischen eine differenziertere Regelung erlassen müssen - ein Lockdown für den ganzen Kreis sei nicht mehr verhältnismäßig, teilte das Gericht am Montag mit. Die Entscheidung ist rechtskräftig.

16.00 Uhr: Israel verschärft Corona-Beschränkungen

Nach einem deutlichen Anstieg von Corona-Neuinfektionen hat Israel am Montag die Beschränkungen zur Eindämmung des Virus verschärft. Das Kabinett um Ministerpräsident Benjamin Netanjahu entschied, dass Festhallen, Bars, Nachtclubs, öffentliche Schwimmbäder und Fitness-Studios bis auf weiteres schließen müssen.

Der Strand, Religionsschulen und Restaurants sollten dagegen geöffnet bleiben. In Restaurants sollen jedoch neue Einschränkungen gelten: Nur bis zu 20 Gäste dürfen drinnen und bis zu 30 draußen sitzen. In Gebetshäusern dürfen sich nur bis zu 19 Menschen versammeln. In Bussen soll die Zahl der Passagiere auf bis zu 20 beschränkt werden. Die Maßnahmen müssen noch vom Parlament gebilligt werden.

14.34 Uhr: Merkel: Tragen von Masken bleibt wichtiges und unverzichtbares Mittel

Bundeskanzlerin Angela Merkel lehnt die Abschaffung der coronabedingt eingeführten Maskenpflicht in Geschäften strikt ab. „Überall dort, wo im öffentlichen Leben der Mindestabstand nicht gewährleistet sein kann, sind Masken ein wichtiges und aus heutiger Sicht auch weiter unverzichtbares Mittel“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Dies sei nötig, „um die Infektionszahlen niedrig zu halten und um unsere Mitmenschen und uns selbst zu schützen“.

„Also: Ob im Bus, in der U-Bahn oder im Einzelhandel soll es bei der Pflicht bleiben, Masken zu tragen.“ Das sei gerade jetzt in der Sommerferienzeit wichtig, erklärte Seibert. „Auch Regionen, die womöglich jetzt sehr geringe Fallzahlen hatten, bekommen nun Zulauf aus anderen Teilen des Landes.“ Die neue Mobilität sei zu begrüßen. „Aber sie muss einhergehen mit der Beachtung der Regeln, die uns bisher in den vergangenen Monaten im Kampf gegen diese Pandemie so gut gedient haben, nämlich Abstand, Hygieneregeln und eben da, wo es nötig ist, Maskenpflicht.“

13.51 Uhr: Corona-Warn-App erreicht 15 Millionen Downloads

Die deutsche Corona-Warn-App hat nach knapp drei Wochen die Schwelle von 15 Millionen Downloads erreicht. Das teilte das Robert Koch-Institut auf Twitter mit. Die App soll helfen, Infektionsketten nachzuverfolgen und zu unterbrechen. Außerdem kann sie dazu beitragen, dass Menschen nach einem Coronavirus-Test möglichst schnell ihr Testergebnis digital erhalten und über die App anonym mögliche Kontaktpersonen warnen können, wenn diese auch die App installiert haben.

Auffällig bei der Analyse der Zahlen aus den App-Stores von Apple und Google ist die Tatsache, dass die Corona-Warn-App bei Anwendern mit einem iPhone deutlich populärer ist als unter Nutzern eines Android-Smartphones. So erhält die App im App-Store von Apple bei über 40 000 Bewertungen eine Durchschnittsnote von 4,7 (von maximal 5) Sternen. Im Google-Play-Store sank die Durchschnittnote bei über 57 000 Bewertungen am Montag auf 3,6 Sterne (von maximal 5) ab. In jüngster Zeit vergab nur noch jeder zweite Android-Anwender die höchste Bewertung von fünf Sternen. Im Apple-Store liegt dieser Anteil hingegen deutlich höher bei rund 88 Prozent.

12.31 Uhr: Maske bleibt in Baden-Württemberg Pflicht

In der Debatte um eine Aufhebung der Maskenpflicht hat Baden-Württemberg klar Stellung bezogen: Die Maskenpflicht wird bleiben, Lockerungen oder gar ein Ende der Auflage sind nicht geplant, wie eine Sprecherin des Staatsministeriums am Montag in Stuttgart sagte. Seit Ende April müssen Mund und Nase in Baden-Württemberg beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr bedeckt werden, ansonsten droht ein Bußgeld.

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) hatte sich am Wochenende für ein baldiges Ende der Maskenpflicht in seinem Bundesland ausgesprochen. Neben Baden-Württemberg hatten dies auch andere Länder abgelehnt, einige weitere reagierten verhalten.

Baden-Württembergs Sozialminister Manne Lucha (Grüne) kritisierte die jüngste Debatte und warnte: „Wir befinden uns nach wie vor in einer sehr fragilen Lage. Eine Aufhebung der Maskenpflicht wäre deshalb zum jetzigen Zeitpunkt das absolut falsche Signal.“ Die Diskussion um eine Lockerung vermittele den Eindruck, die Pandemie sei besiegt worden. „Das ist mitnichten der Fall“, sagte Lucha. Das Virus breite sich nur nicht aus, weil die meisten Menschen diszipliniert seien.

Gegen ein zeitnahes Ende der Pflicht für den Mund-Nasen-Schutz in Geschäften haben sich inzwischen neben Baden-Württemberg unter anderem auch Bayern, Schleswig-Holstein, Brandenburg und Hamburg ausgesprochen.

12.12 Uhr: EU und Curevac vereinbaren Darlehen über 75 Millionen Euro

Die Europäische Kommission stellt der Tübinger Firma Curevac 75 Millionen Euro zur Entwicklung von Impfstoffen insbesondere gegen das Coronavirus zur Verfügung. Wie Curevac am Montag mitteilte, haben das Biopharma-Unternehmen und die Europäische Investitionsbank ein entsprechendes Darlehen vereinbart. Curevac forscht seit Januar an einem Impfstoff gegen das Virus und hat im Juni die erste klinische Studie an Menschen begonnen.

Den Angaben nach ist die Förderung auch für die Fertigstellung einer vierten Produktionsstätte des Unternehmens in Tübingen bestimmt. Das Geld wird in drei Tranchen von je 25 Millionen Euro jeweils nach Erreichen vorab festgelegter Etappenziele bereitgestellt.

12.01 Uhr: Die Corona-Tests in den Pflegeheimen am Hochrhein sind abgeschlossen

Abstriche bei 2178 Bewohnern und Mitarbeitern von 22 stationären Alten- und Pflegeheimen, bei weiteren 624 Personen von Pflegediensten und weiteren medizinischen Einrichtungen: Eine große Zahl an Tests auf das Coronavirus hat das Gesundheitsamt im Landkreis Waldshut in den vergangenen Wochen vorgenommen. Auch im Kreis Lörrach sind die Reihentests abgeschlossen. Ein Überblick über die Ergebnisse.

11.09 Uhr: Betrug bei Corona-Hilfen: Bundesweit immer mehr Verdachtsfälle

Im Zusammenhang mit Corona-Soforthilfen untersuchen Ermittler bundesweit Tausende Verdachtsfälle. Insgesamt befassen sie sich mit mindestens 5100 Fällen wegen des Verdachts auf Subventionsbetrug, Geldwäsche, Fälschung beweiserheblicher Daten oder des Ausspähens von Daten, wie Recherchen der Deutschen Presse-Agentur von Anfang Juli ergaben. Ende Mai waren es noch etwa 2200 Fälle gewesen. Von zahlreichen Behörden hieß es, die Zahlen änderten sich quasi täglich. Nicht aus allen Ländern sind Zahlen bekannt. Das Landeskriminalamt aus Nordrhein-Westfalen etwa konnte vor Abschluss der Ermittlungen keine konkreten Angaben machen. Ob sich ein Verdachtsfall tatsächlich als Straftat entpuppt, zeigen erst die Untersuchungen.

10.13 Uhr: Jeder Dritte trinkt mehr Alkohol seit der Krise

Der Alkoholkonsum ist bei rund einem Drittel der Erwachsenen in Deutschland seit der Coronakrise gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim in Kooperation mit dem Klinikum Nürnberg durchgeführt hat. 35,5 Prozent der mehr als 3000 an der Studie Teilnehmenden gaben bei der anonymen Online-Umfrage an, während der Pandemie mehr oder viel mehr Alkohol getrunken zu haben als zuvor. Die Erhebung ist nicht repräsentativ, liefert aber erste Erkenntnisse über die Konsumgewohnheiten während der coronabedingten Ausgangsbeschränkungen. Die Bundesregierung hatte jüngst in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion auf die Studie verwiesen

9.18 Uhr: Seit heute: Erstmals Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr in der Schweiz

Erstmals seit Beginn der Corona-Krise gilt in der Schweiz seit heute landesweit eine Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr. Das betrifft auch Flüge der Swiss, wie ein Sprecher im Radio bestätigte. Bislang hatten Behörden und Verkehrsbetriebe nur das Maskentragen in Stoßzeiten empfohlen.

Nach dem Augenschein in Genf ignorierten das in den vergangenen Wochen praktisch alle Fahrgäste. Am Montag war es anders. „Es sieht erfreulich aus“, sagte der Direktor der Verkehrsbetriebe von Zürich, Guido Schoch, dem Sender SRF am Hauptbahnhof von Zürich. „Über 95 Prozent der Leute haben eine Maske an.“ Wichtig für Touristen: Mund-und Nasenschutz sind auch in Seilbahnen vorgeschrieben, nicht aber in Geschäften.

8.20 Uhr: Das sind die aktuellen Fallzahlen in Deutschland

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Montag mit 196.554 angegeben, das ist ein Plus von 219 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 197.523 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte 9016 Todesfälle und damit vier mehr als am Vortag. Die JHU zählte 9023 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug laut RKI etwa 182.200.

7.44 Uhr: Indien mit fast 700.000 Corona-Infektionsfällen auf Platz drei weltweit

Indien ist mit fast 700.000 Coronavirus-Infektionsfällen auf Platz drei der weltweit am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder gerückt. Wie das Gesundheitsministerium des Landes am Montag mitteilte, wurden binnen 24 Stunden rund 24.000 weitere Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus gezählt. Die Zahl stieg damit auf 697.358. Der Subkontinent überholte damit Russland, wo mehr als 681.000 Fälle registriert wurden.

Am stärksten betroffen sind die indischen Metropolen, Neu Delhi und Mumbai zählten beide rund 100.000 Infektionsfälle. In der Hauptstadt starben rund 3000 Menschen, in Mumbai fast 5000 Menschen. Insgesamt starben in Indien nach offiziellen Angaben bislang 19.963 Menschen an dem Virus und damit deutlich weniger als in vielen anderen stark betroffenen Staaten.

Die Vereinigten Staaten zählten 129.891 Tote und damit die meisten weltweit, gefolgt von Brasilien mit 64.867 Corona-Toten.

7.11 Uhr: Spahn warnt vor Abschaffung von Maskenpflicht in Geschäften

Angesichts der Pläne von Mecklenburg-Vorpommern zur Abschaffung der Maskenpflicht in Geschäften hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zur Vorsicht gemahnt. Er verstehe zwar „die Ungeduld und den Wunsch nach Normalität“, schrieb Spahn am Sonntag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Doch sei das Coronavirus „noch da“.

Wo in geschlossenen Räumen der nötige Abstand nicht immer gesichert sei, bleibe deshalb die Alltagsmaske geboten, betonte der Bundesgesundheitsminister. Die Landesregierung in Schwerin hatte zuvor angekündigt, die Maskenpflicht im Einzelhandel abschaffen zu wollen.

Auch der SPD-Parteivorsitzende Norbert Walter-Borjans lehnt eine Aufhebung der Maskenpflicht im Einzelhandel ab und liegt damit nach eigener Aussage auf einer Linie mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). „Ich habe heute noch mit der Bundeskanzlerin darüber gesprochen und wir sind uns einig, dass das Maskentragen in Geschäften eine Zumutung ist, aber eine zumutbare Zumutung“, sagte Walter-Borjans am Sonntagabend.

Das waren die Entwicklungen am Sonntag, 5. Juli: 

20:41 Uhr: Region mit 70 000 Bewohnern wird in Spanien wegen Corona abgeriegelt

Nach der katalanischen Region Segrià wird im einstigen Corona-Hotspot Spanien wieder ein größeres Gebiet wegen steigender Infektionszahlen unter Quarantäne gestellt. Der Landkreis A Mariña in der galicischen Provinz Lugo im Nordwesten des Landes soll zwischen Montag und Freitag fünf Tage lang abgeriegelt werden, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern, wie die Regionalregierung von Galicien am Sonntag mitteilte. Betroffen sind etwas mehr als 70 000 Menschen. Am Sonntag gab es in A Mariña nach amtlichen Angaben insgesamt 106 Infizierte.

In A Mariña werden nun unter anderem die Öffnungszeiten der Gasthäuser gekürzt, größere Menschenansammlungen sind bis Freitag wieder strikt untersagt.

Segrià war die erste Region, die nach der Lockerung der Corona-Maßnahmen in Spanien wieder abgeriegelt worden war. Insgesamt sind dort seit Samstag, zwölf Uhr, 200 000 Menschen betroffen. Bis auf weiteres darf niemand einreisen oder die Region verlassen, außer um zur Arbeit zu gelangen. Die Polizei errichtete Kontrollposten an den Zufahrtsstraßen. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, Versammlungen zu meiden und familiäre Feiern stark zu begrenzen oder zu verschieben.

Nach Angaben der Gesundheitsbehörden waren die Infektionsfälle in Segrià innerhalb weniger Tage um mehr als 300 auf gut 4000 geklettert. Die meisten Infektionen stünden mit Agrarbetrieben, Seniorenheimen und einem Wohnviertel in Zusammenhang, berichteten Medien.

18.41 Uhr: Schäuble: Europa muss Lehren aus Corona-Pandemie ziehen

Europa sollte nach Ansicht von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble Lehren aus der Corona-Pandemie ziehen und seine globalen Abhängigkeiten reduzieren. „Wir haben jetzt die Gelegenheit, unser gesamtes Wirtschaftsmodell kritisch zu überprüfen und die Exzesse der Globalisierung da zu korrigieren, wo sie zu den dramatischen Auswirkungen der Pandemie beigetragen haben“, schreibt der CDU-Politiker in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Schäuble wies etwa auf den Mangel selbst an simplen Medizingütern wie Mund-Nasen-Schutzmasken hin.

Die Europäische Union müsse besser vorsorgen, um in Krisen widerstandsfähiger und souveräner zu sein, mahnte der Parlamentspräsident. Dazu müsse sie „mit größerer strategischer Autonomie ausgestattet werden, etwa durch den Aufbau alternativer Lieferketten mit mehreren kostengünstigen Produktionsstandorten zur Diversifizierung des geografischen Risikos“. Außerdem gelte es, die Souveränität Europas gerade im Gesundheitssektor auszubauen.

16.15 Uhr: WHO verzeichnet Corona-Rekord - Lage in Deutschland stabil

Weltweit gesehen steigt die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen seit Beginn der Corona-Pandemie immer weiter an. So meldete die Weltgesundheitsorganisation WHO am Wochenende einen Rekord: Binnen 24 Stunden seien 212.326 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus Sara-CoV-2 gemeldet worden, hieß es in einem WHO-Bericht. 

Die meisten Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden wurden dabei in Nord- und Südamerika gemeldet. Davon entfielen allein mehr als 53.000 Fälle auf die USA und mehr als 48.000 auf Brasilien. Grund für steigende Infektionszahlen können sowohl ein tatsächliches Plus an Ansteckungen als auch umfangreichere Tests sein.

In Deutschland ist die Zahl der Neuinfektionen hingegen weiter auf relativ niedrigem Niveau. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem Robert Koch-Institut zufolge 239 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages (Datenstand 5.7., 0.00 Uhr). Allerdings sind die Daten nicht ganz vollständig, da Baden-Württemberg, Sachsen und das Saarland keine Angaben an das RKI übermittelt haben.

14.05 Uhr: Seehofer fordert kostenfreie Corona-Tests für ganz Deutschland

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie dauert die Kontroverse um deutschlandweite kostenfreie Tests nach bayerischem Vorbild an. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) pflichtete in der „Welt am Sonntag“ Söders Ankündigung bei. Dagegen sprach sich Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Sonntag im Deutschlandfunk gegen flächendeckende Tests in NRW aus.

12.00 Uhr: Coronavirus auch in Fleischfabriken in Österreich

Auch in Österreich sind in drei Großbetrieben zur Fleischverarbeitung Corona-Fälle aufgetaucht. Zwei der Betriebe liegen nicht weit von der deutschen Grenze entfernt. Insgesamt seien zwölf Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden, bestätigte der Krisenstab des Bundeslandes Oberösterreich am Sonntag der Nachrichtenagentur APA. Zuvor hatte die „Kronen Zeitung“ darüber berichtet.

Bei einem Schlachthof im Bezirk Ried im Innkreis südlich der deutschen Grenze bei Bad Füssing gab es sieben Fälle. Im Bezirk Braunau gegenüber dem deutschen Simbach am Inn waren es zwei, und im Bezirk Wels-Land gut 50 Kilometer südöstlich von Ried drei Fälle. Tests bei anderen Mitarbeitern waren am Sonntag im Gange.

Beim deutschen Fleischverarbeiter Tönnies in Nordrhein-Westfalen waren im Juni mehr als 1400 Mitarbeiter positiv getestet worden. Der Vorfall hat eine große Debatte über die Arbeits- und Lebensbedingungen der dort angestellten Arbeiter ausgelöst.

9.45 Uhr: Mecklenburg-Vorpommern will Maskenpflicht im Handel abschaffen

Mecklenburg-Vorpommern will angesichts niedriger Corona-Infektionszahlen die Maskenpflicht im Handel abschaffen. „Wenn das Infektionsgeschehen so gering bleibt, sehe ich keinen Grund, länger an der Maskenpflicht im Handel festzuhalten“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) der „Welt am Sonntag“. Er geht davon aus, dass das Kabinett in Schwerin in seiner Sitzung am 4. August das Ende der Maskenpflicht im Einzelhandel beschließen wird.

„Ich kann die Ungeduld des Handels sehr gut nachvollziehen, die Maskenpflicht abzuschaffen“, sagte der Wirtschaftsminister. Die Abstandsregel zum Schutz vor dem neuartigen Coronavirus werde aber grundsätzlich fortbestehen.

Glawe kündigte auch Gespräche mit seinen Kollegen in Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein an. „Wir versuchen, für alle norddeutschen Bundesländer eine einheitliche Regelung hinzubekommen“, sagte der CDU-Politiker. „Noch lieber wäre mir ein bundesweites Ende der Maskenpflicht im Handel.“

8.00 Uhr: WHO verzeichnet neuen Corona-Rekord - Mehr als 212 000 Neuinfektionen

Die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation auf einen neuen Rekordwert von 212 326 Fällen geklettert. Das geht aus dem WHO-Situationsbericht zur Corona-Pandemie von Samstag hervor. Die meisten Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden wurden in Nord- und Südamerika (129 772) gemeldet. Davon entfielen allein mehr als 53 000 Fälle auf die USA und mehr als 48 000 auf Brasilien.

Insgesamt geht die WHO bisher von 10,9 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus weltweit aus sowie von 523 011 Todesfällen infolge von Covid-19-Erkrankungen. In absoluten Zahlen verzeichneten demnach die USA (2 724 433), Brasilien (1 496 858) und Russland (674 515) zuletzt die meisten Infektionen insgesamt. Unter den europäischen Ländern hat Großbritannien mit 284 280 Fällen derzeit die meisten Infektionen.

Die WHO-Zahlen weichen wegen unterschiedlicher Zählweisen und zeitlicher Verzögerungen immer etwas von den Zahlen der Johns Hopkins Universität in den USA ab. Die WHO hat mehrfach eindringlich darauf hingewiesen, dass die Pandemie nichts von ihrer Dynamik eingebüßt habe.

Das waren die Entwicklungen am Samstag, 4. Juli:

21.40 Uhr: Corona-Neuinfektionen im Westjordanland klettern auf Rekordwert

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus im Westjordanland hat einen neuen Höchstwert erreicht. Wie das Gesundheitsministerium am Samstag mitteilte, wurden 501 Fälle registriert - so viele wie nie zuvor an einem Tag seit Ausbruch der Pandemie. Der Schwerpunkt der Infektionen lag mit mehr als 400 im Gebiet der Stadt Hebron. Nach Angaben des Ministeriums ist der Erreger Sars-CoV-2 damit bisher bei 3763 Menschen im Westjordanland nachgewiesen worden, elf Infizierte sind gestorben.

Die Pandemie in den Palästinensergebieten war zunächst sehr glimpflich verlaufen, nach Lockerungen stiegen die Zahlen im vergangenen Monat jedoch stark an. Seit Freitag gilt im Westjordanland ein fünftägiger Lockdown. Auch in Israel hatte es zuletzt einen Rekordwert an Neuinfektionen gegeben.

20.10 Uhr: WHO stoppt Tests mit HIV-Mittel bei Coronavirus-Infizierten

Corona-Patienten werden im Rahmen einer von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) koordinierten Studie ab sofort nicht mehr mit Lopinavir/Ritonavir behandelt, das gegen HIV entwickelt worden war. Ausschlaggebend seien keine Sicherheitsbedenken, betonte eine WHO-Sprecherin am Samstag in Genf. Vielmehr habe sich gezeigt, dass die Mittel bei den Patienten praktisch keinen Einfluss auf den Verlauf der Krankheit hatten. Dasselbe gelte für das Malaria-Mittel Hydroxychloroquin. Das Ende der Tests damit hatte die WHO schon am 17. Juni angekündigt. Hydroxychloroquin war in den Schlagzeilen, weil US-Präsident Donald Trump es mehrfach angepriesen hatte.

Es gehe nur um die Tests bei schwer kranken Patienten, die wegen der durch das Coronavirus ausgelösten Krankheit Covid-19 im Krankenhaus behandelt werden, betonte die WHO. Andere mögliche Tests solcher Mittel etwa zur Verbeugung gegen eine Erkrankung seien nicht betroffen.

In der Solidaritätsstudie werden Testergebnisse bei rund 5500 Patienten in 39 Ländern verglichen. Getestet wird, ob bereits vorhandene Mittel den Verlauf der Covid-19-Erkrankung positiv beeinflussen können. Tests mit weiteren Mitteln gehen weiter, etwa mit dem ursprünglich gegen die Viruserkrankung Ebola entwickelten Mittel Remdesivir und dem Entzündungshemmer Dexamethason. Remdesivir hatte in einer anderen Studie den schweren Krankheitsverlauf abgemildert und die Krankheitsphase verkürzt. Es wurde gerade als erstes Medikament gegen Covid-19 in der EU zugelassen.

19.10 Uhr: 422 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

In Deutschland ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro sieben Tage nach einem zwischenzeitlichen Anstieg deutlich gesunken. So gab das Robert Koch-Institut die sogenannte 7-Tage-Inzidenz am Samstag mit 3,0 an (Datenstand 4.7. 0 Uhr). Das bedeutet, dass sich innerhalb von sieben Tagen genau drei von 100 000 Einwohnern angesteckt haben. Am 23. Juni hatte der Wert nach lokal begrenzten Ausbrüchen unter anderem in Berlin und Nordrhein-Westfalen noch bei 4,7 gelegen.

Auch die Zahl der Neuinfektionen pro Tag ist wieder auf einem verhältnismäßig niedrigen Niveau. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI 422 neue Fälle innerhalb eines Tages (Datenstand 4.7., 0.00 Uhr). Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 196 096 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am Samstagmorgen meldete.

9010 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 7 im Vergleich zum Vortag. Etwa 181 300 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind etwa 400 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 4.7., 0.00 Uhr, bei 0,93 (Vortag: 0,84). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 4.7., 0.00 Uhr, bei 0,94 (Vortag: 0,85). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

16.50 Uhr: Mehr als 10 000 Tote in Corona-Krise in Russland

In Russland sind in der Corona-Krise insgesamt mehr als 10 000 Menschen im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 gestorben. 168 Todesfälle seien zuletzt gemeldet worden, teilten die russischen Behörden am Samstag in Moskau mit. Damit gibt es mehr Tote in Russland als in Deutschland, wo rund 9000 Tote registriert wurden. Die meisten Todesopfer in der Pandemie verzeichnen die USA mit knapp 130 000 Fällen.

In Russland, dem größten Land der Erde, haben sich bislang rund
675 000 Menschen mit dem hochansteckenden Coronavirus infiziert. Jeden Tag kommen landesweit noch immer knapp 7000 neue Fälle hinzu. Für viele Wochen gab es vor allem in der Hauptstadt Moskau strenge Ausgangsbeschränkungen, was die Infektionszahlen etwas drückte. Auch weiterhin wird im öffentlichen Raum das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes vorgeschrieben, was jedoch nicht überall eingehalten wird.

Immer wieder gab es Berichte über geschönte Corona-Statistiken in Russland. Behördenvertreter wiesen dies jedoch vehement zurück. Zuletzt wurde ein Demograf des russischen Statistikamtes entlassen. Der Mann hatte zuvor die offiziellen Zahlen angezweifelt, wie das Portal Meduza berichtete.

15.30 Uhr: Griechenland verlängert trotz Kritik Ausgangssperre in Flüchtlingslagern

Die griechischen Behörden haben trotz Kritik die Ausgangssperre in den Flüchtlingslagern im Land erneut verlängert. Die am 21. März erlassenen Einschränkungen gelten vorerst bis zum 19. Juli weiter, wie das Ministerium für Migration in Athen am Samstag mitteilte. Kritiker werfen der Regierung vor, die Corona-Pandemie als Vorwand zu missbrauchen, um die Lager weiter abzuriegeln.

Die untergebrachten Menschen dürfen die Lager nur tagsüber und in Gruppen von weniger als zehn verlassen. Zudem gilt eine Obergrenze von 150 Menschen pro Stunde. Mit Gesundheitsschutz habe dies nichts zu tun, weil es in den Lagern bislang keine Ansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus gab, sagte der Koordinator von Ärzte ohne Grenzen im Lager Moria auf der Insel Lesbos, Marco Sandrone.

Griechenland ist mit 192 Todesfällen bislang weniger von der Corona-Pandemie betroffen als andere europäische Staaten. Die Unterbringung von 32.000 Asylsuchenden auf den fünf Inseln des Ägäischen Meeres in Lagern mit einer Kapazität von eigentlich nur 5400 Plätzen hat jedoch zu großen Spannungen mit der Bevölkerung geführt. Auch wirbt das Land derzeit massiv um ausländische Touristen.

12.45 Uhr: Katalonien verhängt wegen Corona erneut Ausgangsbeschränkungen für 200.000 Menschen

Die spanische Region Katalonien hat angesichts eines deutlichen Anstiegs von Corona-Infektionsfällen erneut Ausgangsbeschränkungen für 200.000 Menschen verhängt. Die neue Anordnung gilt seit Samstagmittag 12.00 Uhr für die Einwohner rund um die Stadt Lerida im Nordosten Spaniens, wie Kataloniens Regionalpräsident Quim Torra vor Reportern sagte.

In der Gegend Segria sei ein „sehr deutlicher Anstieg“ von Ansteckungen bestätigt worden. Für das betroffene Gebiet würden Ein- und Ausreise eingeschränkt, sagte Torra. Auch Treffen von mehr als zehn Menschen seien verboten und Besuche von Altersheimen würden ausgesetzt, präzisierte die Gesundheitsministerin der Region, Alba Verges.

Seit 22. Juni lässt Spanien wieder Touristen aus Europa ins Land - in der Hoffnung, die Reisesaison noch teilweise zu retten. Am Freitag meldete das Land jedoch innerhalb eines Tages wieder 17 Corona-Tote - die höchste Zahl seit dem 19. Juni.

11.20 Uhr: Merkel: Wir alle schulden den Älteren Dank

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich bei den älteren Menschen in Deutschland für ihr Durchhaltevermögen in der Corona-Pandemie bedankt. „Ich weiß, dass für Sie der Alltag, der ohnehin oft schwierig und einsam ist, noch schwieriger und einsamer wurde“, sagte die CDU-Politikerin in ihrer wöchentlichen Videobotschaft (Samstag). „Trotz all dieser Härten habe ich bei vielen Älteren nicht Zorn, sondern häufig Verständnis für unsere Politik der notwendigen Kontaktbeschränkungen gefunden. Dafür danke ich sehr.“

Merkel verwies unter anderem auf viele neugegründete Initiativen, bei denen jüngere Menschen Älteren helfen - etwa indem sie sich um Besorgungen kümmern oder anderweitig das tägliche Leben erleichtern. „Ich würde mich freuen, wenn diese Initiativen lange erhalten blieben. Der Bedarf für solche Unterstützung über Generationen hinweg wird sicher noch da sein, wenn wir das Virus eines Tages nicht mehr so fürchten müssen“, sagte die Kanzlerin.

9.45 Uhr: 422 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Samstag mit 196.096 angegeben - ein Plus von 422 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 196.780 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte 9010 Todesfälle und damit neun mehr als am Vortag. Die JHU zählte auch 9010 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug laut RKI etwa 181.300.

Das waren die Entwicklungen am Freitag, 3. Juli: 

21.45 Uhr: Die Freibäder in Waldshut und Tiengen lockern die Corona-Einschränkungen und lassen mehr Gäste ein

In Waldshut dürfen künftig 152 (bisher 114) Badegäste, in Tiengen 175 (bisher 130) Besucher pro Zeitfenster das Bad besuchen. Nach wie vor müssen sich Besucher vorab im Internet registrieren – auch für Kinder, Kleinkinder und Babys.  Weiterhin gilt jedoch, dass es drei Zeitfenster für Besucher gibt: 10 bis 13 Uhr, 13.30 bis 16.30 Uhr, 17 bis 20 Uhr.

21 Uhr: Helmholtz-Institut will bundesweit 60 000 Blutproben auswerten

Eine Corona-Antikörper-Studie mit bundesweit rund 60 000 Probanden hat am Freitag das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Reutlingen begonnen. In einer ersten Runde ist demnach vorgesehen, bis zu 3000 erwachsene Einwohner des Landkreises zu testen.

Nach bisheriger Kenntnis bleiben viele Sars-CoV-2-Infektionen wegen ihres milden Verlaufs unerkannt. Infizierte bilden aber Antikörper gegen das Virus. Die Studie soll Aufschluss darüber geben, wie viele Menschen in Deutschland sich tatsächlich bisher mit dem Virus angesteckt haben und nach bisherigen Erkenntnissen der Wissenschaft als immun gelten.

Potenzielle Probanden werden per Zufallsprinzip ausgewählt und um eine Teilnahme gebeten. 

20 Uhr: Meldepflicht für Haustiere mit Corona

Hunde, Katze oder Goldhamster, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, müssen künftig den Behörden gemeldet werden. Einer entsprechenden Verordnung stimmte der Bundesrat am Freitag zu. Ziel ist, dass die Ansteckung von Haustieren besser erforscht werden kann. Die Tierärzte übernehmen die Meldung bei den zuständigen Veterinärämtern.

Bisher ist nur bekannt, dass sich Tiere, vor allem Katzen, mit dem Virus anstecken können. Es gibt aber keine Hinweise, dass sie die Krankheit auch an ihre Halter weitergeben. Eine Pflicht, mit Hund oder Katze bei einem Verdacht zum Tierarzt zu gehen, gibt es nicht. Nur, wenn ein Veterinäramt den Test anordnet, werden die Kosten übernommen. Wer sein Haustier freiwillig testen lassen will, muss das selbst bezahlen.

19.04 Uhr: Eine-Liebe-Festival in Herdwangen-Schönach muss wegen Corona-Krise abgesagt werden

Auch das Eine-Liebe-Festival in Herdwangen-Schönach fällt Corona zum Opfer. Es gibt in diesem Jahr also kein Feiern auf dem Hüttenbühl in Herdwangen-Schönach im September. Die Veranstalter versichern, dass die Ticket-Preise zurückerstattet werden. Das „Kartell der Liebe“ bereitet schon das Festival für 2021 vor.

18.50 Uhr: Pubs in England öffnen nach Corona-Schließung wieder

In England dürfen Restaurants, Hotels, Kinos, Museen und viele andere Einrichtungen von Samstag an wieder öffnen. Vor allem bei den beliebten Pubs wird ein großer Ansturm erwartet. Allerdings müssen sich durstige Kehlen bis zum frühen Abend gedulden: Erst ab 19 Uhr MESZ darf das erste frischgezapfte Pint seit mehr als drei Monaten bestellt werden. Gäste im Pub müssen beim Betreten ihre Kontaktdaten hinterlassen. Menschenansammlungen am Tresen sind nicht erlaubt. Die Polizei hat die Zahl ihrer Einsatzkräfte stark erhöht.

17 Uhr: 446 registrierte Neuinfektionen in Deutschland

Das Corona-Infektionsgeschehen in Deutschland wird weiterhin von lokalen Ausbrüchen bestimmt, viele Landkreise hatten in den vergangenen Tagen hingegen keine oder nur sehr wenige Neuinfektionen. So gab es in 352 der 412 vom Robert Koch-Institut (RKI) erfassten Landkreisen, kreisfreien Städten und Stadtbezirken maximal fünf neue Fälle pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Die zwölf Stadtbezirke Berlins werden in der Statistik einzeln erfasst. Die lokalen Behörden in Deutschland haben dem RKI zufolge 446 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 195.674 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI meldet.

15.50 Uhr: Es herrscht wieder mehr Betrieb am Bodensee-Airport Friedrichshafen

Mehr Starts, mehr Landungen und zwei Erstflüge in einer Woche: Beim Bodensee-Airport Friedrichshafen geht es bergauf. Am Samstag sind Starts in Richtung Frankfurt und Mallorca vorgesehen, am Freitag heben Linienmaschinen mit den Zielen Kreta und Tuzla ab: Nach rund drei Monaten, in denen die Anzahl der Flugbewegungen am Bodensee-Airport Friedrichshafen coronabedingt sehr überschaubar war, nehmen Fluglinien nach und nach wieder den Betrieb auf.

14.47 Uhr: Sterbefälle weiter im Durchschnitt der Vorjahre

Nach einem Peak im April hat sich die Zahl der Sterbefälle in Deutschland anscheinend langfristig normalisiert. Das Statistische Bundesamt wertet wöchentlich die Sterbefallmeldungen der Standesämter aus. Die vorläufigen Zahlen liegen nun bis 7. Juni vor. Schon seit Anfang Mai bewegen sich die Sterbefallzahlen „wieder im Bereich des Durchschnitts der Vorjahre oder etwas darunter“, wie das Amt am Freitag berichtete. Das gilt auch für die 13. Kalenderwoche, die schon in den Juni hineinreicht.

13.21 Uhr: Spahn weist Verantwortung für Versäumnisse in der Corona-Krise zurück

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU)hat eine persönliche Verantwortung für Versäumnisse zu Beginn der Corona-Krise zurückgewiesen. Insbesondere bei der Frage, ob noch früher noch mehr Masken hätten beschafft werden müsste, verteidigte der Unionspolitiker den damals eingeschlagenen Kurs. „Hätten wir schon früher beginnen sollen, Schutzmasken zu kaufen? Ja, natürlich“, sagte Spahn dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.

Gleichzeitig fügte er hinzu, er habe sich nicht bewusst gegen den Kauf von mehr Schutzmasken entschieden. „Es ist im Januar oder vor einem Jahr auch niemand zu mir gekommen und hat gesagt, wir sollten jetzt Schutzmasken kaufen“, so Spahn. Unter den Masken, die sein Ministerium ins Land geholt habe, seien auch qualitativ minderwertige gewesen. Der Ausfall habe im Schnitt bei über 20 Prozent gelegen. „Ich kann nicht verantworten, viel Steuergeld für diese Produkte zu überweisen, ohne sie überprüft zu haben“, sagte Spahn.

12.27 Uhr: Arznei Remdesivir erhält europäische Zulassung für Covid-19

Der Wirkstoff Remdesivir wird in Europa unter Auflagen zur Behandlung schwerer Fälle von Covid-19 zugelassen. Die Entscheidung gab die EU-Kommission am Freitag bekannt.

12.10 Uhr: Bisher rund 300 Corona-Infektionen per App gemeldet

Über die deutsche Corona-Warn-App sind laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) inzwischen einige hundert Infektionen mitgeteilt worden. „Wir gehen von rund 300 Infektionen aus, die bislang per App gemeldet wurden“, sagt er dem „Spiegel“ laut Vorabbericht vom Freitag. Spahn bezog sich auf „die Zahl der Verschlüsselungscodes“, die von der zugehörigen Hotline ausgegeben wurden, um eine Corona-Infektion in der App einzutragen. „Mehr wissen wir aus Datenschutzgründen nicht.“ Die App sei „häufiger als ähnliche Apps in allen anderen EU-Ländern zusammen“ heruntergeladen worden, sagte Spahn. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hatte die Zahl der Downloads am Donnerstagmittag mit 14,4 Millionen angegeben.

Der Deutsche Landkreistag und mehrere Gesundheitsämter dämpften die Erwartungen an die App. Diese habe sich bislang „nicht derart durchgesetzt, dass man von Flächendeckung sprechen kann“, sagte der Sprecher des Landkreistags, Markus Mempel, dem „Handelsblatt“. „Zudem befinden wir uns nach der abgeklungenen ersten Welle in einer Zeit mit geringen Zahlen an Neuinfektionen, weshalb es auch im Rahmen der App nur wenige Alarme geben dürfte.“ Nach wie vor komme es „entscheidend“ auf die Kontaktnachverfolgung durch die Gesundheitsämter zur Durchbrechung von Infektionsketten an, sagte Mempel. „Die App ist also gerade keine Wunderwaffe.“ Dennoch hoffe er auf eine breite Anwendung „mit Blick auf eine drohende zweite Welle“.

11.49 Uhr: 81 Prozent der Deutschen wechseln oder waschen ihre Maske mindestens wöchentlich

Über Dreiviertel der Deutschen wechseln oder waschen ihre Mund-Nasen-Masken einmal pro Woche oder öfter. Das geht aus einer am Freitag veröffentlichten repräsentativen Umfrage für das Magazin „Focus“ hervor. Demnach tauschen 81 Prozent die Masken mindestens wöchentlich aus. 17 Prozent der Befragten tun dies nach jedem Gebrauch, 32 Prozent täglich und weitere 32 Prozent zumindest wöchentlich. Acht Prozent erklärten, ihre Maske selten zu reinigen, sechs Prozent tun dies nach eigenen Angaben nie. Das Institut Kantar befragte in der vergangenen Woche rund 1000 Menschen.

9.37 Uhr: 446 neue Coronafälle in Deutschland gemeldet

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Freitag mit 195.674 angegeben - ein Plus von 446 seit dem Vortag. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte 9003 Todesfälle und damit neun mehr als am Vortag. Die Zahl der Genesenen betrug etwa 181.000.

8.10 Uhr: Deutsche müssen bei Reise nach England bald nicht mehr in Quarantäne

England lockert seine im Zuge der Corona-Pandemie getroffenen Quarantäne-Vorschriften für Einreisende: Besucher unter anderem aus Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien müssen sich ab dem 10. Juli bei ihrer Ankunft nicht mehr selbst für 14 Tage isolieren. Das teilte das Verkehrsministerium am frühen Freitagmorgen mit. Eine vollständige Liste der Länder, die von der Quarantäne ausgenommen werden, sollte noch am Freitag veröffentlicht werden. Diese Regel gelte aber nur für England - in Wales, Schottland und Nordirland sind weiter die alten Vorschriften in Kraft.

Damit können auch Engländer zum Beginn der Sommerferienzeit in andere Länder reisen und müssen bei ihrer Rückkehr nicht in Quarantäne. Die Regierung gehe davon aus, dass eine Reihe der von der Quarantäne ausgenommenen Länder auch einreisende Briten nicht zur Selbstisolation auffordern würde, hieß es weiter.

7.15 Uhr: Schweden kündigt Überprüfung seines Krisenmanagements an

Das wegen seines Sonderwegs in der Bewältigung der Corona-Pandemie massiv in der Kritik stehende Schweden hat eine Überprüfung seines Krisenmanagements angekündigt. Die Regierung in Stockholm beauftragte die staatlich finanzierte Schwedische Agentur für Verteidigungsforschung (FOI) mit der Analyse. Zuvor hatte die Agentur einen Bericht vorgelegt, in dem eine mangelnde Vorbereitung Schwedens auf die Corona-Krise beklagt wurde - obwohl es mehrere "Warnschüsse" gegeben habe.

Trotz der Erfahrung anderer Epidemien wie Sars, der Vogelgrippe und der Schweinegrippe habe es in Schweden "wie in anderen Ländern eine unvollständige Vorbereitung gegeben, als die Corona-Pandemie einschlug", stellten die FOI-Experten fest. Die Corona-Pandemie habe Schwächen im schwedischen Krisenmanagement und der "Robustheit der Bevölkerung ans Licht gebracht". Die Autoren des Berichts kritisierten auch unzureichende Schutzbekleidung sowie einen Mangel an medizinischer Ausrüstung. Unterbrechungen in den Lieferketten deuteten demnach zudem auf einen Mangel an "Planung auf oberster Ebene" hin.

International hat der Umgang Schwedens mit der Corona-Krise für Kritik gesorgt. Anders als die meisten anderen europäischen Staaten verhängte Schweden keine Ausgangsbeschränkungen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Schulen, Cafés, Bars, Restaurants und die meisten Unternehmen blieben geöffnet. Inzwischen verzeichnet das nordeuropäische Land eine wesentlich höhere Sterberate als seine skandinavischen Nachbarländer. Nach offiziellen Angaben wurden seit Beginn der Pandemie mehr als 70.000 Infektionen nachgewiesen, mehr als 5400 Menschen starben.

Das waren die Entwicklungen am Donnerstag, 2. Juli: 

22.20 Uhr: Markdorfer Open-Air-Festival wird auf Mai 2021 verschoben

Hinter Jens Neumann vom Kultur Team Markdorf liegen Wochen, die viel Organisation mit sich gebracht haben. Eigentlich war das dritte Markdorfer Open-Air-Festival für 2020 fertig geplant, doch dann kam die Corona-Pandemie und für Großveranstaltungen bedeutete dies das offizielle Aus bis zunächst Ende August. Da es auch im August nicht möglich ist, das Open-Air-Festival auszurichten, wird das Festival nun auf das kommende Jahr verschoben und zwar von 13. bis 16. Mai 2021. Mit dabei sind diese Künstler.

21.40 Uhr: Jetzt tutet es wieder im Wutachtal: Die Museumsbahn startet in die Saison

Ohne große Feierlichkeiten startete die Museumsbahn Wutachtalbahn gestern mit seiner ersten Planfahrt pünktlich um 14.10 Uhr in die wegen Corona verkürzte Dampfsaison. Die Anzahl der Fahrgäste bewege sich im üblichen Bereich für einen Saisonstart, sagten die beiden Fahrkartenverkäuferinnen Sedina Löffler und Lorena Bauch im Bahnhof Zollhaus.

Viele besuchten die Sauschwänzlebahn zum ersten Mal. So auch Betina und Manfred Steidl aus der Sächsischen Schweiz. „Wir wollten schon längst einmal mit der Bahn fahren, aber erst heute hat es geklappt“

21.06 Uhr: Ab Samstag sind die Freibäder in Friedrichshafen den Tag über durchgehend geöffnet

Mit Beginn der Freibad-Saison wurde in den drei Häfler Freibädern ein Schichtbetrieb eingeführt. Ab dem kommenden Samstag fallen die einstündige Schließung zwischendurch und damit auch die reduzierten Eintrittspreise wieder weg. 

Zwischen 14 und 15 Uhr sind die Freibäder seit Saisonbeginn geschlossen. Da die Reinigungsarbeiten jetzt aber auch im laufenden Betrieb erledigt werden können, kann darauf ab Samstag verzichtet werden.

20.30 Uhr: 25 neue Corona-Infektionen im Südwesten

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten seit Beginn der Pandemie ist in Baden-Württemberg auf mindestens 35 780 gestiegen. Das waren 25 mehr als am Vortag, wie das Sozialministerium am Donnerstag in Stuttgart mitteilte (Stand: 16.00 Uhr). Etwa 33 412 Menschen gelten als genesen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus lag bei 1839 - das ist einer mehr als am Mittwoch. Derzeit seien geschätzt noch 529 Menschen im Land mit dem Coronavirus infiziert, hieß es. Die Reproduktionszahl wurde vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 0,96 angegeben. Sie besagt, wie viele Personen im Durchschnitt von einem Infizierten angesteckt werden.

19 Uhr: Gutschein-Lösung für Pauschalreisende beschlossen

Reiseveranstalter, die ihren Kunden wegen einer coronabedingt geplatzten Pauschalreise Geld zurückzahlen müssen, dürfen diesen als Alternative einen Gutschein anbieten. Einem entsprechenden Gesetzentwurf der Bundesregierung hat der Bundestag am Donnerstag zugestimmt. Die Kunden können sich für eine Rückzahlung des gezahlten Geldes oder für den Gutschein entscheiden. Dem Entwurf zufolge sollen Pauschalreisende ihr Geld zurückverlangen können, wenn der Urlaub wegen der Coronavirus-Pandemie ausfällt. Eine ursprünglich geplante Gutscheinpflicht, die helfen sollte, Insolvenzen in der Reisebranche zu vermeiden, soll es nicht geben. Sie scheiterte am Widerstand der Brüsseler EU-Kommission.

18.18 Uhr: Corona-Infektionsrate in den USA mit fast 53.000 auf neuem Höchststand

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den USA ist auf einen neuen Höchststand gestiegen. Innerhalb von 24 Stunden wurden 52.898 neue Ansteckungsfälle verzeichnet, wie die Johns-Hopkins-Universität im Bundesstaat Maryland mitteilte. Dies ist die höchste Zahl seit Beginn der Ausbreitung des neuartigen Virus in den Vereinigten Staaten. US-Präsident Donald Trump hält derweil an den Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli fest. Die USA sind das mit Abstand am härtesten von der Pandemie heimgesuchte Land der Welt. Die Gesamtzahl der Infektionsfälle liegt nach Angaben der Universität inzwischen bei 2,68 Millionen. Die Zahl der verzeichneten Todesopfer stieg zuletzt binnen 24 Stunden um weitere 706 und lag damit bei insgesamt 128.028.

16.30 Uhr: 503 registrierte Neuinfektionen - Lage bleibt stabil


Nach den großen lokalen Corona-Ausbrüchen vor gut zwei Wochen, sind die Infektionszahlen in Deutschland inzwischen weiterhin stabil auf niedrigem Niveau. Die Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge 503 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 195.228 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am Donnerstagmorgen meldete.

Bundesweit wird viel getestet: In der vergangenen Woche wurden so viele Tests durchgeführt, wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Insgesamt 456.041 Menschen wurden zwischen dem 22. und 28. Juni auf Corona getestet. Die Quote der positiven Tests ist mit 0,8 Prozent vergleichsweise niedrig. Anfang April waren noch 9 Prozent der durchgeführten Tests positiv.

14.40 Uhr: Corona-Neuinfektionen in Israel klettern auf Rekordwert

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Israel hat einen neuen Höchstwert erreicht. Wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 966 neue Fälle registriert. Das ist der höchste Ein-Tages-Wert, der in Israel seit dem Ausbruch der Pandemie registriert wurde. Der bisherige Höchstwert stammt mit 819 vom 3. April. Im Vergleich dazu haben die Gesundheitsämter in Deutschland am Mittwoch 503 neue Corona-Infektionen gemeldet. Israel hat also fast doppelt so viele Neuinfektionen - wobei Deutschland etwa neunmal mehr Einwohner hat als Israel.

13.30 Uhr: Nach der Fasnacht 2020 nun die Herbstmesse: Basel sagt weitere Traditionsveranstaltung ab

Ein harter Schlag für den Hochrhein: Die Basler Herbstmesse, die größte und älteste Vergnügungsmesse der Schweiz, darf in diesem Jahr wegen der Gefahr, sich mit dem Corona-Virus anzustecken, nicht stattfinden. Bereits die berühmte Fasnacht in Basel wurde 2020 gestrichen. 

13 Uhr: Fußballer des FC St. Gallen mit Coronavirus infiziert

Der zuletzt verletzte Offensivspieler Boris Babic vom Schweizer Erstliga-Club FC St. Gallen ist nach einer Serbien-Reise positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er habe keine Symptome, befinde sich aber in einer 14-tägigen häuslichen Quarantäne, teilte der Verein mit. Babic befand sich nach einem Kreuzbandriss im Aufbautraining.

11.07 Uhr: Bundestag beschließt Nachtragshaushalt - Fast 218 Milliarden Euro Schulden

Der Bund darf zur Bewältigung der Corona-Krise in diesem Jahr Rekordschulden von fast 218 Milliarden Euro aufnehmen. Der Bundestag beschloss am Donnerstag den zweiten Nachtragshaushalt zur Finanzierung des Konjunkturpakets. Damit steigt die für das laufende Jahr geplante Neuverschuldung auf 217,8 Milliarden Euro. Mit dem zusätzlichen Geld sollen vor allem Maßnahmen finanziert werden, die Konsum und Wirtschaft in den kommenden Monaten wieder ankurbeln sollen.

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) versprach, die Bundesregierung werde nicht gegen die Krise ansparen. „Und wir werden den Sozialstaat, der uns so leistungsfähig durch diese Krise führt, nicht antasten, sondern ausbauen“, betonte der Finanzminister. So würden trotz Krise ab Januar die Renten von Menschen mit geringen Bezügen durch die Grundrente aufgestockt.

Die Schuldenquote steigt durch den zweiten Nachtragshaushalt von unter 60 auf mehr als 75 Prozent. Nun gilt unter anderem für ein halbes Jahr ein geringerer Mehrwertsteuersatz beim Einkaufen. Familien bekommen einen Bonus von 300 Euro pro Kind. Außerdem sollen kleine und mittelständische Unternehmen, die wegen der Krise besonders hohe Umsatzeinbrüche haben, Überbrückungshilfen von fast 25 Milliarden Euro erhalten. Bund und Länder wollen zusammen außerdem die Gewerbesteuerausfälle der Kommunen ausgleichen.

9.34 Uhr: USA melden erstmals über 50.000 Corona-Neuinfektionen an einem Tag

In den USA sind erstmals seit Beginn der Pandemie mehr als 50.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus an einem Tag verzeichnet worden. Damit haben die Infektionszahlen einen neuen Höchststand erreicht, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität vom Donnerstagmorgen hervorgeht. Den Zahlen zufolge sind am Mittwoch rund 50.700 Neuinfektionen gemeldet worden. Die Washington Post zählt sogar rund 52.800 Fälle.

Seit einer Woche melden die USA regelmäßig mehr als 40.000 Neuinfektionen am Tag und liegen damit über den Zahlen vom bisherigen Höhepunkt der Pandemie im April und Mai. Die US-Staaten Kalifornien und Michigan nahmen am Mittwoch Lockerungen zurück, Pennsylvania führte eine Maskenpflicht ein. US-Präsident Donald Trump glaubt indes weiter an das Verschwinden des Virus. Seit Beginn der Pandemie haben sich in den USA über 2,6 Millionen Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. Mindestens 128.000 sind an oder mit dem Virus gestorben.

8.14 Uhr: Minijobber sind besonders hart von Corona getroffen

Minijobber sind Experten zufolge besonders hart von der Corona-Krise betroffen, da sie keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld haben. „Die Corona-Krise verstärkt die Probleme des Niedriglohnsektors – vor allem für Minijobberinnen und Minijobber. Ohne das Sicherheitsnetz des Kurzarbeitergeldes erleiden sie als erste Einkommenseinbußen oder verlieren ihre Arbeit“, sagt der Vorstand der Bertelsmann Stiftung, Jörg Dräger.

So ging die Beschäftigungsquote bei Minijobbern, die aus diesen Jobs ihren Haupterwerb bestreiten, im März bereits um 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zurück, wie aus einer am Donnerstag publizierten Studie hervorgeht, die DIW Econ, eine Tochter des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), im Auftrag der Stiftung durchgeführt hat. Da Minijobber keine Beiträge zur Arbeitslosenversicherung zahlen, entfällt ihr Anspruch auf Kurzarbeitergeld. Um kommende Krisen besser abfedern zu können, empfehlen die Studienautoren, die Schwelle für Minijobs von 450 auf 250 Euro zu senken. So müssten mehr Beschäftigte Sozialversicherungsbeiträge leisten, wären dadurch aber auch in Krisenzeiten besser abgesichert.

7.15 Uhr: Mehrheit der Deutschen wünscht sich kostenlose Corona-Tests für alle

Eine deutliche Mehrheit der Bundesbürger befürwortet kostenlose Corona-Tests für alle. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der „Augsburger Allgemeinen“ sprachen sich 60 Prozent dafür aus, dass jeder Bürger unabhängig von Symptomen und Risiko einen vom Staat bezahlten Corona-Test in Anspruch nehmen können sollte. 31 Prozent lehnten das ab.

Die bayerische Staatsregierung hatte in dieser Woche die kostenlosen Corona-Tests für die gesamte Bevölkerung beschlossen und damit eine Diskussion ausgelöst.

 

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