Grillfeste, Kindergeburtstage, Volksfeste – was in den Sommerferien in welchem Umfang erlaubt ist

Wie viele Menschen sind schon geimpft? Wie viele Infizierte gibt es in meinem Heimatort? Und wie ist die Lage in unseren Nachbarländern? Alle Daten im Überblick 

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15.50 Uhr: China verhängt erneut Corona-Lockdown über Millionen Menschen

In China sind Millionen Menschen wegen mehrerer Corona-Ausbrüche im Land wieder im Lockdown, darunter in Metropolen wie Peking und Nanjing. Insgesamt sind inzwischen mehr als 20 Städte in rund einem Dutzend Provinzen von den Infektionsherden betroffen - auch die zentralchinesische Stadt Wuhan, wo das Coronavirus Ende 2019 zuerst festgestellt worden war. Die Gesundheitsbehörden führen den Anstieg der Infektionsfälle auf die Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante des Coronavirus zurück. In Großstädten wie Peking wurden inzwischen Millionen von Einwohnern getestet, ganze Wohngebiete abgeriegelt und Menschen durch eine engmaschige Kontaktnachverfolgung unter Quarantäne gestellt, um die Weiterverbreitung des Virus zu stoppen. Peking verhängt mitten in der Hauptreisezeit im Sommer zudem ein Einreiseverbot für Touristen. Nur wer einen wichtigen Grund zur Einreise hat und einen Negativ-Test vorlegen kann, darf einreisen. Die chinesische Regierung verfolgt eine sogenannte Null-Covid-Strategie: Treten in einer Stadt oder Provinz kleine Cluster auf, werden die betroffenen Gebiete abgeriegelt und alle Einwohner auf das Virus getestet.

13 Uhr: Einzelhandel profitiert vom Ende vieler Corona-Beschränkungen

Die Lockerungen der Corona-Beschränkungen haben die Geschäfte der Einzelhändler in Deutschland im Juni kräftig angekurbelt. Der Umsatz stieg nach Angaben des Statistischen Bundesamtes bereinigt um Preiserhöhungen (real) um 4,2 Prozent und nominal um 4,6 Prozent gegenüber dem Vormonat. Gegenüber Juni 2020 gab es ebenfalls deutliche Zuwächse (real plus 6,2 Prozent). Vor allem der von Geschäftsschließungen hart getroffene Textilhandel profitierte von den Lockerungen. Der Umsatz mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren stieg im Juni gegenüber dem Vormonat real um 70,5 Prozent. Er lag damit erstmals wieder über dem Vorkrisenniveau vom Februar 2020. In der Halbjahresbilanz klaffte allerdings noch ein Umsatzminus 26,2 Prozent. Auch Waren- und Kaufhäuser machten im Juni deutlich bessere Geschäfte als im Mai, ebenso Einrichtungshäuser und Baumärkte. Der Internet- und Versandhandel, der während der Geschäftsschließungen boomte, verzeichnete im Juni hingegen ein Umsatzminus von 7,5 Prozent.

11.43 Uhr: Altmaier für Verlängerung von Corona-Hilfen

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat bekräftigt, die Corona-Hilfen für Firmen über den September hinaus verlängern zu wollen. Eine Sprecherin sagte am Montag: „Minister Altmaier setzt sich seit langem dafür ein, die Überbrückungshilfen über den September hinaus zu verlängern, um betroffene Betriebe und ihre Beschäftigten zu unterstützen, die vielfach noch länger mit den Corona-Folgen zu kämpfen haben. Er hat sich dazu auch mehrfach öffentlich geäußert und sehr deutlich gemacht, dass die Bundesregierung auch in Zukunft fest an der Seite der Unternehmen stehen wird. Wir begrüßen insoweit, dass jetzt auch Minister Scholz diesem Vorschlag positiv gegenübersteht.“

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe gesagt: „Niemand soll kurz vor der Rettung ins Straucheln geraten.“ Hilfen wie die Kurzarbeiter-Regelung und auch die Wirtschaftshilfen seien bis zum 30. September befristet. „Ich will beides bis zum Jahresende verlängern. Möglicherweise müssen wir auch im nächsten Jahr dem einen oder anderen Unternehmen helfen.“

10.57 Uhr: 61,7 Prozent der Bevölkerung einmal geimpft - Impftempo sehr gering

Das Tempo bei den Erstimpfungen gegen das Coronavirus in Deutschland ist so gering wie seit Monaten nicht. Mittlerweile haben 61,7 Prozent der Gesamtbevölkerung mindestens eine Impfdosis bekommen, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts vom Montag (Stand 9.55 Uhr) hervorgeht. Das sind gut 51,3 Millionen Menschen. „Allerdings ist Zahl der Erstimpfungen so niedrig wie zuletzt im Februar“, schrieb Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf Twitter. „Damals hatten wir nicht genug Impfstoff, das ist heute anders: bitte impfen lassen!“ Vollständig gegen das Coronavirus geimpft sind mittlerweile 52,3 Prozent der Bevölkerung - also knapp 43,5 Millionen Menschen.

Bei den Bundesländern liegt Bremen mit 61,5 Prozent Bevölkerungsanteil der vollständig Geimpften weiter an der Spitze, Sachsen ist mit 47,4 Prozent Schlusslicht.

9.11 Uhr: Weitere Demonstrationen in Berlin untersagt

Drei für Montag geplante Demonstrationen gegen die Corona-Politik in Berlin sind nach Angaben der Polizei untersagt worden. Betroffen sind zwei geplante Aufzüge auf der Straße des 17. Juni unter dem Titel „Das Jahr der Freiheit und des Friedens“, für die bis zu 10.000 Teilnehmer angemeldet waren. Verboten wurde auch eine Versammlung am Potsdamer Platz unter der Überschrift „Freies Leben, freie Liebe“ mit 1000 Teilnehmern, wie eine Polizeisprecherin am Montag sagte.

Am Wochenende waren trotz des Verbots mehrerer Demonstrationen Tausende in Berlin auf die Straße gegangen. Dabei kam es am Sonntag mehrfach zu Auseinandersetzungen zwischen Protestierenden und der Polizei. Es gab knapp 600 Festnahmen. Darüber wollte die Polizei am Montag Bilanz ziehen.

8.38 Uhr: Stiko wartet weiter ab für Entscheidung zu Impfung von Kindern

Die Ständige Impfkommission (Stiko) bleibt trotz politischen Drucks bei ihrer abwartenden Haltung zur Impfung von Kindern und Jugendlichen. Der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens sagte am Montag dem Sender NDR Info, es gebe noch zu wenige Daten über mögliche gesundheitliche Folgeschäden für 12- bis 17-Jährige. „Wir sagen, wir können nicht eine generelle Empfehlung aussprechen, solange wir diesbezüglich nicht die notwendige Datensicherheit haben.“

Politischer Druck für eine schnelle Entscheidung habe keinen Einfluss auf die Stiko, machte Mertens deutlich. „Es kann durchaus sein, dass wir unsere Empfehlung ändern werden, aber sicher nicht, weil Politiker sich geäußert haben“, sagte der Stiko-Vorsitzende.

8.16 Uhr: Lauterbach für Impfung von Kindern

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält Corona-Impfungen von Kindern ab zwölf Jahren für angemessen. Dass die Politik hier jetzt Fakten schaffe, sei richtig, sagte Lauterbach am Montag im Deutschlandfunk vor Beratungen der Gesundheitsministerkonferenz zu dem Thema. Die wesentlichen Studien zur Impfung von Kindern zeigten, dass eine Durchseuchung mit der Delta-Variante des Coronavirus gefährlicher sei als eine Impfung. Wissenschaftlich komme er klar zu dem Ergebnis, dass Impfungen Kindern helfen.

Auch die US-Gesundheitsbehörde CDC, die weltweit wohl die besten Experten habe, empfehle die Impfung von Kindern. In den USA seien mehr als sechs Millionen Kinder geimpft, die Immunisierung sei hier gut untersucht.

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte im Mai den Covid-19-Impfstoff von Biontech/Pfizer für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen, vor wenigen Tagen folgte auch die Freigabe für Moderna. Für Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) die Impfung trotz heftigen politischen Drucks bisher jedoch nur vor allem Kindern und Jugendlichen mit bestimmten Vorerkrankungen wie Diabetes oder Adipositas, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf haben. Lauterbach sagte, die Stiko vertrete hier eine „Außenseiterposition“.

7.16 Uhr: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 17,8

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist weiter gestiegen und liegt nun bei 17,8. Wie das Robert-Koch-Institut am Montagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 847 Neuinfektionen sowie ein weiterer Todesfall im Zusammenhang mit Covid-19 registriert.

Vor einer Woche lag die Inzidenz noch bei 14,3. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen. Sie gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an.

In der Regel liegt die Zahl der Neuinfektionen am Wochenende und am Montag niedriger als im Wochendurchschnitt, weil an den Wochenenden weniger getestet wird und weniger Testergebnisse übermittelt werden.

Das waren die Entwicklungen am Sonntag, 01. August: 

22.00 Uhr:  Heidelberger Chef-Pathologe pocht auf mehr Obduktionen von Geimpften

Um die Wirkung von Impfstoffen besser zu verstehen, müssten viel mehr Leichen obduziert werden, fordert der Heidelberger Chef-Pathologe Peter Schirmacher der Uni Heidelberg. Brisant: Er geht von einer beträchtlichen Dunkelziffer an Impftoten aus - erntet dafür aber deutlichen Widerspruch.  Neben Corona-Toten müssten auch die Leichname von Menschen, die im zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung sterben, häufiger untersucht werden, sagte Schirmacher der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart.

Allerdings widersprechen ihm in dem Punkt andere Wissenschaftler ebenso wie die Ständige Impfkommission (Stiko) und das Paul-Ehrlich-Institut. Die Aussagen, man wisse derzeit zu wenig über Nebenwirkungen und die Gefahren des Impfens würden unterschätzt, seien nicht nachvollziehbar, teilte das Paul-Ehrlich-Institut mit. Insbesondere für schwerwiegende Reaktionen, zu denen auch gehört, wenn ein Mensch nach einer Impfung stirbt, bestehe eine Meldepflicht nach Infektionsschutzgesetz. „Ich kenne keine Daten, die hier eine begründbare Aussage zulassen und gehe nicht von einer Dunkelziffer auf“, sagte der Chef der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens.

Auch der Bundesverband Deutscher Pathologen dringt auf mehr Obduktionen von Geimpften. Nur so könnten Zusammenhänge zwischen Todesfällen und Impfungen ausgeschlossen oder nachgewiesen werden, sagt Johannes Friemann, der Leiter der Arbeitsgruppe Obduktion in dem Verband. Allerdings wird aus seiner Sicht noch zu wenig obduziert, um von einer Dunkelziffer zu sprechen. „Man weiß noch gar nichts.“ Hausärzte und Gesundheitsämter müssten sensibilisiert werden. Die Länder müssten die Gesundheitsämter anweisen, vor Ort Obduktionen anzuordnen. Das hatte der Pathologen-Bundesverband bereits im März in einem Schreiben an Gesundheitsminister Jens Spahn  gefordert. Er blieb unbeantwortet, sagt Friemann.

18.54 Uhr: Auseinandersetzungen bei „Querdenker“-Demonstrationen in Berlin 

Trotz des Verbots mehrerer Demonstrationen auch aus der „Querdenker“-Szene sind in Berlin Tausende Menschen auf die Straße gegangen. Dabei kam es am Sonntag mehrfach zu Auseinandersetzungen zwischen Protestierenden und der Polizei. An der Siegessäule fuhren zwischenzeitlich Wasserwerfer auf. Nach Angaben eines Polizeisprechers wurden rund 500 Menschen festgenommen oder vorübergehend festgesetzt, um Personalien aufzunehmen. In verschiedenen Stadtteilen kreisten Hubschrauber, weil sich „Querdenker“-Gruppen in der Hauptstadt verstreut hatten.

Nach Polizeiangaben gab es immer wieder Versuche, Absperrungen zu durchbrechen. Am Morgen hatten sich zunächst mehrere Hundert Menschen in der Nähe des Olympischen Platzes im Westen der Hauptstadt versammelt. Auch an der Siegessäule gab es größere Proteste. Auf der Straße des 17. Juni war ursprünglich eine Kundgebung der Initiative „Querdenken 711“ geplant gewesen, zu der rund 22.500 Teilnehmende angemeldet worden waren. Die Berliner Polizei hatte die Kundgebung und eine Reihe anderer Proteste allerdings verboten, weil sie Verstöße gegen die Corona-Hygieneauflagen befürchtete.

Die Polizei erteilte Platzverweise. Nach Angaben eines Sprechers stoppte sie auch einen Reisebus und stellte Technik sicher. Die Gruppen hätten sich stadtweit immer wieder zusammengefunden - das „Aggressionspotenzial“ habe variiert, sagte der Polizeisprecher. 

Die Menschen protestierten in verschiedenen Gruppen und forderten etwa „Schluss mit der Corona-Diktatur“ und hielten Transparente wie „Kein Test: keine Pandemie“ hoch. Auf die Frage nach der Taktik der Polizei und warum es Menschen gelungen sei, sich zu versammeln, sagte der Sprecher: Die Polizei sei angehalten, mit Augenmaß vorzugehen. „Wir können jetzt nicht jede Person willkürlich kontrollieren, etwa am Pariser Platz.“ Menschen hätten sich etwa auch aus touristischen Hotspots heraus bewegt und seien zu mehreren Hundert zusammengekommen. Die Polizei habe sie wieder zerstreut.

16.50 Uhr: Gesundheitsminister wollen Auffrischungsimpfungen für Risikogruppen einleiten
- Außerdem mehr Impfangebote für Kinder und Jugendliche geplant

Die Regierungen von Bund und Ländern wollen schon bald mit Corona-Auffrischungsimpfungen für Risikogruppen beginnen und zudem stärker den Weg für Impfungen von Jugendlichen und Kindern ab zwölf Jahren ebnen. Das geht aus Beschlussvorlagen für die Gesundheitsministerkonferenz am Montag hervor, die der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag in Berlin vorlagen.

Konkret genannt werden alle Hochbetagten sowie Menschen mit Immunschwäche und Pflegebedürftige. Verimpft werden sollen grundsätzlich die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer oder Moderna, unabhängig davon, ob vorher etwa die Impfstoffe von Astrazeneca oder Johnson & Johnson verwendet wurden. Auch Betriebsärztinnen und -ärzte sollen Auffrischungsimpfungen verabreichen können. Begründet werden diese mit Studien, die auf ein allmähliches Nachlassen des Infektionssschutzes auch bei vollständig Geimpften hinweisen, gerade in den Risikogruppen.

Alle Zwölf- bis 17-Jährigen sollen ab sofort Corona-Impfungen mit den Vakzinen von Biontech/Pfizer und Moderna in Impfzentren erhalten können, aber auch durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sowie im Rahmen der Impfung von Angehörigen in Betrieben. „Für die Gruppe der jungen Erwachsenen in Universitäten, Berufsschulen und Schulen machen die Länder strukturierte, niedrigschwellige Angebote an den jeweiligen Lernorten“, heißt es weiter. Wird dies so beschlossen, würden die Regierenden damit die Ständige Impfkommission (Stiko) umgehen, die Impfungen für die Zwölf- bis 17-Jährigen bisher nicht generell empfiehlt. Begründet wird das Vorgehen in der Beschlussvorlage damit, dass die Impfung der Kinder und Jugendlichen „maßgeblich zu einem sichereren Start in den Lehr- und Lernbetrieb nach den Sommerferien beitragen“ könne.

15.34 Uhr: Kretschmann wirbt fürs Impfen - Auffrischungsimpfungen in Planung

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann  hat noch einmal eindringlich aufgerufen, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen - und Ungeimpfte vor den Folgen gewarnt. Um eine neue Infektionswelle im Herbst zu verhindern, gebe es nur eine Lösung: „Lassen Sie sich jetzt impfen - und nicht irgendwann!“, sagte er am Samstag in einer Fernsehansprache im SWR. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern sprechen an diesem Montag über Impfangebote für Jugendliche und Auffrischimpfungen.

Von seit Sonntag geltenden verschärften Testpflichten für Reiserückkehrer aber dürften viele an den Grenzen im Südwesten wenig mitbekommen haben. Bei einem Aufenthalt in Gebieten mit neuen, besorgniserregenden Virusvarianten ist ein Testnachweis Pflicht. Nachweise als Genesener oder Geimpfter reichen in diesem Fall nicht. Die Behörden hatten „stichprobenhafte“ Überprüfungen angekündigt. Zahlen zu den Kontrollen konnte das Bundesinnenministerium am Sonntag nicht nennen. Für bestimmte Gruppen schlägt das Bundesgesundheitsministerium in einer Vorlage für die Gesundheitsministerkonferenz Auffrischimpfungen gegen das Coronavirus ab September vor. Erste Studienergebnisse wiesen darauf hin, dass es bei ihnen zu einem verminderten oder schnell nachlassenden Schutz nach einer Impfung kommen könne, heißt es in dem Entwurf. „Dies gilt insbesondere für die Gruppe relevant immungeschwächter Patientinnen und Patienten sowie für Höchstbetagte und Pflegebedürftige.“ Der baden-württembergische Ressortchef Manne Lucha hatte dergleichen jüngst gefordert.

Der Regierungschef sagte in seiner Ansprache, für ungeimpfte Menschen könne die Teilnahme am öffentlichen Leben dort eingeschränkt werden, wo es notwendig sei. „Bedenken Sie auch: So manches wird unbequem für Sie werden, wenn Sie sich nicht impfen lassen.“ Sollten die Infektionszahlen im Herbst wieder deutlich steigen, würden Aktivitäten wie der Besuch im Gasthaus oder im Kino Nicht-Geimpften allenfalls noch mit Test erlaubt sein. Außerdem müssten sie damit rechnen, dass sie Tests aus eigener Tasche bezahlen müssen.

14.47 Uhr: Umfrage im Mittelstand: Knappe Mehrheit für Impfpflicht

Eine knappe Mehrheit von Mittelständlern in Deutschland ist einer Umfrage zufolge für eine allgemeine Impfpflicht - wenn dadurch ein erneuter Lockdown verhindert werden könnte. Das geht aus einer Blitzumfrage des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW) hervor.

Gestellt wurde folgende Frage: „Würden Sie einer allgemeinen Impfpflicht zustimmen, wenn dadurch ein erneuter Lockdown und Schulschließungen verhindert und die Einschränkungen der Freiheitsrechte wieder aufgehoben werden könnten?“ Mit Ja antworteten knapp 54 Prozent der Firmen, mit nein 45 Prozent, keine Meinung hatte knapp ein Prozent. An der Umfrage beteiligten sich rund 2950 Firmen.

14.15 Uhr: London ruft schwangere Frauen wegen Delta-Variante eindringlich zum Impfen auf

Die britischen Gesundheitsbehörden haben angesichts des Vormarsches der Deltavariante alle Schwangeren aufgefordert, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Einen entsprechenden offenen Brief an schwangere Frauen, Hausärzte und Geburtshelfer veröffentlichte die leitende Hebamme des Gesundheitsdienstes in England, Jacqueline Dunkley-Bent. Sie wies auf eine neue Studie hin, wonach sich bei ungeimpften Schwangeren das Risiko einer schweren Erkrankung erhöht hat, seit die Delta-Variante im Land grassiert.

Der Impfstoff könne Schwangere davor schützen, ins Krankenhaus zu müssen, erklärte Dunkley-Bent in dem am Freitag veröffentlichten Schreiben. Er könne das Leben von Mutter und Kind retten. Laut der neuen Studie der Universität von Oxford ist der Anteil der schwangeren Frauen, die mit einer mittelschweren bis schweren Infektion ins Krankenhaus eingeliefert wurden, seit dem Auftreten der Delta-Variante im Mai "erheblich" gestiegen. 99 Prozent von ihnen waren demnach nicht geimpft, jede zehnte musste intensivmedizinisch behandelt werden.

13.41 Uhr: Erneut über 3000 Corona-Infektionen in Olympia-Stadt Tokio

In der Olympia-Stadt Tokio liegt die Zahl der Corona-Neuinfektionen am fünften Tag in Serie über der Marke von 3000 Fällen. Die Stadt registrierte am Sonntag innerhalb von 24 Stunden 3058 Neuinfektionen, nachdem am Vortag ein Höchststand von 4058 Fällen registriert erreicht worden war. Am Sonntag sind die Zahlen gewöhnlich niedriger, da weniger getestet wird. Die Gouverneure von Tokio sowie anderen betroffenen Präfekturen wollen die Regierung auffordern, härtere Maßnahmen wie Ausgangssperren zu prüfen. Einen Lockdown wie in anderen Ländern hat Japan bisher nicht verhängt. Stattdessen gilt in Tokio und anderen Präfekturen bis 31. August ein Notstand, der nur lockere Maßnahmen vorsieht. So sollen Restaurants und Bars keinen Alkohol ausschenken und früher schließen.

Kritiker verweisen darauf, dass die bisherigen meist unverbindlichen Aufforderungen des Staates nicht mehr greifen. Die Gesellschaft müsse wieder ein „gemeinsames Krisenbewusstsein entwickeln“, um einen Zusammenbruch des Gesundheitssystems zu verhindern, forderte der Mediziner Omi Shigeru, der wichtigste Corona-Berater der Regierung. Die Delta-Variante des Virus sei ein „extrem starker Feind“, sagte Tokios Gouverneurin Yuriko Koike. Sie rief die Bürger auf, trotz der Sommerferien zu Hause zu bleiben. Zugleich bekräftigte Koike ihre Absicht, die streng vom Volk abgeschirmten Olympischen Spiele fortzusetzen.

13.15 Uhr: Bundesgesundheitsministerium will mehr Impfangebote für Jugendliche

Jugendliche sollen nach einem Vorschlag des Bundesgesundheitsministeriums in allen Bundesländern Corona-Impfangebote bekommen. Das geht aus einem Entwurf für einen Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz an diesem Montag hervor, der der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. Zuvor hatte die „Bild am Sonntag“ darüber berichtet. „Eine entsprechende ärztliche Aufklärung sowie eine ggf. notwendige Zustimmung der Sorgeberechtigten werden dabei sichergestellt“, heißt es in dem Entwurf.

„Es werden nunmehr alle Länder Impfungen für Zwölf- bis 17-Jährige in den Impfzentren anbieten“, schreibt das Ministerium in dem an die Länder versendeten Beschlussvorschlag. Auch niedergelassene Ärzte und Betriebsärzte, die Angehörige impften, könnten eingebunden werden. In einigen Ländern sind bereits Impfaktionen etwa an Schulen geplant. Das Impftempo bei Erwachsenen hatte sich zuletzt verlangsamt.

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte im Mai den Covid-19-Impfstoff von Biontech/Pfizer für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen, vor wenigen Tagen folgte auch die Freigabe für Moderna. Für Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) die Impfung trotz heftigen politischen Drucks bisher jedoch nur vor allem Kindern und Jugendlichen mit bestimmten Vorerkrankungen wie Diabetes oder Adipositas, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf haben. Als Gründe nannte die Stiko noch fehlende Daten zur Sicherheit des Impfstoffs. Eine Aktualisierung der Impfempfehlung könne es erst dann geben, wenn aussagekräftige Daten für diese Altersgruppe zum Risiko durch die Impfung und zum Risiko durch die Corona-Variante Delta vorlägen, betonte der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens kürzlich.

12.48 Uhr: Trotz Demo-Verbots protestieren in Berlin Hunderte gegen Corona-Maßnahmen

In Berlin sind am Sonntag mehrere hundert Menschen zu einer nicht genehmigten Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen aufgebrochen. Sie hätten ursprünglich zu Fuß oder im Reisebus an einem angemeldeten Autokorso teilnehmen wollen, teilte die Berliner Polizei auf Twitter mit. Für die Teilnahme sei allerdings ein Auto Voraussetzung. Die Betreffenden hätten sich nun in der Reichsstraße in Charlottenburg zu einer verbotenen Ersatzversammlung gesammelt.

Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hatte zuvor mehrere geplante Demonstrationen aus dem Kreis der "Querdenken"-Bewegung verboten. Das Gericht erklärte am Samstag, die Beschwerden gegen entsprechende Beschlüsse des Verwaltungsgerichts Berlin seien zurückgewiesen worden. Die Auffassung der Antragsteller, dass Demonstrieren ohne Mund-Nase-Schutz und Mindestabstand von der Versammlungsfreiheit gedeckt sei, teilte das Gericht nicht.

Die Polizei hatte zuvor angekündigt, dass sie in der Stadt mit bis zu 2250 Kräften im Einsatz sein werde. Am Sonntag twitterte sie, die Teilnahme an einer verbotenen Versammlung sei eine Ordnungswidrigkeit, die mit bis zu 1000 Euro Bußgeld bestraft werden könne. Es würden Platzverweise erteilt und Anzeigen gefertigt. 

12.03 Uhr: Einreise-Testpflicht: Stichprobenartige Kontrollen begonnen

Die Bundespolizei hat am Sonntag mit Kontrollen der verschärften Testpflicht für Reiserückkehrer begonnen. „Es erfolgen stichprobenartige Kontrollen. Wir versuchen mit unseren Kräften aber so viele Einreisende wie möglich zu überprüfen“, sagte der Sprecher der Bundespolizei in Pirna, Holger Uhlitzsch, mit Blick auf die sächsischen Grenzen zu Polen und Tschechien.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann sagte: „Die Bayerische Grenzpolizei wird in enger Zusammenarbeit mit der Bundespolizei Reiserückkehrer aus dem Ausland im Rahmen der stichprobenartigen Schleierfahndung kontrollieren, um die Einhaltung der verschärften Regeln zu überprüfen“. Dabei werde auch die bayerische Bereitschaftspolizei die Beamten an der Grenze unterstützen.

Seit Sonntag müssen alle Menschen ab zwölf Jahren bei ihrer Einreise nachweisen können, dass bei ihnen das Übertragungsrisiko verringert ist: mit dem Nachweis einer Impfung, einem Nachweis als Genesener oder einem negativen Testergebnis. Eine solche Vorgabe gab es bisher schon für alle Flugpassagiere. Künftig gilt dies für alle Verkehrsmittel, also auch bei Einreisen per Auto oder Bahn.

11.17 Uhr: Scholz für Verlängerung von Corona-Hilfen mindestens bis Jahresende

Bundesfinanzminister Olaf Scholz plädiert für eine Verlängerung der Corona-Hilfen mindestens bis zum Jahresende. „Niemand soll kurz vor der Rettung ins Straucheln geraten“, sagte der SPD-Kanzlerkandidat. Hilfen wie die Kurzarbeiter-Regelung und auch die Wirtschaftshilfen seien bis zum 30. September befristet. „Ich will beides bis zum Jahresende verlängern. Möglicherweise müssen wir auch im nächsten Jahr dem einen oder anderen Unternehmen helfen.“

Aktuell können Betriebe, die bis 30. September Kurzarbeit einführen, die erleichterten Zugangsbedingungen zum Kurzarbeitergeld in Anspruch nehmen. Wenn man erst vorher Kurzarbeit im Betrieb hatte, muss dazwischen eine dreimonatige Unterbrechung liegen. Ein Betrieb kann demnach Kurzarbeit anmelden, wenn mindestens zehn Prozent der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sind; normalerweise sind es 30 Prozent. Minusstunden müssen vor der Gewährung von Kurzarbeitergeld keine aufgebaut werden. Auch Leiharbeitskräfte können Kurzarbeitergeld bekommen.

10.51 Uhr: Nur etwa jeder vierte Ungeimpfte will sich einer Umfrage zufolge noch gegen das Coronavirus impfen lassen.

Das berichtete die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa.

Als Hauptgrund nannten 67 Prozent der Impfverweigerer bei der Umfrage mangelndes Vertrauen in die Impfstoffe. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sagte der Zeitung, er gehe fest davon aus, dass diese Menschen künftig mit Einschränkungen rechnen müssten. "Im Herbst, wenn die Fallzahlen sehr hoch sind, wird es eine Reihe von Einschränkungen für Ungeimpfte geben müssen: Sie werden etwa nicht mehr in die Innenräume von bestimmten Restaurants, in Bars oder Clubs gehen können, also an Orte mit einem hohen Ansteckungsrisiko", sagte Lauterbach.

10.05 Uhr: Lindner: Wir brauchen eine Art Corona-Index

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner fordert, in der Corona-Pandemie den Inzidenzwert als einziges Kriterium für staatliche Schutzmaßnahmen aufzugeben. „Wir brauchen eine Art Corona-Index: Er sollte sich aus Inzidenz, aber insbesondere aus der Quote der Hospitalisierung ergeben“, sagte er der „Welt am Sonntag“. „Wenn es so ist, dass nun überwiegend Jüngere mit einem geringeren Krankheitsrisiko Überträger sind, dann reduziert sich die Gefahr der Überlastung des Gesundheitssystems. Folglich können und müssen Maßnahmen zurückgenommen werden.“

Die Inzidenz beziffert die Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner in sieben Tagen. Auch Politiker anderer Parteien hatten sich angesichts der wachsenden Zahl der gegen das Coronavirus geimpften Menschen für angepasste Bewertungskriterien ausgesprochen.

9.38 Uhr: Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist weiter gestiegen und liegt nun bei 17,5. Am Vortag hatte die Inzidenz noch 16,9 betragen.

Am Vortag hatte die Inzidenz noch 16,9 betragen. Vor einer Woche lag sie bei 13,8. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen. Sie gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an.

Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Ansteckungen in Deutschland seit Beginn der Pandemie liegt den Angaben zufolge bei 3.771.262. Insgesamt wurden bislang 91.659 Corona-Tote gemeldet. Die Zahl der von einer Corona-Infektion Genesenen gibt das RKI mit rund 3.654.500 an. In der Regel liegt die Zahl der Neuinfektionen am Wochenende und am Montag niedriger als im Wochendurchschnitt, weil an den Wochenenden weniger getestet wird und weniger Testergebnisse übermittelt werden.

9.05 Uhr: Oberverwaltungsgericht bestätigt Verbot weiterer "Querdenker"-Demonstrationen

Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat die Verbote für weitere am Sonntag in Berlin geplante Demonstrationen aus dem Kreis der "Querdenken"-Bewegung bestätigt. Das Gericht erklärte am Samstag, die Beschwerden der Anmelder gegen entsprechende Beschlüsse des Verwaltungsgerichts Berlin seien zurückgewiesen worden. Demnach handelt es sich um die Versammlung unter dem Motto "Für Frieden, Freiheit und Grundrechte", die Versammlung "Unser Weg zum friedlichen Wohlstand für alle" und die Versammlung "Das Jahr der Freiheit und des Friedens – Das Leben nach der Pandemie".

Die Auffassung der Antragsteller, dass Demonstrieren ohne Mund-Nase-Schutz und Mindestabstand von der Versammlungsfreiheit gedeckt sei, teile das Gericht nicht, hieß es in Pressemitteilungen zu den Eilverfahren. 

8.30 Uhr: Einreise-Testpflicht startet - Bußgeld bei Verstößen

Um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zum Ende der Sommerferien zu verhindern, gilt ab Sonntag eine verschärfte Testpflicht für Reiserückkehrer auch an den Grenzen zum Südwesten. Alle Menschen ab zwölf Jahren müssen bei ihrer Einreise auch auf baden-württembergisches Gebiet nachweisen können, dass bei ihnen das Übertragungsrisiko verringert ist: mit dem Nachweis einer Impfung, einem Nachweis als Genesener oder einem negativen Testergebnis. Eine solche Vorgabe gibt es bisher schon für alle Flugpassagiere. Künftig gilt dies für alle Verkehrsmittel, also auch bei Einreisen per Auto oder Bahn.

Bei einem Aufenthalt in Gebieten mit neuen, besorgniserregenden Virusvarianten ist ein Testnachweis Pflicht. Nachweise als Genesener oder Geimpfter reichen in diesem Fall nicht.

Die baden-württembergische Landespolizei warnt bereits vor Bußgeldern, sollten Einreisende die Vorgaben verletzen. „Ich empfehle jedem, nicht zu versuchen die Testpflicht zu umgehen“, sagte Ralf Kusterer, der Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft in Baden-Württemberg, den „Stuttgarter Nachrichten“. Wer an der Grenze erwischt werde, riskiere nicht nur ein Bußgeld, sondern auch, dass er nicht einreisen dürfe.

Das waren die Entwicklungen am Samstag, 31. Juli: 

22 Uhr: Israel beginnt mit dritter Corona-Impfung für ältere Menschen

In Israel können sich ab Sonntag alle Menschen ab 60 zum dritten Mal gegen das Coronavirus impfen lassen, wenn ihre zweite Impfung mindestens fünf Monate zurückliegt. Ab Sonntag erlaubt sind zudem Impfungen von Kindern im Alter zwischen fünf und elf Jahren mit besonders hohem Risiko, bei einer Infektion schwer zu erkranken oder zu sterben. Kindern ab zwölf Jahren stehen die Impfungen bereits seit Anfang Juni offen.

Trotz einer intensiven Impfkampagne steigt auch in Israel die Zahl der Neuinfektionen wieder an. Deshalb hatte sich die Regierung zu dem Alleingang bei den Auffrischungsimpfungen mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer entschlossen. Trotz der steigenden Infektionszahlen dürfen aber geimpfte Touristen ab Sonntag wieder nach Israel einreisen.

20.35 Uhr: Reges Interesse bei Sonder-Impfaktion vor Barcelona-Spiel in Stuttgart

Auf reges Interesse ist am Samstag eine Impfaktion der Stadt Stuttgart und des örtlichen Robert-Bosch-Krankenhauses vor dem Testspiel des VfB Stuttgart gegen den FC Barcelona gestoßen. Auf einem Parkplatz nahe des VfB-Fancenters sowie an weiteren Standorten rings um das Stadion gab es die Möglichkeit, sich spontan gegen das Coronavirus impfen zu lassen.

Bei Erstimpfungen mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer erhielten die Betroffenen auch automatisch einen Termin für die Zweitimpfung in rund drei Wochen. Mehr Impfungen seien gerade angesichts der wieder steigenden Inzidenzzahlen wichtig, betonte der medizinische Geschäftsführer der Klinik, Dominik Alscher.

"Ich bin dem VfB sehr dankbar, dass er uns mit dieser großartigen Aktion bei unserer Kampagne unterstützt", betonte Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha. "Das Impfen ist der Schlüssel zur Bekämpfung der Pandemie", betonte auch er. "Das Tor zur Impfung steht offen", erklärte Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper.

19.05 Uhr: Zahl der Corona-Ansteckungen pro Tag nimmt im Land weiter zu

Die Zahl der Corona-Infektionen in Baden-Württemberg nimmt weiter zu. Das Landesgesundheitsamt registrierte am Samstag (Stand: 16.00 Uhr) 296 Corona-Neuinfektionen, am Samstag vor einer Woche waren es noch 219 Fälle und eine Woche davor 201. Damit haben sich im Südwesten bislang 505 955 Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Virus beträgt nun 10 395, zwei mehr als am Vortag.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, die die registrierten Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche angibt, lag am Samstag bei 14,9 nach 14,2 am Vortag und 13,6 am Donnerstag. Damit hält der leichte Anstieg der Fallzahlen und der Inzidenz seit Anfang Juli an.

Nach dem starken Rückgang der Belastungen im Hohenlohekreis (Inzidenz 33,7) liegt von den 44 Stadt- und Landkreisen keine Region mehr über der politisch relevanten Inzidenz-Marke von 35. Der Wert ist für Lockerungen etwa bei Freibadbesuchen, in der Außengastronomie und bei Kulturveranstaltungen wichtig. Den geringsten Wert erreichen die Landkreise Schwäbisch Hall (1,5) und Freudenstadt (1,7).

17.40 Uhr: 5000 Menschen demonstrieren in der Schweiz gegen Corona-Maßnahmen

In der Schweiz haben am Samstag mehrere tausend Menschen gegen die Einschränkungen in der Corona-Pandemie und gegen die Impfkampagne demonstriert. Laut Polizei versammelten sich in Luzern rund 5000 Demonstranten. Ein Beamter sei im Laufe der Kundgebung angegriffen und verletzt worden, hieß es. Zwei Personen seien vorübergehend festgenommen worden. Die Demonstranten kritisierten, dass die Corona-Politik die Freiheit unnötig und viel zu stark einschränke. „Freiheit ist systemrelevant“, lautete eines der Transparente.

16.25 Uhr: Impfen im Freizeitpark - lange Schlange für die Spritze 

Es wurde dort geimpft, wo normalerweise Achterbahnen fahren, geschunkelt wird und es nach Zuckerwatte duftet: In Nürnberg gab es am Samstag eine Impfaktion auf dem Volksfestplatz. Schon vor Beginn habe sich eine Schlange von rund 80 impfwilligen Menschen gebildet, sagte Barbara Lauterbach vom Süddeutschen Schaustellerverband der Deutschen Presse-Agentur: „Wir sind zuversichtlich, dass das eine erfolgreiche Aktion wird.“

Noch bis in die Nacht hineinein sollten die Vakzine Biontech/Pfizer und Johnsen&Johnson geimpft werden. Das Angebot richtete sich an Schausteller, deren Personal und auch Besucher des Freizeitparks „NürnBärLand“. Diese Attraktion haben die Schausteller als Ersatz für die traditionellen Volksfeste in Nürnberg auf dem Gelände aufgebaut.

Die traditionellen Volksfeste dürfen wegen der Corona-Einschränkungen nicht stattfinden. Der Freizeitpark als Ersatzformat sei für viele Schausteller die erste Chance seit Herbst 2019, wieder Geld zu verdienen, betonte Lauterbach.

14.50 Uhr: Weitere VfB-Profis positiv getestet - Spiel gegen Barça findet statt

Beim Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart sind zwei weitere Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden. Trotzdem kann das für Samstagabend (18.00 Uhr) geplante Testspiel gegen den FC Barcelona wie geplant stattfinden, wie die Schwaben am Samstagnachmittag mitteilten. Die beiden am Freitag positiv getesteten Profis befinden sich nach VfB-Angaben in häuslicher Isolation, alle weiteren Akteure sowie die Mitglieder des Trainer- und Betreuerteams wurden negativ getestet. Nach Rücksprache mit den zuständigen Gesundheitsbehörden sowie den Verantwortlichen des FC Barcelona könne die Partie somit stattfinden, hieß es weiter.

Zu Beginn der Trainingswoche war bereits Stuttgarts Torjäger Sasa Kalajdzic positiv auf Corona getestet worden. Auch der österreichische Nationalspieler befindet sich seitdem in häuslicher Quarantäne. Da den Schwaben gegen Barça somit mehrere Spieler corona- oder verletzungsbedingt fehlen, wird der Kader von Trainer Pellegrino Matarazzo mit Spielern aus der U21 aufgestock

14.26 Uhr: Kinderärzte fordern Klarheit zur Corona-Impfung für Teenager

Die Kinderärzte fordern vor dem beginnenden Schuljahr eine klare Corona-Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission für ab 12-Jährige. „Wir erwarten, dass sich die Stiko erneut und möglichst zeitnah äußert“, sagte der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, am Samstag der „Ärzte Zeitung“.

„Die Eltern brauchen eine klare Perspektive, wie es weitergeht und ob sie ihr Kind impfen lassen sollen“, fügte er hinzu. Es gebe inzwischen zahlreiche Studien, die die Impfung positiv bewerten. Fischbach verwies auf den Corona-Berater der israelischen Regierung und Leiter der größten Kinderklinik des Landes Itai Pessach. Der habe „betont, die zugelassenen Vakzine für ab 12-Jährige seien sicher und gut verträglich“.

Für Kinder und Jugendliche dürfe es nicht zu einem neuerlichen Lockdown kommen, forderte Fischbach. „Die Schulen und Kitas müssen nach den Ferien im Regelbetrieb öffnen. Es darf nicht wieder zu einem Jo-Jo-Effekt kommen: Aufmachen, dichtmachen und wieder von vorne. Die körperlichen und seelischen Kollateralschäden weiterer Lockdown-Politik wären immens.“

Für die Öffnung der Schulen verlangt der Verbandschef einen bundesweiten Einsatz von sogenannten Lolli-Pooltests. „Der Vorteil der Lolli-Tests ist, dass sie wesentlich verlässlicher als Schnelltests sind“, sagte Fischbach. „Die Kinder empfinden die Lolli-Tests auch als weniger belastend, das läuft fast spielerisch ab. Daher sollte die Methode breiter angewendet werden.“

13.12 Uhr: Kretschmanns Appell zum Ferienstart: Impfen, impfen, impfen!

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat zum Ferienstart noch einmal eindringlich aufgerufen, sich impfen zu lassen und Ungeimpfte vor den Folgen gewarnt. Um eine neue Infektionswelle im Herbst zu verhindern, gebe es nur eine Lösung: „Lassen Sie sich jetzt impfen - und nicht irgendwann!“, sagte der Regierungschef in einer vorab verbreiteten Fernsehansprache im SWR vom Samstagabend.

Für ungeimpfte Menschen könne die Teilnahme am öffentlichen Leben dort eingeschränkt werden, wo es notwendig sei, warnte der Regierungschef. „Bedenken Sie auch: So manches wird unbequem für Sie werden, wenn Sie sich nicht impfen lassen.“ Sollten die Infektionszahlen im Herbst wieder deutlich steigen, würden Aktivitäten wie der Besuch im Gasthaus oder im Kino Nicht-Geimpften allenfalls noch mit Test erlaubt sein. „Außerdem müssen Sie damit rechnen, dass Sie die Tests aus eigener Tasche bezahlen müssen, wenn Sie unser Impfangebot nicht wahrnehmen.“

12.20 Uhr: Krankenhausgesellschaft für neuen Index in der Pandemie

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) plädiert für einen neuen Mix aus verschiedenen Indikatoren, um angesichts des Impffortschritts das Corona-Pandemiegeschehen in Deutschland besser einschätzen zu können. Sie schlägt eine Matrix vor, die - nach Altersstufen differenziert - wichtige Kennzahlen zur Infektionslage, zu den Testungen, zur Impfsituation und zur Auslastung der Krankenhäuser aufführt, wie das „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (Samstag) berichtet. Das Konzept liegt den Angaben zufolge dem RedaktionsNetzwerk (RND) vor.

Die bisher maßgebliche Sieben-Tages-Inzidenz ist dabei nur noch einer von insgesamt zwölf Indikatoren. Dazu gehören unter anderem die Quote der positiven Tests, die Impfrate und die Klinikbelegung durch Covid-19-Erkrankte. Zudem sollen auch Faktoren aufgenommen werden, die die Dynamik des Geschehens erfassen.

„Mit dieser Matrix lässt sich auf einen Blick leicht erkennen, wie die aktuelle Pandemielage tatsächlich ist und welche Trends beziehungsweise Zusammenhänge es gibt“, sagte DKG-Chef Gerald Gaß dem RND. So könnte man aus der Tabelle zum Beispiel schnell herauslesen, ob wieder gehäuft ältere, geimpfte Menschen in die Kliniken kämen, weil der Impfschutz nachlasse.

11.24 Uhr: Spahn: Jeder fünfte Jugendliche mit erster Corona-Impfung

Jeder fünfte Jugendliche in Deutschland zwischen 12 und 17 Jahren hat mittlerweile eine erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Das twitterte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Samstag. In absoluten Zahlen sind es 900 000.

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte im Mai den Covid-19-Impfstoff von Biontech/Pfizer für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen, vor wenigen Tagen folgte auch die Freigabe für Moderna. Für Deutschland empfiehlt die Stiko die Impfung bisher jedoch nur Kindern und Jugendlichen mit bestimmten Vorerkrankungen, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf haben. Als Gründe nannte die Stiko fehlende Daten zur Sicherheit des Impfstoffs.

10.38 Uhr: Bundesregierung plant Ende von kostenlosen Coronatests

Die Bundesregierung plant ein Ende der kostenlosen Coronatests. „Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat schon vor Wochen gesagt, dass er es für denkbar hält, die Tests zu einem späteren Zeitpunkt für Ungeimpfte nicht mehr kostenlos anzubieten. Der genaue Zeitpunkt ist noch festzulegen“, teilte das Bundesgesundheitsministerium am Samstag auf Anfrage mit. Wie aus Regierungskreisen verlautete, gibt es dazu allerdings noch keine Einigung.

Die „Bild“-Zeitung hatte zuvor berichtet, die Bundesregierung habe sich grundsätzlich darauf geeinigt, dass die Tests kostenpflichtig werden, sobald sich alle Deutschen zweimal impfen lassen konnten - also Ende September oder Anfang Oktober.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe: „Corona-Tests sollten kostenpflichtig werden, wenn alle sich hätten impfen lassen können - also in wenigen Wochen.“ Ausnahmen müssten natürlich für die gelten, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können sowie für Kinder und Jugendliche.

Auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther forderte den Bund auf, Corona-Tests so schnell wie möglich kostenpflichtig zu machen. „Die Bundesregierung sollte schon in der kommenden Woche ein konkretes Datum für die Umstellung auf die Kostenpflichtigkeit der Corona-Tests festlegen“, sagte der CDU-Politiker der „Welt“. Dieses Datum könnte der 20. September sein. „Bis dahin hätte jeder bisher Ungeimpfte noch die Chance, sich vollständig impfen zu lassen.“

9.05 Uhr: Scholz gegen reine Fokussierung auf Inzidenz

Olaf Scholz hat sich gegen eine reine Fixierung auf die Inzidenz bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie ausgesprochen. „Viele Fachleute verweisen richtigerweise darauf, dass wir neben den Inzidenzen auch die Situation in den Krankenhäusern und auf den Intensivstationen im Blick behalten müssen“, sagte der Finanzminister den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). „Die Infektionszahlen steigen wieder, damit müssen wir umgehen. Aber es ist schon ein großer Unterschied zum Winter und zum Frühjahr, weil so viele jetzt geimpft und damit geschützt sind.“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn dringt schon seit längerem auf die Berücksichtigung auch anderer Kennzahlen als der Inzidenz zur Einschätzung der Lage. Aus Sicht des Robert Koch-Instituts bleibt diese Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner und Woche aber der wichtigste Frühwarnwert.

Daneben wandte sich Scholz gegen den Vorstoß von Kanzleramtsminister Helge Braun, nur noch Geimpfte ins Restaurant oder ins Kino zu lassen. „Ich finde, wir sollten weiterhin auch ermöglichen, dass man mit einem aktuellen Test ins Kino oder in die Kneipe kommt“, sagte er. Allerdings sollten Corona-Tests kostenpflichtig werden, wenn alle sich hätten impfen lassen können. „Ausnahmen müssen natürlich für die gelten, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können sowie für Kinder und Jugendliche.“

8 Uhr: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 16,9
- RKI meldet 2400 Neuinfektionen binnen 24 Stunden

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist erneut gestiegen und liegt nun bei 16,9. Wie das Robert-Koch-Institut am Samstagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 2400 Neuinfektionen sowie 21 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 registriert.

Am Vortag hatte die Inzidenz noch 16,5 betragen. Vor einer Woche lag sie bei 13,6. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen. Sie gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an.

Das waren die Entwicklungen am Freitag, 30. Juli: 

20.15 Uhr: Corona-Zahlen im Südwesten steigen stetig - Inzidenz bei 14,2

Die Zahl der Corona-Infektionen in Baden-Württemberg steigt stetig an. Die Sieben-Tage-Inzidenz, die die registrierten Corona-Neuinfektionen binnen einer Woche angibt, lag am Freitag (Stand: 16.00 Uhr) bei 14,2 (13,6 am Vortag). Wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart mitteilte, ist damit seit Anfang Juli ein leichter Anstieg der Fallzahlen und der Inzidenz zu beobachten.

Die Behörde registrierte 264 Corona-Neuinfektionen im Vergleich zum Vortag und zwei weitere Todesfälle in Verbindung mit dem Virus. Damit haben sich im Südwesten bislang 505 659 Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Virus beträgt nun 10 393.

Von den 44 Stadt- und Landkreisen liegt mit 40,8 nur der Hohenlohekreis über der politisch relevanten Inzidenz-Marke von 35. Der Stadtkreis Mannheim nähert sich mit 34,1 an. Der Wert ist für Lockerungen etwa bei Freibadbesuchen, in der Außengastronomie und bei Kulturveranstaltungen wichtig.

18.15 Uhr: Ministerin schreibt Brief an Studenten: „Kommen Sie wieder zurück“

In einem Brief hat Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Theresia Bauer die Studenten aufgerufen, zum Wintersemester an die Studienorte zurückzukehren. „Kommen Sie wieder zurück an Ihre Hochschulen“, heißt es nach Angaben des Wissenschaftsministeriums  in einem Schreiben an die 360.000 Studierenden. „Tragen Sie dazu bei, dass Hochschule wieder erfahrbar und erlebbar wird.“ Der Brief soll über die Hochschulen und als E-Mail an alle Studierenden und Mitarbeiter der Einrichtungen versandt werden.

In den vergangenen Wochen und Monaten habe die unmittelbare Begegnung am Studienort ebenso gefehlt wie der akademische Streit, das Miteinander von Lerngruppen, der Hochschulsport und der Mensabesuch sowie die Gelegenheiten zum Feiern, schreibt Bauer. Schlüssel für einen erfolgreichen Hochschulalltag seien nun die Abstandsregel und eine möglichst hohe Impfquote. „Lassen Sie sich impfen, tragen Sie so dazu bei, dass auch im Falle wieder steigender Infektionszahlen ein Studienbetrieb in Präsenz erhalten bleiben kann“, betont die Ministerin. Es gebe genug Impfstoff.

17 Uhr: Bratwurst als Belohnung sorgt für Ansturm auf Impfstelle

Eine Bratwurst als Belohnung hat der Impfstelle im südthüringischen Sonneberg am Freitag einen regelrechten Ansturm auf Covid-19-Impftermine beschert. Bis zum Nachmittag kamen nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung 250 Menschen, um sich neben der Spritze in den Oberarm auch noch die kulinarische Spezialität abzuholen.

Normalerweise würden in der Impfstelle pro Tag durchschnittlich bis zu 140 Impfungen verabreicht, sagte der Leiter des KV-Pandemiestabs, Jörg Mertz, auf Anfrage. Die Thüringer Bratwurst genießt neben Klößen einen geradezu legendären Ruf - auch über die Landesgrenzen hinaus. Für Einheimische ist sie so etwas wie ein Nationalgericht.

Das erstmals angebotene „Bratwurst-Impfen“ ist eine von mehreren Ideen, mit denen Thüringen der zunehmenden Impfmüdigkeit begegnen will. Dazu gehören nach Angaben des Gesundheitsministeriums auch Impfangebote bei Fußballspielen des Viertligisten FC Carl Zeiss Jena oder solche des Nachts.

16 Uhr: RKI beobachtet vermehrt Corona-Ansteckungen auf Auslandsreisen

Ansteckungen auf Auslandsreisen spielen für das Corona-Infektionsgeschehen in Deutschland nach Angaben des Robert-Koch-Instituts eine zunehmende Rolle. Zwischen der 26. und 29. Kalenderwoche, also vom 28. Juni bis 25. Juli, wurden 3662 Fälle gemeldet, bei denen sich Menschen wahrscheinlich im Ausland angesteckt haben, wie das RKI in seinem aktuellen Wochenbericht von Donnerstagabend berichtet. Das waren zwölf Prozent aller übermittelten Corona-Fälle.

Am häufigsten wurden demnach wahrscheinliche Infektionen von Reiserückkehrern aus Spanien, der Türkei und den Niederlanden gemeldet, gefolgt von Kroatien und Griechenland. Unter den zehn am häufigsten genannten Infektionsländern stehen auch Frankreich, Italien und Dänemark. Für die Türkei haben sich die gemeldeten Ansteckungen in der vergangenen Woche im Vergleich zur Vorwoche sogar verdoppelt.

All dies zeigt laut RKI "eine zunehmende Rolle reiseassoziierter Fälle am derzeitigen Infektionsgeschehen". Die meisten Corona-Infektionen geschehen allerdings nach wie vor in Deutschland.

14.45 Uhr: Land will Beginn der Auffrischimpfungen ab September

Der baden-württembergische Gesundheitsminister Manne Lucha mahnt einen raschen Start der Auffrischimpfungen gegen das Coronavirus an. „Ich werde am Montag auf der Gesundheitsministerkonferenz fordern, dass wir mit den Auffrischimpfungen ab dem 1. September beginnen“, sagte Lucha am Freitag in Stuttgart. Die vierte Welle rolle an und gleichzeitig gebe es freie Kapazitäten in den Impfzentren, die man nutzen müsse.

Zugleich forderte der Grünen-Politiker die Ständige Impfkommission (Stiko) dringend zu einer Empfehlung auf, mit welchen Gruppen man starten könne. „Wir denken hier vor allem an die über 70-Jährigen und die Vorerkrankten, die gleich zu Beginn der Impfkampagne ihre erste Impfung erhalten haben.“

13.22 Uhr: Spahn: Einreise-Testpflicht reduziert zusätzliche Infektionen

Die ab diesem Sonntag (1.8.) geplante Ausweitung der Einreise-Testpflichten soll laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn eine stärkere Corona-Ausbreitung verhindern. „Alle nicht geimpften Einreisenden nach Deutschland müssen sich künftig testen lassen – egal ob sie mit dem Flugzeug, Auto oder der Bahn kommen“, sagte der CDU-Politiker am Freitag. „Damit reduzieren wir das Risiko, dass zusätzliche Infektionen eingetragen werden.“ Generell gelte, dass Reisen mit Impfung leichter sei: „Geimpfte sparen sich das Testen und müssen grundsätzlich auch nicht in Quarantäne“, sagte Spahn. „Das Impfangebot an alle im Sommer steht. Wir haben genügend Impfstoff.“

Die in der Regierung abgestimmte neue Einreiseverordnung soll am Freitag im Umlaufverfahren vom Kabinett beschlossen werden und an diesem Sonntag in Kraft treten. Ab dann müssen dann alle Einreisenden ab 12 Jahren bei ihrer Einreise nachweisen können, dass sie nicht infiziert sind: mit einem Nachweis einer vollständigen Impfung, einem Nachweis als Genesener oder einem negativen Testergebnis. Eine generelle Testpflicht gibt es bisher schon für Flugpassagiere.

Außerdem soll es nur noch zwei statt drei Kategorien für weltweite Gebiete mit höheren Infektionsrisiken geben: Hochrisikogebiete und Gebiete, in denen neue, besorgniserregende Virusvarianten kursieren.

11.53 Uhr: Schäuble drängt Stiko zu Corona-Impfempfehlung für Kinder ab zwölf

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) drängt die Ständige Impfkommission (Stiko) zu einer Empfehlung von Corona-Impfungen für Kinder ab zwölf Jahren. „Es steht dem Bundestagspräsidenten nicht an, die Ständige Impfkommission zu kritisieren, allerdings darf ich sie an ihre Verantwortung erinnern“, sagte Schäuble der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Freitag). Kinder erkrankten nicht so oft an Corona, aber auch sie könnten bei einer Infektion unter Spätfolgen leiden oder das Virus weitergeben: „Die Corona-Risiken sind auch für sie um ein Vielfaches höher als die einer Impfung.“

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte in der vergangenen Woche nach dem Biontech-Impfstoff auch das Vakzin von Moderna für Jüngere zugelassen. „Wenn die europäische Zulassungsbehörde zwei Corona-Impfstoffe für sicher und wirksam auch für Kinder ab zwölf Jahren erklärt, spricht aus meiner Sicht sehr viel dafür, die Vakzine auch für diese Gruppe breit zu nutzen“, sagte Schäuble: „Ich wünsche mir persönlich als Großvater, dass meine Enkel möglichst bald geimpft werden können.“

Die Stiko empfiehlt derzeit, nur Kinder und Jugendliche mit einem besonderen Risiko gegen Corona zu impfen. Als Grund führt sie an, es gebe bislang noch zu wenige Daten und Erfahrungen dazu.

11 Uhr: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 17,0 – RKI meldet 2454 Neuinfektionen binnen 24 Stunden

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist innerhalb eines Tages deutlich gestiegen und liegt nun bei 17,0. Wie das Robert-Koch-Institut am Freitagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 2454 Neuinfektionen sowie 30 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 registriert.

Am Vortag betrug die Inzidenz noch 16,0. Vor einer Woche lag sie bei 13,2. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen. Sie gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an.

Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Ansteckungen in Deutschland seit Beginn der Pandemie liegt den Angaben zufolge bei 3.766.765. Insgesamt wurden bislang 91.637 Corona-Tote gemeldet. Die aktuelle Zahl der von einer Corona-Infektion Genesenen lag am Freitagvormittag zunächst nicht vor.

10.32 Uhr: Baden-Württemberg plant Rückgabe ungenutzter Impfdosen

Die baden-württembergische Landesregierung plant Restbestände des Astrazeneca-Impfstoffes an den Bund abzugeben. Wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums mitteilte, geht es dabei um 4000 Dosen des Impfstoffs. Bei ihnen sei das Verfallsdatum zum Ende des Monats Juli angegeben. Wie es aus dem Gesundheitsministerium dazu weiterhin hieß, steht das Land grundsätzlich in engem Austausch mit den Impfzentren des Landes, um zu vermeiden, dass der vorhandene Stoff verfällt.

Bislang habe das Land noch keinen Impfstoff abgegeben, teilte der Sprecher der Deutschen Presse-Agentur mit. Dass nun bei etwa 4000 Dosen Astrazeneca das Verfallsdatum fast erreicht sei, hänge mit der deutlich gesunkenen Nachfrage zusammen. Diese Entwicklung sei zunächst beim Impfstoff von Astrazeneca festgestellt worden. Neben diesem Impfstoff könnten dem Ministeriumssprecher zufolge in den kommenden Monaten weitere Dosen an den Bund zurückgegeben werden, die womöglich von anderen Herstellern stammen. Konkrete Angaben konnte der Sprecher zunächst noch nicht machen. Entsprechende Prüfungen seien noch nicht abgeschlossen. Auch war den Angaben zufolge zunächst unklar, wie mit den Impfstoffen umgegangen werde, die ihr Verfallsdatum überschritten hätten.

8.56 Uhr: Null-Inzidenz laut Rülke kein realistisches Ziel

FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke fordert den Kampf gegen die Corona-Pandemie neben den Inzidenzwerten mehr an der Zahl der schweren Verläufe auszurichten. „Die Lage in den Krankenhäusern ist entspannt“, sagte er dem „Reutlinger General-Anzeiger“ (Freitag). „Eine Null-Inzidenz ist kein realistisches Ziel, wir verbieten schließlich auch nicht das Autofahren, nur damit es keine Verkehrstoten mehr gibt. Oder schließen alle Seen, damit niemand mehr ertrinkt.“

Rülke sprach sich gegen eine Impfpflicht aus. „Wenn jemand sich aber gegen das Impfen entscheidet, muss er auf der anderen Seite auch akzeptieren, dass er mehr Einschränkungen als ein Geimpfter hat.“ Wenn man sich aus freien Stücken gegen das Impfen entscheide, könne es zudem perspektivisch nicht sein, dass die Solidargemeinschaft für die Tests aufkomme. „Die muss dann jeder und jede selbst bezahlen.“

7.21 Uhr: Bundesregierung einigt sich auf Testpflicht für Reiserückkehrer ab Sonntag

Die Bundesregierung hat sich auf die Einführung einer allgemeinen Testpflicht für Reiserückkehrer ab Sonntag geeinigt. Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) bestätigte am Donnerstagabend in den ARD-Tagesthemen entsprechende Medienbericht. Das Düsseldorfer „Handelsblatt“ hatte zuvor berichtet, die Staatssekretäre der beteiligten Ministerien hätten den Beschluss am Nachmittag gefasst.

Wie die „Bild“ unter Berufung auf die Kabinettsvorlage berichtete, müssen ab Sonntag „alle Einreisenden, die das zwölfte Lebensjahr vollendet haben“, über einen Test-, Impf- oder Genesenen-Nachweis verfügen. Ausgenommen sind demnach unter anderem Grenzpendler und Durchreisende. An den Grenzen soll stichprobenartig kontrolliert werden, sagte ein Vertreter der Bundespolizei.

Die Verordnung soll am Freitag vom Bundeskabinett beschlossen werden und ab Sonntag gelten. Demnach sollen künftig nicht nur Flugreisende, sondern auch Menschen, die mit Auto, Bahn oder Schiff nach Deutschland kommen, bei der Einreise einen Test vorlegen. Für Flugreisende gibt es diese Testpflicht bereits.

Am Entwurf des Bundesgesundheitsministerium, der bereits zwischen den Ressorts vorabgestimmt war, habe es nur noch kleine Änderungen gegeben, hieß es dem „Handelsblatt“ zufolge weiter. Bedenken seien aus dem Weg geräumt. Es gebe nun einen Konsens. Bei Einreise aus einem Gebiet mit besorgniserregenden Virusvarianten soll immer ein Testnachweis nötig sein - auch bei Geimpften.

Das waren die Entwicklungen am Donnerstag, 29. Juli:

22.43 Uhr: Israel ruft alle Menschen über 60 zu dritter Corona-Impfung auf - Zweite Impfung sollte mehr als fünf Monate zurückliegen

Israel fordert alle Einwohner über 60 Jahren zu einer dritten Impfung gegen das Coronavirus auf. „Ich rufe alle älteren schon geimpften Personen auf, sich diese weitere Dosis geben zu lassen. Schützt Euch“, sagte Regierungschef Naftali Bennett am Donnerstagabend in einer Fernsehansprache. Die Aufforderung richte sich an alle Menschen in der betroffenen Altersgruppe, bei denen die zweite Impfung mehr als fünf Monate her sei.

Die neuen Impfungen sollen Bennett zufolge bereits ab Sonntag möglich sein. Als erster werde Präsident Isaac Herzog, 60 Jahre alt, bereits am Freitagmorgen seine dritte Spritze gegen das Coronavirus erhalten. „Wenige Tage nach der dritten Dosis werden sie eine bessere Immunabwehr haben“, sagte Bennett an die betroffene Bevölkerungsgruppe gerichtet. „Diese dritte Dosis kann Leben retten“, bekräftigte Gesundheitsminister Nitzan Horowitz.

Laut den Herstellern Biontech/Pfizer zeigen neue Studien, „dass eine dritte Impfdosis eine neutralisierende Wirkung bei der Delta-Variante hat, die bei jungen Menschen mehr als fünfmal höher ist und bei älteren Menschen mehr als elfmal höher.“

21.30 Uhr: Portugal kündigt Lockerung der Corona-Beschränkungen an - Ausgangssperre und Homeoffice-Pflicht werden aufgehoben

Portugal will ab Sonntag seine Corona-Beschränkungen lockern. „Es ist an der Zeit, die Pandemie nach dem entscheidenden Kriterium der Impfungen zu handhaben“, sagte Regierungschef António Costa am Donnerstag in Lissabon. Geplant ist eine Lockerung in drei Stufen, die sich am Fortschritt der Impfkampagne orientiert. Bis Sonntag soll eine Impfqote von 57 Prozent erreicht werden.

Dann dürfen Geschäfte, Restaurants und Theater wieder bis 2.00 Uhr morgens öffnen. Die Homeoffice-Pflicht entfällt, und die nächtliche Ausgangssperre in den am meisten betroffenen Gebieten wird aufgehoben. Bis September will die Regierung 70 Prozent der Bevölkerung geimpft haben. Dann soll auch die Maskenpflicht im Freien entfallen. Wird bis Oktober eine Impfquote von 85 Prozent erreicht, sollen auch Bars und Nachtclubs wieder für Geimpfte und negativ Getestete geöffnet werden.

20 Uhr: RKI: Zunehmend Corona-Fälle nach Reisen gemeldet

Corona-Ansteckungen, die wahrscheinlich auf Reisen passiert sind, spielen laut dem Robert Koch-Institut (RKI) eine zunehmende Rolle beim Infektionsgeschehen in Deutschland. Das schreibt das RKI in seinem wöchentlichen Lagebericht. In der Zeit vom 28. Juni bis 25. Juli sind demnach 3662 Fälle gemeldet worden, in denen die Betroffenen dem Virus wahrscheinlich im Ausland ausgesetzt waren. Als wahrscheinliche Infektionsländer in den vier betrachteten Wochen wurden Spanien, die Türkei und die Niederlande am häufigsten genannt, vor Kroatien und Griechenland.

19 Uhr: Corona-Zahlen steigen weiter, Inzidenz bei 13,6

Der erneute Anstieg des Corona-Infektionsgeschehens im Südwesten hält weiter an. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche lag am Donnerstag bei 13,6 nach 13,5 am Vortag, wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart mitteilte. Die Behörde registrierte 276 Corona-Neuinfektionen im Vergleich zum Vortag und zwei weitere Todesfälle in Verbindung mit dem Virus. Damit haben sich im Südwesten bislang 505.395 Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Virus beträgt nun 10.391.

18 Uhr: Apotheken: Impfzertifikate schrittweise wieder erhältlich

Erste Apotheken in Deutschland stellen nach einer Unterbrechung wieder digitale Corona-Impfzertifikate aus. Schrittweise werde begonnen, den Service für Geimpfte wieder anzubieten, wie die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (Abda) in Berlin mitteilte.

Wer das Zertifikat haben möchte, solle sich jedoch vorab auf der Internetseite www.mein-apothekenmanager.de informieren, welche Apotheke man zu dem Zweck aufsuchen kann. Wie viele Apotheken bereits wieder Zertifikate ausstellen, war zunächst nicht bekannt. Man rechne damit, dass in den nächsten Tagen die Allermeisten wieder an das notwendige System angeschlossen seien, sagte ein Abda-Sprecher. Dies hänge von den jeweiligen IT-Dienstleistern ab.

17 Uhr: Krankenhausbetten und Quarantäne-Einrichtungen in Bangkok werden knapp

Wegen drastisch steigender Corona-Fallzahlen werden in der thailändischen Hauptstadt Bangkok die Krankenhausbetten und die Quarantäne-Einrichtungen knapp. „Ich bin ganz offen, wir haben nicht genug Betten in den Krankenhäusern“, sagte Somsak Akkasilp, Generaldirektor der staatlichen Gesundheitsdienste.

In den großen Krankenhäusern seien die Intensivstationen überbelegt. Die Krankenhäuser in Bangkok hätten Kapazitäten für 1000 neue Patienten pro Tag, sagte Somsak. Derzeit seien die Zahlen aber deutlich höher. Allein am Donnerstag wurden 4000 Neuaufnahmen von Corona-Patienten in Bangkoks Krankenhäusern gezählt.

15.31 Uhr: Leopoldina-Forscher: Sich nicht impfen lassen, ist Eigennutz

Der Verhaltensforscher Armin Falk von der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat das Ablehnen von Corona-Schutzimpfungen scharf kritisiert. "Sich nicht impfen zu lassen, hat nichts mit Rationalität zu tun, sondern einfach nur mit Eigennutz", sagte Falk der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

"Die Allgemeinheit muss hier zahlen für die Trägheit und die Dummheit der Impfgegner." Weil die Nebenwirkungen des Impfens überschaubar und der Nutzen für die Gesellschaft riesig sei, forderte Falk eine "Impfverpflichtung", mindestens aber, den Zugang zu Restaurants, Reisen und Veranstaltungen für Nicht-Geimpfte zu erschweren. Sonst laufe es darauf hinaus, dass "die Kooperativen die Dummen sind".

13 Uhr: VfB-Torjäger Kalajdzic positiv auf Corona getestet

Torjäger Sasa Kalajdzic vom VfB Stuttgart ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Damit verpasst der österreichische Nationalspieler auch das Testspiel der Schwaben am Samstag (18 Uhr) gegen den FC Barcelona, wie der Fußball-Bundesligist mitteilte. Der 24-Jährige sei zu Beginn der Trainingswoche bei einer routinemäßigen Untersuchung positiv getestet worden und befinde sich seitdem in häuslicher Isolation, hieß es weiter. Alle weiteren Profis sowie das Trainer- und Betreuerteam wurden dagegen wiederholt negativ getestet, weshalb der Trainingsbetrieb planmäßig fortgesetzt werden kann.

11.58 Uhr: RKI registriert 3142 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 16,0

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist in gut drei Wochen auf mehr als das Dreifache gestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Donnerstagmorgen lag sie bei 16,0 – am Vortag betrug der Wert 15,0 und beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli 4,9.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt binnen eines Tages 3142 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus den Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 11.40 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 1890 Ansteckungen gelegen, wahrscheinlich fehlten damals jedoch 19 Neuinfektionen aus Brandenburg.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

10.51 Uhr: Einreise-Testpflicht soll neue Infektionswelle verzögern

Die vorgesehene generelle Testpflicht bei Einreisen nach Deutschland soll nach Plänen des Bundesgesundheitsministeriums eine neue raschere Corona-Ausbreitung bremsen. Es sei notwendig, „die Eintragung zusätzlicher Infektionen einzudämmen und die Infektionszahlen gering zu halten, um in dieser Zeit weiter die Impfquoten steigern zu können“, heißt es in einem Verordnungsentwurf aus dem Ministerium. „Die nach aktuellen Prognosen zu erwartende nächste Welle an hohen Infektionszahlen soll möglichst weit nach hinten verzögert werden.“

Der Referentenentwurf mit Stand von Mittwochabend wurde nach dpa-Informationen mit anderen Ressorts vorabgestimmt, darüber soll nun noch weiter beraten werden. Der Entwurf sieht ein Inkrafttreten der Verordnung an diesem Sonntag (1. August) vor. Die Bundesregierung hatte den Starttermin der Neuregelung aber zuletzt offen gelassen und auf noch nötige interne Abstimmungen verwiesen.

Grundsätzlich sollen laut dem Entwurf künftig alle Einreisenden ab sechs Jahren über einen negativen Testnachweis, Genesenennachweis oder Nachweis einer vollständigen Impfung verfügen müssen - egal von wo und auf welchem Weg sie nach Deutschland kommen. Bei Einreise aus einem Gebiet mit besorgniserregenden Virusvarianten soll immer ein Testnachweis nötig sein - Nachweise als Geimpfter oder Genesener sollen dann nicht reichen.

9 Uhr: Kretschmann macht Druck bei Testpflicht für Urlaubsrückkehrer

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann fordert mehr Tempo bei der geplanten Corona-Testpflicht für Urlaubsrückkehrer. Kretschmann sagte am Donnerstag im Deutschlandfunk, die Bundesregierung müsse schauen, dass sie das möglichst schnell auf die Reihe bringe. Das im September zu machen, sei zu spät. Die Bundesregierung hätte sich darauf besser vorbereiten können.

Die Einhaltung müsse der Bund sicherstellen. Kretschmann sagte, die Kontrolle der Testpflicht bei Einreisen mit dem Zug oder mit dem Auto sei schwierig. Überprüfungen könnten nur stichprobenartig erfolgen.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte am Dienstagabend mit Blick auf eine erweiterte Testpflicht den 1. August als Datum genannt und sich auf eine Zusicherung des Bundes berufen. Die Bundesregierung hatten den Starttermin am Mittwoch aber noch offen gelassen.

8.13 Uhr: Mehr Freiheiten für Geimpfte im Südwesten im Gespräch

In der Debatte um die Bedeutung der Inzidenz angesichts einer steigenden Impfquote spricht sich der Amtschef des baden-württembergischen Sozialministeriums, Uwe Lahl, für weitreichende Lockerungen für vollständig Immunisierte aus. Die Inzidenz und die Zahl der Krankenhauseinweisungen würden sich zunehmend voneinander entkoppeln, sagte Lahl der „Südwest Presse“ (Donnerstag). „Wir wollen deswegen in der nächsten Corona-Verordnung einen Paradigmenwechsel vornehmen.“

Die neuen Regelungen sollen zum 15. September in Kraft treten. Die Inzidenz werde dann in den Hintergrund treten und nicht mehr als Basis für Beschränkungen dienen.

„Wir sollten alle Beschränkungen für Geimpfte fallen lassen“, forderte Lahl. Es werde für diese Gruppe keine Kontaktbeschränkungen mehr geben und mit Impfausweis Zugang zu allen Bereichen des öffentlichen Lebens. Bis dahin habe man auch jedem Baden-Württemberger und jeder Baden-Württembergerin ein Impfangebot gemacht. „Wer dann nicht geimpft ist, der will sich nicht impfen lassen. Das ist das gute Recht dieser Menschen aber auch verbunden mit der Übernahme eines gewissen Risikos.“ Für Nicht-Geimpfte werde der Zugang zu Restaurants, zu Kultur oder zu Sport dann nur mit einem negativen Testergebnis möglich sein.

7.15 Uhr: Luftfilterfirma befürchtet Engpässe bei Geräten für Schulen

Die Ausstattung der Schulen in Deutschland mit mobilen Luftfiltergeräten gegen die Coronainfektion könnte von Engpässen in der Industrie ausgebremst werden. „Es wird nicht funktionieren, dass alle Klassenräume schnell versorgt werden“, sagte Jan-Eric Raschke, Direktor für Luftfilter-Systeme bei Mann+Hummel. „Ein Vorlauf ist nötig.“

Aktuell könne das Familienunternehmen mit den Schwerpunkten saubere Mobilität, saubere Luft und sauberes Wasser die Nachfrage bedienen, sagte Raschke. „Sollten jedoch auf einen Schlag ein Großteil der Schulen in Deutschland mit mobilen Geräten ausgestattet werden, dann wird es bei hochwertigen Geräten zu Lieferengpässen kommen.“ Bereits jetzt meldeten einige namhafte Zulieferer Probleme. Sie rechneten mit mehreren Monaten Lieferzeiten für ihre Komponenten wie Steuereinheiten oder Lüfter. Raschke sagte: „Hier wird ein Flaschenhals entstehen.“ In Baden-Württemberg stehen bald hohe Millionenbeträge zur Ausrüstung von Klassenzimmern mit mobilen Luftfiltergeräten bereit.

Das waren die Entwicklungen am Mittwoch, 28. Juli: 

23.01 Uhr: Google verhängt Impfpflicht für Arbeit im Büro - Homeoffice-Regelung bis 18. Oktober verlängert

Der US-Internetkonzern Google hat für Mitarbeiter, die nicht im Homeoffice arbeiten wollen, eine Impfpflicht verhängt. „Jeder, der zum Arbeiten auf unsere Campus kommt, muss geimpft sein“, erklärte Firmenchef Sundar Pichai in einem Blog-Eintrag am Mittwoch. Die Homeoffice-Regelung werde wegen der erneut steigenden Corona-Zahlen bis 18. Oktober verlängert.

„Wir werden diese Regelung in den kommenden Wochen in den Vereinigten Staaten einführen und in den kommenden Monaten auf andere Regionen ausweiten“, erklärte Pichai. Die Bestimmungen sollen demnach aber an die jeweiligen Corona-Regelungen der einzelnen Länder und die Verfügbarkeit von Impfstoff angepasst werden.

Google hatte seinen Mitarbeitern vergangenes Jahr schon früh die Möglichkeit eingeräumt, von zuhause aus zu arbeiten. Wegen der Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante des Coronavirus steigen die Fallzahlen vielerorts wieder.

22.24 Uhr: Impfpflicht für Gesundheitspersonal mit Patientenkontakt im US-Bundesstaat New York

Im US-Bundesstaat New York müssen ab September alle Mitarbeiter des staatlichen Gesundheitswesens mit Publikumskontakt gegen das Coronavirus geimpft sein. "Der Bundesstaat New York wird von den Beschäftigten in staatlichen Krankenhäusern, die mit Patienten zu tun haben, verlangen, sich impfen zu lassen, um die Sicherheit von Patienten und Beschäftigten zu gewährleisten", kündigte New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo am Mittwoch an. 

Alle anderen Mitarbeiter des Bundesstaats müssen ab 6. September einen Impfnachweis vorlegen oder sich wöchentlich testen lassen. Anfang der Woche hatten bereits der Bundesstaat Kalifornien und die Stadt New York angekündigt, Beschäftigte des öffentlichen Dienstes müssten sich entweder impfen lassen oder jede Woche einem Corona-Test unterziehen. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio kündigte am Mittwoch zudem einen neuen Anreiz für Impfskeptiker an: 100 Dollar für die erste Impfdosis.

21.16 Uhr: Verschärfte Corona-Regeln in Frankreich ab 9. August gültig

Das Gesetz zur Verschärfung der Corona-Regeln in Frankreich tritt am 9. August in Kraft. Zu Beginn werde es eine „Zeit der Anpassung, der Toleranz“ geben, sagte Regierungssprecher Gabriel Attal am Mittwoch nach einer Sitzung des Ministerrats. Zu den neuen Regelungen zählt insbesondere die umstrittene Ausweitung des Gesundheitspasses für nicht Geimpfte.

Das am Sonntag vom Parlament beschlossene Gesetz sieht für das Betreten von Gaststätten und Fernzügen eine Testpflicht vor. In Kinos, Theatern oder Museen muss bereits seit 21. Juli eine Impfung, eine überstandene Infektion oder ein negativer Corona-Test nachgewiesen werden.

In den vergangenen Wochen hatten landesweit zahlreiche Menschen gegen die verschärften Regeln protestiert. Die Opposition hat sich an den Verfassungsrat gewandt, um das Gesetz zu verhindern. Auch die Regierung legte dem Rat das Gesetz zur Prüfung vor. Der Verfassungsrat wird seine Entscheidung laut Attal voraussichtlich am 5. August bekanntgeben.

20 Uhr: Frankreich lässt Corona-Impfstoff von Moderna für 12- bis 17-Jährige zu

Die französischen Behörden haben grünes Licht für den Einsatz des Corona-Impfstoffs von Moderna bei Kindern und Jugendlichen gegeben. Die Gesundheitsbehörde (HAS) genehmigte die Anwendung bei 12- bis 17-Jährigen "vor dem Hintergrund der starken Ausbreitung der Delta-Variante". Israel entschied derweil, ab August Corona-Impfungen für Kinder zwischen fünf und elf Jahren zuzulassen. Das Vakzin von Moderna ist der zweite Impfstoff, der in Frankreich für Jugendliche zugelassen ist.

Mitte Juni hatte die Behörde bereits dem Impfstoff von Biontech/Pfizer eine Genehmigung erteilt. Ziel sei es, "eine hohe Durchimpfungsrate in allen Altersgruppen zu erreichen", teilte die HAS mit. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte den Moderna-Impfstoff vergangene Woche für Kinder und Jugendliche freigegeben. Bisher hatte nur der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer eine EU-weite Zulassung für diese Altersgruppe.

18 Uhr: Hohenlohekreis erreicht als erste Region Inzidenzwert von 35

Der Hohenlohekreis hat als erste Region des Landes den Schwellenwert von 35 bei der Sieben-Tage-Inzidenz erreicht. Die Region droht damit in die Inzidenzstufe 3 zu rutschen. Wird der Schwellenwert an fünf Tagen infolge überschritten, müssen in der Region härtere Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Pandemie ergriffen werden.

Das hätte Konsequenzen für private und öffentliche Veranstaltungen sowie für die Besucherzahl und die Nachweise zum Beispiel in Freizeitparks, Schwimmbädern, Galerien und Museen sowie für Restaurants, den Einzelhandel und Hotels.

Die politisch relevante Inzidenz-Marke von 35 ist somit das erste Mal seit Mitte Juni wieder erreicht worden. Die 35-er Stufe war Anfang Juni neu eingeführt worden. Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen binnen einer Woche an.

16.35 Uhr: Baden-Württemberg bietet Impfaktionen für Kinder und Jugendliche an

Baden-Württemberg will Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren in den Sommerferien die Möglichkeit zum Impfen ohne Termin geben. Zu Beginn, in der Mitte und am Ende der Sommerferien werde es in vielen Impfzentren entsprechende Angebot für 12- bis 17-Jährige geben, kündigte das Sozialministerium an. Vorgesehen sind demnach Termine am kommenden Wochenende vom 31. Juli/1. August, am Wochenende vom 21./22. August und am Wochenende vom 11./12. September. Auch die Eltern der Kinder sollen sich dann ohne Termin impfen lassen können.  Auf www.dranbleiben-bw.de können sich  interessierte Eltern und Jugendliche über die teilnehmenden Impfzentren in der Umgebung und deren Öffnungszeiten informieren.

Derzeit empfiehlt die Stiko die Impfung für Kinder ab 12 Jahren nur in Einzelfällen – etwa bei Vorerkrankungen und in exponierten Ausbildungsberufen. Zudem ist ein Aufklärungsgespräch beim Arzt nötig. Die Europäische Arzneimittelagentur hat den Impfstoff von Biontech für alle Kinder ab 12 Jahren zugelassen, inzwischen hat auch Moderne die Zulassung erhalten. Die Ständige Impfkommission hat ihre Empfehlung bislang aber nicht angepasst.

15.31 Uhr: Bundesregierung noch ohne abschließende Entscheidung über eine generelle Testpflicht für Reiserückkehrer

Wann die generelle Testpflicht für Reiserückkehrer startet, ist weiter offen. "Stand der Dinge ist, es gibt einen laufenden Abstimmungsprozess", sagte Vizeregierungssprecherin Ulrike Demmer in Berlin. Sie bestätigte damit Angaben von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder zu einem Start der Testpflicht am 1. August nicht. Dennoch dürfte die Regelung bald kommen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will die Testpflicht für Reiserückkehrer möglichst schnell ausweiten, wie eine Sprecherin bestätigte.

13 Uhr: „Spontan-Impfaktion“ bei VfB-Testspiel gegen FC Barcelona

Rund um das Testspiel des VfB Stuttgart am Samstag (18 Uhr) gegen den FC Barcelona können sich Interessierte an der Mercedes-Benz Arena gegen das Coronavirus impfen lassen. Das Stuttgarter Robert-Bosch-Krankenhaus und das Gesundheitsministerium bieten im Rahmen der Partie eine „Spontan-Impfaktion“ an, wie der Fußball-Bundesligist mitteilte.

Von 14.30 Uhr bis 20.30 Uhr stehen mobile Impfteams auf einem Parkplatz an der Arena bereit. Eine Eintrittskarte für das bereits ausverkaufte Spiel ist nicht nötig, um sich impfen zu lassen. Interessierte benötigen lediglich einen gültigen Lichtbildausweis und - falls vorhanden - ihren Impfpass.

10.31 Uhr: Jeder Zweite vollständig gegen Corona geimpft

Mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland hat den vollständigen Impfschutz gegen das Coronavirus. 50,2 Prozent der Bürgerinnen und Bürger hätten den vollen Schutz, teilte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch im Kurzbotschaftendienst Twitter mit. Dies sind 41,8 Millionen Menschen. Zudem sind demnach 50,85 Millionen mindestens einmal geimpft, das entspricht einem Anteil von 61,1 Prozent.

Spahn appellierte zugleich erneut an die Menschen, sich impfen zu lassen. „Je mehr sich jetzt impfen lassen, desto sicherer werden Herbst und Winter“, schrieb der Gesundheitsminister mit Blick auf die steigenden Infektionszahlen und die Sorge vor einer vierten Corona-Welle im Herbst.

9.43 Uhr: Bald keine Quarantäne mehr für geimpfte EU-Bürger in England

Vollständig geimpfte EU-Bürger sollen Berichten zufolge bald in England nach der Einreise nicht mehr in Quarantäne gehen müssen. Minister der britischen Regierung wollten am Mittwoch Details der Regelung diskutieren, wie unter anderem der „Guardian“ berichtete. Premierminister Boris Johnson sei besorgt, sein Land könne seinen „Impfbonus“ einbüßen und hinter Europa zurückfallen, heißt es in der „Times“. In vielen EU-Ländern gelten bereits seit Monaten gelockerte Bestimmungen für geimpfte Reisende.

In England hingegen gilt bislang für ausländische Reisende aus Ländern von der sogenannten „orangenen Liste“ - auf der auch Deutschland trotz niedriger Corona-Zahlen weiterhin steht - in Großbritannien eine strikte Quarantänepflicht. Ankommende müssen sich für mindestens fünf Tage isolieren, auch wenn sie vollständig geimpft sind.

8.51 Uhr: SPD grundsätzlich für Ausweitung der Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer

Die SPD unterstützt grundsätzlich eine Ausweitung der Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer, fordert aber von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine Nachbesserung bei den konkreten Vorschlägen. "Das muss rechtlich sauber sein, das muss verhältnismäßig sein", sagte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin". Es sei an Gesundheitsminister Spahn, eine "rechtssichere Grundlage" zu schaffen. Die SPD sei dann schnell "handlungs- und umsetzungsfähig".

SPD-Chefin Saskia Esken sprach sich ebenfalls grundsätzlich dafür aus, ein besonderes Augenmerk auf Reiserückkehrer zu richten. "Ich bin unbedingt dafür, dass wir Reisende uns genau anschauen", sagte Esken in der RTL/ntv-Sendung "Frühstart". Es sei ganz deutlich zu sehen, "dass Reisen ins Ausland Risiken mit sich bringen".

8.08 Uhr: RKI-Papier: Inzidenz ist Leitindikator für Infektionsdynamik

Die Inzidenz sollte nach Ansicht des Robert Koch-Instituts weiterhin der Leitindikator für die Infektionsdynamik bleiben. Das geht aus einem Papier hervor, das RKI-Chef Lothar Wieler am Montag bei einer Schaltkonferenz mit den Chefs der Staatskanzleien der Länder präsentierte.

„Inzidenz ist Leitindikator für Infektionsdynamik (hohe Inzidenzen haben zahlreiche Auswirkungen)“, heißt es in dem Papier, über das zuerst die „Bild“ und „The Pioneer“ berichtet hatten. Die 7-Tage-Inzidenz bleibe wichtig, um die Situation in Deutschland zu bewerten und frühzeitig Maßnahmen zur Kontrolle zu initiieren. Nach Informationen der „Bild“ soll es deshalb in der Schalte zu größeren Diskussionen gekommen sein, weil viele Länder von der Inzidenz als wichtigstem Kriterium abkommen wollen.

Zur aktuellen Lage heißt es in dem Papier, dass die Inzidenzen seit rund drei Wochen wieder stiegen, der Anteil der Hospitalisierungen seit rund zwei Wochen. „Die vierte Welle hat begonnen.“

7.22 Uhr: Erweiterte Testpflicht für Urlauber kommt wohl früher

Urlauber müssen sich bereits ab kommendem Monat auf erweiterte Testpflichten bei der Rückkehr nach Deutschland gefasst machen. Der Bund habe zugesichert, er werde bis zum 1. August alles probieren, um eine einheitliche Testpflicht einzuführen, „nicht nur für Flugreisen sondern auch beispielsweise für alles, was an normalem Autoweg oder Bahnweg kommt“, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstagabend in den ARD-„Tagesthemen“. Am Nachmittag sei ihm mitgeteilt worden, dass eine Rechtsgrundlage geschaffen werde, damit die Umsetzung zum 1. August klappe.

Söder sagte: „Die Regel ist ja relativ einfach, jeder braucht einen Test, der sozusagen wieder anreist, ob er mit dem Auto, der Bahn oder mit dem Flugzeug kommt.“ Er glaube, dass das jetzt verständlicher, klarer und sicherer sei. Derzeit gilt die Testpflicht nur für Menschen, die per Flugzeug nach Deutschland einreisen.

Söder äußerte sich nicht explizit dazu, wie Geimpfte und Genesene künftig behandelt werden. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte der „Bild“ (Mittwoch) gesagt: „Wer nachweislich geimpft oder genesen ist, braucht natürlich keinen Test.“

Das waren die Entwicklungen am Dienstag, 27. Juli:

22.34 Uhr: Söder: Bund plant Testpflicht für alle Einreisenden ab 1. August

Der Bund plant nach Angaben von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) schon ab dem 1. August eine Testpflicht für alle, die nach Deutschland einreisen. „Der Bund hat uns heute zugesichert, er wird das jetzt bis zum 1.8. alles probieren mit einer einheitlichen Testpflicht nicht nur für Flugreisen sondern auch beispielsweise für alles was an normalem Autoweg oder Bahnweg kommt“, sagte Söder am Dienstagabend in den ARD-„Tagesthemen“. Er glaube, dass das jetzt verständlicher, klarer und sicherer sei. Das ursprüngliche angedachte Datum für eine Einreiseverordnung ab 11. September wäre „ein Witz gewesen“, sagte Söder, „da ist der Urlaub vorbei selbst in den Ländern mit späten Ferien.“

Die Länder hätten Druck gemacht, weil sie ein verlässliche Basis für die Einreise bräuchten, sagte Söder am Abend. Am Nachmittag sei ihm mitgeteilt worden, dass eine Rechtsgrundlage geschaffen werde, damit die Umsetzung zum 1. August klappe. „Die Regel ist ja relativ einfach, jeder braucht einen Test der sozusagen wieder anreist, ob er mit dem Auto, der Bahn oder mit dem Flugzeug kommt.“

22.12 Uhr: WTO weiter uneins über Aussetzung der Patente für Corona-Impfstoffe
- Beratungen der Mitgliedstaaten in Genf ohne Ergebnis

Die Mitgliedstaaten der Welthandelsorganisation (WTO) sind weiter uneins über eine Aussetzung der Patente für Corona-Impfstoffe. Ein Ende der Diskussionen sei nicht absehbar, sagte WTO-Sprecher Keith Rockwell am Dienstag nach mehrstündigen Beratungen des Allgemeinen Rats der WTO in Genf. Das Thema sei „sehr emotional“ und „zu wichtig“.

Indien und Südafrika hatten im vergangenen Oktober eine vorübergehende Aussetzung des Patentschutzes bei den Vakzinen vorgeschlagen, um die Produktion von Corona-Impfstoffen in Entwicklungsländern zu beschleunigen und der ungleichen Verteilung von Impfstoffen entgegenzuwirken.

Pharmakonzerne und die Länder, in denen sie angesiedelt sind, argumentieren, Patente seien nicht das Haupthindernis bei der Erhöhung der Produktion. Zugleich warnen sie, dadurch würden Innovationen ausgebremst.

21.20 Uhr: Kassenärzte-Chef hält Beschränkungen für Ungeimpfte in bestimmten Bereichen für sinnvoll

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, hält Beschränkungen für Ungeimpfte in bestimmten Bereichen für sinnvoll. "Sind nur Geimpfte in einem Raum, ist die Ansteckungswahrscheinlichkeit fast gleich null", sagte Gassen am Dienstag dem "Handelsblatt". "Deswegen kann ich jeden Kino-, Gaststätten- und Hotelbetreiber verstehen, der nur noch Geimpfte reinlässt." Es gebe für niemanden ein Recht auf Restaurant- oder Stadionbesuche. 

Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können oder für die es keinen Impfstoff gibt, wie beispielsweise Kinder, sollten laut Gassen von solch einer Regelung ausgenommen werden. 

20.11 Uhr: São Paulo geht per Gesetz gegen „Impf-Feinschmecker“ vor

Die brasilianische Metropole São Paulo will mit einem Gesetz verhindern, dass sich Menschen den Corona-Impfstoff für die eigene Immunisierung selbst aussuchen. Demnach rutschen die in Brasilien als „Impf-Feinschmecker“ bezeichneten Menschen an das Ende des Impfkalenders, wenn sie erwischt werden. „Derjenige, der wegen Verweigerung der verfügbaren Impfung aus dem Impfplan gestrichen wurde, wird wieder in den Plan aufgenommen, nachdem die Impfung der anderen zuvor festgelegten Gruppen abgeschlossen ist“, hieß es in einer Mitteilung im Amtsblatt der Stadt.

18.11 Uhr: Mehr als die Hälfte der Kreise im Südwesten über 10er Inzidenz

28 von 44 Stadt- und Landkreisen im Südwesten liegen bei der Corona-Inzidenz über dem Schwellenwert von 10. Der Hohenlohekreis kratzt mit 33,7 sogar an der 35er-Marke. Werden diese Grenzen an fünf Tagen infolge überschritten, müssen in der Region härtere Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Pandemie ergriffen werden. Zuletzt in Baden-Württemberg hatte die Sieben-Tage-Inzidenz in der Stadt Heilbronn vor mehr als einem Monat - am 18. Juni - über dem Wert 35 gelegen.

Bei 37,1 Menschen je 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen war damals eine Neuinfektion mit dem Coronavirus nachgewiesen worden. Am niedrigsten war die Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstag mit 0,8 im Landkreis Freudenstadt, wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart weiter mitteilte.

17 Uhr: Nächste Ministerpräsidentenrunde mit Merkel am 10. August

Die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder beraten am 10. August zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie. Für diesen Tag sei eine Videokonferenz angesetzt worden, erklärte der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller.

"Der Korridor, um der gegenwärtigen Entwicklung noch wirksam entgegen zu wirken, wird enger", erklärte Müller und bezog sich damit auf die wieder steigenden Corona-Infektionszahlen. Deshalb müsse nun zügig gehandelt werden. Bereits für diesen Dienstag war eine Schaltkonferenz der Unions-geführten Länder einberufen worden, in der es ebenfalls um die künftige Strategie in der Corona-Pandemie gehen sollte.

16 Uhr: Schweizer Forscher empfiehlt Abkehr von Corona-Sieben-Tage-Inzidenz

Der Berner Epidemiologe Christian Althaus empfiehlt, die Zahl der täglichen Krankenhauseinweisungen als Maßgabe für eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen zu machen. Orientieren könne man sich dafür an der Schweiz, wo 120 tägliche Neuaufnahmen von Covid-19-Patienten als Schwellenwert für weitere Maßnahmen dienten. „Auf Deutschland bezogen würde das dann um den Faktor 10 höher sein, also etwa zwölfhundert Hospitalisierungen pro Tag als Schwellenwert“, sagte der Experte bei einer Veranstaltung des Science Media Center.

15.19 Uhr: RKI hält Lolli-Tests für gute Testmöglichkeit in Schulen und Kitas

Das Robert-Koch-Institut (RKI) sieht sogenannte Lolli-Tests als gute Möglichkeit für eine breite Corona-Testung von Kindern. Die Lolli-Methode könne "eine Grundlage für ein breit anwendbares und systematisches Testkonzept in Kitas und Schulen" sein, berichtete das RKI in Berlin. Vor allem eine mittlere und hohe Viruslast werde mit dieser Methode "sehr sicher" erkannt.

Zudem sei die Testung im Vergleich zu Antigen-Schnelltesten sensitiver. Die Sensitivität gibt an, wie viele Kranke tatsächlich als krank erkannt werden. Nicht zuletzt werde die nicht-invasive Probenentnahme von den Kindern, den Eltern und dem Personal gut akzeptiert.

14.50 Uhr: Kretschmann sagt Einschränkungen für Ungeimpfte voraus

Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat kurz vor einer Schalte mit den unionsgeführten Ländern zum Kampf gegen die Corona-Pandemie Einschränkungen für Nicht-Geimpfte in Aussicht gestellt. „Die, die sich nicht impfen lassen, müssen damit rechnen, dass der Zugang zu Veranstaltungen, Institutionen, erschwert ist“, sagte der Grünen-Politiker in Stuttgart.

Ungeimpfte müssten außerdem damit rechnen, dass sie sich an den Kosten für Tests beteiligen müssen, sobald allen Bürgern ein Impfangebot gemacht wurde. Vollständig Geimpften werde man hingegen maximale Freiheiten geben, soweit das möglich sei. Allerdings werde man von der Einhaltung der AHA-Regeln nicht abrücken können.

14.10 Uhr: Söder fordert "klare Linie" der Ministerpräsidenten in Corona-Pandemie

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat eine "klare Linie" der Regierungschefs für das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie gefordert. Zentral sei für ihn, dass das Impfen eine absolute Frage der Freiheit sei, sagte Söder. "Jeder, der voll geimpft ist, muss seine vollen Rechte wieder erhalten." Dieses Prinzip sei auch schon in den Regelungen des Bundes für die Notbremse angelegt worden. Laut Söder wird die Ministerpräsidentenkonferenz auf "Mitte August" vorgezogen, ein genaues Datum nannte er nicht.

Der CSU-Chef sagte, der entscheidende Ansatz sei seiner Meinung nach, dass Geimpfte mehr Möglichkeiten und Freiheiten wiedererlangen. Er wollte sich am Dienstagnachmittag in einer Schaltkonferenz mit den Ministerpräsidenten der CDU-geführten Länder austauschen. "Ich hoffe zumindest sehr, dass wir in der Union zu einer Linie finden können", sagte Söder zu seinen Erwartungen an das Gespräch.

13 Uhr: Spahn plant Ausweitung von Testpflicht für Reiserückkehrer

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) strebt weiterhin eine deutliche Ausweitung der Testpflicht für Reiserückkehrer an. "Das Bundesgesundheitsministerium ist für eine schnellstmögliche Ausweitung der Testpflichten bei Einreise", sagte eine Sprecherin Spahns auf Anfrage. "Die Abstimmungen innerhalb der Regierung dazu laufen."

Bereits vor zwei Wochen war bekannt geworden, dass Spahn alle Einreisenden verpflichten will, einen Genesenen- oder Impfnachweis vorzulegen oder sich testen zu lassen. Dagegen gibt es aber offenbar Widerstand aus dem Bundesjustizministerium.

12 Uhr: EU erreicht Etappenziel bei Impfkampagne

Die Europäische Union hat im Kampf gegen das Coronavirus ein weiteres Etappenziel erreicht. Nach Angaben von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vom Dienstag sind mittlerweile 70 Prozent der Erwachsenen mindestens ein Mal geimpft. 57 Prozent der Volljährigen haben demnach bereits den vollen Impfschutz. „Mit diesen Werten gehört Europa zur weltweiten Spitzengruppe“, sagte von der Leyen. Der Aufholprozess sei sehr erfolgreich gewesen.

Die CDU-Politikerin spielte damit darauf an, dass Anfang des Jahres etwa die USA oder Israel deutlich schneller darin gewesen waren, der Bevölkerung Impfangebote zu machen. Dies lag vor allem daran, dass in der EU anfangs nur sehr wenig Impfstoff zur Verfügung stand.

Die EU-Kommission ermunterte am Dienstag auch noch einmal alle Impfskeptiker, sich immunisieren zu lassen. „Die Gefahr von leichter übertragbaren Varianten ist real“, kommentierte Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides. Es gelte nun, „die Immunitätslücke und die Tür für neue Varianten zu schließen“.

10.46 Uhr: Inzidenzstufe 2 im Landkreis Tuttlingen

Da im Landkreis Tuttlingen die 7-Tage-Inzidenz an fünf Tagen in Folge über 10 lag, gilt seit heute Inzidenzstufe 2. Damit gelten vor allem verschärfte Kontaktbeschränkungen. Den Überblick über die aktuellen Regelungen finden Sie hier.

9.39 Uhr: Mehr als 2000 Neuinfektionen in Israel

In Israel steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen weiter deutlich an: Das Gesundheitsministerium meldete am Dienstag 2112 Fälle - so viele wie seit Mitte März nicht mehr. Dem Fernsehen zufolge handelt es sich bei etwa jedem zehnten neuen Fall um Rückkehrer aus dem Ausland. Die Zahl der Corona-Patienten mit schwerem Verlauf stieg auf 138 - am Montag vor einer Woche waren es noch 61. Die meisten neuen Fälle stehen nach offiziellen Angaben in Verbindung mit der Delta-Variante des Virus.

Unter den Neuinfizierten sind viele jüngere Menschen und auch zweifach Geimpfte. Mehr als 57 Prozent der 9,3 Millionen Bewohner Israels sind bereits vollständig geimpft. Die dortige Impfkampagne war besonders zu Beginn sehr erfolgreich. Allerdings gibt es nach Angaben von Ministerpräsident Naftali Bennett immer noch mehr als eine Million Israelis, die sich impfen lassen könnten, dies aber nicht tun.

8.17 Uhr: Veranstaltungsbranche fordert Impfpflicht für Besucher und Beschäftigte

Die Veranstaltungsbranche hat sich für eine Impfpflicht für Besucher und Beschäftigte ausgesprochen und fürchtet andernfalls die Abwicklung zahlreicher Unternehmen des Sektors. "Im Bereich der Großveranstaltungen und Konzerte gibt es spätestens ab Ende September, wenn jeder ein Impfangebot bekommen hat, nur diesen Weg", sagt Jens Michow, geschäftsführender Präsident des Bundesverbands der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV) der "Welt" vom Dienstag.

"Wenn das Infektionsrisiko bei Getesteten zu groß ist, müssen jedenfalls Veranstaltungen nur für Geimpfte und Genesene erlaubt werden", sagte Michow weiter. Wenn Veranstaltungen unter diesen Bedingungen ohne Abstandsregeln stattfinden dürften, "erlaubt es unser Hausrecht, nur diesen Personen Zugang zu gewähren". Auch das Personal und die Künstlerinnen und Künstler müssten für solche Veranstaltungen dann natürlich geimpft sein, fuhr Michow fort.

7.06 Uhr: Impfzentren nur noch zu etwa einem Drittel ausgelastet

Die lahmende Impfbereitschaft zeigt sich auch in den Impfzentren im Südwesten. Die landesweite Auslastung beträgt zurzeit nur etwa 30 Prozent, wie ein Sprecher des Sozialministeriums auf Anfrage mitteilte. Etwa 20.000 bis 25.000 Impfungen würden täglich verabreicht. Unabhängig von der Nachfrage sollen die Impfzentren aber zunächst offen bleiben. Geplant ist demnach, die zentralen Impfzentren, die für mehrere Landkreise zuständig sind, Mitte August zu schließen. Die Kreisimpfzentren werden bis Ende September betrieben.

Allerdings kostet der Betrieb der Impfzentren Millionenbeträge. Monatlich bis zu 2,7 Millionen Euro erstattet das Land für jedes zentrales Impfzentrum. Für jedes kommunale Impfzentrum stehen bis zu 1,3 Millionen Euro bereit.

Das waren die Entwicklungen am Montag, 26. Juli:

22.13 Uhr: New York und Kalifornien: Impfung oder Tests für Beschäftigte

Nach dem medizinischen Personal müssen in der Millionenmetropole New York ab Mitte September auch alle städtischen Mitarbeiter entweder einen Impfnachweis vorlegen oder sich wöchentlich testen lassen. Das teilte Bürgermeister Bill de Blasio am Montag mit. Unter die zum Schulanfang in Kraft tretende Regelung fallen rund 340 000 städtische Angestellte, darunter auch Polizisten und Lehrpersonal.

„Der September ist der Schlüsselpunkt der Erholung“, sagte de Blasio bei einer Pressekonferenz. „Und deswegen wird am ersten Schultag am 13. September von jedem städtischen Mitarbeiter erwartet, dass er entweder geimpft ist oder sich wöchentlich testen lässt.“Zuvor hatte de Blasio bereits eine ähnliche Regelung für medizinisches Personal eingeführt. Auch Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom kündigte am Montag an, dass ab August alle Beschäftigten des Westküsten-Bundesstaates sowie medizinisches Personal dort entweder einen Impf-Nachweis vorzeigen oder sich regelmäßig testen lassen müsse.

Die Maßnahmen sind eine Reaktion auf die sich rasch ausbreitende Delta-Variante des Coronavirus, die in den USA mittlerweile dominant ist und für steigende Infektionszahlen vor allem bei Ungeimpften sorgt.

20.33 Uhr: Dobrindt will Geimpfte von Quarantänepflichten befreien

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt hat sich dafür ausgesprochen, Geimpfte von Quarantänepflichten zu befreien. „Die Delta-Variante erhöht das Risiko für Nicht-Geimpfte, eine Infektion zu bekommen und sie weiter zu verbreiten“, sagte er der „Welt“. Deswegen müssten sich Quarantäne-Regeln von Nicht-Geimpften und Geimpften unterscheiden.

Mittelfristig sollten Corona-Tests auch wieder selbst bezahlt werden, fügte der CSU-Landesgruppenchef hinzu. Auch Staatsrechtler stützen Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) in seiner Forderung nach unterschiedlichen Rechten von Geimpften und Nicht-Geimpften.

19.31 Uhr: USA wollen Corona-Reisebeschränkungen vorerst nicht lockern

Die USA wollen die wegen der Corona-Pandemie verhängten Einreisebeschränkungen für Reisende aus Europa und anderen Staaten vorerst nicht aufheben. „Wegen der Delta-Variante werden wir die bestehenden Reisebeschränkungen an dieser Stelle beibehalten“, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki.

18 Uhr: Corona-Inzidenz in Baden-Württemberg stagniert

Die Corona-Infektionszahlen im Südwesten haben zum Wochenbeginn zunächst stagniert. Nach Angaben des Landesgesundheitsamts sank die Sieben-Tage-Inzidenz landesweit leicht auf 12,3. Am Sonntag hatte der Wert bei 12,4 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gelegen.

Die Zahl der bestätigten Ansteckungen in Baden-Württemberg seit Beginn der Pandemie nahm nach amtlichen Angaben seit dem Vortag um 100 auf 504.406 zu. Im Vergleich zum Vortag wurden 6 weitere Tote im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gemeldet, insgesamt stieg die Zahl damit auf 10 383. Als genesen gelten geschätzt 491.532 Infizierte (plus 98).

Inzwischen liegen 23 der 44 Stadt- und Landkreise im Südwesten über einer Inzidenz von 10. Im Hohenlohekreis ist der Wert mit 33,7 den Angaben nach am höchsten, im Landkreis Schwäbisch Hall mit 1,5 am niedrigsten.

16.50 Uhr: Neue Corona-Verordnung: Was in den Sommerferien möglich ist

Das Land hat seine Corona-Verordnung leicht angepasst und bis Ende August verlängert – damit steht fest, was in den beginnenden Sommerferien in Baden-Württemberg erlaubt sein wird und was nicht. Welche Aktivitäten kann man spontan angehen? Ein Überblick der drängendsten Freizeitfragen.

16.20 Uhr: Bund: Ausreichend Impfstoff für „unmittelbare“ Impfangebote

Für die Corona-Impfungen gibt es nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums inzwischen ausreichend Impfstoff, um allen Interessierten „unmittelbar“ ein Impfangebot machen zu können. „Das zu Beginn der Impfkampagne ausgegebene Ziel, jeder impfwilligen Person bis Ende des Sommers ein Angebot einer Erstimpfung zu machen, wurde also bereits zu Anfang des Sommers und damit deutlich früher erreicht – und somit übererfüllt“, heißt es in einem Bericht, mit dem Ressortchef Jens Spahn den Gesundheitsausschuss des Bundestags und seine Länder-Kollegen über den Stand informierte.

„Jetzt ist es von besonderer Bedeutung, die Bürgerinnen und Bürger mit dem Angebot zu erreichen, die sich bisher noch nicht für eine Impfung entschieden haben“, heißt es in dem Bericht weiter. Dafür seien konkrete niedrigschwellige Angebote vor Ort besonders wichtig. „Es besteht weniger ein Mangel an Information als mehr ein Mangel an Gelegenheit.“ Für das noch bis Ende September laufende dritte Quartal werden demnach insgesamt mehr als 100 Millionen Impfdosen erwartet.

14.31 Uhr: Griechenland startet Corona-Impfung für Kinder von 12 bis 15 Jahren

In Griechenland öffnet in den kommenden Tagen eine Online-Plattform, auf der für 12- bis 15-Jährige ein Termin zur Corona-Impfung gebucht werden kann. Das sagte der griechische Gesundheitsminister Vassilis Kikilias dem Fernsehsender Skai. Erst vor kurzem hat das Land mit der Impfung von 16- und 17-Jährigen begonnen.

In dieser Altersgruppe sind bereits rund 30.000 Termine vergeben worden. Kikilias geht davon aus, dass die Zahl vor allem zum Beginn des neuen Schuljahres im September noch weiter steigen wird. Ein Termin für Minderjährige kann nur vereinbart werden, wenn die Eltern zustimmen. Der Gesundheitsminister appellierte nochmals an die Menschen, sich vor der bevorstehenden Feriensaison impfen zu lassen.

12.32 Uhr: Bundesregierung will über zusätzliche Corona-Maßnahmen beraten

Die Bundesregierung will angesichts rasch steigender Corona-Infektionszahlen über ein stärkeres Gegensteuern beraten. Die aktuelle Lage biete trotz der niedrigen Inzidenzen durchaus Anlass zur Sorge, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer in Berlin. Stand heute seien die Fallzahlen binnen einer Woche um 75 Prozent gestiegen. „Wenn sich diese Entwicklung so fortsetzt, müssen wir zusätzliche Maßnahmen ergreifen.“ Es gelte alles zu tun, um eine Situation wie im Frühjahr zu vermeiden, sagte sie mit Blick auf die zurückliegende dritte große Corona-Welle.

11.35 Uhr: Delta-Variante dämpft Stimmung in der deutschen Wirtschaft

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Juli überraschend eingetrübt. Der Ifo-Index für das Geschäftsklima sank um 0,9 Punkte auf 100,8 Zähler, wie das Münchner Institut am Montag bekanntgab. Das führende deutsche Konjunkturbarometer, das auf einer Umfrage unter etwa 9000 Unternehmen basiert, fiel damit erstmals seit Beginn des Jahres. Analysten wurden von der Entwicklung überrascht. Sie hatten im Schnitt mit einem Anstieg auf 102,5 Punkte gerechnet.

Ausschlaggebend für den Rückgang ist die Einschätzung der künftigen Geschäfte. Hier ging der entsprechende Indexwert zurück, während die Bewertung der aktuellen Lage erneut besser war. „Lieferengpässe bei Vorprodukten und Sorgen um wieder steigende Infektionszahlen belasten die deutsche Wirtschaft“, kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

10.03 Uhr: Lambrecht bekräftigt Absage an Corona-Impfpflicht

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hat ihre Ablehnung einer Corona-Impfpflicht bekräftigt. „Es wird keine allgemeine Impfpflicht geben, sondern wir müssen dafür werben, dass ich mich mit dieser Impfung selbst und vor allen Dingen auch andere schütze“, sagte Lambrecht am Montag im ZDF-„Morgenmagazin“. Ihre Absage gelte auch für eine Impfpflicht bei einzelnen Berufsgruppen.

„Ich glaube, wir sollten bei dem Verfahren bleiben, dass Geimpfte, Genesene und auch negativ Getestete Zugänge haben“, sagte Lambrecht. „Wenn alle, die sich Impfen lassen können, dass dann trotzdem nicht machen, dann muss man auch vielleicht darüber nachdenken, ob die Testmöglichkeiten dann eben auf deren Kosten gehen und nicht mehr auf Kosten der Allgemeinheit.“

Dass beispielsweise ein Gastronom Nicht-Geimpfte nicht bewirtet, lasse das Grundgesetz zu, sagte Lambrecht. „Wir haben heute schon die Vertragsfreiheit. Und die Vertragsfreiheit lässt beispielsweise einem Gastronom selbstverständlich offen, ob er die Bewirtung in seinem Restaurant auf Geimpfte beispielsweise beschränkt.“

9.07 Uhr: Hotel- und Gaststättenverband fordert Anreize für vollständig Geimpfte

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) fordert positive Anreize für vollständig Geimpfte. Der Restaurantbesuch wie der Hotelaufenthalt müssten für diese Menschen "auf jeden Fall auch im Herbst und Winter weiterhin erlaubt sein", sagte Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Montag. Es müsse alles getan werden, um einen weiteren Lockdown zu verhindern.

"Die beste Lösung, die Pandemie in den Griff zu bekommen, ist eine möglichst hohe Impfquote zu erreichen", sagte Hartges. Die Aufklärungs- und Werbekampagnen sollten intensiviert werden. "Ebenso sind unkomplizierte Angebote vor Ort zu schaffen, wo Menschen sich auch ohne vorherige Termine impfen lassen können."

Die Dehoga-Chefin forderte Bund und Länder zudem auf, schnellstmöglich neue Entscheidungskriterien für die Beurteilung der Infektionslage zu entwickeln. "Massive Einschränkungen für die Gesellschaft wie auch für die Wirtschaft sind allein mit hohen Inzidenzen nicht mehr zu rechtfertigen", sagte sie den Funke-Zeitungen. Es müssten weitere Faktoren, wie zum Beispiel die Impfquote, die Entwicklung der Krankheitsverläufe, der Hospitalisierungsgrad sowie die Sterberate Berücksichtigung finden.

7.47 Uhr: FDP-Chef spricht sich gegen Impfpflicht in Deutschland aus

Der FDP-Parteivorsitzende Christian Lindner hat sich im Kampf gegen das Coronavirus gegen eine Impfpflicht ausgesprochen. "Ich halte diesen Weg in Deutschland nicht für richtig, aber klar ist, dass wir handeln müssen", sagte Lindner am Montag im ZDF-Morgenmagazin und verwies auf die "steigenden, aber noch nicht bedrohlichen" Corona-Fallzahlen. Lindner forderte stattdessen unter anderem eine Fortsetzung der Test-Strategie.

"Testbasierte Öffnungskonzepte haben sich in der Vergangenheit während der letzten Wellen schon bewährt", betonte der FDP-Chef. Diese seien zugleich "eine Möglichkeit dafür, dass wir im Herbst bei steigenden Zahlen gesellschaftliches Leben offenhalten können". Es müsse eine "politische Garantie" geben, dass ein neuer Lockdown ausgeschlossen werde, forderte Lindner.

Er schlug zudem vor, den Einsatz von mobilen Impfteams auszubauen und eine neue Bewertung des Pandemiegeschehens vorzunehmen. "Die Orientierung auf die Inzidenz, wie wir sie jetzt gerade auch wieder in der öffentlichen Debatte erleben, überzeugt schon lange nicht mehr", sagte er.

7.16 Uhr: Bundesweite Inzidenz steigt auf 14,3

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt seit knapp drei Wochen an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Montagmorgen lag sie bei 14,3 - am Vortag betrug der Wert 13,8 und beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli 4,9. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt binnen eines Tages 958 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen vom Montagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.50 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 546 Ansteckungen gelegen.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Das waren die Entwicklungen am Sonntag, 25. Juli:

20 Uhr: Seehofer für mehr Freiheiten für Geimpfte und gegen Impfpflicht

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat sich gegen eine Corona-Impflicht, aber für mehr Freiheiten für Geimpfte ausgesprochen. „Das ist keine Diskriminierung der Nicht-Geimpften“, sagte Seehofer im Interview mit RTL/ntv. Er achte es, wenn jemand sich aus persönlichen Gründen gegen eine Impfung entscheide.

„Aber die nicht geimpfte Person muss auch einsehen, dass wir die Gesamtgesellschaft schützen müssen und deshalb nur die Geimpften zu größeren Gemeinschaftsveranstaltungen zulassen können.“ Gleichzeitig stellt sich Seehofer gegen eine Impfpflicht. „Wir müssen die Leute überzeugen, dass sie sich impfen lassen.“ Man dürfe eine Impfung vor allem nicht zur Voraussetzung für ein Arbeitsverhältnis oder den Abschluss eines Versicherungsvertrages machen.

18 Uhr: Corona-Inzidenz in Baden-Württemberg geht weiter nach oben

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen im Südwesten ist auch am Sonntag weiter gestiegen. Nach Angaben des Landesgesundheitsamts kletterte die Sieben-Tage-Inzidenz landesweit auf 12,4. Am Samstag hatte der Wert demnach bei 12,2 gelegen. Einen Anstieg der Fallzahlen verzeichnen die Gesundheitsämter schon seit Anfang Juli. Inzwischen liegen 26 der 44 Stadt- und Landkreise im Südwesten über einer Inzidenz von 10.

Im Hohenlohekreis ist der Wert mit 32,0 den Angaben nach am höchsten, im Landkreis Schwäbisch Hall mit 1,5 am niedrigsten. Die Zahl der bestätigten Ansteckungen in Baden-Württemberg seit Beginn der Pandemie nahm nach amtlichen Angaben um 63 auf 504.306 zu. 10.377 Menschen sind an einer Infektion mit dem Coronavirus oder im Zusammenhang damit gestorben.

17.12 Uhr: Lauterbach gibt Braun Rückendeckung für Vorstoß zu Nicht-Geimpften

Für seinen Vorstoß für Einschränkungen für Nicht-Geimpfte erhält Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) Rückendeckung von SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD): "Wir müssen leider mit deutlich steigenden Fallzahlen rechnen, wenn die Menschen aus den Ferien zurückkommen und sich im Herbst wieder verstärkt in Innenräumen begegnen", sagte Lauterbach der "Süddeutschen Zeitung". Dann werde man "nicht mehr damit über die Runden kommen, die Getesteten den Geimpften und Genesenen gleichzustellen".

16 Uhr: Ravensburg zieht positive Bilanz von Modellprojekt Cluböffnung

Das Kulturamt Ravensburg hat eine positive Bilanz des Modellversuchs mit Öffnungen von Clubs in Corona-Zeiten gezogen. Es seien keinerlei Infektionen im Zusammenhang mit der Öffnung zweier Clubs festgestellt worden, sagte Kulturamtsleiterin Verena Müller. „Aus unserer Sicht könnte das Angebot fortgesetzt werden.“

Auch von den Clubbetreibern gab es ein positives Echo kurz vor dem vierten Clubabend unter Corona-Bedingungen, nach dem über eine Verlängerung entschieden wird. An drei vorangegangenen Wochenenden hatten jeweils freitags und samstags insgesamt um die 650 Menschen in den zwei Clubs gefeiert - ohne Abstand und Maske.

15.10 Uhr: Südwest-Ärzte fordern Vakzin in Einzeldosen

Im Kampf gegen die Impfmüdigkeit in der Corona-Pandemie will die Südwest-Ärzteschaft Patienten auch spontan impfen können und fordert Vakzine auch in Einzeldosen und als Fertigspritzen an. „Corona-Impfstoffe sind bislang (...) nur in größeren Gebinden mit sechs oder zehn Impfdosen verfügbar“, erklärte Wolfgang Miller, Präsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg.

Weil sich derzeit immer weniger Menschen impfen ließen, müssten gehäuft Impfdosen weggeworfen werden. Dem könne mit Einzel-Impfdosen entgegengewirkt werden. Gleichzeitig müssten nicht benötigte Impfdosen über das internationale Impfprogramm Covax an „Länder des globalen Südens“ weitergegeben werden.

Die Landesärztekammer vertritt nach eigenen Angaben die rund 70.000 Ärztinnen und Ärzte in Baden-Württemberg. Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem die Fort- und Weiterbildung, die Berufsaufsicht und die Qualitätssicherung.

14.47 Uhr: Laschet lehnt Einschränkungen für Nicht-Geimpfte ab

Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet hat ablehnend auf den Vorstoß von Kanzleramtschef Helge Braun für Einschränkungen für Nicht-Geimpfte reagiert. Es gelte bisher in Deutschland das Prinzip "getestet, genesen oder geimpft" für Erleichterungen, sagte Laschet werden sollte. "Dieses Prinzip ist gut." 

Braun hatte hingegen gefordert, auch für getestete Ungeimpfe Angebote wie Restaurant-, Kino- oder Stadionbesuche einzuschränken. Der Vorschlag Brauns müsse zwar erörtert werden, sagte Laschet, gleichzeitig schränkte er aber ein: "Ich finde am Ende, Freiheitsrechte müssen für alle gelten, wenn man keine Impfpflicht will."

Laschet forderte, nun alles daran zu setzen, die Menschen von einer Impfung gegen das Coronavirus zu überzeugen. "Ich halte nichts von Impfpflicht und halte auch nichts davon, auf Menschen indirekt Druck zu machen, dass sie sich impfen lassen sollen." Es sei jetzt auch nicht der Zeitpunkt, über weitergehende Schritte nachzudenke. Sollte allerdings im Herbst die Impfquote immer noch viel zu niedrig sein, müsse weiter nachgedacht werden.

13 Uhr: Experte warnt: Viele Japaner ignorieren wegen Olympia Corona-Regeln

Die Olympischen Spiele drohen nach Ansicht eines Experten indirekt zu einem Anstieg der Corona-Infektionszahlen zu führen. Nicht die Olympia-Teilnehmer seien das Hauptproblem, sagte der Politikprofessor Koichi Nakano von der Sophia University in Tokio . Vielmehr sei es der Umstand, dass die Spiele überhaupt stattfinden zu einem Zeitpunkt, da die Bevölkerung über den immer wieder verlängerten Corona-Notstand zunehmend „frustriert“ sei. „Die Leute werden ungeduldig und hören nicht mehr auf die Regierung“, sagte Nakano und führte als Beispiel die Radrennen am Vortag an. Zahlreiche Zuschauer waren am Straßenrand zu sehen, mitunter standen sie in mehreren Reihen an der Strecke.

Im Vorfeld der Spiele hatte sich eine Mehrheit der Bevölkerung noch gegen die Spiele ausgesprochen. Doch jetzt, da die Spiele begonnen haben, würden manche denken, „es mache keinen Sinn, zu protestieren. Jetzt könne man die Spiele auch unterstützen“, sagte Nakano. „Das ist ein sehr typisch japanisches Denken“, so der Politikwissenschaftler. Hinzu komme, dass praktisch sämtliche Fernsehstationen in Folge des massiven Einflusses der japanischen Werbeagentur Dentsu, die als exklusiver Marketingpartner der Spiele auch die Werbe-Slots vergebe, von den Olympischen Spiele vereinnahmt worden seien. Es sei in ihrem Interesse, die Bürger durch Dauerberieselung für Olympia zu gewinnen.

11.44 Uhr: Algerien kündigt Produktion von chinesischem Sinovac-Impfstoff an

Algerien will künftig den chinesischen Corona-Impfstoff Sinovac im eigenen Land herstellen. Experten aus China seien dazu bereits am Freitag in dem nordafrikanischen Land eingetroffen, um die Produktionsanlagen der staatlichen Pharmafirma Saidal zu inspizieren, teilte die Regierung in Algier am Samstag mit. Ein Datum für den Produktionsbeginn wurde zunächst nicht genannt.

Ab September ist in dem Land zudem die Produktion des russischen Impfstoffs Sputnik-V geplant. Bisher haben die Behörden mehr als 160.000 Corona-Fälle und 4000 Tote seit dem Beginn der Pandemie registriert. Am Freitag wurde mit 1350 Ansteckungen binnen eines Tages ein neuer Höchstwert gemeldet. Rund sechs Monate nach dem Beginn der Impfkampagne sind nur knapp zehn Prozent der 44 Millionen Einwohner des Landes immunisiert. 

10.38 Uhr: Kretschmann schließt Impfpflicht nicht aus

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann hält eine Impfpflicht im weiteren Kampf gegen die Corona-Krise für denkbar. „Wir planen keine Impfpflicht. Für alle Zeiten kann ich eine Impfpflicht nicht ausschließen“, sagte der Grünen-Politiker. „Es ist möglich, dass Varianten auftreten, die das erforderlich machen.“ Es könne gut sein, „dass wir irgendwann gewisse Bereiche und Tätigkeiten nur noch für Geimpfte zulassen“. Er nannte die Masern als Beispiel: „Da gibt's auch eine Impfpflicht für die Kitas, weil Masern höchst ansteckend sind.“ Ohne Impfungen werde man die Pandemie nicht in die Knie zwingen können.

Kretschmann warnt seit längerem vor einer vierten Welle und blickt eher pessimistisch auf Herbst und Winter. Das Virus könnte aus seiner Sicht noch einmal genauso gefährlich zurückkommen wie im vergangenen Herbst, als die Infektionszahlen plötzlich drastisch anstiegen. „Wir fahren weiter auf Sicht. Die Virusmutationen haben uns schon zweimal einen Strich durch die Rechnung gemacht“, sagte er. „Treten Varianten auf, gegen die der Impfstoff nicht mehr so wirksam ist - sind wir sofort in einer anderen Situation.“ Es gebe keine Entwarnung.

Kretschmann appellierte deshalb an die Menschen, sich impfen zu lassen. „Im Kern kann man sagen: Impfen ist Bürgerpflicht. Es geht um sehr viel. Das sollte jeder verantwortlich denkende Mensch einfach tun.“ Die Nebenwirkungen von Covid seien viel schlimmer als die der Impfstoffe überhaupt sein könnten. Auch wisse man wenig über die Langzeitfolgen einer Virusinfektion. Die Menschen müssten ihre Bedenken gegen die Impfung radikal zurückstellen.

10.06 Uhr: Zehn Corona-Neuinfektionen in Bayern - drei Regionen mit Inzidenz 0

In Bayern haben sich nur in drei Regionen in den vergangenen sieben Tagen keine Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Das Robert Koch-Institut meldete am Sonntag für die Städte Straubing und Schwabach und den Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz keine Neuinfizierten für diesen Zeitraum.

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz lag im Landkreis Berchtesgadener Land mit 35,9 bayernweit am höchsten. Dahinter folgen die Stadt Bamberg mit einem Wert von 27,1 und die Stadt Amberg mit 26,1 je 100 000 Einwohner binnen einer Woche.

8.27 Uhr: Kanzleramtsminister: Geimpfte werden mehr Freiheiten haben

Kanzleramtsminister Helge Braun hat die Menschen zur Corona-Impfung aufgerufen und mögliche Einschränkungen im Herbst für Ungeimpfte angekündigt. Es gebe zwei Argumente für die Impfung, sagte Braun: Die Impfung schütze zu 90 Prozent vor einer schweren Corona-Erkrankung. „Und: Geimpfte werden definitiv mehr Freiheiten haben als Ungeimpfte.“

Solange die Impfstoffe gegen die Delta-Variante so gut helfen, sei ein klassischer Lockdown nicht mehr nötig, sagte Braun. Aber wenn Deutschland eine hohe vierte Welle bekäme, würde das nicht ohne Auswirkungen bleiben. „Bei hohem Infektionsgeschehen trotz Testkonzepten würden Ungeimpfte ihre Kontakte reduzieren müssen“, erklärte er. „Das kann auch bedeuten, dass gewisse Angebote wie Restaurant-, Kino- und Stadionbesuche selbst für getestete Ungeimpfte nicht mehr möglich wären, weil das Restrisiko zu hoch ist.“

Auf die Frage, ob das rechtlich zulässig wäre, antwortete Braun mit einem „Ja“. „Der Staat hat die Pflicht, die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger zu schützen“, erklärte er. „Dazu gehört ein Gesundheitswesen, das im Winter nicht erneut Krebs- und Gelenkoperationen zurückstellen muss, um Corona-Patienten zu behandeln. Und dazu gehört auch der Schutz derjenigen, die ungeimpft sind.“

6 Uhr: RKI registriert 1387 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 13,8

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt seit zweieinhalb Wochen kontinuierlich an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts von Sonntagmorgen lag sie bei 13,8 - am Vortag betrug der Wert 13,6 und beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli 4,9. Demnach meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland dem RKI zuletzt binnen eines Tages 1387 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen vom Sonntagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.35 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 1292 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurde nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 4 Todesfälle verzeichnet.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Das waren die Entwicklungen am Samstag, 24. Juli:

22.57 Uhr: Vier Wochen ohne - nun kehrt Island zu Corona-Beschränkungen zurück

Wegen steigender Corona-Zahlen führt Island wieder neue Beschränkungen im öffentlichen Leben ein. Ab Sonntag müssen Bars und Clubs ab Mitternacht schließen, bei Veranstaltungen sind dann maximal 200 Teilnehmer erlaubt, wie die Regierung am Freitagabend laut Berichten des isländischen Senders RUV mitteilte. Außerdem sollen die Isländer wieder mindestens einen Meter Abstand halten und in Innenräumen Masken tragen.

Island hatte sich erst vor vier Wochen von seinen Corona-Maßnahmen verabschiedet. Nach 15 Monaten Abstand halten, Maske tragen und weiteren Maßnahmen wurden alle Beschränkungen aufgehoben. Zuvor war eine Woche lang kein neuer Corona-Fall mehr auf der Nordatlantik-Insel gemeldet worden. Rund 90 Prozent aller Isländer über 16 Jahren sind mindestens einmal gegen Corona geimpft.

20.33 Uhr: Virologe: „Datenerhebungskatastrophe“ hemmt Pandemie-Abwehr

Der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit ist davon überzeugt, dass die Pandemie mit einer besseren Erhebung von Daten in Deutschland leichter bewältigt werden könnte. „Wir haben eine Datenerhebungskatastrophe“, sagte er im Podcast „Die Wochentester“ von „Kölner Stadt-Anzeiger“ und „Redaktions Netzwerk Deutschland (RND)“. Deshalb fehle in der Corona-Krise eine Datengrundlage für wirksame Maßnahmen.

„Das hat uns die letzten anderthalb Jahre begleitet und ist meines Erachtens nur in homöopathischen Dosen besser geworden“, so der Forscher vom Bernhard-Nocht-Institut. Dies betreffe etwa die Frage, wer nachgeimpft werden müsse. Die Frage nach der Impf-Auffrischung müsse ohnehin in den kommenden Wochen und Monaten dringend beantwortet werden, betonte er erneut. Denn: „Das Virus wird uns unser ganzes Leben weiter beschäftigen.“

19:45 Uhr: Karliczek: Erwachsene sollen sich aus Solidarität zu Kindern impfen

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek fordert Erwachsene auf, sich gegen Corona impfen zu lassen - auch aus Solidarität gegenüber Kindern und Jugendlichen. „Gerade jetzt, wo die Infektionszahlen wieder ansteigen, sollten sich möglichst alle Erwachsenen mit den Kindern und Jugendlichen solidarisch zeigen, indem nicht geimpfte Personen die Impfangebote wahrnehmen“, sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Die Solidarität der Erwachsenen wäre ein ganz wichtiger Beitrag, um nach den Sommerferien einen regulären Schulbetrieb zu ermöglichen.“

Karliczek argumentierte: „Für die jüngeren Kinder ist kein Impfstoff zugelassen, für die Kinder und Jugendlichen ab 12 Jahren wird keine Impfung empfohlen. Darum: Je weniger das Virus unter den Erwachsenen zirkuliert, desto weniger kann es auch für die Jüngeren zu einer Gefahr werden. Auch Kinder und Jugendliche können schwer erkranken, und wir wissen auch noch zu wenig über Long Covid bei Kindern und Jugendlichen.“

18.39 Uhr: Corona-Inzidenz in Baden-Württemberg klettert weiter nach oben

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen im Südwesten ist auch am Samstag weiter gestiegen. Nach Angaben des Landesgesundheitsamts betrug die Sieben-Tage-Inzidenz landesweit 12,2. Schon seit Anfang Juli steigen die Fallzahlen leicht. Inzwischen liegen 28 der 44 Stadt- und Landkreise im Südwesten über einer Inzidenz von 10. Im Main-Tauber-Kreis ist der Wert mit 31,0 den Angaben nach am höchsten, in Freudenstadt mit 1,7 am niedrigsten.

Die Zahl der bestätigten Ansteckungen in Baden-Württemberg seit Beginn der Pandemie nahm nach amtlichen Angaben um 219 auf 504 243 zu. 10 377 Menschen sind an einer Infektion mit dem Coronavirus oder im Zusammenhang damit gestorben, einer mehr als am Vortag. Als genesen gelten geschätzt 491 316 Infizierte (plus 149).

17.40 Uhr: Wieder Proteste gegen strengere Corona-Regeln in Frankreich

In Paris und anderen französischen Städten haben wieder Tausende Menschen gegen die Verschärfung der Corona-Regeln demonstriert. Das berichteten der französische Nachrichtensender Franceinfo und andere Medien am Samstag. Der TV-Nachrichtensender BFM zeigte Bilder, wonach es in Paris am Rande des Protests zu Ausschreitungen kam - die Polizei habe Tränengas eingesetzt, so der Sender. Vor einer Woche waren nach Angaben des Innenministeriums landesweit rund 114 000 Menschen auf die Straßen gegangen.

16.32 Uhr: Neue Hochinzidenzgebiete: Tourismusbeauftragter verteidigt Einstufung

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß (CDU), hat die Einstufung Spaniens und der Niederlande als Hochinzidenzgebiete verteidigt. „Das macht Reisen sicher und - soweit es in einer Pandemie geht - auch planbar“, sagte Bareiß der „Bild“-Zeitung (Samstag). Zwar sei es „bedauerlich“, dass die Inzidenzen in Spanien und den Niederlanden so stark gestiegen seien. Aber die Einstufung in die verschiedenen Risikogebiete erfolge nach „transparenten Regelungen“. Die Einreisebestimmungen müssten zudem mit den Entwicklungen in der Pandemie immer wieder neu bewertet werden.

Die Einstufungen Spaniens und der Niederlande wegen hoher Infektionszahlen gelten ab Dienstag. Die Entscheidung der Bundesregierung vom Freitag bedeutet zwar kein Reiseverbot. Wer nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss aber nach der Rückkehr nach Deutschland mindestens fünf Tage in Quarantäne. Einige Reiseveranstalter berichteten bereits von einer wachsenden Verunsicherung der Kunden und Stornoanfragen.

Bareiß hob hervor, dass Geimpfte keine nennenswerten Einschränkungen beim Reisen hätten. „Das ist auch richtig“, sagte der CDU-Politiker. Impfungen müssten bei Urlaubsreisen, Messen oder Konzertveranstaltungen „den Unterschied ausmachen“. Die neue Einstufung Spaniens sei vor allem ein „Signal für die zukünftige Urlaubsplanung“.

15.36 Uhr: Tui: Die meisten Urlauber wollen auf Mallorca bleiben

Nach der angekündigten Hochstufung Spaniens zum Corona-Hochinzidenzgebiet gibt es zunächst keine Hinweise, dass eine größere Zahl von Menschen ihre Mallorca-Urlaub vorzeitig abbrechen oder gebuchte Aufenthalte stornieren wollen. „Erste Informationen von der Playa de Palma deuten darauf hin, dass die Gäste weiter ihren Urlaub auf Mallorca verbringen möchten. Sie fühlen sich vor Ort gut aufgehoben, meiden größere Menschenansammlungen und sind zum großen Teil schon geimpft“, sagte der Sprecher des Reiseveranstalters Tui, Aage Dünhaupt, am Samstag der Deutschen Presse-Agentur.

14.22 Uhr: Impfquote von 50 Prozent rückt näher

In den nächsten Tagen dürfte Deutschland bei der Corona-Impfquote die Marke von 50 Prozent überschreiten. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) sind inzwischen 49,1 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft (Stand 12.40 Uhr). Das entspricht 40,82 Millionen Menschen. Mindestens eine Impfdosis haben dem RKI zufolge 60,8 Prozent der Bevölkerung beziehungsweise 50,54 Millionen Menschen verabreicht bekommen. Allein am Freitag wurden 517 470 Dosen gespritzt.

Unter den Bundesländern lag Bremen dem RKI zufolge nach wie vor an erster Stelle mit einem Anteil von 69,7 Prozent mindestens einmal geimpfter Menschen. Auch bei den vollständig Geimpften belegte Bremen mit 56,3 Prozent den Spitzenplatz. Schlusslicht bei den Erstimpfungen blieb Sachsen (51,5 Prozent), genau wie bei den vollständig Geimpften (45,3 Prozent).

12.50 Uhr: Dreyer fordert neuen Warnwert in der Corona-Politik

Angesichts der wachsenden Zahl der gegen das Coronavirus geimpften Menschen hat sich die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer für angepasste Bewertungskriterien in der Corona-Politik ausgesprochen. „Wir schauen natürlich auch mit Sorge auf die steigenden Infektionszahlen“, sagte sie der „Rheinischen Post“ (Samstag). „Dennoch sagt die Inzidenz heute viel weniger über die Gefahr einer Erkrankung und die mögliche Belastung des Gesundheitssystems aus als noch vor einem halben Jahr, weil immer mehr Menschen geimpft werden.“

Die Inzidenz bleibe wichtig, aber sie sollte mit der Lage in den Krankenhäusern verknüpft werden, meinte Dreyer. Dazu zähle, wer dort eingeliefert werde und wer auf eine Intensivstation müsse. „Die Bundesländer müssen mit der Bundesregierung zu einem neuen Warnwert kommen. Wir sollten uns rasch auf eine bundeseinheitliche Regelung verständigen.“ Dreyer lobte ein von der Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig , vorgeschlagenes System als „sehr kluges Ampelsystem“. „Genau so eine Orientierung brauchen wir bundesweit.“

In Mecklenburg-Vorpommern gilt ein Ampelmodell, das die Sieben-Tage-Inzidenz, die Zahl der Covid-Patienten im Krankenhaus und die Auslastung der Intensivstationen berücksichtigt. Die Bundesregierung hat bereits angekündigt, dass künftig Werte wie die Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden sollen.

11.24 Uhr: 17 neue Corona-Fälle bei Olympia

Bei den Olympischen Spielen in Tokio haben die Organisatoren 17 weitere Corona-Fälle vermeldet. Damit stieg die Zahl der positiven Tests seit Beginn der Erfassung am 1. Juli auf insgesamt 123. Wie das Organisationskomitee in dem am Samstag veröffentlichten Tagesbericht bekanntgab, gehört zu den Betroffenen eine Athletin oder ein Athlet, die oder der nicht aus Japan kommt. Tags zuvor hatte die deutsche Olympia-Mannschaft ihren ersten Corona-Fall bekanntgegeben. Der Radsportler Simon Geschke war positiv auf das Virus getestet worden.

10 Uhr: Ravensburg zieht positive Bilanz von Modellprojekt Cluböffnung

Das Kulturamt Ravensburg hat eine positive Bilanz des Modellversuchs mit Öffnungen von Clubs in Corona-Zeiten gezogen. Es seien keinerlei Infektionen im Zusammenhang mit der Öffnung zweier Clubs festgestellt worden, sagte Kultursamtleiterin Verena Müller. „Aus unserer Sicht könnte das Angebot fortgesetzt werden.“ Auch von den Clubbetreibern gab es ein positives Echo kurz vor dem vierten Clubabend unter Corona-Bedingungen, nach dem über eine Verlängerung entschieden wird.

An drei vorangegangenen Wochenenden hatten jeweils freitags und samstags insgesamt um die 650 Menschen in den zwei Clubs gefeiert - ohne Abstand und Maske. Voraussetzung war, dass Tickets online gekauft und auch bei vollständiger Impfung frische Schnelltests vorgelegt werden. Wichtig war auch ein Nachtest, den laut Müller zwischen 93 und 95 Prozent der Gäste erbracht haben. Damit ist die für die Fortsetzung des Experiments vorgegebene Nachtestpflicht von mindestens 80 Prozent übererfüllt. „Von dem hohen Rücklauf waren wir überrascht.“ Anreiz dafür war ein Pfand von 30 Euro an der Abendkasse, das bei Vorlage eines nach dem Feiern erstellten Schnelltests zurückerstattet wurde.

8.30 Uhr: Patientenschützer bemängeln geringe Impfbereitschaft Jüngerer

Patientenschützer werfen den jüngeren Generationen in Deutschland eine mangelnde Impfbereitschaft vor. „Obwohl mittlerweile Impfstoff für täglich zwei Millionen Menschen bereitsteht, werden nur 500.000 Dosen abgerufen, denn der Impffortschritt dümpelt in der jungen und mittleren Generation nur so vor sich hin“, sagte Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag). „Es ist also allerhöchste Zeit, dass jetzt auch die Jüngeren ihre Impfsolidarität in der Pandemie unter Beweis stellen“, fügte er hinzu.

Immer wieder sei beklagt worden, die Jungen müssten zugunsten Älterer auf ihre Freiheit verzichten. Dass die Impfbereitschaft bei ihnen nun so gering sei, zeige, „dass an dem Vorwurf nichts dran war“, sagte Brysch der Zeitung. Die über 60-Jährigen hingegen würden „mit erwartbarer fast 90-prozentiger vollständiger Impfquote ihren Teil zur Pandemiebekämpfung beitragen“. Schon jetzt hätten 85 Prozent dieser Altersgruppe das Impfangebot angenommen.

7 Uhr: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 13,6

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen steigt weiter. Sie liegt jetzt bei 13,6, wie das Robert-Koch-Institut am Samstagmorgen meldete. Eine Woche zuvor hatte sie noch bei 9,4 gelegen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen. Sie gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an. 

In der Regel liegt die Zahl der Neuinfektionen am Wochenende und am Montag niedriger als im Wochendurchschnitt, weil an den Wochenenden weniger getestet wird und weniger Testergebnisse übermittelt werden.

Laut RKI wurden binnen 24 Stunden 1919 Corona-Neuinfektionen sowie 28 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus registriert. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Ansteckungen in Deutschland seit Beginn der Pandemie liegt den Angaben zufolge bei 3.754.511, insgesamt wurden bisher 91.520 Corona-Tote gemeldet. Die Zahl der von einer Corona-Infektion Genesenen gibt das RKI mit rund 3.644.100 an.

Das waren die Entwicklungen am Freitag, 23. Juli:

22.27 Uhr: Impfpflicht-Gegner gehen in Frankreich erneut auf die Straße

In Frankreich haben Gegner der geplanten Impfpflicht für das Gesundheitspersonal für Samstag erneut zu Demonstrationen aufgerufen. Kundgebungen sind unter anderem in Paris, Lyon, Rennes und anderen Städten geplant. Dabei soll auch gegen den Gesundheitspass protestiert werden, der Aufschluss über eine Impfung oder einen Negativ-Test gibt. Seit dieser Woche ist der Pass in Kinos oder Museen Pflicht, ab August auch in Cafés und Restaurants. Die Regierung will die gesetzliche Grundlage bis Sonntag im Schnellverfahren vom Parlament besiegeln lassen.

Am vergangenen Samstag hatten in Frankreich mehr als 110.000 Menschen vor einer "Gesundheits-Diktatur" gewarnt. Auch Anhänger der "Gelbwesten"-Bewegung und Rechtsaußen-Politiker mischten sich unter die Demonstranten. Die Regierung will mit den neuen Auflagen die massiv gestiegenen Infektionszahlen eindämmen.

21.55 Uhr: Bayern setzt auf Korrektur von Stiko-Impfempfehlung für Jugendliche

Bayern setzt nach der EU-Zulassung des Corona-Impfstoffs von Moderna auch für Minderjährige auf eine Korrektur der geltenden Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) für Jugendliche und ältere Kinder. Er hoffe, "dass es die Datenlage der Ständigen Impfkommission bald erlauben wird, ihre Empfehlung zum Impfen der Zwölf- bis 17-Jährigen zu aktualisieren", sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Freitag den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hatte am Freitag bekanntgegeben, dass sie nun auch den Corona-Impfstoff des US-Herstellers Moderna für Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren freigegeben hat. Mit den Vakzinen von Moderna und Biontech/Pfizer gebe es nun zwei hochwirksame Präparate auf dem Markt, "mit denen wir unsere Impfkampagne auf weitere, bisher von der Impfung weitgehend ausgeschlossene Bevölkerungsgruppen ausweiten können", sagte Holetschek. 

21.15 Uhr: USA kaufen weitere 200 Millionen Impfdosen von Biontech und Pfizer

Die USA kaufen weitere 200 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs der Hersteller Biontech und Pfizer. Damit treffe die Regierung Vorbereitungen für die Impfung jüngerer Kinder und möglicherweise nötige Auffrischungsimpfungen für Erwachsene, erklärte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, am Freitag in Washington. „Wir bereiten uns auf alle Möglichkeiten vor.“

Gut die Hälfte der Dosen soll bis zum Jahresende geliefert werden, der Rest bis April 2022, wie das US-Pharmaunternehmen Pfizer erklärte. Damit seien von der US-Regierung bislang 500 Millionen Dosen bestellt worden. Washington hatte sich vergangenes Jahr Optionen für die Bestellung von bis zu 600 Millionen Dosen gesichert. Zusätzlich hat die US-Regierung 500 Millionen Dosen bestellt, die an andere Länder abgegeben werden sollen.

20.30 Uhr: Corona-Inzidenz in Baden-Württemberg steigt weiter

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen im Südwesten nimmt weiter zu. Nach Angaben des Landesgesundheitsamts vom Freitag betrug die Sieben-Tage-Inzidenz landesweit 11,8. Schon seit Anfang Juli steigen die Fallzahlen leicht. Inzwischen liegen 25 der 44 Stadt- und Landkreise im Südwesten über einer Inzidenz von 10. In Baden-Baden ist der Wert mit 29,0 den Angaben nach am höchsten, im Neckar-Odenwald-Kreis mit 0,7 am niedrigsten.

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in Baden-Württemberg seit Beginn der Pandemie stieg nach amtlichen Angaben um 231 auf 504 024. 10 376 Menschen sind an einer Infektion mit dem Coronavirus oder im Zusammenhang damit gestorben, 6 mehr als am Vortag. Als genesen gelten geschätzt 491 167 Infizierte (plus 127).

19.33 Uhr: Corona-Neuinfektionen in Türkei auf höchstem Stand seit Mitte Mai

In der Türkei ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Monaten gestiegen. Das Gesundheitsministerium meldete am Freitag 11.094 Neuinfektionen - so viele wie seit Mitte Mai nicht mehr. Innerhalb eines Tages starben 60 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19. Das 82 Millionen-Einwohner-Land hatte Anfang Juli alle Ausgangsbeschränkungen wegen der Pandemie aufgehoben. Seitdem steigen die Fallzahlen wieder.

Gesundheitsminister Fahrettin Koca hatte erst kürzlich eindringlich an seine Landsleute appelliert, sich impfen zu lassen. Die Türkei setzt die Impfstoffe des chinesischen Herstellers Sinovac sowie von Biontech/Pfizer ein. Etwa 46 Prozent der Bevölkerung haben mindestens eine Impfdosis erhalten. Mehr als ein Viertel (26 Prozent) sind vollständig geimpft. Der Anteil der ansteckenderen Delta-Variante steigt auch in der Türkei. Wie viel Prozent diese zurzeit ausmacht, wurde aber bislang nicht bekanntgegeben.

18.40 Uhr: Baden-Württemberg kündigt Lockerungen für Geimpfte für September an

Die baden-württembergische Landesregierung hat weitere Lockerungen für vollständig geimpfte Menschen im Laufe des Septembers angekündigt. Das Sozialministerium erklärte am Freitag in Stuttgart bei der Verkündung einer neuen Corona-Verordnung mit kleineren Anpassungen: „Nach aktuellem Fortschritt der Impfkampagne wird voraussichtlich zum 15. September 2021 jede Bürgerin und jeder Bürger in die Lage versetzt worden sein, die Zweitimpfung und damit einen vollständigen Impfschutz erhalten zu haben.“ Die Regierung gehe daher derzeit davon aus, „dass in künftigen Regelungen die Eingriffsintensität für vollständig geimpfte Personen weiter reduziert werden kann“.

Die nochmal geänderte Corona-Verordnung des Landes soll an diesem Montag in Kraft treten. Künftig darf bei Großveranstaltungen unter bestimmten Bedingungen maximal die Hälfte der am Veranstaltungsort möglichen Zuschauer zugelassen sein, aber nicht mehr als 25.000 Menschen. Hier arbeitet die Regierung eine Absprache unter den Ländern von Anfang Juli ein. Ab einer Inzidenz von 50 sind solche Veranstaltungen aber weiter verboten. Die Maske kann im Freien abgenommen werden, wenn es fest zugewiesene Sitzplätze mit einem Mindestabstand von 1,5 Metern gibt. Bei Sportveranstaltungen mit über 5000 Zuschauern gilt ein Alkoholverbot.

17.10 Uhr: Corona-Infektionen in Italien deutlich gestiegen - Delta herrscht vor

 In Italien sind die Corona-Infektionszahlen deutlich gestiegen. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert erhöhte sich auf landesweit durchschnittlich 41 Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche, in der Vorwoche waren es noch 19. Vor allem bei jungen Menschen seien mehr Infektionen verzeichnet worden, hieß es im wöchentlichen Corona-Lagebericht des Gesundheitsministeriums in Rom. Die Zahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern und auf den Intensivstationen blieb Experten zufolge auf ähnlichem niedrigem Niveau wie in der Vorwoche.

Die ansteckendere Delta-Variante breite sich in Italien weiter aus und sei inzwischen vorherrschend. Die Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi hatte am Donnerstagabend bereits mit strengeren Coronaregeln reagiert. Ab dem 6. August ist in dem Land für zahlreiche Aktivitäten im Innenbereich ein Impfnachweis, ein negativer Corona-Test oder ein Genesungsnachweis notwendig.

15.55 Uhr: Spanien und Niederlande als Corona-Hochinzidenzgebiete eingestuft

Die Bundesregierung stuft Spanien und die Niederlande wegen hoher Infektionszahlen von Dienstag an als Corona-Hochinzidenzgebiete ein. Das gab das Robert Koch-Institut am Freitag bekannt. Wer aus einem Hochinzidenzgebiet zurückkehrt und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne, kann diese aber durch einen negativen Test nach fünf Tagen verkürzen.

Wo in Europa ein Sommerurlaub unkompliziert möglich ist und wo es schwieriger wird, lesen Sie hier: Ein Überblick  über die Regeln in Italien, Frankreich, Spanien, Griechenland, Kroatien und in der Türkei- und was Sie bei der Ein- und Rückreise beachten müssen.

15.20 Uhr: EMA gibt Corona-Impfstoff von Moderna für Zwölf- bis 17-Jährige frei

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat den Corona-Impfstoff des US-Herstellers Moderna für Zwölf- bis 17-Jährige freigegeben. Dies gab die Behörde in einer heute veröffentlichten Erklärung bekannt. Bisher hatte nur der Impfstoff von Biontech/Pfizer eine EU-weite Zulassung für diese Altersgruppe. In Deutschland können Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren seit dem 7. Juni gegen das Coronavirus geimpft werden.

Die Ständige Impfkommission empfiehlt dies allerdings nur bei bestimmen Vorerkrankungen oder anderen Risikofaktoren. Sie hat mit Verweis auf die bislang dünne Datenlage bislang noch keine generelle Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ausgesprochen.

13.34 Uhr: Schweden lässt Einsatz von Astrazeneca-Impfstoff auslaufen

Schweden verabschiedet sich allmählich vom Einsatz des Corona-Impfstoffes des britisch-schwedischen Pharmakonzerns Astrazeneca. Wie die Gesundheitsbehörde Folkhälsomyndigheten mitteilte, sind 89 Prozent der Menschen über 65 Jahre - die Bevölkerungsgruppe, die in Schweden hauptsächlich Astrazeneca erhalten hat - mittlerweile vollständig geimpft.

Aus diesem Grund hat sich die Behörde nun dazu entschlossen, die Verteilung des Präparats an die einzelnen Regionen des skandinavischen EU-Landes zu beenden und die Verwendung des Mittels somit nach und nach einzustellen. Die Regionen, die noch Astrazeneca-Impfstoff vorrätig haben, können demnach entweder diesen oder die Mittel von Biontech/Pfizer und Moderna verwenden. Ein Teil der verbliebenen Astrazeneca-Dosen soll gespendet werden.

13 Uhr: Junge Erwachsene in England am stärksten betroffen

Junge Erwachsene sind in der jüngsten Infektionswelle in England am stärksten betroffen. Das geht aus Zahlen der Gesundheitsbehörde Public Health England hervor, die in dieser Woche veröffentlicht wurden. Demnach lag die Zahl der Neuinfektionen auf 100.000 Menschen innerhalb einer Woche in dieser Altersgruppe bei zuletzt knapp 1155 - der höchste je festgestellte Wert seit Ausbruch der Pandemie im vergangenen Jahr. Insgesamt wurde die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz in Großbritannien zuletzt mit 488 angegeben.

Gründe für die hohe Ansteckungsrate dürfte nach Ansicht von Experten unter anderem sein, dass die Impfrate bei jüngeren Menschen niedriger ist als bei den Älteren. In Großbritannien wurde streng nach Altersgruppen geimpft, angefangenen bei den Ältesten. Knapp 60 Prozent der 20- bis 29-Jährigen haben erst eine Impfung bekommen. Hinzu komme, dass Menschen dieser Altersgruppe mehr soziale Kontakte pflegen als ältere Menschen.

12 Uhr: Deutsche auf Mallorca reagieren gelassen auf mögliche Quarantäne

Deutsche Urlauber auf Mallorca haben relativ gelassen auf die mögliche Einstufung ganz Spaniens als Corona-Hochinzidenzgebiet reagiert. Sabrina aus Remagen ist mit Mann und zwei Kindern im Alter von sieben Jahren und zehn Monaten in einer Ferienwohnung auf Mallorca. „Mein Mann und ich sind geimpft. Wir sind relativ entspannt, aber ein unwohles Gefühl ist auch schon dabei“, sagte sie. Größere Gruppen würden sie meiden. „Unserer großen Tochter droht eine Quarantäne. Trotzdem ziehen wir unsere Reise durch und bleiben bis Mitte August.“

Zuhause hätten sie einen Garten und würden die Quarantäne der Kinder in Kauf nehmen. Einem Medienbericht zufolge will die Bundesregierung Spanien und die Niederlande an diesem Freitag zum Corona-Hochinzidenzgebiet erklären. Wer nicht vollständig geimpft oder von Corona genesen ist, muss bei der Rückkehr aus einem Hochinzidenzgebiet nach Deutschland für zehn Tage in Quarantäne, die erst nach fünf Tagen durch einen negativen Test verkürzt werden kann. Dies trifft besonders jüngere Urlauber oder Kinder, von denen viele nicht geimpft sind.

11 Uhr: Frankreichs Unterhaus billigt Impfpflicht und Gesundheitspass

Die Impfpflicht für das Gesundheits- und Pflegepersonal in Frankreich hat eine wichtige Hürde genommen: Die Pariser Nationalversammlung stimmte dem Regierungsvorhaben in der Nacht zum Freitag nach zweitägiger Marathondebatte zu. Auch ein Gesundheitspass für Cafés, Restaurants und Fernzüge wurde trotz massiver Kritik der Opposition verabschiedet.

Bis Sonntag soll die Novelle im Schnellverfahren vom Senat besiegelt werden. Präsident Emmanuel Macron hatte die verschärften Maßnahmen Mitte Juli angekündigt. Die Regierung will damit den massiven Anstieg der Corona-Infektionen durch die hoch ansteckende Delta-Variante eindämmen. Gesundheitsminister Olivier Véran nannte die Lage "beunruhigend". Zuletzt wurden binnen eines Tages in Frankreich fast 22.000 Neuansteckungen registriert, zehnmal so viele wie vor rund einem Monat.

9.21 Uhr: RKI: Inzidenzanstieg vor allem bei 15- bis 34-Jährigen

Der Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bisher vor allem bei Menschen zwischen 15 und 34 Jahren zu beobachten. Während sich die Werte in den Gruppen ab 60 Jahren in den vergangenen Wochen nur minimal und auf sehr niedrigem Niveau veränderten, verzeichnet das RKI für Jüngere relativ starke Zuwächse. Das geht aus einem wöchentlichen Covid-19-Lagebericht hervor, den das RKI vorlegt.

8.31 Uhr: Experte: Impfung von unter 16-Jährigen sinnvoll

Eine erneute coronabedingte Schließung von Schulen im kommenden Schuljahr könnte aus Sicht eines Experten durch eine Impfung von 12- bis 16-Jährigen vermieden werden. „Die Ständige Impfkommission sieht zwar keinen Vorteil für den einzelnen Schüler durch eine Impfung, aber der gesellschaftliche Nutzen wäre enorm“, sagte Guido Adler, Koordinator für mobile Impfteams in Ulm.

Schüler sollten auch ungeachtet der Ausbreitung der besonders ansteckenden Delta-Variante ab Mitte September wieder unbesorgt in die Schulen gehen können. Außerdem litten auch jüngere Erkrankte trotz leichten Verlaufs der Infektion unter deren Spätfolgen; damit gebe es auch in dieser Altersgruppe mit derzeit steigenden Inzidenzen gute medizinische Argumente für eine Impfung.

7.07 Uhr: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 13,2

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen steigt weiter. Sie liegt jetzt bei 13,2, wie das Robert-Koch-Institut am Freitagmorgen meldete. Eine Woche zuvor hatte sie noch bei 8,6 gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen. Sie gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an.

Laut RKI wurden binnen 24 Stunden 2089 Corona-Neuinfektionen sowie 34 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus registriert. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Ansteckungen in Deutschland seit Beginn der Pandemie liegt den Angaben zufolge bei 3.752.592, insgesamt wurden bisher 91.492 Corona-Tote gemeldet. Die Zahl der von einer Corona-Infektion Genesenen gibt das RKI mit rund 3.643.300 an.

Das waren die Entwicklungen am Donnerstag, 22. Juli:

22.19 Uhr: Coronavirus: China lehnt WHO-Pläne für Laborinspektionen ab

China stellt sich gegen Pläne der WHO einer Labor-Inspektion in der zentralchinesischen Metropole Wuhan auf der Suche nach dem Ursprung des Coronavirus. China könne einen solchen Plan nicht akzeptieren, sagte Zeng Yixin, Vizeminister von Chinas Nationaler Gesundheitskommission, am Donnerstag. Er sei überrascht gewesen, als er die neuen Pläne der WHO studierte. Der Fokus auf einen möglichen Laborausbruch zeuge von einer arroganten Haltung gegenüber der Wissenschaft.

Auf der Suche nach dem Ursprung des Coronavirus hatte die WHO vergangene Woche in einem Brief an die Mitgliedsländer eine neue ständige Arbeitsgruppe angekündigt. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus betonte zudem, dass neben der Untersuchung von Wildtieren und Tiermärkten im chinesischen Wuhan, wo das Virus Ende 2019 zum ersten Mal aufgetaucht war, auch die dortigen Labore inspiziert werden müssen.

China hatte die Reise des ersten WHO-Forscherteams monatelang verzögert. Obwohl die WHO die Untersuchungen fortsetzen will, macht Peking keine Anstalten, das in China zuzulassen. „Wir sind zutiefst enttäuscht“, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, am Donnerstag. Die Position Chinas sei „unverantwortlich und offen gesagt, gefährlich“.

21.51 Uhr: Weitere Corona-Fälle bei Olympia: Auch deutsche Gegnerin betroffen

Die Zahl der Corona-Fälle unter den Olympia-Teilnehmern in Tokio nähert sich der 100er Marke. Dabei sind die Sommerspiele noch nicht einmal eröffnet.

Vor der Eröffnung der Olympischen Spiele in Tokio hat die Zahl der Corona-Fälle weiter zugenommen - und erstmals sind indirekt auch deutsche Sportlerinnen betroffen. In der tschechischen Beachvolleyballerin Marketa Slukova wurde am Donnerstag eine Gegnerin des deutschen Duos Laura Ludwig und Margareta Kozuch positiv auf das Virus getestet.

Slukova und ihre Beach-Partnerin Barbora Hermannova sollten am 28. Juli die letzten Gruppengegnerinnen für Ludwig/Kozuch sein. Der positive Test sei eine „riesige Enttäuschung“, teilte die 33-Jährige mit. Sie habe „geweint, geschimpft und wieder geweint“. Zuvor war bereits ihr Ehemann und Trainer Simon Nausch positiv getestet worden.

Nach Angaben eines Sprechers des tschechischen Nationalen Olympischen Komitees muss Slukova nun für zehn Tage in Quarantäne, ihre Teilnahme an den Spielen in Tokio sei damit praktisch ausgeschlossen. Die Auswirkungen auf den Spielplan von Ludwig/Kozuch in der Gruppe F waren zunächst nicht klar.

20.40 Uhr: Inzidenzanstieg vor allem bei 15- bis 34-Jährigen

Der Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist laut Robert Koch-Institut (RKI) bisher vor allem bei Menschen zwischen 15 und 34 Jahren zu beobachten. Während sich die Werte in den Gruppen ab 60 Jahren in den vergangenen Wochen nur minimal und auf sehr niedrigem Niveau (unter 5 Fälle pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen) veränderten, verzeichnet das RKI für Jüngere relativ starke Zuwächse. Das geht aus einem wöchentlichen Covid-19-Lagebericht hervor, den das RKI neuerdings donnerstags vorlegt.

Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz von 32 in der vergangenen Woche verzeichnen demnach die Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 15 und 24 Jahren. In dem Alter sind schwere Krankheitsverläufe von Covid-19 relativ selten. Die Impfquoten bei den Menschen unter 60 sind zudem auch deutlich geringer als bei den über 60-Jährigen. Das RKI schreibt, der Rückgang der Patientenzahlen in Krankenhäusern und auf Intensivstationen setze sich aktuell jedoch nicht weiter fort. Die Werte lägen zurzeit aber auf einem niedrigen Niveau.

19.57 Uhr: Anstieg der Corona-Zahlen in Spanien verlangsamt sich

Der rasante Anstieg der Corona-Zahlen in Spanien während der vergangenen Wochen hat sich etwas abgeflacht. Die Zahl der Neuerkrankungen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen stieg nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Madrid vom Donnerstagabend auf 333. Das war nur ein Zähler mehr als am Vortag.

Für die Balearen mit Mallorca als liebster Ferieninsel der Deutschen wurde der Wert mit 365 angegeben - eine Steigerung von 18 Zählern im Vergleich zu Mittwoch. Damit liegen Spanien insgesamt und auch 16 seiner 17 Regionen über dem Wert von 200, ab dem Deutschland ein Land oder eine Region zum Hochinzidenzgebiet erklären kann.

Bei der Entscheidung über die Frage, ob Spanien oder einzelne Regionen vom Risikogebiet zum Hochinzidenzgebiet hochgestuft werden müssen, sollen aber auch andere Faktoren als nur die Inzidenzen berücksichtigt werden. Dies könnten etwa die Lage im Gesundheitssystem, die Todesrate und der Stand der Impfkampagne sein.

18.48 Uhr: Corona-Inzidenz im Südwesten über 11

Zum ersten Mal seit einem Monat hat die Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten am Donnerstag wieder die 11er-Marke gerissen. Nach Angaben des Landesgesundheitsamts lag der landesweite Wert bei 11,4. Zuletzt hatte die Behörde am 21. Juni eine höhere Inzidenz angegeben: Damals war binnen einer Woche bei 12,0 Menschen je 100.000 Einwohner eine Neuinfektion mit dem Coronavirus nachgewiesen worden. Dann war die Inzidenz erst gesunken, seit einiger Zeit steigt sie wieder. Der R-Wert liegt derzeit bei 1,1. Ein Infizierter steckt also statistisch mehr als eine weitere Person an.

Mittlerweile liegen 20 der 44 Stadt- und Landkreise im Südwesten über einer Inzidenz von 10. Am höchsten ist sie den Daten zufolge mit 26,0 in Ulm, am niedrigsten mit 0,7 im Neckar-Odenwald-Kreis.

18.28 Uhr: Untersuchungsausschuss zu Maskenaffäre zeichnet sich ab

In der Affäre um Corona-Schutzmasken läuft alles auf einen Untersuchungsausschuss im bayerischen Landtag hinaus. Die von der Opposition geforderte Untersuchung durch einen Sonderermittler wird es nach dem Willen der Staatsregierung nicht geben. Dafür gebe es „aus guten Gründen weder eine juristische noch politische Legitimation“, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) dem Bayerischen Rundfunk. Grüne, SPD und FDP kündigten daraufhin an, einen Untersuchungsausschuss zu beantragen.

Herrmann sagte, das Parlament verfüge über wirkungsvolle Instrumente wie Anfragen und Untersuchungsausschuss, um seine Kontrollfunktion wahrzunehmen. Außerdem gebe es im Freistaat eine unabhängige Justiz, die ohne Rücksicht auf Ämter und Personen ermittle. SPD, Grüne und FDP hatten zuvor einen Sonderermittler gefordert und angekündigt, ansonsten einen Untersuchungsausschuss zu beantragen. Dies soll nach der Sommerpause des Landtags geschehen. Damit der Ausschuss zustande kommt, muss ein Fünftel der Abgeordneten zustimmen.

17.25 Uhr: Ausstellung von Impfzertifikaten in Apotheken gestoppt

 Apotheken in ganz Deutschland können seit Mittwoch keine Corona-Impfzertifikate mehr ausstellen. Der Deutsche Apothekerverband teilte  mit, dass die Ausstellung von Zertifikaten in Rücksprache mit dem Bundesgesundheitsministerium gestoppt worden sei.

Dem „Handelsblatt“ war es demnach gelungen „mithilfe von professionell gefälschten Dokumenten“ auf dem DAV-Server einen Gastzugang für einen nicht existierenden Apothekeninhaber zu erzeugen, mit dem dann zwei Impfzertifikate ausgestellt worden seien. Aktuell würden deshalb die angemeldeten Betriebsstätten einer Überprüfung unterzogen. Doch gebe es bislang keine Hinweise auf andere unberechtigte Zugänge.

Das „Handelsblatt“ teilte auf Anfrage mit, es sei richtig, dass das Blatt eine gravierende Sicherheitslücke bei der Erstellung digitaler Impfnachweise aufgedeckt habe. „Jedoch hat nicht das "Handelsblatt" selbst sich einen Zugang zum System verschafft; zwei IT-Sicherheitsspezialisten haben die Schwachstelle offengelegt und damit demonstriert, dass es bei dem Portal deutliche Mängel gibt“, erklärte eine Verlagssprecherin.

Wann die Apotheken wieder Impfzertifikate ausstellen können, steht nach Angaben des DAV noch nicht fest. Es sei aber davon auszugehen, dass die über 25 Millionen Impfzertifikate, die bisher ausgestellt worden seien, alle von rechtmäßig registrierten Apotheken stammen.

17.10 Uhr: Wegen Corona: Drittliga-Start Osnabrück gegen Duisburg abgesagt

Das Eröffnungsspiel der 3. Liga zwischen dem VfL Osnabrück und dem MSV Duisburg fällt aus. Der Deutsche Fußball-Bund sagte die für diesen Freitag (19.00 Uhr) geplante Begegnung ab. Die spielleitende Stelle des Verbandes stimmte damit einem entsprechenden Antrag der Duisburger zu, nachdem das zuständige Gesundheitsamt eine Quarantäne für die Mannschaft und das Trainerteam des MSV verhängt hatte. Ausgenommen davon sind genesene und vollständig geimpfte Spieler, wie der DFB am Donnerstag mitteilte.

Bei den vorgeschriebenen Covid-19-Testungen waren in der vergangenen Woche bei drei Duisburger Spielern positive Befunde aufgetreten. Alle drei Profis befinden sich seitdem in Quarantäne. Die PCR-Testungen im Spieler- und Betreuerstab am Mittwoch ergaben ein weiteres positives Ergebnis, woraufhin das Gesundheitsamt Duisburg eine Quarantäne für das Team aussprach.

15.51 Uhr: Zehntausende Corona-Impfdosen für Katastrophengebiete

In die von der Hochwasserkatastrophe gezeichneten Gebiete sollen Zehntausende Corona-Impfdosen geliefert werden. Das Bundesgesundheitsministerium habe den betroffenen Ländern zusätzlichen Impfstoff angeboten, teilte eine Sprecherin am Donnerstag in Berlin mit. Damit könnten niedrigschwellige Impfangebote vor Ort gemacht werden. Rheinland-Pfalz habe dieses Angebot bereits angenommen und erhalte 23.400 zusätzliche Impfdosen Biontech. Sie sollen durch mobile Teams zum Beispiel dort verimpft werden, wo die Arztpraxen aufgrund des Hochwassers schließen mussten, hieß es. Neben Impfstoff sollten bei Bedarf auch Masken, Tests und Medikamente geliefert werden.

15.05 Uhr: RKI ruft zu Vorbereitungen für Corona-Welle in Herbst und Winter auf

Das Robert Koch-Institut (RKI) dringt wegen eines als wahrscheinlich eingeschätzten Anstiegs der Corona-Fälle im Herbst und Winter darauf, jetzt vorbeugende Maßnahmen in verschiedenen Bereichen zu ergreifen. So sollen schwere Krankheitsverläufe, Todesfälle und die Belastung für das Gesundheitswesen klein gehalten „und bevölkerungsbezogene Maßnahmen minimiert werden können“, schreibt das RKI in einem am Donnerstag veröffentlichten Strategiepapier, das auf verschiedene Szenarien eingeht. Als Handlungsempfehlungen werden eine „erfolgreiche Impfkampagne“, „klassische Infektionsschutzmaßnahmen der Gesundheitsämter“ und der gezielte Einsatz von Maßnahmen genannt.

Die Bevölkerung sollte laut dem Papier „frühzeitig darüber informiert werden, dass es im Winter wieder zu einer starken Belastung des Gesundheitswesens“ und möglicherweise einer regionalen oder lokalen Überlastung kommen könne, etwa bei der sogenannten ECMO-Kapazität (spezielle Maschinen für Patienten mit schwerem Lungenversagen). Das RKI betont: „Die Vorstellung des Erreichens einer Herdenimmunität im Sinne einer Elimination oder sogar Eradikation des Virus“ - also ein weitgehendes Zurückdrängen oder Ausrotten - sei nicht realistisch.

14.19 Uhr: WHO warnt vor langfristigen Folgen von Corona-Pandemie für psychische Gesundheit

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat vor langfristigen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die psychische Gesundheit gewarnt. „Von der Angst rund um die Ausbreitung des Virus und Auswirkungen von Lockdowns und Isolation über die Folgen von Arbeitslosigkeit, finanziellen Sorgen und sozialer Ausgrenzung bis hin zur direkten Versorgung - jeder ist auf irgendeine Weise betroffen“, erklärte die Organisation am Donnerstag anlässlich eines Treffens von WHO-Vertretern und Gesundheitsministern in Athen.

„Es ist nicht nur die Infektion oder die Angst sich anzustecken, die sich auf die psychische Gesundheit von Menschen auswirkt“, betonte die WHO. „Enorme Auswirkungen“ hätten auch der Stress durch soziale Ungleichheiten und die Folgen von Quarantäne, Lockdowns sowie Schul- und Betriebsschließungen.

13.09 Uhr: Lauterbach: Delta-Variante ansteckender und auch tödlicher

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält die Delta-Variante für deutlich gefährlicher als bisherige Mutanten des Coronavirus. „Von allem, was wir bisher wissen, müssen wir davon ausgehen, dass die Delta-Variante sowohl ansteckender als auch tödlicher ist“, sagte Lauterbach den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag). Dies hätten Auswertungen aus Kanada gezeigt. Auch Daten aus England hätten die Hoffnung, Delta wäre zwar ansteckender, aber nicht tödlicher, nicht bestätigt. Der Epidemiologe zeigte sich daher „sehr sorgenvoll für den Herbst“.

Lauterbach sagte, die Delta-Variante könne auch für jüngere Menschen und Kinder schwere gesundheitliche Folgen haben. „Obwohl wir dort keine oder nur sehr wenige Todesfälle erwarten müssen, wird es viele auch schwere Verläufe geben, deren Endergebnis Long Covid auch für Kinder sein kann“, sagte Lauterbach. Patienten mit Long Covid haben auch nach einer Infektion anhaltende Symptome.

11.45 Uhr: Kultusministerin will Zusatzangebote in Schulen wieder zulassen

Kultusministerin Theresa Schopper will trotz der andauernden Corona-Pandemie im kommenden Schuljahr Zusatzangebote wie Chöre und Theater-AG grundsätzlich wieder zulassen. In einem Schreiben an die Schulen heißt es, Angebote über Klassen, Jahrgänge und Schulen hinweg seien dann wieder möglich - sowohl im regulären Unterricht als auch außerhalb. Bei Klassenfahrten gelten unterschiedliche Regeln für In- und Ausland. „Mehrtägige außerunterrichtliche Veranstaltungen wie Schullandheimaufenthalte oder Studienreisen im Inland sind wieder zulässig.“ Reisen ins Ausland und Schüleraustausch mit anderen Ländern bleiben untersagt.

In dem Brief vom Mittwoch, der der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart vorliegt, schreibt die Ministerin zur allgemeinen Lage: „Erfreulicherweise hat sich das Infektionsgeschehen in den vergangenen Wochen so entwickelt, dass wir zum heutigen Zeitpunkt für das Schuljahr 2021/2022 von einem Unterrichtsbetrieb in Präsenz ausgehen.“

11.21 Uhr: Merkel wirbt nachdrücklich für mehr Corona-Impfungen

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihre Sommer-Pressekonferenz in Berlin für einen eindringlichen Appell für mehr Impfungen gegen das Coronavirus genutzt. „Je mehr Menschen geimpft sind, umso freier werden wir wieder sein“, sagte die Kanzlerin. Sie warnte vor einer erneuten Verschlechterung der Lage angesichts der wieder exponentiell wachsenden Infektionszahlen.

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11 Uhr: Grönland lockert strenge Corona-Regel für Bus und Bahnen nach kurzer Zeit

Bereits nach wenigen Tagen verabschiedet sich Grönland von der Regel, dass nur noch Menschen mit Corona-Impfung die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen dürfen. Diese erst am Dienstag in Kraft getretene Anforderung gilt nur noch bis einschließlich Freitag und nicht wie geplant bis Ende des Monats, wie die grönländische Regierung nach Angaben des Rundfunksenders KNR und der Zeitung „Sermitsiaq“ auf einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Nuuk bekanntgab.

Grund dafür sind positive Entwicklungen bei der Infektionslage. Regierungschef Múte B. Egede sagte nach Angaben der beiden führenden grönländischen Medien, er sei stolz, dass die Bürger Verantwortung übernommen hätten und die Regeln befolgten.

9.12 Uhr: Länder setzen zunehmend auf mobiles Impfen wegen sinkender Impfzahlen

Angesichts sinkender Nachfrage nach Corona-Impfungen setzen die Bundesländer zunehmend auf flexible Lösungen, um mehr Menschen zu erreichen. Das geht aus einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur hervor. Das Interesse an einer Impfung lässt vielerorts nach, teilweise werden Impfzentren geschlossen. Außerdem gibt es immer mehr mobile Impfteams, und Menschen können sich vielerorts auch ohne Termin eine Spritze holen.

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8.31 Uhr: Niedersachsen schließt tägliche Corona-Tests in Schulen nicht aus

Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) will nach den Sommerferien die Corona-Testfrequenz in den Schulen erhöhen. Möglicherweise solle statt zweimal wöchentlich täglich getestet werden, sagte der Minister der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Niemand wird nach den Sommerferien ohne einen negativen Corona-Test in die Schule gehen“, sagte Tonne.

Zu der Frage, ob nach den Sommerferien alle Schulen mit Luftfiltern ausgestattet seien, sagte Tonne, dass das Land mittlerweile zusätzlich Fördermöglichkeiten in Höhe von 20 Millionen Euro geschaffen habe. Nötigenfalls solle finanziell nachgebessert werden. Die Umsetzung liege bei den Schulträgern.

7.07 Uhr: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 12,2

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen steigt weiter. Sie liegt jetzt bei 12,2, wie das Robert-Koch-Institut am Donnerstagmorgen meldete. Eine Woche zuvor hatte sie noch bei 8,0 gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen.

Sie gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an. Laut RKI wurden binnen 24 Stunden 1890 Corona-Neuinfektionen sowie 42 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus registriert.

Das waren die Entwicklungen am Mittwoch, 21. Juli: 

22.03 Uhr: WHO: Zwei Studien untermauern Gefährlichkeit von Delta-Variante

Die Delta-Variante des Coronavirus ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) inzwischen in 124 Ländern nachgewiesen worden, 13 mehr als eine Woche zuvor. Die WHO zitierte am Mittwoch zwei Studien, die die hohe Gefährlichkeit der Variante untermauern, eine davon aus China und eine aus Kanada. Beide Studien wurden bislang nicht in einem Fachjournal veröffentlicht.

In China wurden Menschen untersucht, die nach Kontakt mit einem Delta-Variante-Infizierten in Quarantäne waren. Der PCR-Test sei bei ihnen schon nach durchschnittlich vier statt wie bei frühen Varianten nach sechs Tagen positiv gewesen. Außerdem sei die Viruslast beim ersten Positiv-Test 1200 mal höher gewesen als bei ursprünglichen Virusvarianten. „Das legt nahe, dass diese besorgniserregende Variante sich möglicherweise schneller vermehrt und in den frühen Stadien der Infektion ansteckender ist“, so die WHO.

Der kanadischen Studie zufolge waren bei einer Covid-19-Erkrankung mit Delta-Variante auch die gesundheitlichen Risiken deutlich höher als bei frühen Corona-Typen: Das Risiko, ins Krankenhaus zu müssen, war um etwa 120 Prozent erhöht, und die Gefahr, Intensivpflege zu benötigen, um etwa 287 Prozent. Das Sterberisiko war demnach um etwa 137 Prozent höher.

20.56 Uhr: Corona-Inzidenz im Südwesten wieder zweistellig

Die Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten steigt weiter an. Sie lag am Mittwoch bei 10,4 Corona-Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche, wie das Landesgesundheitsamt am Abend mitteilte. Damit liegt sie wieder im zweistelligen Bereich. Am Dienstag lag der Wert bei 9,6. Unter den 44 Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg ist die Inzidenz mit 25,2 in Ulm am höchsten.

19.41 Uhr: Weil will kommende Ministerpräsidentenkonferenz zu Corona vorziehen

Niedersachsens Regierungschef Stephan Weil will die nächste Ministerpräsidentenkonferenz zur Corona-Pandemie nach Informationen der „Braunschweiger Zeitung“ vorziehen. Angesichts steigender Infektionszahlen sprach sich der SPD-Politiker dafür aus, das für Ende August geplante Treffen der Bundesländer früher abzuhalten. Dies sei unter anderem notwendig, um die Frage nach einem geeigneten Maßstab zur Bewertung der pandemischen Lage jenseits der Sieben-Tages-Inzidenz zu beraten, sagte Weil der „Braunschweiger Zeitung“ am Mittwoch in Hannover.

17.12 Uhr: Spahn warnt vor explosionsartigem Steigen der Corona-Zahlen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat vor einem abermaligen explosionsartigen Anwachsen der Corona-Ansteckungszahlen gewarnt. Sollte sich der derzeitige Anstieg der Inzidenzwerte unverändert fortsetzen, würde die Sieben-Tage-Inzidenz bis September auf 400 und bis Oktober auf 800 steigen, sagte Spahn am Mittwoch in Berlin. Momentan seien die Zahlen in Deutschland zwar noch "vergleichsweise niedrig", sagte der Minister. Der Inzidenzwert verdopple sich derzeit allerdings alle zehn bis zwölf Tage. Diese Entwicklung müsse zum Stillstand gebracht werden, andernfalls gäbe es erneut ein exponentielles Wachstum. 

Das Robert-Koch-Institut gab die Sieben-Tage-Inzidenz am Mittwoch mit 11,4 an. Spahn rief dazu auf, den Wert bis zum Herbst auf diesem Niveau zu halten. "Das passiert aber nicht von allein", sagte er. Nötig sei weiterhin die Beachtung von Schutzmaßnahmen wie Abstandhalten, Maskentragen und Impfen. Die Bemühungen gegen die Pandemie seien auch nötig, um Kindern und Jugendlichen nach den Sommerferien einen möglichst reibungslosen Start in den Kita- und Schulbetrieb zu ermöglichen, sagte Spahn. Hierzu wäre es nötig, dass das Infektionsgeschehen "weiter möglichst niedrig ist".

15.18 Uhr: Bundesregierung verlängert Quarantäneregeln für Rückkehrer bis September

Die Bundesregierung hat die Corona-Regeln für Einreisende aus dem Ausland über die Sommerferien hinaus verlängert. Die Verordnung, welche die Quarantänepflichten für Einreisende regelt, gilt nun bis zum 10. September, wie Vizeregierungssprecherin Martina Fietz am Mittwoch mitteilte. Ohne die Verlängerung wäre sie am 28. Juli ausgelaufen.

Zur Begründung wies Fietz darauf hin, dass die Corona-Infektionszahlen in Deutschland derzeit auf relativ niedrigem Niveau seien. Damit dies auch so bleibe, müssten Schutzvorschriften fortgeführt werden.

Unverändert bleibt die Vorgabe für Einreisende aus Ländern oder Regionen, die vom Robert-Koch-Institut als Corona-Risikogebiet eingestuft werden: Rückkehrer müssen nach der Einreise auf eigene Kosten für zehn Tage in Quarantäne - diese Vorgabe entfällt aber, wenn ein negatives Testergebnis oder ein Genesen- oder Impfnachweis vorgelegt wird.

Strengere Regeln gelten weiterhin für die Rückkehrer aus Hochinzidenz- oder Virusvariantengebieten: Bei der Rückkehr aus einem Hochinzidenzgebiet greift die Vorschrift, dass dieses „Freitesten“ frühestens fünf Tage nach der Einreise erfolgen darf.

Für Menschen, die aus einem Virusvariantengebiet zurückkehren, dauert die Quarantäne 14 Tage. Sie gilt auch für Genesene und Geimpfte - und kann auch nicht durch einen Test verkürzt werden.

13.55 Uhr: FDP fordert Ende des Corona-Ausnahmezustands

Die FDP im Landtag fordert ein Ende des Ausnahmezustands aufgrund der Corona-Pandemie. „Angesichts sehr guter Test- und Hygienekonzepte und einer beständig steigenden Impfquote kann derzeit keine ernsthafte Gefahr für die öffentliche Gesundheit in ihrer Gesamtheit festgestellt werden“, sagte der gesundheitspolitische Sprecher Jochen Haußmann am Mittwoch im Landtag. Insofern müsse der Ausnahmezustand beendet werden ebenso wie die epidemische Lage von nationaler Tragweite. Es brauche eine Strategie, wie mit dem Coronavirus gelebt werden könne.

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz sei nicht mehr der geeignete Maßstab im Kampf gegen die Pandemie, da seien sich alle Experten einig, sagte Haußmann. Sonst habe man einen weiteren Lockdown im Herbst zu erwarten, unabhängig von der Entwicklung in den Krankenhäusern. Der Hospitalisierungsindex müsse hingegen als zentraler Maßstab angesetzt werden, zudem brauche es eine Betrachtung der Impfquote. In Großbritannien sei gut zu beobachten, das man auch bei steigender Inzidenz keine nennenswerten Anstiege von Krankenhaus-Belegungen zu verzeichnen habe. Aktuell befänden sich 49 Personen im Land in intensivmedizinischer Behandlung, davon würden 29 beatmet. Es gebe aktuell noch eine sehr große Reserve an Intensivbetten im Land.

11.50 Uhr: Zahl der Corona-Infektionen in Tokio steigt auf Sechs-Monats-Hoch

Zwei Tage vor Eröffnung der Olympischen Spiele ist die Zahl der Neuinfektionen in Tokio auf den höchsten Stand seit Mitte Januar gestiegen. Am Mittwoch meldete die Hauptstadt 1832 Neuinfektionen binnen eines Tages. Das sind 680 mehr Fälle als vor einer Woche. Der deutliche Anstieg angesichts der Delta-Variante des Virus schürt die Sorgen in der Bevölkerung vor einer weiteren Ausbreitung.

Experten hatten schon vor der am Freitag anstehenden Eröffnungszeremonie für die Olympischen Spiele gewarnt, dass die Neuinfektionen binnen eines Tages Anfang August während der Spiele auf über 3000 steigen könnten. Die Lage könnte „kritisch“ werden.

10 Uhr: Stiko-Mitglied: Bei Impfung von Kindern noch abwarten

Bei der Frage der Corona-Impfung von Kindern hält das Mitglied der Ständigen Impfkommission, Eva Hummers, weiteres Abwarten für geboten. Es sollten sich primär Erwachsene impfen lassen, sagte Hummers dem "Mannheimer Morgen". "Es kann ja nicht sein, dass wir jetzt die Kinder in die Verantwortung nehmen und sagen, sie müssen sich impfen lassen, um impfunwillige Erwachsene in ihrem Umfeld zu schützen."

Hummers verwies darauf, dass immer noch nicht klar sei, "ob die Impfung möglicherweise oder in welchem Umfang sie möglicherweise für die Kinder eine Gefährdung ist". Erwachsene hingegen würden die Impfstoffe im Allgemeinen sehr gut vertragen und seien außerdem diejenigen, die selbst durch Covid-19 gefährdet seien.

9.31 Uhr: Ungeeignete Masken wurden an Städte und Landkreise verteilt

Die rund 10 Millionen OP-Masken mit mutmaßlich gefälschtem Zertifikat, die im April 2020 an Bayern verkauft wurden, sind an Städte und Landkreise verteilt worden. „Zum Zeitpunkt der Auslieferung galten die MNS auf der Basis der mitgelieferten Unterlagen als verkehrsfähig“, erklärte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). MNS steht für Mund-Nasen-Schutz. Dazu, ob die ungeeigneten OP-Masken vor Ort auch verwendet wurden, machte das LGL keine Angaben. Angesichts des Maskenmangels zu Beginn der Pandemie ist dies aber nicht auszuschließen.

8.23 Uhr: Frankreich verschärft ab heute Corona-Maßnahmen auch für Touristen

Angesichts deutlich steigender Corona-Infektionszahlen verschärft Frankreich ab heute die Auflagen für Einheimische und auch für Touristen. In Sehenswürdigkeiten wie dem Pariser Eiffelturm sowie in Freizeitparks, Konzertsälen, Museen oder Kinos mit mindestens 50 Besuchern wird ein sogenannter Gesundheitspass Pflicht. Er gibt Aufschluss über eine Impfung, eine überstandene Infektion oder einen negativen Corona-Test.

In Diskotheken und bei Festivals gilt er bereits. Touristen oder andere Frankreich-Reisende aus dem Ausland können eine vollständige Impfung etwa mit dem EU-weit gültigen Corona-Zertifikat auf dem Handy nachweisen. Ein negativer Corona-Test darf in der Regel höchstens 48 Stunden alt sein und kann auch in Papierform vorliegen.

8 Uhr: 1,5 Millionen Kinder haben Elternteil oder Betreuer verloren

Rund 1,1 Millionen Kinder weltweit haben laut einer Studie als Folge der Corona-Pandemie mindestens ein Elternteil oder ein für sie sorgendes Großelternteil verloren. Diese Hochrechnung gelte für den Zeitraum März 2020 bis April 2021, berichten Forscher um Seth Flaxman vom Imperial College in London im Fachjournal „The Lancet“. Rechne man weitere im Haushalt wohnende ältere Angehörige noch hinzu, hätten sogar mehr als 1,5 Millionen Kinder eine Betreuungsperson verloren.

7.07 Uhr: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 11,4

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist erneut gestiegen. Sie liegt jetzt bei 11,4, wie das Robert-Koch-Institut mitteilte. Eine Woche zuvor lag der Wert noch bei 7,1. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen. Sie gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an.

Laut RKI wurden binnen 24 Stunden 2203 Corona-Neuinfektionen sowie 19 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus registriert. Vor einer Woche lag die Zahl der Neuinfektionen noch bei 1548. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Ansteckungen in Deutschland seit Beginn der Pandemie liegt den Angaben zufolge bei 3.748.613, insgesamt wurden bisher 91.416 Corona-Tote gemeldet.

Das waren die Entwicklungen am Dienstag, 20. Juli: 

22.55 Uhr: Stiko-Mitglied: Statt der Kinder mehr Erwachsene impfen

Die Medizinerin Eva Hummers, die der Ständigen Impfkommission des RKI angehört, hat an die noch nicht gegen Corona geimpften Erwachsenen appelliert, sich die Spritze geben zu lassen - auch zu Gunsten der Kinder. „Es kann ja nicht sein, dass wir jetzt die Kinder in die Verantwortung nehmen und sagen, sie müssen sich impfen lassen, um impfunwillige Erwachsene in ihrem Umfeld zu schützen, während wir noch nicht wissen, ob die Impfung möglicherweise oder in welchem Umfang sie möglicherweise für die Kinder eine Gefährdung ist“, sagte Hummers dem „Mannheimer Morgen“ (Mittwoch-Ausgabe).

21.28 Uhr: EMA prüft Zulassung von Corona-Impfstoff von Sanofi

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat mit der Prüfung einer Zulassung des Corona-Impfstoffs des französischen Herstellers Sanofi begonnen. "EMA wird die Übereinstimmung von Vidprevtyn mit den üblichen EU-Standards für Wirksamkeit, Sicherheit und Qualität bewerten", erklärte die in Amsterdam ansässige Behörde am Dienstag. Sanofi hat Vidprevtyn gemeinsam mit der britischen Firma GSK entwickelt.

Anders als die mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna benötigt das Mittel bei der Lagerung keine extrem niedrigen Temperaturen, was die Auslieferung logistisch erleichtern würde. Wie die meisten Corona-Impfstoffe sind zwei Dosen für einen umfassenden Schutz nötig.

20.44 Uhr: Frankreich verschärft Corona-Maßnahmen auch für Touristen

Angesichts deutlich steigender Corona-Infektionszahlen verschärft Frankreich ab Mittwoch die Auflagen für Einheimische und auch für Touristen. In Sehenswürdigkeiten wie dem Pariser Eiffelturm sowie in Freizeitparks, Konzertsälen, Museen oder Kinos mit mindestens 50 Besuchern wird ein sogenannter Gesundheitspass Pflicht. Er gibt Aufschluss über eine Impfung, eine überstandene Infektion oder einen negativen Corona-Test. In Diskotheken und bei Festivals gilt er bereits.

Touristen oder andere Frankreich-Reisende aus dem Ausland können eine vollständige Impfung etwa mit dem EU-weit gültigen Corona-Zertifikat auf dem Handy nachweisen. Ein negativer Corona-Test darf in der Regel höchstens 48 Stunden alt sein und kann auch in Papierform vorliegen. Bei Verstößen drohen Geldbußen von bis zu 1500 Euro. 

20.13 Uhr: Corona-Zahlen auf Mallorca steigen weiter

Die Corona-Zahlen auf Mallorca als liebster Ferieninsel der Deutschen sind weiter angestiegen. Die Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen wurde nach aktuellen Angaben des spanischen Gesundheitsministeriums vom Dienstagabend mit 335 angegeben. Am Vortag hatte der Wert bei 310, vergangenen Freitag jedoch noch bei 270 gelegen.

18.30 Uhr: Corona-Inzidenz schwankt knapp unter der Zehner-Marke

Nach einem kurzzeitigen Rückgang am Wochenende ist die Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten wieder leicht gestiegen. Sie lag am Dienstag (Stand: 16.00 Uhr) bei 9,6 Corona-Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche, wie das Landesgesundheitsamt am Abend mitteilte. Am Sonntag lag der Wert noch bei 9,9, am Montag bei 9,5. Unter den 44 Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg ist die Inzidenz mit 22,9 in Ulm am höchsten, im Kreis Sigmaringen mit 0,8 am niedrigsten.

15.53 Uhr: CDU-Fraktion: Schulchöre und Theater nach Ferien wieder erlauben

Chöre und Schultheater sollten trotz andauernder Corona-Pandemie aus Sicht der CDU-Fraktion im kommenden Schuljahr wieder ermöglicht werden. „Die Schule ist ein sozialer Ort“, sagte der bildungspolitische Sprecher der Landtagsfraktion, Alexander Becker, der Deutschen Presse-Agentur. „Darum ist es wichtig, dass etwa Arbeitsgemeinschaften, Chöre, Schultheater oder Sport im Regelbetrieb stattfinden können.“

Trotz der Gefahr einer vierten Corona-Welle im Herbst geht Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) davon aus, dass es nach den Sommerferien wieder Präsenzpflicht an den Schulen gibt. Die Kultusministerin hatte vergangene Woche zudem angekündigt, dass im kommenden Schuljahr auch wieder mehr Zusatzangebote möglich sein sollen. Derzeit prüfe man, ob zum Beispiel Chöre, Theater-AG oder Jugend trainiert für Olympia wieder zugelassen werden.

15 Uhr: Gericht erklärt Impfpflicht an US-Universität für rechtmäßig

Ein US-Bundesrichter hat am Montag die Corona-Impfpflicht einer Universität für rechtmäßig erklärt. Acht Studenten hatten gegen die verpflichtende Impfung für die 90.000 Studenten und 40.000 Angestellten der Indiana University vor dem Gericht in South Bend geklagt. Die Entscheidung von Richter Damon Leichty kann noch vor dem Obersten Gerichtshof angefochten werden. Die Universität hatte die Impfpflicht erlassen, Ausnahmen aus religiösen oder medizinischen Gründen aber zugelassen.

Die US-Verfassung erlaube es, "unerwünschte medizinische Behandlungen auf der Grundlage der körperlichen Autonomie zu verweigern", erklärte Leichty in seinem Urteil. Sie erlaube der Universität aber auch "einen angemessenen und gebührenden Impfprozess im legitimen Interesse der öffentlichen Gesundheit". 

13.30 Uhr: Forscher: Corona-Todeszahl in Indien vermutlich zehnmal höher als gemeldet

Indien ist bereits nach offiziellen Zahlen eines der am schlimmsten von der Corona-Pandemie getroffenen Länder - doch die Zahl der Todesfälle liegt einer Studie zufolge wohl noch zehnmal höher als gemeldet. Es seien vermutlich 3,4 bis 4,7 Millionen Menschen an den Folgen einer Erkrankung mit dem Virus gestorben, heißt es in einer Studie des in den USA ansässigen Center for Global Development.

"Die wahre Zahl der Toten liegt bei mehreren Millionen, nicht bei hunderttausenden", erklärten die Forscher. Die Wissenschaftler werteten für ihre Studie Daten zur Übersterblichkeit aus, sie verglichen dabei Zahlen aus Vor-Corona-Zeiten mit denen der Pandemie.

Indien hat offiziell 414.000 Corona-Todesfälle vermeldet, das sind weltweit die drittmeisten nach den USA und Brasilien. Experten haben die Zahlen aus Neu Delhi aber seit Beginn der Pandemie angezweifelt. Dabei gingen sie großteils aber nicht von bewusster Falschinformation aus, sondern machten das völlig überforderte Gesundheitssystem des Landes verantwortlich. Dieses war erst im April und Mai in vielen Regionen erneut zusammengebrochen, als die hochansteckende Delta-Variante grassierte. Diese Variante war erstmals in Indien aufgetreten und hat sich inzwischen weltweit verbreitet.

12.50 Uhr: Vor allem Mütter verschieben ihre Arbeitzeiten in der Pandemie

Mehr als die Hälfte aller berufstätigen Mütter von Kindern unter 14 Jahren haben ihre Arbeitszeit zu Beginn der Corona-Pandemie zumindest teilweise auf den Abend oder das Wochenende verlegt. Das geht aus einer Studie hervor, die das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung am Dienstag in Nürnberg veröffentlichte. Bei Vätern habe die Quote nur 31 Prozent betragen.

Die Quote sei bei den Müttern von April 2020 bis Oktober 2020 auf 26 Prozent gesunken, bei den Vätern auf 18 Prozent. „Vor allem Mütter arbeiteten häufiger am Wochenende oder abends, unter anderem, um ihre Kinder bei Schul- und Kitaschließungen oder während des Distanzunterrichts betreuen zu können“, sagte IAB-Forscherin Corinna Frodermann.

Insgesamt haben 33 Prozent der Beschäftigten, die im April 2020 Kinder unter 14 Jahre zu betreuen hatten, ihre Arbeitszeiten zumindest teilweise verlagert. Bei denjenigen ohne Kinder waren es noch 16 Prozent. Neben der Kinderbetreuung habe wohl auch die Verlagerung ins Homeoffice dazu geführt, dass sich die Arbeitszeiten geändert hätten. Mehr als ein Drittel derjenigen, die zumindest teilweise von zu Hause arbeiteten, gaben im April 2020 an, zu anderen Zeiten zu arbeiten als noch vor der Pandemie. Bei den Beschäftigten, die kein Homeoffice nutzten, waren es nur knapp 15 Prozent.

11.45 Uhr: 60 Prozent der Bundesbürger mindestens einmal gegen Corona geimpft

In Deutschland sind inzwischen 60 Prozent der Bürgerinnen und Bürger mindestens einmal gegen das Corona-Virus geimpft. Dies sei ein "wichtiger Meilenstein", schrieb Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Dienstag auf Twitter. Mindestens einmal geimpft sind demnach 49,9 Millionen Menschen. Den vollen Impfschutz haben inzwischen 38,8 Millionen Menschen, das sind laut Spahn 46,7 Prozent.

Der Gesundheitsminister rief dazu auf, die Impfungen gegen das Coronavirus weiter wahrzunehmen. "Für einen sicheren Herbst und Winter brauchen wir allerdings noch mehr, die mitmachen und so sich und andere schützen", sagte Spahn.

11.04 Uhr: Bewältigung der Flut-Katastrophe soll kein Superspreader-Event werden

Nach der Flutkatastrophe sehen die betroffenen Länder die Gefahr erhöhter Corona-Risiken, etwa durch Hilfsaktionen oder die Unterbringung in Notunterkünften. „Derzeit kommen viele Menschen auf engstem Raum zusammen, um die Krise gemeinsam zu bewältigen. Wir müssen jetzt aufpassen, dass die Bewältigung der Katastrophe nicht zu einem Superspreader-Event wird“, sagte David Freichel vom Corona-Kommunikationsstab der Staatskanzlei in Rheinland-Pfalz. Das Landesgesundheitsministerium bereite in Absprache mit den Behörden der betroffenen Landkreise eine Sonderimpfaktion in den Katastrophengebieten vor. Viele Rettungskräfte hätten bereits vollen Impfschutz.

„Eine erhöhte Gefahr der Ausbreitung von SARS-CoV-2 könnte sich vor allem durch die Unterbringung von Personen in Notunterkünften entwickeln“, heißt es von dem Düsseldorfer Gesundheitsministerium. Die Gesundheitsämter vor Ort seien sich aber der zusätzlichen Gefahr bewusst. Sie könne durch Testungen, Masken und Lüften reduziert werden.

10 Uhr: Ulmer Forschungsprojekt: Corona-Spätfolgen sind vielfach Organschäden

Ein Forschungsprojekt der Universitätsklinik Ulm zu Corona-Spätfolgen hat bislang bei etwa jedem fünften seiner Patienten Organschäden festgestellt. „Wir hatten bislang rund 250 Patienten. 20 Prozent von ihnen haben Organschäden“, sagte Dominik Buckert, betreuender Oberarzt der Spezialambulanz für Covid-Spätfolgen an Lunge, Herz und Gefäßen am Uniklinikum Ulm. Der größte Teil der übrigen Patienten fühle sich schlechter belastbar als vor der Erkrankung, sagte Buckert. Bei ihnen konnten die Mediziner aber keine Organschäden feststellen.

Die meisten Menschen, die in die Sprechstunde kommen, sind demnach zwischen 40 und 50 Jahre alt. „Und eigentlich verhältnismäßig gesund, also ohne chronische Vorerkrankungen“, so der Oberarzt. Die jüngsten der etwas mehr männlichen Patienten sind um die 20 Jahre alt. 

Die Ulmer Spezialisten für innere Medizin beobachten bei den Organschäden vor allem Herzmuskelentzündungen und die Folgen davon. Dazu gehörten etwa Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen, so Buckert. „Bei der Lunge beobachten wir, dass sich das Lungengerüst verändert und so ein schlechterer Gasaustausch möglich ist.“ Atemnot sei die Folge. Die bisherigen Erkenntnisse deckten sich mit den Rückmeldungen anderer Kliniken zu Corona-Spätfolgen, sagte Buckert.

8.31 Uhr: Niedersachsen fordert Corona-Tests für Autofahrer an Grenzen

Mit Blick auf das neue Corona-Risikogebiet Niederlande hat Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil den Bund aufgefordert, endlich Voraussetzungen für Kontrollen des Autoreiseverkehrs zu schaffen. „Wir sind der Auffassung, dass Tests, so wie wir sie aus unserem normalen Alltag kennen, bei jeder Einreise verlangt werden sollten. Und dass an der Grenze zumindest Stichproben vorgesehen werden“, sagte der SPD-Politiker dem Bremer „Weser-Kurier“. Die Bundesregierung müsse dafür schnell die angekündigte Änderung der Einreiseverordnung umsetzen.

7.41 Uhr: Weltärztebund-Präsident warnt vor zu schnellen Corona-Lockerungen

Weltärztebund-Präsident Frank Ulrich Montgomery hat angesichts erneut steigender Corona-Infektionszahlen vor zu schnellen Lockerungen gewarnt. "Schon die kleineren Öffnungsschritte der vergangenen Wochen haben die Inzidenzwerte anwachsen lassen", sagte Montgomery den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Jetzt die Einschränkungen unserer Kontakte einfach fallen zu lassen und 'alles zu öffnen' wäre brandgefährlich", erklärte der Mediziner.

"Wer das tut, riskiert den Einstieg in die vierte Welle." Montgomery sprach sich stattdessen für ein schrittweises und kontrolliertes Vorgehen aus - anders als in England. "In Innenräumen und überall, wo Mindestabstände nicht eingehalten werden können, sollten Abstandsregeln und Maskenpflicht erhalten bleiben", forderte der Chef des Weltärztebunds.

7.07 Uhr: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 10,9

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist erneut leicht angestiegen. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, lag die Inzidenz bei 10,9. Am vergangenen Dienstag betrug der Wert noch 6,5. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen.

Sie gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an. Wie das RKI weiter mitteilte, wurden binnen 24 Stunden insgesamt 1183 Corona-Neuinfektionen sowie 34 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus registriert. Vor einer Woche waren es 646 Neuinfektionen sowie 26 Todesfälle- Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Ansteckungen in Deutschland seit Beginn der Pandemie liegt damit bei 3.746.410, insgesamt wurden 91.397 Corona-Tote gemeldet.

Das waren die Entwicklungen am Montag, 19. Juli: 

22.23 Uhr: Mallorca tritt wegen hoher Corona-Zahlen auf die Party-Bremse

Angesichts stark steigender Corona-Zahlen werden auf der beliebten Urlaubsinsel Mallorca voraussichtlich wieder schärfere Einschränkungen ergriffen. Um Partys und Trinkgelage vor allem junger Leute unter freiem Himmel zu bekämpfen, sollen Strände und Parks künftig von 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr geschlossen werden. Die Justiz muss den Plänen noch zustimmen, wie die „Mallorca Zeitung“ am Montagabend berichtete. Teilnehmern solcher Partys drohen demnach künftig saftige Bußgelder in Höhe von 1000 Euro. Wenn ein Partygast mit seiner Teilnahme gegen eine Quarantäne verstößt, soll sich das Bußgeld auf 2000 Euro erhöhen. Wenn der Teilnehmer positiv auf Corona getestet wurde, werden sogar 5000 Euro fällig. Den Organisatoren illegaler Parties drohen Strafen von bis zu 100 000 Euro.

Auch Gaststätten müssen künftig wohl wieder etwas früher schließen, und zwar um 1.00 Uhr statt um 2.00 Uhr. Maximal dürfen im Innenbereich von Gaststätten dann noch Gruppen von vier Personen an einem Tisch sitzen, im Außenbereich acht. Von 1.00 Uhr bis 6.00 Uhr dürfen sich der Zeitung zufolge nur noch Personen treffen, die im selben Haushalt leben. Gemeinsam eingecheckte Hotel- oder Fincagäste sollen dabei als ein Haushalt gelten.

Auf die eigentlich geplante Wiedereinführung der erst vor knapp einem Monat abgeschafften Maskenpflicht auch im Freien verzichtete die Regionalregierung nach Gesprächen mit Unternehmern und Gewerkschaften, wie die Zeitung berichtete. Allerdings werde dringend geraten, freiwillig einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Kann ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu Fremden nicht eingehalten werden, ist die Maske auch im Freien wieder Pflicht, in allen öffentlichen Innenräumen und in Bussen und Bahnen sowieso.

21.30 Uhr: US-Behörde warnt wegen Corona-Welle vor Reisen nach Großbritannien

Die US-Gesundheitsbehörde CDC warnt angesichts der starken Zunahme der Coronavirus-Infektionen in Großbritannien vor Reisen in das Land. Der Reisehinweis wurde am Montag auf die Stufe vier von vier angehoben („Vermeiden Sie Reisen“). Angesichts der Infektionslage bestehe selbst für vollständig geimpfte Reisende das Risiko, sich zu infizieren und Varianten des Coronavirus weiterzuverbreiten, hieß es.

Die CDC-Mitteilung kam just an dem Tag, an dem die Regierung in Großbritannien fast alle verpflichtenden Corona-Maßnahmen für den Landesteil England aufhob. Wegen der hochansteckenden Delta-Variante ist die Zahl der Infektionen dort zuletzt stark angestiegen. Fast täglich werden in Großbritannien mehr als 50.000 neue Fälle registriert. Die Sieben-Tage-Inzidenz wurde zuletzt mit 399 angegeben (Stand: 14. Juli) - sie ist damit fast so hoch wie zum Höhepunkt der zweiten Welle zum Jahreswechsel.

Die höchste Stufe der Reisehinweise der Gesundheitsbehörde CDC gilt für viele Länder. Für Deutschland gilt derzeit die Stufe zwei von vier („mäßiges“ Risiko). Für Frankreich oder Italien gilt derzeit die Stufe drei, die auf ein „hohes“ Risiko hindeutet.

20.39 Uhr: Viele junge Menschen infizieren sich mit dem Coronavirus

Vergleichsweise viele junge Menschen im Südwesten haben sich nach Behördenangaben jüngst mit dem Coronavirus infiziert. Der Anteil von Kindern und Jugendlichen an allen in den vergangenen sieben Tagen Infizierten ist im Vergleich zu dem älterer Menschen hoch. In dem Zeitraum stellten die über 60-Jährigen sieben Prozent der Infizierten, Kinder und Jugendliche kamen auf 21 Prozent.

Seit Jahresbeginn verzeichneten die Behörden nach dem Lagebericht des Landesgesundheitsamtes vom Montag 205 Covid-19-Ausbrüche an Schulen mit insgesamt 902 Infektionen sowie 505 Ausbrüche an Kitas mit insgesamt 3661 Infektionen.

Die Ständige Impfkommission empfiehlt allerdings eine Impfung mit einem mRNA-Impfstoff von Biontech derzeit nicht für 12- bis 17-Jährige ohne Vorerkrankungen. Ihr Krankheitsverlauf sei meist mild oder ohne Symptome. Klinikaufenthalte seien selten, und Todesfälle träten nur vereinzelt auf.

19.19 Uhr: Großbritannien will im Herbst Impfnachweise für Nachtclubs verlangen

Die britische Regierung will in England ab dem Herbst verpflichtende Corona-Impfnachweise für Nachtclubs und andere Großveranstaltungen verlangen. „Manche der größten Vergnügen und Möglichkeiten des Lebens werden zunehmend von Impfungen abhängig sein“, sagte Premierminister Boris Johnson am Montag in London. Bis Ende September hätten alle Erwachsenen in Großbritannien die Möglichkeit, sich vollständig gegen Corona impfen zu lassen.

Bis dahin sind jedoch für Clubs und andere Großveranstaltungen, die seit Montag wieder öffnen beziehungsweise stattfinden dürfen, keine solchen Nachweise erforderlich. Nachtclubs werden lediglich dazu ermutigt, den sogenannten NHS Covid Pass beim Eintritt zu verlangen.

18.10 Uhr: Deutschland steuert auf Überangebot an Corona-Impfstoff zu

Mehr als ein halbes Jahr nach Start der Corona-Impfungen steuert Deutschland auf ein Überangebot an Impfstoff zu. Die Verfügbarkeit an Impfstoffen werde die Nachfrage schon bald „deutlich“ übersteigen, stellten die Gesundheitsministerinnen und -minister von Bund und Ländern am Montag in einem Beschluss nach einer Videoschalte fest. Der Beschluss lag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vor. „Ein Rückgang der Nachfrage ist sowohl in den Impfzentren als auch in den Arztpraxen und bei den Betriebsärzten zu verzeichnen.“

16.50 Uhr: Fast alle Maßnahmen aufgehoben: So läuft der „Freedom Day“ in England

Trotz drastisch steigender Corona-Fallzahlen haben die Menschen in England wieder deutlich mehr Freiheiten. Tausende Feierwütige begrüßten den sogenannten „Freedom Day“ laut Berichten britischer Medien bereits in der Nacht in den Clubs des Landes, die seit mehr als einem Jahr wieder öffnen durften. Die Regierung hat fast alle verpflichtenden Corona-Maßnahmen aufgehoben und appelliert an die Eigenverantwortung der Menschen. Abstand halten und Maske tragen sind in vielen Bereichen fortan Privatsache.

An den Bahnhöfen des Landes zeigte sich BBC-Reportern zufolge am Montagmorgen ein gemischtes Bild: Während viele von ihrer neuen Freiheit Gebrauch machten und maskenlos unterwegs waren, entschieden sich durchaus auch weiter etliche Reisende freiwillig für die Schutzmaßnahme.  Premierminister Boris Johnson, der die Regeln für den größten britischen Landesteil macht, setzt voll auf die Erfolge der weit fortgeschrittenen Impfkampagne und die Eigenverantwortung der Menschen. Doch Experten warnen, dass die Situation trotz der hohen Impfquote außer Kontrolle geraten könnte. Bereits jetzt werden täglich zum Teil mehr als 50.000 Fälle registriert - beinahe so viele wie zum Höhepunkt der zweiten Welle zum Jahreswechsel. Johnson selbst verbringt den „Freedom Day“ - wie auch Finanzminister Rishi Sunak - in Quarantäne, nachdem beide als enge Kontakte des positiv auf Corona getesteten Gesundheitsminister Sajid Javid identifiziert wurden. 

15.52 Uhr: SPD-Politiker will Impfverweigerer künftig für Tests zahlen lassen

Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Carsten Schneider, will, dass Impfverweigerer ihre Corona-Tests perspektivisch selbst zahlen müssen. „Auf Dauer werden wir uns kostenlose Tests nicht leisten können“, sagte Schneider dem Nachrichtenportal t-online. Wer sich nicht impfen lasse, könne nicht erwarten, dass die Allgemeinheit dauerhaft alles für ihn finanziere. Ausgenommen seien Kinder, Jugendliche und Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen könnten.

Derzeit sei es jedoch noch zu früh für kostenpflichtige Tests, deutete Schneider an. Im Moment müsse man die Menschen vor allem besser von der Impfung überzeugen. „Wir müssen an die Vernunft appellieren“, sagte Schneider. „Gleichzeitig sollten wir den Leuten auch die Konsequenzen aufzeigen, wenn sie sich nicht impfen lassen.“ Werde die Herdenimmunität nicht erreicht, „gibt es das alte, normale Leben nicht zurück“. Dann drohten etwa im Herbst und Winter auch wieder stärkere Einschränkungen im öffentlichen Leben.

14.50 Uhr: Große Nachfrage nach Corona-Hilfsprogramm "Neustarthilfe Plus"

Die Nachfrage nach dem neu aufgelegten Corona-Hilfsprogramm für Soloselbstständige, "Neustarthilfe Plus", ist nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums groß: Bis Montagvormittag gingen knapp 7300 Anträge mit einer beantragten Gesamtfördersumme von 26,6 Millionen Euro ein, wie das Ministerium am Montag mitteilte. Mit dem Hilfsprogramm hat die Bundesregierung die Unterstützung für Soloselbständige, die stark von der Corona-Pandemie betroffen sind, erhöht und bis Ende September verlängert.

Im Zeitraum Januar bis Juni hatte die maximale Förderhöhe bei 1250 Euro pro Monat gelegen, für das dritte Quartal Juni bis September gilt nun eine Förderhöhe von 1500 Euro. Aktuell können natürliche Personen die "Neustarthilfe Plus" beantragen. Für Soloselbstständige, die als juristische Person organisiert sind, startet die Antragsstellung laut Wirtschaftsministerium "in wenigen Wochen".

12.51 Uhr: England hebt fast alle Corona-Maßnahmen auf

Trotz dramatisch steigender Infektionszahlen werden im größten britischen Landesteil England heute fast alle Corona-Maßnahmen aufgehoben. Sowohl die Pflicht zum Tragen von Masken als auch Abstandsregeln und zahlenmäßige Beschränkungen für Veranstaltungen in Innenräumen werden abgeschafft. Experten warnen, dass die Situation trotz hoher Impfquote außer Kontrolle geraten könnte.

11.23 Uhr: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 10,3

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen steigt weiterhin leicht an. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, lag die Inzidenz bei 10,3. Am Vortag hatte die Inzidenz noch 10,0 betragen, vor einer Woche 6,4. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist bislang ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen.

Sie gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an. Wie das RKI weiter mitteilte, wurden binnen 24 Stunden insgesamt 546 Corona-Neuinfektionen sowie ein Todesfall im Zusammenhang mit dem Virus registriert.

10 Uhr: Gastgewerbe trotz Zuwächsen im Mai bei Umsatz noch unter Vorjahr

Die Umsätze im deutschen Gastgewerbe erholen sich nur langsam von den erneuten Corona-Einschränkungen im Frühjahr. Zwar verbuchten Gastwirte und Hoteliers im Mai sowohl preisbereinigt (plus 13,7 Prozent) als auch nominal (plus 14,2 Prozent) mehr Erlöse als im April des laufenden Jahres, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im Vergleich zum Mai 2020 jedoch lagen die Umsätze nach Berechnungen der Wiesbadener Behörde preisbereinigt (real) um 1,7 Prozent niedriger.

8 Uhr: Über die Hälfte der Deutschen für weniger Zuschauer in Fußball-Stadien

Mehr als die Hälfte der Deutschen ist der Meinung, dass die Regelung mit bis zu 25.000 Zuschauern in der Fußball-Bundesliga zu weit geht. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur meinten 36 Prozent, dass angesichts der Coronavirus-Pandemie weniger Zuschauer zugelassen werden sollten.

19 Prozent sind gar der Ansicht, dass die Stadien auch in der neuen Saison völlig leer bleiben sollten. In vielen Teilen Deutschlands sind bis zu 50 Prozent Auslastung mit maximal 25.000 Zuschauern in den Arenen erlaubt. 24 Prozent finden diese Regelung laut der YouGov-Umfrage genau richtig.

7.07 Uhr: Chefarzt: Corona-Lage auf Intensivstationen entspannt sich

Die Corona-Situation auf den Intensivstationen in Baden-Württemberg entspannt sich nach Einschätzung des Ludwigsburger Chefarztes Götz Geldner. „Die Neuaufnahmen von Covid-Patienten sind extrem niedrig“, sagte der Präsident des Bundesverbandes der Anästhesisten der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten".

Vergangene Woche seien drei Prozent der Intensivbetten mit Covid-Patienten belegt gewesen. „Rund 14 bis 15 Prozent der Intensivbetten sind frei, wie in normalen Zeiten vor der Pandemie“, sagte Geldner. Und die Covid-Patienten auf den Intensivstationen sind ihm zufolge derzeit Post-Covid-Patienten, „meist jüngere Patienten mit langen Liegezeiten“.

Das waren die Entwicklungen am Sonntag, 18. Juli:

21.24 Uhr: 1292 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz mit 10,0 wieder zweistellig

Erstmals seit einem Monat liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen wieder im zweistelligen Bereich: Das Robert Koch-Istitut (RKI) gab den Wert am Sonntagmorgen mit 10 an (Vortag: 9,4). Die Sieben-Tage-Inzidenz war seit Ende April kontinuierlich gesunken und seit dem 19. Juni einstellig. Seit dem 7. Juli war sie dann wieder gestiegen.

Binnen eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem RKI 1292 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Sonntagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.14 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 745 Ansteckungen gelegen.

Experten hatten mit der Ausbreitung der Delta-Variante einen Anstieg der Inzidenz erwartet. Diese ansteckendere Virus-Version dominiert das Infektionsgeschehen mittlerweile und wurde zuletzt in etwa drei Vierteln der untersuchten Proben nachgewiesen.

20.39 Uhr: Britische Studie: Kleine Geschäfte leiden unter Pandemie-Schulden

Die Corona-Pandemie hat die Schulden unabhängiger britischer Geschäfte und Läden einer Studie zufolge vervielfacht. „Die meisten waren gezwungen, nicht mehr tragbare Schulden aufzunehmen, und viele stehen infolgedessen am Abgrund“, heißt es in dem viel beachteten Bericht des früheren Unternehmenschefs Bill Grimsey. Er mahnte: „Dringende Unterstützung ist erforderlich, um einen Tsunami von Schließungen zu verhindern.

Die Schuldenaufnahme sei enorm gewesen, betont der Autor. „Allein in der Friseur- und Schönheitsbranche schätzen wir, dass die Schulden von etwa 20 000 unabhängigen Unternehmen von 0,05 Milliarden auf 0,3 Milliarden Pfund gestiegen sind.“ Insgesamt hätten die Schulden der inhabergeführten Unternehmen von 500 Millionen auf 2,2 Milliarden Pfund zugelegt.
Inhabergeführte Unternehmen seien während der Pandemie ungerecht behandelt worden. „Während größere Unternehmen in der Lage waren, Handel zu treiben und von großzügiger staatlicher Unterstützung zu profitieren, konnten kleinere Unternehmen nicht handeln und fühlten sich nicht unterstützt und nicht geschätzt.“ Viele Eigentümer hätten auch psychisch unter den Auswirkungen gelitten und stünden nun an einem kritischen Punkt.

Der Bericht kritisierte, die britische Politik verkenne die Rolle der Geschäfte bei der Stärkung des sozialen Gefüges. Hier seien Frankreich und Deutschland, die über viel mehr eigenständige Unternehmen verfügten, Vorbilder.

20.00 Uhr: „Freedom Day“: England hebt fast alle Corona-Maßnahmen auf

 Trotz dramatisch steigender Infektionszahlen werden im größten britischen Landesteil England am Montag fast alle Corona-Maßnahmen aufgehoben. Sowohl die Pflicht zum Tragen von Masken als auch Abstandsregeln und zahlenmäßige Beschränkungen für Veranstaltungen in Innenräumen werden abgeschafft.

Premierminister Boris Johnson setzt auf die Eigenverantwortung der Menschen. Doch Experten warnen, dass die Situation trotz hoher Impfquote außer Kontrolle geraten könnte. Bereits jetzt werden täglich mehr als 50 000 Fälle registriert - beinahe so viele wie zum Höhepunkt der zweiten Welle zum Jahreswechsel.

Dem Epidemiologen Neil Ferguson vom Imperial College in London zufolge ist es „beinahe unausweichlich“, dass die Zahl der täglichen Neuinfektionen die Marke von 100 000 bald überschreitet. „Die echte Frage ist, ob es sogar doppelt so viel wird, oder sogar noch mehr“, sagte Ferguson der BBC am Sonntag. Im schlimmsten Fall, wenn die Zahl der Krankenhauseinweisungen 2000 oder 3000 täglich erreiche, müssten Maßnahmen ergriffen werden, um die Pandemie wieder in den Griff zu kriegen.

19.17 Uhr: Brand in Impfzentrum in Südwestfrankreich

In einem Impfzentrum im Südwesten Frankreichs hat es gebrannt. Das Feuer in Urrugne wurde vermutlich absichtlich gelegt, berichtete der französische Sender France Bleu unter Verweis auf den zuständigen Staatsanwalt am Sonntag. Demnach stand ein Teil des Zeltes des Impfzentrums in der Nacht auf Sonntag in Flammen. Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin verurteilte den Vorfall auf Twitter. Die Verantwortlichen müssten hart bestraft werden.

Erst am Vortag war Frankreichs Premierminister Jean Castex in den Südwesten gereist und hatte ein Impfzentrum etwa 20 Kilometer vom späteren Brandort entfernt besucht. Dem Sender France Info zufolge hatte es bereits in der Nacht auf Samstag einen Anschlag auf ein Impfzentrum gegeben. Die Einrichtung im südöstlichen Lans-en-Vercors sei verwüstet worden.

18.37 Uhr: Corona kostet VfB rund 56 Millionen - Dennoch solide Geschäftszahlen

Besonders fehlende Zuschauereinnahmen durch die Corona-Pandemie haben den VfB Stuttgart finanziell schwer belastet, dennoch ist der Fußball-Bundesligist bisher vergleichsweise gut durch die Krise gekommen. Wie der Interims-Finanzvorstand der VfB AG, Tobias Keller, am Sonntag auf der Mitgliederversammlung mitteilte, lag das coronabedingte Gesamtminus der in eine Aktiengesellschaft ausgegliederten Fußballabteilung zwischen März 2020 und Juni 2021 bei etwa 56 Millionen Euro.

Dem liege ein Umsatzeinbruch in dieser Zeit von rund 74 Millionen Euro zugrunde, der vor allem durch Heimspiele ohne Zuschauer zustande kam. Andererseits habe der Club aber 18 Millionen Euro beispielsweise durch einen Gehaltsverzicht der Spieler und geringere Kosten im Stadion eingespart. Dank hoher Transfereinnahmen in diesem Sommer rechnet die VfB Stuttgart 1893 AG für die Saison 2020/2021 bei einem Umsatz von 140,4 Millionen Euro aber nur noch mit einem Verlust von 12,2 Millionen. Allerdings stehen diese Zahlen noch nicht abschließend fest.

17.59 Uhr: Corona-Inzidenzwert im Südwesten knapp unter Zehner-Marke

Die Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten ist am Sonntag bis knapp unter die Zehner-Marke gestiegen. Sie legte nach Angaben des Landesgesundheitsamts innerhalb eines Tages von 9,7 auf 9,9 Infektionen je 100 000 Einwohner zu. Der Wert war in den vergangenen Tagen stetig gestiegen. Unter den 44 Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg ist die Inzidenz mit 26,4 im Landkreis Heidenheim am höchsten, im Kreis Sigmaringen ist sie mit 0,8 am niedrigsten.

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen im Südwesten seit Beginn der Pandemie stieg um 48 auf 502 911, wie die Behörde mitteilte.
10 339 Menschen sind inzwischen an einer Infektion mit dem Coronavirus oder im Zusammenhang damit gestorben, damit wurde am Sonntag gegenüber dem Vortag kein neuer Todesfall gemeldet. Als genesen gelten geschätzt 490 568 Infizierte (plus 90).

17,5 Prozent der betreibbaren 2314 Intensivbetten sind der Mitteilung nach im Moment frei. Dieser Wert ist wichtig, um die Auslastung des Gesundheitssystems beurteilen zu können. Die Lage in den Krankenhäusern soll zusätzlich zur Inzidenz auch verstärkt eine Rolle bei der Beurteilung von notwendigen Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie spielen. Solche Intensivbetten werden aber nicht nur für Covid-19-Patienten mit schweren Verläufen gebraucht, sondern ebenso für Menschen mit anderen gravierenden Erkrankungen.

17.15 Uhr: Nach Corona-Ausbruch: Malta erwägt Flüge in Heimat für Sprachschüler

Die Regierung Maltas erwägt einem Bericht der italienischen Nachrichtenagentur Ansa zufolge, Rückflüge für ausländische Sprachschüler zu organisieren, die sich derzeit in Quarantäne befinden. Betroffen seien Menschen aus Deutschland, Italien, Spanien und Frankreich, hieß es in dem Bericht. Die Schüler sind demnach entweder mit dem Coronavirus infiziert oder hatten Kontakt zu einer infizierten Person. Sie waren auf Malta, um Englisch zu lernen.

„Die deutsche Botschaft in Valletta steht in Kontakt zu betroffenen Sprachschülerinnen und Sprachschülern, zum Veranstalter und zu den zuständigen Behörden im Land“, hieß es aus dem Auswärtigen Amt am Sonntag. Der Veranstalter stehe in Verbindung zu den zuständigen maltesischen Behörden mit Blick auf die Organisation etwaiger Rückholflüge. Das Auswärtige Amt verfolge die weitere Entwicklung eng.

16.34 Uhr: NRW-Minister Stamp für "Tag der Freiheit" von Corona-Beschränkungen

Der nordrhein-westfälische Familienminister Joachim Stamp (FDP) hat vorgeschlagen, nach dem Beispiel Englands einen "Tag der Freiheit" auszurufen, an dem die meisten Corona-Beschränkungen fallen. "In den nächsten acht Wochen haben alle Erwachsenen ein Impfangebot erhalten", sagte Stamp der "Bild am Sonntag". Bei Kindern gebe es nahezu nur harmlose Verläufe.

"Daher könnte der Tag der Deutschen Einheit, der 3. Oktober, dieses Jahr auch 'Tag der Freiheit und Eigenverantwortung' werden: Alle Beschränkungen werden aufgehoben, alle sind für sich selbst verantwortlich."
Bis dahin sollten alle Veranstaltungen mit vielen Menschen nur noch Geimpften und Genesenen offenstehen, forderte der stellvertretende Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen. Als Beispiele nannte er: "Bundesliga-Auftakt, Zutritt nur mit Nachweis, dass man geimpft oder genesen ist. Das könnte genauso gelten für Festivals, Konzerte, die Dorf-Kirmes oder Schützenfeste." 

15.58 Uhr: Die Masken fallen - Johnson öffnet England und erntet Kritik

Der britische Premier setzt für die Zeit nach dem Ende der Corona-Maßnahmen in England auf Selbstverantwortung der Menschen. Doch die Briten sind frustriert von den widersprüchlichen Ansagen und dem Verhalten der Regierung. Schlittert das Land ins Covid-Chaos?

Für den britischen Premierminister Boris Johnson hätte das Wochenende vor dem als „Freedom Day“ bezeichneten Ende fast aller Corona-Maßnahmen in England kaum schlechter laufen können. Ausgerechnet Gesundheitsminister Sajid Javid steckte sich mit dem Coronavirus an - und das obwohl er zweifach geimpft ist. In Selbstisolation werde sich Johnson trotz Kontakts mit Javid aber nicht begeben, teilte der Regierungssitz Downing Street am Sonntag mit. Stattdessen werde der Premier wie auch sein Finanzminister Rishi Sunak nun täglich getestet.

15.19 Uhr: EU übertrifft USA bei Erstimpfungen gegen Corona

In der Europäischen Union sind jetzt prozentual mehr Menschen mindestens einfach gegen das Coronavirus geimpft, als in den USA. EU-Industriekommissar Thierry Breton und Frankreichs Europastaatssekretär Clément Beaune teilten am Samstag entsprechende Statistiken des Daten-Portals "Our World in Data" im Online-Dienst Twitter. Demnach haben 55,5 Prozent der EU-Bürger mittlerweile mindestens eine erste Dosis Corona-Impfstoff erhalten, in den USA sind es 55,4 Prozent.

"Wir machen weiter, wir werden noch schneller", schrieb Beaune dazu. "Die EU hat die USA nicht nur bei Erstimpfungen überholt", betonte Breton. "Wir sind zur gleichen Zeit offen geblieben und haben die Hälfte unserer Produktion an mehr als 100 Länder exportiert."

14 Uhr: „Unvermeidlich“: Corona im olympischen Dorf angekommen

Die ersten Corona-Fälle bei Athleten im olympischen Dorf bringen die Tokio-Macher schon vor der Eröffnungsfeier noch mehr in Bedrängnis. Zwei südafrikanische Fußballer und ein Betreuer des Teams wurden am letzten Wochenende vor dem Start der Sommerspiele positiv auf das Virus getestet. Eilig verkündete IOC-Olympiadirektor Christophe Dubi: „Wir halten das Risiko minimal, aber es ist unvermeidlich, dass wir einige Fälle haben.“ Zudem musste das Internationale Olympische Komitee auch einen positiven Test beim südkoreanischen IOC-Mitglied Seung-Min Ryu, Olympiasieger im Tischtennis in Peking 2004, bei der Einreise in Japan bestätigen.

Die Zahl der festgestellten Neuinfektionen im Umfeld von Olympia in Tokio stieg am Sonntag um zehn auf nun offiziell 55 Fälle seit dem 1. Juli. „Wir glauben, dass wir die Lage im Griff haben“, sagte Hidemasa Nakamura, der Leiter der zuständigen Abteilung des Organisationskomitees der Tokio-Spiele. Für den Großraum Tokio gilt während des gesamten Olympia-Zeitraums zum vierten Mal der Corona-Notstand, die Infektionszahlen in der Metropole stiegen zuletzt auf den höchsten Tagesstand seit einem halben Jahr

12.11 Uhr: Altmaier: „Werden neuen Lockdown verhindern“

Für Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) kommt eine erneute Schließung von Geschäften und Restaurants in der Corona-Krise nicht infrage. „Wir müssen und werden einen neuen Lockdown verhindern. Er wäre für viele Geschäfte und Restaurants, die bereits monatelang geschlossen waren, verheerend“, sagte Altmaier der „Bild am Sonntag“. Solange keine Überlastung des Gesundheitssystems drohe, gebe es keinen Grund für neue Maßnahmen. Geimpfte oder Jüngere hätten bei einer Infektion meist gar keine Symptome, die Intensivbetten-Kapazität in Deutschland sei weit von ihrer Auslastungsgrenze entfernt.

Aus Sicht des Mittelstands sind Altmaiers Äußerungen indirekt Anlass zur Sorge. „Denn offenbar reagiert er damit auf entsprechende Überlegungen in der Bundesregierung“, sagte der Geschäftsführer des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW), Markus Jerger, der Deutschen Presse-Agentur. Schon die Spekulation darüber verunsichere die Unternehmen und verhindere Investitionen. „Anstatt über neue Zwangsmaßnahmen zu spekulieren, sollte die Bundesregierung ein positives Signal an die Wirtschaft senden.“ Die Union müsse sich „endlich einmal“ gegen ihren Koalitionspartner durchsetzen und für eine Entlastung bei Steuern, Abgaben und Energiekosten sorgen.

11.21 Uhr: Schwesig für neuen bundeseinheitlichen Corona-Warnwert

Auch die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), fordert, die Corona-Inzidenz durch einen neuen bundeseinheitlichen Maßstab zu ersetzen. „Ich unterstütze den Vorschlag, dass sich Bund und Länder auf einen neuen bundeseinheitlichen Warnwert zur Coronalage verständigen, ausdrücklich“, sagte Schwesig den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag). „Wir müssen zukünftig stärker Impfungen und Krankenhausbelastungen berücksichtigen“, sagte die Ministerpräsidentin. Zuvor hatte bereits die rheinland-pfälzische Regierungschefin Malu Dreyer (SPD) einen neuen Maßstab zur Beurteilung der pandemischen Lage gefordert.

Schwesig verwies auf das in Mecklenburg-Vorpommern geltende Ampelmodell, das sowohl den Inzidenzwert als auch die Zahl der Covid-Patienten im Krankenhaus und der Patienten auf der Intensivstation berücksichtige. „Damit reagieren wir auf den steigenden Impffortschritt, weshalb inzwischen deutlich weniger Infektionen zu schweren Verläufen führen“, sagte die Regierungechefin. „Es wäre in dieser Situation wichtig, dieses System rasch bundesweit umzusetzen.“

10.16 Uhr: Corona-Neuinfektionen in Israel überschreiten wieder 1000er-Marke

Die Zahl der innerhalb eines Tages gemeldeten Corona-Neuinfektionen in Israel hat erstmals seit vier Monaten wieder die 1000er-Marke überschritten. Das Gesundheitsministerium teilte am Samstag mit, binnen 24 Stunden seien 1118 neue Fälle gemeldet worden. Dies ist die höchste Zahl seit Mitte März. Während des Höhepunkts der Pandemie im Januar war die Zahl der täglichen Fälle in Israel allerdings auf über 10.000 gestiegen.

Der israelische Ministerpräsident Naftali Bennett hatte bei einer Beratung am Freitag gesagt, die Delta-Variante sorge zu einem weltweiten Anstieg der Corona-Fälle, „auch in geimpften Ländern wie Großbritannien, den USA und Israel“. Gegenwärtig setze sich die Einschätzung durch, „dass die Wirksamkeit der vorhandenden Impfstoffe gegen die Delta-Variante schwächer ist, als wir gehofft hatten“. Es zeige sich, dass das Problem nicht allein durch Impfungen gelöst werden könne. Die Delta-Variante war zuerst in Indien entdeckt worden und gilt als besonders ansteckend.

Angesichts des neuen Anstiegs der Infektionen will Israel von Mittwoch an wieder Beschränkungen für Versammlungen von mehr als 100 Menschen in geschlossenen Räumen einführen. An solchen Veranstaltungen dürfen dann erneut wieder nur Geimpfte, Genesene oder Menschen mit negativem Testergebnis teilnehmen. Außerdem gilt in geschlossenen Räumen wieder Maskenpflicht.

8.13 Uhr: Filmfest wegen Corona wieder digital - Indisches Kino im Wohnzimmer

Fester Termin für Fans des indischen Films: In Stuttgart werden ab Mittwoch 40 neue Produktionen gezeigt. Wichtig sei das, sagt Staatssekretärin Petra Olschowski, vor allem in Zeiten der Pandemie.

Die Corona-Pandemie hinterlässt zwar erneut ihre Spuren beim indischen Filmfestival in Stuttgart. Sie ermöglicht den Veranstaltern aber auch ein weiteres Mal die gestreute Präsentation des indischen Kinos in den Wohnzimmern der Welt statt nur in der City der Landeshauptstadt. Bei der 18. Auflage des Festivals vom 21. bis 25. Juli 2021 zeigt das Filmbüro Baden-Württemberg knapp 40 Streifen im Netz. Darunter sind Dokumentationen sowie Spiel- und Kurzfilme. Die Organisatoren bezeichnen sich als größtes indisches Filmfestival in Europa.

6 Uhr: Corona-Inzidenz in Deutschland steigt auf 10,0

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist erneut gestiegen. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Sonntagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, nahm der Wert auf genau 10,0 zu. Am Vortag hatte die Inzidenz noch 9,4 betragen, vor einer Woche 6,2.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb dieses Zeitraums an. Grund für den seit Anfang Juli kontinuierlich steigenden Inzidenzwert ist die hochansteckende Delta-Variante des Virus, die laut RKI inzwischen für mehr als 50 Prozent der Neuansteckungen verantwortlich ist.

Das waren die Entwicklungen am Samstag, 17. Juli:

21.03 Uhr: Ermittlungen in Frankreich wegen falscher Impfzertifikate 

In Frankreich ist ein Ermittlungsverfahren wegen gefälschter Impfzertifikate eingeleitet worden. Es liefen Untersuchungen gegen sechs Menschen, berichtete der französische Sender France Info unter Verweis auf Justizkreise am Samstag. Zwei Personen seien derzeit in Haft. Der Zeitung „Le Monde“ zufolge sollen vier der Verdächtigen die falschen Zertifikate beschafft haben. Die anderen beiden stehen in dem Verdacht, einen gefälschten Impfnachweis gekauft zu haben.

Zu Beginn der Woche hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron angesichts des Aufflammens der Coronavirus-Pandemie in dem Land schärfere Hygieneregeln angekündigt. Unter anderem soll die Pflicht für einen Test-, Impf- oder Genesungsnachweis deutlich ausgeweitet werden. Berichten zufolge gingen am Samstag Tausende Menschen in verschiedenen französischen Städten gegen die neuen Regeln auf die Straße.

19.45 Uhr: Spaniens Tourismussektor wegen hoher Corona-Zahlen pessimistisch

Angesichts hoher Corona-Zahlen in Spanien hat sich die Tourismusbranche pessimistisch über die laufende Sommersaison geäußert. Es gebe einen „plötzlichen Rückgang“ bei den Buchungen ausländischer Urlauber, berichtete der staatliche TV-Sender RTVE am Samstag unter Berufung auf den Vizepräsidenten des spanischen Tourismusverbandes Exceltur, José Luis Zoreda. „Wenn sich die Corona-Zahlen weiter verschlechtern, schätzen wir, dass der Tourismus in diesem Sommerquartal einen Umsatz von 37,97 Milliarden Euro generieren wird, mehr als die 24,30 Milliarden im selben Zeitraum des Vorjahres, aber viel weniger als die 58,37 Milliarden des Jahres 2019“, zitierte der Sender den Tourismusmanager.

Die Branche hatte wegen der fortschreitenden Impfkampagne auf eine weit stärkere Erholung des Geschäfts in diesem Sommer gehofft. Der Tourismus trägt in normalen Zeiten mehr als zwölf Prozent zum spanischen Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei, auf den auch bei Deutschen beliebten Urlaubsinseln der Balearen und auf den Kanaren sind es sogar rund 35 Prozent. Die Branche sichert Hunderttausende Arbeitsplätze.

17.34 Uhr: Experten erwarten Start der vierten Welle

Die Zahl der Neuinfektionen steigt. Experten befürchten spätestens im Oktober einen neuen exponentiellen Anstieg. Die vierte Welle dürfte sich dabei trotz der Impfungen auch in Krankenhäusern bemerkbar machen, warnen sie - und schlagen einige konkrete Schritte vor. Wissenschaftler an der TU Berlin werten den Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenzen als „beunruhigend“. „Laut unseren Simulationen wird im Oktober ein exponentieller Anstieg bei den Krankenhauszahlen starten. Falls die derzeitige Entwicklung anhält, wird dies sogar früher beginnen, und sich im Oktober dann nochmal verstärken“, heißt es im neuen Bericht der Gruppe um den Mobilitätsforscher Kai Nagel an das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Nur wenn die Impfstoffe gegen die Deltavariante deutlich besser wirkten als derzeit bekannt oder wenn eine Impfquote von 95 Prozent erreicht werde, bleibe eine vierte Welle in den Simulationen aus. Das Modell ergebe „unter allen derzeit realistisch erscheinenden Bedingungen eine vierte Welle bei den Erwachsenen, welche mit der Verlagerung von Aktivitäten in Innenräume im Herbst verstärkt werden wird.“ Das Team um Professor Nagel nutzt Berliner Mobilfunkdaten, um das Infektionsgeschehen zu modellieren. Die Ergebnisse sind ihm zufolge mindestens auf andere Großstädte übertragbar.

Die Simulationen zu Schulen zeigen laut Bericht, dass Lüftungssysteme und flächendeckender Einsatz von Schnell- und/oder PCR-Tests die Infektionsdynamik verringern könnten. Würden solche Maßnahmen konsequent umgesetzt, seien Schulschließungen oder Wechselunterricht nicht notwendig, hieß es. Die zwei Schnelltests pro Woche, die derzeit typisch seien, halten die Wissenschaftler ohne zusätzliche Maßnahmen allerdings bei weitem nicht für ausreichend.

15.33 Uhr: Trotz Impfung: Britischer Gesundheitsminister an Covid-19 erkrankt

Der britische Gesundheitsminister Sajid Javid ist trotz Impfung positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte Javid am Samstag in einer Videobotschaft auf Twitter mit. Er habe sich etwas angeschlagen gefühlt und dann einen Antigen-Test gemacht - der habe sich als positiv herausgestellt. Nun warte er auf das Ergebnis eines PCR-Tests. „Ich bin dankbar, dass ich zwei Impfdosen bekommen habe und bisher sind meine Symptome sehr mild“, so Javid weiter. Er rief die Menschen auf, sich ebenfalls impfen zu lassen.

In Großbritannien steigt die Zahl der Neuinfektionen seit Wochen wieder massiv an. Die 7-Tage-Inzidenz wurde zuletzt mit rund 345 angegeben (Stand: 11. Juli). Allein am Freitag wurden mehr als 50 000 Neuinfektionen registriert. Zurückgeführt wird das unter anderem auf die starke Ausbreitung der Delta-Variante. Trotzdem sollen am Montag alle Corona-Maßnahmen in England aufgehoben werden. Die Regierung argumentiert, durch das erfolgreiche Impfprogramm sei die Verbindung zwischen Infektionen und Krankenhauseinweisungen sowie Todesfällen geschwächt. Experten sehen vor allem den Verzicht auf die Maskenpflicht kritisch. In den kommenden Wochen wird mit bis zu 100 000 täglichen Neuinfektionen im Vereinigten Königreich gerechnet.

14.45 Uhr: Kabinett will neue Strategie für Bevölkerungsschutz beschließen

Als Lehre aus der Corona-Pandemie und zur Vorsorge gegen künftige Krisen will das Kabinett am Mittwoch den ersten Teil einer neuen Strategie für den Bevölkerungsschutz beschließen. Ein Entwurf, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, sieht als ersten Schritt den Aufbau einer „Nationalen Reserve Gesundheitsschutz“ vor.

Mittelfristig soll aber auch die bundesweite Vorsorge für andere Krisen - wie etwa gravierende Hochwasserlagen und größere Brände - verbessert werden. Dafür tragen bisher die Länder die Verantwortung. Sie können in kritischen Situationen Unterstützung von Bund anfordern.

Die „Nationale Reserve Gesundheitsschutz“ soll dem Papier zufolge den Bedarf des Gesundheitssektors und des Bundes für bis zu sechs Monate decken sowie „humanitäre Hilfe durch die Lieferung von Schutzausstattung an die Weltgesundheitsorganisation und Drittstaaten ermöglichen“. Erreicht werden soll dies „im Wege von Warenbevorratung sowie des Vorhaltens von Produktionskapazitäten und Neuproduktion“.

Damit zieht die Bundesregierung Konsequenzen aus Mangelsituationen, die in der Corona-Pandemie offenbar wurden. Erst hatten Schutzanzüge und Masken gefehlt. Eine Zeit lang waren Covid-19-Tests Mangelware.

13.40 Uhr: Olympia-Macher in Bedrängnis: Erster Corona-Fall im Athletendorf

Der erste Corona-Fall im olympischen Dorf hat die Macher der Tokio-Spiele erneut in Erklärungsnot gebracht. Schon sechs Tage vor der Eröffnung der Sommerspiele in Japans Hauptstadt mussten die Organisatoren am Samstag die Infektion eines Offiziellen im Athletendorf vermelden. „Wir tun alles, um sicherzustellen, dass es keinen größeren Corona-Ausbruch gibt“, sagte Organisationschefin Seiko Hashimoto. Der betroffene Funktionär muss sich für zwei Wochen in Quarantäne begeben.

Nachdem er bei der Einreise noch ein negatives Ergebnis erhalten hatte, stellte ein weiterer Test im olympischen Dorf das Coronavirus fest. Eigentlich hatten die Gastgeber der Spiele mit einem strikten Regelwerk verhindern wollen, dass Infektionen im Athletendorf auftreten. „Wir lassen nichts unversucht“, beteuerte Hashimoto. „Wenn wir doch einen Ausbruch haben, werden wir einen Plan haben, um zu reagieren“, fügte Japans Rekord-Olympionikin hinzu.

12.10 Uhr: Dreyer dringt auf „neuen Warnwert“ für Corona-Pandemie

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer dringt darauf, dass sich Bund und Länder auf einen „neuen Warnwert“ zur Beurteilung der Corona-Lage in Deutschland verständigen. Bei steigenden Impfquoten habe die Sieben-Tage-Inzidenz heute viel weniger Aussagekraft als noch vor einem halben Jahr, sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). Wichtig sei die Steigerung der Impfquoten. „Und die Bundesländer müssen mit der Bundesregierung zu einem neuen Warnwert kommen. Wir sollten uns rasch auf eine bundeseinheitliche Regelung verständigen.“

Deyer betonte, die Inzidenz dürfe auch in Zukunft nicht ignoriert werden. „Wir sollten die Zahl der Infektionen pro 100 000 Einwohner aber verknüpfen mit der Lage in den Krankenhäusern: Wer wird eingeliefert, wer muss auf die Intensivstation?“

11.14 Uhr: Erste Bundesländer knacken Marke von 50 Prozent vollständig Geimpfter

In Bremen und dem Saarland ist jeweils mehr die Hälfte der Einwohner nun vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Die beiden Bundesländer überschritten als erste die Marke von 50 Prozent, wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstag (Stand: 10.05 Uhr) hervorgeht.

Laut RKI wurden am Freitag in Deutschland 601 220 Impfdosen verabreicht. Bundesweit sind damit nun rund 38,2 Millionen Menschen oder 45,9 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen Covid-19 geimpft, wofür bei den meisten eingesetzten Impfstoffen zwei Dosen nötig sind. Insgesamt haben 59,7 Prozent oder rund 49,6 Millionen Einwohner mindestens die erste Spritze erhalten.

Während Bremen mit 50,6 Prozent und das Saarland mit 50,1 Prozent vollständig Geimpfter beim Impftempo an der Spitze liegen, bilden Sachsen und Brandenburg mit je 42,6 Prozent das Schlusslicht. Das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen liegt mit 48,8 Prozent derzeit auf Platz drei.

Bei der Zahl der Erstgeimpften ist zunehmend ein Gefälle zu sehen: Schlusslicht ist Sachsen mit 50,7 Prozent, gefolgt von Thüringen (54,2), Brandenburg (54,7), Sachsen-Anhalt (55,6) und Bayern (57,6 Prozent). In Bremen sind dagegen mittlerweile mehr als zwei Drittel (68,8 Prozent) aller Einwohner mindestens einmal immunisiert, auch das Saarland (65,0 Prozent) steht an dieser Marke.

9.40 Uhr: Freiburger Polizei löst Rave-Party mit etwa 200 Gästen auf

In einem Wald bei Freiburg hat die Polizei eine Party mit etwa 200 Gästen aufgelöst. Es wird geprüft, inwiefern gegen die Corona-Verordnung verstoßen wurde, wie die Polizei am Samstag mitteilte. Eine Streife hatte die Rave-Party am Samstagmorgen in der Nähe eines Pendler-Parkplatzes entdeckt. Bei einer Personenkontrollen sei auch ein Gast wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz angezeigt worden.

8.38 Uhr: Berliner Modellierer: Vierte Corona-Welle zu erwarten

In der Corona-Pandemie erwartet eine Wissenschaftlergruppe der Technischen Universität Berlin (TU) anhand von Modellierungen eine vierte Welle, die auch an Krankenhäusern nicht vorbeigeht. „Laut unseren Simulationen wird im Oktober ein exponentieller Anstieg bei den Krankenhauszahlen starten. Falls die derzeitige Entwicklung anhält, wird dies sogar früher beginnen, und sich im Oktober dann nochmal verstärken“, heißt es im neuen Bericht der Gruppe um den Mobilitätsforscher Kai Nagel an das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Den zuletzt bereits verzeichneten Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenzen wertet das Team wegen hohen relativen Zunahmen als „beunruhigend“. Nur wenn die Impfstoffe gegen Delta deutlich besser wirkten als derzeit bekannt oder wenn eine Impfquote von 95 Prozent erreicht werde, bleibe eine vierte Welle in den Simulationen aus. Das Modell ergebe „unter allen derzeit realistisch erscheinenden Bedingungen eine vierte Welle bei den Erwachsenen, welche mit der Verlagerung von Aktivitäten in Innenräume im Herbst verstärkt werden wird.“

Samstag, 17. Juli, 8.14 Uhr: Inzidenz steigt auf 9,4 - 1608 Neuinfektionen

Zum zehnten Tag infolge ist die Sieben-Tage-Inzidenz angestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Samstagmorgen lag sie bei 9,4 - am Vortag betrug der Wert 8,6, beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli 4,9. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem RKI binnen eines Tages 1608 Corona- Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Samstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.05 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 952 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurde nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 22 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 35 Tote gewesen. 

Das waren die Entwicklungen am Freitag, 16. Juli:

23 Uhr: Corona-Infektionszahlen in Italien gestiegen

In Italien sind die Corona-Infektionszahlen weiter gestiegen. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert erhöhte sich auf landesweit durchschnittlich 19 Fälle je 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche, in der Vorwoche waren es 11. Vor allem bei jungen Menschen seien mehr Infektionen verzeichnet worden, hieß es am Freitag im wöchentlichen Corona-Lagebericht des Gesundheitsministeriums in Rom.

Die Zahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern ging den Experten zufolge zurück, auch auf den Intensivstationen wurden weniger Menschen mit einer Covid-19-Erkrankung behandelt. Die ansteckendere Delta-Variante breite sich in Italien weiter aus und dürfte bald vorherrschend sein. Zur Eindämmung sei es notwendig, mehr Menschen vollständig zu impfen.

21.27 Uhr: Mehr Corona-Fälle in USA - Warnung vor „Pandemie der Ungeimpften“

Ein deutlicher Anstieg von Corona-Neuinfektionen in den USA macht den Behörden im Land Sorge. „Dies wird zu einer Pandemie der Ungeimpften“, warnte die Chefin der US-Gesundheitsbehörde CDC, Rochelle Walensky, am Freitag. Im Durchschnitt der vergangenen Tage verzeichneten die USA demnach nun gut 26 000 Neuinfektionen pro Tag, was gegenüber der Vorwoche einem Anstieg von fast 70 Prozent entspricht. Auch die Zahl der Menschen, die mit Covid-19 ins Krankenhaus eingewiesen werde, und die durchschnittliche Zahl der pro Woche gemeldeten Toten würden steigen.

„Wir sehen Ausbrüche von Fällen in Teilen des Landes, die eine niedrige Impfquote aufweisen“, sagte Walensky. In Regionen, in denen viele Menschen vollständig geimpft seien, sei die Lage viel besser. „Unsere größte Sorge ist, dass wir weiterhin vermeidbare Fälle, Krankenhausaufenthalte und leider auch Todesfälle unter den Ungeimpften sehen werden.“ Walensky forderte alle Menschen erneut mit Nachdruck auf, sich impfen zu lassen. Die Impfung würde auch gegen die besonders ansteckende Delta-Variante helfen, die in den USA mittlerweile dominant ist.

20.10 Uhr: Niederlande: Reproduktionszahl des Coronavirus so hoch wie nie zuvor

In den Niederlanden breitet sich das Coronavirus durch die Deltavariante immer rasanter aus. Die Reproduktionszahl liegt inzwischen bei 2,91, das ist der höchste Wert seit Ausbruch der Pandemie im März 2020, wie das zuständige Amt für Gesundheit und Umwelt RIVM am Freitag in Den Haag mitteilte. Die Zahl bedeutet, dass rechnerisch 100 Infizierte 291 weitere Personen anstecken und sich die Verbreitung des Virus zunehmend beschleunigt. Nach den jüngsten Daten des RIVM sind inzwischen 66,9 Prozent aller Infektionen auf die Deltavariante zurückzuführen. Die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen in 24 Stunden kletterte auf 11 363.

Angesichts einer Verschlechterung der Corona-Lage hat die niederländische Regierung bereits einen Teil der umfangreichen Lockerungen der Corona-Beschränkungen zurückgenommen. Weiterhin läuft das öffentliche Leben aber größtenteils unbeeinträchtigt weiter.

Gesundheitsminister Hugo de Jonge rief die Bevölkerung am Freitag auf, sich bei der Rückkehr aus dem Urlaub testen zu lassen. Nur so lasse sich ein Verbreiten des Virus in Familien, Schulen und auf der Arbeit verhindern. Reisende auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol erhalten im Moment bei der Ankunft einen kostenlosen Selbsttest, der Minister stand bei der Verteilaktion am Freitag selber mit am Gate.

18.52 Uhr: Corona-Inzidenzwert steigt deutlicher als zuletzt

Die Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten hat am Freitag einen vergleichsweise deutlichen Sprung gemacht. Sie legte nach Angaben des Landesgesundheitsamts innerhalb eines Tages von 8,2 auf 8,9 Infektionen je 100.000 Einwohner zu. Der Wert war bereits in den vergangenen Tagen stetig gestiegen. Unter den 44 Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg ist die Inzidenz mit 25,2 in Ulm am höchsten und mit 1,4 im Neckar-Odenwald-Kreis am niedrigsten.

17.38 Uhr: Wegen sinkender Zahlen: Impfungen sollen im Südwesten gezielter angeboten werden

Die lahmende Impfbereitschaft und die Ausbreitung der Delta-Variante machen Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) Sorgen. „Gerade in der Gruppe der jungen Erwachsenen registrieren wir derzeit vermehrt Ansteckungen und zugleich eine Zurückhaltung gegenüber den Impfungen“, sagte der Minister am Freitag anlässlich eines digitalen Impfgipfels in Stuttgart. In den vergangenen drei Wochen sei die Zahl der Erstimpfungen in den Impfzentren nach Ministeriumsangaben um 70 Prozent eingebrochen. „Noch Mitte April haben wir auf dem ersten Impfgipfel über den großen Mangel und eine gerechte Verteilung des Impfstoffes diskutiert“, sagte Lucha. „Nun haben wir eine komplett andere Situation.“

Wenn die Menschen nicht in die Impfzentren kommen, sollen die Spritzen nun zu den Menschen gebracht werden - so lässt sich das Ergebnis des Spitzentreffens von unter anderem Vertretern von Kommunen, Ärzte-, Industrie- und Handwerksverbänden zusammenfassen. „Wir machen den Weg zur Impfung überall im Land so einfach wie möglich“, kündigte Lucha an. „Ob eine Impfung im Fußballstadion, mobile Impfteams auf Markt- und Supermarktplätzen oder Impfungen ohne Termin in den Zentren – alle Initiativen sind willkommen“, erklärte der Minister. Infoteams mit Sprachmittlern in Fußgängerzonen und eine landesweite Aktionswoche im Juli sollen die Impfquote im Südwesten weiter erhöhen. Lucha drohte in diesem Zusammenhang auch erneut mehr Druck an: Eine Impfung sei zwar freiwillig, sagte er. Aber ungeimpfte Erwachsene müssten bei steigenden Fallzahlen künftig mit einer erneuten Ausweitung der Testpflicht rechnen.

16.13 Uhr: Spahn knüpft Corona-Maßnahmen im Herbst an Fortschritte bei Impfungen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) macht mögliche neue Corona-Einschränkungen im Herbst und Winter vom Fortschritt bei den Impfungen abhängig. "Wir entscheiden jetzt darüber, wie der Herbst wird, wie der Winter wird durch die Impfkampagne", sagte Spahn am Freitag den Sendern RTL und ntv. "Jeder Einzelne entscheidet das." Bei einer Impfquote von mehr als 70 Prozent würden wahrscheinlich nur "Basismaßnahmen" wie Abstand und Masken gebraucht.
 
Spahn hob zudem hervor, es werde "auf jeden Fall" einen Unterschied machen, ob jemand geimpft sei oder nicht. "Jemand, der geimpft ist, den können wir nicht und müssen wir auch nicht mit den gleichen Beschränkungen belegen, wie jemand, der nicht geimpft ist", sagte der Minister. Insofern sei auch "sehr klar, dass die Impfung ganz sicher auch für Herbst und Winter für jeden einen Unterschied macht".

14.45 Uhr: EU-Behörde rechnet mit starkem Anstieg der Corona-Infektionsfälle bis August

Die Zahl der Neuinfektionen könnte sich laut den am Freitag veröffentlichten Prognosen des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) bis Anfang August fast verfünffachen. Ursache seien die hochansteckende Delta-Variante sowie die Lockerungen von Corona-Beschränkungen in vielen Ländern. 

Die Prognosen der EU-Behörde beziehen sich auf das Gebiet der EU, Norwegens und Islands. Das ECDC rechnet demnach damit, dass die Zahl der neuen Fälle in der am 1. August endenden Woche auf 420 pro 100.000 Einwohner ansteigen wird. In der Woche darauf könnte der Wert demnach bereits bei mehr als 620 liegen. Vergangene Woche waren in dem Gebiet hingegen 90 neue Fälle pro 100.000 Einwohner gemeldet worden. Die Zahl der Behandlungen im Krankenhaus und der Corona-Todesfälle wird laut ECDC aufgrund der laufenden Impfkampagnen langsamer ansteigen. Derzeit verzeichnen zwei Drittel der 30 von der EU-Behörde beobachteten Länder eine steigende Tendenz bei den Neuinfektionen. 

14.35 Uhr: Indonesien bleibt globaler Corona-Hotspot - Rekordzahl an Todesopfern

Indonesien bekommt seine bisher schwerste Corona-Welle trotz eines Lockdowns und strikter Regeln nicht in den Griff. Die Behörden meldeten am Freitag mehr als 1200 Tote innerhalb von 24 Stunden in Verbindung mit Covid-19 - so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Gleichzeitig wurden im viertbevölkerungsreichsten Land der Erde erneut rund 54 000 Neuinfektionen verzeichnet.

Seit Tagen liegt die Zahl der neuen Fälle bei mehr als 50 000. Indonesien hat damit Indien - wo die Zahlen rückläufig sind - als weltweiten Spitzenreiter überholt. Grund ist vor allem die Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante. Gesundheitsminister Budi Gunadi Sadikin forderte die Menschen dringend auf, die Maßnahmen einzuhalten und Masken zu tragen.

13.48 Uhr: Niederlande und Griechenland werden Corona-Risikogebiete

Wegen stark steigender Corona-Infektionszahlen stuft die Bundesregierung ab Sonntag die Niederlande, Griechenland und Teile Dänemarks als Risikogebiete ein. Das gab das Robert Koch-Institut am Freitag bekannt. Das bedeutet, dass das Auswärtige Amt von touristischen Reisen in diese Länder und Regionen abrät. Für die Niederlande und die dänische Hauptstadtregion um Kopenhagen ergeben sich daraus auch praktische Folgen: Wer von dort auf dem Landweg nach Deutschland einreist und nicht geimpft oder genesen ist, muss wieder einen Corona-Test machen.

Mit Griechenland und der Niederlande werden zwei weitere beliebte Urlaubsländer der Deutschen auf die Risikoliste gesetzt. Portugal und Zypern sind wegen besonders hoher Infektionszahlen sogar als Hochinzidenzgebiet eingestuft worden, was eine Quarantänepflicht von 5 bis 10 Tagen für Einreisende bedeutet, die nicht geimpft oder genesen sind. Dieses Schicksal bleibt Spanien noch erspart, obwohl die 7-Tage-Inzidenz dort inzwischen auf 282 gestiegen ist. Für Hochinzidenzgebiete gilt eigentlich ein Grenzwert von 200, es spielen allerdings auch andere Faktoren noch eine Rolle.

13 Uhr: Gestörte Lieferketten - Ökonom Felbermayr warnt vor höheren Preisen

Auf Verbraucher in Deutschland kommen nach Einschätzung von Gabriel Felbermayr, Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, kräftige Preiserhöhungen bei Produkten aus Asien zu. Grund seien die Containerkrise im südchinesischen Meer und Chaos in den globalen Lieferketten. „Wenn es in Asien Lieferprobleme gibt, spüren wir das auch im Preis“, sagt Felbermayr. „Wir müssen uns darauf einstellen, dass viele Produkte aus Fernost in den kommenden Monaten deutlich teurer werden“.

Wie sehr die Preise im Durchschnitt steigen, sei schwer zu sagen, so der Ökonom. „Aber bei Gütern und Geschenken, die stark nachgefragt werden, Elektronikgeräte wie Fernseher oder Spielkonsolen, werden wir sicherlich einen Preisanstieg von bis zu 20 Prozent sehen.“ Der Bremerhavener Tiefkühlkosthersteller Frosta kündigte am Freitag bereits entsprechende Konsequenzen an.  Doch nicht nur steigende Preise, sondern auch weniger Produkte könnten die Folge sein. Wie die „Wirtschaftswoche“ berichtet, plant der schwedische Möbelriese Ikea im kommenden Geschäftsjahr 2022 bereits mit einem abgespeckten Angebot: „Eine Reduzierung des gesamten Sortimentvolumens in Europa um rund fünf Prozent und in Nordamerika um rund vier Prozent“ sei vorgesehen, sagte eine Sprecherin. Als Grund nannte Ikea „Einschränkungen des Warenflusses aus Asien“ bei steigender Nachfrage. 

11.30 Uhr: Olympische Spielen in Tokio als Fest der Corona-Mutanten? - Experten nicht einig

Geht das Pandemie-Konzept mit strengen Regeln auf oder gehen die XXXII. Sommerspiele als böses „Fest der Virus-Mutanten“ in die Geschichte ein? Zu den Olympischen Spielen in Tokio werden nicht wenige der 438 Sportler des Team D mit einem mulmigen Gefühl reisen. Die DOSB-Virologin Barbara Gärtner ist absolut überzeugt: Alles geht gut. „Der Trick beim Olympischen Dorf ist: Man versucht das Corona-Virus rauszuhalten“, sagte Gärtner. „Für mich ist es einer der am besten überwachten Bereiche, die wir weltweit haben.“ Der Nürnberger Pharmakologe Fritz Sörgel fürchtet das Einschleppen von Corona-Mutanten: „Meine Hauptsorge sind die Athleten, die aus Ländern kommen, die kein gutes medizinisches System und keine Tests für Mutanten haben“, sagte er. „Man kann sicher von 100 Ländern sprechen.“ Dies wären knapp die Hälfte von denen, die ihre Sportler nach Tokio entsenden. 

Bis Sonntag sollen rund 2200 Athleten im Olympischen Dorf ihre Zimmer beziehen, mehr als 11 000 sind insgesamt avisiert. Hinzu kommen rund 7000 Trainer, Betreuer und Offizielle, die dort Quartier beziehen.Tokio befindet sich auch für die gesamte Dauer der Spiele erneut in einem Notstand, da die Corona-Infektionen wieder deutlich steigen. Am Donnerstag meldete die Hauptstadt des Landes 1308 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, der höchste Stand seit einem halben Jahr.

10.34 Uhr: Forscher arbeiten an Inaktivierung von Pandemie-Aerosolen

Eines ist soweit klar: Das Coronavirus verbreitet sich vor allem über die Luft. Durch Aerosole, die beim Niesen, Husten, Sprechen und auch nur beim Atmen ausgestoßen werden. Um mehr über Aerosole herauszufinden, vor allem aber um zu erforschen, wie Viren dort gefunden und inaktiviert werden können, hat die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren ein transdisziplinäres Konsortium gegründet. Hier arbeiten Virologen, Aerobiologen, Internisten sowie Ingenieure und Physiker zusammen. Neben Experten und Expertinnen aus mehreren Helmholtz Zentren und anderen Institutionen wie dem Universitätsklinikum Augsburg seien rund 30 Unternehmen involviert, damit die entwickelte Technik schnell umgesetzt werden kann. Auch große Supermarktketten seien beteiligt, um die Geräte in den Filialen einsetzen zu können.

In der Entwicklung seien gerade Geräte, die Coronaviren und andere Krankheitserreger aus der Raumluft inaktivieren könnten. Andere sollen ähnlich wie Alkoholtester schon in ausgeatmeter Luft Viren nachweisen. Je nachdem, wie lange die Corona-Pandemie noch dauert, werden die Geräte hier nicht mehr wirklich helfen. Das Konsortium ist auf fünf Jahre angelegt. „Es geht um Vorbereitung für die nächste Pandemie“, sagt Umweltmedizinerin Claudia Traidl-Hoffmann vom Helmholtz Zentrum München. „Die nächste Pandemie wird wieder eine sein, bei der Viren durch die Luft übertragen werden.“

7.20 Uhr: Inzidenz steigt sprunghaft auf 8,6 

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut sprunghaft gestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts von Freitagmorgen lag sie bei 8,6 - am Vortag betrug der Wert 8,0 und davor 7,1. Beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli waren es noch 4,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. 

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Das waren die Entwicklungen am Donnerstag, 15. Juli:

23.12 Uhr: Zahl der Corona-Toten in Afrika steigt innerhalb einer Woche um 43 Prozent

Im Zusammenhang mit der verheerenden Pandemie-Lage auf dem afrikanischen Kontinent ist die Zahl der wöchentlichen Corona-Toten innerhalb einer Woche um 43 Prozent gestiegen. Die Zahl der Covid-19-Todesfälle lag in der vergangenen Woche bei 6273, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Donnerstag mitteilte. In der Woche davor meldeten die Behörden mehr als 4300 Tote.

WHO-Regionaldirektorin Matshidiso Moeti nannte den Anstieg „ein klares Warnzeichen, dass die Krankenhäuser in den am stärksten betroffenen Ländern an ihre Grenzen stoßen“. In den Staaten fehlt es an Intensivbetten und Sauerstoff, um die Patienten zu behandeln. Außerdem fehlt es in Afrika an Impfstoffen.

22.26 Uhr: Berlins LGBT-Stadtfest im Oktober abgesagt - Juli 2022 wieder

Mit mehr als 350 000 Besuchern gilt es als das größte seiner Art in Europa: das zweitägige lesbisch-schwule Stadtfest in Berlin-Schöneberg. Nach Angaben der Veranstalter vom Donnerstag fällt das Fest, das schon 27 Mal stattfand, auch 2021 wegen Corona aus. Aufgrund der unberechenbaren Pandemie-Situation mit verschiedenen Virusvariationen müsse man die Reißleine ziehen, hieß es vom Verein Regenbogenfonds der schwulen Wirte im Szenemagazin „Siegessäule“.

21. 20 Uhr: Pariser Eiffelturm öffnet am Freitag wieder für Besucher

Erstmals seit rund neun Monaten öffnet der Pariser Eiffelturm am Freitag wieder für Besucher. Das Wahrzeichen der französischen Hauptstadt war wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Nun gilt für Besucher eine Maskenpflicht. Zudem müssen Touristen ab Mittwoch der kommenden Woche eine vollständige Corona-Impfung, eine überstandene Infektion oder einen negativen Test nachweisen.

Die tägliche Besucherzahl des Eiffelturms ist zunächst auf 10.000 Menschen begrenzt. Die Betreiber empfehlen dringend, Tickets vorab online zu reservieren. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte am Montag verschärfte Corona-Auflagen für Bürger und Touristen angekündigt. Grund sind die wieder deutlich steigenden Infektionszahlen unter anderem in Paris.

20.28 Uhr: Wegen Corona: Boxkampf Fury gegen Wilder auf 9. Oktober verschoben

Der ursprünglich für den 24. Juli geplante WM-Kampf zwischen Schwergewichtsboxer Tyson Fury und Deontay Wilder wird verschoben und soll nun am 9. Oktober stattfinden. Das teilte Fury am Donnerstag auf Twitter mit. Der 32 Jahre alte Brite war positiv auf das Coronavirus getestet worden, wie er nun bestätigte. Deshalb kommt es zur Verlegung von Furys Titelverteidigung, der Kampf findet in der T-Mobile Arena in Las Vegas statt.

19.32 Uhr: Corona-Inzidenz im Südwesten stagniert

Die Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten ist am Donnerstag nur minimal gestiegen. Dem Landesgesundheitsamt zufolge wurde innerhalb einer Woche bei 8,2 Menschen je 100.000 Einwohnern eine Neuinfektion mit dem Coronavirus nachgewiesen. Am Mittwoch hatte der Wert 8,1 betragen, er war davor stetig gestiegen.

Unter den 44 Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg ist die Inzidenz mit 26,0 in Ulm am höchsten und mit 1,0 im Landkreis Schwäbisch Hall am niedrigsten. Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen im Südwesten seit Beginn der Pandemie stieg um 145 auf 502.469, wie die Behörde mitteilte. 10.333 Menschen sind inzwischen an einer Infektion mit dem Coronavirus oder im Zusammenhang damit gestorben. Das waren fünf mehr als am Vortag. Als genesen gelten geschätzt 490.261 Infizierte (plus 115).

18 Uhr: Gesundheitsminister Lucha lädt wegen lahmender Impfbereitschaft zum Gipfel

Mit einem Spitzentreffen will das Sozialministerium die lahmende Impfbereitschaft in Baden-Württemberg ankurbeln. Am Freitag (13 Uhr) will Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) unter anderem mit Vertretern von Kommunen, Ärzte-, Industrie- und Handwerksverbänden diskutieren, wie Unentschlossene besser erreicht werden können. Die meisten Menschen, die unbedingt eine Impfung wollten, seien mittlerweile geimpft, schrieb Lucha in der Einladung zu dem kurzfristig angesetzten digitalen Treffen. Nun brauche es gezielte Angebote und Informationen, um weitere Menschen zu überzeugen.

Es sei unter anderem eine landesweite Aktionswoche im Juli geplant. Außerdem will das Land gezielte Vor-Ort-Impfangebote schaffen. In Baden-Württemberg gelten nach Angaben des Sozialministeriums 43,3 Prozent der Bevölkerung als vollständig geimpft (Stand Mittwoch). Mehr als 55 Prozent haben bisher eine Impfung erhalten. Zuletzt hatte es immer wieder Berichte über eine stockende Impfbereitschaft und ungenutzte Impftermine gegeben.

15.25 Uhr: Am meisten vollständig Geimpfte in Baden-Baden - starke Unterschiede

Bei den Impfquoten im Land ist Baden-Baden spitze und Pforzheim das Schlusslicht. Dies geht aus einer Auflistung des Stuttgarter Gesundheitsministeriums hervor. Demnach liegt Baden-Baden mit 65,6 Prozent Erstimpfungen und 49,5 Prozent Anteil vollständig Geimpfter vorne, dicht gefolgt von Emmendingen mit 62 Prozent Erstgeimpften und 49,2 Prozent vollständig Geimpften. In Pforzheim sind dagegen erst 43,8 Prozent der Menschen einmal geimpft, zum zweiten Mal 30,2 Prozent. 

Bei den lokalen Impfquoten spielen laut Ministerium verschiedene Faktoren eine Rolle: darunter Bevölkerungszahl, Altersstruktur, die Entfernung zum nächsten Impfzentrum, Ärztedichte und neben der eigenen Impfbereitschaft auch die Bereitschaft von Ärzten, vor Ort zu impfen. „Generell ist es das Ziel, die Impfquote in ganz Baden-Württemberg zu steigern“, so ein Ministeriumssprecher.

14.30 Uhr: KIZ Singen: Heute bis 17 Uhr gibt es freie Impftermine mit BionTech

Wie das Landratsamt Konstanz mitteilt, sind heute spontan Impftermine im Kreisimpfzentrum (KIZ) in Singen frei geworden. Wer noch nicht geimpft ist oder noch auf die Zweitimpfung wartet, kann sich heute bis 17 Uhr impfen lassen. Eine Terminver­einbarung ist nicht nötig. Es werden sowohl Erst- als auch Folgeimpfungen durchgeführt.

13 Uhr: RKI-Befragung: Krankenhauspersonal schon im April großteils geimpft

Krankenhauspersonal hat sich laut einer großangelegten Befragung des Robert Koch-Instituts (RKI) mehrheitlich bereits im Frühjahr gegen das Coronavirus impfen lassen. Im Studienzeitraum vom 22. März bis 12. April hätten 83 Prozent der mehr als 26.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer mindestens eine Dosis bekommen, knapp die Hälfte sei vollständig geimpft gewesen, heißt es in dem veröffentlichten Ergebnisbericht. Online befragt wurden Menschen an über 120 Kliniken bundesweit. Die Impfquoten waren zu dem Zeitpunkt in der Ärzteschaft am höchsten (mindestens eine Dosis: 94 Prozent), gefolgt von der Pflege (mindestens eine Dosis: 87 Prozent).

Bei Personalgruppen, die besonders gefährdet sind, dem Virus ausgesetzt zu sein, oder engen Kontakt zu anfälligen Patienten haben, waren 90 Prozent mindestens einmal geimpft.

11.55 Uhr: Ende der Corona-Regeln: London empfiehlt weiter Masken in Geschäft

Auch nach dem Ende der Maskenpflicht in England am kommenden Montag sollen die Menschen beim Einkaufen Mund-Nase-Bedeckungen tragen. Die Regierung „erwartet und empfiehlt“, dass Angestellte und Kunden an vollen, überdachten Orten weiterhin Masken tragen, zitierte die Nachrichtenagentur PA am Donnerstag aus einem Regierungsdokument. Zuvor hatte der britische Premierminister Boris Johnson dazu aufgerufen. Die Maskenpflicht fällt von Montag an ebenso wie Abstandsregeln weg - gegen den Rat von Wissenschaftlern. Kritiker werfen der Regierung eine chaotische Corona-Politik vor.

9.50 Uhr: Virologe geht von weiteren Corona-Varianten aus

Das Coronavirus wird nach Einschätzung von Experten noch einige Male mutieren. Allerdings geht der Präsident der Gesellschaft für Virologie, Ralf Bartenschlager, davon aus, dass die Zahl der Varianten „überschaubar“ bleibt. „Man kann aber nicht seriös sagen, ob wir schon das Ende der Fahnenstange erreicht haben oder noch relevante Mutanten folgen.“

Je besser sich Viren an den Wirt anpassen, desto geringer sei in der Regel der Schaden für den Wirt, erklärte der Professor für Molekulare Virologie an der Uni Heidelberg. „Aber das kann man nicht immer sagen.“

Donnerstag, 15. Juli, 7.20 Uhr: RKI: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 8,0

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist erneut angestiegen. Wie das Robert Koch-Institut unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter am Donnerstagmorgen mitteilte, lag die Inzidenz bei acht Fällen pro 100.000 Einwohnern.

Vor einer Woche hatte der Wert noch bei 5,2 gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen. Sie gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an. 

Das waren die Entwicklungne am Mittwoch, 14. Juli: 

22.26 Uhr: Bareiß: Kostenpflichtige Corona-Tests für Impfverweigerer gerecht

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß (CDU), hat sich für ein Ende kostenloser Corona-Tests ausgesprochen, sobald alle Menschen in Deutschland ein Impfangebot bekommen haben. „Die kostenlosen Schnelltests ermöglichen derzeit allen die in einer Pandemie größtmögliche Freiheit. Diese Kosten werden von der Allgemeinheit getragen und das ist auch richtig, solange nicht jeder die Möglichkeit hat, einen vollumfänglichen Impfschutz zu erhalten“, sagte Bareiß am Donnerstag. Klar sei aber auch, dass Impfverweigerer sich ihrer Verantwortung bewusst sein müssten und zukünftig die Kosten für dann noch notwendige Tests selbst tragen sollten. „Das ist eine Frage der Gerechtigkeit“, sagte Bareiß.

Am Dienstag hatte sich bereits Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ähnlich geäußert. „Testen kostet enorme Summen“, sagte Söder. Daher müsse auch darüber nachgedacht werden, ob die Corona-Tests kostenlos bleiben könnten, wenn alle Menschen ein Impfangebot bekommen hätten. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte am Dienstag, man sei aktuell noch in einer Phase des Überzeugens, in einer späteren Phase könne man über das Ende der kostenlosen Corona-Tests in Deutschland für Ungeimpfte sicherlich nachdenken. In Frankreich sollen ab Herbst PCR-Tests kostenpflichtig werden, sofern sie nicht verschrieben wurden.

21.41 Uhr: Zahl der Corona-Impfungen pro Woche sinkt in Deutschland

Die Zahl der Corona-Impfungen pro Woche ist in Deutschland weiter gesunken. Die Gesamtzahl der wöchentlichen verabreichten Impfdosen sei seit der dritten Juniwoche zurückgegangen, schreibt das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem Lagebericht vom Mittwoch, ohne eine konkrete Zahl für die vergangene Woche zu nennen. In der Vorwoche (28. Juni bis 4. Juli) gab es in Deutschland nach zuvor veröffentlichten Zahlen 5,0 Millionen Corona-Impfungen, eine Woche davor 5,6 Millionen.

In Deutschland sind mittlerweile 43,7 Prozent der Menschen vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Nach RKI-Angaben vom Mittwoch (Stand: 10.45 Uhr) sind mehr als 49 Millionen Menschen mindestens einmal geimpft - das entspricht einer Quote von 58,9 Prozent.

Der Anteil der vollständig Geimpften variiert laut RKI stark nach Alter: Während unter den Menschen ab 60 Jahren mehr als 70 Prozent vollständig geimpft sind, liegt dieser Anteil bei den Erwachsenen unter 60 Jahren bei etwas mehr als 40 Prozent. Allerdings startete für die meisten Menschen dieser Altersgruppe die Impfkampagne auch später. Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren sind weniger als 2 Prozent vollständig geimpft.

20 Uhr: Spanische Regionen kehren zu Pandemie-Einschränkungen zurück

Schließung der Innenräume von Clubs, Einschränkungen bei Öffnungszeiten und Personenanzahl oder sogar Ausgangssperre: In Spanien drohen wegen eines rasanten Anstiegs der Corona-Fallzahlen erneut strikte Einschränkungen. In mehreren Regionen des Landes werden derzeit Vorbereitungen für mögliche neue Corona-Maßnahmen getroffen. In Katalonien, dem Zentrum der fünften Pandemie-Welle, planten die Regionalbehörden laut katalanischen Medienberichten die erneute Verhängung einer Ausgangssperre, darunter auch für die Metropole Barcelona.

19.14 Uhr: RKI: Delta-Variante in drei Viertel der untersuchten Corona-Proben

Die anteilsmäßige Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus hat sich in Deutschland weiter rasch fortgesetzt. Sie erreiche mittlerweile einen Anteil von 74 Prozent an den untersuchten Proben, heißt es in einem Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwochabend mit Blick auf die Woche bis zum 4. Juli.

In den Wochen zuvor hatte sich der Delta-Anteil erst von 18 auf 39 und dann auf 60 Prozent erhöht. Infektionen mit der zuvor vorherrschenden Alpha-Variante hingegen nahmen sehr schnell ab, auf nun noch rund 22 Prozent. Weitere als besorgniserregend eingestufte Varianten des Coronavirus spielen unverändert eine untergeordnete Rolle in Deutschland. Es werden allerdings nicht alle positiven Proben auf Varianten untersucht.

18 Uhr: Drei Regionen im Südwesten über 20er-Inzidenz

So langsam sie zuletzt gesunken war, so schnell steigt die Corona-Inzidenz im Südwesten wieder an. Im landesweiten Schnitt der vergangenen sieben Tage ist nach Daten vom Mittwoch bei 8,1 je 100.000 Menschen eine Neuinfektion mit dem Coronavirus nachgewiesen worden. Am Vortag hatte der Wert noch bei 7,2 gelegen. Die Städte Ulm (26,8) und Karlsruhe (20,8) sowie der Landkreis Heidenheim (20,3) liegen über der 20er-Marke. Entscheidend für schärfere Maßnahmen ist die Schwelle zur 35er-Inzidenz. Am niedrigsten war der Wert mit 0,5 im Landkreis Schwäbisch Hall.

16 Uhr: Impfen ohne Termin: Alle Impfbarrieren im Landkreis Sigmaringen fallen

Ab Freitag kann sich jeder im Impfzentrum in Hohentengen ohne Terminvereinbarung oder Vorabregistrierung impfen lassen. Nach Wochen der Impfbeschränkungen kann damit jeder Impfwillige einfach zum Kreisimpfzentrum nach Hohentengen fahren und sich bei freier Terminwahl impfen lassen, informiert das Gesundheitsamt in Sigmaringen. Hier lesen Sie alle Details.

14.30 Uhr: Baden-Württemberg will den Geimpften Rechte zurück geben

Vollständig gegen das Coronavirus Geimpfte sowie Genese sollen in Baden-Württemberg ab Anfang September alle Rechte zurück bekommen. Für sie entfallen dann die Corona-Einschränkungen, wie eine Sprecherin des Landesgesundheitsministeriums in Stuttgart dem SÜDKURIER und der „Heilbronner Stimme“  bestätigte.

Der Amtschef des Ministeriums, Uwe Lahl, sagte dem SÜDKURIER, für nicht vollständig Geimpfte oder Ungeimpfte solle es dann eine Testpflicht geben bei den Besuchen von Restaurants, Bars, Clubs, Kultur- oder Sportveranstaltungen. Über den Sommer solle die Corona-Verordnung des Landes noch zwei Mal überarbeitet werden, ehe Anfang September die Neuregelung in Kraft treten könne.

Unklar sei noch, ob die Pflicht-Tests für Nichtgeimpfte oder nicht vollständig Geimpfte ab einer Inzidenz von 10 oder 35 gelten würden. Entschieden werden müsse auch noch, wie mit der Maskenpflicht für vollständig Geimpfte umgegangen werde. Lahl sagte weiter, das Land wolle weiter aufklären und versuchen, alle impffähigen Menschen davon zu überzeugen, dass sie sich gegen das Coronavirus impfen lassen.

14.20 Uhr: 49 Corona-Infizierte nach Abend in Karlsruher Bar

Nach einem Abend in einem Karlsruher Lokal Anfang des Monats haben sich bisher fast 50 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Die Zahl der Infektionen, die auf den Besuch am 2. Juli zurückgeführt werden, sei auf 49 gestiegen, teilte die Stadt mit. Das Lokal hat eine Konzession als Bar. Die bräuchte laut Stadt als gastronomische Einrichtung bis zu einer Inzidenz unter 35 keine Nachweise für Geimpfte, Genesene und Getestete - ein Club, in dem auch getanzt wird - schon.

Der Amtschef des baden-württembergischen Sozialministeriums, Uwe Lahl, appellierte an die Behörden vor Ort, den Bußgeldkatalog „entsprechend auszuschöpfen“, sofern ein offensichtliches Fehlverhalten nachgewiesen werde. 

13 Uhr: RKI: Leichte Zunahme bei eingeschleppten Corona-Fällen

Bei aus dem Ausland eingeschleppten Coronavirus-Ansteckungen sieht das Robert Koch-Institut (RKI) einen leichten Anstieg. Vor allem in den beiden vergangenen Wochen sei eine leichte Zunahme von solchen Fällen am Infektionsgeschehen zu beobachten, schreiben die Experten im Lagebericht vom Dienstagabend.

Derzeit sei diese aber „noch auf geringem Niveau“. Die wöchentliche Fallzahl in Verbindung mit Reisen habe vergangene Woche bei 555 gelegen, in den Wochen zuvor habe sie zwischen 259 und 412 Fällen geschwankt. Das RKI macht in seinem Bericht weder Angaben zu den Ländern, aus denen Infizierte einreisten, noch unterscheidet der Bericht nach Varianten.

11.55 Uhr: Bund fördert nun auch Einbau mobiler Luftfilter in Schulen

Die Bundesregierung fördert nun auch den Einbau mobiler Luftfilter in Schulen. Dazu sollen den Ländern 200 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden, wie das Wirtschaftsministerium nach einem Beschluss des Kabinetts am Mittwoch mitteilte. Bisher fördert der Bund nur den Einbau fester Anlagen. Die Verwendung der Mittel solle über Verwaltungsvereinbarungen geregelt werden, hieß es. Der Förderanteil des Bundes betrage bis zu 50 Prozent. Die Beantragung der Mittel und die Durchführung der Förderung erfolge über die Länder.

10.30 Uhr: Festival in Utrecht - Rund 1000 Besucher infiziert

Bei einem Musikfestival in Utrecht haben sich rund 1000 Besucher mit dem Coronavirus infiziert. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden  könnten die Zahlen noch steigen. Die Organisatoren reagierten geschockt und betonten, dass sie sich an alle Auflagen gehalten hätten. 

Rund 20.000 Menschen hatten das zweitägige Open-Air-Festival „Verknipt“ (Durchgeknallt) am 3. und 4. Juli besucht. Am ersten Tag infizierten sich mindestens 448 Besucher, und am zweiten Tag weitere 516, wie die Nachrichtenagentur ANP berichtete.

Festivalbesucher mussten nachweisen, dass sie geimpft oder negativ getestet waren. Nach Angaben der Veranstalter wurde streng am Eingang kontrolliert. Für Besucher seien Zeitfenster eingerichtet worden, um Andrang zu verhindern. Die Niederlande hatten zunächst zum 26. Juni fast alle Corona-Maßnahmen aufgehoben und auch Großveranstaltungen erlaubt, sofern Besucher über ein negatives Testergebnis oder einen Impfnachweis verfügten. Nach einem explosionsartigen Anstieg der Infektionen wurden einige Lockerungen wieder aufgehoben. 

8.10 Uhr: Bericht: Nicht-Geimpfte müssen mit Einschränkungen rechnen

Die baden-württembergische Landesregierung erwägt einem Zeitungsbericht zufolge, dass für vollständig Geimpfte alle coronabedingten Einschränkungen entfallen sollen. „Freiheit für vollständig Geimpfte und eine verschärfte Testpflicht für nicht geimpfte Erwachsene - diese Fragen diskutieren wir, wir entscheiden das spätestens im August“, sagte der Amtschef im Sozialministerium, Uwe Lahl, der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“ (Mittwoch). Das Leben für nicht geimpfte Erwachsene werde schon bald schwer werden.

Diese Menschen würden „in den kommenden Wochen viele Testungen benötigen, um am öffentlichen Leben teilnehmen zu können“, wurde der Amtschef weiter zitiert. Das Haus von Ressortchef Manfred Lucha will Ende Juli die aktualisierte Coronaverordnung vorlegen. Es sei denkbar, dass nicht Geimpfte oder Genesene dann statt Schnelltests einen negativen PCR-Test vorlegen müssten, etwa in der Gastronomie, so Lahl. Zudem stelle sich die Frage, ob sie selbst dafür zahlen müssten.

Mittwoch, 14. Juli, 7.15 Uhr: Inzidenz steigt auf 7,1 - 1548 Neuinfektionen

Seit mehr als einer Woche steigt die Sieben-Tage-Inzidenz jeden Tag an. Nach Angaben des Robert Koch-Institutsvon Mittwochmorgen lag sie bei 7,1 - am Vortag betrug der Wert 6,5, beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli 4,9. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem RKI binnen eines Tages 1548 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus den Zahlen vom Mittwochmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.50 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 985 Ansteckungen gelegen.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Die für die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Coronavirus entscheidende Reproduktionszahl lag nach RKI-Daten bei 1,11 und befand sich damit seit mehr als einer Woche über dem Wert von 1. Die Zahl bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 111 weitere Menschen anstecken. Liegt der Wert anhaltend über 1, steigen die Fallzahlen. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Der R-Wert lag zuvor rund zwei Monate lang deutlich unter 1.

Das waren die Entwicklungen am Dienstag, 13. Juli:

21.22 Uhr: Malta setzt angekündigte Grenzschließung für Ungeimpfte nicht um

Malta will die angekündigten Grenzschließungen für nicht vollständig gegen das Coronavirus Geimpfte doch nicht umsetzen. Menschen, die ohne Impfzertifikat nach Malta einreisten, müssten sich jedoch für bestimmte Zeit in Quarantäne begeben, teilte die Regierung am Dienstagabend mit. Die am Freitag angekündigte Grenzschließung hätte in der Nacht zum Mittwoch in Kraft treten sollen.

Die geplante Grenzschließung hatte Maltas Gesundheitsminister Chris Fearne am Freitag mit dem Anstieg der Corona-Infektionen begründet. Noch am 28. Juni hatte der Inselstaat, in dem rund 80 Prozent der Erwachsenen vollständig geimpft sind, nur noch 28 aktive Corona-Fälle verzeichnet. Am Freitag waren es jedoch wieder 252 Fälle gewesen. Anders als in anderen europäischen Ländern führen die Behörden den Anstieg der Fallzahlen in Malta nicht auf die hochansteckende Delta-Variante des Coronavirus zurück.

Die geplante Grenzschließung hatte jedoch für Kritik der EU-Kommission gesorgt, die eine Beeinträchtigung des EU-weiten Reisezertifikats befürchtete. Dieses sieht eine Gleichbehandlung vollständig Geimpfter mit Genesenen und negativ Getesteten vor.

22.11 Uhr: Nach Italien führen auch Frankreich und Griechenland eine Corona-Impfpflicht für Gesundheits- und Pflegekräfte ein.

Die beiden EU-Länder reagieren damit auf die rapide Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus, wie der französische Präsident Emmanuel Macron und der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis am Montagabend ankündigten. Beide Länder wollen für nicht Immunisierte zudem den Zugang zu Innenräumen etwa von Restaurants, Bars oder Kinos erschweren. 

Die Corona-Ansprache von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat offenbar unmittelbar Wirkung gezeigt: Nachdem der Staatschef am Montag im Fernsehen eine Impfpflicht für das Gesundheitspersonal und Einschränkungen für nicht Immunisierte angekündigt hatte, buchten die Franzosen fast eine Million Impftermine, wie die Online-Buchungsseite Doctolib am Dienstag mitteilte. Zudem verbuchte Frankreich mit fast 800.000 Impfungen an einem Tag einen neuen Höchstwert. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) schloss eine Impfpflicht nach französischem Modell ungeachtet der hoch ansteckenden Delta-Variante dagegen vorerst aus.

20.31 Uhr: Corona-Krise in Spanien: Immer mehr Neuinfektionen und Restriktionen

Die Corona-Krise im Urlaubsland Spanien hat sich weiter zugespitzt. Das Gesundheitsministerium in Madrid meldete 13.393 Infektionen binnen 24 Stunden. Damit kletterte die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz innerhalb eines einzigen Tages von 226 auf 258. Es seien weiterhin vor allem junge Menschen unter 30, die sich ansteckten, hieß es.

19.45 Uhr: Einreise nach Malta nur noch für vollständig gegen Corona Geimpfte

Malta schließt ab Mittwoch seine Grenzen für Reisende, die nicht vollständig gegen das Coronavirus geimpft sind. Der Inselstaat ist das erste EU-Land, das sich wegen des erneuten Anstiegs der Infektionszahlen zu diesem Schritt entschieden hat. Lediglich bei Kindern reicht dann bei Einreise noch ein negativer PCR-Test. Die EU-Kommission kritisierte dies.

18 Uhr: Corona-Inzidenz im Südwesten steigt, strengere Regeln in Stuttgart

Der Trend setzt sich fort: In Baden-Württemberg ist die Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstag auf 7,2 gestiegen. Am Tag zuvor hatte sie noch bei 6,5 Corona-Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche gelegen, wie aus Zahlen des Landesgesundheitsamts in Stuttgart hervorgeht. Reißen in Stadt- oder Landkreisen bestimmte Marken, gelten strengere Maßnahmen.

So muss die Landeshauptstadt Stuttgart etwa ab diesem Mittwoch die Zügel straffer ziehen. Weil in den vergangenen fünf Tagen die Inzidenz jeweils über dem Schwellenwert von 10,0 lag, sind laut der Verwaltung zum Beispiel private Treffen nur noch mit 15 Personen aus vier Haushalten erlaubt. Kinder bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres sowie Geimpfte und Genese werden hier nicht mitgezählt.

16.57 Uhr: Impfzentren im Südwesten sollen künftig ohne Termin impfen

Weil die Impfkampagne an Tempo verliert, sollen die Impfzentren im Land ab sofort auch spontane Impfungen anbieten. Dazu ruft Amtschef des Gesundheitsministeriums, Uwe Lahl, die Leiter der Impfzentren in einem Brief auf, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. „Es ist wichtig, niederschwellige Angebote zu unterbreiten und jeglichen möglichen Hürden entgegenzuwirken“, schreibt Lahl. „Zu diesen Hürden kann für viele Menschen auch die Vereinbarung eines Impftermins im Impfzentrum gehören.“

Die Impfzentren sollen deshalb ab sofort Impfungen ohne Termin über die gesamten jeweiligen Betriebszeiten anbieten. Gebuchte Termine sollten selbstverständlich eingehalten werden. „Spontan Entschlossene müssten sich dabei selbstverständlich auf etwaige Wartezeiten einrichten.“ Die Impfzentren sollen bis zum 15. Juli mitteilen, wann sie die Maßnahmen umsetzen werden.

15.45 Uhr: Sachsen kippt die Maskenpflicht beim Einkaufen bei Inzidenz unter zehn

Sachsen beendet ab Freitag im gesamten Bundesland die Maskenpflicht in Supermärkten und im Einzelhandel. Nach der neuen Corona-Schutzverordnung soll in allen Landkreisen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter zehn die Maskenpflicht beim Einkaufen entfallen, wie Gesundheitsministerin Petra Köpping ankündigte. Da die Inzidenz in allen sächsischen Landkreisen aktuell unter zehn liegt, fällt die Maskenpflicht beim Einkaufen im gesamten Bundesland weg.  Im öffentlichen Nahverkehr und bei Arztbesuchen müssten aber weiter Masken getragen werden. Außerdem müssen sich Menschen in Sachsen nicht mehr anmelden, bevor sie im Impfzentrum eine Corona-Impfung erhalten können. 

13.13 Uhr: Land gibt Kommunen 76 Millionen Euro für Tests an Schulen bis Herbst

Angesichts von Gefahren durch die Delta-Variante des Coronavirus will das Land die Tests an den Schulen bis zu den Herbstferien weiter finanzieren. Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) kündigte in Stuttgart an, das grün-schwarze Kabinett habe 76 Millionen Euro dafür freigegeben. Das Geld werde den kommunalen Schulträgern zur Verfügung gestellt, „damit wir bis zu den Herbstferien ein sichergestelltes Testregime haben“. Die Ferien beginnen Ende Oktober. Lucha betonte, eine neue Studie habe ergeben, dass die Delta-Variante bei Antigen-Tests erkannt werde.

13 Uhr: Merkel wirbt für Corona-Impfungen und lehnt Impflicht ab

Eine Impfpflicht wie in Frankreich ist in Deutschland nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nicht geplant. „Wir haben nicht die Absicht, diesen Weg zu gehen, den Frankreich vorgeschlagen hat. Wir haben gesagt, es wird keine Impflicht geben“, sagte Merkel nach einem Gespräch mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und dem Präsidenten des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, in Berlin. Sie glaube nicht, dass durch eine Veränderung dieser Aussage Vertrauen gewonnen werden könne. Das könne man gewinnen, indem man für das Impfen werbe.

11.10 Uhr: Impfzentrum für Reisende öffnet am Stuttgarter Flughafen

Am Stuttgarter Flughafen eröffnet am Mittwoch ein Impfzentrum für Reisende. Menschen mit Flugtickets oder anderen Buchungsnachweisen können sich zu einem beliebigen Zeitpunkt vor ihrem Start ohne Voranmeldung im Messezentrum direkt neben dem Flughafen immunisieren lassen. Auch Impfungen unmittelbar vor Abflug seien spontan möglich. Aufgrund möglicher Wartezeiten sollten dann allerdings vier Stunden Zeitpuffer eingeplant werden.

In Deutschland übersteigt das Angebot an Impfungen gegen Corona inzwischen die Nachfrage. Das schürt Sorgen vor einer sinkenden Impfbereitschaft, die das Ziel einer weitgehenden Immunisierung der erwachsenen Bevölkerung gefährden könnte. Behörden verstärken daher ihre Anstrengungen, um Menschen durch niedrigschwellige spontane Impfungen an alltäglichen Orten besser zu erreichen.

9.55 Uhr: Klingbeil will mit Stiko über Impfempfehlung diskutieren

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil dringt darauf, dass die Ständige Impfkommission eine allgemeine Corona-Impfempfehlung für Kinder ab zwölf Jahren ausspricht. „Ich bin dafür, dass wir nochmal mit der Stiko diskutieren, dass sie ihre Empfehlung überarbeiten. Wir brauchen ein Impfangebot für junge Menschen“, sagte Klingbeil im RTL/ntv-„Frühstart“.

Die Stiko hat vorerst keine generelle Impfempfehlung für diese Altersgruppe ausgesprochen. Sie empfiehlt Impfungen nur für 12- bis 17-Jährige mit bestimmten Vorerkrankungen. Unabhängig davon sind Impfungen aber als individuelle Entscheidung von Eltern mit ihren Kindern und den Ärztinnen und Ärzten möglich. Für Kinder unter 12 Jahren gibt es bislang keinen in der EU zugelassenen Impfstoff.

Er sei dafür, nach den Schulferien am Präsenzunterricht festzuhalten, betonte Klingbeil. „Das heißt aber, wir müssen nochmal gesondert mit Lehrerinnen und Lehrern über das Impfen sprechen und Schülerinnen und Schülern ein Impfangebot machen.“ Eine Impfpflicht halte er für falsch, aber man müsse die Impfbereitschaft erhöhen.

8.40 Uhr: Ethikratsvorsitzende: Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen unnötig

Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Alena Buyx, hält eine Corona-Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen in Deutschland für unnötig. Im ZDF-„Morgenmagazin“ wies Buyx darauf hin, dass der Ethikrat zwar ganz vorsichtig erklärt habe, unter bestimmten Umständen könnte man über solche berufsbezogenen, sehr eng begrenzten Impfpflichten nachdenken. „Allerdings würde ich sagen, dass diese Umstände gar nicht zutreffen“, betonte sie.

Erstens gebe es für die meisten vulnerablen - also besonders gefährdeten - Gruppen andere Möglichkeiten zum Schutz. „Und: Wir haben viel bessere Impfraten bei den unterschiedlichen Berufsgruppen als beispielsweise in Frankreich. Beim Gesundheitspersonal und bei den Lehrerinnen und Lehrern haben wir wirklich super Impfraten. Deswegen glaube ich, brauchen wir das gar nicht.“

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte am Montagabend eine Impfpflicht für Personal im Gesundheitsbereich verkündet. Bis Mitte September haben Angestellte in Krankenhäusern und Pflegeheimen nun Zeit, sich impfen zu lassen. 

Dienstag, 13. Juli, 7.20 Uhr: Erneuter Anstieg: Inzidenz bei 6,5 - 646 Neuinfektionen

Seit einer Woche steigt die 7-Tage-Inzidenz jeden Tag an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts von Dienstagmorgen lag sie bei 6,5. Genau eine Woche zuvor betrug der Wert von Neuinfektionen je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen 4,9. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 646 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Dienstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.06 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte das RKI 440 Ansteckungen gemeldet.

Das waren die Entwicklungen am Montag, 12. Juli:

22.46 Uhr: Israel beginnt mit Auffrischungsimpfungen für Menschen mit schwachem Immunsystem

Angesichts wieder steigender Corona-Infektionen hat Israel am Montag damit begonnen, Patienten mit einem geschwächten Immunsystem eine Auffrischungsimpfung zu verabreichen. Für eine rasche dritte Impfung mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer kommen nach Angaben des Gesundheitsministeriums alle in Frage, die eine Herz-, Lungen- und Nierentransplantation hinter sich haben, ebenso einige Krebspatienten.

Es werde immer deutlicher, dass Patienten mit geschwächtem Immunsystem "nach zwei Impfdosen nicht ausreichend Antikörper entwickeln", erklärte das Ministerium. Das Sheba Medical Center in Tel Aviv verabreichte nach eigenen Angaben bereits am Montag mehreren Herztransplantations-Patienten die dritte Corona-Impfdose.

22 Uhr: Landesweite Corona-Inzidenz steigt leicht weiter - auf 6,5

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg ist am Montag leicht weiter auf 6,5 gestiegen. Am Sonntag hatte sie bei 6,4 gelegen, am Samstag bei 6,3. Wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart weiter mitteilte, liegt die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen seit Beginn der Pandemie bei 501 873 (plus 67). 10 320 Menschen sind an einer Infektion mit dem Coronavirus oder im Zusammenhang damit gestorben - das heißt, es wurden drei neue Todesfälle gemeldet. Als genesen gelten geschätzt 489 927 Infizierte (plus 70).

20.40 Uhr: Macron: Frankreich führt Impfpflicht für Gesundheitspersonal ein

Frankreich führt eine Corona-Impfpflicht für Gesundheits- und Pflegekräfte ein. Präsident Emmanuel Macron begründete dies in einer Fernsehansprache mit der rapiden Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus. Alle Mitarbeiter von Krankenhäusern, Alten- oder Pflegeheimen müssen sich nach seinen Worten bis spätestens zum 15. September impfen lassen. Für Risikogruppen soll es zudem ab September Auffrischungs-Impfungen mit einer dritten Dosis geben.

20 Uhr: Zahl der Covid-Patienten steigt in Portugal wieder schnell

In dem auch bei Deutschen beliebten Urlaubsland Portugal ist die Zahl der Krankenhauspatienten mit Covid-19 deutlich angestiegen. Erstmals seit Ende März lag dieser Wert am Montag wieder über 700. Er sei innerhalb eines Tages um 57 auf 729 geklettert, teilten die Gesundheitsbehörden in Lissabon mit. Prozentual betrachtet seien die Zahlen der Covid-19-Patienten in Krankenhäusern sowie jenen auf Intensivstationen so stark angestiegen wie seit Februar nicht mehr.

In Portugal verschlechtert sich die Corona-Lage bereits seit vielen Wochen. Am Montag meldeten die Behörden in dem Land mit rund 10,3 Millionen Einwohnern 1782 Neuinfektionen und acht Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19.

19 Uhr: Jedes fünfte Intensivbett im Südwesten frei

Die Debatte über weitere Kriterien für Corona-Maßnahmen als die Inzidenz - etwa die Auslastung der Krankenhäuser - läuft. Da sind diese Zahlen interessant: Nach Angaben des Landesgesundheitsamts waren heute (Stand 16 Uhr) fast 20 Prozent der betreibbaren 2371 Intensivbetten frei - also gut 450. Das teilte die Behörde am Abend in Stuttgart unter Berufung auf das sogenannte Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) mit.

Solche Betten werden aber nicht nur für Covid-19-Patienten mit schweren Verläufen gebraucht, sondern ebenso für Menschen mit anderen gravierenden Erkrankungen. Den Daten zufolge sind derzeit 57 Covid-19-Erkrankte in Baden-Württemberg in intensivmedizinischer Behandlung, davon werden 36 künstlich beatmet.

17 Uhr: Britischer Minister bestätigt Ende der Corona-Maßnahmen in England

In England werden am 19. Juli wie geplant fast alle verpflichtenden Corona-Maßnahmen aufgehoben. Das bestätigte der britische Gesundheitsminister Sajid Javid im Parlament in London. Die Voraussetzungen dazu seien erfüllt, sagte Javid.

Das sei den Bemühungen der Briten und dem Impfprogramm zu verdanken. Zwar sei zu erwarten, dass die Zahl der Neuinfektionen weiter steigen werde, doch glaube die Regierung nicht, „dass die Infektionszahlen einen unaushaltbaren Druck auf den Gesundheitsdienst NHS“ ausüben werden, so Javid.

15.40 Uhr: Söder kündigt Konzept für „Impfen to go“ an

Mit Impfanreizen und einfach zugänglichen Impfangeboten will Bayern das Corona-Impftempo erhöhen. Ministerpräsident Markus Söder  kündigte für die Kabinettssitzung an diesem Dienstag ein Konzept unter anderem mit „Impfen to go“ und Impfungen an „ungewöhnlichen Orten“ an. „Wir sind im Wettlauf mit der Zeit - mit der Delta-Variante“, sagte er beim Besuch des Münchner Impfzentrums, wo Impfungen für Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen in München starteten.

„Ich glaube, das Angebot muss noch näher an die Menschen kommen“, sagte Söder. Man müsse das Angebot so breit wie möglich aufstellen und wolle dazu Partner etwa aus der Wirtschaft, der Gastronomie und dem Sport gewinnen. Auch die aufwendigen Registrierungen vorab machten auf Dauer keinen Sinn. Wer geimpft werden wolle, solle hingehen können und die Impfung bekommen. Söder verwies auch darauf, dass er schon vor einiger Zeit auch von Supermärkten gesprochen habe.

14 Uhr: Modellprojekt zu Cluböffnungen in Ravensburg läuft vorerst weiter

Nach positiven Zwischenergebnissen vom ersten Wochenende dürfen zwei Ravensburger Clubs im Rahmen eines Modellprojekts vorerst weiter öffnen. Die notwendige Nachtestquote von 80 Prozent sei mit einem Anteil von mehr als 90 Prozent der Gäste erfüllt worden, teilte die Stadt Ravensburg mit. Keiner der Gäste vom Auftaktwochenende sei positiv auf Corona getestet worden.

Seit dem ersten Juliwochenende dürfen zwei Clubs in Ravensburg im Rahmen eines vom Land genehmigten Corona-Modellprojekts öffnen. Die Gäste müssen sich vor und nach dem Besuch testen lassen, in den Diskotheken dürfen Besucher aber ohne Masken und Mindestabstände feiern. Von dem Projekt erhofft sich das Land Erkenntnisse für weitere Öffnungsschritte in der Branche.

Dazu wird in den beiden Clubs die Verbreitung von Aerosolen gemessen, das Projekt wird zudem wissenschaftlich begleitet. Noch bis 24. Juli sollen die beiden Clubs jedes Wochenende öffnen dürfen, vorausgesetzt die Nachtestquote von 80 Prozent wird weiterhin erreicht.

13.21 Uhr: Minister Lucha: Neben Inzidenz werden auch andere Parameter wichtig

Beim Beurteilen der Corona-Lage kann die Sieben-Tage-Inzidenz nach Ansicht von Landesgesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) auf Dauer nicht mehr der einzige ausschlaggebende Wert für Auflagen und Lockerungen sein. Der Blick auf die Gesamtsituation sei künftig umso wichtiger, wenn es um die Beschränkung von Freiheitsrechten gehe, sagte Lucha und ergänzte: „Die Inzidenz allein kann sicherlich mittelfristig nicht mehr der einzige Indikator für Lockerungen oder Beschränkungen sein.“

Stark ins Gewicht fallen müssten auch die Impfquote sowie die Auslastung der Krankenhäuser und die Krankheitsverläufe. Lucha begrüßte die Ankündigung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), Krankenhäuser zu einer detaillierteren Dokumentation der Daten zu den stationär behandelten Corona-Patienten zu verpflichten.

12.45 Uhr: Bericht: RKI will Hospitalisierungen als zusätzlichen Leitindikator einführen

Zur Einordnung des Pandemiegeschehens in Deutschland will das Robert-Koch-Institut (RKI) einem Medienbericht zufolge die Hospitalisierung als zusätzlichen Leitindikator einführen. Das berichtete die "Bild" unter Berufung auf eine interne Präsentation des RKI. Eine solche Praxis würde eine Abkehr vom Inzidenzwert als wichtigste Kennzahl der Corona-Politik bedeuten.

Es seien "weiterhin mehrere Indikatoren zur Bewertung notwendig, aber die Gewichtung der Indikatoren untereinander ändert sich", hieß es laut "Bild" in dem RKI-Papier. Das Institut begründet die Hinzunahme der Hospitalisierung demnach mit den "Konsequenzen zunehmender Grundimmunität".

Dem Bericht zufolge rechnet das RKI mit einer "Abnahme des Anteils schwerer Fälle" und fordert daher einen "stärkeren Fokus auf die Folgen der Infektion", darunter schwere Erkrankungen mit Hospitalisierung, Todesfälle und langfristige Folgen.

12.31 Uhr: Taiwan erhält 10 Millionen Biontech-Impfdosen aus Deutschland

Die Inselrepublik Taiwan hat sich mit Hilfe zweier großer Technologieunternehmen 10 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffes von Biontech aus Deutschland gesichert. Wie Taiwans Regierung mitteilte, spendeten der taiwanesische Chiphersteller TSMC und der Elektronikhersteller Hon Hai die Dosen, nachdem die Unternehmen zuvor Vereinbarungen über den Kauf des Impfstoffes geschlossen hatten. Die Hilfe der Unternehmen sei laut Regierungssprecher Lo Ping-cheng notwendig geworden, nachdem Taiwans Regierung selbst beim Kauf von Dosen auf Schwierigkeiten gestoßen war.

Ende Mai hatte Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen China dafür kritisiert, dass es die Inselrepublik daran gehindert habe, eine Vereinbarung mit Biontech über die Lieferung seines Impfstoffes zu unterzeichnen. Peking sieht das heute demokratische Taiwan, das seit dem Sieg der Kommunisten 1949 über die Nationalisten neben der Volksrepublik existiert, als abtrünnige Provinz und nicht als unabhängigen Staat an und versucht, es international zu isolieren.

11.17 Uhr: Kassenarzt-Chef hält Impfquote von 90 Prozent für nicht erreichbar

Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, hält eine Corona-Impfquoten von 90 Prozent für nicht erreichbar. Gassen sagte am Sonntagabend in der "Bild"- Sendung "Die richtigen Fragen": "Wir müssen uns klarmachen, dass Impfquoten von 90 Prozent Science-Fiction sind. Wir werden die niemals erreichen."

Gassen hält auch die vom Robert-Koch-Institut genannte Zielquote 85 Prozent für wenig realistisch. Eine hohe Impfquote würde er "bei jenseits der 70 Prozent ansiedeln", sagte er. Die Impfkampagne werde "an einen Punkt kommen, wo man gegen eine unsichtbare Wand läuft, weil Menschen sich nicht impfen lassen wollen, weil sie Corona ignorieren oder weil sie Impfungen misstrauen".

Gassen mahnte dabei zur Gelassenheit. Möglicherweise werde es zwar wieder mehr Infektionen geben, die Krankheitsverläufe dürften aber insgesamt wegen der weiter verbreiteten Immunität milder ausfallen. 

10 Uhr: Zahl der Infizierten steigt nach Corona-Ausbruch in Karlsruher Club

Nach einem Corona-Ausbruch in einem Karlsruher Nachtclub zählt das Gesundheitsamt inzwischen 32 Infizierte. Die meisten der rund 120 Gäste, die den Club vor rund zehn Tagen besucht hatten und von denen Kontaktdaten vorliegen, seien inzwischen erreicht worden, sagte am Montag ein Sprecher des Landratsamtes. Ob jemand erkrankt ist, konnte er noch nicht sagen. Über die gestiegenen Infektionszahlen hatten zuvor mehrere Medien berichtet.

Unter anderem hatte eine infizierte Reiserückkehrerin aus Mallorca den Club besucht. Zudem hätten viele Clubgäste falsche oder unvollständige Angaben gemacht, hatte der Gesundheitsamtsleiter Peter Friebel gesagt. Im Club sollen an dem Abend insgesamt rund 200 Menschen gewesen sein.

8.30 Uhr: Corona-Zahlen steigen in Sydney trotz Lockdowns weiter

Trotz eines harten Lockdowns kämpft Sydney mit einem weiteren Anstieg der Corona-Fälle. Die Gesundheitsbehörden meldeten am Montag 112 neue Infektionen in der australischen Metropole innerhalb eines Tages - ein neuer Höchstwert in dieser Infektionswelle.  Die Regierungschefin des Bundesstaates New South Wales, Gladys Berejiklian, machte die Fahrlässigkeit von Bewohnern verantwortlich, die sich trotz des Lockdowns trafen. „Wenn Sie sich selbst einem Risiko aussetzen, setzen Sie Ihre gesamte Familie - und das bedeutet die erweiterte Familie, sowie Ihre engsten Freunde und Bekannten - einem Risiko aus“, warnte Berejiklian die Bevölkerung.

Australien verfolgt anders als die europäischen Länder eine Strategie, die darauf abzielt, keinerlei Ansteckungen mit dem Virus mehr zu haben. Dafür machte die Regierung die Grenzen weitgehend dicht und verhängte bereits bei wenigen Ansteckungen örtlich begrenzte, aber dafür umso strengere Lockdowns.

Diese Strategie hat es den Australiern ermöglicht, während der Pandemie relativ normal zu leben und gleichzeitig hohe Zahlen an Todesopfern zu vermeiden. Seit Beginn der Pandemie wurden in Australien etwas mehr als 30.000 Infektionen und 910 Todesfälle gemeldet. Derweil schreitet die Impfkampagne schleppend voran: Nur etwa zehn Prozent der Australier sind vollständig geimpft.

Montag, 12. Juli, 7.10 Uhr: Bundesweite 7-Tage-Inzidenz steigt erneut an 

Zum sechsten Mal in Folge ist die 7-Tage-Inzidenz angestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts von Montagmorgen lag sie bei 6,4 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem RKI binnen eines Tages 324 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Montagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.13 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 212 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurde den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 2 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche war es 1 Toter gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3 736 489 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3 635 100 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91 233.

Das waren die Entwicklungen am Sonntag, 11. Juli:

21.29 Uhr: Südafrika verlängert strikte Corona-Restriktionen

Aufgrund kontinuierlich hoher Infektionszahlen verlängert Südafrika seine strikten Corona-Beschränkungen für weitere zwei Wochen. Die Ansteckungszahlen blieben angetrieben von der neuen Delta-Variante extrem hoch, begründete Präsident Cyril Ramaphosa die Entscheidung am Sonntagabend in einer TV-Rede.

Besonders betroffen ist das Ballungszentrum um die Hauptstadt Pretoria und Wirtschaftsmetropole Johannesburg, wo sich die Gesundheitsinfrastruktur an der Kapazitätsgrenze befindet. Reisen sind dort nur noch geschäftlich erlaubt. Aber auch in anderen Regionen breite sich die Delta-Variante rasant aus, so Ramaphosa.

Südafrika ist zahlenmäßig das am schwersten von der Pandemie betroffene Land in Afrika. Bislang wurden dort fast 2,2 Millionen Fälle dokumentiert. Gut 64 000 Menschen starben an den Folgen einer Infektion. Geimpft sind nur knapp 3 Millionen der insgesamt knapp 60 Millionen Einwohner.

20.38 Uhr: Immungeschwächte Israelis können dritte Corona-Impfung erhalten

Immungeschwächte Personen in Israel können sich von sofort an mit einer dritten Dosis gegen das Coronavirus impfen lassen. Der israelische Gesundheitsminister Nitzan Horowitz sagte dem Sender Kan am Sonntag, für solche bereits zweimal geimpften Patienten stehe der Impfstoff des Anbieters Moderna zur Verfügung.

Israel hatte bisher fast ausschließlich Impfstoff des Anbieters Biontech/Pfizer verwendet. Dieser geht jedoch Ende des Monats zur Neige. Regierungschef Naftali Bennett sagte jedoch zu Beginn der wöchentlichen Kabinettssitzung, er habe sich mit Pfizer-Chef Albert Bourla darauf geeinigt, die nächste Lieferung vorzuziehen. Diese solle nun am 1. August eintreffen.

19.54 Uhr: Macron verkündet neue Maßnahmen gegen vierte Corona-Welle

Angesichts der Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante in Frankreich verkündet Präsident Emmanuel Macron in einer Fernsehansprache am Montagabend (20.00 Uhr MESZ) neue Schutzmaßnahmen. Diese werden am Morgen bei einer Sondersitzung der Regierung beschlossen. Im Gespräch ist vor allem eine Impfpflicht für das Gesundheits- und Pflegepersonal.

Die Regierung hatte erst vor rund zweieinhalb Monaten einen Zeitplan für die allmähliche Lockerung der strikten Corona-Beschränkungen vorgestellt. Inzwischen aber ist die Delta-Variante auch in Frankreich auf dem Vormarsch und sorgt für einen rapiden Anstieg der Infektionen: Am Samstag wurden fast 4700 Fälle registriert, nach 3000 Fällen eine Woche zuvor. Der wissenschaftlichen Beirat der Regierung geht davon aus, dass bis zu 95 Prozent der Franzosen immunisiert sein müssen, um die Epidemie in den Griff zu bekommen.

18.34 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten steigt auf 6,4

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg ist am Sonntag leicht weiter auf 6,4 gestiegen. Am Samstag hatte sie bei 6,3 gelegen, am Freitag bei 6,0. Wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart weiter mitteilte, liegt die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen seit Beginn der Pandemie bei 501.806 (plus 42). 10.317 Menschen sind an einer Infektion mit dem Coronavirus oder im Zusammenhang damit gestorben - das heißt, es wurde ein neuer Todesfall gemeldet. Als genesen gelten geschätzt 489.857 Infizierte (plus 130).

17.12 Uhr: Weltärztebund-Chef: „Werden Corona nie wieder los“

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, rechnet damit, dass Masken nicht mehr aus dem Alltag verschwinden werden. Auf die Frage, ob er einen Zeitpunkt sehe, an dem Corona als ganz normale Erkrankung angesehen werden könne, sagte Montgomery am Sonntag im ARD-„Europamagazin“, der Punkt sei erreicht, wenn 85 Prozent der Bevölkerung durch Impfung und Durchmachen der Erkrankung immunisiert seien. „Wir werden aber Corona nie wieder los. Wir werden in bestimmten Situationen immer Masken tragen müssen, Hände waschen müssen, Abstand halten und wir werden regelmäßig nachimpfen müssen, wie wir das von der Grippe ja auch kennen“, fügte er hinzu.

Mit Blick auf den deutlichen Anstieg der Ansteckungszahlen in Großbritannien und die dort geplante Aufhebung der Corona-Beschränkungen sagte Montgomery, er halte es für „völlig unverantwortlich, bei diesen Inzidenzwerten und bei einer stockenden Impfkampagne (...) derartige Lockerungsübungen zu machen.“ Er frage sich, wieviele Menschen sich am Abend beim EM-Finale im Wembley-Stadion anstecken würden. „Und mir graust ein bisschen davor.“

15.31 Uhr: Wieder Sonderimpf-Aktionen in Villingen, Donaueschingen und Blumberg

Am Samstag, 17. und Sonntag, 18. Juli finden wieder Sonderimpfaktionen in VS-Villingen und Donaueschingen statt. Dies teilt das Landratsamt mit. Geimpft wird am 17. Juli von 9 bis 16 Uhr in Villingen in der Tonhalle und von 9 bis 16 Uhr in Donaueschingen in den Donauhallen. Zudem werden am Sonntag, 18. Juli, von 11 bis 14 Uhr nochmals Impfungen in den Donauhallen in Donaueschingen vorgenommen. Eine Terminvereinbarung ist nicht notwendig. Zudem findet am 17. und 18. Juli eine Impfaktion auf der Südbaar durch niedergelassene Ärzte in Blumberg statt. Welche Vakzine verimpft werden, was Impfwillige mitbringen müssen und weitere Informationen lesen Sie hier.

14.26 Uhr: Corona-Fälle bei der EM steigen - Kritik an UEFA und London

Die Corona-Pandemie ist nicht vorbei, aber die Briten feiern schon. Insbesondere in Deutschland sorgten die Bilder aus London angesichts steigender Corona-Zahlen erneut für großes Unverständnis - zumal die europäische Gesundheitsbehörde ECDC weitere Infektionen in Zusammenhang mit dem paneuropäischen Turnier zählte. Erstmals auch aus Deutschland. Insgesamt lassen sich in Deutschland 18 Infektionen mit der EM in Verbindung bringen, wie die EU-Agentur in ihrem wöchentlichen Bericht mitteilte. Vier Partien hatten in München stattgefunden, die letzte am 2. Juli zwischen Belgien und Italien. Insgesamt wurde in der vierten Turnierwoche im Vergleich zur Vorwoche ein leichter Anstieg auf 2535 Infektionsfälle verzeichnet.

In Ländern, in denen es Massenansammlungen wie bei der EM und keine ausreichenden vorbeugenden Maßnahmen gebe, werde erwartet, dass das Risiko von europaweiter Übertragung von Covid-19 und Varianten des Coronavirus steige, heißt es in dem Bericht. „Auf dieser EM liegt ein Schatten, und die UEFA hat durch ihre ignorante Vorgehensweise Todesfälle zu verantworten. Das muss so klar gesagt werden. Die UEFA hat in meinen Augen versagt“, sagte der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach im Magazin „11Freunde“ (Sonntag). Dieses Turnier signalisiere, dass Corona vorbei wäre, aber Corona sei nicht vorbei. „Die EM hat sich für dieses fatale Signal missbrauchen lassen“, kritisierte er.

13.31 Uhr: Sorgen vor erneuten Schulschließungen im Herbst

Mit Blick auf das kommende Schuljahr haben sich Politiker verschiedener Parteien für die Aufrechterhaltung von Corona-Schutzmaßnahmen und Impfungen ausgesprochen, um erneute Schulschließungen zu verhindern. Der Bildungsdirektor der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Andreas Schleicher, warnte davor, Schülerinnen und Schüler wieder ins sogenannte Homeschooling zu schicken.

Bis zum nächsten Schuljahr müssten Schulen technisch so umgerüstet werden, dass der Unterricht auch bei schwieriger Infektionslage ungestört fortgeführt werden könne, sagte Schleicher, der auch für den internationalen Schulleistungsvergleich Pisa verantwortlich ist, im „Interview der Woche“ von MDR Aktuell. „Diese Schulschließungen dürfen sich einfach nicht wiederholen.“ Eine große Zahl junger Menschen sei während der Krise „völlig durchs Raster gefallen“, stellte der Bildungsexperte fest. Die Pandemie habe die sozialen Benachteiligungen noch einmal deutlich verstärkt. Schleicher warb dafür, jüngere Kinder und Kinder aus „sozial benachteiligten Schichten“ nun gezielt zu fördern.

Bundesfamilien- und Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) sprach sich für die Beibehaltung der Maskenpflicht an den Schulen aus. Verschiedene Länder haben das zumindest für die ersten Wochen des neuen Schuljahres auch schon angekündigt, um Übertragungen durch Reiserückkehrer einzudämmen. Lambrecht sagte der „Welt am Sonntag“, stundenlanges Maskentragen in den Klassenräumen sei sehr belastend, aber noch notwendig, um einen sicheren Schulbetrieb zu gewährleisten.

12.32 Uhr: Erster Todesfall des aktuellen Corona-Ausbruchs in Sydney

Australien hat den ersten Todesfall des aktuellen Corona-Ausbruchs in Sydney gemeldet. Eine um die 90 Jahre alte Frau sei am Samstag gestorben, teilten die Behörden mit. Nur wenige Stunden zuvor sei sie positiv auf das Coronavirus getestet worden. Es war Australiens erster Todesfall durch Covid-19 in diesem Jahr, bei dem die Ansteckung im Land selbst erfolgt war. 

Die Behörden meldeten außerdem 77 Neuinfektionen und warnten, die Zahl werde voraussichtlich am Montag auf über hundert steigen. "Morgen und ein paar Tage danach werden schlimmer werden, viel schlimmer als es heute war", erklärte Gladys Berejiklian, Regierungschefin des Bundesstaates New South Wales, dessen Hauptstadt Sydney ist. Es sei daher "höchst unwahrscheinlich", dass der vor zwei Wochen in Kraft getretene Lockdown in Sydney wie geplant kommenden Freitag aufgehoben werden könne. 

Derzeit sind die fünf Millionen Einwohner von Sydney aufgerufen, ihre Wohnung nur in dringenden Fällen zu verlassen. Seit Beginn des aktuellen Ausbruchs Mitte Juni wurden in Australiens größter Stadt 566 Corona-Neuinfektionen registriert. Landesweit wurden seit Beginn der Pandemie gut 31.000 Ansteckungen und 911 Todesfälle gemeldet.

Australien hat die Corona-Pandemie bislang mit der Schließung seiner Grenzen, der schnellen Verhängung von Lockdowns bei Ausbrüchen und intensiver Kontaktverfolgung weitgehend eindämmen können. Allerdings sind nur rund zehn Prozent der 25 Millionen Einwohner vollständig gegen das Coronavirus geimpft.

11.10 Uhr: Spahn will Kliniken zur Meldung weiterer Daten verpflichten

Kliniken sollen künftig umfassendere Daten zu Covid-Patienten melden als bisher. „Neben den bereits sehr genau zu meldenden Daten zur Belegung der Intensivstationen, braucht es noch bessere Informationen zu allen in den Kliniken behandelten Covid-Fällen. So kann das Infektionsgeschehen besser überblickt werden“, sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums am Sonntag und bestätigte einen Bericht der „Bild am Sonntag“, wonach Krankenhäuser über eine erweiterte Meldeverordnung verpflichtet werden sollen, mehr Daten zur Verfügung zu stellen.

Die Verordnung sieht zum einen vor, dass künftig alle Krankenhausaufnahmen wegen Covid grundsätzlich gemeldet werden müssen. Über die Zahl der Intensivpatienten hinaus wird damit deutlich, wieviele Patienten wegen Corona in Deutschland ins Krankenhaus müssen. Zudem sollen die Kliniken Alter, Art der Behandlung und Impfstatus der Corona-Patienten melden.

„Da die gefährdeten Risikogruppen bereits geimpft sind, bedeutet eine hohe Inzidenz nicht automatisch eine ebenso hohe Belastung bei den Intensivbetten“, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) der Zeitung. Deshalb benötige man nun detailliertere Informationen. „Wir wollen wissen, wer erkrankt und wie gut er geschützt ist. Nur so können wir zeitnah abschätzen, wie hoch die Belastung für das Gesundheitssystem wird und wie gut die Impfungen wirken.“

Ab wann genau die neuen Regeln gelten sollen, konnte der Ministeriumssprecher noch nicht sagen. Die Verordnung werde nun aber zügig auf den Weg gebracht.

9.50 Uhr: Karliczek-Appell an Studierende: „Lassen Sie sich impfen“

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat Studierende aufgefordert, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Sie wünsche sich so viel Normalität wie möglich für das Wintersemester, sagte die CDU-Politikerin der „Welt am Sonntag“. Sie wisse, wie unbefriedigend das isolierte Lernen sei. „Um so viel Präsenz wie möglich zu ermöglichen, appelliere ich auch an die Studierenden - lassen Sie sich impfen!“

Einer Umfrage der „Welt am Sonntag“ zufolge haben 55 Prozent der Universitäten Studentinnen und Studenten bereits ein Impfangebot gemacht, weitere 24 Prozent planen dies. Dabei geht es um eigene Impfzentren, mobile Teams vor Hochschulen oder für Studierende geblockte Termine.

8.25 Uhr: FDP-Fraktion fordert geordneten Ausstieg aus der Corona-Sonderlage

Die FDP fordert die Bundesregierung auf, noch bis zum Ende der parlamentarischen Sommerpause ein Konzept für den geordneten Ausstieg aus Sonderregelungen in der Corona-Pandemie vorzulegen. Sonst drohe, dass die epidemische Lage von nationaler Tragweite nur deswegen nicht aufgehoben werden könne, weil seit März 2020 „ein nur schwer überschaubares Gewirr von Regelungen entstanden ist“, die an einen solchen Ausnahmezustand anknüpften, heißt es in einem Papier der FDP-Bundestagsfraktion. „Oberste Pflicht in einer jeden Ausnahmesituation ist es, zum Normalzustand zurückzukehren, sobald dies möglich ist“, fordern die Liberalen. Das Papier lag der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag in Berlin vor.

„Bei der Debatte um die Beendigung des Corona-Ausnahmezustandes ist die sogenannte epidemische Lage von nationaler Tragweite Dreh- und Angelpunkt. Union und SPD haben es unnötig kompliziert gemacht, von dieser wieder in den Normalzustand zurückzukehren“, sagte der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Fraktion, Marco Buschmann, der Deutschen Presse-Agentur.

Die FDP sieht es grundsätzlich kritisch, dass das Bundesgesundheitsministerium (BMG) als Folge einer Feststellung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite weitgehendende Verordnungsermächtigungen erhält. „Während sonst Verordnungen vor allem Gesetze konkretisieren, ist hier besonders problematisch, dass dem BMG pauschal erlaubt wird, abweichende Regelungen von Parlamentsgesetzen anzuordnen“, heißt es in dem Papier. Die FDP kritisiert dies, weil „die Achsen der Gewaltenteilung zwischen Parlament und Exekutive“ verschoben würden.

7 Uhr: Landesweite Corona-Inzidenz steigt weiter - auf 6,3

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg ist am Samstag auf 6,3 gestiegen. Am Freitag hatte sie bei 6,0 gelegen. Wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart weiter mitteilte, liegt die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen seit Beginn der Pandemie bei 501 764 (plus 52). 10 316 Menschen sind an einer Infektion mit dem Coronavirus oder im Zusammenhang damit gestorben. Als genesen gelten geschätzt 489 727 Infizierte (plus 74).

6 312 088 Menschen in Baden-Württemberg sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts mittlerweile mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft worden. Das sind den Daten zufolge 56,9 Prozent der Bevölkerung. Der Bundesschnitt liegt einen Prozentpunkt höher. Als vollständig geimpft gelten 4 530 296 Menschen oder 40,8 Prozent im Südwesten (bundesweit: 41,5). Beim Impfstoff von Johnson & Johnson reicht eine Dosis. Bei allen anderen Vakzinen sind zwei Spritzen nötig.

Seit Ende Dezember wurden dem Landesgesundheitsamt 141 268 Fälle mit Hinweisen auf „besorgniserregende Varianten“ übermittelt. Als solche gelten Viren mit Mutationen, die ein höheres Ansteckungsrisiko haben. Vor allem bei der als hoch ansteckend geltenden Delta-Variante, die zuerst in Indien entdeckt wurde, ist die Tendenz steigend.

Nach Daten des DIVI-Intensivregisters sind 54 Covid-19-Patienten in Baden-Württemberg in intensivmedizinischer Behandlung. 35 von ihnen werden invasiv beatmet.

16,3 Prozent der betreibbaren Intensivbetten sind der Mitteilung nach im Moment frei. Dieser Wert ist wichtig, um die Auslastung des Gesundheitssystems beurteilen zu können. Solche Betten werden aber nicht nur für Covid-19-Patienten mit schweren Verläufen gebraucht, sondern ebenso für Menschen mit anderen gravierenden Erkrankungen.

Das waren die Entwicklungen am 10. Juli: 

20.47 Uhr: Wirtschaftsverbände gegen nochmalige Lockdowns

Auch bei einer wieder steigenden Zahl an Corona-Neuinfektionen in Deutschland darf das Geschäftsleben nach Ansicht der großen Wirtschaftsverbände nicht wieder heruntergefahren werden. Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Peter Adrian, sagte dem „Handelsblatt“, es gelte, sich „viel stärker auf wissenschaftliche Daten und belastbare Erkenntnisse aus dem betrieblichen Alltag“ zu stützen, um „pauschale Schließungen mit ihren oft gravierenden Folgewirkungen zu vermeiden“.

Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie, Joachim Lang, forderte in der Zeitung: „Die Inzidenz allein darf bei einer hohen Impfquote in Deutschland nicht mehr das Maß aller Dinge sein.“ Unter Inzidenz wird die Zahl neuer Ansteckungen mit dem Coronavirus innerhalb einer Personengruppe in einem bestimmten Zeitraum verstanden. Zuletzt ist die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz vier Tage in Folge gestiegen.

„In den kommenden Monaten wird es weiterhin darum gehen, das Leben mit Corona zu organisieren“, sagte Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger dem „Handelsblatt“. „Denn eines ist doch klar: Das Coronavirus wird nicht gänzlich verschwinden.“

19.33 Uhr: Tourismusbeauftragter verteidigt Einstufung Spanien als Corona-Risikogebiet

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß (CDU), wertet die Einstufung von Spanien als Corona-Risikogebiet auch als Sicherheitsmaßnahme für den gesamten Reiseverkehr. „Mir scheint das eine angemessene Maßnahme, damit Reisen weiterhin sicher bleibt“, sagte Bareiß der „Augsburger Allgemeinen“ vom Samstag. Die Bestimmungen der Einreiseverordnung dienten auch dazu, Menschen in der Pandemie das Reisen zu ermöglichen.

Praktisch bedeute die Einstufung als Risikogebiet derzeit lediglich, dass ein Test notwendig sei, um nicht in Quarantäne zu müssen, hob Bareiß hervor. Er lehnte zugleich Aufrufe ab, bestimmte Urlaubsländer zu meiden: „Wiederkehrende Panikmache zulasten der Reisenden und der Branche, sobald die Zahlen steigen, ist nicht angebracht.“

Die Menschen könnten unter den gegebenen Bedingungen entscheiden, „wie und wo sie ihren Urlaub verbringen“, sagte der Tourismusbeauftragte. „Vieles ist möglich und ich bin überzeugt, dass die Menschen diesen Sommer Erholung finden.“ Wichtig seien einheitliche Regelungen in Europa. „Wir sollten gemeinsam Vertrauen schaffen und auf gute Test- und Hygienekonzepte setzen“, forderte Bareiß.

17.57 Uhr: Ganz Spanien wird Corona-Risikogebiet - auch Mallorca

Die Bundesregierung behandelt ganz Spanien und damit auch Mallorca und die Kanaren ab Sonntag als Corona-Risikogebiet. Das bedeutet, dass das Auswärtige Amt mitten in den Sommerferien wieder von touristischen Reisen in das beliebteste Urlaubsland der Deutschen abrät. Praktische Folgen ergeben sich für Urlauber aber kaum: Wer mit dem Flugzeug aus Spanien nach Deutschland zurückkehrt, muss wie bisher einen negativen Test oder einen Nachweis über eine vollständige Impfung oder Genesung dabeihaben. Damit entfällt dann die Quarantänepflicht.

Strengere Auflagen als für Spanien gelten ab Sonntag für die ebenfalls sehr beliebte Urlaubsinsel Zypern, die als Hochinzidenzgebiet mit besonders hohen Infektionszahlen eingestuft wird. Wer dort Urlaub macht und nicht geimpft oder genesen ist, muss künftig für fünf bis zehn Tage in Quarantäne - auch wenn ein negativer Test vorliegt.

17.15 Uhr: Kuba lässt selbst entwickelten Corona-Impfstoff Abdala zu

Kuba hat dem selbst entwickelten Corona-Impfstoff Abdala eine Notfallzulassung erteilt. Das Vakzin habe in der Testphase III eine Effektivität von 92,28 Prozent gezeigt, teilte das staatliche Zentrum für die Kontrolle von Medikamenten und medizinischen Geräten (Cecmed) am Freitag mit. Damit ist Abdala der erste in Lateinamerika entwickelte und zugelassene Impfstoff gegen das Coronavirus. „Ein Licht am Ende des Tunnels in diesem langen Wettlauf gegen die Pandemie“, schrieb Präsident Miguel Díaz-Canel auf Twitter.

Zwar verfügt Kuba über viel Erfahrung bei der Entwicklung von Impfstoffen. Bislang wurden die Studienergebnisse zu Abdala aber nicht unabhängig geprüft.

16.25 Uhr: Festival mit Tausenden Teilnehmern in Barcelona trotz Corona-Anstiegs

In Barcelona sind trotz stark steigender Corona-Zahlen Tausende meist junge Leute zum diesjährigen Musik-Festival Cruilla zusammengekommen. An der Veranstaltung unter offenem Himmel von Donnerstag bis Samstag hätten pro Tag bis zu 18 000 Menschen teilgenommen, berichteten die Zeitung „La Vanguardia“ und die Nachrichtenagentur Europa Press. Maximal seien 25 000 pro Tag zugelassen gewesen. 

Alle Teilnehmer mussten sich unmittelbar vor dem Eintritt einem Corona-Schnelltest unterziehen. Dafür standen 180 Testplätze zur Verfügung. Etwa 200 Teilnehmer seien positiv getestet worden. Direkt vor der Bühne galt ein Trink- und Essverbot, dazu überall Maskenpflicht. Die meisten der begeisterten Zuschauer hätten sich sehr diszipliniert verhalten. „Wir brauchen gar nicht einzugreifen, sie halten sich an die Regeln“, zitierte „La Vanguardia“ einen der vielen freiwilligen Ordner.

Kritik an der Massenveranstaltung angesichts der gerade in Katalonien sehr stark steigenden Infektionszahlen unter jungen Leuten gab es kaum. Die Zeitung „ABC“ schrieb, es sei „besorgniserregend“, Tausende junge Leute ohne jeden Abstand und nicht immer mit Maske vor der Bühne tanzen und mitsingen zu sehen. Die Anzahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen 14 Tagen liegt bei 20- bis 29-Jährigen in Katalonien derzeit über 2500.

15.56 Uhr: Corona-Sorgen: Kein Public Viewing im Stadion in Rom zum EM-Finale

Die Stadt Rom erlaubt aus Sorge vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus kein Public Viewing zum EM-Finale im Olympiastadion. Diese Entscheidung traf das Ordnungs- und Sicherheitskomitee der Stadt laut Nachrichtenagentur Ansa. Es verwarf damit einen Vorschlag der Bürgermeisterin Virginia Raggi, die für das EM-Endspiel zwischen England und Italien am Sonntag (21.00 Uhr) ein Public Viewing mit 16 000 Fans ins Gespräch gebracht hatte.

Wegen der strengen Corona-Schutzverordnung im Land wäre dafür eine Ausnahmegenehmigung nötig gewesen. Letztendlich entschied sich die Stadt dagegen, auch um größere Menschenansammlungen oder Straßenfeste im Falle eines Titelgewinns zu verhindern. Damit können einige Tausend Fans wie schon bei den vorherigen Spielen der Azzurri bei der Fußball-EM in der Fan Zone am Kolosseum und am Fan Village auf der Piazza del Popolo das Spiel gemeinsam auf Großbildschirmen verfolgen.

Italiens Innenverteidiger Leonardo Bonucci rief die Fans dazu auf, das EM-Finale mit Blick auf die Corona-Pandemie zurückhaltend zu feiern. „Feiert mit Respekt vor euch selbst und den anderen“, sagte der 34-Jährige. „Ich habe krasse Bilder gesehen, schwierig, mit wenig Respekt, die verurteilt werden müssen“, ergänzte er mit Blick auf den Jubel in Italien nach dem Einzug der Azzurri ins EM-Finale.

14.41 Uhr: Bundesbildungsministerin Karliczek fordert Präsenzpflicht an Schulen

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hat sich in der Corona-Pandemie für eine generelle Präsenzpflicht für Schüler nach den Ferien ausgesprochen. „Die Präsenzpflicht sollte aus meiner Sicht wieder in der Regel gelten. Ausnahmen bei vorerkrankten und besonders gefährdeten Kindern und Jugendlichen müssen aber möglich sein“, sagte Karliczek der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag). Es werde Rahmenbedingungen geben, unter denen sicherer Unterricht gewährleistet werden kann. Vor Schulbeginn nach den Ferien sollten alle Schüler einmal getestet werden. „Danach muss es Regeltestungen geben, in der Frequenz abhängig vom Infektionsgeschehen.“

Schulschließungen wollte die Ministerin angesichts möglicher neu auftretender Coronavirus-Varianten nicht ganz ausschließen. Sie sei aber zuversichtlich, „dass diesen Herbst die Schulen grundsätzlich offen gehalten werden können“. Alle Verantwortlichen seien vorbereitet. „Wir haben eine steigende Impfquote, eine gute Teststruktur.“

Darüber hinaus appellierte Karliczek an die Studierenden, sich jetzt impfen zu lassen, damit im Wintersemester mehr Präsenzveranstaltungen möglich seien. Die Infektionszahlen seien gerade bei den 18- bis 29-Jährigen mit am höchsten. „Das macht mir Sorgen“, sagte sie.

14.02 Uhr: Mehr als 42 Prozent der Bevölkerung voll geimpft

In Deutschland sind inzwischen mehr als 42 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstag (Stand: 10.35 Uhr) betrug die Quote am Freitag 42,1 Prozent. An dem Tag wurden demnach wie schon zuvor knapp 700 000 Impfungen gezählt. Insgesamt haben bisher 48,4 Millionen Menschen (58,2 Prozent) mindestens eine Impfdosis erhalten, rund 35 Millionen sind vollständig geimpft.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) schrieb zu den jüngsten Zahlen auf Twitter: „Das ist gut - aber im Wettlauf mit der Delta-Variante reicht das noch nicht. Impfstoff, um jeden zu impfen, ist nun da. Bitte nutzen Sie es!“

Unter den Bundesländern liegt Bremen mit einem Anteil von 67,4 Prozent mindestens einmal geimpfter Menschen weiter an erster Stelle; bei den vollständig Geimpften behauptet das Saarland mit 46,6 Prozent seinen Spitzenplatz. Nur Sachsen hat die 50-Prozent-Marke bei den Erstgeimpften bislang nicht erreicht (49,6). Brandenburg ist bei den vollständig Geimpften mit 38,4 Prozent unverändert das Schlusslicht.

13.30 Uhr: Holetschek: Maskenpflicht und Abstandsgebote werden erstmal bleiben

Trotz der momentan niedrigen Corona-Infektionszahlen rechnet der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) weiter mit Maskenpflicht und Abstandsgeboten. Dies werde „auch zum Schuljahresbeginn“ noch so sein, sagte er dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Samstag mit Blick auf die bayerischen Sommerferien, die Ende Juli beginnen und Anfang September enden. Er stellte sich damit gegen Forderungen etwa von SPD-Chefin Saskia Esken oder Außenminister Heiko Maas (SPD), die für ein baldiges Ende aller Maßnahmen plädiert hatten.

Holetschek betonte, er habe großes Verständnis dafür, dass Menschen jetzt in ihre „schon lange ausgewählten Urlaubsziele fahren wollten. “Jede und jeder muss sich einfach gut überlegen, welche Konsequenzen das haben kann - bis hin zur Quarantäne bei der Rückkehr„, sagte Holetschek. Wenn man “große Rückschritte„ bei den Inzidenzen nach den Sommerurlauben verhindern wolle, “dann spielt auch das Testen für Reiserückkehrer eine bedeutende Rolle„. Der Minister selbst will - “wenn ich die Chance und Zeit dafür habe„ - wahrscheinlich an der Nordsee Sommerurlaub machen.

12.48 Uhr: Bericht: Impftermine werden meistens eingehalten

In den Bundesländern gibt es einer Umfrage der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ zufolge keine massenhaften Absagen von Impfterminen. Flächendeckend ließen nur wenige Deutsche ihre Termine in den Impfzentren platzen, heißt es in dem Bericht. Insgesamt ergebe sich ein entspanntes Bild.

Von den Arztpraxen gebe es nur vereinzelt Rückmeldungen wegen Terminabsagen, sagte ein Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung in Bayern. Im Regelfall verhielten sich die Impfwilligen termintreu. Aus Baden-Württemberg heißt es dem Bericht zufolge, dass Schwänzen „eher selten“ vorkomme, „nach unseren Erkenntnissen wesentlich seltener als in den Impfzentren“.

12.23 Uhr: Von der Leyen: EU liefert Impfstoff für 70 Prozent der Erwachsenen

Die Europäische Union hat mit Ablauf dieses Wochenendes ausreichend Impfstoff an die EU-Staaten ausgeliefert, um noch im Juli „mindestens 70 Prozent der erwachsenen Bevölkerung“ einen vollständigen Impfschutz zu sichern. Bis zu diesem Sonntag würden „rund 500 Millionen Dosen in alle Regionen Europas verteilt“ sein, sagte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Samstag. In der EU leben rund 366 Millionen Menschen über 18 Jahre.

Die Pandemie sei nicht besiegt. „Aber wir sind vorbereitet, weiter Impfstoffe zu liefern - auch gegen neue Varianten“, sagte von der Leyen. Sie appellierte an die Mitgliedsstaaten, alles dafür zu tun, dass die Impfungen vorankommen. Die bis einschließlich diesen Sonntag erfolgten und geplanten Lieferungen umfassen einem EU-Sprecher zufolge rund 330 Millionen Impfdosen des Anbieters Biontech/Pfizer, rund 100 Millionen von Astrazeneca, 50 Millionen von Moderna und 20 Millionen von Johnson & Johnson.

11.32 Uhr: Auch in Deutschland Corona-Fälle in Verbindung mit EM

Mehr als 2500 Corona-Infektionen stehen nach Zählung einer EU-Behörde in Verbindung mit der Fußball-EM. Erstmals registriert die Agentur auch Fälle in Deutschland. Die UEFA weist Kritik zurück.

 Die europäische Gesundheitsbehörde ECDC hat im Zusammenhang mit der Fußball-EM erstmals auch Corona-Fälle in Deutschland gezählt. Insgesamt lassen sich 18 Infektionen in Deutschland mit der EM in Verbindung bringen, wie die EU-Agentur in ihrem wöchentlichen Bericht mitteilte. Vier Partien des pan-europäischen Turniers hatten in München stattgefunden. Insgesamt wurde in der vierten Turnierwoche der Europameisterschaft im Vergleich zur Vorwoche ein leichter Anstieg auf 2535 Infektionsfälle verzeichnet.

In Ländern, in denen es Massenansammlungen wie bei der EM und keine ausreichenden vorbeugenden Maßnahmen gebe, werde erwartet, dass das Risiko von europaweiter Übertragung von Covid-19 und Varianten des Coronavirus steige, heißt es in dem Bericht.

10.39 Uhr: WFP-Chefökonom Husain: Corona muss weltweit besiegt werden

Der Chefökonom des Welternährungsprogramms (WFP) der Vereinten Nationen, Arif Husain, fordert die Industrieländer in der Corona-Pandemie zur Solidarität auf. In einer globalisierten, verbundenen Welt müsse man „die Probleme der anderen zu unseren eigenen machen - weil sie es sind“, sagte Husain der „Augsburger Allgemeinen“ (Samstag). Dies gelte gerade auch im Kampf gegen Corona: „Solange wir die Krankheit nicht auf der ganzen Welt besiegt haben, ist niemand sicher.“

Husain sagte, nach der dritten, vierten Welle wisse man, „dass sich die Mutationen nicht aufhalten lassen“. Deshalb dürften die Regierungen reicher Nationen die Entwicklungsländer bei der Verteilung der Vakzine nicht vergessen, erläuterte der Ökonom: „Wer Impfstoffe an ärmere Länder abgibt, tut dies nicht nur für die Menschen dort, sondern auch für seine eigene Bevölkerung und für die eigene Wirtschaft.“ Ein solcher „Wandel in der Denkweise“ sei nicht nur beim Thema Corona nötig.

9.51 Uhr: Argentinien verlängert Corona-Maßnahmen

Angesichts der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus verlängert Argentinien die Pandemie-bedingten Einschränkungen bis zum 6. August. "Die Delta-Variante wurde in 86 Ländern nachgewiesen und ist zu 50 bis 70 Prozent ansteckender als die Alpha-Variante", hieß es in einem am Freitag (Ortszeit) veröffentlichten Erlass der Regierung. Seit Pandemie-Beginn wurden in Argentinien mit seinen 45 Millionen Einwohnern rund 4,6 Millionen Corona-Infektionen registriert. 

Die Verlängerung der Restriktionen bedeutet, dass die Grenzschließungen vorerst aufrecht erhalten wird. Auch dürfen sich in der Öffentlichkeit weiterhin nicht mehr als zehn Menschen versammeln. Nicht betroffen von den Restriktionen sind dagegen Geschäfte und Bildungsstätten.

9.16 Uhr: Lambrecht: Für Aufhebung aller Corona-Maßnahmen noch zu früh

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht hält es noch für zu früh, alle Corona-Beschränkungen aufzuheben. „Bevor wir alle Maßnahmen aufheben können, müssen wir noch deutlich weiter in Richtung Herdenimmunität kommen“, sagte die SPD-Politikerin der „Augsburger Allgemeinen“ (Samstag). Erwachsene mit bestimmten Vorerkrankungen und Kinder könnten sich nicht mit einer Impfung schützen - selbst wenn sie wollten. Für Kinder unter zwölf Jahren gibt es bislang keinen zugelassenen Impfstoff.

„Die Pandemie ist noch nicht überstanden“, sagte Lambrecht. Gleichwohl müssten alle verbliebenen Maßnahmen laufend darauf überprüft werden, ob sie noch verhältnismäßig sind. Außenminister Heiko Maas (ebenfalls SPD) hatte sich jüngst für eine Aufhebung aller Corona-Einschränkungen ausgesprochen, sobald alle Menschen in Deutschland ein Impfangebot bekommen haben. Damit sei im Laufe des Augusts zu rechnen. Lambrecht hatte sich daraufhin bereits dafür ausgesprochen, einige Vorsichtsmaßnahmen wie das Tragen einer Maske in Innenräumen vorerst beizubehalten.

8.07 Uhr: Französische Wissenschaftler halten Impfquote von bis zu 95 Prozent für nötig

Französische Wissenschaftler gehen davon aus, dass für eine Eindämmung der Delta-Variante des Coronavirus eine Impfquote von bis zu 95 Prozent erforderlich sein könnte. "Wir kriegen die Epidemie nicht unter Kontrolle, wenn nicht 90 bis 95 Prozent der Bevölkerung geimpft und infiziert sind", erklärte der wissenschaftliche Beirat der Regierung am Freitag. Angesichts der zunehmenden Fälle "könnte eine vierte Welle im Zusammenhang mit der Delta-Variante schnell eintreten, mit Auswirkungen auf das Gesundheitssystem".

"Wenn die Menschen bis nach den Sommerferien warten, um sich impfen zu lassen, wird es zu spät sein", sagte der Epidemiologe und Mitglied des Beirats, Arnaud Fontanet, dem Sender RTL. Schon jetzt ist die als ansteckender geltende Delta-Variante für die Hälfte aller Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Frankreich veranwortlich.

Das waren die Entwicklungen am Freitag, 9. Juli:

23 Uhr: WHO: "Wahrscheinlicher" Zusammenhang von mRNA-Impfung und Herzmuskelentzündungen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht einen "wahrscheinlichen Zusammenhang" zwischen Corona-Impfungen mit einem mRNA-Vakzin und Herzmuskelentzündungen, die aber "sehr selten" seien. Insgesamt überwiege der Nutzen der Impfung gegenüber den Risiken, erklärte der Ausschuss für Impfstoffsicherheit am Freitagabend in Genf. Dieser hatte zuvor Daten zu Herzmuskelerkrankungen nach Impfungen mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer und Moderna geprüft, die vor allem aus den USA stammen.

"Die berichteten Fälle traten typischerweise innerhalb einiger Tage nach der Impfung auf, etwas häufiger bei jungen Männern und öfter nach der zweiten Impfung mit einem mRNA-Vakzin", erklärte der Ausschuss. Die derzeitige Datenlage deute darauf hin, dass es einen "wahrscheinlichen Zusammenhang" gebe. Dessen ungeachtet "überwiegen die Vorteile einer mRNA-Corona-Impfung gegenüber den Risiken". Es würden Krankenhausaufenthalte und Todesfälle reduziert. Außerdem treten die Fälle den Angaben zufolge "sehr selten" auf.

In den USA sind bereits hunderte Fälle von Herzmuskelentzündungen nach einer Corona-Impfung mit einem mRNA-Vakzin aufgetreten. Es gibt den Verdacht, dass die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna bei jungen Menschen vereinzelt eine Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis) oder des Herzbeutels (Perikarditis) verursachen können. Als erstes Land hatte Israel einen möglichen Zusammenhang zwischen diesen Erkrankungen und der Impfung festgestellt. Nachgewiesen wurde ein Zusammenhang bisher nicht.

22.05 Uhr: Niederlande verschärfen Corona-Beschränkungen wieder

Angesichts des rasanten Anstiegs der Corona-Fallzahlen verschärft die niederländische Regierung die Beschränkungen im Land wieder. Discos und Nachtclubs müssten erneut schließen, sagte der niederländische Regierungschef Mark Rutte auf einer Pressekonferenz am Freitag. Restaurants dürften zudem nur noch bis Mitternacht öffnen. Die neue Regelung gilt demnach ab Samstag und mindestens bis zum 13. August.

"Im Moment schießen die Infektionsraten in die Höhe, hauptsächlich wegen der hochansteckenden Delta-Variante", sagte Rutte. Die Zahl der Neuinfektionen in den Niederlanden war in den vergangenen Tagen drastisch gestiegen: Am Freitag meldeten die Behörden 7000 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden.

In dem Land mit seinen 17 Millionen Einwohnern haben sich seit Pandemiebeginn mehr als 1,7 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 17.700 starben. Rund 80 Prozent der Bevölkerung haben nach Angaben von Gesundheitsminister Hugo de Jonge mindestens eine Impfung erhalten, rund 50 Prozent sind vollständig geimpft.

20.56 Uhr: Kuba erteilt eigenem Corona-Vakzin Abdala eine Notfallzulassung

Kuba hat dem im eigenen Land entwickelten Corona-Vakzin Abdala eine Notfallzulassung erteilt. Die Gesundheitsbehörde Cecmed gab am Freitag grünes Licht für den Impfstoff, nachdem die Hersteller im vergangenen Monat mitgeteilt hatten, dass Abdala nach drei Dosen eine Wirksamkeit von 92,28 Prozent erreiche. Kuba hat insgesamt fünf Corona-Impfstoffe entwickelt oder arbeitet noch an deren Entwicklung. 

Bereits seit Mai impft das Land seine Bevölkerung mit den beiden Vakzinen Abdala und Soberana 2 - obwohl beide bislang nicht zugelassen waren. 6,8 Millionen der insgesamt 11,2 Millionen Einwohner Kubas haben bereits mindestens eine Impfdosis erhalten, 1,6 Millionen Menschen sind vollständig gegen Corona geimpft. 

Kuba hat keine ausländischen Impfstoffe gekauft oder angefordert. Das ehemals unter strikten US-Sanktionen stehende Land begann bereits in den 1980er Jahren damit, Impfstoffe selbst herzustellen. 

Am Donnerstag kündigte der kubanische Hersteller Finlay de Vacunas eine Wirksamkeit von über 91 Prozent für das Vakzin Soberana 2 an. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine Wirksamkeitsschwelle von 50 Prozent für Corona-Impfstoffe festgelegt.

19.07 Uhr: Landesweite Corona-Inzidenz steigt weiter

Zum ersten Mal im Juli liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz nicht mehr unter der Marke von 6,0. Exakt diesen Wert meldete das Landesgesundheitsamt am Freitag in Stuttgart. Zuletzt hatten sich Ende Juni im landesweiten Schnitt mehr als sechs Menschen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Am Donnerstag hatte der Wert 5,7 betragen. Am niedrigsten war die Sieben-Tage-Inzidenz nach den Daten vom Freitag im Zollernalbkreis mit 0,5, am höchsten im 17,4 in der Stadt Ulm.

17.20 Uhr: Malta schließt Grenzen für ungeimpfte Reisende

Die Mittelmeerinsel Malta schließt ihre Grenzen für Reisende, die nicht vollständig gegen das Coronavirus geimpft sind. Gesundheitsminister Chris Fearne sagte am Freitag, ab dem 14. Juli werde bei der Einreise das Impfzertifikat verlangt. Wegen eines Anstiegs der Infektionszahlen sei Malta „das erste Land in Europa, das diesen Schritt geht“.

17.11 Uhr: Stiko wartet beim Thema Kinderimpfungen auf Zahlen aus den USA

Vor einer Stellungnahme zum Thema Kinderimpfungen wartet die Ständige Impfkommission (Stiko) nach Angaben ihres Vorsitzenden Thomas Mertens auf Zahlen aus den USA. Die Auswertungen würden "sehr dringend" erwartet, sagte Mertens am Freitag dem Sender RTL/ntv. "Dort gibt es zwar Meldungen über Herzmuskelentzündungen nach Impfungen, aber die wirkliche Auswertung liegt da noch nicht vor." Er hoffe, diese "in den nächsten Wochen zu bekommen", sagte Mertens.

Der Stiko-Chef betonte, nicht nur die Mitglieder seiner Kommission, sondern auch die Mitarbeiter des Robert-Koch-Instituts (RKI) täten alles, um die Empfehlungen aufgrund der aktuellen Erkenntnis zu erarbeiten und auch anzupassen.

16.27 Uhr: Gesundheitsministerium: „Risikogebiet heißt nicht Urlaubsverbot“

Nach der ab Sonntag geltenden Einstufung Spaniens als Corona-Risikogebiet hat das Gesundheitsministerium darauf hingewiesen, dass Reisen dorthin trotzdem möglich sind. „Risikogebiet heißt nicht Urlaubsverbot“, sagte ein Ministeriumssprecher am Freitag in Berlin. „Es ist aber das deutliche Zeichen: Bitte aufpassen und bei Rückkehr testen.“

Die Bundesregierung hatte das beliebteste Urlaubsland der Deutschen zuvor auf die Corona-Risikoliste gesetzt. Damit werden am Sonntag auch Mallorca und die Kanaren Risikogebiete. Für Flugreisende ergeben sich daraus aber keine Folgen: Wer mit dem Flugzeug aus Spanien nach Deutschland zurückkehrt, muss wie bisher einen negativen Test oder einen Nachweis über eine vollständige Impfung oder Genesung dabeihaben. Damit entfällt dann die Quarantänepflicht. Allerdings rät das Auswärtige Amt ab Sonntag in seinen Reisehinweisen von touristischen Reisen nach Spanien ab.

15.29 Uhr: Womöglich nach Corona-Pandemie bis zu 30.000 Helfer für Schüler nötig

Damit baden-württembergische Schüler Bildungslücken infolge der Corona-Pandemie schließen können, werden voraussichtlich Tausende Helfer wie Studenten gebraucht. Das Kultusministerium hat den Bedarf überschlägig und abhängig von der Gesamtschülerzahl auf maximal 25.000 bis 30.000 Personen berechnet, wie ein Sprecher am Freitag in Stuttgart mitteilte. Wie viele Unterstützer wirklich gebraucht werden, hänge von der Nachfrage ab.

Die „Eßlinger Zeitung“ berichtete, nicht nur Lehramtsstudenten sollten dafür herangezogen werden, sondern auch Studierende aller Fachrichtungen und Hochschularten sowie pädagogische Assistenten, Referendare, Lehrer im Erziehungsurlaub und pensionierte Lehrkräfte sowie Mitarbeiter von Nachhilfeanbietern und Berufsbildungswerken.

13.22 Uhr: Ganz Spanien wird Corona-Risikogebiet - auch Mallorca und Kanaren

Wegen stark steigender Corona-Infektionszahlen stuft die Bundesregierung am Sonntag ganz Spanien und damit auch Mallorca und die Kanaren als Risikogebiet ein. Das gab das Robert Koch-Institut am Freitag bekannt. Das bedeutet, dass das Auswärtige Amt mitten in den Sommerferien wieder von touristischen Reisen in das beliebteste Urlaubsland der Deutschen abraten wird. Praktische Folgen ergeben sich für Urlauber aber kaum: Wer mit dem Flugzeug aus Spanien nach Deutschland zurückkehrt, muss wie bisher einen negativen Test oder einen Nachweis über eine vollständige Impfung oder Genesung dabeihaben. Damit entfällt dann die Quarantänepflicht.

Anders sieht es bei der ebenfalls sehr beliebten Urlaubsinsel Zypern aus, die am Sonntag als Hochinzidenzgebiet mit besonders hohen Infektionszahlen eingestuft wird. Wer dort Urlaub macht und nicht geimpft oder genesen ist, muss künftig für fünf bis zehn Tage in Quarantäne.

13.15 Uhr: Bundesregierung beobachtet Corona-Zahlen „aufmerksam“

Nach dem Anstieg der Corona-Inzidenz am dritten Tag in Folge zieht die Regierung daraus noch keine weiteren Schlüsse. Aktuell lasse sich noch nicht sagen, ob sich aus dem leichten Anstieg der vergangenen Tage ein Trend abzeichnen lasse. „Dazu ist einfach der Beobachtungszeitraum zu kurz.“ Man habe aber die Lage aufmerksam im Blick, sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums am Freitag in Berlin.

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, es sei damit zu rechnen, dass durch die Delta-Variante auch in Deutschland die Zahlen steigen könnten. Wie weit, das könne man jetzt nicht sagen. „Es liegt natürlich nicht im geringen Maße auch an uns selbst“, fügte er hinzu und erinnerte an Abstandsregeln, Masken, die „wirklich großartige Testinfrastruktur“ und die Impfungen, die nun sehr leicht zu bekommen seien.

11 Uhr: Coronabedingte Beschränkungen für Seoul werden verschärft

Angesichts des ungebremsten Anstiegs von Corona-Infektionsfällen gelten für die südkoreanische Hauptstadt Seoul und die umliegende Region vom Montag an verschärfte Kontaktbeschränkungen. Ministerpräsident Kim Boo Kyum verkündete am Freitag die Entscheidung der Regierung, dass für den Großraum Seoul die Maßnahmen der höchsten Stufe ihres neuen Vier-Stufen-Plans für Beschränkungen greifen sollen.

Ein kompletter Lockdown ist danach nicht vorgesehen. Die Anordnung soll zunächst für die Dauer von zwei Wochen gelten. Auf Stufe vier sollen vor 18 Uhr private Zusammenkünfte auf höchstens vier Personen begrenzt bleiben, danach auf maximal zwei. Bars und Nachtlokale müssen schließen, in den Stadien dürfen keine Zuschauer mehr eingelassen werden und Kirchgänger können Gottesdienste nur noch online verfolgen.

9 Uhr: Intensivmediziner warnen vor zu frühem Ende der Maskenpflicht

Der Verband der Intensivmediziner plädiert für eine Beibehaltung der Maskenpflicht, bis 85 Prozent der Erwachsenen vollständig geimpft sind. "Erst mit einer Impfquote von 85 Prozent bei den über 18-Jährigen werden wir die Pandemie für beendet erklären können", sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

Bis dahin seien weiterhin Vorsichtsmaßnahmen nötig. Dazu gehörten umfangreiche Coronatests, das Nachverfolgen von Infektionsketten sowie das Einhalten von Hygieneregeln, fügte Marx an. "Dazu gehört mindestens das Tragen von OP-Masken in allen Innenräumen." Das gelte auch für Kinder und Jugendliche in der Schule.

8 Uhr: Pfizer/Biontech: Auffrischungs-Impfung wahrscheinlich erforderlich

Die Impfstoffhersteller Pfizer und Biontech gehen von einem Rückgang der Schutzwirkung des gemeinsamen Coronavirus-Vakzins nach einem halben Jahr aus. „Wie anhand der vom israelischen Gesundheitsministerium erhobenen Daten aus der praktischen Anwendung bereits deutlich wurde, sinkt die Schutzwirkung des Impfstoffs gegenüber Infektionen und symptomatischen Erkrankungen sechs Monate nach der zweiten Impfung“, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung. Auf Basis der bisher vorliegenden Daten sei es wahrscheinlich, „dass eine dritte Dosis innerhalb von sechs bis zwölf Monaten nach der vollständigen Impfung erforderlich sein wird“.

7.07 Uhr: Apotheken stellen nun Impfzertifikate für Genesene aus

Von einer Corona-Infektion Genesene können ab heute ein digitales Impfzertifikat in Apotheken bekommen. Die Betroffenen müssen ein gültiges Ausweisdokument mit Lichtbild sowie Nachweise eines positiven PCR-Tests und einer einmaligen Corona-Impfung mitbringen, wie die Bundesvereinigung der Deutschen Apothekerverbände (ABDA) mitteilte. Nachdem auf dem Server des Robert-Koch-Institutes (RKI) die Voraussetzungen geschaffen worden seien, gebe es nun eine technische Lösung dafür. Das Impfzertifikat kann in eine App eingelesen werden, dann verfügen die Betroffenen über einen elektronischen Impfnachweis.

„Wir haben über unser System in den Apotheken schon über 20 Millionen Impfzertifikate ausgestellt“ sagte der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbandes (DAV), Thomas Dittrich. Aber für die Patientinnen und Patienten, die eine Corona-Infektion durchgemacht und deswegen anschließend nur eine Impfung erhalten haben, sei das bisher technisch noch nicht möglich gewesen.

Das waren die Entwicklungen am Donnerstag, 8. Juli:

21.57 Uhr: Inzidenz im Südwesten leicht gestiegen - 20 neue Todesfälle

Die Sieben-Tage-Inzidenz für die Ansteckung mit dem Coronavirus bleibt in Baden-Württemberg auf niedrigem Niveau, ist aber leicht gestiegen. Die Zahl der Infektionen auf 100 000 Einwohner in sieben Tagen lag am Donnerstag im Vergleich zum Vortag um 0,5 höher bei 5,7, wie das Landesgesundheitsamt mitteilte.

Gleichzeitig seien 97 neue Corona-Fälle und 20 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Damit stieg die Zahl der bestätigten Infektionsfälle auf 501 609. Insgesamt starben 10 301 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus. Der Anteil der Infektionen mit der Deltavariante steigt den Angaben der Behörde zufolge weiter.

20.25 Uhr: Medienbericht: Ganz Spanien soll Corona-Risikogebiet werden

Die Bundesregierung will nach einem Medienbericht ganz Spanien als Corona-Risikogebiet einstufen. Wie die Funke Mediengruppe am Donnerstag unter Berufung auf Regierungskreise meldete, soll zudem Zypern zum Hochinzidenzgebiet erklärt und damit eine Quarantänepflicht für Reiserückkehrer eingeführt werden, die nicht geimpft oder genesen sind.

Das Robert Koch-Institut veröffentlicht jeden Freitag die neuen Corona-Einstufungen der Bundesregierung für das Ausland. Die endgültige Entscheidung der zuständigen Ministerien für Gesundheit, Inneres und Auswärtiges fällt in der Regel kurz vorher.

In Spanien waren die Infektionszahlen in den letzten Wochen drastisch gestiegen. Bisher gelten aber erst 6 der 17 spanischen Regionen - darunter die Urlaubsgebiete Katalonien und Andalusien - sowie die Exklave Ceuta in Nordafrika als Risikogebiete. Die Balearen mit der beliebten Urlaubsinsel Mallorca sowie die Kanaren zählen noch nicht dazu.

18.30 Uhr: Baden-Württemberg  setzt auf „Impfen-to-Go“ und Aufklärung

Gesundheitsminister Manne Lucha will das Impftempo im Land nochmals beschleunigen und Menschen mit niedrigschwelligen Angeboten überzeugen. „Hierzu gehören Impfaktionen vor dem Supermarkt, auf dem Marktplatz oder an anderen zentralen und gut zugänglichen Orten“, sagte er der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“ . Auch offene Impfnachmittage im Impfzentrum oder „Drive-In“-Aktionen seien eine gute Möglichkeit. „Wir sind dankbar für jede Initiative, die Impfungen einfach und unkompliziert zu den Menschen bringt“, sagte er. „Wir setzen sozusagen auf Impfen-to-Go.“

Mehr als 56 Prozent der Bevölkerung in Baden-Württemberg haben bereits mindestens eine erste Impfung erhalten. Mittlerweile könnten Impftermine landesweit problemlos vereinbart werden. Impfzentren, Betriebsärzte und teilweise auch Hausärzte berichten dem Ministerium zufolge auch von freibleibenden Terminen. Das bestätigte auch ein Sprecher des Sozialministeriums. Dabei sei das Impfen weiter der wichtigste Schlüssel in der Pandemie. „Jede einzelne Impfung bringt uns ihrem Ende näher. Das Impfen ist der beste Schutz gegen die Delta-Variante – für den Einzelnen und für uns als Gesellschaft“. Daher will das Land nun mit einer neuen Informations- und Aktionskampagne dafür werben, nicht nachzulassen. Die Kampagne unter dem Motto „#dranbleibenBW“ solle unter anderem Fragen von Menschen beantworten, die dem Impfen gegenüber noch zurückhaltend sind. 

16.44 Uhr: Forscher sehen Zusammenhang zwischen EM und erhöhten Corona-Fällen unter Männern

Britische Forscher gehen davon aus, dass eine erhöhte Zahl von Corona-Infektionen unter Männern im Zusammenhang mit dem Anschauen von EM-Spielen steht. Die neueste Analyse der Infektionsdaten in England habe zum ersten Mal einen signifikanten Unterschied zwischen postiven Tests bei Männern und Frauen ergeben, erklärten das Marktforschungsunternehmen Ipsos Mori und das Imperial College London am Donnerstag. Die Experten führen als Grund ein verändertes Maß an sozialer Interaktion im Zuge des Fußballturniers und der Lockerung von Beschränkungen an.

Die Corona-Verbreitung lag demnach bei Männern bei 0,7 Prozent, bei Frauen jedoch nur bei 0,5 Prozent. „Aufgrund des Zeitpunkts könnte es sein, dass das Fußballgucken dazu führt, dass Männer mehr soziale Aktivitäten haben als sonst“, sagte Steven Riley, Experte für Infektionskrankheiten am Imperial College London.

Laut den Ergebnissen hatte einer von 170 Menschen in England das Virus zwischen dem 24. Juni und dem 5. Juli - das sind viermal so viele wie bei der letzten Erhebung. Allein knapp 2000 Infektionen wurden im Juni mit schottischen Fans in Verbindung gebracht, die nach London gereist waren.

15.31 Uhr: Keine Zuschauer an Wettkampforten der Olympischen Spiele in Tokio

Die Olympischen Spiele finden erstmals vollständig ohne Zuschauer an den Wettkampforten in Tokio statt. Wegen der Corona-Pandemie würden auch keine heimischen Fans zugelassen, sagte die japanische Olympia-Ministerin Tamayo Marukawa am Donnerstag. Zuschauer aus dem Ausland waren für das Sportereignis vom 23. Juli bis zum 8. August ohnehin schon ausgeschlossen worden.

14.50 Uhr: Volkshochschulen klagen über starke Einbußen

Baden-Württembergs Volkshochschulen haben wegen der Corona-Pandemie große Verluste gemacht. „Wir hatten ein schwieriges Jahr. Die weitgehende Untersagung des Präsenzunterrichts seit Dezember 2020 hat hohe finanzielle Schäden verursacht“, sagte der Vorsitzende des Volkshochschulverbands, Fritz Kuhn. Ohne Finanzspritzen vom Land und den Kommunen könnten die Volkshochschulen nicht mehr existieren. Höhere Preise für die Kurse will der ehemalige Stuttgarter Oberbürgermeister aber nach Möglichkeit vermeiden.

Wie hoch die Einbußen im vergangenen Jahr waren, werde noch ausgewertet, sagte der Direktor des Verbands, Tobias Diemer. Bis September soll eine Bilanz gezogen werden. In Baden-Württemberg gibt es nach Verbandsangaben 168 Volkshochschulen.

13.45 Uhr: Deutsche sind im Juni tagsüber wieder so viel unterwegs wie vor Pandemie

Im Juni sind die Menschen in Deutschland tagsüber wieder genau so viel unterwegs gewesen wie vor der Corona-Pandemie. Im Mai lag die Mobilität im Bundesschnitt noch vier Prozent unter dem Vergleichsmonat des Jahres 2019, wie aus einer Sonderauswertung des Statistischen Bundesamts hervorgeht. Im April seien es sogar noch sieben Prozent weniger Bewegungen gewesen.

Nachts seien die Menschen aber immer noch deutlich weniger unterwegs als vor der Pandemie. Laut Sonderauswertung wurden in den Nachtstunden von 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr insgesamt 17 Prozent weniger Bewegungen gemessen als im Juni 2019. Gegenüber den Vormonaten bedeute das dennoch eine Annäherung der nächtlichen Mobilität an das Vorkrisenniveau. In den Monaten April und Mai hätten die Bewegungen im Vergleich zu 2019 noch 30 Prozent darunter gelegen.

13 Uhr: Lufthansa will bis September nahezu komplettes Netz anbieten

Die Lufthansa macht Fortschritte auf ihrem Weg aus der Corona-Flaute. Trotz anhaltender Virusinfektionsgefahr und Reisebeschränkungen soll das Streckennetz der Konzernmarken bis September wieder fast auf das volle Ausmaß hoch gefahren werden. „Wir haben entschieden, dass wir bis September nahezu alle Flugziele wieder anbieten“, sagte Netzplaner Heiko Reitz dem Wirtschaftsmagazin Capital in einem Interview. Alle Ziele weltweit sollten demnach wieder angeboten werden, allerdings zunachst nicht in der gleichen Frequenz mit zum Teil mehreren Flügen pro Tag auf einer Strecke.

11 Uhr: 40-Prozent-Marke bei vollständig Geimpften überschritten

In Deutschland sind mehr als 40 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Die Quote stieg am Donnerstag nach Angaben des Robert Koch-Instituts auf 40,8 Prozent - tags zuvor hatte sie mit 39,9 Prozent noch knapp unter der 40er-Marke gelegen. Den Angaben nach wurden am Mittwoch mehr als 961.000 Impfdosen verabreicht. Mehr als 47,8 Millionen Menschen (57,6 Prozent) haben mindestens eine Impfung bekommen, rund 33,9 Millionen Menschen sind vollständig geimpft.

9.34 Uhr: Knapp 4000 Corona-Erkrankungen trotz Impfung

Bislang sind knapp 4000 Menschen in Deutschland trotz vollständigem Impfschutz an Covid-19 erkrankt - bei rund 975.000 registrierten Corona-Erkrankungen insgesamt im selben Zeitraum. Das geht aus dem Lagebericht des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor.

Die Effektivität der Impfung bewertet das RKI auch aufgrund dieser Werte als hoch, ohne nach Impfstoffen zu differenzieren. Bislang seien 3806 sogenannte Impfdurchbrüche - also symptomatische Corona-Infektionen mindestens zwei Wochen nach vollständiger Impfung - registriert worden, schreibt das RKI.

Zum Stichtag 4. Juli hatten in Deutschland rund 25 Millionen Menschen einen vollständigen Impfschutz, wie aus RKI-Daten hervorgeht. Der größte Teil der in den vergangenen Monaten übermittelten Covid-19-Fälle sei nicht geimpft gewesen, schreibt das Institut in dem Lagebericht.

8.31 Uhr: RKI: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 5,2

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist erneut leicht gestiegen. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter am Donnerstagmorgen mitteilte, lag die Inzidenz bei 5,2 Fällen pro 100.000 Einwohnern.

Am Wochenende war der Wert erstmals seit langem unter fünf gesunken. Am Sonntag und Montag lag er dann wieder bei fünf, am Dienstag erneut bei 4,9 und am Mittwoch bei 5,1. Wie das RKI weiter mitteilte, wurden binnen 24 Stunden insgesamt 970 Corona-Neuinfektionen sowie 31 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus registriert.

8 Uhr: Gesundheitsminister Manne Lucha setzt auf „Impfen-to-Go“

Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) will das Impfen im Land nochmals beschleunigen und Menschen mit niederschwelligen Angeboten überzeugen. „Hierzu gehören Impfaktionen vor dem Supermarkt, auf dem Marktplatz oder an anderen zentralen und gut zugänglichen Orten“, sagte er gegenüber Medien. Auch offene Impfnachmittage im Impfzentrum oder „Drive-In“-Aktionen seien eine gute Möglichkeit. „Wir sind dankbar für jede Initiative, die Impfungen einfach und unkompliziert zu den Menschen bringt“, betonte er. „.Wir setzen sozusagen auf Impfen-to-Go.“

7.07 Uhr: Praxen können Corona-Impfstoff künftig nach Bedarf bestellen

Die Arztpraxen sollen Corona-Impfstoff künftig nach Bedarf bestellen können - und nicht mehr orientiert an einem Verteilschlüssel nach dem Bevölkerungsanteil je Bundesland. Das Bestellverfahren soll dafür ab Mitte Juli umgestellt werden, wie die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) mitteilte und das Bundesgesundheitsministerium auf Anfrage bestätigte.

Die jetzige Verteilung habe mitunter dazu geführt, dass Ärzte in manchen Gegenden weniger Dosen erhalten als anderswo, erläuterte die KBV. Künftig wolle der Bund daher nach Bedarf verteilen. Da dafür ein früherer Überblick nötig sei, wie viel Impfstoff wo benötigt werde, sollen Praxen künftig zwei Wochen im Voraus Bestellungen in Apotheken einreichen. Die wöchentliche Belieferung solle aber erhalten bleiben.

Das waren die Entwicklungen am Mittwoch, 7. Juli: 

22.12 Uhr: Ansteckendere Corona-Variante verdrängt zusehends Alpha-Variante

Die zuerst in Indien nachgewiesene Delta-Variante ist ansteckender als die Ursprungsform des Coronavirus. Befürchtet wird, dass sie auch die Wirksamkeit der verfügbaren Corona-Impfstoffe beeinträchtigen könnte.

Am Montag hatte das RKI unter Verweis auf die Ergebnisse verschiedener Modellszenarien zur Ausbreitung der Delta-Variante erklärt, dass die Impfkampagne mit hoher Intensität weitergeführt werden sollte. Als Zielmarken für eine Herdenimmunität wurden eine Impfquote von 85 Prozent bei den Zwölf- bis 59-Jährigen und von 90 Prozent bei den Menschen ab 60 Jahren genannt.

21.25 Uhr: Hunderte Fußball-Fans feiern in London ohne Abstand und Masken

Vor dem zweiten Halbfinale der Fußball-EM haben am Mittwoch Hunderte Fans der englischen Nationalmannschaft ohne Abstand und Masken vor dem Wembley-Stadion gefeiert. Die Anhänger der Three Lions sangen auf einem Vorplatz der Arena Lieder und standen eng beieinander. Mehr als 60 000 Zuschauer sollen bei der Partie gegen Dänemark am Abend (21.00 Uhr) im Stadion sein.

Schon vor dem ersten Halbfinale zwischen Italien und Spanien hatten sich am Dienstag weit vor dem Anpfiff Hunderte Fans beider Nationalteams vor dem Stadion eingestimmt. Zwar gelten offiziell Masken- und Abstandsregeln im Stadion, Bilder und Videos zeigten dennoch auch während der Partie Szenen wie vor der Corona-Pandemie.

20.53 Uhr: Laschet will Schulen nach den Ferien möglichst offen halten

Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet hat bekräftigt, die Schulen nach den Sommerferien offen halten zu wollen. „Der soziale Kontakt ist für Kinder extrem wichtig“, sagte Laschet am Mittwoch in der Gesprächsreihe „Brigitte live“. Es müsse alles getan werden, damit es nicht wieder zu Distanz- oder Wechselunterricht komme. Masken, Lüftungen oder Tests seien „besser als Schulschließungen“.

In der Frage nach Impfungen für Kinder und Jugendliche äußerte sich der CDU-Chef zurückhaltend. Es solle auf die Ständige Impfkommission (Stiko) gehört werden, sagte Laschet. Die Politik solle dabei keinen Druck ausüben.

20.10 Uhr: RKI: Delta-Variante dominiert erstmals in Deutschland

Die besonders ansteckende Delta-Variante ist in Deutschland zur vorherrschenden Mutante geworden. Sie dominiere erstmals mit einem Anteil von 59 Prozent, hieß es am Mittwochabend in der jüngsten wöchentlichen Auswertung des Robert Koch-Instituts mit Blick auf die 25. Kalenderwoche (21.-27. Juni).

Es sei anzunehmen, dass es sich nun bei knapp zwei Dritteln der PCR-bestätigten neuen Corona-Infektionen um eine Ansteckung mit der Delta-Variante und nur noch bei einem Drittel um eine mit der Alpha-Mutante handele. Der Alpha-Anteil sank damit rasch von 91 Prozent Ende Mai auf 33 Prozent Ende Juni. Andere Virusvarianten spielen in Deutschland zurzeit keine Rolle. Es wird nur ein Teil der positiven Corona-Proben auf Varianten hin untersucht.

Der Vergleich zeige, dass der Anteil der Variante Delta weiterhin stark zunehme und sich von 37 auf 59 Prozent innerhalb einer Woche erneut fast verdoppelt habe, hieß es im Bericht. Diese starke Zunahme gehe mit einer leichten Erhöhung der Fallzahlen und einem weiterhin niedrigen einstelligen Niveau der 7-Tage-Inzidenz einher. Fachleute befürchten jedoch mit zunehmender Delta-Verbreitung eine Trendumkehr. Das war unter anderem in Großbritannien im Mai beobachtet worden.

18.30 Uhr: Corona-Fälle mit Verbindung zur EM steigen 

Die europäische Gesundheitsbehörde ECDC hat im Zusammenhang mit der EM bislang mehr als 2500 Corona-Infektionen gezählt. In der dritten Turnierwoche sei ein erheblicher Anstieg im Vergleich zur Woche davor zu verzeichnen gewesen, bestätigte die EU-Agentur auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Infektionsfälle in sieben Ländern ließen sich mit der EM in Verbindung bringen.

Schottland sei mit 1991 Fällen dabei am weitaus stärksten betroffen. Die schottische Mannschaft trug ihre EM-Gruppenspiele in Glasgow und im Londoner Wembley-Stadion aus. In Großbritannien breitet sich die als ansteckender geltende Delta-Variante des Virus stark aus. 436 Fälle seien zuletzt in Finnland registriert worden, vor allem nachdem Finnlands Fußballer in St. Petersburg spielten und Fans offensichtlich das Virus aus Russland mitbrachten. In Deutschland sind demnach keine Corona-Infektionen direkt im EM-Zusammenhang festgestellt worden.

16.52 Uhr: Land dringt auf Änderung bei Quarantäne-Pflicht

Das Sozialministerium Baden-Württemberg fordert vom Bund eine Aufhebung der strengen Regelungen für vollständig geimpfte Delta-Kontaktpersonen. Darauf drängt es in einem Schreiben an das Bundesgesundheitsministerium in Berlin, das der „Heilbronner Stimme“ (Donnerstag) vorliegt. Viele Bürger sähen die geltende Regelung als unverhältnismäßigen Eingriff in ihre Freiheitsrechte, heißt es darin.

„Uns erreichen aktuell zahlreiche Bürgeranfragen und Beschwerdebriefe, die sich mit dieser Thematik befassen“, so das Ministerium. Die Forderung aus Stuttgart: Die Absonderungspflicht auf solche Varianten beschränken, bei denen „nach Stand der Wissenschaft keine oder eine sehr geringe Wirksamkeit der bestehenden Impfstoffe besteht“. Das Ministerium bestätigte den Bericht.

16 Uhr: Luftfilter: Umweltbundesamt nicht grundsätzlich gegen mobile Geräte

Das Umweltbundesamt hat seine Bewertung zu mobilen Luftfiltergeräten in Schulen konkretisiert. „Natürlich helfen mobile Luftfilter gegen Viren - wenn es sich um geprüfte Geräte handelt und sie richtig im Klassenraum aufgestellt sind“, sagte Heinz-Jörn Moriske, Geschäftsführer der Innenraumlufthygiene-Kommission des Umweltbundesamtes (UBA) dem „Handelsblatt“.

„Das Aufstellen und Einrichten sollte aber von Fachleuten gemacht werden. Es macht keinen Sinn, wenn Eltern ungeprüfte Geräte im Baumarkt kaufen und willkürlich im Raum verteilen.“

14 Uhr: Fast 700.000 Corona-Impfungen am Dienstag, 40-Prozent-Marke naht

Die Quote der vollständig gegen das Coronavirus geimpften Menschen in Deutschland wird voraussichtlich am Donnerstag die Marke von 40 Prozent überspringen. Am Mittwoch lag die Quote nach Angaben des Robert Koch-Instituts (Stand 13.20 Uhr) bei 39,9 Prozent. Den Angaben zufolge wurden am Dienstag fast 700.000 Impfungen verabreicht.

Mehr als 47,5 Millionen Menschen (57,1 Prozent) haben mindestens eine Impfung bekommen, rund 33,2 Millionen Menschen sind vollständig geimpft. Insgesamt gab es bislang 78,7 Millionen Corona-Impfungen in Deutschland. „Auch wenn das Tempo noch hoch ist: Wir brauchen einen nationalen Impf-Ruck, um es im Juli und August weiter zu halten“, schrieb Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bei Twitter zu den neuen Impfzahlen.

12 Uhr: Morddrohungen gegen Arzt wegen Impfangebots für Kinder

Nach Medienberichten über Corona-Impfungen für Kinder in einer Neu-Ulmer Praxis wird der betroffene Arzt in Internet-Netzwerken massiv bedroht. Die Kripo ermittelt wegen der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten sowie anderer Strafvorwürfe. „Es sind zahlreiche Fälle von Beleidigungen und Bedrohungen“, sagte Polizeisprecher Dominik Geißler. Zunächst hatte der Bayerische Rundfunk darüber berichtet.

Betroffenen ist der Allgemeinmediziner Christian Kröner, der sich bereits seit Anfang der Impfkampagne für die Schutzimpfungen einsetzt und häufig im Fernsehen und anderen Medien präsent ist. Er habe mittlerweile 25 Anzeigen oder mehr bei der Polizei erstattet, sagte er. Ihm werde vielfach gedroht, dass er ermordet werden soll. Hintergrund sei, dass er auch Kinder ab zwölf Jahren in seiner Hausarztpraxis impfe. Dies ist mittlerweile in Deutschland zulässig.

10.51 Uhr: Corona-Infektionen in Olympia-Stadt Tokio steigen weiter

Keine drei Wochen vor Beginn der Olympischen Spiele sind die Corona-Neuinfektionen in Tokio auf den höchsten Stand seit fast zwei Monaten gestiegen. Die Stadtverwaltung meldete 920 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden. Das ist der höchste Stand seit dem 13. Mai, als die Olympiastadt 1010 Neuinfektionen verzeichnet hatte.

Damit liegt die Zahl der Neuinfektionen seit nunmehr 18 Tagen jeweils über dem Wert des gleichen Tages der Vorwoche. Dies schürt die Sorge bei vielen Menschen, die befürchten, dass die Spiele zu einem Superspreader-Event werden könnten. Die Verantwortlichen beteuern jedoch, dass alles „sicher“ sein werde.

9 Uhr: Spahn: Maskenpflicht wird in einigen Bereichen noch länger gelten

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geht davon aus, dass auch im kommenden Herbst und Winter in einigen Bereichen Maskenpflicht gelten wird. „Die Maske im Innenraum, insbesondere wenn mehrere in einem Innenraum sind im Herbst und Winter, die wird es auch wieder brauchen, das ist sehr klar“, sagte der CDU-Politiker im ARD-„Morgenmagazin“.

„Ich finde aber, im Vergleich zu allen Einschränkungen ist das Masketragen noch die harmloseste“, so Spahn weiter. Der Gesundheitsminister machte in dem Interview deutlich, dass es bei den Corona-Maßnahmen, wie schon jetzt, auch weiterhin Vorteile für Geimpfte geben wird. „Aber wir werden sicherlich die Basismaßnahmen, die AHA-Regeln,und dazu gehört auch die Maske, in bestimmten Bereichen noch eine ganze Zeit brauchen“, erklärte Spahn.

8 Uhr: Sidney verlängert Lockdown-Maßnahmen wegen Delta-Variante erneut

Die australischen Behörden haben den Lockdown in Sidney wegen neuer Ansteckungsfälle mit der Delta-Variante des Coronavirus um eine weitere Woche verlängert. Dies sei die "beste Chance, um sicherzustellen, dass dies der einzige Lockdown bleibt, bis die große Mehrheit unserer Bürger geimpft ist", sagte die Regionalregierungschefin von New South Wales, Gladys Berejiklian.

In der größten Stadt des Landes waren zuvor 27 neue Corona-Ansteckungen festgestellt worden. Seit zwei Wochen dürfen die Bewohner Sidney ihr Haus nun bereits nur aus triftigem Grund verlassen. Die Maßnahme wurde vorerst bis zum 16. Juli verlängert. "Die Delta-Variante verändert alles, sie ist extrem übertragbar", begründete Berejiklian den Schritt.

7.07 Uhr: Studie: Entzündungshemmende Medikamente wie Tocilizumab helfen gegen Covid-19

Eine Klasse entzündungshemmender Medikamenten, darunter Tocilizumab, reduziert einer Studie zufolge effektiv das Sterberisiko bei Corona-Patienten mit schwerem Verlauf. Die entsprechende Studie wurde in der Fachzeitschrift "Jama" veröffentlicht. Mit 11.000 Patienten handelt es sich um die bislang umfassendste Untersuchung zu diesem Thema. Intravenös verabreichtes Tocilizumab hatte in einer Reihe kleinerer klinischer Studien zuvor bereits unterschiedliche Ergebnisse gezeigt.

Die nun veröffentlichte Untersuchung fasst die Ergebnisse aus 27 klinischen Studien in 28 Ländern zusammen und kommt zu klaren Resultaten. Untersucht wurden die Mittel Sarilumab und Tocilizumab, die ursprünglich bei rheumatoider Arthritis eingesetzt wurden. Bei Corona-Patienten im Krankenhaus reduzierte die Verabreichung eines dieser beiden Medikamente zusammen mit Kortikosteroiden wie Cortison das Sterberisiko um 17 Prozent, verglichen mit der alleinigen Anwendung von Kortikosteroiden.

"Die Wissenschaft hat ihre Arbeit getan, jetzt müssen wir uns den Fragen des Zugangs zuwenden", erklärte Janet Diaz von der Weltgesundheitsorganisation WHO.

Das waren die Entwicklungen am Dienstag, 6. Juli: 

22.22 Uhr: „Miss México“ trotz Corona-Ausbruchs gekrönt – Hälfte der Teilnehmerinnen positiv getestet

Fast die Hälfte der Teilnehmerinnen beim Schönheitswettbewerb „Miss México“ ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Bei 15 der 32 Kandidatinnen sowie einem Mitarbeiter seien Infektionen nachgewiesen worden, teilte das Gesundheitsministerium des Bundesstaates Chihuahua am Montagabend (Ortszeit) mit.

In der gleichnamigen nordmexikanischen Stadt war die 24 Jahre alte Vertreterin des Bundesstaates Michoacán, Karolina Vidales, vergangenen Donnerstag zur Siegerin gekrönt worden. Damit darf sie beim Wettbewerb „Miss World“ im Dezember in Puerto Rico antreten.

Das Gesundheitsministerium war den Angaben zufolge einen Tag zuvor in einem anonymen Anruf darüber informiert worden, dass elf Menschen Symptome der Krankheit Covid-19 hätten. Daraufhin seien zunächst Schnelltests, die negativ ausgefallen seien, und dann PCR-Tests angeordnet worden. Die Stadtverwaltung widerrief die Genehmigung für die Veranstaltung der Zeremonie, die zunächst für Samstag vorgesehen war. Die Organisatoren führten diese dennoch durch - zwei Tage früher als geplant. Eine der Anwärterinnen nahm nicht teil.

Nach einem Bericht der Zeitung „Reforma“ hatte es in den Tagen vor dem Wettbewerb Veranstaltungen mit den Teilnehmerinnen gegeben, als manche von ihnen bereits Symptome hatten. Unter anderem hatten sie demnach ein Waisenhaus besucht.

20.46 Uhr: Knapp 40 Prozent der Bevölkerung in Deutschland vollständig geimpft

Knapp 40 Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Dienstag (Stand 16.40 Uhr) hervor. Demnach wurden am Montag 479 236 Impfdosen verabreicht. Mehr als 47,2 Millionen Menschen (56,8 Prozent) haben mindestens eine Impfung bekommen, knapp 32,7 Millionen Menschen (39,3 Prozent) sind vollständig geimpft. Insgesamt gab es bislang fast 78 Millionen Corona-Impfungen in Deutschland, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf Twitter schrieb. Knapp 10 Prozent der 12- bis 18-Jährigen seien mindestens einmal geimpft.

Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen mit 65,5 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter. Nur Sachsen hat die 50-Prozent-Marke bislang nicht erreicht (48,5). Das Saarland zählt mit 44,3 Prozent den höchsten Anteil an vollständig geimpften Einwohnern. Brandenburg ist hier mit 35,7 Prozent am Ende der Rangliste.

Die Impfkampagne gegen den Erreger Sars-CoV-2 hat in Deutschland Ende vergangenen Jahres begonnen. Zunächst waren Menschen über 80, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und medizinisches Personal an der Reihe. Unter anderem werden auch chronisch Kranke mit erhöhtem Risiko für einen schweren und tödlichen Verlauf bevorzugt geimpft. Mittlerweile können sich Menschen unabhängig von der bisher gültigen Prioritätenliste um einen Termin bemühen.

18.55 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten unverändert bei 5,2

Die Sieben-Tage-Inzidenz für die Ansteckung mit dem Coronavirus bleibt auf niedrigem Niveau. Sie lag in Baden-Württemberg am Dienstag im Vergleich zum Vortag unverändert bei 5,2, wie das Landesgesundheitsamt mitteilte. Gleichzeitig seien 129 neue Coronafälle und 4 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Der Anteil der Infektionen mit der Deltavariante steigt den Angaben der Behörde zufolge weiter.

Vollständig geimpft in Baden-Württemberg sind nach Daten des Robert-Koch-Instituts bislang fast 39 Prozent der Bevölkerung. 56 Prozent der Menschen haben mindestens eine Impfung erhalten.

17.33 Uhr: Ab Mittwoch gelten gelockerte Reisebeschränkungen für fünf Länder

Die wegen der Verbreitung besonders ansteckender Corona-Varianten verhängten Einreisebeschränkungen für Portugal, Großbritannien und Nordirland, Russland, Indien und Nepal werden ab Mittwoch gelockert. Die fünf Länder werden vom Virusvariantengebiet zum Hochinzidenzgebiet zurückgestuft. Damit ist die Einreise nach Deutschland für alle Personengruppen wieder möglich. Für vollständig Geimpfte und Genesene entfällt die Quarantänepflicht ganz, für alle anderen wird sie verkürzt.

Hintergrund ist, dass die Delta-Variante des Coronavirus auch in Deutschland schon weit verbreitet ist. Der eigentliche Zweck der drastischen Reisebeschränkungen - die Ausbreitung der Delta-Variante zu bremsen - hat sich damit weitgehend erledigt. Die Infektionszahlen in den fünf herabgestuften Ländern sind aber weiterhin hoch.

16.47 Uhr: Politik gibt grünes Licht für Zuschauer-Rückkehr im Profifußball

Die Politik hat grünes Licht für die Stadion-Rückkehr der Fans gegeben und damit das Ende der Geisterspiele im deutschen Profifußball eingeläutet. Ab der Spielzeit 2021/22 dürfen unter bestimmten Voraussetzungen bis zu 25.000 Zuschauer wieder für die lange vermisste Atmosphäre in den Arenen sorgen - wahrscheinlich schon beim Bundesliga-Saisoneröffnungsspiel Borussia Mönchengladbach gegen Bayern München am 13. August.

Laut eines Beschlusses der Chefinnen und Chefs der Staats- und Senatskanzleien vom Dienstag dürfen die Stadien für sportliche Großveranstaltungen künftig wieder zu maximal 50 Prozent ausgelastet werden - wobei die Gesamtzahl der Zuschauenden vorerst bei 25.000 gedeckelt ist. „Ich halte das im Großen und Ganzen für vernünftig“, sagte der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“. „Ich glaube, dass das so funktionieren wird.“

Eine Ausnahme gibt es dabei: Ausgerechnet der Rekordmeister aus München darf seine Heimspiele in der Allianz Arena vor höchstens 20.000 Zuschauern austragen, weil Bayern aufgrund der Delta-Variante, steigender Fallzahlen in anderen Ländern und der erwartbaren Reiserückkehrerproblematik zunächst einen vorsichtigen Kurs bei der Wiederzulassung von Zuschauern fahren will und nur eine Auslastung von höchstens 35 Prozent erlaubt. Auch der FC Augsburg und die anderen bayerischen Vereine in der 2. und 3. Liga sind davon betroffen.

15.30 Uhr: Baden-Württemberger können ihre Zweitimpfungstermine vorziehen

Baden-Württemberg will ab 19. Juli Bürgern mit bereits gebuchten Zweitimpfungsterminen in Impfzentren ermöglichen, diese vorzuziehen. Dies soll unabhängig vom Impfstoff möglich sein, wie das Sozialministerium mitteilte. Voraussetzung dafür sind die von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Mindestabstände für die Zweitimpfung.

Demnach kann eine Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff nach einer Erstimpfung mit Astrazeneca bereits nach vier Wochen folgen. Soll die Zweitimpfung mit Astrazeneca beibehalten werden, sind dagegen 9 bis 12 Wochen Abstand vorgeschrieben. Beim Impfstoff von Biontech kann die Zweitimpfung nach drei Wochen stattfinden, beim Impfstoff von Moderna nach vier Wochen. Die Termine für die Zweitimpfung können auch in einem anderen Impfzentrum als dem ursprünglich genutzten gemacht werden, erklärte das Sozialministerium weiter.

Umgebucht werden können die Termine allerdings nicht über das Terminbuchungssystem, sondern müssen individuell vor Ort vereinbart werden. Die Impfzentren werden wegen unterschiedlicher Gegebenheiten in den kommenden Tagen darüber informieren, wie sie vorgehen wollen, hieß es. Möglich sei eine Terminorganisation über festgelegte Zeitfenster für vorgezogene Zweitimpfungstermine, andere ließen Umbuchungen im Rahmen der Öffnungszeiten zu. Nachfragen bei der Hotline 116 117 seien nicht notwendig, hieß es seitens des Sozialministeriums. Bereits gebuchte Termine für Zweitimpfungen bis einschließlich 18. Juli können hingegen nicht mehr umgebucht werden – sie bleiben bestehen.

13.45 Uhr: Kretschmann: Kommunen entscheiden über mobile Filter in Schulen

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) will den Kommunen die Entscheidung überlassen, ob sie für die Schulen gegen das Coronavirus mobile Luftfilter anschaffen. „Das liegt in der Entscheidungshoheit der Kommunen. Ob, wann und wie sie das machen, das entscheiden sie selber“, sagte der Grünen-Politiker in Stuttgart. Der Regierungschef hatte am Montag ein Förderprogramm von 60 Millionen Euro angekündigt, das die Kommunen zur Hälfte mitfinanzieren sollen.

Die kommunalen Landesverbände hatten sich zuletzt skeptisch geäußert. Mobile Anlagen seien weder wirksam noch wirtschaftlich, hieß es vom Städtetag. Kretschmann, der selbst den Effekt solcher Geräte angezweifelt hatte, sagte nun: „Der überwältigende Teil unserer Klassenräume ist gut belüftbar. Das kann man auch nicht ersetzen. Das ist das Mittel der Wahl, das Lüften.“ Die Filter seien nur als Ergänzung gedacht und sollten vor allem in schlecht belüftbaren Räumen eingesetzt werden.

12.55 Uhr: Baden-Württemberg prüft härteres Vorgehen gegen Impfschwänzer

Baden-Württemberg will ein härteres Vorgehen gegen so genannte Impfschwänzer prüfen - also gegen Menschen, die einen vereinbarten Corona-Impftermin nicht wahrnehmen und auch nicht absagen. „Das ist unsolidarisch und unverantwortlich gegenüber denen, die geimpft werden wollen“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

Der Aufwand, um die gesetzlichen Grundlagen für eine Bestrafung zu schaffen, sei gigantisch. Darum müsse sich der Bund kümmern, sagte Kretschmann. Die Landesregierung werde aber prüfen, ob Impfschwänzer ersatzpflichtig seien für entstandene Kosten - insbesondere, wenn Impfstoff gegen das Coronavirus vernichtet werden müsse.

12 Uhr: Europäische Aufholjagd bei Corona-Impfungen kommt voran

Die europäische Aufholjagd bei den Impfungen gegen Covid-19 kommt nach Angaben von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen voran. Mitte April habe man noch 25 Prozentpunkte hinter den Vereinigten Staaten gelegen, was die Zahl der Erwachsenen mit mindestens einer Impfung angeht, sagte die Politikerin im Europaparlament in Straßburg. Heute seien dies nur noch 5 Prozentpunkte, und die Lücke schließe sich immer weiter. „Es zeigt sich (...), dass sich das Durchhaltevermögen gelohnt hat“, sagte von der Leyen. Die Impfkampagne werde endlich zu einer Erfolgsgeschichte.

11.25 Uhr: Stiko zu Kinderimpfungen: Einmischung der Politik ist kontraproduktiv

In der Debatte um Corona-Impfungen für Kinder wehrt sich die Ständige Impfkommission (Stiko) gegen Einmischung von außen. „Die Stiko ist im Gesetz bewusst als unabhängige Kommission angelegt. Die laute Einmischung der Politik ist kontraproduktiv und nützt niemandem“, schrieb Stiko-Chef Thomas Mertens.

Zuvor hatte SPD-Chefin Saskia Esken die Ständige Impfkommission aufgefordert, ihre Haltung zur Impfung von Jugendlichen zu überdenken. Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) äußerte sich in diese Richtung. „Es gehört zur ständigen Aufgabe der Stiko, Empfehlungen zu überprüfen (nicht nur bei Corona), es bedarf dazu keiner Aufforderung von Politikern“, so Mertens.

Eine Aktualisierung der Impfempfehlung könne es erst geben, wenn aussagekräftige Daten zum Risiko durch die Impfung und zum Risiko durch Delta vorliegen. „Dies erfordert Zeit und Sorgfältigkeit für die Sammlung der Daten, Analyse und Bewertung und Konsensbildung.“

11.05 Uhr: Lufthansa rechnet mit Lockerung von Reisebeschränkungen in die USA

Die Lufthansa rechnet damit, dass die USA Reisebeschränkungen im Sommer lockern. Eine Sprecherin sagte, Lufthansa biete aktuell wieder Flüge zu all ihren amerikanischen Zielen an. „Die transatlantischen Beziehungen sind nicht nur ein wichtiger Luftverkehrsmarkt, sondern auch politisch und kulturell zentral. Deswegen sollten hier Austausch und Verkehr wieder rasch möglich werden.“

10 Uhr: Ifo-Schätzung: Kurzarbeit geht weiter zurück

Nach der Lockerung der Corona-Beschränkungen ist auch die Zahl der Kurzarbeiter in Deutschland stark zurückgegangen. Im Juni waren nach einer neuen Schätzung des Münchner Ifo-Instituts noch 1,5 Millionen Menschen in Kurzarbeit. Das war über ein Drittel weniger als im Mai mit 2,3 Millionen. Geschätzt waren damit noch 4,5 Prozent der Arbeitnehmer in Kurzarbeit, im Vormonat waren es noch 6,8 Prozent, wie das Ifo-Institut mitteilte.

8.31 Uhr: Mehrheit für Wegfall von Corona-Maßnahmen für komplett Geimpfte

Eine knappe Mehrheit der Deutschen befürwortet einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov zufolge eine Aufhebung aller Corona-Maßnahmen für vollständig Geimpfte ab September. In der am Dienstag veröffentlichen Befragung sprachen sich 51 Prozent dafür aus, 39 Prozent lehnten dies ab. 11 Prozent machten keine Angaben. In der Altersgruppe zwischen 18 und 33 Jahren sprachen sich nur 33 Prozent für die Aufhebung der Corona-Auflagen für Geimpfte ab September aus.

In allen anderen Altersgruppen lag die Zustimmung etwas über 50 Prozent. Bislang sind etwas mehr 38 Prozent der Menschen in Deutschland vollständig geimpft.

7.41 Uhr: Land sagt Kommunen Corona-Hilfen von 570 Millionen Euro zu

Die grün-schwarze Landesregierung will den von der Corona-Krise gebeutelten Kommunen mit mehr als einer halben Milliarde Euro unter die Arme greifen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur nach der Sitzung der Gemeinsamen Finanzkommission von Land und Kommunen aus Teilnehmerkreisen in Stuttgart. Das Land habe etwa 440 Millionen Euro zugesagt, um corona-bedingte Einnahmeausfälle von Städten und Gemeinden abzumildern.

Damit sollen zum Beispiel Beiträge für geschlossene Kitas an die Eltern zurückerstattet und entfallene Einnahmen von Musikschulen sowie Volkshochschulen ausgeglichen werden. Zusätzlich kommen noch rund 130 Millionen Euro für den Rettungsschirm zugunsten des Öffentlichen Nahverkehrs hinzu.

7.07 Uhr: Weltärztebund-Präsident hält Herdenimmunität für "kurzfristig nicht erreichbar"

Nach Ansicht von Weltärztebund-Präsident Frank Ulrich Montgomery ist eine Herdenimmunität gegen das Coronavirus "kurzfristig nicht erreichbar". Der Anteil der Geimpften und Genesen müsste nach neuen Rechenmodellen bei rund 85 Prozent liegen, sagte Montgomery den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Die zehn Prozent, die sich ums Verrecken nicht impfen lassen wollen, werden ihre Immunität erreichen, indem sie eine Erkrankung durchmachen", erklärte der Weltärztebund-Chef. Das werde dann geschehen, "wenn wir alle Vorsichtsmaßnahmen fallen lassen".

Der Schlüssel zum Erfolg gegen das Virus sei eine möglichst hohe Durchimpfung der Bevölkerung, sagte Montgomery.

Das waren die Entwicklungen am Montag, 5. Juli: 

22.56 Uhr: Norwegen verschiebt nächste Corona-Lockerungen wegen Delta-Variante

Die Norwegerinnen und Norweger müssen wegen Sorgen vor der hochansteckenden Delta-Variante des Coronavirus auf die nächste Lockerungsstufe bei den staatlichen Beschränkungen warten. Die Öffnungsstufe vier werde auf Empfehlung der Gesundheitsbehörden bis mindestens Ende Juli oder Anfang August aufgeschoben, teilte die Regierung am Montag mit. Dies liege an Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Infektionsentwicklung und der Delta-Variante sowie der Impfstoffversorgung.

Es gebe ein Risiko, dass die zunächst in Indien aufgetauchte Virus-Variante eine vierte Infektionswelle unter Nicht- oder Einfach-Geimpften sowie unter gefährdeten Gruppen auslösen könnte, sagte Ministerpräsidentin Erna Solberg auf einer Pressekonferenz in Oslo.

22.15 Uhr: Infektionszahlen in Spanien schnellen in die Höhe - vor allem bei jungen Menschen

In Spanien ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den vergangenen Tagen in die Höhe geschnellt - vor allem bei jungen Menschen. "Die heutigen Zahlen sind überhaupt nicht gut", sagte der Chef-Epidemiologe des Gesundheitsministeriums, Fernando Simon, am Montagabend. Die Zahlen in den unterschiedlichen Altersgruppen variierten stark, "unter den Jüngsten haben wir eine Inzidenz von fast 600", sagte Simon.

21.18 Uhr: Regierung stuft mehrere Corona-Virusvariantengebiete herunter

Die Bundesregierung hat mehrere Virusvariantengebiete heruntergestuft und zu Hochinzidenzgebieten erklärt. Wie das Robert-Koch-Institut am Montagabend mitteilte, gelten Portugal, Großbritannien und Nordirland, Russland sowie Indien und Nepal ab Mittwoch nicht mehr als Virusvariantengebiet. Für Reiserückkehrer aus diesen Gebieten gilt dann keine strenge Quarantäne-Pflicht mehr.

19.55 Uhr: Ohne Abstand und Masken: Johnson kündigt Ende von Corona-Maßnahmen an

Trotz stark steigender Neuinfektionen will der britische Premierminister Boris Johnson alle Corona-Maßnahmen in England bald beenden. Vom 19. Juli an fallen Abstandsregeln und Maskenpflicht ebenso weg wie die Vorschrift zum Homeoffice, in Pubs muss nicht mehr ausschließlich am Tisch serviert werden, Nachtclubs dürfen wieder öffnen, bei Veranstaltungen gibt es keine Platzbeschränkung mehr, und für den Eintritt ist kein Impf- oder Testnachweis nötig. Johnson betonte am Montag in London aber, dass die verbindliche Entscheidung nach einer weiteren Überprüfung der Pandemie-Daten am kommenden Montag (12. Juli) getroffen werde.

18.30 Uhr: Inzidenz im Südwesten sinkt auf 5,2

Während sich die Delta-Variante des Coronavirus im Südwesten weiter ausbreitet, sinkt die allgemeine Sieben-Tage-Inzidenz weiter. Sie lag am Montag bei 5,2, wie das Landesgesundheitsamt am Abend mitteilte. Der nachgewiesene Delta-Anteil an allen Neuinfektionen der vergangenen 14 Tage betrug 14,35 Prozent. Bei weiteren 8,51 Prozent der Fälle wird angenommen, dass sie ebenfalls von der Delta-Variante ausgelöst wurden.

17.15 Uhr: Baden-Württemberg will 60 Millionen für Luftfilter in Klassenzimmern ausgeben

Das Land Baden-Württemberg will im Herbst mit Luftfiltern gegen die Ausbreitung des Coronavirus an Schulen ankämpfen. „Neben den bestehenden Bausteinen wie regelmäßiges Testen, Masken, den eingeübten Hygiene- und Schutzmaßnahmen und gezieltem Impfen schlägt die Landesregierung den Kommunen als Schulträger heute ein Förderprogramm von 60 Millionen Euro vor“, teile Ministerpräsident Winfried Kretschmann mit. Damit wolle das Land die Kommunen bei der Anschaffung mobiler Lüftungsanlagen und CO2-Ampeln zur Hälfte unterstützen.

Die Luftfilter sollen demnach vorrangig in nicht belüftbaren Räumen zum Einsatz kommen sowie in den Klassenstufen 1 bis 6, da deren Schüler bislang noch keinerlei Impfangebot haben. Allerdings ersetzten Luftfilter das Lüften nicht, warnte Kretschmann. Auch das Impfen bleibe unerlässlich. „Jede und jeder Geimpfte bringt uns voran und hilft solidarisch gegen eine vierte Welle.“

An diesem Montagabend kommen Landesregierung und Kommunen zur Gemeinsamen Finanzkommission zusammen. Dabei soll es neben Corona-Hilfen für Städte und Gemeinden auch um die Luftfilter gehen. Die Kommunen sind für die meisten Schulen als Träger zuständig. Politiker und Experten sorgen sich, dass die besonders ansteckende Delta-Variante des Virus im Herbst dazu führen könnte, dass Schulen und Kitas wieder geschlossen werden müssen. Bayern etwa hat bereits das Ziel ausgerufen, dass es bis zum Herbst in allen Klassenzimmern einen Luftreiniger gibt.

16.50 Uhr: Ryanair hält an Maskenpflicht auf Flügen fest

Die Billigairline Ryanair will auch dann an der Maskenpflicht auf Flügen festhalten, wenn das Tragen in der Öffentlichkeit nicht mehr Vorschrift ist. Damit solle die Gesundheit von Passagieren und Personal geschützt werden, teilte die irische Fluggesellschaft am Montag mit. Die Entscheidung gelte unabhängig von den Regeln des Abflug- oder Zielortes. Ähnlich äußerte sich die britische Airline Easyjet. Erwartet wurde, dass der britische Premierminister Boris Johnson noch am Montag die Maskenpflicht in der Öffentlichkeit vom 19. Juli an weitgehend aufheben wird. Dagegen gibt es starke Kritik, unter anderem von Transportgewerkschaften.

„Derzeit gibt es keine Änderungen an der Richtlinie zum Tragen von Masken an Bord von Easyjet, und wir werden dies weiterhin überprüfen“, teilte das Unternehmen der britischen Nachrichtenagentur PA mit. „Wir lassen uns weiterhin von unserem eigenen medizinischen Berater und einer Reihe wichtiger Branchengremien leiten.“ Als Beispiele nannte die Airline etwa die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die internationale Flugbehörde ICAO.

16.31 Uhr: Mobile Luftfilter an Schulen nur in Ausnahmefällen

Mobile Luftfilter an Schulen sind aus Sicht des Städtetags Baden-Württemberg nur in Ausnahmefällen als Schutz vor einer Corona-Infektion geeignet. „Mobile Anlagen sind weder wirksam noch wirtschaftlich. Momentan können wir uns das nur für Räume vorstellen, die anders nicht mit Frischluft zu versorgen sind - vorausgesetzt, Land und Bund finanzieren das ausreichend und unbürokratisch“, sagte Gudrun Heute-Bluhm, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Städtetags am Montag in Stuttgart. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) will bald über die Ausrüstung von Schulen und Kitas mit Luftreinigern entscheiden.

Eine stationäre Anlage sieht der Städtetag anders. Mit dauerhaft eingebauten Anlagen könne die Luft verbessert werden, außerdem wirkten sie sich positiv auf die Energiebilanz aus und könnten auch während des Unterrichts arbeiten. In Baden-Württemberg kämen mindestens 67.000 Klassenräume für die Ausstattung mit raumlufttechnischen (RLT)-Anlagen in Betracht. Die Gesamtkosten schätzt der Städtetag auf 670 Millionen bis eine Milliarde Euro.

Die Kontroverse, die sich über das Lüften entwickelt habe, gehe teilweise von der irrigen Annahme aus, mobile Lüftungsanlagen könnten die Pandemie bekämpfen, erklärte Heute-Bluhm. Das sei nicht richtig. Eine von der Stadt Stuttgart in Auftrag gegebene Untersuchung bestätige, dass klassisches Lüften am wirksamsten für den Luftaustausch sei. „Es wird nur mit drei Schutzmaßnahmen gemeinsam gehen: Masken, Testen und Lüften.“

15.12 Uhr: Altmaier stellt weitere Verlängerung von Corona-Hilfen in Aussicht

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat belasteten Branchen eine weitere Verlängerung von Wirtschaftshilfen in Aussicht gestellt. Der CDU-Politiker sagte mit Blick auf die Entwicklung in der Corona-Krise: „Wir beobachten die Entwicklung sehr genau und ich werde als Wirtschaftsminister nicht zögern, rechtzeitig Ende August, wenn die Notwendigkeit sich abzeichnen sollte, auch eine weitere Verlängerung dieser Hilfen auf den Weg zu bringen.“

Die Bundesregierung hatte sich vor wenigen Wochen darauf geeinigt, das zentrales Hilfsinstrument, die Überbrückungshilfe III, als „Überbrückungshilfe III Plus“ bis Ende September 2021 zu verlängern.

14.27 Uhr: Immunologe: Zweite Impfung für Genesene „eher verschwendet“

Eine zweite Impfung für von einer Corona-Infektion Genesene ist unnötig. Sie wäre nicht gefährlich, „sondern eher verschwendet, weil sie den Antikörperspiegel im Blut nicht mehr merklich nach oben verändert“, erklärt Professor Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie (DGfI).

Schon die erste Impfung sorgt bei Genesenen laut Robert Koch-Institut (RKI) für eine sehr gute Immunantwort. Watzl sagt: „Selbst Genesene, die nur noch ganz wenig Antikörper haben, reagieren auf eine Impfung so stark, dass sie danach so hohe Antikörperwerte haben wie Menschen nach der zweiten Impfung.“ Grund: Nach der Infektion haben sich Gedächtniszellen gebildet, die durch die Impfung wieder aktiviert werden.

13.35 Uhr: Bundesregierung gegen Sanktionen für Impftermin-Schwänzer

Die Bundesregierung hat sich gegen Sanktionen für Impftermin-Schwänzer ausgesprochen. Gleichzeitig rief Regierungssprecher Steffen Seibert die Bevölkerung dazu auf, sich impfen zu lassen. „Nehmen Sie diese Angebote wahr – Sie schützen sich nicht nur selbst vor einer potenziell schweren Krankheit (…), Sie schützen auch uns alle“, sagte Seibert.

An jene, die einen Termin nicht einhalten, richtete Seibert den „dringenden Appell“: „Sagen Sie ab!“. Die Bundesregierung habe aber keine Planungen für Strafzahlungen für nicht abgesagte Termine. Am Wochenende war eine Diskussion über Strafen für geschwänzte Impftermine aufgekommen.

Bei der Beurteilung der Corona-Lage sei unter anderem maßgeblich, wie viele Menschen mit den Impfungen erreicht werden, sagte Seibert. Hinzu komme, wie sich die ansteckendere Delta-Variante in Deutschland ausbreite und inwieweit es mit dem Delta-Anstieg mehr Corona-Fälle in Kliniken und speziell auf Intensivstationen gebe.

11.31 Uhr: Merkel und Spahn werben für hohe Impfquoten - Sorgen wegen Delta

Kanzlerin Angela Merkel und Gesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) haben angesichts der sich rasch ausbreitenden aggressiveren Delta-Variante des Coronavirus auf die Bedeutung der Impfungen hingewiesen. Man müsse bei der Impfquote Richtung 80 Prozent kommen, mahnte Merkel nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen in den letzten regulären Beratungen der CDU-Spitze vor der Sommerpause in Berlin.

Vor allem ungeimpfte Kinder würden im Herbst noch verwundbar sein. Zugleich wies sie demnach darauf hin, dass die Hospitalisierung bei der Delta-Variante in anderen Ländern nicht so hoch sei.

10 Uhr: Gassen fordert Abschaffung aller Corona-Maßnahmen für Geimpfte ab September

Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, hat das Ende aller Corona-Maßnahmen für vollständig Geimpfte gefordert. "Spätestens September wird für jeden Impf-Willigen ein Impfangebot verfügbar sein, dann müssen eigentlich nahezu alle Corona-Maßnahmen weg", sagte Gassen der "Bild"-Zeitung. Jede Person könne "dann immer noch individuell entscheiden, ob er oder sie weiter Maske tragen" wolle. Eine Pflicht solle es dann aber aus seiner Sicht nicht mehr geben.

Gassen betonte, der Wegfall sei wichtig, um die Impfmoral der Bundesbürger hochzuhalten. "Mancher wird sich sonst fragen: Warum sollte ich mich impfen lassen, vielleicht zwei Tage Kopfweh oder andere Impfnebenwirkungen in Kauf nehmen und etwas für die Herdenimmunität tun, wenn ich weiterhin Maske tragen muss, nur weil sich 20 bis 30 Prozent der Leute weigern", ergänzte Gassen.

9.20 Uhr: Laschet zu EM-Zuschauern: „Brauchen klare Regeln“

CDU-Chef Armin Laschet hätte sich für die Zuschauerzulassungen bei der Fußball-Europameisterschaft „gemeinsame europäische Regeln gewünscht“. Das sagte der Unionskanzlerkandidat in einem Interview des Redaktionsnetzwerks Deutschland. „Wir brauchen klare Regeln und Hygienekonzepte – die eingehalten werden müssen. Das gilt auch für die EM und die Zulassung in Fußballstadien, damit wir genau das verhindern, ein beschleunigtes Ausbreiten der Delta-Variante in Europa“, so Laschet.

Deshalb werbe man auch für gemeinsame bundesweite Standards für Sportgroßveranstaltungen, sagte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident. „Wir werden sehr bald rechtzeitig vor dem Start der Bundesliga gemeinsame Grundregeln für die Konzepte vor Ort beschließen“, kündigte Laschet an. In der Bundesliga gab es zum Ende der Saison 2019/2020 und in weiten Teilen der vergangenen Spielzeit nur Geisterspiele.

8 Uhr: Stiko-Chef zweifelt an Sinnhaftigkeit von Schüler-Massentests

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, zweifelt an der Sinnhaftigkeit von Massentests für Schüler. „Ich frage mich, wie wichtig es tatsächlich ist, jedes symptomlos infizierte Kind durch Testung zu entdecken“, sagte Mertens gegenüber Medien. „Würde es möglicherweise reichen, jedes Kind mit Symptomen frühzeitig zu identifizieren und zu isolieren? Das mag zwar ketzerisch klingen, aber man sollte darüber nachdenken.“ Mertens betonte, alle Maßnahmen zum Infektionsschutz an Schulen sollten „auch hinsichtlich ihrer spezifischen Wirksamkeit“ überprüft werden. Diese solle man „möglichst sinnvoll“ einsetzen.

7.07 Uhr: Post scannt knapp zwei Millionen Corona-Einreiseanmeldungen ein

Die Einreiseanmeldung aus Corona-Risikogebieten hat bei der Post einem Bericht zufolge für mächtigen bürokratischen Aufwand gesorgt: Obwohl die Registrierung üblicherweise digital erfolgt, musste die Post seit September knapp zwei Millionen solcher Anmeldungen in Papierform bearbeiten, wie die Düsseldorfer "Rheinische Post" unter Berufung auf eine kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion schreibt.

Hintergrund ist, dass Einreisende aus einem Corona-Risikogebiet nach Deutschland die Gesundheitsbehörden informieren müssen. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, scannte die Post 1,82 Millionen Anmeldungen in Papierform ein und gab sie an die zuständigen Behörden weiter. Zwar steht seit November der digitale Weg zur Verfügung, dennoch wurden seitdem immer noch 1,1 Millionen analoge Karten von der Post bearbeitet.

Zum Vergleich: Die Behörden zählten seit November nach Angaben der Zeitung 7,5 Millionen digitale Einreiseanmeldungen. Das Gesundheitsministerium verteidigte das System: Dadurch gebe es bei "technischen Problemen mit dem System der digitalen Einreiseanmeldung stets die Möglichkeit" zum Ausweichen auf die Ersatzmitteilung in Papierform. Damit sei auch die Kontrolle der Einhaltung der Quarantäne durch Einreisende immer gewährleistet.

Das waren die Entwicklungen am Sonntag, 4. Juli:

21.31 Uhr: DIHK-Umfrage: Corona-Pandemie verschlechtert Ausbildung von Geflüchteten

Die Corona-Pandemie hat sich negativ auf die Ausbildung von Geflüchteten ausgewirkt. Das ergab eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) unter 70 Wirtschaftsorganisationen, wie die Funke-Zeitungen am Sonntag berichteten. Demnach gaben 60 Prozent der Befragten an, Geflüchtete seien stärker von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen als ihre Kolleginnen und Kollegen.

An der Umfrage nahmen 41 Industrie- und Handelskammern, 16 Handwerkskammern und 13 andere Organisationen wie Landwirtschaftskammern oder Bildungsträger teil. Rund jede dritte befragte Organisation berichtete demnach von einer mangelnden technischen Ausstattung, die die geflüchteten Auszubildenden hemme. Häufig fehle es an Laptops oder einer stabilen Internetverbindung. 

20.05 Uhr: Kommunen wollen Corona-Hilfen vom Land - Erstes Treffen seit der Wahl

Die Corona-Krise hat nicht nur riesige Löcher in den Haushalt des Landes Baden-Württemberg, sondern auch in die kommunalen Kassen gerissen. Nun hoffen Städte und Gemeinden, dass die grün-schwarze Landesregierung wie schon im vergangenen Jahr den Kommunen finanziell kräftig unter die Arme greift. Am Montagabend (19.00 Uhr) kommen Vertreter der Regierung und der kommunalen Spitzenverbände erstmals in der neuen Wahlperiode zur Gemeinsamen Finanzkommission zusammen - im Stuttgarter Finanzministerium.

Die Kommunen rechnen in diesem Jahr wegen des Rückgangs der Einnahmen aus Steuern und dem kommunalen Finanzausgleich mit einem Minus von 2,5 Milliarden Euro. Bis 2025 fehlten insgesamt 10 Milliarden Euro, hat der neue Gemeindetagspräsident Steffen Jäger jüngst vorgerechnet. Die Kommunen müssten ohne Hilfen den Rotstift ansetzen oder Gebühren erhöhen. Zudem wären wichtige Zukunftsinvestitionen in Klimaschutz, Digitalisierung oder Mobilität gefährdet.

19.10 Uhr: Olympia-Auftakt ohne Zuschauer droht - Athlet positiv getestet

Die Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele in Tokio wird einem japanischen Zeitungsbericht zufolge möglicherweise ohne Zuschauer über die Bühne gehen. Das berichtete die größte japanische Tageszeitung „Yomiuri Shimbun“ am Sonntag ohne Angaben von Quellen. Am 8. Juli wollten Japans Organisatoren mit der Regierung, der Stadtverwaltung sowie dem Internationalen Olympischen und dem Paralympischen Komitee zur weiter strittigen Frage der Zulassung von Zuschauern zusammenkommen. Dabei werde voraussichtlich entschieden, einen Teil der Wettkämpfe ohne Zuschauer abzuhalten. Das gleiche sei auch für die am 23. Juli in Tokio geplante Eröffnung zu erwarten.

Die Olympia-Metropole wählte am Sonntag ein neues Parlament. Bei niedriger Wahlbeteiligung zeichneten sich laut Prognosen japanischer Medien Sitzverluste für die von Gouverneurin Yuriko Koike gegründete Partei Tomin First ab, während die Liberaldemokratische Partei (LDP) von Ministerpräsident Yoshihide Suga Zugewinne erwartete.

18.06 Uhr: Anteil der Delta-Variante an Corona-Neuinfektionen steigt

Die sogenannte Delta-Variante des Coronavirus breitet sich im Südwesten weiter aus. Ihr Anteil an den besorgniserregenden Varianten wurde am Samstag (Stand: 16.00 Uhr) für die vergangenen 14 Tage vom Landesgesundheitsamt in Stuttgart mit 25,1 Prozent angegeben. Das waren 190 nachgewiesene Fälle. Es werden jedoch nicht alle positive Proben auf Varianten hin geprüft. Der Anteil möglicher Delta-Varianten stieg auf 15,5 Prozent (117 Fälle).

Die meisten Fälle unter diesen Varianten machte in der 14-Tage-Bilanz immer noch die Alpha-Variante mit 56,4 aus, die zuerst in Großbritannien festgestellt wurde.

Das Infektionsgeschehen insgesamt nimmt weiter leicht ab. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche wurde mit 5,6 angegeben. Die Behörde verzeichnete 105 neue Corona-Fälle im Südwesten und 2 neue Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus. Damit gibt es nun 501 120 bestätigte Infektionsfälle und 10 278 Todesfälle in Verbindung mit dem Virus.

17.28 Uhr: USA verfehlen Bidens Impfziel: Nur 67 Prozent der Erwachsenen geimpft

Trotz zahlreicher Anreize und einem großen Vorrat an Impfstoffen haben die USA ein von Präsident Joe Biden gesetztes Impfziel verfehlt. Die Regierung wollte erreichen, dass 70 Prozent aller Erwachsenen bis zum Nationalfeiertag am 4. Juli mindestens eine Impfdosis erhalten. Bisher bekamen jedoch nur 67 Prozent, oder 173 Millionen Menschen, mindestens die erste Impfung, wie Daten der Gesundheitsbehörde CDC am Sonntagmorgen (Ortszeit) zeigten. Gut 58 Prozent aller Erwachsenen sind bereits vollständig geimpft.

Das Weiße Haus hatte bereits Ende Juni eingeräumt, das Impfziel könne zum Unabhängigkeitstag der USA wohl nicht erreicht werden. Der Corona-Koordinator der Regierung, Jeff Zients, sagte dem Sender CNN am Sonntag, er gehe aber nicht davon aus, dass die USA nun ein Plateau erreicht hätten, ab dem es kaum mehr Fortschritte gebe. „Immer mehr Menschen entscheiden, dass sie auch geimpft werden wollen“, zeigte sich Zients zuversichtlich. Im Schnitt werden pro Tag in etwa eine Million Menschen geimpft - deutlich weniger als die mehr als drei Millionen Menschen am Höhepunkt der Impfkampagne im Frühjahr.

16.02 Uhr: Inzidenz steigt leicht - Debatte über Impfungen und Herbst-Maßnahmen

Nach wochenlangem Rückgang ist die Corona-Inzidenz in Deutschland am Wochenende erstmals wieder leicht gestiegen. Der Anstieg ist aber so minimal, dass es zunächst schwierig bleibt, konkrete Schlüsse zu ziehen. Langfristig rechnen die Deutschen einer Umfrage zufolge damit, dass die Infektionszahlen trotz Impffortschritts steigen und die Corona-Maßnahmen im Herbst auch wieder verschärft werden. Besonders im Fokus stehen hier die Schulen.

In der Politik wird zudem über nicht wahrgenommene Impftermine diskutiert. Am Wochenende wurden Forderungen nach Bußgeldern für diejenigen laut, die Termine ohne Absage verstreichen lassen.

15.18 Uhr: Aufgrund der Delta-Variante flammt die Diskussion um Schutzimpfungen für Jugendliche wieder auf

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) setzt im Kampf gegen die hoch ansteckende Delta-Variante des Coronavirus auf die Impfung von Schülern. „Die Stiko sollte dringend überlegen, wann sie das Impfen von Jugendlichen empfiehlt“, schrieb er am Sonntag auf Twitter. Das würde den Schutz für alle erhöhen und einer Generation, die auf viel verzichten musste, wieder Freiheiten zurückgeben.

14.02 Uhr: Helfen Filter gegen Delta in Schulen? Kretschmann muss entscheiden

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) will Anfang dieser Woche über die Ausrüstung von Schulen und Kitas mit Luftreinigern entscheiden. Wie die dpa am Wochenende aus Regierungskreisen in Stuttgart erfuhr, hat Kretschmann die beteiligten Ministerien schon in der Kabinettssitzung am vergangenen Dienstag dringend aufgefordert, endlich eine Kosten-Nutzen-Rechnung für mobile Raumluftfilter vorzulegen. Es könne nicht sein, dass man nach eineinhalb Jahren Corona-Krise noch nicht genau wisse, ob die Filteranlagen das Infektionsrisiko deutlich senken oder nicht.

Die mobilen Geräte kosten zwischen 3000 und 4000 Euro. Im Südwesten gibt es mehr als 67 000 Klassenzimmer. Würde man alle ausrüsten, käme man auf Kosten von rund 270 Millionen Euro. An diesem Montagabend kommen Landesregierung und Kommunen zur Gemeinsamen Finanzkommission zusammen. Dabei soll es dem Vernehmen nach neben Corona-Hilfen für gebeutelte Städte und Gemeinden auch um die Luftfilter gehen. Die Kommunen sind für die meisten Schulen als Träger zuständig. Hinzu kämen noch die etwa 9300 Kitas im Land.

Mittlerweile haben Kultus- und Sozialministerium ihre Einschätzung abgeliefert. Nach dpa-Informationen heißt es in dem Papier, dass die Filter ein Baustein für mehr Sicherheit in Klassenzimmern und Kita-Räumen sind. Das entspricht in etwa der Empfehlung des Umweltbundesamts, das erklärt hatte, dass mobile Luftfilter nur eine Ergänzung zum aktiven Lüften sein könnten.

12.37 Uhr: Große Mehrheit erwartet schärfere Corona-Maßnahmen im Herbst

Trotz fortschreitender Impfkampagne rechnet eine große Mehrheit der Deutschen im Herbst mit steigenden Corona-Infektionszahlen und neuen staatlichen Beschränkungen. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sagten 76 Prozent, dass sie einen Anstieg der Infektionszahlen erwarten. 74 Prozent gehen von einer Verschärfung der Maßnahmen gegen die Pandemie im Herbst aus. Nur 16 Prozent meinen, dass es keine neuen Einschränkungen geben wird. Zehn Prozent machten keine Angaben.

In Deutschland war die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen (7-Tage-Inzidenz) am Samstag erstmals seit rund elf Monaten wieder unter 5 gefallen. Am Sonntag stieg sie aber erstmals seit vielen Wochen wieder an. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den bundesweiten Wert mit 5,0 an. Auch die Zahlen für Gesamteuropa steigen nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation wieder.

11.41 Uhr: Diskussion über Strafen für Impfschwänzer

Vertreter von SPD und Union haben sich Forderungen angeschlossen nach Strafzahlungen für Menschen, die Impftermine nicht wahrnehmen. „Es wäre richtig, wenn es eine Strafe gäbe für diejenigen, die nicht einmal ihren Termin absagen“, sagte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach der „Bild am Sonntag“. „Denn diese Terminausfälle führen dazu, dass wir langsamer impfen, als wir könnten, und dass wir Impfstoff wegwerfen müssen.“ Lauterbach betonte, er sei selbst Impfarzt im Impfzentrum Leverkusen und kenne das Problem der ausgefallenen Termine. In den ARD-„Tagesthemen“ fügte er hinzu, es handele sich nicht um ein Kavaliersdelikt.

Unions-Fraktionsvize Thorsten Frei (CDU) sagte, Impftermine verfallen zu lassen, sei nicht nur rücksichtslos, sondern ein Schlag ins Gesicht all derer, die derzeit noch auf den knappen Impfstoff warten. „Wer nur zu bequem ist, zum Hörer zu greifen oder mit wenigen Klicks einen Termin abzusagen, sollte für die angefallenen Ausfallkosten aufkommen müssen.“

Der Präsident des Berliner Roten Kreuzes (DRK), Mario Czaja, hatte die Debatte angestoßen und Bußgelder von 25 bis 30 Euro vorgeschlagen. Seinen Angaben zufolge werden in Berliner Impfzentren inzwischen fünf bis zehn Prozent der Termine nicht wahrgenommen. Ein DRK-Sprecher sagte der Deutschen Presse-Agentur, Spritzen würden aber nicht weggeworfen, da sie immer erst aufgezogen würden, wenn die Menschen zum Termin erschienen.

10.33 Uhr: Virologin Brinkmann fordert neues Testkonzept für Schulen

Die Virologin Melanie Brinkmann fordert ein neues Corona-Testkonzept für Schulen. „Ich finde es wichtig, auch Kinder und Jugendliche vor einer Infektion mit Sars-CoV-2 zu schützen“, sagte die Wissenschaftlerin dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (Sonntag). Die Delta-Variante werde nach den Sommerferien „sehr schnell durch die Schulen rauschen, wenn wir keine Vorsorge treffen“, betonte Brinkmann.

Statt weniger präzisen Antigen-Schnelltests spricht sich die Wissenschaftlerin des Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung für den vermehrten Einsatz sogenannter Lollitests oder Gurgeltests aus. „Das spart Kosten und kann per PCR ausgewertet werden“, erläuterte die Virologin.

Außerdem sollten Brinkmann zufolge Masken getragen werden, um das Infektionsrisiko zu senken. Auch Ventilatoren direkt in den Fensterscheiben seien eine gute Lösung. „Ohne zusätzliche Maßnahmen werden die Infektionen wieder zunehmen, es wird zu Quarantäneschleifen kommen, wie man es jetzt schon in Großbritanniens Schulen beobachten kann“, sagte die Virologin.

9.26 Uhr: Landesgesundheitsamt: Delta wird sich auch im Südwesten durchsetzen

Auch wenn die Corona-Fallzahlen zuletzt sinken: Die Delta-Variante breitet sich aus und dürfte schon bald dominieren, ist das Landesgesundheitsamt überzeugt. Das helfende Mittel ist für die Behörde absolut klar.

Das Landesgesundheitsamt (LGA) rechnet damit, dass sich die Delta-Variante des Coronavirus auch im Südwesten in den kommenden Wochen durchsetzen wird. Der Anteil dieser zuerst in Indien entdeckten Variante wird laut LGA mit hoher Wahrscheinlichkeit weiter zunehmen und die noch vorherrschende Alpha-Variante verdrängen, wie eine Sprecherin der Behörde in Stuttgart mitteilte.

Für den weiteren Verlauf des Infektionsgeschehens im Land seien deshalb eine steigende Durchimpfungsrate und stringent von der Sieben-Tage-Inzidenz abhängige Öffnungsschritte entscheidend. Da die Delta-Variante über eine erhöhte Übertragbarkeit gegenüber der Alpha-Variante verfüge, sei eine erhöhte Aufmerksamkeit wichtig.

Der Anteil der Delta-Variante an allen Neuinfektionen hatte zuletzt bereits deutlich zugelegt. Nach LGA-Angaben vom Samstag lag er für die vergangenen 14 Tage bei 25,1 Prozent. Der Anteil möglicher Delta-Varianten stieg auf 15,5 Prozent. Zuvor lagen die Werte bei über 10 beziehungsweise bei mindestens 5 Prozent.

8.17 Uhr: Erneut ausländischer Olympionike in Japan positiv getestet

Weniger als drei Wochen vor Beginn der Olympischen Spiele in Tokio gibt es einen weiteren Corona-Fall unter einreisenden Athleten. Wie die japanische Regierung am Sonntag bekanntgab, wurde ein Mitglied des Olympia-Teams aus Serbien am Vortag bei der Ankunft am Flughafen Haneda in Tokio positiv auf das Coronavirus getestet. Die Person sei isoliert worden. Vier weitere Mitglieder des Teams seien in eine Unterkunft nahe des Flughafens gebracht worden. Zuvor waren schon zwei Mitglieder der Olympia-Mannschaft aus Uganda positiv getestet worden. Dies löste Zweifel an den Schutzmaßnahmen aus.

Das serbische Team hätte eigentlich zum Trainingslager in Nanto in der Präfektur Toyama weiterreisen sollen. Das Training werde wahrscheinlich abgesagt, meldeten örtliche Medien unter Berufung auf die lokalen Behörden. Niemand, der kam, um die serbischen Athleten abzuholen, sei in Kontakt mit der Mannschaft gekommen, hieß es. Die Olympischen Spiele waren wegen der Pandemie um ein Jahr verschoben worden. Die Spiele sollen nun vom 23. Juli bis 8. August unter strengen Hygiene- und Corona-Regeln abgehalten werden. Japan und das IOC betonen immer wieder, die Spiele würden für alle „sicher“ sein.

6 Uhr: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz mit 5,0 leicht höher als am Vortag

Der seit Wochen anhaltende Rückgang der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen hat am Sonntag vorläufig ein Ende gefunden. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, lag der Wert bei 5,0 Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner. Am Samstag war er auf 4,9 gesunken, am Freitag hatte er 5,0 betragen und am Sonntag vergangener Woche 5,7.

Wie das RKI weiter mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 559 Corona-Neuinfektionen sowie sieben Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus registriert. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Ansteckungen in Deutschland seit Beginn der Pandemie liegt damit bei 3.730.912, die Zahl der Corona-Toten beträgt 91.030. Die Zahl der von einer Corona-Infektion Genesenen gibt das RKI mit etwa 3.628.400 an.

Das waren die Entwicklungen am Samstag, 3. Juli:

21.15 Uhr: Opposition fordert von Regierung bessere Vorbereitung auf Corona-Herbst

Die Oppositionsparteien Grüne, Linke und FDP drängen die Bundesregierung, das Land besser auf möglicherweise steigende Corona-Infektionszahlen im Herbst vorzubereiten. "Jetzt müssen die Vorbereitungen für den Herbst getroffen werden und insbesondere die Schulen auf möglicherweise wieder steigende Infektionszahlen vorbereitet werden", sagte die Linken-Vorsitzende Janine Wissler der neuen Ausgabe des "Spiegel". Im vergangenen Sommer sei dies komplett versäumt worden. 

"Mehr Tests nach den Ferien, Luftfilter, mehr Schulbusse für den Herbst" forderte Wissler. Es müsse alles getan werden, um eine weitere Welle zu verhindern. Das Impfen müsse dringend beschleunigt werden, zudem müsse mit der Notwendigkeit einer dritten Impfung im Herbst gerechnet werden. "Deshalb halten wir die geplante Schließung der Impfzentren für falsch und verfrüht", sagte die Linken-Chefin. 

Auch Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt befürchtet eine weitere Corona-Welle im Herbst. "Bei der Deltavariante darf sich das Planungsversagen der Bundesregierung nicht erneut wiederholen", sagte sie. Die Bundesregierung dürfe sich auf den aktuell niedrigen Infektionszahlen nicht ausruhen, sondern müsse "diesmal endlich vorausschauende Politik machen". 

Göring-Eckardt fordert, "jetzt sofort" Teststationen an den Grenzen einzurichten und alle Urlaubsrückkehrer zu Tests zu verpflichten. "Wer aus Risikogebieten zurückkehrt, sollte zweimal getestet werden", sagte sie. Ebenso müsse die Impfkampagne gezielt Menschen adressieren, die bisher beim Impfen noch unschlüssig waren oder ihre Termine für die Zweitimpfung haben verstreichen lassen. 

Der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Fraktion, Marco Buschmann, drängt ebenfalls auf eine veränderte Impfkampagne. "Wir benötigen auch mehr mobile Impfteams in der Fläche, um Unentschlossene besser aufzuklären und zu erreichen. Das gilt insbesondere für soziale Brennpunkte", sagte Buschmann. 

19.50 Uhr: 300 Beschäftigte des italienischen Gesundheitswesens klagen gegen Impfpflicht

300 Beschäftigte des italienischen Gesundheitswesens gehen Medienberichten zufolge gerichtlich gegen die Impfpflicht für medizinisches Personal vor. "Dies ist kein Kampf von Impfgegnern, sondern ein demokratischer Kampf", sagte der Anwalt Daniele Granara der Zeitung "Il Giornale di Brescia" vom Samstag. Die Klage wurde von Pflegerinnen und Pflegern in Norditalien eingereicht, für den 14. Juli wurde eine Anhörung angesetzt. "Wir zwingen Leute, ein Risiko einzugehen unter der Androhung, dass sie ihren Beruf nicht länger ausüben dürfen", sagte Granara, der die Klage mit initiierte. Er vertritt zudem Dutzende Pfleger, die vom Dienst suspendiert wurden, weil sie eine Impfung ablehnten.

In Italien trat im April ein Gesetz in Kraft, wonach Beschäftigte privater und staatlicher Gesundheitsdienste, von Apotheken und Arztpraxen sich gegen Covid-19 impfen lassen müssen oder ohne Bezahlung freigestellt werden, sofern sie nicht an anderer Stelle eingesetzt werden können. Nach den alten Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen gehörten Angehörige des Gesundheitswesens sowie Lehrpersonal zu den ersten Gruppen, die in Italien geimpft wurden. Den jüngsten offiziellen Zahlen zufolge sind 45.750 von insgesamt 1,9 Millionen Beschäftigten des Gesundheitssystems noch nicht geimpft. 

Insgesamt wurden landesweit 52,7 Millionen Impfdosen verabreicht. Rund 19,5 Millionen Italiener sind komplett geimpft, das sind 36 Prozent der Bevölkerung ab zwölf Jahren.

18.36 Uhr: Mallorca hofft trotz steigender Corona-Zahlen auf gute Sommersaison

Trotz wieder zunehmender Corona-Infektionen hoffen die Politik und die Tourismusbranche auf der Deutschen liebsten Ferieninsel Mallorca auf eine gute Sommersaison. „Die Lust aufs Reisen ist groß. Wir hoffen auf eine Saison, die weit bis in den Herbst hinein anhält“, zitierte die „Mallorca Zeitung“ Regionalpräsidentin Francina Armengol. Auch die Managerin von Hotels der Gruppe Melía in Magaluf, Belén Sanmartín, äußerte sich vorsichtig optimistisch. Sie hoffe in diesem Sommer auf eine Auslastung von 50 bis 60 Prozent, berichtete die Zeitung „Diario de Mallorca“ am Samstag.

Magaluf, sozusagen der Ballermann der Briten, erwacht gerade zu neuem Leben, nachdem Großbritannien die Balearen auf die grüne Liste der Regionen gesetzt hat, die bei der Rückkehr in die Heimat keine Quarantänepflicht auslösen. Allerdings müssen Briten anderes als Deutsche einen negativen PCR-Test vorlegen, um zu der Inselgruppe im Mittelmeer zu reisen.

Aber alle, die auf Mallorca und den anderen Baleareninseln Menorca, Ibiza und Formentera leben, treibt die Sorge um, dass sich der vergangene Sommer wiederholen könnte, als die Pandemie zunächst unter Kontrolle schien, die Zahlen dann aber im Laufe des Sommers wieder in die Höhe schossen.

Mehr infizierte junge Leute, viel weniger Tote, auf diese Formel lässt sich die Corona-Entwicklung in Spanien derzeit bringen. Seit April waren die Corona-Zahlen stetig gesunken, jetzt steigen sie wieder deutlich. Auch auf den den Balearen kletterte die Sieben-Tage-Inzidenz wieder auf 94, auch wegen einer Massenansteckung spanischer Schüler auf Abiturreisen.

Anders als bei früheren Corona-Wellen sind dieses Mal besonders jüngere Menschen betroffen, die nur leichte oder gar keine Krankheitssymptome entwickeln. Die Patientenzahlen auf Intensivstationen und die Todeszahlen bleiben deshalb bisher niedrig. In der Gruppe der 20- bis 29-jährigen beträgt die Sieben-Tage-Inzidenz in Spanien rund 450. Mallorca hat deshalb vergangene Woche mit der Impfung von 16- bis 29-Jährigen begonnen.

17.20 Uhr: Britische Stars werben in Musical-Video fürs Impfen

Britische Stars wollen mit einer Musical-Einlage Werbung fürs Impfen gegen das Coronavirus machen. In einem knapp zweiminütigen Video des britischen National Health Service (NHS) sind Schauspieler wie Jim Broadbent („Game of Thrones“) und Derek Jacobi sowie der Comedian David Walliams zu dem Song „The Rhythm of Life“ aus dem Musical „Sweet Charity“ zu sehen. Eingestreut in die Sing- und Tanzperformance, bei der auch zahlreiche Tänzerinnen und Tänzer aus dem Londoner West End mitwirken, sind klare Appelle. „Hol dir einfach eine Impfung“, sagt Broadbent, der die Show halb mittanzend aus dem Publikum verfolgt. Die Botschaft: Nur mit Impfungen kann der Rhythmus des Lebens wieder in Fahrt kommen.

Die Impfbereitschaft ist im Vereinigten Königreich im Vergleich zu anderen Ländern überdurchschnittlich hoch. Fast 86 Prozent der erwachsenen Bevölkerung haben bereits eine erste Impfdosis erhalten. Allerdings ist unter einigen Minderheiten die Skepsis höher als in anderen Teilen der Bevölkerung - worauf man versucht, mit gezielten Kampagnen zu reagieren.

Der Werbefilm wurde pünktlich zum 73. Geburtstag des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS veröffentlicht. Am Samstag sollten auch Kirchen, Stadien und viele andere Gebäude in Blau - der Farbe des NHS - erstrahlen, um Medizinern und Pflegekräften zu danken.

15.45 Uhr: Mediziner: Impfungen bei Kindern überfällig

In der Debatte um Corona-Impfungen bei Kindern hat der renommierte Biomediziner Gerhard Ehninger die Ständige Impfkommission kritisiert. Sie blockiere „unverantwortlich den Einsatz von zugelassenen Medikamenten“, schrieb der Hämatologe, Onkologe und Krebsforscher in einer Kolumne der „Dresdner Neuesten Nachrichten“ (Samstag). „Die Impfungen bei Kindern sind überfällig.“ Angesichts der Delta-Variante, die in Israel und Großbritannien das Infektionsgeschehen trotz Impfrate über 50 Prozent wieder verstärkt hat, müssten alle vorhandenen Impfdosen rasch verabreicht und eine Quote von über 90 Prozent erreicht werden.

Ehninger appellierte zudem, den Sommer zu nutzen, um die Sicherheit für Kinder und Jugendliche zu erhöhen. An Schulen fehle es an Infrastruktur wie Klimageräten und Informationstechnologie, Ausweichräumen und virensicheren Belüftungsanlagen. „Die Delta-Variante hat unter diesen Bedingungen in kleinen Klassenräumen mit 25 ungeimpften Schülerinnen und Schülern leichtes Spiel“, warnte er. Das Schuljahr dürfe nicht „mit der gleichen Blauäugigkeit“ beginnen wie im Herbst 2020.

Die EU-Kommission hat den Corona-Impfstoff von Biotech/Pfizer für Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen. In Deutschland gibt es bisher noch keine allgemeine Impfempfehlung für diese Altersgruppe, aber Überlegungen hinsichtlich vorerkrankter Kinder. Die Bundesregierung will für Kinder und Jugendliche bis Ende August mindestens die erste Impfung möglich machen.

14.12 Uhr: Brand von Corona-Schnelltest-Pavillon - Verdächtige festgenommen

Ein Feuer hat in Reutlingen einen Pavillon für Corona-Schnelltests zerstört. Beamte nahmen drei Verdächtige fest, wie die Polizei am Samstag mitteilte. Der Brand war von einer Zeugin gemeldet worden. Feuerwehrleute löschten die Flammen in der Reutlinger Innenstadt demnach am frühen Samstagmorgen. Verletzte gab es nicht. Die drei Verdächtigen sind zwischen 18 und 32 Jahre alt. Weitere Details waren zunächst nicht bekannt.

13 Uhr: Russland verzeichnet erneuten Höchstwert bei Corona-Toten

Russland hat am fünften Tag in Folge einen neuen Höchstwert bei den Todesfällen in Zusammenhang mit dem Coronavirus verzeichnet. Die Gesundheitsbehörden gaben am Samstag 697 Corona-Tote und 24.439 Neuinfektionen binnen 24 Stunden bekannt. Das ist der höchste Stand seit Mitte Januar, als das Land eine heftige zweite Welle durchgemacht hatte. 

Experten machen für den sprunghaften Anstieg der Fälle eine zunehmende Verbreitung der besonders ansteckenden Delta-Variante des Virus verantwortlich. Der Anstieg der Fälle veranlasste Präsident Wladimir Putin am Mittwoch erneut dazu, die Menschen in einer Ansprache an die Nation zu Impfung aufzufordern. 

Die Schwierigkeit besteht nicht nur darin, die in hohem Maße impfskeptische Bevölkerung von einer Impfung zu überzeugen, sondern auch bereits Geimpfte zu einer Auffrischung der Impfung zu bewegen.

12.19 Uhr: Ärzte warnen vor Aufhebung von Corona-Maßnahmen in England Mitte Juli

Wegen der rapiden Ausbreitung der Delta-Variante haben Mediziner vor einer baldigen Aufhebung aller Corona-Maßnahmen in England gewarnt. „Da die Fallzahlen wegen der hohen Ansteckungsrate der Delta-Variante weiterhin alarmierend ansteigen und mehr Menschen sich treffen, macht es keinen Sinn, die Beschränkungen in etwas mehr als zwei Wochen vollständig aufzuheben“, sagte Chaand Nagpaul von der British Medical Association dem Sender BBC am Samstag.

Die britische Regierung will nach derzeitigem Stand am 19. Juli die meisten verbleibenden Corona-Maßnahmen in England aufheben. So könnten dann Nachtclubs wieder öffnen und Menschen sich in unbegrenzt großen Gruppen treffen und feiern. Sogar die Aufhebung der Maskenpflicht steht zur Debatte.

Der Medizinerverband fordert, Masken in Innenräumen wie Geschäften oder Bahnen und Bussen weiterhin verpflichtend zu machen. Außerdem solle bessere Lüftungstechnik eingesetzt werden.

11.32 Uhr: Italien: Polizei nimmt Netzwerk für gefälschte Corona-Pässe hoch

Italienische Ermittler haben mehrere Kanäle und Konten der Chat-App Telegram beschlagnahmt, über die Kriminelle digitale Zertifikate für den sogenannten Grünen Pass anboten. Insgesamt habe es sich um zehn Kanäle und Accounts gehandelt, die die Nutzer zu anonymen Konten auf Marktplätzen im Dark Web führten, teilte die Finanzpolizei am Samstag in Rom mit. Auf den Online-Handelsplätzen hätten Verkäufer Fälschungen für das digitale Zertifikat gegen eine Bezahlung in Kryptowährungen angeboten. Der Nachweis bescheinigt den vollständigen Impfschutz gegen Covid-19 und ist für Reisen etwa innerhalb der EU wichtig.

Der Preis dafür lag der Guardia di Finanza zufolge umgerechnet zwischen 110 und 130 Euro. Tausende Nutzer hätten sich auf den Telegram-Kanälen registriert, hieß es weiter. Dort wurden auch Ampullen mit einem angeblichen Impfstoff gegen Corona zum Kauf angeboten.

10.41 Uhr: Kalifornischer Zoo impft seine Tiere gegen Covid-19

Der Zoo im kalifornischen Oakland hat damit begonnen, Tiere wie Tiger, Bären, Pumas und Frettchen gegen Covid-19 zu impfen. Nach Mitteilung des Zoos am Freitag soll der experimentelle Impfstoff des US-Herstellers Zoetis als nächstes Affen, Fruchtfledermäusen und Schweinen verabreicht werden. Bis jetzt hätten sie auf Schutzmaßnahmen wie Abstand, Barrieren und Schutzkleidung der Mitarbeiter gesetzt. Sie seien „erleichtert“, ihre Tiere nun mit einem Impfstoff besser schützen zu können, sagte die Veterinärin Alex Herman.

Der Tiergesundheitskonzern Zoetis will laut der Mitteilung knapp 70 Zoos und anderen Einrichtungen in den USA mehr als 11 000 Dosen des Impfstoffes spenden.

9.30 Uhr: Intensivmediziner: Nicht mehr nur auf Inzidenz schauen

Intensivmediziner sprechen sich dafür aus, bei der Pandemiebekämpfung nicht mehr ausschließlich die Inzidenzwerte in den Fokus zu stellen. „Mit steigender Impfquote ist der Inzidenzwert alleine weniger aussagekräftig, um die potenzielle Gefahr für das Gesundheitssystem messen zu können“, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN), Christian Karagiannidis, der „Rheinischen Post“ (Samstag). „Wir rechnen damit, dass die Inzidenzwerte im Herbst, wie in England aktuell schon der Fall, stärker steigen werden als die Zahl der Intensivpatienten“, so der Intensivmediziner.

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) äußerte sich am Freitag ähnlich: Die Inzidenzwerte würden weiter eine wichtige Rolle spielen, „weil sie natürlich eine Aussage darüber treffen, wie viele Leute sich neu mit Corona infizieren“, sagte er. „Aber wenn wir jetzt in der Situation sind, dass eine hohe Zahl von Bürgern geimpft ist, müssen wir natürlich weitere Faktoren einbeziehen.“ Ganz wichtig sei die Frage, wie gut die Impfung gegen neue Varianten wie Delta wirke.

8.19 Uhr: Flaute im Impfzentrum - immer mehr freie Termine bleiben ungenutzt

Geduld und Glück waren bislang gefragt, um einen Impftermin zu ergattern. Schlangen bildeten sich bei Impfaktionen, die Kritik war laut, Hausärzte stöhnten und Impfstoff war eigentlich immer zu knapp. Das hat sich geändert. Stockt die Impfkampagne?

Monatelang war die Suche nach einem Impftermin in Baden-Württemberg eine Geduldfrage. Mittlerweile hat sich die Situation in den Impfzentren deutlich entspannt. Mehr noch: Es bleiben Termine ungenutzt, weil das Impfinteresse fehlt. „Die Lage hat sich gedreht“, heißt es zum Beispiel beim Landratsamt Ravensburg. „Seit dieser Woche haben wir viele freie Termine.“ Bis zum Sonntag seien im Kreisimpfzentrum noch bis zu 1000 Impftermine für eine Corona-Erstimpfung zu vergeben, sagte eine Sprecherin am Freitag. Es gebe genug Impfstoff, aber die Zahl der Anmeldungen gehe zurück.

Flaute auch im Kreisimpfzentrum Meßstetten: „Bei uns bleiben neu eingestellte Termine zum Teil tagelang ungebucht, sie werden nicht in Anspruch genommen“, sagte Anja Heinz, die Sprecherin des Landratsamts. Die Zahl der Impfungen nehme zwar nicht ab. „Aber wir haben mehr Impfstoff und könnten mehr impfen.“ 

Nach Karlsruher Angaben könnte der Trend mit dem größeren Angebot an Erstimpfterminen zusammenhängen, da die große Welle der Zweitimpfungen mittlerweile abgeschlossen ist. „Zum anderen dürfte die bevorstehende Ferienzeit manche Impfwillige daran hindern, jetzt einen Termin zu buchen, wenn der Zweittermin in der Urlaubszeit liegt“, sagte sie. Nach Einschätzung der Kassenärztlichen Vereinigung dürfte auch bald die Menge der Impfwilligen ausgeschöpft sein.

6 Uhr: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sinkt unter fünf

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist unter fünf Fälle pro 100.000 Einwohner gefallen. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Samstagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, sank der Wert auf 4,9. Am Freitag hatte er bei 5,0 gelegen und am Samstag vergangener Woche bei 5,9.

Wie das RKI weiter mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 671 Corona-Neuinfektionen sowie 16 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus registriert. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Fälle in Deutschland seit Beginn der Pandemie liegt damit bei 3.730.353, die Zahl der Corona-Toten beträgt 91.023. Die Zahl der von einer Corona-Infektion Genesenen gibt das RKI mit etwa 3.627.800 an.

Auch wenn die Corona-Fallzahlen derzeit sehr niedrig sind, gibt die Ausbreitung der besonders ansteckenden Delta-Variante des Coronavirus Anlass zur Sorge. Der Anteil der Ansteckungen mit der zuerst in Indien festgestellten Variante an allen Corona-Neuinfektionen verdoppelte sich laut RKI in der dritten Juniwoche erneut auf nun 37 Prozent. Die Experten gehen davon aus, dass Delta spätestens in dieser Woche zum dominierenden Virusstamm in Deutschland wird.

Das waren die Entwicklungen am Freitag, 2. Juli:

22.50 Uhr: Viele Impfungen durch Betriebsärzte bisher nicht erfasst

Ein erheblicher Teil der betrieblichen Impfungen geht einem Bericht zufolge bisher nicht in die Statistik des Robert-Koch-Instituts (RKI) ein. Ein zentraler Grund sei, dass zahlreiche Betriebsärzte ihre Daten noch nicht an die Digitale Impfquotenmonitoring (DIM), eine Datenbank des RKI, melden könnten, berichteten die „Stuttgarter Zeitung“ und die „Stuttgarter Nachrichten“ (Samstagsausgaben). Daraus ergibt sich nach Angaben des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW) ein erheblicher Melderückstand.

„Wir wissen aus einer aktuellen Umfrage im Verband, dass 40 Prozent der Betriebsärzte noch nicht an das DIM zur Meldung an das RKI angebunden sind“, sagte VDBW-Vizepräsidentin Anette Wahl-Wachendorf. Die noch unveröffentlichte Umfrage wurde demnach am 28. Juni vorgenommen.

Dem RKI zufolge wurden seit dem Start der betrieblichen Impfkampagne am 7. Juni bis zum 30. Juni bundesweit erst 553. 043 Erstimpfungen und 10. 852 Zweitimpfungen durch Betriebsärzte in der Statistik erfasst. Laut Bundesgesundheitsministerium wurden bis zum 27. Juni allerdings 2,15 Millionen Impfdosen an die Betriebsärzte ausgeliefert.

20.57 Uhr: Schönheitschirurg sieht Zunahme von OPs während Pandemie

Während der Corona-Pandemie haben sich laut dem Schönheitschirurgen Werner Mang (71) deutlich mehr Menschen unters Messer gelegt. Wenn es den Leuten nicht so gut gehe, investierten sie viel in Gesundheit und Schönheit, sagte Mang dem Wochenendmagazin von „Stuttgarter Zeitung“ und „Stuttgarter Nachrichten“ (Samstag). Das sei auch schon während der Finanzkrise so gewesen. „In der Corona-Pandemie haben die kleinen Schönheits-OPs ab 2021 massiv zugenommen“, sagte der Mediziner, der am Bodensee eine Klinik für Schönheitschirurgie betreibt.

Mang sieht gleich mehrere Gründe für einen solchen Anstieg. Bei Facetime und Skype sehe man schonungslos seine Falten, sagte er mit Blick auf die nun häufiger genutzte Videotelefonie. Dazu komme, dass die Leute nicht in Urlaub fahren konnten. „So investieren sie ihr Geld in einen Ausflug an den Bodensee oder wohin auch immer.“

19.22 Uhr: Bundesregierung stuft Zypern und Katalonien als Risikogebiete ein

Mit Zypern und der spanischen Region Katalonien setzt die Bundesregierung am Sonntag zwei weitere Urlaubsgebiete auf die Liste der Corona-Risikogebiete. Außerdem werden drei weitere Regionen in Spanien und Norwegen zu Risikogebieten erklärt, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag mitteilte. Das hat aber kaum faktische Auswirkungen für Urlauber, da Flugreisende sich ohnehin bei Einreise testen lassen müssen und damit dann die Quarantänepflicht entfällt. Allerdings bedeutet die Einstufung als Risikogebiet, dass das Auswärtige Amt von Reisen dorthin abrät.

Als Risikogebiete werden Länder und Regionen eingestuft, in denen die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen (Sieben-Tage-Inzidenz) über 50 liegen. Es ist die niedrigste Risikostufe. In die beiden höheren Kategorien der Hochinzidenz- und Virusvariantengebiete werden am Sonntag keine zusätzlichen Länder oder Regionen eingestuft. Von der Risikoliste gestrichen wird in Europa nur eine Region in Kroatien, außerdem Katar und die Karibikinseln Guadeloupe und Aruba.

17.24 Uhr: Schäuble sieht Corona-Untersuchungsausschuss skeptisch

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) sieht eine parlamentarischen Aufarbeitung der Corona-Pandemie skeptisch und warnt vor „Rechthaberei“. Über eine mögliche Enquetekommission oder einen Untersuchungsausschuss müsse „der nächste Bundestag entscheiden, aber ich mache keinen Hehl aus meiner Skepsis“, sagte Schäuble den Zeitungen der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft sowie der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“ (Samstagsausgaben). Die AfD-Bundestagsfraktion hatte mehrfach einen Untersuchungsausschuss zum Corona-Krisenmanagement der Bundesregierung gefordert.

Schäuble plädierte dafür, zwischen „Entscheidungen in der Krise und der Rechthaberei hinterher“ zu trennen. „Deswegen soll der nächste deutsche Bundestag machen, was er für richtig hält; er sollte aber verstehen, dass nahezu alle, die in schwieriger Lage Verantwortung getragen haben, ihr Bestmögliches getan haben“, betonte der CDU-Politiker. Das sei vielleicht nicht immer gut genug gewesen, „aber insgesamt stehen wir doch so schlecht nicht da bisher“, fügte Schäuble hinzu.

16.30 Uhr: Anteil an Delta-Variante in Baden-Württemberg steigt weiter

Der Anteil der Delta-Variante bei den Neuinfektionen im Südwesten nimmt weiter zu. Das geht aus den jüngsten Zahlen des Landesgesundheitsamts hervor. Lag ihr Anteil in der ersten Juniwoche noch bei 1,6 Prozent (86 Infektionen), so stieg er in der aktuellen Woche auf 27,2 Prozent (339 Fälle). Seit Auftreten der Variante wurden in 24 Land- und Stadtkreisen von den Gesundheitsämtern 92 Ausbrüche mit der Delta-Variante übermittelt, wie das Amt dem SÜDKURIER auf Anfrage mitteilte. Durch die Ausbrüche wurden 652 Neuinfektionen registriert, drei Menschen starben. Mehrere Ausbrüche gehen auch auf die Region zurück: Drei wurden im Schwarzwald-Baar-Kreis registriert, im Breisgau-Hochschwarzwald waren es zwei, ebenso im Bodenseekreis. 

15.31 Uhr: Auch Baden-Württemberg ändert Impfkampagne für Astrazeneca-Termine

Angesichts der schnellen Ausbreitung der besonders ansteckenden Delta-Variante ändert auch Baden-Württemberg seine Impfkampagne und folgt der jüngsten Corona-Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko). Diese hatte am Vortag überraschend mitgeteilt, dass Menschen, die eine erste Dosis des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca erhalten haben, künftig unabhängig vom Alter als zweite Spritze einen mRNA-Impfstoff wie den von Biontech oder Moderna bekommen sollen.

Außerdem müssten bei Volljährigen im Juli und August zwischen einer Astrazeneca-Erstimpfung und der zweiten Dosis nur noch mindestens vier Wochen liegen, kündigte das Gesundheitsministerium an.

„Nach den vorliegenden Studien gehört eine heterologe Impfung zum Besten, was wir derzeit beim Kampf gegen das Coronavirus anbieten können“, sagte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne).

15 Uhr: Kretschmann gegen Impfpflicht und für Überzeugungsarbeit

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat sich gegen eine Impfpflicht in Deutschland ausgesprochen. Man müsse für die Corona-Impfung werben, um den Menschen die Angst vor deren möglichen Nebenwirkungen zu nehmen, sagte der Regierungschef am Mannheimer Lessing Gymnasium. Der Impfstoff sei so gut geprüft wie kein anderes Medikament.

Die Nebenwirkung von Covid-19 könne der Tod sein. Impfen sei umso wichtiger, da bei der sich ausbreitenden Delta-Mutation erst eine Herdenimmunität erreicht werde, wenn sich 90 Prozent der Bevölkerung impfen lassen, sagte er.

Er gab zu bedenken, dass eine obligatorische Impfung ein großer Eingriff in Grundrechte sei. Die Frage, wie die Skepsis gegenüber der Impfung vertrieben werden könne, sei ein „ein wunder Punkt“, sagte Kretschmann bei einer Diskussionsveranstaltung mit zwei zehnten Klassen.

14 Uhr: Spahn wirbt für Astrazeneca plus Biontech oder Moderna

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat ausreichend Impfstoff für die Umsetzung der überraschend geänderten Astrazeneca-Empfehlung der Ständigen Impfkommission zugesichert. „Es wird sehr zügig gehen können, die Empfehlung umzusetzen, weil ausreichend mRNA-Impfstoff da ist“, sagte der CDU-Politiker nach Beratungen mit seinen Länder-Kolleginnen und -Kollegen in Berlin.

Die Impfkommission hatte am Vortag überraschend mitgeteilt, dass Menschen, die eine erste Dosis des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca erhalten haben, künftig unabhängig vom Alter als zweite Spritze einen mRNA-Impfstoff wie den von Biontech oder Moderna erhalten sollen.

13.18 Uhr: SPD fordert Luftfilter in allen Klassenzimmern

Angesichts der Gefahr durch die Delta-Variante des Coronavirus steigt der Druck auf Grün-Schwarz die Schulen im Südwesten bis zum Herbst mit Luftfiltern auszurüsten. „Es muss jetzt jede Maßnahme ergriffen werden, um das Infektionsrisiko für unsere Kinder im Herbst zu senken“, sagte SPD-Fraktionschef Andreas Stoch am Freitag in Stuttgart. Viele Schülerinnen und Schüler würden dann noch nicht geimpft sein. „Deshalb braucht es Luftfilter in allen Klassenzimmern des Landes“, forderte Ex-Kultusminister Stoch. Die Regierung dürfe sich „nicht erneut sehenden Auges in Schulschließungen hineinmanövrieren“. Auch die Lehrerverbände haben sich immer wieder für die Anschaffung von mobilen Raumluftfiltern ausgesprochen.

12.54 Uhr: Länder wollen Stiko-Empfehlung zu Astrazeneca umsetzen

Die Länder wollen ab sofort die Empfehlung der Ständigen Impfkommission umsetzen, nach einer Erstimpfung mit Astrazeneca als zweite Dosis ein anderes Präparat zu verabreichen. Eine derartige Kombination von Impfstoffen sei nach wissenschaftlichen Erkenntnissen „besonders wirksam“, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nach Beratungen mit seinen Länderkollegen im Rahmen der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) am Freitag in Berlin. Sie biete einen „sehr, sehr hohen Impfschutz“.

Spahn rief die Bürger auf, nicht auf die Zweitimpfung zu verzichten - diese sei besonders wichtig zur Abwehr der besonders infektiösen Delta-Variante des Coronavirus. „Je mehr Impfungen im Sommer, desto besser wird der Herbst“, sagte der Minister. Die Kreuzimpfung sei prinzipiell ab sofort möglich - je nach Verfügbarkeit von Impfstoffen und logistischen Voraussetzungen.

11 Uhr: Corona-Pandemie: Bundeswehr fährt Unterstützung zurück

Wegen der seit längerem sinkenden Zahlen von Corona-Neuinfektionen hat die Bundeswehr ihre Amtshilfe bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie stark zurückgefahren. Aktuell seien noch 396 Soldaten und Soldatinnen im Einsatz, wie das Landeskommando Baden-Württemberg in Stuttgart mitteilte.

Zeitweise waren es bis zu 2000 Männer und Frauen, die Gesundheitsämter bei der Kontaktnachverfolgung unterstützten, Schnelltests durchführten, im Krankenhaus im Einsatz waren oder Aussteigekarten von Reiserückkehrern bearbeiteten. Aktuell liege der Schwerpunkt bei der Unterstützung der Impfzentren.

9.51 Uhr: Vakzin von Johnson & Johnson auch wirksam gegen die besonders ansteckende Delta-Variante

Das Corona-Vakzin von Johnson & Johnson ist nach Angaben des Herstellers auch wirksam gegen die besonders ansteckende Delta-Variante. Dies hätten zwei Studien mit insgesamt 28 Teilnehmern ergeben, teilte das US-Unternehmen mit. Es gab zudem bekannt, dass die Immunreaktion nach einer J&J-Impfung für mindestens acht Monate anhält.

Das Vakzin biete "dauerhaften Schutz gegen Covid-19" und wirke "neutralisierend gegen die Delta-Variante", erklärte der Forschungsvorstand von Johnson & Johnson, Paul Stoffels. Forschungschef Mathai Mammen erklärte, bisherige Studienergebnisse hätten gezeigt, dass der Impfstoff eine "starke neutralisierende Antikörper-Reaktion generiert, die nicht nachlässt, sondern sich vielmehr im Laufe der Zeit verbessert".

8.21 Uhr: RKI registriert 649 Corona-Neuinfektionen 

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 649 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Freitagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 07.18 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche waren 774 Ansteckungen registriert worden.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit bundesweit 5,0 an (Vorwoche: 6,2). Deutschlandweit wurden nach diesen Angaben binnen 24 Stunden 69 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 62 Tote. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.729.682 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit rund 3.626.800 an.

Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.007.

8 Uhr: Braun: Inzidenz künftig nicht alleinige Grundlage für Corona-Maßnahmen

Bei der Festlegung von Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie wird sich die Bundesregierung nach den Worten von Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) künftig nicht allein auf die sogenannten Inzidenzen stützen. Zwar würden diese weiterhin eine wichtige Rolle spielen, sagte Braun im MDR. "Aber wenn wir jetzt in der Situation sind, dass eine hohe Zahl von Bürgern geimpft ist, müssen wir natürlich weitere Faktoren einbeziehen."

Stärker in den Mittelpunkt rücken sollen laut Braun die Krankenhausaufnahmen im Zusammenhang mit dem Coronavirus. "Die Frage ist, welcher Anteil der Inzidenz führt eigentlich zu schwereren Verläufen?" Auch gehe es darum, zu beobachten, wie gut die Impfungen gegen verschiedene Corona-Varianten wirkten.

"Wenn auch geimpfte Menschen verstärkt ins Krankenhaus kommen, wäre das ein Signal, dass wir es entweder mit einer Variante zu tun haben oder der Impferfolg schon wieder nachlässt, und man also nachimpfen muss", sagte der Kanzleramtschef. Mit einem erneuten Lockdown im Herbst rechnet der CDU-Politiker nicht.

7.07 Uhr: Umfrage: Keine Lust mehr auf Videochats

Nach dem Ende der Corona-Pandemie würde die Mehrheit der Deutschen gerne wieder auf Videokonferenzen und -chats verzichten. Das geht aus einer YouGov-Umfrage im Auftrag von Web.de und GMX hervor. Weniger als ein Drittel der Befragten will demnach weiter regelmäßig Videotelefonie-Dienste nutzen.

Geht es ausschließlich um Beratung, egal ob für Versicherungen oder rund um die Ernährung, so wollen sogar mehr als 90 Prozent der Befragten Video-Angebote in Zukunft lieber links liegen lassen. Auch Fort- und Weiterbildungen will die überwältigende Mehrheit lieber wieder in der analogen Welt besuchen.

Das waren die Entwicklungen am Donnerstag, 01. Juli:

22.52 Uhr: Nach Start der Urlaubssaison sind weiter keine Kontrollen an Grenzen geplant

Auch nach dem Start der Urlaubssaison will Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) auf Kontrollen an den Grenzübergangsstellen nach Deutschland verzichten. Es werde lediglich im Grenzgebiet Überprüfungen im Rahmen einer Schleierfahndung geben, sagte Seehofer am Donnerstag in Berlin an. Er verwies darauf, dass die unmittelbaren Nachbarländer Deutschlands keine Risikogebiete mehr seien - und somit auch keinerlei Auflagen für Reisende mehr gelten. 

"Uns interessiert der Reiseverkehr aus der Türkei", fügte der Bundesinnenmister hinzu. "Da sieht es anders aus." Die Türkei ist im Gegensatz zu den meisten EU-Länder als Corona-Risikogebiet eingestuft, weshalb für Einreisende aus diesem Land weiter eine Quarantänepflicht gilt.

22.05 Uhr: Impfkommission ändert Empfehlung für Astrazeneca-Erstgeimpfte

Mit der schnellen Ausbreitung der ansteckenderen Delta-Variante in Deutschland passt die Ständige Impfkommission (Stiko) ihre Impfempfehlung an. So sollen Menschen, die eine erste Dosis Astrazeneca erhalten haben, künftig unabhängig vom Alter als zweite Spritze einen mRNA-Impfstoff wie Biontech oder Moderna erhalten, teilte das Gremium am Donnerstag mit. Der Abstand zwischen erster und zweiter Dosis solle dann mindestens vier Wochen betragen. Die Empfehlung gelte „vorbehaltlich der Rückmeldungen aus dem noch zu eröffnenden Stellungnahmeverfahren“, hieß es.

Die Expertinnen und Experten begründen diesen Rat damit, dass die Immunantwort nach dem Verabreichen von zwei verschiedenen Präparaten - erst Vektor-, dann mRNA-Impfstoff - der Immunantwort nach zwei Dosen Astrazeneca „deutlich überlegen“ sei. Fachleute sprechen von einem heterologen Impfschema. Dieses hatte die Stiko bisher nur jüngeren Menschen angeraten, die bereits eine Erstimpfung mit Astrazeneca bekommen hatten, bevor dieser Impfstoff nur noch für Impfwillige ab 60 Jahren empfohlen wurde.

21.07 Uhr: Nächtliche Ausgehsperre gegen steigende Infektionszahlen in Portugal

Die Corona-Krise in Portugal spitzt sich weiter zu: Zur Eindämmung der steigenden Infektionszahlen hat die Regierung die Wiedereinführung einer nächtlichen Ausgehsperre für Regionen mit besonders schlechter Lage beschlossen. Zuvor hatte das Gesundheitsministerium in Lissabon am Donnerstag 2449 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Das ist der höchste erfasste Wert seit dem 13. Februar. Damals waren 2856 neue Fälle gemeldet worden. Allerdings hatte es an dem Tag vor gut viereinhalb Monaten 149 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 gegeben. Am Donnerstag wurden fünf Todesfälle binnen 24 Stunden gemeldet.

Das Ausgangsverbot soll den Angaben zufolge zwischen 23.00 und 05.00 Uhr gelten. Die Maßnahme soll voraussichtlich am Freitagabend in Kraft treten. Betroffen seien 45 Bezirke, darunter die Hauptstadt Lissabon, hieß es. In diesen Gebieten wird neben anderen Einschränkungen Homeoffice wieder zur Pflicht. „Die Situation hat sich weiter verschlechtert“, sagte Präsidentschaftsministerin Mariana Vieira da Silva. Man müsse große Treffen und vor allem „Partys mit vielen Teilnehmern meiden“.

20 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten unterschreitet Fünfer-Marke

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg ist erneut gesunken. Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche liegt mit 5,8 nun unter Marke von 6. Am Vortag hatte der Wert noch bei 6,3 gelegen, wie das Landesgesundheitsamt am Donnerstag mitteilte (Stand 16.00 Uhr). Der Anteil der Infektionen mit der Delta-Variante stieg und liegt bei 10,83 Prozent (632 Fälle). Bei weiteren 6,03 Prozent (203 Fälle) liegt ein Verdacht auf die Delta-Variante vor.

Alle 44 Stadt- und Landkreise liegen bei der Sieben-Tage-Inzidenz unter der Schwelle von 35. Den höchsten Wert hat nach wie vor die Stadt Heilbronn mit 28,4.

18.42 Uhr: Infektionszahlen steigen in Portugal immer weiter

Die Corona-Krise in Portugal spitzt sich weiter zu. Das Gesundheitsministerium in Lissabon meldete am Donnerstag 2449 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das ist der höchste erfasste Wert seit dem 13. Februar. Damals waren 2856 neue Fälle gemeldet worden. Allerdings hatte es an dem Tag vor gut viereinhalb Monaten 149 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 gegeben. Am Donnerstag wurden fünf Todesfälle binnen 24 Stunden gemeldet.

Im Winter hatte Portugal zeitweilig im Verhältnis zu seiner Bevölkerungszahl von 10,3 Millionen mehr Neuinfektionen und Todesfälle als jedes andere Land der Erde. Die Bundeswehr schickte Ärzte und Sanitäter ins Land. Im Mai wies das Land dann mit die niedrigsten Infektionswerte Europas auf.

Nun kletterte die 14-Tage-Inzidenz nach Angaben der EU-Behörde ECDC innerhalb von nur einer Woche von 124 auf fast 169 pro 100.000 Einwohner. Das Land hat aber trotzdem inzwischen nicht mehr den schlechtesten Wert unter den 30 erfassten Ländern. Diesen Platz nahm Zypern ein mit knapp 180. Zum Vergleich: Deutschland liegt bei knapp 14.

18.01 Uhr: Baden-Württemberg schließt Zentrale Impfzentren ab Mitte Augst

Die Zentralen Impfzentren im Südwesten sollen Mitte August geschlossen werden, die Kreisimpfzentren werden dagegen bis Ende September geöffnet bleiben, wie das Sozialministerium am Donnerstag mitteilte. Die Zentrale Impfzentren in Freiburg, Offenburg, Ulm, Karlsruhe, Stuttgart, Heidelberg, Mannheim, Rot am See und Tübingen werden zum 15. August damit schließen. Die noch ausstehenden Impfungen könnten Haus- und Betriebsärzte sowie die landesweit 50 Kreisimpfzentren auch ohne die Unterstützung der Kreisimpfzentren bewältigen, hieß es zur Begründung. Derzeit haben etwa 55 Prozent der Baden-Württemberger eine Erstimpfung erhalten. Das Land strebt allerdings eine Impfquote von 80 bis 90 Prozent an. Auch die mobilen Impfteams sollen ab Mitte August ihre Arbeit weitgehend einstellen. Lediglich ein „Grundstock“ von 18 Impfteams werde aufrechterhalten, um bei Bedarf einspringen zu können. Durch die zusätzlichen Impfstofflieferungen und wieder möglichen Erstimpfungen mit Astrazeneca sind wieder Termine in den Impfzentren verfügbar.

16.05 Uhr: Wohin mit dem Impfstoff? Bayerische Impfkampagne gerät ins Stocken

Monatelang heiß begehrt, jetzt ein Ladenhüter: Immer mehr Landkreise in Bayern melden einen Überschuss an Corona-Impfstoffen. Um die gelieferten Dosen trotz geringer Nachfrage spritzen zu können, kündigten bis Donnerstag unter anderem die Landratsämter Altötting, Berchtesgadener Land, Kitzingen, Kelheim, der Landkreis Oberallgäu sowie die Städte Kempten und Memmingen Sonderaktionen an. Unterdessen appellieren Politiker und Hausärzte, sich für Corona-Impfungen anzumelden - trotz anstehender Ferien.

Um möglichst viele Menschen zu impfen, bietet der oberbayerische Landkreis Altötting inzwischen Impfungen für Erwachsene aus ganz Bayern an. „Die Landkreis-Bevölkerung ist gesättigt“, sagte ein Sprecher des Landratsamts. Deshalb habe man sich entschieden, nicht wahrgenommene Termine über einen Online-Kalender auch an Menschen außerhalb der Region zu vergeben. 600 Impftermine seien so bislang angeboten worden, 305 wurden bis Donnerstagmorgen gebucht. Um die Impfungen „noch attraktiver“ zu machen, folge der zweite Pieks noch vor Beginn der bayerischen Sommerferien, sagte der Sprecher.

Auch andere Regionen setzen auf kurzfristige Sonderaktionen: Im Berchtesgadener Land zum Beispiel können sich am Wochenende wegen eines Überschusses an Impfstoffen auch Kinder und Jugendliche im Alter von zwölf bis 17 Jahren impfen lassen. Die Eltern müssen dazu ihr Einverständnis geben, dürfen sich aber nach Angaben des Landratsamts auch gleich mit impfen lassen. In Memmingen, Kempten und im Oberallgäu sowie im Landkreis Kelheim sind Impfungen nach einer Online-Registrierung künftig auch ohne festen Termin möglich.

14.21 Uhr: Deutscher Städtetag ruft zu Impfungen auf

Der Deutsche Städtetag warnt vor einer vierten Corona-Welle und ruft die Menschen in Deutschland zu Impfungen auf. „Vielleicht entscheiden wir mit unserem Verhalten jetzt im September nach der Reiserückkehr darüber, ob Weihnachtsmärkte stattfinden“, sagte Städtetagspräsident Burkhard Jung am Donnerstag in Berlin. „Deshalb appellieren wir an alle: Bitte lassen Sie sich impfen.“

Nur mit einer hohen Impfrate sei die Pandemie zu bewältigen, so Jung. Das sei eine Frage der Solidarität. Um auch Menschen zu erreichen, die bislang zögerten, brauche es niederschwellige Angebote wie mobile Impfteams. Der Leipziger Oberbürgermeister appellierte an Reisende, sich nach der Rückkehr vorsichtig zu verhalten: „Lieber erst einmal einige Tage nach Rückkehr freiwillig Kontakte reduzieren, Maske tragen, testen lassen.“

Auf keinen Fall dürften die Schulen wieder geschlossen werden, so Jung. Jugendliche und junge Erwachsene, die sich in der Pandemie solidarisch mit Älteren gezeigt hätten, müssten zudem Gelegenheit bekommen, sich auch wieder in größerer Zahl zu treffen. Dafür brauche es Konzepte und die richtigen rechtlichen Rahmenbedingungen.

13.19 Uhr: Curevac-Chef Haas geht von Impfstoff-Zulassung in der EU aus

Das Tübinger Biotechunternehmen Curevac geht weiter davon aus, dass die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA seinen Impfstoff ungeachtet der geringen Wirksamkeit zulassen wird. „Die Population der 18- bis 60-Jährigen ist besonders begünstigt von unserem Impfstoff. Darüber haben wir mit der Ema gesprochen“, sagte Vorstandschef Franz-Werner Haas am Donnerstag bei einer Online-Pressekonferenz.

Das Curevac-Präparat zeigt einer finalen Analyse zufolge eine Wirksamkeit von 48 Prozent gegen eine Covid-19-Erkrankung über alle Altersgruppen hinweg. In der Altersgruppe zwischen 18 und 60 Jahren liegt die Wirksamkeit bei 53 Prozent gegen eine Erkrankung jeglichen Schweregrades und bei 77 Prozent gegen einen moderaten und schweren Krankheitsverlauf, wie Curevac am Mittwochabend mitgeteilt hatte. Einen vollständigen Schutz gab es in dieser Altersgruppe demnach vor einem Krankenhausaufenthalt oder dem Tod. In der Gruppe der über 60-Jährigen liegen laut Curevac keine statistisch soliden Wirksamkeitsdaten vor.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach geht davon aus, dass die Ema den Curevac-Impfstoff nicht zulässt. „Mit der geringen Wirksamkeit von 48 Prozent wäre der Curevac-Impfstoff nicht einsetzbar in Deutschland. Wenn es Impfstoffe gibt, die so viel stärker sind, wie Moderna und Biontech, wie mit Abstrichen auch Johnson & Johnson und Astrazeneca, dann gibt es keinen Platz für einen Impfstoff, der nicht so gut ist“, sagte Lauterbach der Düsseldorfer „Rheinischen Post“.

11.30 Uhr: WHO: Corona-Neuinfektionen in Europa nehmen erstmals seit zehn Wochen wieder zu

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Europa nimmt nach einem zehnwöchigen Rückgang erstmals wieder zu. Angetrieben von "Reisen, Zusammenkünften und Lockerungen der sozialen Beschränkungen" sei die Fallzahl vergangene Woche um zehn Prozent gestiegen, sagte der Regionaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Europa, Hans Kluge, bei einer Pressekonferenz in Kopenhagen. Europa drohe eine neue Pandemie-Welle, "es sei denn, wir bleiben diszipliniert".

11 Uhr: Spahn: Portugal und Großbritannien werden bald wieder heruntergestuft

Die Bundesregierung will Portugal und Großbritannien für Reisende bald wieder von Virusvarianten- zu Hochinzidenzgebieten herunterstufen. Das kündigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Berlin an. Dies werde dann der Fall sein, wenn die Anteile der ansteckenderen Delta-Variante vergleichbar seien, also voraussichtlich 70 bis 80 Prozent.

In der laufenden Woche geht in Deutschland nach Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) jede zweite Corona-Ansteckung auf die Delta-Variante zurück. Entscheidend für die in den kommenden Tagen zu erwartende Entscheidung werde sein, dass der relative Anteil der Variante in Deutschland steigt und diese dominierend werde, sagte Spahn.

10.05 Uhr: Weitere Lockerungen der Corona-Restriktionen in Österreich

In Österreich sind weitere Lockerungen der Corona-Beschränkungen in Kraft getreten. Seit Donnerstag dürfen wegen des Wegfalls der Sperrstunde Diskotheken und Clubs nach mehr als einem Jahr Zwangspause wieder öffnen. Voraussetzung für einen Besuch ist der sogenannte 3-G-Nachweis, also der Nachweis über eine Corona-Impfung, einen Negativ-Test oder eine Genesung von einer Corona-Infektion. Die Maskenpflicht wird auf Bereiche eingeschränkt, in denen kein 3-G-Nachweis eingefordert wird.

Das gilt etwa für öffentliche Verkehrsmittel, Pflege- und Gesundheitseinrichtungen, Ämter und den Handel. Dort gelten seit Donnerstag keine Kunden-Obergrenzen mehr. Auch bei Veranstaltungen wurden nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur APA die Besucherlimits aufgehoben. In der Hauptstadt Wien gelten laut APA allerdings strengere Regeln.

9 Uhr: Moderna liefert 2021 voraussichtlich 90 Millionen Impfstoffdosen nach Deutschland

Der US-Impfstoffhersteller Moderna will in diesem Jahr voraussichtlich 90 Millionen Dosen seines Corona-Impfstoffs nach Deutschland liefern. Zwischen dem ersten und zweiten Quartal sei die Menge bereits verdreifacht worden und vom zweiten zum vierten Quartal werde die Menge erneut erhöht, sagte Moderna-Europachef Dan Staner nun im ZDF-„Morgenmagazin“.

Die Impfstoffproduktion in solchen Mengen sei auch angesichts der Knappheit einiger Rohstoffe eine „Herausforderung“. Es werde zusätzlich alles getan, um die Kapazitäten für das kommende Jahr zu erhöhen und die Lieferketten auszubauen. Dieses Jahr will der US-Pharmahersteller insgesamt rund eine Milliarde Impfdosen produzieren.

8 Uhr: Nachfrage nach Coronatests geht zurück - Teststellen schließen

Mehr Geimpfte, Lockerungen und sinkende Infektionszahlen - die Nachfrage nach kostenlosen Corona-Schnelltests im Südwesten geht zurück. Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) meldet dieser Tage viele Schließungen von Abstrichstellen. So haben unter anderem die Zentrale Abklärungsstelle COVID-19 Karlsruhe, die Abstrichstelle Bad Säckingen (Landkreis Waldshut) und die Abstrichstelle Offenburg (Ortenaukreis) am Mittwoch dicht gemacht.

In der Landeshauptstadt soll am Donnerstag das Testzelt auf dem Schlossplatz abgebaut werden. Wie stark die Nachfrage nach den Tests landesweit sinkt, lässt sich nach Angaben des Sozialministeriums nicht beziffern. Insgesamt seien rund 7700 Stellen bei der Kassenärztlichen Vereinigung registriert.

7.17 Uhr: Curevac-Impfstoff weist 48-prozentige Wirksamkeit auf

Der Corona-Impfstoff des deutschen Pharmaunternehmens Curevac weist laut abschließenden Auswertungen nur eine geringe Wirksamkeit auf. Das Vakzin zeige "in allen Altersgruppen über 15 Virusvarianten hinweg" insgesamt eine Wirksamkeit von 48 Prozent gegen Covid-19-Erkrankungen jeglichen Schweregrades, teilte das Tübinger Unternehmen am späten Mittwochabend mit.

Eine signifikante Schutzwirkung gegen eine Corona-Infektion sei bei Studienteilnehmern im Alter von 18 bis 60 Jahren mit 53 Prozent festgestellt worden. In dieser Altersgruppe schütze das Vakzin mit einer Wirksamkeit von 77 Prozent gegen einen moderaten und schweren Krankheitsverlauf und biete eine hundertprozentige Schutzwirkung vor einem Krankenhausaufenthalt oder einem tödlichen Verlauf der Infektion.

Vor zwei Wochen hatte Curevac die Wirksamkeit seines Impfstoffkandidaten CVnCoV auf Grundlage von vorläufigen Auswertungen der sogenannten Phase 2b/3-Studie auf 47 Prozent beziffert.

Das waren die Entwicklungen am Mittwoch, 30. Juni:

23 Uhr: RKI registriert 808 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 5,2

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 808 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Mittwochmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.12 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 1016 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit bundesweit 5,2 an (Vortag: 5,4; Vorwoche: 7,2).

Deutschlandweit wurden nach diesen Angaben binnen 24 Stunden 56 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 51 Tote. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3 728 141 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3 624 200 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 90 875.

Der Sieben-Tage-R-Wert lag nach RKI-Angaben vom Mittwochabend bei 0,84 (Vortag: 0,79). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 84 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

21.43 Uhr: Türkei beginnt dritte Corona-Impfungen

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie setzt die türkische Regierung auf eine dritte Impfung. Das Gesundheitspersonal sowie Menschen über 50 Jahre, die bereits zweimal gegen das Coronavirus geimpft wurden, könnten sich ab Donnerstag für eine dritte Impfung registrieren, sagte der türkische Gesundheitsminister Fahrettin Koca am Mittwochabend laut der Staatsagentur Anadolu. Zu den Hintergründen der Entscheidung gab der Minister vorerst nichts bekannt.

Die Menschen könnten den Impfstoff unabhängig von den vorangegangenen Impfungen selbst wählen, hieß es. Die Türkei impft zurzeit mit dem Präparat von Biontech/Pfizer und mit einem des chinesischen Herstellers Sinovac. Bisher haben sich nach offiziellen Zahlen rund 40 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal impfen lassen.

20.26 Uhr: Delta-Variante im Aufwind - mindestens Hälfte der Neuinfektionen

Immer mehr Coronavirus-Fälle in Deutschland gehen auf die ansteckendere Delta-Variante zurück. Das Robert Koch-Institut (RKI) schreibt in seinem Virusvariantenbericht vom Mittwochabend von einer „leichten Zunahme der Delta-Fallzahlen“ - von 410 nachgewiesenen Fällen in der Woche vom 31. Mai bis 6. Juni auf 724 in der Woche vom 14. bis 20. Juni. Allerdings wird nur ein Teil der positiven Coronaproben auf Varianten hin untersucht.

Wesentlich schneller als die absoluten Zahlen der Delta-Variante steigt ihr Anteil. Nach den jüngsten verfügbaren Daten aus der letztgenannten Woche lag der Anteil der in Indien entdeckten Variante an einer Stichprobe laut Bericht bei rund 37 Prozent.

Angesichts der seit Ende Mai beobachteten Verdopplung des Anteils im Wochentakt sei damit zu rechnen, dass die Mutante in dieser Woche „mindestens die Hälfte aller Neuinfektionen ausmacht“, heißt es im Bericht. RKI-Chef Lothar Wieler hatte am Montag bereits in einer Schalte der Gesundheitsminister von Bund und Ländern von rund 50 Prozent gesprochen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen erfahren hatte.

18.58 Uhr: Zahl der Corona-Neuinfektionen in Portugal auf höchstem Stand seit Mitte Februar

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Portugal hat den höchsten Stand seit Mitte Februar erreicht. Binnen 24 Stunden wurden 2362 neue Fälle verzeichnet, wie die Gesundheitsbehörden am Mittwoch mitteilten. Mehr als die Hälfte davon entfiel auf die Hauptstadtregion Lissabon. Auch die Zahl der Corona-Patienten steigt in Portugal an. Den Daten zufolge gehen die meisten Infektionen in dem Land inzwischen auf die hochansteckende Delta-Variante des Coronavirus zurück.

Im Kampf gegen den Anstieg der Infektionszahlen hatte die portugiesische Regierung in der vergangenen Woche die Corona-Maßnahmen in mehreren Regionen verschärft. Unter anderem wurden die Öffnungszeiten der Restaurants und die zugelassene Gästezahl eingeschränkt. An den Wochenenden gilt ein Reiseverbot zwischen der Hauptstadtregion und dem Rest des Landes.

Wegen der starken Ausbreitung der Delta-Variante hatte die Bundesregierung Portugal kürzlich als Virusvariantengebiet eingestuft, was besonders strenge Regeln bei der Wiedereinreise nach Deutschland zur Folge hat. Die Einstufung erfolgte zunächst für zwei Wochen, eine Verlängerung ist aber möglich. Als Virusvariantengebiete werden Länder oder Regionen eingestuft, in denen ansteckendere Varianten des Coronavirus verbreitet auftreten.

18.24 Uhr: Baden-Württemberg startet Impfmodellprojekt für Studenten

Studenten zunächst der Stuttgarter Hochschulen sollen ab Samstag an einem Impfmodellprojekt teilnehmen können. Zunächst 6000 Dosen Biontech sollen dafür im Robert-Koch-Krankenhaus zur Verfügung stehen – Ziel ist es, möglichst viele Studenten zu impfen, damit das Herbstsemester möglichst ohne Einschränkungen stattfinden kann, erklärte das Kultusministerium. Studenten der Stadt sollen demnach in den kommenden Tagen angeschrieben werden und einen Link zur Impfterminbuchung erhalten. In dem Modellprojekt, das kurzfristig auf weitere Standorte ausdehnt werden kann, können insgesamt etwa 7.500 Biontech-Impfdosen aus dem Landesbestand verimpft werden, erklärte ein Sprecher des Sozialministeriums. Im Südwesten sind mehr als 360.000 Studenten an den Hochschulen eingeschrieben. Auch in vielen Impfzentren werden nun wieder Termine frei, hieß es seitens des Sozialministeriums. Grund dafür sind zusätzliche Lieferungen von Impfstoffen und die wieder frei gewordenen Kapazitäten nach abgeschlossenen Zweitimpfungen.

18.17 Uhr: Luca-App durchbricht Schwelle von 20 Millionen Nutzern

Die Luca-App zur Eindämmung der Corona-Pandemie wird nach Angaben des Betreibers inzwischen von mehr als 20 Millionen Menschen in Deutschland verwendet. Alleine in den vergangenen vier Wochen hätten sich mehr als neun Millionen Anwenderinnen und Anwender neu registriert, teilte die Culture4Life GmbH am Mittwoch in Berlin mit.

Während die offizielle Corona-Warn-App des Bundes anonym riskante Begegnungen zwischen zwei Personen erfasst, soll die Luca-App helfen, die in den meisten Bundesländern vorgeschriebene Erfassung der Daten von Restaurant-Besuchern und anderen Gästen zu digitalisieren. Diese Daten können bei Bedarf den Gesundheitsämtern zur Verfügung gestellt werden. Aktuell nutzten 260.000 Standorte das System, um einen Check-in zu erleichtern und die sonst damit verbundene Zettelwirtschaft überflüssig zu machen.

In den vergangenen 28 Tagen haben sich nach Angaben der Luca-Macher die Bürgerinnen und Bürger bundesweit uber 42 Millionen Mal mit Luca eingecheckt. In diesem Zeitraum seien dabei täglich rund 1100 Betroffene in der Luca-App uber eine Datenabfrage im Rahmen der Kontaktnachverfolgung eines Gesundheitsamtes informiert worden. Inzwischen sind 317 Gesundheitsämter an das System angeschlossen.

17.42 Uhr: Baden-Württemberg lockert Corona-Einschränkungen in Pflegeheimen und Krankenhäusern

Im Südwesten werden ab Donnerstag, 1. Juli, auch die Corona-Beschränkungen bei Pflegeheimen und Krankenhäusern gelockert. Demnach dürfen Bewohner in Pflegeheimen in Kreisen mit einer Inzidenz unter 10 uneingeschränkt Besuch empfangen, zudem müssen sich Besucher nicht mehr testen lassen, wie das Sozialministerium mitteilte. Auch Konzerte oder sonstige Veranstaltungen sind in den Einrichtungen dann wieder möglich. Auch in Krankenhäusern sollen die bisherigen Einschränkungen bei Inzidenzen unter zehn Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner entfallen – der Schnelltest entfällt auch hier. Seit Montag gilt in Baden-Württemberg eine neue vereinfachte Corona-Verordnung mit Inzidenzstufen, die Lockerungen beziehungsweise Einschränkungen an der Inzidenz festmachen. In der niedrigsten Stufe, einem Wert unter zehn, gibt es nur noch wenige Auflagen wie Besucherzahlbeschränkungen und die Maskenpflicht in Innenräumen.

16.55 Uhr: Macron: Frauen besonders hart von Corona-Krise getroffen

Frauen sind nach den Worten von Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron besonders von der Corona-Krise betroffen. Sie seien die „ersten Opfer“ der weltweiten Pandemie geworden, da sich die Ungleichheiten in den Gesellschaften verstärkten, sagte der 43-Jährige zum Auftakt des Pariser Spitzentreffens zur Gleichstellung von Männern und Frauen. Lockdowns hätten auch zu mehr Gewalt gegen Frauen geführt.

Zusätzlich gebe es einen „neuen Konservatismus“, der Frauenrechte angreife, sagte der Gastgeber der Konferenz, zu der unter anderen UN-Generalsekretär Antonio Guterres anreiste.

15.36 Uhr: Keine Reisewarnung mehr für mehr als 80 Corona-Risikoländer

Nach mehr als einem Jahr Corona-Pandemie rät die Bundesregierung ab Donnerstag nicht mehr grundsätzlich von touristischen Reisen ins Ausland ab. Auch die Reisewarnung für die mehr als 80 ganz oder teilweise als Corona-Risikogebiete eingestuften Staaten wird aufgehoben. Darunter ist die gesamte Türkei sowie Urlaubsgebiete in Spanien und Kroatien. Der Schritt ist wegen der rasanten Ausbreitung der Delta-Variante brisant. Einer aktuellen Umfrage zufolge trifft er in der Bevölkerung auf Ablehnung.

Der zuständige Außenminister Heiko Maas verteidigt ihn aber. „Die Zeit der Pauschalbeurteilungen muss vorbei sein“, sagte der SPD-Politiker bereits am Dienstag. „Dort, wo es positive Entwicklungen gibt, gibt es auch keinen Grund, Restriktionen aufrechtzuerhalten.“

Maas hatte zu Beginn der Pandemie am 17. März 2020 eine weltweite Reisewarnung für Touristen ausgesprochen. Hintergrund war, dass damals viele Urlauber wegen der plötzlichen Kappung von Flugverbindungen im Ausland gestrandet waren und in einem beispiellosen Kraftakt nach Deutschland zurückgeholt werden mussten. Im September wurde die Warnung dann auf Corona-Risikogebiete mit einer Infektionszahl von mehr als 50 pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen (7-Tage-Inzidenz) beschränkt. Aber auch für alle nicht als Risikogebiete eingestuften Länder riet die Bundesregierung bis zu diesem Mittwoch weiter von Urlaubsreisen ab.

15.19 Uhr: Knapp 2000 Corona-Fälle in Schottland in Verbindung mit EM-Spielen

Knapp 2000 Corona-Fälle in Schottland lassen sich nach offiziellen Angaben in Verbindung mit Spielen der Fußball-Europameisterschaft bringen. Zwei Drittel von 1991 positiv Getesteten seien Fans, die entgegen der Ratschläge aus dem Norden zu Spielen nach London gereist seien, wie die Gesundheitsbehörde Public Health Scotland am Mittwoch mitteilte. Am 18. Juni hatten die Schotten in London gegen England gespielt. Knapp 400 Infizierte aus Schottland sollen im Stadion gewesen sein, während in der Innenstadt Tausende weitere Fans Straßen und Plätze bevölkerten.

Die Infektionszahlen beziehen sich auf positiv Getestete, die während ihrer ansteckenden Phase EM-Spiele oder Fan-Events besucht haben - und zwar zwischen dem 11. und dem 28. Juni. Drei Viertel der Infizierten waren der Behörde zufolge zwischen 20 und 39 Jahre alt, neun von zehn waren Männer.

13.55 Uhr: UEFA laut Lauterbach für den Tod von vielen Menschen verantwortlich

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat die UEFA in der Diskussion um die Zuschauerzulassung bei der Fußball-Europameisterschaft scharf kritisiert. „Das Spiel hat gestern nochmal gezeigt wie eng die Fans stehen, wie oft sie sich umarmen und anschreien. Es haben sich sicherlich Hunderte infiziert und diese infizieren jetzt wiederum Tausende“, schrieb Lauterbach am Mittwoch bei Twitter. Bei der 0:2-Achtelfinal-Niederlage der deutschen Nationalmannschaft gegen England waren am Dienstagabend 41.973 Zuschauer im Londoner Wembley-Stadion gewesen. „Die UEFA ist für den Tod von vielen Menschen verantwortlich“, schrieb Lauterbach weiter.

Auch andere Politiker hatten die UEFA bereits wegen der hohen Zuschauerzahlen kritisiert. Etwa in London sollen für die Halbfinals und das Endspiel sogar 60.000 Zuschauer in das Wembley-Stadion dürfen. Weil die Corona-Zahlen durch die Delta-Variante zuletzt in Großbritannien wieder stiegen, ist der Schritt umstritten.

11.11 Uhr: Fast jeder Vierte für Corona-Impflicht

Fast jeder Vierte in Deutschland spricht sich nach dem Auftreten der Delta-Variante des Coronavirus für eine Impfpflicht aus. Dies ergab eine am Mittwoch veröffentlichte Forsa-Umfrage für das RTL/ntv-"Trendbarometer". Demnach sprechen sich 22 Prozent der Befragten für eine Impflicht für alle Bürger aus, bei denen keine gesundheitlichen Gründe dagegen sprechen.

Drei Viertel der Umfrageteilnehmer (77 Prozent) finden hingegen, die Corona-Impfung sollte weiterhin freiwillig bleiben. Für eine Impfpflicht sprechen sich der Befragung zufolge am ehesten die über 60-Jährigen (36 Prozent) sowie die Anhänger von CDU und CSU (37 Prozent) aus. Gegen eine Pflicht sind insbesondere die Anhänger von FDP (85 Prozent) und AfD (91 Prozent). Für das "Trendbarometer" befragte Forsa vom 15. bis zum 28. Juni 1001 Menschen.

10 Uhr: Homeoffice ist für viele eher ein Segen als ein Fluch

Die Corona-Pandemie hat dem Homeoffice auch in Baden-Württemberg einen gewaltigen Schub verliehen. Die Zahl der Beschäftigten, die ihre Büroarbeit von zu Hause erledigen, hat sich nach einer Erhebung der Krankenkasse DAK-Gesundheit aus dem Februar während der Corona-Pandemie verfünffacht. Laut DAK waren zuletzt 43 Prozent der Beschäftigten im Homeoffice - und dort auch nach eigener Auffassung nicht nur zufriedener, sondern auch produktiver.

Ein großer Teil von ihnen will laut Studie auch nach dem Auslaufen der Pflicht zum Homeoffice, die wegen der Corona-Pandemie eingeführt worden war, zumindest einen Teil seiner Arbeit weiter in den eigenen vier Wänden erledigen. 46 Prozent der Beschäftigten im Homeoffice könnten sich vorstellen, künftig die Hälfte der Zeit von zu Hause aus zu arbeiten. Hinzu kämen zehn Prozent, die fast gar nicht mehr ins Büro zurück wollten, heißt es in der Studie.

9.09 Uhr: UNO: Corona-Einbußen für Tourismus könnten auf vier Billionen Dollar steigen

Die wirtschaftlichen Einbußen für den weltweiten Tourismussektor in der Corona-Pandemie könnten sich nach UN-Angaben auf mehr als vier Billionen Dollar (knapp 3,4 Billionen Euro) summieren. Wie aus einem nun veröffentlichten Bericht der Welttourismusorganisation der Vereinten Nationen (UNWTO) und der UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (Unctad) hervorgeht, führt insbesondere der Mangel an Impfungen in Entwicklungsländern zu wachsenden Schäden für die Branche.

"Der Tourismus ist ein Rettungsanker für Millionen von Menschen", erklärte UNWTO-Generalsekretär Zurab Pololikashvili. Fortschritte bei der Impfkampagne, um damit einen "sicheren Neustart" für den Tourismus zu ermöglichen, seien "entscheidend" für die Arbeitsplätze in dem Bereich; vor allem viele Entwicklungsländer seien in hohem Maße vom Tourismus abhängig.

8 Uhr: Mehrere Clubs dürfen am Wochenende für Modellversuche öffnen

Nach gut 15 Monaten coronabedingter Zwangspause darf bei drei Club-Partys am Wochenende wieder ohne Abstand und Maske getanzt werden. Die beiden Ravensburger Diskotheken Kantine und Douala sowie der Hafen49 in Mannheim dürfen nach Angaben des Sozialministeriums für genehmigte Modellprojekte öffnen. Den Veranstaltern zufolge können insgesamt bis zu 1200 Gäste dabei sein. Die drei Veranstaltungen werden wissenschaftlich begleitet, um Erkenntnisse zum Risiko einer Übertragung des Coronavirus bei unterschiedlichen Events zu gewinnen.

Die Ergebnisse könnten nach Angaben des Sozialministeriums Grundlage für weitere Erleichterungen in der Clubszene sein – „sofern die Ergebnisse vielversprechend und weitere Öffnungen verantwortbar sind“. Konkrete Zielvorgaben gebe es dabei seitens des Ministeriums bislang nicht, sagte ein Sprecher. Die Party-Besucher müssen sich nach Angaben der Veranstalter sowohl vor als auch nach dem Besuch am Wochenende testen lassen.

7.07 Uhr: Langes Leiden an Covid: Experten erwarten steigende Reha-Zahlen

Tausende Patientinnen und Patienten in Deutschland leiden nach einer Covid-19-Erkrankung an Langzeitfolgen. Allein bei der zweitgrößten deutschen Krankenkasse, der Barmer, waren zwischen November 2020 und März 2021 mehr als 2900 Versicherte von einem Post-Covid-Syndrom betroffen, wie eine Auswertung von Versichertendaten der Kasse zeigt, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt.

Die Deutsche Rentenversicherung erwartet eine steigende Zahl an Reha-Fällen wegen Post- oder Long-Covid. „Ich gehe davon aus, dass wir in den nächsten Monaten eine deutliche Steigerung sehen werden“, sagte Susanne Weinbrenner vom Geschäftsbereich Prävention der Rentenversicherung vor Journalisten in Berlin.

Das waren die Entwicklungen am Dienstag, 29. Juni:

22.42 Uhr: Scholz sieht Deutschland in zehn Jahren auf EU-Stabilitätspfad

Vizekanzler und Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) rechnet damit, dass Deutschland in etwa zehn Jahren die europäischen Stabilitätskriterien wieder erfüllen kann. Auch nach der Finanzkrise 2008 habe das Land zehn Jahre gebraucht, um dann 2019 alle Stabilitätskriterien wieder zu erfüllen, sagte der SPD-Kanzlerkandidat am Dienstag vor Journalisten in Düsseldorf. „Wir werden nach 2022 wieder zehn Jahre brauchen, das ist meine Einschätzung“.

Der Bund habe für die Bewältigung der Corona-Krise für die Jahre 2020, 2021 und 2022 mehr als 400 Milliarden Euro Kredite aufgenommen, sagte Scholz. Diese Schulden müssten zurückgezahlt werden. Spätestens ab 2026 sei dafür ein Betrag von 20 Milliarden Euro pro Jahr im Bundeshaushalt vorgesehen. „Wir werden aber rauswachsen aus den Schulden“, sagte Scholz.

21.07 Uhr: Frankreich erwägt Impfpflicht gegen Corona für Pflegekräfte

Frankreich erwägt die Einführung einer Corona-Impfpflicht für Pflegekräfte im Herbst. Ziel der Regierung sei es, dass bis September 80 Prozent des Pflegepersonals in Seniorenheimen und in Krankenhäusern mindestens eine Impfdosis erhalten haben, schrieb Gesundheitsminister Olivier Véran in einem Brief an die Krankenhäuser und Altenheime im Land. Sollte diese Vorgabe nicht erfüllt werden, werde eine Impfpflicht für die Mitarbeiter im Gesundheitswesen auf den Weg gebracht. 

In den Pflegeheimen und den Einrichtungen für Langzeitpflege seien bislang 55 Prozent der Beschäftigten mindestens einmal geimpft worden. Dies sei insbesondere mit Blick auf die Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante des Coronavirus "unzureichend", betonte Véran. 

20.14 Uhr: Studie: Biontech-Impfung dürfte langanhaltende Immunreaktion auslösen

Der Impfstoff von Biontech/Pfizer löst offenbar eine relativ langanhaltende starke Immunreaktion aus. US-Mediziner wiesen bei Geimpften noch drei Monate nach der zweiten Dosis sogenannte B-Gedächtniszellen des Immunsystems nach, wie sie im Fachblatt „Nature“ berichten. „Das belegt eine wirklich robuste Immunreaktion“, betont Co-Studienleiterin Rachel Presti von der Washington University School of Medicine in St. Louis. Carsten Watzl vom Leibniz Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo) stimmt dieser Einschätzung zu. „Das ist sehr erfreulich. Aber ob und wie weit sich daraus eine lang andauernde Immunität ableiten lässt, ist offen“, sagt der Immunologe, der nicht an der Arbeit beteiligt war, mit Blick auf die tatsächliche Schutzwirkung der Impfung.

18.40 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten liegt bei 6,6

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg ist erneut gesunken. Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche liegt nun bei 6,6 nach 6,8 am Vortag, wie das Landesgesundheitsamt am Dienstag mitteilte (Stand: 16 Uhr). Der Anteil der Infektionen mit der Delta-Variante liegt bei 8,99 Prozent. Bei weiteren 3,1 Prozent liegt ein Verdacht auf die Delta-Variante vor.

Alle 44 Stadt- und Landkreise liegen bei der Sieben-Tage-Inzidenz unter der Schwelle von 35. Den höchsten Wert hat nach wie vor die Stadt Heilbronn mit 30,8.

18.31 Uhr: Vergleichsweise wenig Infektionen aus dem Ausland eingeschleppt

Bislang machen in diesem Sommer Einreisende aus dem Ausland nur einen recht kleinen Anteil an allen erfassten neuen Corona-Ansteckungen aus. So wurden dem Robert Koch-Institut (RKI) zuletzt innerhalb von vier Wochen 1036 Fälle gemeldet, bei denen eine wahrscheinliche Ansteckung im Ausland angenommen wird, wie aus dem RKI-Lagebericht von Dienstagabend hervorgeht. Das seien etwa zwei Prozent aller übermittelten Fälle. „Dies zeigt, dass im derzeitigen Infektionsgeschehen reiseassoziierte Fälle eine nachgeordnete Rolle spielen“, schreibt das RKI.

Allerdings lagen bei 42 Prozent aller Fälle keine Angaben zum wahrscheinlichen Infektionsland vor. Das RKI macht in seinem Bericht weder Angaben zu den Ländern, aus denen Infizierte einreisten, noch unterscheidet der Bericht nach Varianten.

16.17 Uhr: Im Kreisimpfzentrum in Singen gibt es wieder Termine für Erstimpfungen gegen Corona

Bis Ende der Woche stehen 700 Termine für Erstimpfungen mit Astrazeneca und Biontech zur Verfügung. Das teilte das Landratsamt Konstanz am Dienstag, 29. Juni, mit. Details finden Sie in diesem Artikel.

15.26 Uhr: EU-Kommission nennt fünf vielversprechende Corona-Medikamente

Die EU-Kommission hat fünf Medikamente vorgestellt, mit denen bald Covid-19-Erkrankungen behandelt werden könnten. Die Kandidaten seien bereits weit in der Entwicklung und könnten schon im Oktober zugelassen werden, teilte die Brüsseler Behörde am Dienstag mit. Bei der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA laufen derzeit enstprechende Verfahren für die Medikamente.

Vier der Mittel enthalten sogenannte monoklonale Antikörper. Diese werden im Labor hergestellt und sollen das Virus nach einer Infektion außer Gefecht setzen. Ein weiteres Medikament mit dem Namen Olumiant reduziert die Aktivität des Immunsystems und soll eigentlich gegen Rheuma helfen. Die Hoffnung ist, dass die entzündungshemmende Wirkung auch bei schweren Covid-19-Verläufen hilft.

Das Bundesgesundheitsministerium hatte im Januar für 400 Millionen Euro Antikörpermittel eingekauft. Noch werden sie jedoch nur im Einzelfall und beim Risiko eines besonders schweren Verlaufs verabreicht. Studienergebnisse hatten zuvor darauf hingewiesen, dass eine Therapie im frühen Krankheitsstadium die Viruslast verringern könnte.

13.12 Uhr: Vorübergehende Maskenpflicht an Schulen nach den Sommerferien

Baden-Württembergs Schülerinnen und Schüler müssen nach den Sommerferien vorübergehend wieder Masken im Unterricht tragen. Für die ersten zwei Wochen nach den Ferien wird eine Maskenplicht inzidenzunabhängig wieder eingeführt, wie Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Dienstag in Stuttgart sagte. Damit wolle die Regierung auf die Gefahr einer Einschleppung von Infektionen durch Reiserückkehrer reagieren. Man müsse mit einer erhöhten Reisetätigkeit rechnen, sagte er.

In Baden-Württemberg können Schülerinnen und Schüler erst seit vergangener Woche auf eine Maske verzichten, sofern die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz in einer Region niedrig ist und es zwei Wochen an der jeweiligen Schule keinen Corona-Fall gab. „Wir können nicht ausschließen, dass im Laufe des kommenden Schuljahres wieder mehr Schutzmaßnahmen notwendig sein werden, wenn die Inzidenzen steigen sollten oder Virusmutanten das Infektionsgeschehen verändern“, sagte Baden-Württembergs Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne).

12.50 Uhr: Kretschmann schließt weiteren Lockdown bei Corona-Welle nicht aus

Einen weiteren Lockdown kann sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) angesichts der besonders ansteckenden Delta-Variante und der Massenveranstaltungen rund um die Fußball-Europameisterschaft durchaus vorstellen. „Das würde ich in keiner Weise ausschließen. Wenn die Welle dann kommt und wir in die Exponentialität kommen, haben wir ja keine anderen Möglichkeiten“, sagte der Regierungschef in Stuttgart.

Er mache sich große Sorgen, dass sich die Delta-Variante weiter unaufhaltsam ausbreite. Mit Blick auf die feiernden Fußball-Fans in den Stadien sei das seiner Ansicht nach möglich. „Wenn ich diese Bilder sehe, ist mir da ganz mulmig“, sagte Kretschmann. Die entscheidende Frage sei, „ob wir dagegen animpfen können“, sagte der Grünen-Politiker weiter. Einige Wissenschaftler hätten die vierte Welle vorausgesagt, „und sie hatten meistens recht“.

11.44 Uhr: Weniger Einschränkungen im Sportunterricht

Die Lockerungen der Corona-Regeln sorgen auch im Schulbetrieb für Erleichterungen. So darf bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 seit dieser Woche Sportunterricht an allen Schularten ohne Einschränkungen stattfinden, wie das Kultusministerium mitteilte. Zwischen 50 und 100 ist der Sport an der Schule zumindest im Freien ohne Einschränkungen möglich. Bislang durfte nach Angaben eines Sprechers zwischen 35 und 50 nur kontaktarmer Sport in Hallen stattfinden.

Auch das förmliche Abstandsgebot von 1,5 Metern in den Schulmensen gilt nicht mehr. Für schulische Veranstaltungen wie Abibälle gelten ab sofort die allgemeinen Regeln für Veranstaltungen.

11 Uhr: Deutlich erhöhte Sterblichkeit in Pflegeheimen in ersten beiden Pandemiewellen

Die Sterblichkeit in Deutschlands Pflegeheimen ist während der ersten beiden Pandemiewellen deutlich angestiegen. So lag bereits rund drei Wochen nach Beginn des ersten Lockdowns im April vergangenen Jahres die Sterblichkeit um 20 Prozent höher als im Schnitt der Vorjahre, wie aus dem in Berlin veröffentlichten Pflegereport des Wissenschaftlichen Instituts der AOK hervorgeht.

In den ersten drei Monaten der zweiten Pandemiewelle von Oktober bis Dezember überstieg die Sterblichkeit das Vorjahresniveau um durchschnittlich 30 Prozent. In der Spitze lag die Übersterblichkeit demnach am Jahresende, in der Weihnachtwoche vom 21. bis 27. Dezember, sogar bei 80 Prozent. "Die Infektionsschutzmaßnahmen während der Pandemie reichten nicht aus, um die im Heim lebenden pflegebedürftigen Menschen ausreichend zu schützen", erklärte Antje Schwinger, Mitherausgeberin des Reports.

10 Uhr: Städte und Gemeinden: Bundes-Notbremse bei Bedarf reaktivieren

Vor dem Auslaufen der Bundes-Notbremse am Mittwoch plädiert der Städte- und Gemeindebund bei Bedarf für eine Reaktivierung der bundeseinheitlichen Regeln. „Wenn die Infektionszahlen erneut stark steigen, sollte die Bundes-Notbremse wieder in Kraft gesetzt werden. Wir haben die Pandemie nicht überwunden und wissen nicht, welche Mutationen noch auf uns zukommen“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der „Welt“.

Ähnlich äußerte sich der Städtetag: „Aktuell sind wir zum Glück mit den Inzidenzen weit von einer Bundes-Notbremse entfernt. Sie muss nur dann erneut installiert werden, falls die Zahl der Infektionen auch wegen neuer Virusvarianten bundesweit wieder stark steigt“, sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy der Zeitung. „Bundeseinheitliche Regeln haben bei sehr hohen Inzidenzen dazu beigetragen, dass die Menschen sie nachvollziehen konnten.“

8 Uhr: Seehofer fordert weniger Zuschauer in EM-Stadien

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat an die britische Regierung und den europäischen Fußballverband Uefa appelliert, die Zuschauerzahlen bei den verbleibenden Spielen der Fußball-Europameisterschaft zu reduzieren. "Ich halte es für unverantwortlich, wenn in Ländern, die als Virusvariantengebiet der hoch ansteckenden Delta-Mutation gelten, zigtausende Menschen auf engem Raum zusammenkommen", sagte Seehofer der "Augsburger Allgemeinen".

Das sei auch die Auffassung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), mit der er sich dazu abgestimmt habe. Seehofer verwies darauf, dass bei den EM-Spielen in München eine Auslastung von 20 Prozent der Stadionplätze erlaubt ist. Dies sei "ein Maßstab, der auch für die anderen Austragungsorte gelten könnte, denn man muss in den Konzepten auch die An- und Abreise berücksichtigen". Als Innenminister ist der CSU-Politiker auch für den Sport zuständig.

7.11 Uhr: EU-Rechnungshof berichtet über Fluggastrechte während Corona

Der Europäische Rechnungshofs veröffentlicht heute einen Bericht zu Fluggastrechten während der Pandemie. Die Krise habe deutlich gemacht, dass Fluggäste nicht so gut über ihre Rechte informiert sind, wie sie es sein sollten. Dabei hatte Corona auch erhebliche Auswirkungen auf die Finanzen der Fluggesellschaften. Unter anderem seien Reisenden mehr als neun Milliarden Euro für verkaufte, aber nicht genutzte Tickets erstattet worden.

Das waren die Entwicklungen am Montag, 28. Juni: 

22.37 Uhr: EU-Kommissionsvize: Uefa sollte Austragung von EM-Spielen in London überdenken

Angesichts der in Großbritannien grassierenden Delta-Variante des Coronavirus hat der stellvertretende EU-Kommissionspräsident Margaritis Schinas den europäischen Fußballverband Uefa aufgerufen, die Ausrichtung der letzten EM-Spiele in London zu überdenken. Er "persönlich" finde es nicht sinnvoll, die Halbfinalspiele am 6. und 7. Juli und das Endspiel am 11. Juli im Londoner Wembley-Stadion stattfinden zu lassen, sagte Schinas am Montag vor dem EU-Parlament in Brüssel.

"Ich möchte meine Zweifel mit ihnen teilen", wandte der EU-Kommissar sich an die Abgeordneten. Er habe Bedenken, die Halbfinalspiele und das Finale der Fußball-Europameisterschaft "in einem vollen Stadion zu organisieren in einer Zeit, in der das Vereinigte Königreich selbst die Reisen seiner Bürger in die Europäische Union einschränkt". Die Uefa müsse diese Entscheidung nun "vorsichtig analysieren" und den Ort der Ausrichtung "mit vollem Wissen der Fakten" wählen.

21.47 Uhr: EU-Kommission überweist erste Corona-Hilfen nach Deutschland

Die EU-Kommission hat am Montag insgesamt 800 Millionen Euro an Corona-Hilfen nach Deutschland und in 15 weitere Staaten überwiesen. Das Geld sei ein Teilbetrag der ersten 20 Milliarden Euro, die jüngst am Kapitalmarkt aufgenommen worden seien, teilte die Brüsseler Behörde mit. Es solle unter anderem Investitionen für den Erhalt und die Schaffung von Arbeitsplätzen ermöglichen.

Die 800 Millionen Euro sind nach Angaben der EU-Kommission die ersten Mittel, die über das im vergangenen Jahr beschlossene Wiederaufbauprogramm „Next Generation EU“ ausgezahlt wurden. Es sieht nach angepassten Preisen Corona-Hilfen in Höhe von insgesamt 800 Milliarden Euro vor. Das Geld soll helfen, die wirtschaftlichen Schäden durch die Pandemie zu bewältigen. Finanziert wird es über Schulden, die bis 2058 gemeinsam getilgt werden sollen.

21.08 Uhr: Clubbetreiber protestieren gegen neue Corona-Verordnung

Vertreter von Clubs und Diskotheken im Südwesten kritisieren die neue Corona-Verordnung als „Schlag ins Gesicht“ für die Clubbetreiber. „Während nun alle anderen Branchen großzügigen Lockerungen ausgesetzt sind, wird das Nachtleben weiterhin massiv beschränkt und de facto unterbunden“, schreibt die Interessengemeinschaft Clubkultur Baden-Württemberg in einem am Montag veröffentlichten Brief an Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), seine Landesregierung und die Landtagsfraktionen. „Mit der bisherigen Regelung verlagert man das Feiern in den unkontrollierten illegalen/privaten Bereich und zeigt großes Misstrauen gegenüber einer ganzen Branche.“

20.34 Uhr: Gesundheitsminister wollen Impfzentren zurückfahren

Die Gesundheitsminister der Bundesländer wollen im Herbst den Betrieb der Impfzentren zurückfahren. Auch über den 30. September hinaus setze man bei der Eindämmung der Corona-Pandemie auf staatliche oder kommunale Impfangebote. Der Schwerpunkt dabei solle zunehmend aber auf mobilen Impfteams liegen, heißt es in einem Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz vom Montagabend.

Die Länder könnten dabei selbst über die künftige Infrastruktur des Impfangebots entscheiden. Im Bedarfsfall sollen die Impfzentren in jedem Fall aber auch schnell wieder aktiviert werden können.

20.06 Uhr: Curevac rechnet sehr bald mit Ergebnissen der finalen Impfstoffstudie

Der Vorstandsvorsitzende des Tübinger Impfstoffentwicklers Curevac, Franz-Werner Haas, rechnet sehr bald mit finalen Ergebnissen der zulassungsrelevanten Studienphase. „Es wird nicht länger als eine Woche oder zehn Tage dauern. Wir rechnen kurzfristig mit den Ergebnissen“, sagte Haas am Montagabend in Tübingen bei einer Pressekonferenz mit Bundesforschungsministerin Anja Karliczek und Staatsministerin Annette Widmann-Mauz (beide CDU), der Wahlkreisabgeordneten für Tübingen-Hechingen.

Curevac hatte kürzlich bekanntgegeben, dass sein Corona-Impfstoffkandidat der ersten Generation nach einer vorläufigen Auswertung über eine Wirksamkeit von rund 47 Prozent verfügt. Damit wäre der Impfstoff deutlich weniger wirksam als andere Impfstoffe. Die Mitteilung hatte für einen deutlichen Rückgang des Börsenkurses und Enttäuschung bei Politikern gesorgt.

Karliczek sagte, man hätte sich gewünscht, dass die aktuellen Zwischenergebnisse besser ausgefallen wären. Es sei richtig, auf die mRNA-Technologie zu setzen, um die Souveränität in Europa zu erhalten im Vergleich zu China und den USA. Es gehe auch um strategische Investitionen im internationalen Wettbewerb.

19.06 Uhr: Jede zweite Neuinfektion mit Delta-Variante

Die ansteckendere Delta-Variante greift in Deutschland immer mehr um sich. Sie mache mittlerweile einen Anteil von mindestens 35 Prozent an untersuchten Proben aus, sagte der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, in einer Schalte der Gesundheitsminister von Bund und Ländern, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen erfuhr. Zuvor hatten auch mehrere Medien darüber berichtet. Da die Daten bereits einige Tage alt seien, sei der Anteil derzeit tatsächlich sogar auf rund 50 Prozent zu schätzen. Offiziell veröffentlicht das RKI die neuen Angaben zu den Virusvarianten-Anteilen stets am Mittwochabend.

Delta ist noch ansteckender als Alpha, wie Wieler bereits am Freitag gesagt hatte. Die Variante verbreite sich vor allem in der ungeimpften Bevölkerung. Wieler hatte bereits gesagt, dass die Fallzahlen deshalb voraussichtlich wieder steigen werden. Dass die bundesweite 7-Tage-Inzidenz rückläufig ist, erklärten Experten zuletzt mit dem deutlichen Rückgang der Fallzahlen durch die bisher vorherrschende Alpha-Variante.

18.53 Uhr: Nach Massenansteckung von Schülern verschärft Mallorca Einreiseregeln

Nach der Ansteckung von rund tausend Schülern mit dem Coronavirus bei Abiturfahrten auf Mallorca hat die Regionalregierung der Balearen eine Verschärfung der Einreiseregeln für große Gruppen beschlossen. Die Teilnehmer von organisierten Gruppenreisen müssen künftig einen negativen PCR-Test vorlegen oder einen vollständigen Impfschutz nachweisen, wie die Regierung der spanischen Mittelmeer-Region am Montag in Palma mitteilte. Das werde künftig für Gruppen ab 20 Personen gelten, die Mallorca, Ibiza, Menorca oder Formentera besuchen, hieß es.

Allein in Madrid wurden bisher 493 Ansteckungen von Jugendlichen registriert, die Mitte Juni auf Klassenfahrt auf Mallorca waren, wie die Regionalregierung am Montag mitteilte. Besonders viele Fälle wurden unter anderem auch im Baskenland, Valencia, Galicien und Katalonien verzeichnet. Die Zahlen steigen täglich.

Es wird vermutet, dass sehr viele der betroffenen jungen Leute mit ein und derselben Fähre von Valencia nach Mallorca fuhren. Andere kamen vermutlich erst auf der Insel miteinander in Kontakt. Alle Schüler hätten sich mit der Alpha-Variante des Virus infiziert, die zuerst in Großbritannien entdeckt worden war, hieß es.

17.58 Uhr: Corona-Inzidenz im Südwesten liegt bei 6,8

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg ist erneut gesunken. Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche liegt nun bei 6,8 nach 7,2 am Vortag, wie das Landesgesundheitsamt am Montag mitteilte (Stand: 16 Uhr). Der Anteil der Infektionen mit der Delta-Variante liegt bei 9,3 Prozent. Bei weiteren 4,6 Prozent liegt ein Delta-Verdacht vor. Alle 44 Stadt- und Landkreise liegen bei der Sieben-Tage-Inzidenz unter der Schwelle von 35. Den höchsten Wert hat nach wie vor die Stadt Heilbronn mit jetzt 30,8.

Im Vergleich zum Vortag kamen am Montag 50 Corona-Neuinfektionen und neun Todesfälle in Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung dazu. Damit sind nun 500.657 Infektionsfälle und 10.235 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus im Südwesten registriert.

16.30 Uhr: Corona-Regeln für Reiserückkehrer werden nicht verschärft

Auf Reisende kommen vorerst keine schärferen Corona-Regeln bei der Einreise oder Rückkehr nach Deutschland zu. Das ist das Ergebnis von Beratungen von Bund und Ländern. Demnach soll die geltende Einreiseverordnung nicht kurzfristig geändert werden. Mehrere Ministerpräsidenten hatten schärfere Bestimmungen gefordert, um eine erneute Verschärfung der Corona-Lage zu verhindern.

14 Uhr: Diese Corona-Regeln gelten aktuell in Ihrem Landkreis

Mit wie vielen Menschen darf ich mich treffen? Brauche ich einen Test, um einkaufen zu gehen? Benötige ich einen Termin, um ins Schwimmbad zu kommen? Die Corona-Regeln sind schwer zu durchschauen und ändern sich je nach Lage ständig. Welche Regeln in Ihrem Landkreis gelten, finden Sie tagesaktuell hier.

13.15 Uhr: Söder fordert von Bundesregierung klare Ansagen für Ferienzeit

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat vom Bund klare Vorgaben für Urlaubsrückkehrer gefordert. Mit Blick auf die gerade begonnene Hauptreisezeit sagte Söder am Montag in München, im vergangenen Jahr habe der Bund hier viel zu spät gehandelt, dies dürfe sich nun nicht wiederholen. "Der Bund sollte jetzt noch einmal deutlich eine Ferienempfehlung durchgeben."

Die vorhandenen Pflichten, sich nach dem Urlaub testen zu lassen, müssten auch kontrolliert werden, forderte der bayerische Regierungschef weiter. Nicht praktikabel sei dagegen, wieder reihenweise Teststationen aufzubauen.

Söder äußerte sich nach einem neuerlichen bayerischen Impfgipfel. Dabei kündigte er an, die Priorisierung der Impfstoffe nun auch für die Impfzentren in Bayern aufzuheben - dies war bisher nur in den Arztpraxen der Fall. Es sei mehr Flexibilität bei den Impfungen nötig.

Dabei räumte Söder ein, nicht mit dem Impffortschritt in Bayern zufrieden sein. Bei den Impfquoten liegt der Freistaat als von der Bevölkerungszahl her zweitgrößtes Bundesland sowohl bei den Erst- als auch bei den Zweitimpfungen klar hinter dem bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Söder forderte, verstärkt Kreuzimpfungen vorzunehmen - also etwa der Impfstoff von Astrazeneca und der von Biontech in zwei Impfungen verabreicht werden. Eine Impfpflicht lehnte der CSU-Chef ab. "Wir bleiben dabei, es gibt keine Impfpflicht in Deutschland."

12.57 Uhr: Bund plant derzeit keine strengeren Corona-Kontrollen bei Einreisenden

Die Bundesregierung lehnt eine Verschärfung der Einreisebestimmungen wegen der Corona-Pandemie zum jetzigen Zeitpunkt ab. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sehe "momentan keine Veranlassung für stationäre Grenzkontrollen", sagte ein Sprecher seines Ministeriums am Montag in Berlin. Auch das Bundesgesundheitsministerium erklärte, es sei "zur Zeit keine Änderung der Einreiseverordnung" geplant. es gebe derzeit schon ein "recht striktes Einreiseregime", sagte ein Sprecher.

11.11 Uhr: Mehr als 35 Prozent der Menschen vollständig gegen Corona geimpft

Mehr als 35 Prozent der Menschen in Deutschland sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Montag hervor. Rund 44,6 Millionen Menschen (53,6 Prozent) haben mindestens eine Impfung bekommen, 29,4 Millionen Menschen (35,4 Prozent) sind vollständig geimpft. Allein am Sonntag wurden 275.827 Impfdosen verabreicht.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) schrieb auf Twitter, damit sei das für Juni gesetzte Ziel, in Deutschland mindestens jeden Zweiten einmalig und mindestens jeden Dritten vollständig geimpft zu haben, übertroffen worden. Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen mit 61,6 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter.

Bis auf Sachsen (47,6 Prozent) liegen alle Bundesländer über der 50-Prozent-Marke.

10.40 Uhr: Öffentliche Verschuldung steigt im ersten Quartal auf über 2,2 Billionen Euro

Die Summe der öffentlichen Schulden in Deutschland ist im ersten Quartal des laufenden Jahres erstmals über 2,2 Billionen Euro gestiegen. Vor allem die Ausgaben für die Corona-Krisenmaßnahmen hätten die Schulden in die Höhe getrieben, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Demnach erhöhten sich die Verbindlichkeiten des Staates und der Sozialversicherungen im Vergleich zum Vorquartal um 1,5 Prozent oder 33,6 Milliarden Euro auf 2,205 Billionen Euro.

Im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres 2020 bedeutete das nach Angaben des Bundesamt einen Zuwachs von 12,8 Prozent oder 250,0 Milliarden Euro. Verursacht worden sei die Entwicklung vor allem durch die Maßnahmen von Bund und Ländern zur Bewältigung der Corona-Pandemie.

8.50 Uhr: Kurzarbeitergeld drückt Lohnstatistik in der Corona-Krise

Das Kriseninstrument der Kurzarbeit drückt weiterhin die offiziell registrierte Lohnentwicklung in Deutschland. Auch weil die von der Arbeitsagentur gezahlte Lohnersatzleistung in der entsprechenden Statistik nicht erfasst wird, sanken die Bruttomonatsverdienste der Beschäftigten im ersten Quartal dieses Jahres um 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Da im gleichen Zeitraum auch die Verbraucherpreise um 1,3 Prozent anzogen, lag der reale Verdienstrückgang sogar bei minus 2 Prozent, wie die Statistikbehörde nun berichtete.

7.41 Uhr: RKI registriert 219 Corona-Neuinfektionen, Inzidenz bei 5,6

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 219 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Montagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.24 Uhr wiedergeben.

Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 346 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit bundesweit 5,6 an (Vortag: 5,7; Vorwoche: 8,6). Deutschlandweit wurden den Angaben zufolge binnen 24 Stunden acht neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es zehn Tote. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.726.929 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2.

Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3.620.800 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 90.762. Der Sieben-Tage-R-Wert lag dem RKI zufolge am Sonntagabend bei 0,82 (Vortag: ebenfalls 0,82).

7.07 Uhr: Lauterbach: Stiko soll Empfehlung für Kinder-Impfungen überdenken

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hat die Ständige Impfkommission (Stiko) aufgefordert, ihre eingeschränkte Empfehlung für die Corona-Impfung von Kindern zu überdenken. „In Großbritannien sind bereits viele Kinder mit Covid in der Klinik. Die Ständige Impfkommission argumentiert, dass Covid für Kinder harmlos sei.

Für die Delta-Variante gilt dies meiner Ansicht nach aber nicht“, sagte Lauterbach. Die Stiko hat bisher keine generelle Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren ausgesprochen. Sie empfiehlt Impfungen nur für 12- bis 17-Jährige mit bestimmten Vorerkrankungen wie Adipositas, Diabetes und chronischen Lungenerkrankungen.

Das waren die Entwicklungen am Sonntag, 27. Juni: 

21.41 Uhr: Südafrika setzt Corona-Alarmstufe herauf

Nach einem ungewöhnlich starken Anstieg der Infektionszahlen verschärft Südafrika seine Corona-Beschränkungen deutlich. Präsident Cyril Ramaphosa setzte die Alarmstufe am Sonntagabend in einer TV-Rede auf die zweithöchste Stufe herauf. Am Vortag war bekanntgeworden, dass die hochansteckende Delta-Variante den Kap-Staat im Griff hat. Auch bereits zuvor mit der Beta-Variante infizierte und danach genesene Südafrikaner seien nun gefährdet, so Ramaphosa. „Wir sind im Griff einer verheerenden Welle.“

Besonders betroffen ist das Ballungszentrum um die Städte Pretoria und Johannesburg (Gauteng-Provinz), wo mehr als 60 Prozent aller Neuinfektionen registriert wurden. Die Gesundheitsinfrastruktur befindet sich an der Kapazitätsgrenze. Reisen sind dort nur noch in Ausnahmefällen erlaubt. Die neuen Restriktionen sehen neben nächtlichen Ausgangsbeschränkungen nach 21.00 Uhr auch ein Alkoholverbot sowie weitgehende Versammlungsverbote im Freien vor.

Südafrika ist zahlenmäßig das am schwersten von der Pandemie betroffene Land in Afrika. Bislang wurden dort 1,9 Millionen Fälle dokumentiert. Kapp 60 000 Menschen starben an den Folgen einer Infektion. Geimpft sind rund 2,7 Millionen der insgesamt knapp 60 Millionen Südafrikaner.

21.11 Uhr: Luxemburgs Regierungschef positiv auf Corona getestet

Kurz nach dem EU-Gipfel ist Luxemburgs Regierungschef Xavier Bettel positiv auf das Coronavirus getestet worden. Bettel begab sich nach dem Test für zehn Tage in Quarantäne, wie seine Sprecherin am Sonntag sagte. Der 48-Jährige, der bisher nur einmal mit dem Impfstoff von Astrazeneca geimpft wurde, hatte am Donnerstag und Freitag noch am EU-Gipfel teilgenommen. Nach Angaben seiner Sprecherin wurden die 26 anderen Staats- und Regierungschefs aber nicht als Kontaktpersonen eingestuft.

"Keiner der Staats- und Regierungschefs steht auf der Liste der engen Kontakte des Ministerpräsidenten", sagte Bettels Sprecherin. In Luxemburg gilt als enger Kontakt, wenn mindestens 15 Minuten lang ohne Schutzmaßnahmen wie Maske oder Mindestabstand Kontakt zu einem Infizierten bestand. Beim EU-Gipfel seien die Hygienemaßnahmen eingehalten worden, sagte die Sprecherin.

Bettel leidet den Angaben zufolge unter leichten Symptomen wie Fieber und Kopfschmerzen, wird seine Arbeit aber im Homeoffice fortsetzen.

20.20 Uhr: Italien hebt Maskenpflicht und letzte regionale Ausgangssperre auf

Italien hebt am Montag die Maskenpflicht im Freien sowie die letzte noch geltende regionale Ausgangssperre auf. Landesweit gilt die Pflicht zum Tragen einer Mundmaske nur noch in öffentlich zugänglichen Innenräumen sowie an stark frequentierten Orten an der frischen Luft. Im nordwestlichen Aostatal fällt die nächtliche Ausgangssperre zwischen Mitternacht und 5 Uhr morgens weg.

Italien war im vergangenen Frühjahr das erste europäische Land, in dem sich das Coronavirus stark ausbreitete. Insgesamt ist Italien eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder der Welt mit mehr als 4,25 Millionen nachgewiesenen Infektionen und über 127.000 Toten. Zuletzt waren Ansteckungs- und Todeszahlen stark gesunken. Allerdings breitet sich auch in Italien derzeit die ansteckendere Delta-Variante des Virus aus.

19.18 Uhr: RKI registriert 538 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 5,7

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 538 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Sonntagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.08 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 842 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit bundesweit 5,7 an (Vortag: 5,9; Vorwoche: 8,8).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden acht neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 16 Tote. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.726.710 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

18.42 Uhr: Mehr als 800 Schüler nach Klassenfahrten auf Mallorca infiziert

Mehr als 800 Schüler und Schülerinnen aus mehreren Teilen Spaniens haben sich auf Abschlussfahrten nach Mallorca Mitte Juni mit dem Coronavirus infiziert. Nach jüngsten Angaben der verschiedenen Regionalregierungen erhöhte sich die Zahl der infizierten Teenager am Sonntag um mehr als 200 auf mindestens 848. Allein in Madrid sind mindestens 410 Jugendliche betroffen. Fälle meldeten auch das Baskenland (126), Valencia (104), Galizien (70), Katalonien (64), die Balearen (33), Murcia (20), Kastilien-La Mancha (11) und Aragonien (10).

Es wird vermutet, dass sehr viele der betroffenen jungen Leute mit ein und derselben Fähre von Valencia nach Mallorca fuhren. Andere kamen vermutlich auf der Insel miteinander in Kontakt. Alle Schüler hätten sich mit der Alpha-Variante des Virus infiziert, die zuerst in Großbritannien entdeckt worden war, hieß es.

17.21 Uhr: Astrazeneca und Oxford testen Impfstoff gegen Beta-Variante

Astrazeneca und die Universität Oxford haben mit neuen Studien zur Wirksamkeit ihres abgewandelten Impfstoffs gegen die Beta-Variante des Coronavirus begonnen. Es sei wichtig, sich auf Veränderungen beim Coronavirus vorzubereiten und somit der Pandemie "einen Schritt voraus zu sein", erklärte der Direktor der Oxford Vaccine Group, Andrew Pollar, am Sonntag.

An den klinischen Studien der Phasen II und III mit dem leicht veränderten Auffrischungsimpfstoff sollen rund 2250 Teilnehmer aus Großbritannien, Südafrika, Brasilien und Polen teilnehmen. Ein Teil der Probanden soll bereits zwei Mal mit dem Original-Vektorvirenimpfstoff von Astrazeneca oder mit einem der mRNA-Vakzine wie etwa von Biontech und Pfizer geimpft worden sein, ein anderer Teil soll noch keine Impfung erhalten haben. Erste Daten werden noch in diesem Jahr erwartet.

16.20 Uhr: Viele Lockerungen im Schwarzwald-Baar-Kreis ab Montag

Die Inzidenz im Schwarzwald-Baar-Kreis geht abwärts und es geht aufwärts: Nachdem der Wert am Samstag noch bei 3,3 und damit den fünften Tag in Folge unter zehn lag, treten am Montag viele Lockerungen in Kraft. Wie das Gesundheitsamt außerdem meldet, waren am Sonntag noch 22 Personen mit dem Coronavirus infiziert, fünf weniger als am Samstag. Ab Montag sind unter anderem Badespaß ohne Beschränkung und Veranstaltungen im Freien mit bis zu 1500 Personen wieder möglich.

14.40 Uhr: Beschleunigung der Impf-Kampagne erwartet

Zusätzliche Impfstoffmengen können den Kampf gegen die Corona-Pandemie in Deutschland in den kommenden Wochen deutlich beschleunigen. „Bis Ende Juli wird jeder Erwachsene in Deutschland, der geimpft werden will, auch eine erste Impfung erhalten haben können; wenn die Lieferungen so weitergehen, vielleicht noch ein Stück früher“, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Samstag in einer Diskussionsrunde in Berlin. Kanzlerin Angela Merkel hatte bislang immer erklärt, dass jede Bürgerin und jeder Bürger bis zum Ende des Sommers am 21. September ein Impfstoffangebot erhalte.

Ein halbes Jahr nach Beginn der Impfkampagne ist mehr als die Hälfte der Menschen hierzulande mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft. Über ein Drittel hat auch schon die zweite Spitze erhalten. Trotz dieses Fortschritts rief Spahn erneut zu Vorsicht auf - auch mit Blick auf die sich ausbreitende Delta-Virusvariante. Jede und jeder Einzelne habe es in der Hand, „dass dieser gute Sommer, der es werden kann, erstens gut bleibt und zweitens Herbst und Winter eben auch gut werden“. Es gehe bei diesem Appell nicht darum, die gute Laune „einzutrüben“, betonte er. Die könne man schon haben. „Aber es geht darum, dass wir möglichst lange gute Laune haben können.“

13.24 Uhr: Regierung macht Veranstaltungsbranche Hoffnung auf Neustart im Herbst

Hoffnung auf einen Neustart für die Veranstaltungsbranche: Die Bundesregierung zeigt sich optimistisch, dass Konzerte und Veranstaltungen mit tausenden Besuchern im Herbst wieder möglich sind. "Mit zunehmender Impfquote bin ich trotz neuer Virusvarianten zuversichtlich, dass wir bald wieder zur Normalität zurückkommen", sagte der parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Thomas Bareiß (CDU), der "Welt am Sonntag". Im Spätherbst könne es soweit sein.

"Wenn jeder ein Impfangebot bekommen hat, gibt es keinen Grund mehr, warum nicht auch Veranstaltungen mit 10.000 Besuchern oder mehr wieder möglich sein sollten." Natürlich müssten die Besucher geimpft oder getestet sein. Impfverweigerer müssen dann nach den Worten des parlamentarischen Staatssekretärs womöglich draußen bleiben: "Wer für sich die Freiheit in Anspruch nimmt, sich nicht impfen oder testen zu lassen, der muss auch die unternehmerische Freiheit des Veranstalters akzeptieren, ihn nicht hineinzulassen." Bareiß will sich zudem im Ministerium für möglichst einheitliche Regeln in den Bundesländern einsetzen.

12.56 Uhr: CSU gegen „Lockdown-Automatismus“ bei vierter Corona-Welle im Herbst

Die CSU lehnt nach den Worten von Generalsekretär Markus Blume einen neuen Lockdown im Fall einer vierten Corona-Welle ab. „Wenn sich tatsächlich im Herbst erneut eine Infektionswelle aufbauen sollte, gibt es keinen Lockdown-Automatismus mehr“, sagte Blume dem „Tagesspiegel am Sonntag“. „Dank umfassendem Impfschutz und massenhafter Testkapazitäten sollten uns dann andere Möglichkeiten zur Verfügung stehen“, so Blume.

Blume forderte außerdem die Europäische Fußball-Union UEFA auf, ihr Stadien-Konzept für die Europameisterschaft „noch einmal genau zu prüfen“. „Niemandem ist geholfen, Europameister im Inzidenz-Höhenflug zu werden“, sagte der CSU-Politiker. Die UEFA müsse Vorbild für Großereignisse sein. „Dazu gehört auch, die Maskenpflicht in Stadien durchzusetzen“, sagte Blume. Er bekräftigte das Angebot, Spiele
vom aktuellen Corona-Hotspot London nach München zu verlegen: „Wir sind in München zu allem bereit.“

11.30 Uhr: Bayerns Gesundheitsminister will Urlauber streng auf Corona testen

Urlauber, die aus dem Ausland nach Deutschland zurückkehren, sollen nach dem Willen von Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) an den Grenzen engmaschig auf Impfausweise und negative Corona-Tests kontrolliert werden. Das sagte der CSU-Politiker, der auch Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz ist, der „Bild am Sonntag“ mit Blick auf die rasche Ausbreitung der Delta-Variante.

„Im Gegensatz zum letzten Sommer sind in ganz Deutschland flächendeckende Testsysteme aufgebaut. Entscheidend ist, dass vor Einreise getestet wird und die Testnachweise an den Grenzübergängen und den Flughäfen nicht nur stichprobenartig kontrolliert werden“, so Holetschek. Bund und Land befänden sich in enger Abstimmung, um engmaschige Kontrollen während der Reisezeit sicherzustellen, sagte Holetschek weiter

10.08 Uhr: Nach Corona-Krise: Normenkontrollrat fordert Verwaltungsreform

Angesichts der in der Corona-Krise aufgedeckten Missstände und Mängel in der staatlichen Verwaltung schlägt der Normenkontrollrat mutige Reformen vor. Jetzt sei eine gute Chance für eine grundlegende Verwaltungsreform, sagt der Vorsitzende des Beraterkreises, Johannes Ludewig, der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Denn die Erinnerungen an die Probleme des Staates seien noch frisch, eine neue Bundesregierung komme demnächst ins Amt, ein neuer Koalitionsvertrag werde geschrieben.

In einem Positionspapier, das auf der Homepage des Rats veröffentlicht wurde, werden sogenannte gezielte Selbstreflexionen von Behörden im Normalbetrieb gefordert, außerdem regelmäßige Stresstests mit simulierten Krisensituationen. Nötig sei auch die Stärkung des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.

Angeregt wird überdies ein unabhängiger Expertenrat „als kontinuierlicher Mahner“. Weil die Aufmerksamkeit der Politik erfahrungsgemäß schnell nachlasse, müsse aber zugleich „ein gewisser Selbstlauf“ erreicht und eine nachhaltige Kulturveränderung eingeleitet werden.

Die Vorschläge gehen zum einen auf die Erfahrungen aus der Flüchtlingskrise zurück, die sich nach dem Eindruck des Rates während der Corona-Pandemie in Teilen wiederholt haben. Dazu schreibt Ludewig: „Durch die Corona-Pandemie und die Flüchtlingskrise hat das Bild eines gut organisierten und gut regierten Landes in der Öffentlichkeit Risse bekommen. Deutschland ist, denkt und handelt zu kompliziert.“

8.40 Uhr: Opposition fordert schnellere Zweitimpfung wegen Delta

Angesichts der raschen Ausbreitung der Delta-Variante sprechen sich Gesundheitsexperten der Opposition für eine frühere Zweitimpfung aus. Bei mRNA-Impfstoffen (Biontech/Pfizer und Moderna) solle die Zweitimpfung gegen das Coronavirus bereits nach drei Wochen stattfinden, sagte Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen der „Welt am Sonntag“. Es gebe „harte Daten“, dass dies gegen die Delta-Variante sehr wirksam sei. Zu einer früheren Zweitimpfung mit dem Impfstoff von Astrazeneca läge noch nichts vor.

Der FDP-Obmann im Gesundheitsausschuss, Andrew Ullmann, sagte: „Die Ständige Impfkommission sollte ihre Empfehlung zu den Impfintervallen überarbeiten und den Zeitpunkt der Zweitimpfung vorziehen.“ Die Stiko empfiehlt bislang längere Zeitabstände zwischen den zwei Impfungen als möglich. Das hat Gründe: Bei Astrazeneca etwa steigt die Wirksamkeit bei längerem Abstand. Zudem sprach die Impfstoffknappheit dafür, zunächst möglichst viele Menschen zu versorgen.

Bei Astrazeneca lautet der bisherige Rat des Expertengremiums, zwölf Wochen zwischen erster und zweiter Dosis verstreichen zu lassen. Für die mRNA-Impfstoffe beträgt der empfohlene Abstand sechs Wochen. Laut Zulassung wären schnellere Impfserien möglich: zwei Biontech-Spritzen im Abstand von drei Wochen, bei Moderna und Astrazeneca im Abstand von vier Wochen.

7.15 Uhr: Bundesweite Corona-Inzidenz sinkt weiter auf 5,7

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen ist erneut zurückgegangen und liegt nun bei 5,7. Dies teilte das Robert-Koch-Institut (RKI) am Sonntagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mit. Am Vortag hatte die Inzidenz bei 5,9 gelegen, vor einer Woche bei 8,8.

Nach den jüngsten Angaben des RKI wurden binnen eines Tages 538 Neuinfektionen mit dem Coronavirus sowie acht Todesfälle registriert. Vor einer Woche waren 842 Neuansteckungen sowie 16 Todesfälle verzeichnet worden. 

Die in den vergangenen Wochen stark gesunkene Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen. Sie gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb dieses Zeitraums an. 

Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Fälle in Deutschland seit Beginn der Pandemie liegt laut den neuesten RKI-Angaben bei 3.726.710. Die Zahl der insgesamt registrierten Todesfälle stieg auf 90.754. Die Zahl der von einer Covid-19-Erkrankung Genesenen bezifferte das RKI auf rund 3.619.400.

Das waren die Entwicklungen am Samstag, 26. Juni: 

21.54 Uhr: Corona-Inzidenz im Südwesten erneut gesunken

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg ist erneut gesunken. Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche liegt nun bei 7,3 nach 7,9 am Vortag, wie das Landesgesundheitsamt am Samstag mitteilte (Stand: 16.00 Uhr). Gleichzeitig steigt der Anteil der Infektionen mit der Delta-Variante.

Alle 44 Stadt- und Landkreise liegen bei der Sieben-Tage-Inzidenz unter der Schwelle von 35. Den höchsten Wert hat nach wie vor die Stadt Heilbronn mit jetzt 31,6. Den niedrigsten Wert hat die Stadt Karlsruhe mit 1,6.

20.38 Uhr: Britischer Gesundheitsminister reicht nach Verstoß gegen Corona-Regeln Rücktritt ein

Wer die Corona-Regeln aufstelle, müsse sich erst recht daran halten, sagte der konservative Politiker in einem Video, das am Samstagabend veröffentlicht wurde. Der 42-Jährige hatte am Freitag zugegeben, Abstandsregeln verletzt zu haben. Einen Rücktritt lehnte er zunächst aber ab. Seitdem war der Druck ständig gewachsen.

Der konservative Premierminister Boris Johnson nahm den Rücktritt an. Hancock könne stolz sein auf das, was er vor und während der Pandemie erreicht habe. Die Zeitung „The Sun“ hatte am Freitag Bilder veröffentlicht, die zeigen, wie der verheiratete Minister eine Frau küsst. Zum Zeitpunkt der Aufnahmen galten strenge Abstandsregeln zu Mitgliedern fremder Haushalte, die Hancock selbst aufgestellt hatte.

19:46 Uhr: Deutsche werden wegen Delta-Variante aus Portugal zurückgeholt

Wegen der von Dienstag an geltenden Einstufung Portugals als Corona-Virusvariantengebiet will der deutsche Reiseanbieter Olimar mehrere Hundert Bundesbürger schnell zurückholen. Das Unternehmen aus Köln, das auf Portugal spezialisiert ist, habe seinen Gästen gleich nach der Mitteilung des Robert Koch-Instituts (RKI) eine rechtzeitige Rückkehr bis Montagabend angeboten, sagte Pascal Zahn von Olimar am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. „Etwa zehn Prozent unserer Gäste wollen ihren Urlaub jedoch eventuell verlängern“, sagte Zahn.

Nach Schätzungen des Deutschen Reiseverbandes DRV machen zurzeit etwa 1000 Deutsche in Portugal Urlaub. „Es sind noch nicht so viele, weil Portugal erst seit kurzem wieder leicht zugänglich ist“, sagte DRV-Sprecherin Kerstin Heinen.

18.41 Uhr: Tausende bei Protesten gegen Corona-Maßnahmen in London
- Demonstranten fordern sofortige Aufhebung aller Einschränkungen

In London haben am Samstag tausende Menschen gegen die anhaltenden Corona-Maßnahmen in England demonstriert. Die Menschenmenge zog vom Hyde Park und durch die Einkaufsstraße Oxford Street bis zum Parlament. Die Demonstranten forderten eine sofortige Aufhebung aller Beschränkungen. Das Parlament und der Regierungssitz von Premierminister Boris Johnson in der Downing Street wurden mit Tennisbällen beworfen, auf einem Plakat wurde die Festnahme von Gesundheitsminister Matt Hancock gefordert.

In Großbritannien waren die Infektionszahlen wegen der sich rasch ausbreiteten Delta-Variante des Coronavirus zuletzt wieder stark angestiegen. Die Regierung hatte die für den 21. Juni geplante Aufhebung aller Corona-Maßnahmen in England deshalb um vier Wochen verschoben.

17.29 Uhr: Bundesregierung geht von Beschleunigung der Impfkampagne aus

Die Bundesregierung rechnet durch die Lieferung zusätzlicher Impfstoffmengen mit einer deutlichen Beschleunigung der Corona-Impfkampagne. „Bis Ende Juli wird jeder Erwachsene in Deutschland, der geimpft werden will, auch eine erste Impfung erhalten haben können; wenn die Lieferungen so weitergehen, vielleicht noch ein Stück früher“, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Samstag in einer Diskussionsrunde in Berlin.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte immer erklärt, dass jede Bürgerin und jeder Bürger bis zum Ende des Sommers, also bis zum 21. September, ein Impfstoffangebot erhalte.

16.47 Uhr:  EU-Gesundheitskommissarin fordert mehr Anstrengungen bei Corona-Impfkampagnen

Die EU-Kommission hat angesichts der Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante des Coronavirus die EU-Staaten aufgefordert, ihre Anstrengungen bei den Impfungen zu "verdoppeln". "Für die Ungeimpften und nur teilweise Geimpften ist die Delta-Variante eine echte Bedrohung", sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides der "Welt" (Samstagsausgabe). Solange kein höheres Niveau bei den Zweitimpfungen erreicht sei, müsse alles dafür getan werden, um die Übertragungskette der Delta-Variante zu unterbrechen. 
 
"Das bedeutet, dass unsere Anstrengungen, die Bevölkerung zu impfen, verdoppelt und die Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Gesundheit respektiert werden müssen", erklärte die EU-Gesundheitskommissarin. Außerdem müssten weitere "gezielte politische Maßnahmen" ergriffen werden, falls dies erforderlich sein sollte.

15.25 Uhr: Hausärzte: Mehr Absagen von Impfterminen - Aber keine Impfmüdigkeit

Die Hausärzte in Deutschland beobachten, dass immer mehr Impftermine abgesagt werden. „Absagen oder No-Shows nehmen auch in den Hausarztpraxen zu“, sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) am Samstag. Eine allgemeine Impfmüdigkeit könnten die niedergelassenen Allgemeinmediziner jedoch nicht feststellen.

Bei Absagen könnten die Hausärzte anderen Patienten Impfungen anbieten, sodass keine Impfstoffdosen vergeudet werden müssten. Zudem gelinge es den Hausärzten immer wieder, Patienten, die aus anderen Gründen in die Praxis kommen, für eine Impfung zu gewinnen. „Wir brauchen jedoch weiter mehr Impfstoff und verlässliche Zusagen bei den Lieferungen“, betonte Weigeldt.

14.20 Uhr: EM-Gastgeber St. Petersburg meldet Tagesrekord an Corona-Toten

St. Petersburg, einer der Gastgeber für die Europameisterschaft, hat die höchste Zahl an Corona-Toten in einer russischen Stadt seit Beginn der Pandemie registriert. Die Behörden meldeten am Samstag 107 Todesfälle - laut den russischen Nachrichtenagenturen so viele wie noch in keiner anderen Stadt im Land. 

St. Petersburg wurde für sieben EM-Turniere ausgewählt, das letzte findet am kommenden Freitag statt. Beim Match Finnland gegen Belgien am vergangenen Montag hatten sich dutzende finnische Fans angesteckt. Ganz Russland verzeichnete am Samstag 619 Todesfälle; die Behörden meldeten zudem 21.665 Neuinfektionen, so viele wie seit Januar nicht mehr. 

Vor allem aufgrund der Ausbreitung der besonders ansteckenden Delta-Variante waren die Corona-Infektionszahlen zuletzt wieder stark angestiegen. Die Bundesregierung hat Russland deshalb am Freitagabend als Virusvariantengebiet eingestuft: Ab Dienstag um Mitternacht gelten bei der Wiedereinreise nach Deutschland besonders strenge Regeln.

13.51 Uhr: Keine Maskenpflicht im Freien bei genügend Abstand

Wegen niedriger Infektionszahlen in der Corona-Pandemie entfällt von diesem Montag an die Pflicht zum Tragen einer Maske an Haltestellen des Personennahverkehrs im Freien - wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann. In den Fahrzeugen sowie in geschlossenen Haltestellen müsse jedoch weiterhin eine medizinische Maske getragen werden, betonte Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) am Samstag in Stuttgart.

Die Landesregierung lockert mit der nächsten Corona-Verordnung ab Montag auf breiter Front die Maßnahmen. Die Maskenpflicht bleibt bestehen. Der Schutz muss auch weiterhin in geschlossenen Räumen wie in Supermärkten, Museen, Theatern, Kinos, Arztpraxen oder in öffentlichen Gebäuden ebenso wie in öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bussen und Straßenbahnen getragen werden.

13.32 Uhr: Fast alles wieder erlaubt: Niederlande lockern Corona-Regeln

Die Niederlande haben einen großen Schritt zurück zu einem öffentlichen Leben fast ohne Corona-Beschränkungen gemacht. Fast alle im Zuge der Pandemie eingeführten Maßnahmen sind seit Samstag wieder aufgehoben. Als zentrale Regel gilt nur noch der Sicherheitsabstand von 1,5 Meter. Wenn der - wie etwa in einer Disco - nicht eingehalten werden kann, ist Zutritt nur mit Test- oder Impfbeweis möglich. Die Regierung mahnte aber die Bürger weiterhin zur Vorsicht - auch im Blick auf die sich schnell verbreitende Delta-Variante des Virus, die als besonders ansteckend gilt.

Mehr als 15 Monate nach der erzwungenen Schließung öffneten bereits um Mitternacht in zahlreichen Städten Diskotheken und Nachtclubs wieder. Besucher konnten sich vor dem Eintritt testen lassen. Auch für Gaststätten, Museen und Theater entfallen die Restriktionen. Und Fußballfans können ab sofort gemeinsam mit anderen die EM-Spiele auf Bildschirmen in Cafés und Kneipen anschauen. Auch andere Veranstaltungen sogar mit Zehntausenden Besuchern sind wieder möglich mit Test- oder Impfbeweis.

Auch die Maskenpflicht wurde fast vollständig aufgehoben. Nur in Bussen und Bahnen, auf Flughäfen sowie in Test- und Impfzentren müssen sie noch getragen werden.

12.04 Uhr: Fast 44,4 Millionen Erstgeimpfte - Spahn: Großbritannien überholt

Ein halbes Jahr nach Beginn der Impfkampagne in Deutschland ist mehr als die Hälfte der Menschen mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft, über ein Drittel hat auch schon die zweite Spitze erhalten. Wie aus Daten des Robert Koch-Instituts vom Samstag (Stand: 10.30 Uhr) hervorgeht, haben knapp 44,4 Millionen Menschen (53,3 Prozent) mindestens eine Impfdosis bekommen. 28,9 Millionen (34,8 Prozent) sind vollständig geimpft. Allein am Freitag wurden 852 814 Impfdosen verabreicht.

Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen mit 60,8 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter. Bis auf Sachsen (47,2 Prozent) liegen alle Bundesländer über der 50-Prozent-Marke. Das Saarland hat mit 41,1 Prozent den höchsten Anteil an vollständig Geimpften. Brandenburg ist mit 32,2 Prozent das Schlusslicht.

Bei den Erstgeimpften liege Deutschland bei der absoluten Zahl erstmals vor Großbritannien, schrieb Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Samstag auf Twitter. In Großbritannien ist die als besonders ansteckend geltende Delta-Variante des Virus vorherrschend, ihr Anteil steigt auch in Deutschland.

Die Impfkampagne gegen den Erreger Sars-CoV-2 hat in Deutschland offiziell am 27. Dezember begonnen. In einem Seniorenzentrum in Halberstadt in Sachsen-Anhalt wurden aber schon am 26. Dezember erste Impfungen verabreicht. Zunächst waren Menschen über 80 Jahren, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und medizinisches Personal an der Reihe. Unter anderem werden auch chronisch Kranke mit erhöhtem Risiko für einen schweren und tödlichen Verlauf bevorzugt geimpft. Mittlerweile können sich Menschen unabhängig von der bisher gültigen Prioritätenliste um einen Termin bemühen.

 

10.56 Uhr: Behörden verhängen zweiwöchigen Lockdown über Sydney

Australiens größte Stadt Sydney wird wegen der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus abgeriegelt. Nach einem Lockdown für Teile der Stadt weiteten die Behörden am Samstag die Maßnahme auf den Großraum Sydney sowie umliegende Regionen aus. Mehr als fünf Millionen Menschen sind von den Einschränkungen betroffen.

Ab 18.00 Uhr (Ortszeit) werden der gesamte Großraum Sydney, die Bergregion Blue Mountains sowie die nahe gelegenen Küstengemeinden abgeriegelt, kündigte Gladys Berejiklian, die Regierungschefin des Bundesstaates New South Wales, an. "Wir müssen uns auf eine potenziell große Anzahl von Fällen in den folgenden Tagen einstellen", fügte sie hinzu.

Ein Großteil der fünf Millionen Einwohner von Sydney durfte bereits seit Mittwoch die Stadt nicht mehr verlassen, um eine Verbreitung des Virus in andere Gebiete zu verhindern. Die Menschen sind aufgefordert, in den kommenden zwei Wochen nur für notwendige Besorgungen, medizinische Dienstleistungen und Sport aus dem Haus zu gehen. 

10.11 Uhr: Lauterbach spricht sich wegen Corona-Lage für Reiseverbot von Briten in EU aus

Wegen der angespannten Corona-Lage in Großbritannien hat SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach ein Reiseverbot für Briten in der Europäischen Union gefordert. "Es ist komplett unverständlich, warum es keine harten EU-weiten Einreisebeschränkungen für Reisende aus Großbritannien gibt", sagte Lauterbach der "Bild"-Zeitung (Samstagsausgabe). "Angesichts der dramatischen Corona-Entwicklung im Vereinten Königreich mitten in der Hauptreisesaison wäre ein Reise-Embargo aus dem Vereinigten Königreich nach Europa ratsam." 

Der SPD-Politiker plädierte zumindest aber für eine "zehntägige Quarantäne mit ersten Test nach fünf Tagen für Briten in allen EU-Ländern". Es könne nicht sein, dass "in der letzten Phase vor der Impfung noch ganz Europa im Urlaub der Delta-Variante aus England ausgesetzt wird".

In Großbritannien grassiert trotz einer erfolgreich voranschreitenden Impfkampagne die besonders ansteckende Delta-Variante. Die erstmals in Indien nachgewiesene Variante wird als 40 bis 60 Prozent ansteckender eingeschätzt als die zuerst in Großbritannien identifizierte Alpha-Variante.

9.19 Uhr: Mehr Corona-Impfdosen von Moderna erwartet

Für die Corona-Impfungen sind nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums im dritten Quartal deutlich mehr Dosen des Herstellers Moderna zu erwarten als ursprünglich angekündigt. Im Juli sollen pro Woche statt der vorgesehenen 733 000 nun jeweils 1,33 Millionen Dosen kommen. Im August werden dann 2,57 Millionen Dosen pro Woche erwartet, im September 2,95 Millionen pro Woche.

Insgesamt will der US-Hersteller den neuen Zahlen zufolge im Juli 5,32 Millionen Impfdosen liefern, im August 10,28 Millionen und im September 14,5 Millionen Dosen. Dies gebe der Impfkampagne einen zusätzlichen Schub, sagte ein Ministeriumssprecher.

In der kommenden Woche sollen zusätzlich zu bereits eingeplanten anderen Lieferungen fünf Millionen Dosen des Impfstoffes von Astrazeneca und eine Million Dosen von Johnson & Johnson an die Impfzentren der Länder sowie an Arztpraxen und Betriebsärzte gehen.

8.15 Uhr: RKI registriert 592 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 5,9

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 592 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Samstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.18 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 1108 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit bundesweit 5,9 an (Vortag: 6,2; Vorwoche: 9,3).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 68 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 99 Tote. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3 726 172 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

6 Uhr: Mehr als 32 Millionen digitale Corona-Impfnachweise

In Deutschland sind inzwischen mehr als 32 Millionen digitale Corona-Impfnachweise erstellt worden. In Impfzentren und Arztpraxen waren es 5,9 Millionen und in Apotheken 11,9 Millionen, wie das Bundesgesundheitsministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Nachträglich per Post versandt wurden demnach mittlerweile 14,5 Millionen Zertifikate.

Der EU-weit vereinbarte digitale Nachweis zum Vorzeigen auf dem Handy ist eine freiwillige Ergänzung zum weiter gültigen gelben Impfheft aus Papier. Genutzt werden kann er über eine kostenlose App namens „CovPass“ oder die Corona-Warn-App des Bundes. Dies kann als Beleg eines vollen Impfschutzes bei gelockerten Corona-Beschränkungen dienen und soll auch Reisen erleichtern.

Das Erstellen der digitalen Nachweise war Mitte Juni angelaufen. Zu bekommen sind sie direkt nach der Impfung in Praxen und Impfzentren. Dafür wird ein Code erzeugt, den man mit dem Smartphone einscannen oder auf Papier mitnehmen und später einscannen kann. Nachträglich ist dies auch in Apotheken möglich. Außerdem sollen auch per Post QR-Codes nach bereits erfolgten Impfungen in Impfzentren verschickt werden, die man dann selbst einscannen kann.

Das waren die Entwicklungen am Freitag, 25. Juni: 

22.35 Uhr: Trotz Corona-Impfungen: Masken wohl noch viele Monate nötig

Trotz steigender Impfquote müssen sich die Menschen in Deutschland wohl noch viele Monate auf die Einhaltung von Grundregeln zur Corona-Eindämmung wie das Maskentragen in Räumen einstellen. Darauf hat der Chef des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, die Bürger am Freitag eingestimmt. Impfungen alleine reichten nicht, um steigende Fallzahlen im Herbst zu vermeiden. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) betonte: „Wir müssen alles versuchen, um eine vierte Welle zu verhindern.“ Testen, Abstand und Masken seien nur kleine Einschränkungen gemessen an dem, „was passieren würde, wenn uns die Dinge außer Kontrolle geraten und wir wieder stärkere Maßnahmen einführen müssten“, sagte sie nach dem EU-Gipfel in Brüssel.

Wieler sagte in Berlin: „Wir müssen die Basismaßnahmen weiter aufrecht erhalten.“ Dies in Kombination mit den Impfungen sei nötig, um härtere Maßnahmen wie Schließungen von Einrichtungen zu vermeiden. 

21.36 Uhr: WHO: Großveranstaltungen in Europa „werden Konsequenzen haben“

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt angesichts der Delta-Variante vor Sorglosigkeit in Europa. Derzeit gebe es schon viele große Sportveranstaltungen und Zusammenkünfte, während viele Menschen noch keinen vollen Impfschutz hätten, sagte Maria Van Kerkhove, die führende Corona-Expertin der WHO, am Freitag. „Die Veranstaltungen werden Konsequenzen haben“, sagte sie in Genf. Schon jetzt seien deswegen Übertragungen aufgetreten.

Van Kerkhove äußerte sich nicht über konkrete Veranstaltungen, wie zum Beispiel die Fußball-EM. Im Zusammenhang mit Spielen in Kopenhagen und St. Petersburg sind nach Angaben von Behörden und Medien bereits dutzende Corona-Infektionen festgestellt worden, darunter auch einige mit der Delta-Variante.

20.15 Uhr: Portugal und Russland werden als Virusvariantengebiete eingestuft

Wegen der starken Verbreitung der Delta-Variante des Coronavirus schränkt die Bundesregierung die Einreise aus Portugal und Russland massiv ein. Das Robert Koch-Institut teilte am Freitag mit, dass beide Länder am Dienstag als Virusvariantengebiete eingestuft werden, was ein weitreichendes Beförderungsverbot und strikte Quarantäneregeln für Einreisende zur Folge hat.

18.45 Uhr: Maskenpflicht fällt im Freien, Clubs könnten bei niedrigen Inzidenzen wieder öffnen: Das sieht die neue Corona-Verordnung vor

Baden-Württemberg vereinfacht die immer komplexer gewordene Corona-Verordnung. Ein Stufenmodell soll künftig automatisch Verschärfungen und Lockerungen einläuten – basierend auf der Inzidenz. Die Impfquoten werden dabei nicht berücksichtigt. Diese Regeln gelten ab Montag, 28. Juni, im Südwesten.

17 Uhr: O‘bgsagt is! Zum zweiten Mal in Folge wird das Konstanzer Oktoberfest nicht stattfinden

Keine Festlaune auf Klein Venedig in Konstanz: Freunde des deutsch-Schweizer Oktoberfests werden auch in diesem Jahr darauf verzichten müssen. Ab Mitte September hätten die Bierzelte auf Klein Venedig stehen sollen, doch nun hat der Veranstalter bekannt gegeben, dass es auch 2021 kein Volksfest geben wird. Hier lesen Sie alle Details.

16.12 Uhr: Treffen von 25 Menschen bei Corona-Inzidenz unter 10 im Südwesten möglich

Baden-Württemberg lockert wegen der stark gesunkenen Infektionszahlen die Corona-Maßnahmen auf breiter Front. In Regionen mit einer Inzidenz von unter 10 dürfen sich von diesem Montag an 25 Menschen aus beliebig vielen Haushalten treffen. Das teilte das Staatsministerium am Freitag in Stuttgart mit. Zuletzt waren die Corona-Zahlen im Südwesten deutlich gesunken, in etwa 30 der 44 Stadt- und Landkreise gab es weniger als zehn Ansteckungen pro 100 000 Einwohner in einer Woche. In der Gastronomie, im Einzelhandel, beim Sport sowie in Schwimmbädern und in Freizeitparks fallen bis zu einer Inzidenz von 35 alle Einschränkungen weg. Allerdings gilt in geschlossenen Räumen wie in Supermärkten, Arztpraxen oder öffentlichen Gebäuden weiter eine Maskenpflicht.

15.33 Uhr: Härteres Pandemie-Regime: Kretschmann rudert zurück

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann ist nach massiver Kritik an seinem Vorstoß für ein härteres Regime bei Pandemien zurückgerudert. Er bedauere, dass seine Äußerungen in einem Interview zu Missverständnissen geführt hätten, teilte der Grünen-Politiker am Freitag mit. „Im Rechtsstaat gilt immer der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit - und zwar immer und ohne Einschränkung.“ Dieses zentrale Prinzip der Verfassung würde er nie in Frage stellen. „Umso mehr ärgert es mich, dass durch meine Äußerungen offenbar dieser Eindruck entstanden ist.“

Der Ministerpräsident hatte in einem Interview mit „Stuttgarter Zeitung“ und „Stuttgarter Nachrichten“ (Freitag) vorgeschlagen, harte Eingriffe in die Bürgerfreiheiten zu ermöglichen, um Pandemien schneller in den Griff zu bekommen. „Meine These lautet: Wenn wir frühzeitige Maßnahmen gegen die Pandemie ergreifen können, die sehr hart und womöglich zu diesem Zeitpunkt nicht verhältnismäßig gegenüber den Bürgern sind, dann könnten wir eine Pandemie schnell in die Knie zwingen“, sagte er. Möglicherweise müsse man dafür das Grundgesetz ändern.

14.05 Uhr: Zusätzliche Impftermine in Baden-Württemberg

In den Impfzentren des Landes sind in den kommenden Wochen zusätzliche Impftermine verfügbar – allerdings nur für über 60-Jährige. Weil der Bund zusätzliche Lieferungen von Astrazeneca erhalten habe und diese anders als geplant nun auch wieder für Erstimpfungen in Impfzentren einsetzen will, würden in den kommenden Wochen neue Termine frei, teilte das Sozialministerium am Freitag mit. Wer noch nicht geimpft sei, könne sich über die Online-Buchungsplattform www.impfterminservice.de nach freien Terminen erkundigen oder die Telefonhotline 116 117 nutzen. Wegen der Impfempfehlung zu Astrazeneca gilt der Aufruf allerdings nur für Menschen über 60 Jahren. Möglich sind die Termine den Angaben zufolge durch kurzfristige zusätzliche Lieferungen im Juli des Impfstoffs Astrazeneca. Pro Woche soll der Südwesten demnach 105.000 Dosen erhalten. Zudem waren in den vergangenen Wochen viele Zweitimpfungen in den Impfzentren erfolgt, so dass nur wenig Raum für Erstimpfungen war. Diese seien nun abgeschlossen, so dass wieder Raum für Erstimpfungen sei.

12.31 Uhr: RKI: Hinweise auf höhere Rate von Krankenhausaufenthalten bei Delta

Die ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus scheint nach ersten Erkenntnissen des Robert Koch-Instituts (RKI) auch in Deutschland zu einer höheren Rate von Krankenhausbehandlungen zu führen. „Wir haben noch nicht genügend Daten, um wirklich klar zu sagen, wie gefährlich oder ungefährlich (...) sie ist“, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler in Berlin. Allerdings deuteten die noch jungen Zahlen aus dem deutschen Meldewesen auf eine rund doppelt so hohe Rate von Krankenhauseinweisungen hin verglichen mit der bislang dominierenden Alpha-Variante.

11 Uhr: Delta-Variante: RKI erwartet Wiederanstieg der Inzidenzen

Das Robert Koch-Institut (RKI) geht in der Coronavirus-Pandemie von einem Wiederanstieg der Inzidenzen hierzulande durch die Delta-Variante aus. Delta sei noch ansteckender als Alpha, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler. „Delta verbreitet sich also noch schneller, vor allem natürlich in der ungeimpften Bevölkerung. Daher müssen wir damit rechnen, dass künftig auch die Fallzahlen wieder steigen werden.“ Im Moment lägen die bundesweiten 7-Tage-Inzidenzen mit 6,2 Prozent erfreulich niedrig. Grund dafür sei auch das verantwortungsbewusste Handeln der Bevölkerung. „Lassen Sie uns diese niedrigen Inzidenzen verteidigen!“, appellierte Wieler.

In der zweiten Juni-Woche lag der Delta-Anteil nach den jüngsten RKI-Zahlen in Deutschland schon bei 15 Prozent. „Wir gehen davon aus, dass er heute schon höher sein wird“, sagte Wieler. Es sei nur eine Frage der Zeit, wann diese Variante die Hoheit übernehmen werde.

10 Uhr: Spahn warnt erneut vor Sorglosigkeit im Sommer

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat auch mit Blick auf die ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus erneut zu Vorsicht im Sommer aufgerufen. Aus einem zu sorglosen Sommer dürfe kein „Sorgenherbst“ werden, sagte der CDU-Politiker in Berlin. Die Delta-Variante werde über den Sommer auch in Deutschland die Oberhand gewinnen, dies sei eher eine Frage von Wochen als von Monaten. Es mache bei der Ausbreitung aber einen Unterschied, wie hoch die gesamte Zahl der Ansteckungen und die Impfquote seien. „Es liegt an uns“, sagte Spahn. Im Alltag gehe nun draußen „ziemlich viel“. In Innenräumen, vor allem mit vielen Menschen, sollten weiter Schutzmasken getragen werden. Reisen sei möglich.

Bei der Rückkehr aus dem Urlaub sollten Familien aber kostenlose Testangebote nutzen, auch mit Blick auf den Schulbeginn nach den Ferien. Der Minister appellierte an alle Bürger, Impfangebote zu nutzen - auch für wichtige Zweitimpfungen als vollen Schutz gegen Virus-Varianten.

8.30 Uhr: Rat zu dritter Spritze für Senioren

Ein halbes Jahr nach dem bundesweiten Start der Corona-Impfkampagne am 27. Dezember geht es meist noch um die erste und zweite Spritze. Die Wissenschaft denkt schon weiter. Hochbetagte und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem brauchen nach Meinung vieler Experten bereits in diesem Herbst eine dritte Impfdosis. Für jüngere und gesunde Menschen seien Auffrischungsimpfungen dagegen noch kein Thema.

„Wir müssen die nächste Phase beim Impfen jetzt schon andenken“, sagt Leif Erik Sander, Infektionsimmunologe an der Berliner Charité. „Ich gehe davon aus, dass wir bei älteren Menschen, die zu Beginn dieses Jahres ihre Erst- und Zweitimpfung erhalten haben, eine nachlassende Immunantwort sehen werden.“ 

Freitag, 25. Juni, 7.10 Uhr: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sinkt weiter auf 6,2

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Fälle ist weiter gesunken. Das Robert-Koch-Institut gab den Inzidenzwert am Freitagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mit 6,2 an. Am Donnerstag hatte er 6,6 betragen. Am Freitag vergangener Woche hatte der Wert bei 10,3 gelegen. Laut RKI wurden am Freitag zudem 774 Corona-Neuinfektionen registriert. Am Donnerstag waren es 1008 Fälle und am Freitag vergangener Woche 1076 Neuinfektionen gewesen.

Das waren die Entwicklungen am Donnerstag, 24. Juni: 

22.06 Uhr: Corona-Krise in Portugal spitzt sich zu: Lockerungen ausgesetzt

Wegen einer besorgniserregenden Ausbreitung der Delta-Variante und einer Zunahme der Infektionsfälle hat die Regierung Portugals die für Montag vorgesehenen Lockerungen der Corona-Einschränkungen für weite Teile des Landes ausgesetzt. „Wir befinden uns in einer kritischen Phase“, erklärte Präsidentschafts- Ministerin Mariana Vieira da Silva am Donnerstag in Lissabon.

Mit 1556 neuen Ansteckungen binnen 24 Stunden wurde am Donnerstag nach Angaben des Gesundheitsministeriums der höchste Wert seit Februar registriert. Nach Angaben der EU-Behörde ECDC hat Portugal inzwischen mit einer 14-Tage-Inzidenz von gut 124 den höchsten Wert aller 30 erfassten Länder. Zum Vergleich: Deutschland weist 25 auf. Besonders schlecht ist die Lage im Großraum Lissabon sowie in Sesimbra und Albufeira, die alle 14-Tage-Inzidenzen von mehr als 240 aufweisen. Dort werden die Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie deshalb sogar verschärft.

21.40 Uhr: Ende der Einreisebeschränkungen für Corona-Geimpfte aus den meisten Drittstaaten

Ab Freitag fallen die Einreisebeschränkungen für Menschen mit vollständigem Corona-Impfschutz aus den meisten Nicht-EU-Staaten weg. Sowohl Besuchsreisen als auch touristische Einreisen sind für sie damit wieder ohne Einschränkungen möglich. Voraussetzung ist eine vollständige Impfung mit einem der Impfstoffe, die von der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA zugelassen sind. Eine Ausweitung auf andere Vakzine ist laut Bundesregierung geplant.

Reisende aus sogenannten Virusvariantengebieten sind von den Lockerungen aber ausgenommen. Nicht unbedingt notwendige Einreisen nach Deutschland beispielsweise aus Großbritannien, Brasilien und Indien sind demnach auch für vollständig Geimpfte weiterhin nicht erlaubt.

21.37 Uhr: Furcht vor Delta: EU-Länder wollen Außengrenzen nur vorsichtig öffnen

Gerade klingt die Pandemie in der EU ab. Aber wie stoppt man die gefürchteten Varianten des Coronavirus? Beim Brüsseler Gipfel ist das vielleicht das am wenigsten umstrittene Thema. Merkel sorgt mit Macron für Wirbel.

 Aus Furcht vor Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus wollen die EU-Staaten ihre Grenzen für Reisende aus Drittstaaten nur vorsichtig und koordiniert öffnen. Dies berichteten Teilnehmerkreise am Donnerstagabend aus der Debatte beim EU-Gipfel. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte zuvor einheitlichere Regeln für die Einreise aus Gebieten mit Virusvarianten gefordert. Die Delta-Variante gilt als ansteckender als andere Formen des Coronavirus und breitet sich auch in der EU aus.

21.33 Uhr: Großbritannien gibt kein grünes Licht für Reisende aus Deutschland

Trotz niedriger Fallzahlen müssen Reisende aus Deutschland in Großbritannien weiterhin in Quarantäne gehen. Das geht aus der Aktualisierung der Corona-Reiseliste der britischen Regierung vom Donnerstag hervor. Die Bundesrepublik bleibt demnach im britischen Ampelsystem weiterhin auf der gelben Liste, für die eine zehntägige Quarantäne und zwei Coronatests vorgeschrieben sind.

Fußball-Fans aus Deutschland haben damit keine Chance mehr, das EM-Achtelfinalspiel zwischen der deutschen Nationalelf und den englischen Three Lions am kommenden Dienstag im Londoner Wembley-Stadion zu verfolgen. Es sei denn, sie halten sich bereits in Großbritannien auf.

20.54 Uhr: EU-Gipfel vereinbart abgestimmtes Vorgehen bei Virus-Varianten
- Merkel pocht auf gemeinsame Linie bei Einreise aus Variantengebieten

Die EU-Staats- und Regierungschefs wollen besser abgestimmt gegen die Verbreitung von Varianten des Corona-Virus vorgehen. Das Auftreten mutierter Viren erfordere, „wachsam und koordiniert“ zu handeln, heißt es in den am Donnerstag verabschiedeten Schlussfolgerungen des Gipfels. Trotz der „allgemeinen Verbesserung der epidemiologischen Lage“ müssten deshalb die Bemühungen bei den Impfungen fortgesetzt werden. „Die Delta-Variante macht uns natürlich Sorgen“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zum Auftakt des Treffens. Sie wollte dafür werben, „dass wir noch koordinierter vorgehen, auch gerade bei der Einreise aus Virus-Variantengebieten“

Merkel hatte am Dienstag bedauert, dass es unterschiedliche Herangehensweisen der Mitgliedstaaten gibt. „Das schlägt zurück“, sagte sie und verwies auf die Situation in Portugal, die aus ihrer Sicht bei besserer Abstimmung vielleicht hätte vermieden werden können. Das Urlaubsland hatte britische Touristen ins Land gelassen, obwohl Großbritannien nicht auf einer EU-Liste mit Drittstaaten steht, für welche die Einreise wieder erlaubt ist. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte unterdessen, die EU habe ihre Lieferziele bei Impfstoffen im zweiten Quartal „sogar übertroffen“. Nun gelte es, „das Tempo der Impfkampagnen in den Mitgliedstaaten zu erhöhen“, schrieb sie auf Twitter.

Nach von ihr beim Gipfel vorgestellten Zahlen werden bis Ende der Woche 424 Millionen Impfdosen ausgeliefert und 346 Millionen verabreicht sein. Am Sonntag würden 220 Millionen EU-Bürger mindestens einmal geimpft sein. Dies entspreche 60 Prozent der erwachsenen Bevölkerung. Ziel der Kommission ist es bisher, bis Ende Juli 70 Prozent zu impfen.

19.27 Uhr: Nordländer wollen erneute Schließungen verhindern

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie und dabei insbesondere gegen die sich weiter ausbreitende Delta-Variante wollen die fünf norddeutschen Bundesländer auf erneute Schließungen verzichten. Stattdessen müssten die Impfungen forciert werden, um eine Durchimpfung der Bevölkerung und damit die sogenannte Herdenimmunität zu erreichen, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Donnerstag zum Abschluss einer Konferenz der Ministerpräsidenten und Bürgermeister der Länder Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.

Parallel dazu müssten die in einigen Bereichen bestehenden Maßnahmen wie Masken- oder Testpflicht die Menschen weiter schützen. „Wir müssen davon ausgehen, dass die Delta-Variante wie die britische Variante die Corona-Infektion übernehmen wird.“ Schwesig appellierte an die Bürger, das Impfangebot zu übernehmen.

18.58 Uhr: Kretschmann: Staat sollte im Pandemiefall härter durchgreifen dürfen

Im Kampf gegen Pandemien sollte der Staat nach Meinung von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann drastischer als bisher in Freiheitsrechte der Bürger eingreifen dürfen. Der Grünen-Politiker sagte im Interview mit „Stuttgarter Zeitung“ und „Stuttgarter Nachrichten“ (Freitag): „Meine These lautet: Wenn wir frühzeitige Maßnahmen gegen die Pandemie ergreifen können, die sehr hart und womöglich zu diesem Zeitpunkt nicht verhältnismäßig gegenüber den Bürgern sind, dann könnten wir eine Pandemie schnell in die Knie zwingen.“ Dann müsse man nicht monatelang und in Wellen Grundrechtseinschränkungen machen, mit erheblichen negativen Folgen für die ganze Gesellschaft. „Wir sollten also einmal grundsätzlich erwägen, ob wir nicht das Regime ändern müssen, so dass harte Eingriffe in die Bürgerfreiheiten möglich werden, um die Pandemie schnell in den Griff zu bekommen.“

18.24 Uhr: „Querdenker“ beantragen Volksbegehren zur Abberufung des Landtags

Ein Bündnis von „Querdenkern“ hat am Donnerstag einen Antrag beim bayerischen Innenministerium auf ein Volksbegehren gestellt, mit dem Ziel, den Landtag abzuberufen. Das teilte das Innenministerium mit. Antragsteller ist das „Bündnis - Landtag - Abberufen“, das unter anderem aus mehreren „Querdenker-Bürgerbewegungen“ besteht.

Das Ministerium habe nun sechs Wochen Zeit, um die Voraussetzungen für eine Zulassung des Volksbegehrens zu prüfen. Eine der Voraussetzungen ist, dass mindestens 25 000 Unterschriften von Stimmberechtigten vorliegen. Würde dem Antrag stattgegeben, müsste das Volksbegehren und die zweiwöchige Eintragungsfrist im Staatsanzeiger bekanntgemacht werden.

Innerhalb der Frist müssen sich eine Million Stimmberechtigte (rund 12 Prozent) in Listen eintragen, damit das Volksbegehren die Schwelle in den Landtag nehmen kann. Laut Artikel 18 der bayerischen Verfassung kann der Landtag „auf Antrag von einer Million wahlberechtigter Staatsbürger durch Volksentscheid abberufen werden“. Normalerweise sind zehn Prozent der Stimmberechtigten nötig für ein Volksbegehren.

17 Uhr: Kreise: Nächstes Treffen Merkel-Ministerpräsidenten am 25. August

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will sich am 25. August erneut mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer über den Stand des Kampfes gegen die Corona-Pandemie beraten. Für diesen Termin gebe es nun eine entsprechende Einladung, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur in Berlin aus Bund- und Länderkreisen. Merkel war mit der Ministerpräsidentenkonferenz zuletzt am 10. Juni zusammengekommen.

Die Kanzlerin hatte bereits damals angekündigt, man wolle in der zweiten Augusthälfte gemeinsam über den Stand des Impffortschrittes sowie darüber beraten, wie sich die aggressiveren Formen wie die Delta-Variante ausbreiten. Nach Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) wächst in Deutschland der Anteil der als besorgniserregend eingestuften Delta-Variante deutlich – bei insgesamt weiter rückläufiger Sieben-Tage-Inzidenz.

16.32 Uhr: Sorge wegen Delta: Merkel für einheitlichere EU-Corona-Reiseregeln

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie fordert Bundeskanzlerin Angela Merkel einheitlichere Regeln der EU-Staaten für Einreisende aus Gebieten mit der gefürchteten Delta-Variante. Dafür werde sie werben, sagte die CDU-Politikerin vor dem EU-Gipfel in Brüssel. Zugleich plädierte Merkel für eine Kurskorrektur im Verhältnis zu Russland - einerseits härtere koordinierte Sanktionen bei Rechtsverstößen Russlands, andererseits aber auch die Option auf Spitzentreffen mit Präsident Wladimir Putin. Der Vorschlag traf auf Bedenken.

15.31 Uhr: Baden-Württemberg verteilt zusätzliche Impfstoffe auch an die Region wegen der Deltavariante

Die Landesregierung verteilt 30.000 zusätzliche Dosen Impfstoff an von der Deltavariante betroffene Landkreise, auch in der Region. Dazu werde eine vom Bund angekündigte zusätzliche Lieferung von Johnson&Johnson genutzt und gezielt an Landkreise verteilt, in denen die Virusvariante bereits nachgewiesen worden sei, teilte das Sozialministerium mit. Hintergrund der Aktion ist, dass der Impfstoff nur einmal verimpft werden muss, um den vollen Impfschutz zu erreichen.

So soll die Ausbreitung der als deutliche ansteckender geltenden Variante eingedämmt werden. Unter den belieferten Regionen sind der Kreis Lörrach (700 Dosen), der Schwarzwald-Baar-Kreis (500 Dosen), der Bodenseekreis (700 Dosen) Ravensburg (500), Tuttlingen und Sigmaringen sowie der Kreis Waldshutz (jeweils 700 Dosen). Die neue Variante sei inzwischen in 40 der 44 Stadt- und Landkreise im Südwesten nachgewiesen worden, hieß es. Die Lieferungen sollen Anfang Juli kommen.

14 Uhr: Kreisimpfzentrum Friedrichshafen erhält zusätzliche Lieferung: Für Montag sind Impftermine mit Astrazeneca-Impfstoff buchbar

Interessierte müssen jetzt schnell sein: Für Montagnachmittag, 28. Juni, gibt es im Kreisimpfzentrum (KIZ) in der Messe in Friedrichshafen noch freie Impftermine mit dem Impfstoff des Herstellers Astrazeneca. Das KIZ habe eine zusätzliche Lieferung des Impfstoffs erhalten, teilte das Landratsamt mit. Kurzfristig sei daher die Bereitstellung von rund 250 zusätzlichen Impfterminen für Montag möglich gewesen. Hier finden Sie alle Informationen über eine mögliche Buchung.

11.45 Uhr: Tübinger Impfzentrum nach Unwetter mindestens zwei Wochen dicht

Nach dem Unwetter am Mittwochabend sind die Folgen des Wasserschadens im überfluteten Tübinger Kreisimpfzentrum gravierender als zunächst angenommen. „Nach erster Einschätzung kann die Halle für mindestens zwei Wochen nicht genutzt werden“, teilte das Landratsamt mit. Es werde eine Möglichkeit gesucht, wie die gebuchten Termine so schnell wie möglich nachgeholt werden könnten.

Termine an den kommenden zwei Tagen würden auf umliegende Impfzentren verlegt. Dabei gehe es aber vor allem um Zweitimpfungen gegen das Coronavirus. Ob auch die Erstimpftermine bestehen bleiben könnten, stehe noch nicht fest. Im Tübinger Impfzentrum sollte eigentlich auch kurzfristig am Freitag und Samstag das Präparat von Johnson & Johnson angeboten werden, das als Einmalimpfung zugelassen ist.

10.31 Uhr: Merkel: Bislang fast 30 Millionen digitale Impfpässe ausgestellt

Fast 30 Millionen Menschen in Deutschland können inzwischen ihre Corona-Impfung durch ein digitales Immunitäts-Zertifikat nachweisen. Bis Mittwochabend seien 29,2 Millionen solcher Impfpässe für das Handy ausgestellt worden, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Bundestag. "Deutschland hat seine nationalen Hausaufgaben gemacht", sagte sie. "Rechtzeitig zur Sommerzeit" werde der Digitalnachweis in allen EU-Ländern verbindlich anerkannt.

Dies sei ein "wichtiges Signal". Die Zertifikate erhielten frisch Geimpfte in Impfzentren und Arztpraxen, aber auch bereits Geimpfte nachträglich in den Apotheken und in einigen Bundesländern per Post. Seit vergangener Woche stellen viele Apotheken digitale Impfpässe für Menschen aus, die diese noch nicht direkt bei der Corona-Impfung bekommen haben.

8.55 Uhr: Delta-Variante: Kommunen fordern mehr Geld für Schutz der Schüler

Angesichts der Ausbreitung der Delta-Variante fordern die Kommunen mehr finanzielle Unterstützung, um die Schulen auf eine neue Corona-Welle im Herbst vorzubereiten. „Der Deutsche Städte- und Gemeindebund fordert eine weitere Ertüchtigung der Schulen, um einen möglichen weiteren Schul-Lockdown im Herbst zu vermeiden“, sagte der Städtebund-Geschäftsführer Gerd Landsberg der „Augsburger Allgemeinen“. Da diese Kosten durch die Corona-Pandemie bedingt seien, erwarteten die Kommunen als Schulträger eine finanzielle Unterstützung von Bund und Ländern.

Der Deutsche Städtetag warnte jedoch vor übertriebenen Erwartungen an die Ausrüstung der Schulen mit Luftfiltern. „Die Idee, umfangreiche Luftfilteranlagen während der Sommerferien einzubauen, ist eine Illusion“, sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy der „Augsburger Allgemeinen“. 

Donnerstag, 24. Juni. 7.30 Uhr: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz geht weiter zurück auf 6,6

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen geht weiter zurück und liegt nun bei 6,6. Innerhalb eines Tages wurden 1008 Neuinfektionen gemeldet, wie das Robert-Koch-Institut mitteilte. Zudem wurden 93 weitere Todesfälle registriert. 

Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an. Sie ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen. Seinen bislang höchsten Stand hatte der Wert mit 197,6 am 22. Dezember erreicht. Vor einer Woche lag die Inzidenz noch bei 11,6.

Das waren die Entwicklungen am Mittwoch, 23. Juni: 

22.21 Uhr: Corona-Regeln zu Maske und Abstand im EM-Stadion erneut gebrochen

Die Maskenpflicht und die Abstandsregeln zur Bekämpfung der Corona-Pandemie sind beim EM-Vorrundenspiel Deutschland gegen Ungarn am Mittwochabend in München erneut nicht konsequent eingehalten worden. Fernsehbilder zeigten zahlreiche Fans ohne den vorgeschriebenen Mund-Nasen-Schutz. Auch drängten sich viele Fans vorrangig im ungarischen Gästeblock dicht an dicht. Mit den Abständen auf den unteren Rängen war es zudem spätestens dann passé, als ein Unwetter über München zog und die Zuschauer sich schutzsuchend an trockene Stellen zurückzogen.

Die Münchner Polizei verwies darauf, dass für die Durchsetzung der Corona-Regeln der Sicherheitsdienst im Stadion zuständig sei. Der Stadionsprecher habe wiederholt entsprechende Durchsagen gemacht.

20.53 Uhr: Drei Delta-Befunde nach EM-Spiel in Kopenhagen - 4000 zum Massentest

Bei drei Stadionzuschauern des EM-Spiels zwischen Dänemark und Belgien ist die Delta-Variante des Coronavirus nachgewiesen worden. Der dänische Gesundheitsminister Magnus Heunicke und die Behörde für Patientensicherheit forderten deshalb am Mittwochabend 4000 Zuschauer aus sechs bestimmten Stadionblöcken dazu auf, einen PCR-Test machen zu lassen. Die EM-Partie hatte am Donnerstag im Kopenhagener Stadion Parken stattgefunden, Belgien hatte die Begegnung mit 2:1 gewonnen.

Die zunächst in Indien aufgetretene Delta-Variante B.1.617.2 gilt als ansteckender als andere Corona-Varianten. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC geht davon aus, dass sie Ende August 90 Prozent aller Corona-Neuinfektionen in Europa ausmachen wird. Seit Anfang April sind davon in Dänemark 247 Fälle nachgewiesen worden.

19.36 Uhr: RKI registriert 1016 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 7,2

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1016 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Mittwochmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.06 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 1455 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit bundesweit 7,2 an (Vortag: 8,0; Vorwoche: 13,2).

19.06 Uhr: Spahn warnt vor "Sorgenherbst" wegen Virusmutationen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat in der Corona-Pandemie vor einem "Sorgenherbst" nach der Urlaubszeit im Sommer gewarnt. Zwar gehe er davon aus, dass Menschen grundsätzlich unbesorgt in den Urlaub fahren könnten, "bei Reiseländern, die von der Delta-Variante bereits stark betroffen sind, sieht das aber anders aus", sagte Spahn dem Düsseldorfer "Handelsblatt".

Hier sei das Risiko deutlich höher, sich anzustecken und die Variante dann aus dem Urlaub wieder nach Hause zu bringen. "Ich appelliere an alle Reisende, sich sorgsam über das Infektionsgeschehen zu informieren, Testangebote anzunehmen und die Quarantänepflichten ernst zu nehmen", mahnte der Minister. Es gelte, einen "Sorgenherbst" zu vermeiden. Es sei aber durchaus möglich, dass die Infektionszahlen durch die Delta-Variante des Virus spätestens im Herbst wieder ansteigen würde.

17.56 Uhr: Delta-Variante könnte bald für 90 Prozent der Corona-Fälle in EU verantwortlich sein

Die Delta-Virusvariante könnte nach Angaben von Experten bis Ende August für 90 Prozent der Corona-Neuinfektionen in der EU verantwortlich sein. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Delta-Variante während des Sommers erheblich zirkulieren wird, besonders unter jüngeren Menschen, die nicht geimpft werden", erklärte Andrea Ammon, Leiterin des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) am Mittwoch.

Die EU-Behörde schätzt, dass die erstmals in Indien nachgewiesene Variante 40 bis 60 Prozent ansteckender ist als die zuerst in Großbritannien identifizierte Alpha-Variante, die derzeit die häufigste Virusvariante in der EU ist. Um der Ausbreitung der hochansteckenden Variante B.1.617.2 entgegenzuwirken, sei es "sehr wichtig, die Impfkampagne mit hohem Tempo voranzutreiben", erklärte das ECDC.

16.45 Uhr: Grün-Schwarz umgeht Schuldenbremse wegen Corona - FDP prüft Klage

Sechs Wochen nach ihrem Start hat die neue grün-schwarze Koalition ihre erste wegweisende Entscheidung getroffen und einen Nachtragshaushalt mit neuen Schulden vorgelegt. Die Spitzen um Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) wollen sich damit vor allem für den unsicheren Verlauf der Corona-Krise wappnen und die Folgen abmildern. Der Etat hat ein Volumen von rund 2,47 Milliarden Euro, das Land plant mit neuen Krediten in Höhe von 1,2 Milliarden Euro. Dafür will Grün-Schwarz Ausnahmen bei der Schuldenbremse nutzen. Damit würde sich die Kreditaufnahme im Doppelhaushalt 2020/2021 auf 14,7 Milliarden Euro erhöhen. Die FDP im Landtag zeigte sich empört und bereitet eine Klage gegen den Nachtrag vor.

Kretschmann verteidigte die Pläne, schließlich müsse das Land auch coronabedingte Einnahmeausfälle der Kommunen ausgleichen. „Allein dieser Punkt erzwingt einen Nachtrag“, sagte er am Mittwoch. Er glaube nicht, dass eine Klage Aussicht auf Erfolg hätte. Die neuen Schulden hingen alle mit der Corona-Krise zusammen. „Wir haben nicht irgendeinen Zusammenhang konstruiert.“ Finanzminister Danyal Bayaz (Grüne) sagte: „Das ist ein schlanker Nachtrag, der sich auf das Wesentliche konzentriert: die Bekämpfung der Pandemie.“

15.50 Uhr: Die Schweiz eröffnet das Nachtleben wieder: Was ab Ende Juni wieder möglich ist

Der Bundesrat hat über weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen entschieden. Sie kommen einer Rückkehr zum normalen Leben gleich. Sogar die Clubs machen wieder auf. Was ab Ende Juni wieder möglich ist in der Schweiz.

14.11 Uhr: Merkel: „Bewegen uns immer noch auf dünnem Eis“

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat zu weiterer Vorsicht in der Corona-Krise aufgerufen, sich aber zuversichtlich für eine wirtschaftliche Erholung gezeigt. „Auch wenn die dritte Welle eindrucksvoll gebrochen ist - vorbei ist die Pandemie noch nicht“, sagte Merkel am Mittwoch im Bundestag. „Wir bewegen uns immer noch auf dünnem Eis.“

Das geringe Infektionsgeschehen sei ermutigend und lasse Öffnungen zu. Es gelte aber, dabei mit Augenmaß vorzugehen. Abstand, Hygiene und Maskenpflicht in bestimmten Situationen seien weiter wichtige Schutzmaßnahmen, die eingehalten werden sollten. Merkel verwies auf Gefahren durch die Verbreitung besorgniserregender Mutationen des Coronavirus.

Dies werde in Ländern mit einem hohen Anteil der Delta-Variante schon mit stark steigenden Neuansteckungen spürbar, etwa in Russland oder Portugal. „Das sollte uns Warnung und Auftrag zugleich sein“, sagte die Kanzlerin mit Blick auf den auch in Deutschland zunehmenden Anteil der Delta-Variante.

13.31 Uhr: Corona-Stress zermürbte viele Bundesbürger

Fehlende soziale Kontakte und die Angst um Angehörige haben viele Menschen in Deutschland in der Corona-Pandemie zunehmend zermürbt. Rund 42 Prozent fühlten sich während des zweiten bundesweiten Lockdowns im März 2021 stark oder sehr stark von der Coronasituation belastet. Im Mai 2020 waren es 35 Prozent gewesen.

Das zeigt ein veröffentlichter Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK). Rund 89 Prozent gaben demnach im März an, Treffen mit Verwandten oder Freunden zu vermissen. Angst, dass Angehörige oder Freunde an Covid-19 erkranken, empfanden laut der Forsa-Umfrage 60 Prozent. Vor einer eigenen Infektion hatten nur 26 Prozent Angst. Knapp 17 Prozent gaben an, Angst vor einer Corona-Impfung zu haben.

12 Uhr: Stuttgarter Mediziner hält Verzicht auf Masken in Schulen für Fehler

Der teilweise Verzicht auf die Maskenpflicht in Schulen ist nach Ansicht des Stuttgarter Labormediziners und Chefarztes Matthias Orth ein Fehler gewesen. Da der Anteil der sogenannten Delta-Variante an Coronavirus-Infektionen in Baden-Württemberg weiter steige, sei eine Mund-Nasen-Bedeckung weiterhin ein wenig aufwendiger Schutz.

„Die Maskenpflicht stört die meisten Menschen wenig und ist ziemlich effektiv“, sagte Orth dem SWR in einem Interview. „Wir haben wenig Aufwand und einen guten Nutzen. Für mich ist es unverständlich, darauf zu verzichten.“ Dort, wo das Tragen einer Maske eine Ansteckung verhindern könne, solle sie getragen werden, sagte das Vorstandsmitglied im Berufsverband Deutscher Laborärzte.

Orth ist zudem Ärztlicher Direktor des Instituts für Laboratoriumsmedizin am Marienhospital in Stuttgart.

11 Uhr: Public Viewing in der Region: Hier können Fußball-Fans heute gemeinsam mitfiebern

Heute gegen Ungarn wird es wieder Ernst für das deutsche Team. Fußball-Fans müssen derzeit trotz Corona nicht auf Public Viewing verzichten – wenn auch die ganz großen Veranstaltungen nicht wie gewohnt stattfinden können. Wir geben Ihnen einen Überblick über die Angebote in der Region.

10 Uhr: Corona-Krise: 1,2 Milliarden Euro Schulden im Nachtrag

Die grün-schwarze Koalition will mit dem geplanten Nachtragshaushalt insgesamt 1,2 Milliarden Euro neue Schulden aufnehmen. Das bestätigten Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz und sein CDU-Kollege Manuel Hagel in Stuttgart. Die Koalition will für die Kreditaufnahme zwei Ausnahmen bei der Schuldenbremse nutzen.

Zum einen will sie die Corona-Krise erneut zur Naturkatastrophe erklären und damit 950 Millionen Euro neue Schulden aufnehmen. Zum anderen will Grün-Schwarz die bei der Schuldenbremse vorgesehene Konjunkturkomponente für neue Kredite in Höhe von 255 Millionen Euro zu nutzen.

8.45 Uhr: Delta-Variante auf dem Vormarsch - Drosten: Schnell impfen

Trotz insgesamt sinkender Corona-Zahlen ist die als ansteckender geltende Delta-Variante des Virus auch in Deutschland auf dem Vormarsch. Nachdem bereits mehrere Bundesländer gemeldet haben, dass der Anteil der Variante an den Neuinfektionen zuletzt spürbar gestiegen ist, werden an diesem Mittwochabend neue Daten des Robert Koch-Instituts erwartet. Es ist damit zu rechnen, dass sich die zunächst in Indien entdeckte Mutante in vielen Teilen Deutschlands weiter ausgebreitet hat - wenn auch auf insgesamt niedrigem Niveau.

Der Virologe Christian Drosten plädiert angesichts der Entwicklung dafür, das Bewusstsein für die Bedeutung der Impfung zu stärken. „Das ist wirklich das, was wir jetzt machen müssen“, sagte der Experte der Berliner Charité im Podcast „Coronavirus-Update“ (NDR-Info). Im Herbst werde die Inzidenz auf jeden Fall wieder steigen, sagte Drosten und betonte die Wichtigkeit der Impfung bei Eltern von Schulkindern.

Auch im Südwesten breitet sich die Delta-Variante aus. Auch die Region ist betroffen: Ausbrüche gab es im Bodenseekreis und im Schwarzwald-Baar-Kreis.

Mittwoch, 23. Juli, 7.10 Uhr: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sinkt weiter auf 7,2

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen geht weiter zurück und liegt nun bei 7,2. Innerhalb eines Tages wurden 1016 Neuinfektionen gemeldet, wie das Robert-Koch-Institut  mitteilte. Zudem wurden 51 weitere Todesfälle registriert.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an. Sie ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen. Seinen bislang höchsten Stand hatte der Wert mit 197,6 am 22. Dezember erreicht. Vor einer Woche lag die Inzidenz noch bei 13,2.

Das waren die Entwicklungen am Dienstag, 22. Juni: 

22.50 Uhr: Schottland verschiebt Corona-Lockerungen

Schottland hat den nächsten Lockerungsschritt bei der geplanten Aufhebung der Corona-Maßnahmen verschoben. Das teilte die Chefin der Regionalregierung, Nicola Sturgeon, am Dienstag im Parlament in Edinburgh mit. Demnach soll die niedrigste Stufe nicht bereits am kommenden Montag erreicht werden, sondern erst am 19. Juli. Das vollständige Ende aller Corona-Beschränkungen peilt Schottland für den 9. August an.

In Großbritannien steigt die Zahl der Neuinfektionen inzwischen wieder, auch in anderen Landesteilen. Grund dafür ist die zuerst in Indien entdeckte Delta-Variante, die auf der Insel inzwischen dominant ist.

22.07 Uhr: Delta auf dem Vormarsch - Kretschmann warnt vor neuer Variante

Der Sommer ist da, die Menschen strömen in die Restaurants, die Geschäfte, zum Fußball schauen. Keine Lust mehr auf Lockdown. Aber die Lage kann sich schnell wieder ändern.

Vor dem Hintergrund der Ausbreitung gefährlicher Virus-Varianten hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) vor neuen Einschränkungen im Kampf gegen Corona gewarnt. Nur wenn die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz stabil bleibe oder sinke, könne man an den Lockerungen festhalten, sagte er am Dienstag in Stuttgart. Sollte die Inzidenz in Baden-Württemberg wieder steigen, werde die Landesregierung nicht warten. Besonders die ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus müsse beobachtet werden. Am Donnerstag bekomme man die validesten Corona-Zahlen. Dann müsse man sehen, ob ein neuer Trend des Anstiegs erkennbar sei. „Was wir machen nächste Woche hängt davon ab, wie sich das jetzt entwickelt.“

21.30 Uhr: Delta-Variante in Baden-Württemberg greift weiter um sich

Während die Belastung durch Corona-Ansteckungen in Baden-Württemberg zurückgeht, breitet sich die sogenannte Delta-Variante des Virus im Südwesten weiter aus. Der Anstieg bleibt allerdings auf geringem Niveau, wie aus den jüngsten Zahlen des Landesgesundheitsamtes (LGA) vom Dienstag hervorgeht.

Demnach liegt die Zahl der Infektionen mit dieser Variante (Stand 22. Juni, 16 Uhr) bei bislang 408 von insgesamt 135 172 bestätigten Fällen, die laut LGA auf die sogenannten besorgniserregenden Varianten zurückgehen. Sie waren zunächst unter anderem in Großbritannien, Südafrika und Indien sowie Brasilien aufgetaucht. Der Anteil der Delta-Fälle an den Ansteckungen mit Varianten legte mit Blick auf die vergangenen beiden Wochen auf 8,99 Prozent nach 6,73 Prozent zu.

21 Uhr: Bidens Corona-Experten: USA verfehlen Impfziel zum 4. Juli

Die USA werden das von Präsident Joe Biden gesetzte Impfziel zum 4. Juli nach Einschätzung seiner Corona-Experten trotz zahlreicher Anreize verfehlen. Der Corona-Koordinator des Weißen Hauses, Jeff Zients, sagte am Dienstag, nach dem Unabhängigkeitstag werde es „noch ein paar Wochen“ dauern, bis 70 Prozent aller Erwachsenen mindestens eine Impfdosis erhalten hätten.

In der Altersgruppe ab 30 Jahren sei dieses Ziel bereits erreicht. Am 4. Juli werde das für die Gruppe im Alter ab 27 Jahren gelten. Niedriger sei die Impfbereitschaft bei Menschen zwischen 18 und 26 Jahren. Biden selbst betonte auf Twitter dennoch: „Unser Impfprogramm ist eine amerikanische Erfolgsgeschichte.“ Er rief besonders junge Amerikaner dazu auf, sich schnell impfen zu lassen. Die Zahl der Impfungen pro Tag ist seit dem Höhepunkt im April deutlich gesunken.

19.31 Uhr: Drosten: Delta muss sich hier nicht entwickeln wie in Großbritannien

Nach dem Wiederanstieg der Corona-Inzidenz in Großbritannien durch die Delta-Variante sieht der Virologe Christian Drosten für Deutschland auch die Möglichkeit eines anderen Verlaufs. Es könne sein, dass die Lage vorerst relativ konstant bleibe, sagte der Leiter der Virologie der Berliner Charité im Podcast „Coronavirus-Update“ (NDR-Info). Er verwies zum Beispiel darauf, dass es nach Deutschland wohl keine so hohe Zahl an unabhängigen Eintragungen der Variante - etwa direkt aus Indien - gegeben habe. In Großbritannien gebe es zudem eine etwas andere Struktur in der Bevölkerung mit asiatischstämmigen Communitys, in denen das Virus anfangs hochgekocht sei. „Deswegen kann es auch sein, dass sich das bei uns nicht so einstellt.“

18 Uhr: Merkel sieht Corona-Kampf auf gutem Weg

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat erleichtert auf die sinkende Zahl der Corona-Neuinfektionen reagiert. "Manche Mühe hat sich gut ausgezahlt", sagte Merkel nach AFP-Informationen in der Sitzung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion in Berlin. Allerdings sei die Pandemie "noch nicht vorbei", wurde sie von Teilnehmern zitiert. Viele in der Welt hätten noch keinen Impfstoff.

Eine Aussetzung der Patente für die neu entwickelten Corona-Impfstoffe lehnte Merkel erneut ab. Es gelte, Vorsorge dafür zu treffen, dass Firmen auch in Zukunft Impfstoffe entwickeln können, sagte Merkel laut Teilnehmern. Deutschland werde bis Jahresende noch 30 Millionen Impfdosen im Rahmen der internationalen Impfinitiative Covax abgeben, sagte sie demnach. Zudem müsse die Impfstoffproduktion noch beschleunigt werden.

16.50 Uhr: Biontech bereitet schnelle Reaktion auf neue Virus-Varianten vor

Biontech geht von einer Wirksamkeit seines Corona-Impfstoffs auch gegen die zuletzt aufgetretenen Virus-Varianten aus. „Derzeit gibt es keine Hinweise darauf, dass eine Anpassung unseres Impfstoffs an kursierende Varianten notwendig ist“, sagte Vorstandschef Ugur Sahin auf der Online-Hauptversammlung des Unternehmens.

Biontech arbeite an flexiblen Verfahren in den Bereichen Technologie, Produktion und Zulassung. Um vorbereitet zu sein und schnell reagieren zu können, falls eine dritte Dosis zur Auffrischung bestehender Impfungen oder eine Anpassung an einen neuen Virusstamm erforderlich werden sollte, analysiere Biontech ständig die Wirksamkeit des Impfstoffs auch gegen neu auftretende Varianten, erklärte Sahin. Seit einigen Monaten verfolge das Unternehmen einen „Prototyp-Ansatz“, der dies erleichtern solle.

15 Uhr: Kretschmann entsetzt über feiernde Fans im Stadion bei EM-Spiel

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat das Verhalten der Stadionbesucher bei der Fußball-Europameisterschaft kritisiert. Was er am Montagabend beim Spiel Russland gegen Dänemark gesehen habe, mache ihn fassungslos, sagte der 73-Jährige in Stuttgart. „Ich habe keinen einzigen mit Maske gesehen“, erklärte Kretschmann. Die Fans hätten dicht gedrängt gestanden und sich bei Toren auch umarmt. „Da fällt mir nichts mehr zu sein“, sagte der Grünen-Politiker. „Ich kenne jetzt allerdings die Inzidenz in Dänemark nicht genau, aber so geht es auf keinen Fall“, mahnte der Ministerpräsident.

13.15 Uhr: Kretschmann: Nachtragsetat hat wegen Corona ein Volumen von über einer Milliarde Euro

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat bestätigt, dass der geplante Nachtragshaushalt ein Volumen von „über einer Milliarde“ Euro haben wird. Es handele sich trotzdem um einen „schmalen Nachtrag“, mit dem die Corona-Folgen abgemildert werden sollten, sagte der Grünen-Politiker in Stuttgart. Er bekräftigte, mit dem Nachtrag solle das Programm zur Schließung von Lernlücken bei Schülerinnen und Schüler finanziert werden.

Man brauche aber auch hohe Rücklagen, um für den Verlauf der Pandemie gewappnet zu sein. Am Abend werde die Haushaltskommission der Koalition den Etat voraussichtlich beschließen. „Ich gehe davon aus, dass da ein Knopf drankommt“, sagte Kretschmann. Die Landesregierung plant dem Vernehmen nach, die Corona-Krise erneut zur Naturkatastrophe zu erklären und damit die Schuldenbremse zeitweise auszusetzen.

Über diesen Weg sollen neue Kredite in Höhe von knapp einer Milliarde Euro aufgenommen werden, um die Folgen der Pandemie abzumildern. Das Land will unter anderem den Kommunen unter die Arme greifen, auch durch Hilfen für den öffentlichen Nahverkehr.

13 Uhr: Falls Inzidenzen steigen, kehrt Maskenpflicht an Schulen zurück

Derzeit sinkt die Sieben-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg - sollten die Infektionszahlen aber wieder steigen, will die Landesregierung die Maskenpflicht an Schulen erneut einführen. Das kündigte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) in Stuttgart an. „Wenn der Abschwung gebrochen ist, müssen wir wahrscheinlich speziell bei der Maskenpflicht in Schulen das wieder ändern“, sagte er. Besonders die ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus müsse man beobachten. Schülerinnen und Schüler können seit Montag an in Baden-Württemberg größtenteils auf eine Maske verzichten.

Wenn die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz in einer Region unter 35 liegt und es zwei Wochen an der Schule keinen Corona-Fall gab, wird die Maskenpflicht in Klassenräumen aufgehoben. Außerhalb der Unterrichtsräume, also zum Beispiel auf Fluren, müssen Schüler und Lehrer aber weiterhin Masken tragen. Die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im Freien und auf Schulhöfen entfällt bereits, wenn die Inzidenz unter 50 liegt.

11.30 Uhr: So viele Corona-Fälle gibt es in Ihrem Heimatort

Wie viele Menschen in Konstanz sind mit dem Coronavirus infiziert, wie viele in Villingen-Schwenningen, Waldshut Tiengen oder in Sigmaringen? Hier finden Sie immer die aktuellsten Zahlen aus den Kommunen in der Region.

10.05 Uhr: Corona-Impfung für Schwangere: Haftungsfrage laut Experten geklärt

Eine Hürde für den Zugang von gesunden Schwangeren zu Corona-Impfungen in Deutschland ist aus Sicht zweier Fachgesellschaften ausgeräumt. Große Unsicherheit bei Ärzten hinsichtlich haftungsrechtlicher Fragen habe bisher dazu geführt, dass Schwangere „trotz eindeutiger Risikosituation“ nur erschwert eine solche Impfung erhielten, mittlerweile gebe es aber Klarheit. Das erklärten die Deutsche Gesellschaft für Perinatale Medizin und die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe. Inwiefern Ärzte nun ihre Impfpraxis bei Schwangeren ändern, war zunächst unklar.

Die Ständige Impfkommission spricht bisher keine Covid-19-Impfempfehlung für alle Schwangeren aus, da die Datenlage sehr begrenzt sei. Fachgesellschaften hatten sich zuletzt dafür ausgesprochen, Schwangere und Stillende priorisiert gegen Covid-19 zu impfen. 

8.15 Uhr: Ärztekammer warnt wegen Delta-Variante vor riskanten Reisezielen

Die Bundesärztekammer rät von Reisen in Urlaubsgebiete ab, wo die ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus grassiert. „Auf Reisen in Regionen, die von der Delta-Variante besonders betroffen sind, sollte verzichtet werden“, sagte Präsident Klaus Reinhardt der Funke-Mediengruppe. Er räumte ein, dass für viele Menschen der Urlaub nach den Belastungen der vergangenen Monate wichtig für das seelische Gleichgewicht sei. „Notwendig ist aber die Einhaltung der Hygieneregeln auch im Urlaubsort.“

Die zunächst in Indien nachgewiesene Delta-Variante verbreitet sich inzwischen in vielen Ländern schnell. Als gesichert gilt, dass sie deutlich ansteckender ist als alle anderen bekannten Varianten.

Dienstag, 22. Juni, 7.10 Uhr: RKI registriert 455 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 8,0

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut binnen eines Tages 455 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Dienstagmorgen hervor. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 652 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit bundesweit 8,0 an (Vortag: 8,6; Vorwoche: 15,5; Vormonat: 66,8).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 77 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 93 Tote gewesen.

Das waren die Entwicklungen am Montag, 21. Juni: 

22.40 Uhr: WHO: Südafrika wird Afrikas erster Standort für Covid-19-Impfstoffproduktion

Südafrika wird als erstes Land in Afrika Standort einer Produktionsstätte für Impfstoff gegen Covid-19. Dies kündigten die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der französische Präsident Emmanuel Macron am Montag an. Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa begrüßte die Entscheidung. Afrika habe verstanden, dass Impfstoffe ansonsten "niemals" rechtzeitig auf den Kontinent kommen würden, um Leben zu retten, sagte er.

WHO-Chefwissenschaftlerin Soumya Swaminathan betonte, dass es neun bis zwölf Monate dauern könnte, bis Covid-19-Impfstoffe in Südafrika mit getesteten und zugelassenen Prozessen produziert werden können. Die WHO und ihre Partner bringen das Produktions-Know-how, die Qualitätskontrolle und die notwendigen Lizenzen ein, um eine schnelle Einführung zu ermöglichen.

In Südafrika soll das biopharmazeutische Unternehmen Biovac als Entwickler fungieren und die Biotechnologiefirma Afrigen als Hersteller. Ein Konsortium von Universitäten soll das wissenschaftliche Know-how beisteuern. Produziert werden sollen neuartige mRNA-Impfstoffe.

"Dies ist ein wichtiger Schritt, der mittelfristig Ergebnisse bringen wird", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Kurzfristig müsse alles getan werden, "um die Produktion und die gerechte Verteilung von Impfstoffen" durch die Covax-Initiative für ärmere Länder zu erhöhen.

Südafrika selbst durchleidet derzeit eine dritte Corona-Welle. Mehr als 35 Prozent der seit Beginn der Pandemie in Afrika registrierten Infektionen entfallen auf das Land.

21.11 Uhr: Delta-Variante breitet sich in Baden-Württemberg rasant aus

Die Delta-Variante des Coronavirus breitet sich im Südwesten rasant aus - allerdings auf geringem Niveau. Nach Angaben des Landesgesundheitsamtes vom Montag lag die Zahl dieser Variante (Stand 21. Juni, 16 Uhr) bei 368. In den vergangenen zwei Wochen belief sich ihr Anteil an allen gefährlichen Varianten auf 6,73 Prozent. In der ersten und zweiten Juni-Woche hatte sich der Prozentsatz noch auf 2,74 Prozent belaufen. Die Steigerung fiel - auch wegen des Basiseffektes - mit 146 Prozent sehr deutlich aus. Darin sind noch nicht einmal Zahlen enthalten, die nicht ganz sicher der Delta-Variante zugeordnet werden können.

Auch die in Brasilien entdeckte Gamma-Variante steigt, aber langsamer als die Delta-Version. Rückläufig sind die in Großbritannien und Südafrika entdeckten Varianten; die britische Variante des Virus ist mit 133 033 seit Dezember 2020 aber unter den besorgniserregenden Mutationen mit weitem Abstand vorherrschend.

Alle 44 baden-württembergischen Stadt- und Landkreise liegen seit Samstag unter der politisch relevanten Inzidenz-Marke von 35. Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle seit Pandemie-Beginn stieg laut der Stuttgarter Behörde binnen eines Tages um 64 auf 499 749. Neun Menschen starben an einer Infektion mit dem Coronavirus oder im Zusammenhang damit; die Zahl der Toten stieg damit auf 10 170. Als genesen gelten 484 848 Menschen (plus 366). Der landesweite Sieben-Tage-Inzidenzwert lag bei zwölf.

19.50 Uhr: Türkei lockert Corona-Maßnahmen - Irritation über Musik-Sperrstunde

In der Türkei werden die Corona-Beschränkungen weiter gelockert. Ab 1. Juli würden die Ausgangsbeschränkungen, die zurzeit noch abends und sonntags gelten, vollständig aufgehoben, kündigte Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan am Montag in Ankara an. Zudem würden Reisebeschränkungen entfallen.

Für Irritation sorgte Erdogan mit einer Äußerung über das zurzeit bestehende Verbot von Musik bis 22 Uhr. Die Sperrstunde werde verschoben bis Mitternacht, aber nicht ganz aufgehoben, sagte der Präsident: „Nichts für ungut, niemand hat das Recht, jemanden nachts zu stören.“ Auf Twitter wurden daraufhin kritische Stimmen laut, aus deren Sicht Erdogan damit zugegeben hatte, dass die Pandemie nur eine Ausrede für das Verbot sei. „Wir haben von Anfang an gesagt, dass die Verbote ideologisch motiviert sind“, schrieb Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu auf Twitter.

18.11 Uhr: Neue Corona-Maßnahmen ab Herbst nicht ausgeschlossen

Schülerinnen und Schüler in Baden-Württemberg müssen sich womöglich auch im Herbst auf Fernunterricht einstellen. Grund für die unklare Perspektive ist vor allem die riskantere Delta-Variante des Coronavirus. „Wir können nicht ausschließen, dass im Laufe des kommenden Schuljahres wieder Schutzmaßnahmen notwendig sein werden, wenn die Inzidenzen steigen sollten oder Virusmutanten das Infektionsgeschehen verändern“, sagt Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) am Montag in Stuttgart. „Dafür sieht die Corona-Verordnung für die Schulen in Baden-Württemberg aber auch entsprechende Schutzmaßnahmen wie die Maskenpflicht vor.“

Schopper gab sich aber grundsätzlich optimistisch. Es sei klar, dass die Schulen im Regelbetrieb in das neue Schuljahr starten. „Die Voraussetzungen sind hier besser als im vorherigen Jahr: Die Lehrerinnen und Lehrer sind aufgrund der Vorziehung in der Priorisierung bereits jetzt zu großen Teilen vollständig geimpft, wir haben ein sehr genaues Screening der Corona-Fälle in den Schulen und Testungen sind weiterhin eine vielversprechende Option.“ Sie erinnerte daran, dass Kinder und Jugenliche „solidarisch in vielen Bereichen zurückstecken mussten“. Die Ausbreitung der Delta-Variante behalte man genau im Blick.

Die Bildungsgewerkschaft GEW hält in diesem Zusammenhang die Aufhebung der Maskenpflicht in den Klassenräumen für voreilig und gefährlich. GEW-Landeschefin Monika Stein sprach sich angesichts des Risikos durch die ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus dafür aus, dass Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler bis zu den Sommerferien die Maske weitertragen.

17.54 Uhr: Corona-Regeln lockern, aber wie? Kretschmann und Lucha informieren

Baden-Württemberg will die Corona-Regeln in Regionen mit einer Inzidenz unter 10 deutlich lockern - aber was soll künftig alles erlaubt sein? Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) hat einen Entwurf für eine neue Corona-Verordnung vorgelegt, der derzeit in der Regierung abgestimmt wird. Lucha und Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) stehen am Dienstag (12 Uhr) in Stuttgart Rede und Antwort zu ihren weiteren Plänen. Sorgen macht der Politik derzeit vor allem die ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus.

Bisher ist bekannt, dass es vier Stufen für Öffnungen geben soll. In Regionen, in denen weniger als 10 Ansteckungen pro 100.000 Einwohner in einer Woche registriert werden, soll es viele Erleichterungen für den öffentlichen Raum, für öffentliche Veranstaltungen sowie für Gastronomie, Kultur, Sport und den Handel geben. Zuletzt waren die Inzidenzen stark gesunken und bei einem guten Dutzend der 44 Kreise unter 10 gefallen.

17.19 Uhr: Noch einmal ein Corona-Haushalt: Bund will 2022 mehr Schulden machen

Zusätzliches Geld für Gesundheit, Pflege, Unternehmen, Klimaschutz und Verteidigung: Der Bund will im kommenden Jahr auch vor dem Hintergrund der Corona-Krise mehr neue Schulden machen als bisher geplant. Konkret ist eine Nettokreditaufnahme von 99,7 Milliarden Euro vorgesehen - bisher geplant waren 81,5 Milliarden Euro. Die höheren Schulden seien nicht nur notwendig, sondern auch gerechtfertigt, hieß es am Montag aus dem Bundesfinanzministerium in Berlin. Erneut soll 2022 die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse ausgesetzt werden - ab 2023 soll sie aber wieder eingehalten werden.

Das Bundeskabinett will den Haushaltsentwurf an diesem Mittwoch beschließen. Verabschiedet wird der Etat dann aber vom neuen Bundestag, der Ende September gewählt wird. Insofern kann es noch zu deutlichen Änderungen kommen.

15.40 Uhr: Geöffnete Schulen haben „ganz hohe Priorität“

Die Bundesregierung hat die angestrebte Rückkehr zu einem vollen Schulbetrieb nach den Sommerferien unterstrichen, verweist aber auch auf noch mögliche Corona-Risiken. „Geöffnete Schulen haben eine ganz hohe Priorität“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Nach allem, was Kinder in der Pandemie durchmachen mussten, sei es sehr zu wünschen, dass nach den Ferien wie vorgesehen überall wieder Präsenzunterricht möglich sei.

Auch angesichts der ansteckenderen Delta-Virusvariante habe man es aber „nicht mit einer komplett vorauszusehenden Entwicklung zu tun“, sagte Seibert. Das Geschehen sei den Sommer über genau zu beobachten. „Natürlich ist es nicht auszuschließen, dass es lokal zu größeren Infektionsausbrüchen kommt, auf die dann auch zu reagieren wäre.“ Der Blick nach Großbritannien und Portugal zeige, wie auch bei sehr positiver Entwicklung durch die Delta-Variante wieder Infektionen in großer Zahl entstehen könnten.

14.53 Uhr: Politiker warnen wegen Delta-Variante vor zu großer Sorglosigkeit im Sommer

Trotz sinkender Infektionszahlen wächst in Deutschland die Sorge vor einer Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante des Coronavirus. Oppositionspolitiker von Grünen, Linken und FDP forderten am Montag konkrete Vorbereitungen, um etwa erneute Schulschließungen zu verhindern. Die Schülerinnen und Schüler dürften nach dem Sommer nicht die Leidtragenden von zu viel Sorglosigkeit sein, sagte der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) schloss auch eine Rückkehr zu Kontaktbeschränkungen nicht aus.

"Die Bundesregierung darf den Sommer nicht verschlafen und muss Deutschland jetzt für den Herbst vorbereiten", sagte Dahmen der "Welt". "Wir befinden uns in einem Wettlauf zwischen Impftempo und neuen Mutationen wie der Delta-Variante." Wichtig sei daher, "einen sicheren Sommer zu schaffen", ergänze Dahmen im ARD-Morgenmagazin.

Konkret müsse etwa der Reiseverkehr in den Blick genommen werden, sagte Dahmen. "Wir müssen jetzt einfach Quarantäne-Regeln bei Reiserückkehrern und Testpflichten auch wirklich konsequent umsetzen", forderte der Bundestagsabgeordnete und Mediziner. Er riet außerdem dazu, in Innenräumen und bei größeren Menschenansammlungen im Freien weiter an Masken und Schnelltests festzuhalten.

14.30 Uhr: Spahn für stärkere Vernetzung und Planung des Klinik-Angebots

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich als Lehre aus der Corona-Pandemie für eine stärkere Vernetzung und Planung des Krankenhaus-Angebots in Deutschland ausgesprochen. „Nicht jeder muss alles machen - weder in der Stadt, noch in der Fläche“, sagte der CDU-Politiker in Berlin bei einer Veranstaltung der Deutschen Krankenhausgesellschaft.

Vor Ort müsse eine Grundversorgung verfügbar sein und auch besser finanziert werden. Zugleich seien Kapazitäten für komplexere, planbare Eingriffe für bessere Qualität zusammenzuführen. Dies müsse nicht immer in Städten sein, es gebe auch viele gute Angebote in ländlichen Regionen.

13.43 Uhr: Juristen fordern differenziertes Vorgehen bei Maskenpflicht

Bei der Umsetzung der Maskenpflicht haben Juristen ein differenziertes Vorgehen gefordert. Vor allem in Schulen stelle die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes einen „deutlich gravierenderen Eingriff“ dar und belaste die Schüler „unverhältnismäßig“, sagte der Leipziger Staatsrechtler Christoph Degenhart dem „Handelsblatt“. In Schulen müssten „andere Mittel gesucht werden, was bei einem überschaubaren Personenkreis wie einem Klassenverband auch möglich sein dürfte.“

Dennoch hält Degenhart den Mund-Nasen-Schutz weiter für ein legitimes Mittel zur Eindämmung der Pandemie. Im Gegensatz zu Kontaktbeschränkungen, Ausgangssperren oder Quarantänepflichten stelle die Maskenpflicht eine „nicht sehr eingriffsintensive Maßnahme dar“, sagte der Jurist. Als „wirksames Mittel der Prävention“ sei die Maskenpflicht für geschlossene Räume und größere Menschenansammlungen „verfassungsrechtlich weiterhin gerechtfertigt“.

12 Uhr: Merkel sieht "Epochenwechsel" in der internationalen Politik

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht Deutschland und die Welt in einem Epochenwechsel, der tief greifende Reformen erforderlich mache. "Mit Pandemie werden auf der Welt die Karten noch mal neu gemischt", sagte Merkel in der gemeinsamen Vorstandssitzung von CDU und CSU, wie AFP von Teilnehmern erfuhr.

Die offenen Demokratien hätten sich dabei "schwerer getan als die autokratischen Systeme", sagte sie demnach. "Wir haben mehr aufzuholen."

Der Epochenwechsel wird laut Merkel getrieben durch Innovation und Digitalisierung.

11.11 Uhr: Fast 51 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal geimpft

Mehr als 31 Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Montag hervor (Stand: 10.50 Uhr). Demnach wurden am Sonntag 290.534 Impfdosen verabreicht. Etwas mehr als 42 Millionen Menschen (50,8 Prozent) haben mindestens eine Impfung verabreicht bekommen, 25,8 Millionen (31,1 Prozent) sind vollständig geimpft.

Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen mit 57,5 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter. Neun weitere Bundesländer haben die 50-Prozent-Marke geschafft. Schlusslicht bleibt Sachsen mit 45,3 Prozent. Das Saarland zählt mit 37,2 Prozent den höchsten Anteil an vollständig geimpften Einwohnern. Brandenburg ist hier mit 28,6 Prozent am Ende der Rangliste.

10 Uhr: Leopoldina: Schulen langfristig offen halten

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina empfiehlt, Deutschlands Schulen und Kindergärten in der Pandemie offen zu halten und so Präsenzunterricht für alle Schüler zu ermöglichen. Dies sei die effektivste Art des Lernens, hieß es in einer Stellungnahme. Die Öffnungen sollten aber von „geeigneten Schutzmaßnahmen“ begleitet werden. Darüber hinaus sprachen sich die Wissenschaftler dafür aus, den digitalen Ausbau an den Bildungseinrichtungen zu beschleunigen.

9 Uhr: „Keine gute Idee“: Infektiologe sieht Fußball-EM mit Sorge

Der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie, Bernd Salzberger, sieht die Fußball-Europameisterschaft mit Sorge. „Ich verstehe den Drang nach draußen und in die Biergärten. Draußen zu feiern ist sicher besser als in geschlossenen Räumen zu feiern, aber gerade die Begeisterung lässt auch Tröpfchen und Viren fliegen“, sagte der Infektiologe vom Universitätsklinikum Regensburg der Deutschen Presse-Agentur. „In dieser Situation ist die EM beziehungsweise jede große Veranstaltung vermutlich keine gute Idee.“

Tausende Fans hatten am Wochenende im Stadion, in der Münchner Innenstadt und in vielen anderen deutschen Städten feucht-fröhlich - und vielfach ohne Masken oder Abstand - den Sieg der deutschen Mannschaft gegen Portugal gefeiert.

8 Uhr: Sozialverbände kritisieren Wegfall der Impfpriorisierung

Sozialverbände im Südwesten haben den Wegfall der Corona-Impfpriorisierung kritisiert. Da die Terminvergabe seit dem 7. Juni für alle geöffnet ist, sehen sie gefährdete Gruppen benachteiligt. Die Geschäftsführerin des Landesverbands für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung (LVKM), Jutta Pagel-Steidl, wies darauf hin, dass zahlreiche Menschen aus den Prioritätengruppen 1 und 2 bislang weder geimpft seien noch einen Termin hätten.

Sie sei aber froh, dass nun auch Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren grundsätzlich impfberechtigt seien. Allerdings nehme sie wahr, dass die Nachfrage von gesunden Kindern und Jugendlichen sehr groß sei.

Sie befürchte, Menschen mit Behinderung und Vorerkrankung könnten das Nachsehen haben.

7.07 Uhr: Intensivmediziner rechnen mit weniger schweren Covid-19-Krankheitsverläufen

Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN), Christian Karagiannidis, rechnet in einer möglichen vierten Corona-Welle mit weniger Patienten auf den Intensivstationen. "Wir werden, wenn es im Herbst zu einem Wiederanstieg der Infektionszahlen kommt, sehr genau auf die Neuaufnahmen auf den Intensivstationen schauen müssen. Wenn die vulnerablen Gruppen bis dahin sehr gut geimpft sind, könnte es auch bei höheren Inzidenzen viel weniger schwere Verläufe geben", sagte Karagiannidis.

Das waren die Entwicklungen am Sonntag, 20. Juni: 

21.09 Uhr: Katar will nur gegen Corona Geimpfte zur Fußball-WM 2022 zulassen

Katar will nur gegen das Coronavirus geimpfte Zuschauer zur Fußball-Weltmeisterschaft 2022 zulassen. „Bis zur WM werden die meisten Länder der Welt ihre Bürger geimpft haben“, wurde Premierminister Scheich Khalid bin Khalifa bin Abdulaziz Al Thani von staatlichen Medien am Sonntag zitiert. „Aufgrund der Möglichkeit, dass einige Länder nicht in der Lage sein werden, all ihre Bürger zu impfen, wird Katar den Fans, die keinen vollständigen Impfschutz gegen das Coronavirus haben, den Zutritt zu den Stadien verweigern.“

Die erste Fußball-WM im Nahen Osten soll am 21. November 2022 beginnen. „Wir verhandeln derzeit mit einem Unternehmen über die Bereitstellung von einer Million Impfstoffdosen gegen das Coronavirus für die Immunisierung derjenigen, die zur Fußball-WM nach Katar kommen“, sagte Scheich Khalid. „Unser primäres Ziel bei der Impfung der Ungeimpften ist es, die öffentliche Gesundheit der Bürger und Einwohner zu schützen.“

20.26 Uhr: RKI registriert 842 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 8,8

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 842 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Sonntagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.02 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 1489 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Sonntagmorgen mit bundesweit 8,8 an (Vortag: 9,3; Vorwoche: 17,3).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 16 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 18 Tote gewesen.

19.44 Uhr: Spahn über Lockerungen: Es geht darum, die richtig Balance zu finden

Nach Ansicht von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geht es in der derzeitigen Pandemie-Phase auch mit Blick auf die Delta-Variante darum, die richtige Balance zu finden. „Wir können jetzt lockern“, sagte der CDU-Politiker am Sonntagabend in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“. Die Stimmung dürfe aber nicht zu Übermut führen. „Also: Zuversicht für den Sommer, aber eben auch Vorsicht vor allem dann auch Richtung Herbst und Winter.“

Mit Blick auf Kinder und Jugendliche sagte Spahn: „Unser Ziel sollte sein, so viel Normalität wie möglich nach den Ferien auch für die Schulen, aber eben auch so viel Sicherheit wie möglich.“ Eine Möglichkeit dabei seien Impfungen für Kinder ab zwölf Jahren. „Wir können bis Ende August, jedem über 12-Jährigen, der geimpft werden will, mindestens die erste Impfung angeboten haben.“ Für alle Nicht-Geimpften brauche es auch weiterhin mindestens regelmäßiges Testen.

18 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten bleibt fast unverändert

Der Rückgang der Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg hat sich verlangsamt. Die Sieben-Tage-Inzidenz blieb am Sonntag im Südwesten fast unverändert. Sie lag bei 12,6 nach 12,7 am Samstag, wie das Landesgesundheitsamt mitteilte. Die Tage zuvor war die Inzidenz stärker gefallen, am Freitag lag der Wert noch bei 14, am Donnerstag bei 15,6.

Alle 44 baden-württembergischen Stadt- und Landkreise liegen seit Samstag unter der politisch relevanten Inzidenz-Marke von 35. Gleichzeitig steigt der Behörde zufolge der Anteil der Infektionen mit der besonders ansteckenden Deltavariante. In den vergangenen zwei Wochen habe ihr Anteil an den besorgniserregenden Varianten bei 6,41 Prozent gelegen.

17.16 Uhr: Kommunen schlagen Alarm - und fordern mehr finanzielle Hilfe vom Land

Angesichts enormer finanzieller Belastungen durch die Corona-Krise pochen die Kommunen auf weitere Hilfen des Landes. Allein dieses Jahr fehlten den Kommunen in Baden-Württemberg rund 2,5 Milliarden Euro an Einnahmen aus Steuern und dem Kommunalen Finanzausgleich, betonen die Spitzen von Gemeindetag, Städtetag und Landkreistag in einem gemeinsamen Schreiben an die Mitglieder der Haushaltskommission, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Um Nothaushalte zu vermeiden, müsse das Land die kommunalen Haushalte stabilisieren, betonten sie mit Blick auf die Haushaltsberatungen.

Beiträge für geschlossene Kitas müssten den Eltern erneut erstattet werden, auch entfallene Einnahmen von Musikschulen, Jugendkunstschulen und Volkshochschulen müssten ausgeglichen werden.

Viele Kur- und Heilbäder seien zudem nach acht Monaten Lockdown in ihrer Existenz bedroht - die jeweiligen Trägergemeinden seien nicht in der Lage, die entfallenen Einnahmen durch einen Betriebskostenzuschuss auszugleichen. Der Heilbäderverband beziffere den Ausgleichsbedarf auf mindestens 45 Millionen Euro. An Mehrkosten der Kommunen im Kampf gegen die Pandemie - etwa für Schutzausrüstungen oder Tests - solle sich das Land wie vergangenes Jahr mit 47 Millionen Euro beteiligen. Die Kommunalverbände berichten zudem von einem deutlichen Rückgang der Investitionstätigkeit der Kommunen - und fordern den Aufbau eines zusätzlichen kommunalen Investitionsfonds, um zweckgebundene Mittel für zukunftsweisende und klimawirksame Investitionen bereitzustellen.

16.01 Uhr: Scholz gegen Steuersenkungen für Unternehmen nach Corona-Krise

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat sich strikt gegen Steuersenkungen für Unternehmen ausgesprochen. Beim Zukunftscamp der SPD warf der Bundesfinanzminister der Unionsführung am Sonntag einen „absurden Einfall“ vor zu sagen, „diese Leute brauchen jetzt erst noch einmal eine Steuersenkung - die ganz viel verdienen, die große Gewinne machen - weil das sei wichtig für die Zukunft“. Er sprach von einem Fehler und sagte weiter: „Wir haben merkwürdige Konservative weit hinter der Zeit und als ob sie die Krise nicht verstanden haben.“

Scholz wies darauf hin, dass in der Krise 400 Milliarden Euro Schulden aufgenommen und Unternehmen mit hohen Milliardenbeträgen unterstützt worden seien und die Bundesregierung bereits in der Größenordnung von über 100 Milliarden Steuererleichterungen möglich gemacht habe. „Und wir brauchen natürlich auch eine globale Mindestbesteuerung für Unternehmen“, sagte Scholz zudem. „Das ist eine Voraussetzung dafür, dass unser Wirtschaftsmodell überhaupt funktioniert.“ Er sei sehr froh, dass es unter den klassischen Industrienationen inzwischen eine Verständigung darüber gebe.

15.36 Uhr: Delta-Variante macht in Lissabon mehr als 60 Prozent aller Fälle aus

In der am Wochenende abgeriegelten portugiesischen Hauptstadt Lissabon sind bereits mehr als 60 Prozent aller neu erfassten Corona-Infektionen auf die Delta-Variante des Virus zurückzuführen. Das sei das vorläufige Ergebnis der bisher im Juni durchgeführten Sequenzierungen positiver Corona-Proben, berichteten die Zeitung „Público“ und andere Medien am Sonntag unter Berufung auf das Nationale Gesundheitsinstitut Insa.

Die Absperrung Lissabons für rund zweieinhalb Tage war wegen einer besorgniserregenden Ausbreitung der Delta-Variante angeordnet worden. Seit Freitagnachmittag und bis Montagmorgen dürfen die gut 2,8 Millionen Menschen mit Wohnsitz in Lissabon die „Area Metropolitana“ nur aus triftigem Grund verlassen. Auswärtige dürfen nur in Ausnahmefällen einreisen. Ob die Absperrung an den nächsten Wochenenden wiederholt wird, soll kurzfristig entschieden werden.

13.29 Uhr: Schwarzwald-Baar-Kreis lockert ab Montag Corona-Regelungen

Lange hinkte der Schwarzwald-Baar-Kreis dem bundesweiten Trend bei sinkenden Coronazahlen hinterher, aber jetzt hat das Landratsam festgestellt, dass am Sonntag die 7-Tage-Inzidenz an fünf Tagen unter 35 gelegen ist. Damit gelten ab Montag, 21. Juni, weitere Lockerungen, teilt das Landratsamt am Sonntag in einer Presseerklärung mit. Ganz wichtig bei diesem Wetter: Für einen Freibad-Besuch ist dann kein Schnelltest mehr nötig.

Das Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlichte folgende Werte unter 35 (16. Juni: 32,0, 17. Juni: 27,8, 18. Juni: 26,8, 19. Juni: 19,3, 20. Juni: 18,8). Ab Montag entfällt deswegen für alle Einrichtungen und Aktivitäten der Öffnungsstufen 1 bis 3 die Testpflicht und Veranstaltungen im Freien sind mit bis zu 750 Besuchern erlaubt. Mehr dazu finden Sie hier.

13 Uhr: Bereits mehr als 22 Millionen digitale Impfpässe ausgestellt

In Deutschland wurden bereits 22,3 Millionen digitale Impfpässe ausgestellt. Das teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Sonntag im Kurzbotschaftendienst Twitter mit. Die Zertifikate erhielten frisch Geimpfte in Impfzentren und Arztpraxen, aber auch bereits Geimpfte nachträglich in den Apotheken und in einigen Bundesländern per Post.

Seit einer Woche stellen viele Apotheken digitale Impfpässe für Menschen aus, die diese noch nicht direkt bei der Corona-Impfung bekommen haben. Bis Ende Juni soll das digitale Impfzertifikat allen, die es wollen, über Arztpraxen, Impfzentren und Apotheken zur Verfügung stehen.

Geimpfte können ihr Zertifikat, etwa bei einer Reise, in Form eines QR-Codes auf dem Smartphone vorzeigen. Dazu muss eine entsprechende App heruntergeladen werden. Eine elektronische Plattform der EU für die Überprüfung von Impfzertifikaten soll am 1. Juli europaweit starten.

Wer kein Smartphone hat oder dieses nicht für den Impfnachweis nutzen will, kann sich das Zertifikat mit dem QR-Code auch ausdrucken lassen. Ein Nachweis des Impfstatus' ist weiterhin auch per gelbem Impfheft oder ärztlicher Bescheinigung möglich.

11.45 Uhr: Kubanischer Corona-Impfstoff nach zwei Dosen zu 62 Prozent wirksam

Der in Kuba entwickelte Impfstoff-Kandidat Soberana 02 ist laut Herstellerangaben nach Verabreichung von zwei der drei vorgesehenen Impfdosen zu 62 Prozent gegen Covid-19 wirksam. Das Ergebnis sei "ermutigend", da in die Auswertungen bereits verschiedene Corona-Varianten eingeflossen seien, teilte das Finlay-Institut am Samstag mit. In einigen Wochen würden endgültige Angaben zur Wirksamkeit vorliegen. Er rechne damit, dass das Ergebnis nach der dritten Impfdosis besser ausfalle, sagte Finlay-Chef Vicente Vérez.

In Kuba werden derzeit fünf Impfstoff-Kandidaten entwickelt. Zwei davon, Soberana 02 und Abdala, befinden sich in der dritten und letzten Testphase. Die Studienergebnisse werden von einem unabhängigen Expertengremium bewertet. Finlay strebt eine Notfallzulassung seines Impfstoffs in den kommenden Wochen an. Noch vor Abschluss der klinischen Test hatten die Behörden in Havanna und mehreren Provinzen Mitte Mai damit begonnen, Soberana 02 und Abdala zur Impfung gegen Corona einzusetzen.

Seit Beginn der Pandemie wurden in Kuba gut 166.000 Corona-Fälle verzeichnet, fast 1150 Infizierte verzeichnet. Zuletzt verstärkte sich das Infektionsgeschehen deutlich. Bis August sollen nach Angaben der Regierung 70 Prozent der Menschen auf der Karibikinsel geimpft sein.

10.43 Uhr: Koalition will Einreisebeschränkungen verlängern

Auch nach dem Ende der Corona-Epidemie in Deutschland sollen bundesweite Einreisebeschränkungen grundsätzlich aufrechterhalten werden können. Wie die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf Koalitionskreise berichtete, planen Union und SPD im Bundestag noch vor der Sommerpause eine entsprechende Änderung des Infektionsschutzgesetzes.

"Wir wollen nächste Woche beschließen, dass Einreisebedingungen, die von Gesundheitsminister Jens Spahn per Verordnung festgelegt wurden, weitergelten können, auch wenn die epidemische Lage von nationaler Tragweite nicht mehr besteht", sagte der rechtspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Johannes Fechner, der Zeitung. Betroffen sein könnten Beförderungsverbote aus Virusvariantengebieten und Test- und Quarantäneverpflichtungen bei Einreise.

Das Gesetz sieht bislang vor, derartige Regelungen mit der bis Ende September befristeten sogenannten epidemischen Lage von nationaler Tragweite auslaufen zu lassen. Mit den nun vorgeschlagenen Änderungen des Infektionsschutzgesetzes könnten Einreisebeschränkungen bis zu zwölf Monate weitergelten. "Der Wunsch vieler Bundesländer nach bundesweit einheitlichen Einreiseregeln und nach dem Schutz vor globalen Variantengebieten ist erst seit wenigen Wochen erfüllt und damit fortzuführen", sagte der CDU-Gesundheitspolitiker Rudolf Henke der "WamS".

Der SPD-Rechtsexperte Fechner hält eine Verlängerung der Veordnungsermächtigung für gerechtfertigt. "Da es sich hier um sehr kleinteilige Verwaltungsmaßnahmen handelt, ist ein förmliches Gesetz nicht erforderlich", sagte er. Eine Missbrauchsgefahr sehe er nicht, da es sich bei den Einreisebestimmungen nicht um wesentliche Eingriffe in die Grundrechte handele.

9.56 Uhr: Dehoga fordert nach Outdoor-Partys wieder offene Discos

Angesichts nächtlicher Outdoor-Partys in Bayern fordert der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) erneut die Öffnung von Clubs und Diskotheken. „Die Erfahrungen zeigen doch: Die Menschen treffen sich zum Feiern“, sagte der Landesgeschäftsführer Thomas Geppert. „Die Frage ist doch nur, will ich das irgendwo in einem ungeschützten Raum ohne jegliche Auflage und Nachverfolgbarkeit oder biete ich sichere Bereiche.“

Aus seiner Sicht würde die Öffnung von Clubs „sofort Entspannung schaffen und für mehr Sicherheit sorgen und zudem die Akzeptanz anderer Maßnahmen erhöhen“.

8.34 Uhr: Nachtschwärmer und Partyvolk in Stuttgart unterwegs

Warme Temperaturen haben in Stuttgart zahlreiche Nachtschwärmer nach draußen gelockt. Polizeibeamte mussten wegen Ruhestörung immer wieder einschreiten und die nächtlichen Parties auflösen, wie die Polizei am Sonntagmorgen mitteilte. Im Höhenpark Killersberg, am Feuersee und am Marienplatz waren jeweils zwischen 400 bis 600 Feiernde unterwegs. Ebenso fanden sich 1000 Menschen mit 400 Fahrzeugen an der Waldau ein.

Vereinzelt kam es nach Polizeiangaben in den Gruppen der Feiernden zu Auseinandersetzungen. So wurde die Polizei am Max-Eyth-See zu einer Schlägerei mehrerer Personen gerufen. Dort hatten sich rund 300 Menschen nach einem Aufruf im Internet versammelt.

Gegen 02:30 Uhr am Sonntagmorgen wurden durch den einsetzen den Regen die Plätze und Straßen in der Innenstadt leerer. Insgesamt wurde die Polizei zu rund 90 Einsätzen aufgrund von Ruhestörungen in der Nacht gerufen.

7.14 Uhr: RKI: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sinkt weiter auf 8,8

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Fälle ist am Sonntag weiter unter zehn gesunken. Das Robert-Koch-Institut gab den Inzidenzwert am Sonntag unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mit 8,8 an. Am Samstag hatte er 9,3 betragen und war damit erstmals seit gut neun Monaten in den einstelligen Bereich gefallen. Am Sonntag vergangener Woche hatte der Wert bei 17,3 gelegen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an. Sie ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen. Am 14. Mai war der Wert bundesweit unter hundert gefallen. Seinen bislang höchsten Stand hatte er am 22. Dezember mit 197,6 erreicht.

Laut RKI wurden am Sonntag 842 Corona-Neuinfektionen registriert. Am Samstag waren es 1108 Fälle und am Sonntag vergangener Woche 1489 Neuinfektionen gewesen. Am Sonntag kamen zudem 16 Corona-Tote hinzu. Die Zahl der Neuinfektionen liegt in der Regel am Wochenende und am Montag niedriger als im Wochendurchschnitt, weil an den Wochenenden weniger getestet wird und weniger Testergebnisse übermittelt werden.

Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Fälle in Deutschland seit Beginn der Pandemie liegt nun bei 3.721.981. Die Zahl der insgesamt registrierten Todesfälle beträgt 90.385. Rund 3.603.000 Menschen in Deutschland sind laut RKI von einer Covid-19-Erkrankung genesen.

Das waren die Entwicklungen vom Samstag, 19. Juni: 

20.59 Uhr: Gesundheitsminister kritisiert Masken-Ignoranz im Münchner Stadion

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek hat kurz nach Abpfiff des EM-Spiels Portugal-Deutschland kritisiert, dass wieder Tausende Fans die Maskenpflicht im Münchner Stadion ignoriert haben. „Ich finde es fahrlässig, dass sich schon wieder viele Fans im Fußballstadion nicht an die Spielregeln gehalten haben“, sagte der CSU-Politiker am Samstagabend laut Mitteilung. „Der DFB ist nun endgültig aufgefordert, plausibel darzulegen, wie er beim nächsten Spiel am Mittwoch die Masken-Regeln um- und durchzusetzen will.“

Obwohl die EM-Organisatoren in München angekündigt hatten, die Zuschauer auf den Rängen zum Tragen von Masken zu bewegen, haben nur wenige Fans die vorgeschriebenen FFP2-Masken aufgehabt. Wie schon beim ersten Spiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft verfolgten Tausende Zuschauer die Partie gegen Portugal am Samstag ohne Maske, wie auf Fernsehbildern erkennbar war.

20.08 Uhr: RKI registriert 1108 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 9,3

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1108 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Samstag hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 1911 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden nun den Angaben nach binnen 24 Stunden 99 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 129 Tote gewesen. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 90 369 angegeben.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Samstagmorgen mit bundesweit 9,3 an und fällt damit erstmal seit dem 13. September 2020 wieder in den einstelligen Bereich (Vortag: 10,3; Vorwoche: 18,3). Das Institut zählte seit Beginn der Pandemie 3 721 139 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3 601 200 an.

18.21 Uhr: US-Spende: 2,5 Millionen Corona-Impfdosen für Taiwan

Taiwan soll dem American Institute in Taiwan (AIT) zufolge rund 2,5 Millionen Dosen an Corona-Impfstoff aus einer Spende der USA erhalten. Die Lieferung des Moderna-Mittels werde für Sonntag erwartet, teilte das AIT am Samstag auf Facebook mit. Das Institut ist für die Umsetzung der US-Politik gegenüber Taiwan verantwortlich. Anfang Juni hatten die USA zunächst angekündigt, 750 000 Corona-Impfdosen an das Land zu spenden. Die Lieferung umfasse 1,75 Millionen zusätzliche Dosen, hieß es nun.

Seit Beginn der Pandemie hat Taiwan mit seinen knapp 24 Millionen Einwohnern nach Angaben der für Epidemien zuständige Behörde CECC 13 896 Infektionen verzeichnet. Mindestens 538 Menschen starben demnach im Zusammenhang mit dem Coronavirus

17.36 Uhr: Inzidenz im Südwesten sinkt auf 12,7 - kein Kreis mehr über 35

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg ist weiter rückläufig. Im Laufe der vergangenen sieben Tage haben die Behörden mit Stand vom Samstag (16.00 Uhr) noch 12,7 Ansteckungen pro 100 000 Einwohner registriert, wie das Landesgesundheitsamt mitteilte. Am Freitag hatte der Wert noch bei 14 gelegen, am Donnerstag bei 15,6. Alle 44 baden-württembergischen Stadt- und Landkreise liegen nun unter der politisch relevanten Inzidenz-Marke von 35.

Gleichzeitig steigt der Behörde zufolge der Anteil der Infektionen mit der besonders ansteckenden Deltavariante: In den vergangenen zwei Wochen habe ihr Anteil an den besorgniserregenden Varianten bereits bei 6,51 Prozent gelegen.

16.33 Uhr: Weniger als 1000 Corona-Patienten auf Intensivstation

Erstmals seit acht Monaten ist die Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstation unter 1000 gefallen. Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) meldete am Samstag 960 Erwachsene in Behandlung. Ähnlich niedrig war die Zahl zuletzt in der zweiten Oktoberhälfte. Am Höhepunkt der dritten Welle Ende April waren es laut DIVI mehr als 5000 Patienten. Die Zahl aller Corona-Intensivpatienten, also einschließlich Kinder, gab die DIVI in ihrem Tagesbericht am Samstag mit 964 an.

Wiviele Menschen intensivmedizinische Versorgung brauchen, hängt auch von der Zahl der Neuinfektionen ab. Die ist seit Ende April drastisch zurückgegangen. So sank die vom Robert Koch-Institut gemeldete 7-Tage-Inzidenz - also die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche - von knapp 170 auf unter 10 am Samstag.

Auf den Rückgang bei den Intensivpatienten dürfte aber auch die zunehmende Impfquote Auswirkung haben. Die Impfstoffe verhindern sehr wirksam schwere Verläufe von Covid-19. Insbesondere anfällige Bevölkerungsgruppen wie Ältere oder Menschen mit Vorerkrankungen sind schon zu großen Teilen geschützt.

15.16 Uhr: Söder warnt vor Delta-Variante - in vier Wochen dominierend

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat vehement vor der Delta-Variante des Coronavirus gewarnt. Die zuerst in Indien bekannt gewordene und inzwischen etwa in Großbritannien vorherrschende Virusvariante werde in drei bis vier Wochen in Deutschland dominierend sein, sagte Söder am Samstag auf der Landesversammlung der Jungen Union Bayern in Unterhaching. Sie sei acht Mal ansteckender als die Ausgangsvariante.

„Wer zu früh aufsteht in einem Krankheitsfall, der riskiert einen schweren Rückschlag“, sagte Söder. Die Wissenschaftler hätten in früheren Wellen fast punktgenau vorhergesagt, wann es wieder zu größerem Infektionsgeschehen kommen wird. „Ich lasse nicht zu, dass wegen kleiner Interessen am Ende das ganze Land in Mitleidenschaft gezogen wird“, sagte der Regierungschef und verteidigte seine vorsichtige Corona-Linie. Wichtig sei es jetzt, das Impftempo - vor allem bei den Zweitimpfungen - zu erhöhen. „Es kommt jetzt auf jeden Tag an.“

14.46 Uhr: Mertens kritisiert Drängen auf umfangreiche Kinderimpfung

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, hat die politische Debatte um eine Massenimpfung von Kindern und Jugendlichen vor dem neuen Schuljahr kritisiert. Grundsätzlich sei bedauerlich, dass dies zu einem politischen Thema geworden sei, noch bevor es eine Zulassung für einen Impfstoff gegeben habe, sagte Mertens am Samstag auf dem Online-Kongress für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin. „Von diesen ganzen Aussagen war ja praktisch nichts wirklich evidenzbasiert, muss man fairerweise sagen. Und leider Gottes ist in dieser Phase die entscheidende Problematik, nämlich brauchen Kinder und Jugendliche diese Impfung, überhaupt nicht angesprochen worden.“

Infektionen bei dieser Altersgruppe verliefen bekanntlich sehr häufig asymptomatisch oder mild. Mertens sagte, es habe insgesamt 1849 Fälle gegeben, bei denen es Einweisungen ins Krankenhaus gegeben habe. Dies sei ein Prozent der schon geringen Zahl gemeldeter Fälle. Zum Teil seien Kinder auch wegen Blinddarmentzündungen ins Krankenhaus gekommen und dann positiv getestet worden. Von den Hospitalisierungen sei dann ein Prozent intensivmedizinisch behandelt worden.

14.20 Uhr: Erneut Rekordwert an Corona-Neuinfektionen in Moskau

Russlands Hauptstadt hat erneut einen Rekordwert an Corona-Neuinfektionen verzeichnet. Die Behörden in Europas größter Metropole registrierten am Samstag 9120 Fälle - so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Der bisherige Höchststand war am Tag zuvor mit rund 9000 Infektionen erreicht worden. Bürgermeister Sergej Sobjanin zufolge sind mittlerweile fast 90 Prozent der Covid-Erkrankungen auf die besonders ansteckende Delta-Variante des Virus zurückzuführen.

Moskau kämpft - wie ganz Russland - weiter mit einer großen Impfskepsis in der Bevölkerung. Auch rund ein halbes Jahr nach Beginn der Massenimpfungen haben sich in der Hauptstadt jüngsten Angaben zufolge erst rund 15 Prozent der zwölf Millionen Einwohner mit einem der russischen Präparate immunisieren lassen. In ganz Russland waren laut Angaben vom Freitag circa elf Prozent vollständig geimpft.

13.54 Uhr: Mehr als 30 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft

Mehr als 30 Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Samstag hervor (Stand: 9.45 Uhr). Demnach wurden am Freitag 904 231 Impfdosen verabreicht. Etwas mehr als 42 Millionen Menschen (50,6 Prozent) haben mindestens eine Impfung verabreicht bekommen, 25,3 Millionen (30,4 Prozent) sind vollständig geimpft.

Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen mit 57,0 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter. Neun weitere Bundesländer haben die 50-Prozent-Marke geschafft. Schlusslicht bleibt Sachsen mit 45 Prozent. Das Saarland zählt mit 36,5 Prozent den höchsten Anteil an vollständig geimpften Einwohnern. Hessen ist hier mit 28,2 Prozent am Ende der Rangliste.

12.51 Uhr: Uganda verschärft wegen stark steigender Infektionszahlen Corona-Maßnahmen
- Gesamter Verkehr im Inland gestoppt

Ugandas Präsident Yoweri Museveni hat wegen stark steigender Infektionszahlen die Corona-Maßnahmen verschärft. Der gesamte Verkehr im Inland werde ab Freitagabend gestoppt, kündigte Museveni in einer Fernsehansprache an. Alle Fahrzeuge werden stillgelegt, Markthändler sollen vorerst an ihren Ständen bleiben, auch Fabriken und Baustellen sollen ihre Arbeiter möglichst nicht mehr nach Hause schicken.

Ugandas Grenzen sollen den Angaben zufolge aber für Touristen und den Güterverkehr geöffnet bleiben. Die nächtliche Ausgangssperre beginnt nun schon um 07.00 Uhr, zwei Stunden früher als bisher. Die Maßnahmen sollen den Angaben zufolge für mindestens sechs Wochen gelten.

12.17 Uhr: Spahn: Corona-Maßnahmen in Schulen noch länger

Corona-Maßnahmen in Schulen müssen nach Ansicht von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) noch eine längere Zeit aufrechterhalten werden. „Wir werden nicht völlig ohne Schutzmaßnahmen wieder in den Schulbetrieb gehen können“, sagte er am Samstag bei einer Online-Tagung der Evangelischen Akademie Tutzing über die Zeit nach den Sommerferien.

Im Herbst und Winter würden trotz derzeit sehr niedriger Inzidenzen voraussichtlich nach wie vor Maßnahmen wie Maskenpflicht oder auch Wechselunterricht notwendig sein. „Da setzen sich Millionen Menschen in Bewegung, die sich sonst nicht in Bewegungen setzen würden und begegnen sich“, betonte Spahn. Das könne dann zu einer „Drehscheibe in die Haushalte hinein“ werden. „Wir sollten dieses Mal die Sommerzeit besser nutzen“.

11.36 Uhr: Bedford-Strohm fordert gerechte Verteilung der Pandemie-Kosten

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, dringt auf eine gerechte Verteilung der Kosten der Corona-Pandemie. In besonderer Weise zur Solidarität verpflichtet seien diejenigen Menschen, deren Vermögen in der Pandemie gewachsen sei, schrieb der bayerische Landesbischof in einem Beitrag für die Zeitung „Mannheimer Morgen“ (Samstag).

Die Zahl der Hochvermögenden sei weltweit und auch in Deutschland in der Corona-Zeit gestiegen, erklärte Bedford-Strohm. Der Boom an den Aktienmärkten, der die Vermögenszuwächse maßgeblich ermöglicht habe, gehe nicht zuletzt auf die aus Steuergeldern finanzierten direkten Unternehmenshilfen zurück. „Es war richtig, dass der Staat die Wirtschaft so massiv gestützt hat. Viele Arbeitsplätze wurden damit gerettet“, schrieb er. Doch nun müssten auch die Kosten gerecht verteilt werden. Nach Schätzung der Weltbank seien durch die Pandemie mehr als 100 Millionen Menschen in absolute Armut gefallen.

11.04 Uhr: Lauterbach wegen Corona gegen EM-Spiele in London

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat angesichts wieder steigender Corona-Infektionszahlen London als Austragungsort der Fußball-Europameisterschaft kritisiert. Es sei unvertretbar, dass in England Fußballspiele mit Zuschauern stattfänden, sagte der Politiker der Mediengruppe „RTL/ntv“. „Die Delta-Variante ist einfach zu gefährlich. Das ist eine Gefährdung der Bürger Englands und der Bürger Europas. Man müsste die Spiele in ein anderes europäisches Land verschieben“, sagte Lauterbach.

Allerdings sprach er sich dagegen aus, München als möglichen Ersatzort ins Spiel zu bringen. „Es wäre unglücklich, wenn man einen Vorschlag macht, der das eigene Stadion und die eigenen Fans bevorzugt. Wir wären nicht glaubwürdig, wenn wir England vorschlagen, dass die Spiele stattdessen bei uns stattfinden sollen“, erklärte der Politiker.

In Großbritannien breitet sich derzeit die in Indien entdeckte Delta-Variante des Coronavirus rapide aus und treibt trotz hoher Impfquote die Zahl der Neuinfektionen deutlich in die Höhe. Im Londoner Wembley-Stadion sind in der kommenden Woche zwei Achtelfinals (26. und 29. Juni) angesetzt, ehe dort am 6. und 7. Juli beide Halbfinalspiele und am 11. Juli das Endspiel steigen sollen.

10.20 Uhr: Lauterbach: „Historisches Versagen“ reicher Länder in Corona-Krise

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sieht in der Corona-Krise ein „historisches Versagen“ reicher Staaten. „Wir haben Impfkapazität aufgebaut, die genau zugeschnitten war auf das, was wir selbst brauchen“, sagte er am Samstag bei einer Online-Tagung der Evangelischen Akademie Tutzing. „Wir haben keine zusätzliche Impfstoff-Produktionskapazität für die ärmeren Länder.“

Das habe nun zur Folge, dass die Menschen in Südostasien, Afrika oder Lateinamerika weitgehend ungeschützt einem immer gefährlicher werdenden Virus ausgesetzt seien. Denn je mehr Menschen geimpft seien, desto aggressiver müsse das Virus werden, um sich weiter ausbreiten zu können. „Das ist ein historisches Versagen der wohlhabenden Länder.“

9.45 Uhr: Vernachlässigung von Flüchtlingskindern in Deutschland während der Corona-Pandemie

Homeschooling ohne Hilfe der Eltern, oftmals ohne ausreichende Hard- und Software sowie ohne Internetzugang in einer Gemeinschaftsunterkunft funktioniere nicht, hob Lütkes hervor. In den politischen Diskussionen um Schul- und Kitaöffnungen seien Flüchtlingskinder und ihre Familien aber "konsequent ausgeblendet" worden. 

"Sie wurden vielfach einfach ihrem Schicksal überlassen", kritisierte Lütkes. Mit der zunehmenden Normalisierung des Alltags müsse nun ein gleicher Zugang für alle Kinder zu Unterstützungs- und Förderangeboten ermöglicht werden.

Die Bundesregierung hat wegen des Unterrichtsausfalls während der Corona-Pandemie ein Aufholprogramm für alle Schüler im Umfang von zwei Milliarden Euro beschlossen. Mit dem Geld soll unter anderem Nachhilfeunterricht finanziert werden.

9.17 Uhr: Bericht: Passagierzahl im Bahn-Fernverkehr bricht wegen Corona um 50 Prozent ein

Die Corona-Krise macht sich einem Medienbericht zufolge immer stärker bei den Passagierzahlen der Deutschen Bahn bemerkbar. In den ersten Monaten dieses Jahres brach das Passagieraufkommen laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (Wochenendausgabe) im Fernverkehr im Vergleich zum Vorjahr um rund 50 Prozent zurück. Das Unternehmen zählte demnach "per April" nur noch 15,6 Millionen Passagiere, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Unterlagen der Bahn. 

Im Regionalverkehr ging das Fahrgastaufkommen ebenfalls um gut 40 Prozent auf 278 Millionen Reisende zurück. Nur das Transportaufkommen bei der Güterbahn stieg leicht um fünf Prozent. Die Ziele im Personenverkehr für das Gesamtjahr seien durch die "anhaltenden Corona-Einschränkungen in Gefahr", heißt es demnach in den Papieren. 

8.37 Uhr: Spahn rechtfertigt Vorgehen bei Masken-Beschaffung

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sein Vorgehen bei der Beschaffung von Corona-Schutzmasken gegen Kritik verteidigt. „Es wäre doch niemand auf die Idee gekommen, in China nicht-zertifizierte FFP-2-Masken zu bestellen, wenn es in Europa zertifizierte FFP-2-Masken gegeben hätte“, sagte Spahn dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag). Die ganze Welt habe in China gekauft. Spahn sagte: „Manchmal fühle ich mich wie bei der Feuerwehr, die einen Großbrand gelöscht hat und die dann zu hören bekommt, dass dabei Wasser daneben gelaufen ist.“ Für ihn zähle am meisten, dass man die Pandemie gemeinsam unter Kontrolle gebracht habe.

Der Bundesrechnungshof hatte eine „Überbeschaffung“ von Corona-Schutzmasken moniert und beklagt, die aufgewendeten Haushaltsmittel in Milliardenhöhe seien „nicht wirtschaftlich für eine wirksame Pandemiebekämpfung eingesetzt“ worden. Zudem hatte ein Streit über möglicherweise minderwertige, in China bestellte Corona-Schutzmasken die Koalition belastet.

Spahn räumte ein: „Ich sage im Nachhinein nicht, dass wir alles richtig entschieden haben. Aber wir haben nach bestem Wissen und Gewissen entschieden.“ Die Beschaffung der Masken sei teuer gewesen. „Aber keine Masken zu haben, wäre uns deutlich teurer zu stehen gekommen. Auf dem Markt herrschte damals eine Wildwest-Situation. In einem Jahr wird der Bundesrechnungshof übrigens mit Sicherheit sagen, wir hätten zu viel und zu teuer Impfstoff bestellt“, sagte der Minister.

8.08 Uhr: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz erstmals seit neun Monaten einstellig

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Fälle ist erstmals seit gut neun Monaten wieder im einstelligen Bereich. Das Robert-Koch-Institut gab den Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner am Samstag unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mit 9,3 an. Zuletzt war am 13. September ein einstelliger Inzidenzwert auf Bundesebene registriert worden.

Das RKI meldete am Samstag 1108 Corona-Neuinfektionen. 99 Infizierte starben. Am Samstag vergangener Woche waren 1911 Neuinfektionen sowie 129 Todesfälle registriert worden.

Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Fälle in Deutschland seit Beginn der Pandemie liegt laut den neuesten RKI-Angaben bei 3.721.139. Die Zahl der insgesamt registrierten Todesfälle stieg auf 90.369. Die Zahl der von einer Covid-19-Erkrankung Genesenen bezifferte das RKI auf rund 3.601.200.

Das waren die Entwicklungen am Freitag, 18. Juni:

22.40 Uhr: „Querdenker“-Proteste in Kassel bleiben verboten

Eine geplante Demonstration von Gegnern der Corona-Politik an diesem Samstag in Kassel bleibt verboten. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) bestätigte am Freitag entsprechende Entscheidungen des Verwaltungsgerichts sowie der Stadt. Ein Eilantrag des Anmelders der Veranstaltung „Mittsommer in Kassel – Bewahren – Versöhnen – Schöpfen“ wurde abgelehnt.

Der Gerichtshof begründete seine Entscheidung vor allem mit den Erfahrungen vorheriger „Querdenker“-Versammlungen, insbesondere am 20. März in Kassel. Damals waren bei einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen mehr als 20 000 Teilnehmer unterwegs, von denen sich viele nicht an gerichtliche Auflagen wie die Maskenpflicht hielten. Teils kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen.

21.45 Uhr: Biden ruft zu Impfungen auf - Delta-Variante verbreitet sich in USA

Angesichts sinkender Coronavirus-Impfraten und des Vormarschs der aggressiven Delta-Variante hat US-Präsident Joe Biden die Amerikaner eindringlich zur Impfung aufgerufen. „Es ist eine Variante, die leichter übertragbar, potenziell tödlich und besonders für junge Menschen gefährlich ist“, sagte Biden am Freitag im Weißen Haus. „Lassen Sie sich impfen.“ Biden hat als Ziel ausgegeben, dass bis zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli rund 70 Prozent aller Erwachsenen mindestens die erste Impfung erhalten haben sollen. Bisher liegt diese Rate bei etwas über 65 Prozent.

21 Uhr: Wegen Corona-Delta-Variante: Merkel mahnt zur Vorsicht bei Fußball-EM

Kanzlerin Angela Merkel hat angesichts der aggressiven Delta-Variante des Coronavirus zu großer Vorsicht bei der Fußball-EM gemahnt. „Es ist schön, dass jetzt in München zum Beispiel wieder 14 000 Fans sein können. Aber wenn ich vollkommen besetzte Stadien sehe in anderen Ländern Europas, dann bin ich bisschen skeptisch, ob das jetzt schon die richtige Antwort auf die augenblickliche Situation ist“, sagte Merkel am Freitag vor einem gemeinsamen Abendessen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron in Berlin. 

20 Uhr: Land setzt im Kampf gegen Delta-Variante auf Astrazeneca

Baden-Württemberg setzt im Kampf gegen die ansteckendere Delta-Variante auf den Impfstoff Astrazeneca. „Wie wir durch eine Studie aus Großbritannien erfahren haben, ist Astrazeneca sehr wirksam gegen die gefährliche Delta-Variante des Coronavirus“, sagte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne). Nach dieser Studie erreiche das Vakzin einen Wirkungsgrad von 92 Prozent.

Das Land habe bei Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zusätzliche Mengen des britischen Impfstoffs geordert und wolle sich mit britischen Experten beraten.

19 Uhr: Corona-Inzidenz im Südwesten weiter rückläufig

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg ist weiter rückläufig. Im Laufe der vergangenen sieben Tage haben die Behörden noch 14 Ansteckungen pro 100.000 Einwohner registriert, wie das Landesgesundheitsamt mitteilte. Am Donnerstag hatte der Wert noch bei 15,6, am Mittwoch bei 16,8 und am Dienstag bei 18,8 gelegen. Mit Heilbronn (37,1) liegt nur noch ein Kreis über einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35. Alle weiteren der insgesamt 44 baden-württembergischen Stadt- und Landkreise sind unter der politisch relevanten Marke.

17 Uhr: Baden-Württemberg will Corona-Regeln bei Inzidenz unter 10 lockern

Die Landesregierung will die Corona-Regeln in Regionen mit einer Inzidenz von unter 10 demnächst deutlich lockern. Die neue Corona-Verordnung mit einem Vier-Stufen-Modell soll am 28. Juni in Kraft treten, berichtet die Deutschen Presse-Agentur.

Was erlaubt ist, richtet sich nach den Inzidenzen: Stufe vier gilt bei einer Inzidenz von 100 bis 50, Stufe drei von 50 bis 35, Stufe zwei von 35 bis 10 und Stufe eins für alle Kreise mit einer Inzidenz unter 10. In Regionen, in denen weniger als 10 Ansteckungen pro 100 000 Einwohner in einer Woche registriert werden, soll es viele Erleichterungen für den öffentlichen Raum, für öffentliche Veranstaltungen sowie für Gastronomie, Kultur, Sport und den Handel geben. Zuletzt waren die Corona-Zahlen deutlich gesunken, in knapp einem Viertel der 44 Stadt- und Landkreise im Südwesten lag die Inzidenz unter 10.

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16 Uhr: Astrazeneca zur Lieferung von 50 Millionen Dosen an EU verurteilt

Ein belgisches Gericht hat Astrazeneca verurteilt, bis Ende September 50 Millionen Dosen Corona-Impfstoff an die Europäische Union zu liefern. Das teilt das Brüsseler Gericht erster Instanz auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Dabei handelt es sich um Mengen, die für das erste Quartal zugesagt waren, aber nicht rechtzeitig geliefert wurden. Wird das Urteil nicht eingehalten, drohen Zwangsgelder.

Ein Teil des Rückstands aus dem ersten Quartal ist allerdings nach Angaben von Astrazeneca bereits wettgemacht. Die aus dem Urteil resultierende Menge werde bis Ende Juni erreicht, betonte das Unternehmen.

15 Uhr: Spahn will Verdacht bei Intensivbetten-Register klären

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will dem Verdacht nachgehen, ob deutsche Kliniken in der Pandemie die Zahl freier Intensivbetten zum Kassieren von Freihaltepauschalen heruntergerechnet haben könnten. Das müsse aufgeklärt werden, sagte Spahn vor der Bundespressekonferenz. „Aber es muss auch jenseits von Vermutungen gearbeitet werden. Und da ist auch viel Vermutung im Raum.“

Seit rund einer Woche gibt es Spekulationen darüber, ob Kliniken durch bewusst falsche Angaben bei Intensivbetten versucht haben könnten, Ausgleichszahlungen durch die Regierung zu erhalten. Grundlage für die Vermutungen ist das in der Pandemie eingeführte Intensivbetten- Register (Divi-Register). Es ist eine gemeinsame Datenbank der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) und des RKI.

14.31 Uhr: Delta-Variante breitet sich im Südwesten aus

Die besonders ansteckende Delta-Variante des Corona-Virus breitet sich weiter in Baden-Württemberg aus. In den vergangenen zwei Wochen habe ihr Anteil an den besorgniserregenden Varianten bei 4,62 Prozent gelegen, teilte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums in Stuttgart mit. In den 14 Tagen zuvor waren es noch 1,89 Prozent. Bei 13 Prozent dieser Fälle handele es sich um Reiserückkehrer.

„Deshalb gilt es umso mehr, Tempo beim Impfen zu machen und die AHA-Regeln entsprechend der Inzidenz weiter zu beachten.“ Die Infektionszahlen in Baden-Württemberg gingen zwar weiter zurück, dennoch befinde sich das Land noch immer mitten in der Corona-Pandemie. „Es gilt jetzt unbedingt zu verhindern, dass es aufgrund der weitreichenden Öffnungen und der bevorstehenden Urlaubszeit wieder zu einem Anstieg der Infektionszahlen kommt und wir unseren bisherigen Erfolg gefährden.“

13.51 Uhr: Schweiz, Griechenland und fast ganz Frankreich nicht mehr auf Risikoliste

Für Reiserückkehrer aus Frankreich, Griechenland, der Schweiz und weiteren Ländern und Regionen werden ab Sonntag die Bestimmungen gelockert. Wegen sinkender Corona-Infektionszahlen werden sie von der Liste der Risikogebiete gestrichen, wie das Robert Koch-Institut mitteilte.

Die Bundesregierung nimmt demnach auch Belgien, Norwegen und einzelne Regionen in Dänemark, den Niederlanden und Spanien von der Liste. Wer von dort auf dem Landweg nach Deutschland kommt, muss künftig keinerlei Einreisebeschränkungen wegen Corona mehr beachten.

13 Uhr: Spahn dringt auf EU-Lösung für Impfstoff-Anerkennung bei Reisen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn dringt auf eine zügige Verständigung für den Umgang mit nicht in der EU zugelassenen Impfstoffen bei Reisen innerhalb der Europäischen Union. „Leider haben wir dazu noch keine EU-einheitliche Vorgehensweise“, sagte der CDU-Politiker in Berlin. Dies sei ein Problem für einen Raum des freien Reisens.

„Wenn wir es nicht schaffen, es jetzt zeitnah auf EU-Ebene zu lösen, werden wir für Deutschland eigene Definitionen vornehmen müssen, welche Impfstoffe wir als gleichwertig anerkennen.“ Dabei gehe es neben dem Schutz vor Covid-19 um die Frage, wie sehr damit auch Infektionen reduziert würden.

11.31 Uhr: Curevac „nach wie vor unter den Top Ten“

Der Leiter der Impfstoff-Studie von Curevac, Peter Kremsner, sieht das Tübinger Unternehmen weiter in der Spitzengruppe der Covid-Vakzin-Hersteller. „Mit Curevac sind wir nach wie vor in den Top Ten von 300 Impfstoffentwicklern“, sagte Kremsner am Freitag dem Radiosender Bayern 2. „Aber wir haben es halt nicht in die Medaillen-Ränge geschafft.“

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA werde in den nächsten Wochen entscheiden, wie es jetzt mit dem Curevac-Impstoff weitergehe. Es werde sicher gelingen, das Vakzin noch einsatzfähig zu machen, sagte Kremsner: „Aus meiner Sicht wird das nicht in den nächsten Wochen gelingen. Aber es wird möglich sein, den Impfstoff so aufzubereiten, dass er sehr wirksam sein kann.“

11.01 Uhr: RKI warnt vor Verspielen von Erfolgen

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat vor dem Verspielen von Erfolgen in der Pandemiebekämpfung gewarnt. Durch die ansteckendere Delta-Variante, die bisher auf niedrigem Niveau (rund sechs Prozent) in Deutschland kursiere, könne sich das Virus wieder verbreiten, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Freitag in Berlin. Es sei nicht die Frage, ob Delta das Infektionsgeschehen in Deutschland dominiere, sondern wann, ergänzte er.

Vor allem durch Impfen, Masketragen in Innenräumen und Abstandhalten könnten wiedergewonnene Freiheiten aber erhalten bleiben. Bei mangelnder Vorsicht könne das Virus jedoch vor allem Ungeimpfte und erst einmal Geimpfte treffen. „Das dürfen wir einfach nicht riskieren“, sagte Wieler.

Das Beispiel Großbritannien zeige bereits, wie fragil Erfolge in der Pandemiebekämpfung sein könnten. Dort war die 7-Tage-Inzidenz innerhalb weniger Wochen wieder von 20 auf 70 gestiegen. Geplante weitere Lockerungen wurden deshalb verschoben.

10.33 Uhr: Anlass zur Zuversicht für Sommer - aber mit Vorsicht

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat trotz der entspannteren Corona-Lage für weiter nötige Vorsicht auch in der anstehenden Hauptreisezeit geworben. „Das kann ein guter Sommer werden“, sagte der CDU-Politiker am Freitag in Berlin. Es gebe Anlass zur Zuversicht, aber vor allem wenn alle dabei vorsichtig blieben. Spahn verwies auf die ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus, die sich auch in Deutschland ausbreite. Dies geschehe auf niedrigem Niveau, aber eben schnell. In Großbritannien zeige sich, dass bei einer starken Ausbreitung auch vorgesehene Öffnungsschritte wieder in Frage gestellt werden könnten. Dies gelte es zu vermeiden.

Masken könnten nun bei gutem Wetter vor allem draußen wegbleiben, sagte der Minister. In Innenräumen und etwa auch in öffentlichen Verkehrsmitteln sei das Masketragen aber weiterhin wichtig, um sich und andere zu schützen. Spahn rief Urlauber dazu auf, das inzwischen flächendeckend verfügbare Netz von Schnellteststellen zu nutzen, um Infektionsketten bei Reiserückkehrern zu durchbrechen.

10.13 Uhr: Jeder zweite Bundesbürger mit erster Corona-Impfung

Bei den Corona-Impfungen hat nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn inzwischen jeder zweite Bundesbürger mindestens eine Spritze bekommen. Stand heute erhielten 41,5 Millionen Menschen oder 50,1 Prozent der Gesamtbevölkerung eine erste Dosis, wie der CDU-Politiker am Freitag in Berlin mitteilte. Vollständig mit der meist notwendigen zweiten Spritze geimpft sind demnach 29,6 Prozent der Bevölkerung.

8.52 Uhr: Kanzleramtsminister rät von Reisen zu Fußball-EM-Spielen in London ab

Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) rät deutschen Fußballfans wegen der als besonders ansteckend geltenden Delta-Variante des Coronavirus von Reisen nach London zu den Halbfinalspielen und dem Finale der Europameisterschaft ab. Die Ausbreitung der Delta-Variante in Großbritannien sei seine "große Sorge", sagte Braun dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Freitagsausgaben). "Man sollte nicht in Virusvariantengebiete reisen", warnte er.

8.34 Uhr: Corona-Einschränkungen bremsen Erholung im Gastgewerbe

Dämpfer für Deutschlands Gastwirte und Hoteliers: Nach der zaghaften Erholung in den Vormonaten sanken die Umsätze im April wieder. Das Gastgewerbe verbuchte preisbereinigt 6,3 Prozent weniger Erlöse als im März des laufenden Jahres. In nominaler Betrachtung gab es nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes ein Minus von 6,5 Prozent.

„Ursächlich für den Rückgang dürften die „Bundesnotbremse“ und das Beherbergungsverbot zu touristischen Zwecken, auch über Ostern, sein“, erklärten die Wiesbadener Statistiker am Freitag. Bund und Länder hatten im April bundeseinheitliche Regeln bei hohen Corona-Infektionszahlen in Kraft gesetzt. Diese „Bundesnotbremse“ im Infektionsschutzgesetz ist längstens bis zum 30. Juni befristet.

Hotels und Pensionen verzeichneten nach Angaben des Bundesamtes binnen Monatsfrist einen Umsatzeinbruch um 10,8 Prozent. Auch die Gastronomie sei im April „durch die weitreichenden Corona-Schutzmaßnahmen ausgebremst“ worden: Der reale Umsatz fiel im Vergleich zum Vormonat kalender- und saisonbereinigt um 5,5 Prozent.

Im Vergleich zum April 2020, dem ersten voll von der Pandemie in Deutschland betroffenen Monat, lagen die Umsätze im Gastgewerbe real um 24,2 Prozent und nominal um 27,9 Prozent höher. Die Branche ist jedoch weiterhin weit entfernt vom Vorkrisenniveau: Die Umsätze im April blieben real um 68,9 Prozent unter dem Niveau des Februars 2020, dem Monat vor Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland.

8.11 Uhr: Lauterbach räumt ein: „Hendrik Streeck hatte voll recht“

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat mit Blick auf den Einfluss der Sommermonate auf das Coronavirus dem Virologen Hendrick Streeck recht gegeben. „Für den Einfluss der Saisonalität auf das Infektionsgeschehen räume ich ein: Hendrik Streeck hatte voll recht“, sagte er der „Bild“.

Streeck hatte dem Portal web.de im Januar gesagt: „Wie wir das im vergangenen Frühjahr gesehen haben – gehen im März, spätestens April die Infektionszahlen nach unten. Das ist das typische Verhalten von Coronaviren, die sich über die Sommermonate hinweg nur noch auf einem niedrigen Level verbreiten.“ Er gehe davon aus, dass es nur noch wenige Fälle geben werde.

Lauterbach und der Bonner Virologe hatten im Verlauf der Pandemie mehrfach deutliche Differenzen. Streeck hatte oft für eine etwas weniger strenge Linie bei den Corona-Maßnahmen plädiert.

7.14 Uhr: Bundesweite Inzidenz bei 10,3

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1076 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Freitagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.52 Uhr wiedergeben, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 2440 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden nun den Angaben nach binnen 24 Stunden 91 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 102 Tote gewesen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Freitagmorgen mit bundesweit 10,3 an (Vortag: 11,6; Vorwoche: 18,6).

Das waren die Entwicklungen am Donnerstag, 17. Juni:

22.33 Uhr: Entwicklungsminister Müller: 20 Millionen Euro für Corona-Impfstoffproduktion in Afrika

Zum Abschluss seiner Westafrikareise hat Entwicklungsminister Gerd Müller dem Institut Pasteur im Senegal 20 Millionen Euro zur Produktion von Corona-Impfstoffen zugesagt. Das Geld solle bis April 2022 zur Verfügung gestellt werden, sagte der Minister am Donnerstag in der Hauptstadt Dakar. Der Betrag sei als „Initialzündung“ für eine Impfstoffproduktion „für Afrika in Afrika“ gemeint. Man hoffe, dass andere europäische Länder dem Beispiel folgen würden, hieß es.

Die Gesundheitsorganisation der Afrikanischen Union (AU), der Africa CDC, erwartet, dass Afrika Impfstoffe schon Ende des Jahres selbst produzieren könnte, mit dem Institut Pasteur als einem der wichtigsten Labore auf dem Kontinent. Afrika befindet sich nach Angaben der Africa CDC mit 5,1 Millionen gemeldeten Fällen und 136 000 Toten mit dem Virus in der dritten Welle der Corona-Pandemie. Bislang ist laut der Weltgesundheitsorganisation erst ein Prozent der afrikanischen Bevölkerung von rund 1,3 Milliarden Menschen vollständig gegen Covid-19 geimpft worden.Der Senegal ist der letzte Stopp von Müllers fünftägiger Reise, in dessen Zentrum der Kampf gegen die Corona-Pandemie und die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Krise stehen. Müller hatte zuvor Togo, Gambia und Sierra Leone besucht.

20.57 Uhr: Lissabon wegen Ausbreitung der Delta-Variante abgeriegelt

Lissabon wird wegen einer besorgniserregenden Zunahme der Corona-Infektionsfälle für rund zweieinhalb Tage abgeriegelt. Von Freitagnachmittag (1600 MESZ) bis Montagmorgen (0600 MESZ) dürfen die 2,8 Millionen Bewohner der portugiesischen Hauptstadt den Großraum Lissabon nur aus triftigem Grund verlassen, wie die Regierung am Donnerstag mitteilte. Auswärtige werden nur in Ausnahmefällen einreisen dürfen. Mit 928 neuen Infektionen binnen 24 Stunden verzeichnete Lissabon am Donnerstag den höchsten Wert seit dem 19. Februar. Das waren rund 75 Prozent aller in Portugal registrierten Fälle (1233). In der „Area Metropolitana“ Lissabons wohnen aber lediglich rund 27 Prozent aller 10,3 Millionen Bürger Portugals.

In Lissabon breite sich derzeit die zunächst in Indien entdeckte Delta-Variante des Coronavirus relativ stark aus, sagte Präsidentschaftsministerin Mariana Vieira da Silva. „Es ist nicht leicht, solche Maßnahmen zu ergreifen, aber uns erschienen sie unerlässlich, damit die Lage, die in Lissabon derzeit herrscht, nicht auf das ganze Land übergreift“, betonte sie. Der einstige Hotspot Portugal hatte im Winter erfolgreich gegen Corona gekämpft und im Frühjahr zeitweilig mit die niedrigsten Werte Europas aufgewiesen. Der Ausnahmezustand zur Eindämmung der Pandemie war deshalb am 1. Mai nach fünfeinhalb Monaten zu Ende gegangen. Die landesweite 14-Tage-Inzidenz stieg jedoch nach Angaben der EU-Behörde ECDC innerhalb weniger Wochen von 55 auf 87.

20.15 Uhr: Geimpfte Nicht-EU-Bürger dürfen demnächst nach Deutschland einreisen

Für Menschen aus Staaten außerhalb der Europäischen Union soll die Einreise nach Deutschland ab dem 25. Juni grundsätzlich wieder möglich sein, wenn sie vollständig gegen Covid-19 geimpft sind. Das soll nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur unabhängig davon sein, ob sie als Geschäftsreisende, Touristen, Studenten oder für einen Besuch kommen wollen. Aktuell dürfen Bürger aus sogenannten Drittstaaten nur in eng umrissenen Ausnahmefällen einreisen. Um Fälschung und Betrug zu vermeiden, legt die neue Regelung genau fest, wie der Impfnachweis aussehen muss.

Neben der Bundespolizei sollen auch Fluggesellschaften diesen Nachweis prüfen. Außerdem werden nicht alle weltweit verfügbaren Impfstoffe anerkannt. Ausschlaggebend sind jene Substanzen, die das Paul-Ehrlich-Institut auf seiner Internetseite aufzählt, derzeit die Produkte von Biontech, Moderna, Astrazeneca und Janssen.

19.32 Uhr: Corona-Inzidenz im Südwesten weiter rückläufig

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg ist weiter rückläufig. Erstmals seit Monaten liegt nur noch ein Kreis über einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35 - und auch im landesweiten Schnitt entspannt sich die Lage zunehmend stärker. Im Laufe der vergangenen sieben Tage haben die Behörden noch 15,6 Ansteckungen pro 100.000 Einwohner registriert, wie das Landesgesundheitsamt mitteilte. Am Mittwoch hatte der Wert noch bei 16,8 gelegen, am Dienstag bei 18,8 und am Donnerstag vergangener Woche bei 25,4.

19 Uhr: Erstmals seit Februar mehr als 10.000 Corona-Neuinfektionen in Großbritannien

In Großbritannien sind erstmals seit Ende Februar wieder mehr als 10.000 Corona-Neuinfektionen an einem Tag verzeichnet worden. Die Behörden meldeten 11.007 neue Fälle binnen 24 Stunden. Die Delta-Variante des Virus lässt derzeit im Vereinigten Königreich die Fallzahlen wieder in die Höhe schnellen - trotz der Impffortschritte in dem Land.

Die Zahl der Todesfälle bleibt hingegen niedrig. Am Donnerstag wurden 19 Corona-Tote verzeichnet. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Corona-Impfstoffe auch bei der ansteckenderen Delta-Variante vor schweren Verläufen einer Covid-19-Erkrankung schützen.

17.27 Uhr: Rechnungshof macht Spahn-Ressort wegen Masken-Beschaffung schwere Vorwürfe

Die massenhafte Beschaffung von Schutzmasken in der Anfangsphase der Corona-Pandemie bringt dem Bundesgesundheitsministerium weitere Vorwürfe ein. In einem Bericht für den Haushaltsausschuss moniert der Bundesrechnungshof, das Ressort habe den Bedarf auf Grundlage von „sachfremden und unrealistischen“ Annahmen berechnet und letztlich viel zu viele Masken gekauft. Der ganze Prozess wird in dem Bericht als schwer nachvollziehbar dargestellt. Das Ministerium wehrt sich, SPD und Opposition fordern Aufklärung.

16 Uhr: WHO besorgt wegen rasanter Ausbreitung des Coronavirus in Afrika

Die dritte Corona-Welle mit neuen Virus-Varianten wird in Afrika immer stärker. Die Zahl der Neuinfektionen steige dort jede Woche um 22 Prozent, erklärte die Regional-Direktorin der Weltgesundheitsorganisation WHO für Afrika, Matshidiso Moeti, am Donnerstag. Sie forderte mehr Impfstofflieferungen: "Afrika braucht diese Impfdosen hier und jetzt, um die dritte Welle einzudämmen."

In Afrika sind bisher lediglich knapp 12 Millionen Menschen vollständig geimpft, was weniger als einem Prozent der Bevölkerung des Kontinents entspricht, wie die WHO erklärte. Die Organisation verzeichnet aber eine Beschleunigung der Impfkampagne in Afrika: In den vergangen fünf Tagen wurden mehr als fünf Millionen Dosen verimpft. Während der vergangenen drei Wochen waren es lediglich 3,5 Millionen Dosen pro Woche gewesen.

14.41 Uhr: Fast jeder zweite Bundesbürger mit erster Corona-Impfung

Die Corona-Impfungen nähern sich der Schwelle, dass jeder zweite Bundesbürger mindestens eine Spritze bekommen hat. Inzwischen erhielten 41,2 Millionen Menschen oder 49,6 Prozent der Gesamtbevölkerung nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums eine erste Dosis. Vollständig mit der meist notwendigen zweiten Spritze geimpft sind demnach 23,9 Millionen Menschen, was 28,8 Prozent der Bevölkerung entspricht. Minister Jens Spahn (CDU) hob hervor, dass am Mittwoch knapp 1,3 Millionen Impfungen gemacht worden seien. Das sei der bisher dritthöchste Wert für einen Tag.

13.24 Uhr: Baden-Württemberg kippt Maskenpflicht in den Schulen

Baden-Württemberg hat die Maskenpflicht an Schulen gekippt. Ab Montag sollen demnach nur noch in den Landkreisen Masken auf dem Schulgelände im Freien getragen werden müssen, wo die Inzidenz über 50 liegt, wie das Kultusministerium mitteilte. Liegt die Inzidenz unter 35, entfällt zudem die Maskenpflicht im Unterricht – allerdings nur, wenn es in den vergangenen beiden Wochen keine Corona-Fälle in der Schule gab. Im Schulgebäude selbst müssen die Schüler und Lehrer aber weiter Masken tragen.

Kultusministerin Theresa Schopper rechtfertigt die Lockerung mit der niedrigen Inzidenz und der weiter bestehenden Testpflicht in den Schulen: „Angesichts der niedrigen Inzidenz und der Absicherung über die Testpflicht, durch die jeder Lehrer sowie jeder Schüler an den Schulen zweimal wöchentlich getestet wird, können wir die Maskenpflicht an den Schulen vorsichtig lockern.“ Auch die übrigen Hygienevorgaben wie das regelmäßige Lüften sollen weiter aufrechterhalten werden.

13 Uhr: Curevac-Börsenwert stürzt nach Impfstoffenttäuschung ab

Der Börsenwert des Biotechnologieunternehmens Curevac ist massiv abgestürzt. Das in Tübingen ansässige Unternehmen musste am späten Mittwochabend einräumen, dass der eigene Impfstoffkandidat CVnCoV in einer Zwischenanalyse nur eine vorläufige Wirksamkeit von 47 Prozent gegen eine Covid-19-Erkrankung „jeglichen Schweregrades“ erzielt habe. Der Anteilsschein notierte am Mittag im deutschen Handel bei rund 43 Euro, das ist ein Minus von 40 Prozent. Vorbörslich waren die Titel des Unternehmens beim Broker Lang & Schwarz zwischenzeitlich sogar um mehr als 50 Prozent eingebrochen.

12.12 Uhr: Curevac-Rückschlag hat keine Auswirkungen auf Impfkampagne

Der Rückschlag der Tübinger Biopharmafirma Curevac bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs bringt die Impfkampagne in Deutschland laut Bundesregierung nicht durcheinander. „Eine Auswirkung auf das Tempo unserer Impfkampagne hat diese Mitteilung nicht“, sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums am Donnerstag in Berlin. Die Nachrichten über vorläufige Studienergebnisse könne das Ministerium nicht kommentieren.

11.20 Uhr: Digitaler Nachweis für geimpfte Genesene kommt Ende Juni

Von Covid-19 Genesene können ihren Status ab Ende Juni in Corona-Warn-App (CWA) und CovPass-App hinterlegen. Dann sollen auch Genesene mit Impfung ihren Schutzstatus digital nachweisen können, erklärte das Bundesgesundheitsministerium (BMG) der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. Die Funktionen würden mit der nächsten Entwicklungsstufe beider Apps nachgelegt. Auch das Austellungssystem für die Zertifikate bei Apotheken, Impfzentren und Arztpraxen soll dann diesen Fall abbilden können.

Aktuell können Betroffene noch nicht auf regulärem Weg an einen digitalen Nachweis kommen. Grund dafür sind nach Angaben des BMG zunächst einmal technische Fragen. Genesene mit Impfung seien bei der europäischen Lösung von Anfang an mitbedacht worden, erklärte ein Sprecher. Es sei aber noch nicht geklärt, auf welche Art in diesem Fall ein Nachweis erbracht werden kann.

10.07 Uhr: Zahl der Corona-Infektionen in England steigt wieder stark

Wegen der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus steigt die Zahl der Neuinfektionen in England wieder stark an. Einer Datenanalyse im Auftrag der Regierung zufolge lag das Wachstum zwischen dem 3. Mai und dem 7. Juni bei 50 Prozent. Der Zeitraum stimme mit der Verbreitung von Delta überein, teilte das Gesundheitsministerium in London am Donnerstag mit. Treiber seien junge und meist ungeimpfte Menschen.

Daten von 110.000 Schnelltests zwischen 20. Mai und 7. Juni hätten ergeben, dass die Zahl der Fälle sich alle elf Tage verdoppelt, hieß es weiter. Schwerpunkt ist Nordwestengland. Experten setzen allerdings darauf, dass wegen der Impfkampagne die Ausbreitung des Virus wieder verlangsamt wird. Mittlerweile haben mehr als 30 Millionen Erwachsene - gut die Hälfte - die für den vollen Schutz notwendigen zwei Dosen erhalten. Schon in wenigen Tagen dürfen alle über 18-Jährigen sich für eine Impfung anmelden.

9.36 Uhr: Österreich lockert weiter - Sperrstunde fällt weg

In Österreich fallen zum 1. Juli weitere Corona-Beschränkungen. So wird die wegen der Corona-Krise eingeführte Sperrstunde aufgehoben. Damit sei auch die Nachtgastronomie bei zunächst etwas reduzierter Kapazität wieder möglich, sagte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Donnerstag in Wien. „Es kann getanzt, geheiratet, gefeiert werden“. Die Infektionslage sei deutlich besser als allgemein erwartet, so der Regierungschef mit Blick auf die Sieben-Tage-Inzidenz von 15.

„Wir können weitere große Schritte in Richtung Normalität machen“, sagte Kurz. In der Gastronomie entfalle die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske nun auch für die Mitarbeiter, erklärte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP). Das Lächeln einer Servicekraft sei wieder sichtbarer Ausdruck der Gastfreundschaft.

8.25 Uhr: Automarkt in der EU erholt sich weiter von Corona-Einbruch

Ein Jahr nach dem Corona-Einbruch erholt sich der Automarkt in der EU weiter deutlich. Die Zahl der Neuzulassungen bei Personenkraftwagen ist im Mai im Vergleich zum Vorjahr um mehr als die Hälfte gestiegen, wie der europäische Herstellerverband Acea am Donnerstag in Brüssel mitteilte. Insgesamt wurden damit fast 900.000 Autos registriert. Damit liegt die Zahl aber immer noch deutlich unter dem Vorkrisen-Niveau: Im Mai 2019 wurden in der EU mehr als 1,2 Millionen Autos zugelassen.

Besonders deutlich war der Anstieg im Mai in Spanien, gefolgt von Frankreich, Italien und Deutschland. Mit Blick auf den bisherigen Jahresverlauf war die Zahl der Neuzulassungen zu Beginn des Jahres noch rückläufig, ab März ging es dann steil bergauf. Insgesamt wurden auf den Straßen der EU damit in den ersten fünf Monaten des Jahres knapp ein Drittel mehr neue Autos zugelassen als noch vor einem Jahr.

Bei den Herstellern legten die Neuzulassungen von Volkswagen im Mai besonders rasant um knapp 73 Prozent auf gut 251.000 zu.

7.40 Uhr: RKI registriert 1330 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 11,6

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1330 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Donnerstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.34 Uhr wiedergeben, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 3187 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden nun den Angaben nach binnen 24 Stunden 105 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 94 Tote gewesen. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 90.179 angegeben.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Donnerstagmorgen mit bundesweit 11,6 an (Vortag: 13,2; Vorwoche: 19,3).

7.08 Uhr: Corona-Impfstoff von Curevac verfehlt Wirksamkeitsziele

Rückschlag für einen Hoffnungsträger der Impfkampagne in Deutschland: Im Rennen um die Markteinführung eines weiteren hochwirksamen Corona-Impfstoffs hat die Tübinger Biopharmafirma Curevac einen empfindlichen Dämpfer publik gemacht. Das Unternehmen musste am späten Mittwochabend in einer Pflichtbörsenmitteilung einräumen, dass der eigene Impfstoffkandidat CVnCoV in einer Zwischenanalyse nur eine vorläufige Wirksamkeit von 47 Prozent gegen eine Corona-Erkrankung „jeglichen Schweregrades“ erzielt habe. Damit habe er die vorgegebenen statistischen Erfolgskriterien nicht erfüllt.

Curevac-Vorstandschef Franz-Werner Haas teilte mit, man habe auf stärkere Ergebnisse in der Zwischenanalyse gehofft. Man wolle die laufende Studie aber dennoch bis zur finalen Analyse fortsetzen. „Die endgültige Wirksamkeit könnte sich noch verändern.“ SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach schrieb auf Twitter: „Schade, das Team aus Tübingen hätte Erfolg verdient gehabt.“

Das waren die Entwicklungen am Mittwoch, 16. Juni:

22.55 Uhr: Ungarn öffnet nach Pandemie am 24. Juni die Schengen-Binnengrenzen

Das EU-Land Ungarn hebt am 24. Juni die wegen der Corona-Pandemie eingeführten Kontrollen an den Binnengrenzen des Schengen-Raums wieder auf. Dies erklärte der ungarische Außenminister Peter Szijjarto am Mittwoch in der Botschaft seines Landes in der slowakischen Hauptstadt Bratislava. Voraussetzung dafür sei, dass es in Hinblick auf die Pandemie bis dahin „keine unerwartete Wendung“ gibt, fügte er hinzu.

Szijjarto sprach am Mittwoch in Bratislava mit Vertretern der Parteien der ethnischen Ungarn, die sich demnächst vereinigen wollen. Zur Aufhebung der Grenzkontrollen, die sich auf die Nachbarländer Österreich, Slowakei und Slowenien bezieht, sagte er: „Wenn es gelingt, die Entscheidung umzusetzen, wird man endlich wieder jeden Grenzübergang zwischen den beiden Ländern (Ungarn und Slowakei) frequentieren können.“ Im Zuge der Pandemiebekämpfung hatte Ungarn zahlreiche kleine Grenzübergänge völlig geschlossen.

21.50 Uhr: Grünes Licht für massive EU-Hilfen für Spanien und Portugal

Portugal und Spanien haben als erste EU-Länder grünes Licht für ihre Corona-Wiederaufbaupläne erhalten. Das gab Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Mittwoch bei Besuchen in den Hauptstädten der beiden Länder bekannt. Spanien soll demnach 140 Milliarden Euro an Zuschüssen und Krediten für Investitionen in Bereichen wie Klimaschutz und Digitalisierung erhalten. Bei Portugal sind es 16,6 Milliarden Euro. Von der Leyen sagte, die Corona-Hilfen der EU und die entsprechenden Ausgabenpläne der Mitgliedstaten trügen zu einer "besseren Zukunft" für die Bürger bei.

Der insgesamt 750 Milliarden Euro schwere EU-Fonds für den Aufbau der Wirtschaft nach der Corona-Krise "ist unsere einmalige Chance, uns hin zu einer grüneren, digitaleren und nachhaltigeren Gesellschaft zu bewegen", sagte die Kommissionschefin weiter. Die Ausgabenpläne Spaniens und Portugals bezeichnete sie als "ehrgeizig" und "weitsichtig".

Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez sprach von einem "historischen Tag für Spanien", aber auch für Europa, "denn die heute genehmigten Pläne für Portugal und Spanien öffnen die Tür für eine neue Herangehensweise (...) an Herausforderungen für unsere Gesellschaften".

20.20 Uhr: Kühlkette unterbrochen: Landkreis verabreicht spontan 600 Impfdosen

Wegen einer Panne in der Kühlkette sind in Niedersachsen im Landkreis Friesland kurzfristig 600 Impfdosen zusätzlich verabreicht worden. Der Kreis hatte am Mittwochnachmittag Friesländerinnen und Friesländer ohne Impftermin aufgerufen, sich schnellstmöglich bis zum frühen Abend auf den Weg ins Impfzentrum nach Schortens zu machen.

„Es gab einen großen Andrang“, sagte eine Kreissprecherin. Rund 1000 Menschen kamen nach dem Aufruf. Wegen der Hitze versorgten Hilfskräfte die Wartenden mit Wasserflaschen. Da nicht für alle ausreichend Impfdosen verfügbar waren, habe vielen wieder abgesagt werden müssen, sagte die Sprecherin. Diese hätten aber verständnisvoll reagiert.

19.15 Uhr: Alle Kreise im Südwesten unter 50er-Inzidenz

Erstmals seit Monaten liegt die Corona-Inzidenz in allen 44 Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg wieder unter der Marke von 50. Im landesweiten Schnitt ist rechnerisch sogar nur bei 16,8 Menschen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen worden, wie das Landesgesundheitsamt mitteilte.

Am Tag vorher hatte die Sieben-Tage-Inzidenz noch bei 18,8 gelegen. Zuletzt hatten alle Stadt- und Landkreise im Südwesten am 6. Oktober unter der 50er-Marke gelegen. Einen Tag später wurde der Wert im Landkreis Esslingen überschritten. In den Wochen danach über Herbst und Winter stiegen die Zahlen Schritt für Schritt überall an.

18 Uhr: Nun mehr als 90.000 Covid-19-Tote

In Deutschland sind nach den Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) inzwischen mehr als 90.000 Covid-19-Tote erfasst. Die Zahl wurde am Mittwoch mit 90.074 angegeben. Als Covid-19-Todesfall zählt das RKI nachweislich infizierte Menschen, die direkt an Corona gestorben sind und solche mit Vorerkrankungen, bei denen sich die Todesursache nicht abschließend klären lässt. Am Ende des vergangenen und Anfang dieses Jahres waren an einigen Tagen jeweils mehr als 1000 Tote gemeldet worden.

16.30 Uhr: Gesundheitsminister für weitere Corona-Absicherung durch Tests

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern setzen trotz sinkender Corona-Zahlen weiter auf eine Absicherung über breit angelegte Tests - auch mit Blick auf die Sommerreisezeit. An der generellen Testpflicht für Flugreisende aus dem Ausland vor dem Abflug solle festgehalten werden, teilte das bayerische Ressort als Vorsitzland nach Beratungen mit Bundesminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch in München mit. Die Quarantäneregeln für Rückkehrer aus Risiko- und Hochinzidenzgebieten mit hohen Infektionszahlen sowie aus Gebieten mit neuen Virusvarianten sollen bestehen bleiben. Im Straßen- und Bahnverkehr an den Grenzen soll es verstärkt Kontrollen geben.

13.44 Uhr: Frankreich lockert Maskenpflicht ab Donnerstag

Wegen deutlich gesunkener Infektionszahlen hebt Frankreich zentrale Corona-Beschränkungen auf: Ab Donnerstag fällt zunächst die Maskenpflicht im Freien, wie Regierungschef Jean Castex nach Beratungen mit dem Corona-Kabinett in Paris mitteilte. Die nächtliche Ausgangssperre endet dann diesen Sonntag, zehn Tage früher als geplant. Die Sieben-Tage-Inzidenz war zuvor landesweit auf rund 40 Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner gefallen.

11.38 Uhr: Spahn will Apotheken-Vergütung für digitalen Impfnachweis senken

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will die Vergütung der Apotheken fürs Erstellen digitaler Corona-Impfnachweise zum 1. Juli senken. Je Zertifikat sollen es statt jetzt 18 Euro noch sechs Euro pro Zertifikat sein, teilte der CDU-Politiker am Mittwoch bei Beratungen mit seinen Länderkollegen mit, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen erfuhr. Die höhere Vergütung zu Beginn sollte demnach dazu dienen, Anlaufkosten etwa für Schulungen, IT-Ausstattung und Registrierungen zu finanzieren und an möglichst vielen Stellen ein Angebot für die Bürger zu schaffen. Die Zahlen der ersten zwei Tage in den Apotheken zeigten, dass dies gelungen sei.

11.08 Uhr: Jeder dritte Schüler mit Lernlücken durch Pandemie

Rund jeder dritte Schüler im Südwesten hat laut einem Bildungsforscher wegen der Corona-Pandemie Lernlücken. Auf diese Größenordnung deuten demnach wissenschaftliche Erkenntnisse aus Studien hin, wenn es um sogenannte Risikoschüler geht, wie der Leiter des Instituts für Bildungsanalysen Baden-Württemberg (IBBW), Günter Klein, der „Südwest Presse“ und der „Rhein-Neckar-Zeitung“ (Mittwoch) sagte.

Die Lernrückstände sind laut Klein aber sehr unterschiedlich auf die Schülerschaft verteilt. „Es wird Schülerinnen und Schüler geben, bei denen wir keine Rückstände feststellen“, sagte der Bildungsforscher den Zeitungen. „Einige haben sogar größere Fortschritte gemacht als in „normalen“ Jahren.“

Am stärksten betroffen von den Lernlücken dürften nach Ansicht des Bildungsexperten jene Klassen sein, die von Mitte Dezember bis jetzt keinen Präsenzunterricht hatten. Ihnen habe über Monate die Struktur der Schule gefehlt, sagte Klein. Der Verlust alltäglicher Begegnungen mit Freunden, Mitschülern, Lehrern sei das eigentliche Drama. Das mache ihm fast noch mehr Sorgen als Lernrückstände.

10.41 Uhr: Corona-Impfung auch bei Hitze möglich

Hitze ist kein Hinderungsgrund für eine Corona-Impfung. Es gebe keine Studien, die darauf hinweisen würden, dass die Impfung zu Kreislaufproblemen führe, sagte der Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen, Karl Matthias Roth. Auch die Lagerung und Kühlung der Impfstoffe sei sichergestellt.

Das hessische Innenministerium, dass in dem Bundesland für die Impfkampagne verantwortlich ist, verwies auf die Möglichkeit zur ärztlichen Beratung auch in den Impfzentren, bei der Fragen zum Thema Hitze geklärt werden könnten. Zudem könne man dort nach der Spritze zunächst im Wartebereich Platz nehmen, um sich zu erholen und sicherzustellen, alles gut verkraftet zu haben.

8.52 Uhr: Lauterbach erwartet Probleme durch Delta-Variante im Herbst

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach rechnet damit, dass die sogenannte Delta-Variante des Coronavirus im Herbst wieder für mehr Ansteckungen in Deutschland sorgen wird. „Ich bin ganz sicher, dass wir in Deutschland auch noch die Delta-Variante bekommen werden“, sagte Lauterbach am Dienstagabend in der Fernsehsendung „rbb Spezial“. Bisher tritt die aus Indien stammenden Variante in Deutschland nur in geringem Maße auf.

Eine neue Studie der Oxford-Universität zeige, dass die Saisonalität dieser Variante deutlich ausgeprägter sei als ursprünglich angenommen: Im Sommer sei das Risiko, sich damit anzustecken, viel geringer, erklärte Lauterbach. Sie sei aber deutlich ansteckender, führe zu einem schwereren Verlauf, und sei zum Teil resistent gegen die Erstimpfung. „Aber ich hoffe, dass dann bei uns eben schon so viele doppelt geimpft sein werden, dass es keine so große Welle mehr gibt.“

Vor diesem Hintergrund forderte der Gesundheitsexperte, auch Kindern ein Impfangebot zu machen. „Gerade bei der Delta-Variante haben wir in England gesehen, dass von den infizierten Kindern ein Prozent so schwer erkranken, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Das ist keine Kleinigkeit.“

8.41 Uhr: Minister Holetschek will Impfzentren bis Ende des Jahres behalten

Der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Klaus Holetschek (CSU), will Impfzentren bis zum Ende des Jahres behalten. „Das System hat sich so bewährt“, sagte der bayerische Ressortchef am Mittwoch im ZDF-„Morgenmagazin“. Man solle „nicht zu schnell irgendwelche Entschlüsse fassen, die wir dann wieder bereuen“. Bisher ist eine Schließung Ende September angepeilt.

Möglicherweise könne die Arbeitsweise der Impfzentren angepasst werden, sagte Holetschek. Er nannte als Beispiel mobile Teams. Aus seiner Sicht sollte der Bund die Impfzentren weiter mitfinanzieren. „Wir sollten schauen, dass wir möglichst schnell möglichst viele Menschen impfen“, sagte er. „Das interessiert mich im Moment mehr als die Frage des Geldes.“

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern beraten an diesem Mittwoch über die Zukunft der regionalen Impfzentren und die Corona-Folgen bei Kindern und Jugendlichen. Die Zukunft der Impfzentren ist offen, mehrere Länder wollen die Einrichtungen länger als bisher geplant weiterführen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Geplant sind auch Schritte gegen Langzeitfolgen von Covid-Erkrankungen. Auf Vorschlag von Niedersachsen und der Bundesregierung sollen sich die Minister auch mit der Frage beschäftigen, ob wegen der um sich greifenden, noch ansteckenderen und wohl auch gefährlicheren Delta-Variante im Sommer wieder strengere Reisebeschränkungen gelten sollen.

7.28 Uhr: Bundesweite Inzidenz bei 13,2

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1455 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Mittwochmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.11 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 3254 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden nun den Angaben nach binnen 24 Stunden 137 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 107 Tote gewesen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Mittwochmorgen mit bundesweit 13,2 an (Vortag: 15,5; Vorwoche: 20,8).

Das waren die Entwicklungen am Dienstag, 15. Juni:

22 Uhr: Mallorca verschiebt Sperrstunde auf zwei Uhr morgens

Die Party-Insel Mallorca nähert sich im Zuge der guten Entwicklung der Corona-Lage immer mehr der Normalität. Die Sperrstunde für Gastronomiebetriebe und Nachtlokale wird ab Samstagabend auf der spanischen Insel und den anderen Balearen Ibiza, Menorca und Formentera von bisher Mitternacht auf zwei Uhr morgens verlegt. Die neuen Regeln wolle man am Freitag offiziell beschließen, sagte der Sprecher der Regionalregierung, Iago Negueruela, am Dienstagabend vor Journalisten in Palma.

21 Uhr: Polizei: Kaum Verstöße gegen Corona-Auflagen vor EM-Spiel in München

Die Münchner Polizei hat vor dem EM-Spiel Deutschland gegen Frankreich am Dienstagabend zunächst kaum Verstöße gegen die Corona-Maßnahmen festgestellt. „Es ist bislang ein gesitteter Abend ohne größere Vergehen“, sagte ein Polizeisprecher kurz vor Beginn der Partie. Insgesamt waren 14.500 Menschen in der Arena zugelassen. Hinzu kamen wohl Tausende, die in Biergärten mitfieberten. Um einen Anstieg der Infektionszahlen zu verhindern, galt jedoch: Feiern nur mit strengen Abstands- und Hygieneregeln.

19.40 Uhr: Bericht: Länder wollen strengere Einreisevorschriften wegen Delta-Variante

Angesichts der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus wollen die Bundesländer einem Bericht zufolge strengere Einreisevorschriften durchsetzen. Kritisiert werden in einem Beschlussentwurf für die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) am Mittwoch insbesondere die Regeln für Einreisen aus einfachen Risikogebieten, wie das Magazin "Business Insider" berichtete.

Wer aus einem einfachen Risikogebiet einreist, kann die häusliche Quarantäne umgehen, indem er sich unmittelbar auf Corona testen lässt und das negative Testergebnis über ein zentrales Portal meldet. "Die umfassende Freitestmöglichkeit für alle Einreisen aus einfachen Risikogebieten führt zu einer lückenhaften Früherkennung möglicher Infektionen", heißt es dem Bericht zufolge dazu in dem Papier.

18.34 Uhr: Kleine Lockerung in Frankreich bei EM-Spiel gegen Deutschland

Kleine Corona-Lockerungen in Frankreich für die EM-Fans: Wer in Frankreich das Spiel des Fußball-Weltmeisters gegen die deutsche Nationalmannschaft ab 21 Uhr in einer Kneipe verfolgen möchte, muss nicht pünktlich um 23 Uhr zu Hause sein. Dann beginnt im ganzen Land eigentlich die abendliche Ausgangssperre.

Es gebe eine Toleranz für die Menschen, die nach dem Spiel nach Hause gehen, kündigte Sportministerin Roxana Maracineanu an. „Man muss die Regel respektieren, in einem Café mit Sitzplätzen zu sein, um das Spiel zu verfolgen und dann nach dem Spiel nach Hause zu gehen“, sagte sie dem Sender Franceinfo.

18.15 Uhr: Der Kreis Waldshut erhält 4000 zusätzliche Impfstoffdosen für Erstimpfungen

Das Land Baden-Württemberg stellt dem Kreisimpfzentrum des Kreises Waldshut 4000 zusätzliche Impfdosen AstraZeneca für Erstimpfungen zur Verfügung. Dort können sich ab sofort Einwohner des Landkreises Waldshut für einen Termin zur Erstimpfung mit Astrazeneca anmelden. Die zweite Dosis wird dann Biontech sein, weil Studien laut Landratsamt gezeigt haben, dass diese Kombination sehr gut vor dem Coronavirus schützt. Hier lesen Sie alle Details dazu.

18 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten sinkt weiter auf 18,8

Das Corona-Infektionsgeschehen im Südwesten nimmt weiter leicht ab. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche lag am Dienstag (Stand: 16.00 Uhr) bei 18,8 nach 22,2 am Vortag, wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart mitteilte. Im Vergleich zu Montag verzeichnete die Behörde 278 neue Infektionen und 17 Todesfälle.

Damit beträgt die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen im Südwesten seit Beginn der Pandemie nun 498.847. An einer Infektion mit dem Coronavirus oder im Zusammenhang damit sind bereits 10.113 Menschen gestorben. In 41 der 44 Stadt- und Landkreise lag die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz zuletzt unter dem Wert von 35. Die Städte Pforzheim (42,1) und Heilbronn (46,6) lagen darüber.

17 Uhr: Rückschlag für Astrazeneca bei Entwicklung von Medikament gegen Covid-19

Der britisch-schwedische Pharmakonzern Astrazeneca hat bei der Entwicklung eines Medikaments gegen Covid-19 einen Rückschlag erlitten. In einer ersten Studie sei das Ziel, eine symptomatische Covid-19-Erkrankung zu verhindern, nicht erreicht worden, teilte der Konzern mit. Das Medikament mit einer Antikörper-Kombination soll sowohl der Krankheit vorbeugen als auch die Symptome behandeln.

Im Zuge der Studie waren die Sicherheit und Wirksamkeit des Wirkstoffs AZD7442 erprobt worden. 1121 ungeimpfte Erwachsene über 18 Jahren, die in den vorangegangenen acht Tagen einer infizierten Person ausgesetzt waren, wurden in der letzten Phase der klinischen Studie untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass eine Behandlung mit AZD7442 das Risiko einer symptomatischen Covid-19-Erkrankung nur um 33 Prozent reduzierte.

Dies sei "statistisch nicht signifikant", teilte das Unternehmen mit.

16 Uhr: Wirtschaftsministerin: Krise ist noch nicht überwunden

Baden-Württemberg will von der Corona-Krise betroffenen Unternehmen weiter unter die Arme greifen. Wegen der nach wie vor großen Herausforderungen sollen weitere Gelder insbesondere an kleinere und mittelgroße Betriebe fließen, sagte Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) in Stuttgart. Unter anderem wurden die Hilfen für Soloselbstständige aufgestockt und eine Prämie eingeführt, die Unternehmen helfen soll, Mitarbeiter aus der Kurzarbeit zu holen oder neu einzustellen.

Die von der Krise besonders betroffene Veranstaltungs-, Messe und Eventbranche und das Taxi- und Mietwagengewerbe sollen künftig mit höheren Summen gefördert werden. Statt bisher 150.000 Euro kann ein Betrieb nun mit bis zu 300.000 Euro bezuschusst werden.

14.19 Uhr: Epidemische Lage in Nordrhein-Westfalen endet am Freitag

Im Gegensatz zum Bundestag will Nordrhein-Westfalen die wegen der Corona-Pandemie verhängte epidemische Lage im Land beenden. Bereits am Freitag sollen die erweiterten Befugnisse für die Landesregierung zurückgenommen werden, wie die CDU-Fraktion im Düsseldorfer Landtag am Dienstag mitteilte. Auch der Koalitionspartner FDP und die SPD unterstützten die Beendigung der sogenannten epidemischen Notlage von landesweiter Tragweite.

Den Menschen müsse ihre Freiheit zurückgegeben werden, schrieb der FDP-Fraktionsvorsitzende Christof Rasche im Kurzbotschaftendienst Twitter. Deswegen sei seine Fraktion für ein Auslaufen der epidemischen Notlage. Von einer Überlastung des Gesundheitssystems, die die Corona-Maßnahmen verhindern sollten, sei das Land "weit entfernt".

14.05 Uhr: Sorge vor Ausbreitung der Delta-Variante in Frankreich

In Frankreich wächst die Sorge vor einer Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante des Coronavirus. Derzeit werde bei zwei bis vier Prozent der positiven Corona-Tests, die auf Varianten untersucht werden, die zunächst in Indien entdeckte Variante festgestellt, sagte Gesundheitsminister Olivier Véran am Dienstag in Paris. Das klinge zwar nach wenig, sei aber vergleichbar mit der Lage in Großbritannien vor einigen Wochen.

Die Delta-Variante hat die Corona-Zahlen in Großbritannien wieder ansteigen lassen. Die geplante Aufhebung aller Restriktionen wurde deshalb am Montag um vier Wochen verschoben.

12.40 Uhr: Baden-Württemberg lockert Maskenpflicht an Schulen 

Baden-Württemberg will die Maskenpflicht an Schulen lockern. Sofern die Sieben-Tage-Inzidenz in einer Region unter 35 liegt und es zwei Wochen an der Schule keinen Corona-Ausbruch gab, soll die Maskenpflicht „im Unterricht in allen Schulformen“ wegfallen, kündigte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) am Dienstag in Stuttgart an. Bereits bei einer Inzidenz von unter 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern und Woche soll die Maskenpflicht auf den Pausenhöfen wegfallen. Lucha stellte für weitere Bereiche Lockerungen der Maskenpflicht in Aussicht, etwa draußen im öffentlichen Raum, in offenen gut durchlüfteten Bahnhöfen und Bushaltestellen.

Dennoch warnte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) vor zu schnellen Öffnungsschritten. Man dürfe nicht vergessen, dass die Inzidenz noch 20 Mal höher sei als vor einem Jahr. „Leute, seid nicht übermütig, das bezahlen wir sonst bitter“, sagte er. Man könne nicht das Risiko einer vierten Welle eingehen. Für Besucher von größeren Sportveranstaltungen will er die Maskenpflicht keinesfalls lockern - auch wenn diese im Freien stattfinden. „Ich sehe das bei der EM, das geht mal gar nicht.“ Auch Lucha sagte, die Menschen müssten weiter sorgsam sein. Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hatte zuvor die Länder aufgefordert, die Maskenpflicht zu überprüfen. Sie müssten klären, „ob und wo eine Maskenpflicht noch verhältnismäßig ist, wenn die Inzidenzzahlen niedrig sind und weiter sinken“, sagte sie der „Bild am Sonntag“.

11.47 Uhr: Spahn: Schon fünf Millionen digitale Impfnachweise in Deutschland

Nach dem Andrang auf das digitale Corona-Impfzertifikat wird nach den Worten von Gesundheitsminister Jens Spahn bereits an diesem Dienstag die Marke von fünf Millionen Exemplaren geknackt. Diese Zahl nannte der CDU-Politiker am Rande eines Treffens mit seinen EU-Kollegen in Luxemburg, bei dem das europäische Zertifikat Thema sein sollte. „Gerade jetzt auch zu Beginn des Sommers, der Reisezeit, (ist es) für viele Bürgerinnen und Bürger sehr, sehr wichtig, dass wir eine Einheitlichkeit haben, dass ein digitaler Impfpass, der in Deutschland oder Spanien oder Finnland ausgestellt wird, eben auch dann in allen europäischen Ländern genutzt werden kann und gültig ist“, sagte Spahn.

Mit dem Zertifikat kann eine vollständige Corona-Impfung ebenso nachgewiesen werden wie eine durchgestandene Infektion oder ein frischer Test. Die digitale Bestätigung einer vollständigen Impfung ist in Deutschland seit Montag bei entsprechenden Papiernachweisen in Apotheken möglich. Wegen großen Interesses kam es vielerorts zu technischen Problemen und Überlastungen von Servern. Die Apotheken rieten den Menschen, sich nicht alle sofort einen digitalen Impfnachweis zu holen.

10.58 Uhr: 22,3 Millionen Menschen in Deutschland mit vollem Impfschutz

Immer mehr Menschen in Deutschland sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft. 22,3 Millionen Menschen haben den vollständigen Impfschutz, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag (Stand: 09.55 Uhr) hervorgeht. Das sind 26,8 Prozent der Gesamtbevölkerung. Knapp 40,5 Millionen Menschen (48,7 Prozent) haben mindestens eine Impfdosis erhalten. Am Montag wurden 590 529 Millionen Impfdosen verabreicht. 407 728 davon führten zur vollständigen Impfung.

Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen mit 54,0 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter. Auch das Saarland, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen haben die 50-Prozent-Marke geschafft, Mecklenburg-Vorpommern steht kurz davor. Schlusslicht bleibt Sachsen mit 43,5 Prozent. Das Saarland zählt mit 31,9 Prozent den höchsten Anteil an Einwohnern mit vollständigem Impfschutz. Hessen ist hier mit 24,5 Prozent am Ende der Rangliste.

Die Impfkampagne gegen den Erreger Sars-CoV-2 hat in Deutschland Ende vergangenen Jahres begonnen. Zunächst waren Menschen über 80, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und medizinisches Personal an der Reihe. Unter anderem werden auch chronisch Kranke mit erhöhtem Risiko für einen schweren und tödlichen Verlauf bevorzugt geimpft. Seit Montag vergangener Woche können sich Menschen unabhängig von der bisher gültigen Prioritätenliste um einen Termin bemühen.

9.52 Uhr: Länder wollen bundeseinheitliches Vorgehen bei Großveranstaltungen vorschlagen

Angesichts sinkender Corona-Inzidenzen streben die Länder offenbar ein bundeseinheitliches Vorgehen bei Großveranstaltungen an. In der kommenden Woche solle es einen Vorschlag für eine gemeinsame Regelung geben, kündigte die niedersächsische Staatskanzlei am Dienstag in Hannover an. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte sich bereits in der vergangenen Woche für einheitliche Corona-Regeln bei Großveranstaltungen ausgesprochen.

Oft gehe es um ähnliche Veranstaltungen im gleichen Format, etwa bei der Fußballbundesliga oder Konzerttourneen, erklärte der Ministerpräsident. Er forderte unter anderem klare Hygienekonzepte "insbesondere mit der Gewährleistung von Abstand". Dann könne man sich auch wieder an größere Veranstaltungsformate herantasten.

8.33 Uhr: Israel hebt Maskenpflicht bis auf wenige Ausnahmen auf

Israel hebt wegen der anhaltend niedrigen Zahl von Corona-Neuinfizierten die Maskenpflicht bis auf wenige Ausnahmen auf. Ab Dienstag müssen etwa nur noch ungeimpfte Besucher und Mitarbeiter in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen Masken tragen. Hintergrund ist das erhöhte Risiko der Patienten und Senioren, krank zu werden. Auch Personen, die sich auf dem Weg in ihre Quarantäne befinden, sowie Passagiere und Personal in Flugzeugen müssen weiter Masken tragen. Dies teilte das Gesundheitsministerium am Montagabend mit.

8.17 Uhr: Forscher für Ende der Maskenpflicht bei Outdoor-Großveranstaltungen

Eine Maskenpflicht im Freien ergibt aus Sicht des Aerosol-Forschers Gerhard Scheuch keinen Sinn mehr - auch nicht bei Großveranstaltungen wie Fußballspielen oder Open-Air-Konzerten. Im Außenbereich seien Übertragungen des Coronavirus schon immer fast unmöglich gewesen, „und das gilt angesichts der derzeitigen Inzidenzzahlen umso mehr“, sagte Scheuch der „Badischen Zeitung“ (Dienstag). Aktuelle Studien aus Großbritannien stützten diese Annahme.

Auch die Maskenpflicht in Innenräumen sei zu überdenken. Scheuch sprach sich für mehr Abwägung je nach den örtlichen Gegebenheiten aus: In Schulen, im Nahverkehr, in Konzertsälen, in Büros oder in Baumärkten und großen Supermärkten brauche es keine Maske mehr, wenn dort ausreichend gelüftet werden könne. 

Anders sei die Lage, wenn es in Innenräumen zu Gedränge komme und die Abstände nicht mehr eingehalten werden könnten. Dann könnten Menschen in Aerosolwolken anderer Menschen stehen - und eine Maske würde schützen. „Das hängt aber stark von den Inzidenzzahlen ab - hier sollte die Politik verbindliche Vorgaben machen, ab welcher Zahl man eine generelle Maskenpflicht aufrecht erhält und wann nicht“, sagte der Aerosol-Experte, der bis 2011 Präsident der International Society of Aerosols in Medicine war.

Die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie, Eva Grill, hält es vorerst für wichtig, zumindest drinnen weiterhin Maske zu tragen. „Masken sind ein einfacher und wirksamer Schutz, vor allem in Innenräumen“, so die Epidemiologin von der Ludwig-Maximilians-Universität in München. „Es geht hier auch um den Schutz vor ansteckenderen neuen Varianten des Virus.“

7.44 Uhr: Forscherin von Virus-Labor in Wuhan weist Theorie über Laborunfall zurück

Die renommierte Wissenschaftlerin vom Virus-Forschungslabor in Wuhan, Shi Zhengli, hat die Theorie eines Corona-Ausbruchs durch einen Laborunfall zurückgewiesen. „Wie um alles in der Welt kann ich Beweise für etwas vorlegen, für das es keine Beweise gibt?“ sagte die chinesische Forscherin der „New York Times“. Es sei ihr ein Rätsel, „wie die Welt so weit gekommen ist, einen unschuldigen Wissenschaftler ständig mit Dreck zu bewerfen“.

Schon früh nach Beginn der Pandemie war die Theorie aufgetaucht, das Corona-Virus könnte aus dem Labor in Wuhan entwichen sein, obwohl es dafür bisher keine Belege gibt. Der frühere US-Präsident Donald Trump und seine Anhänger bauschten dies zu einem Vorwurf gegen China auf, manche meinten sogar, das Virus sei womöglich absichtlich freigesetzt worden.

Trumps Nachfolger Joe Biden ordnete im Mai eine Untersuchung durch den US-Geheimdienst an. Die angekündigten Ermittlungen sowie Berichte, wonach drei Forscher des Instituts im Jahr 2019 nach dem Besuch einer Fledermaus-Höhle krank geworden seien, verschafften der Theorie neuen Aufwind.

7.10 Uhr: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 15,5

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen ist weiter gesunken und liegt nun bei 15,5 Fällen pro 100.000 Einwohner. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Dienstagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden innerhalb eines Tages 652 Neuinfektionen sowie 93 Todesfälle registriert. Am Dienstag vor einer Woche waren 1204 Neuinfektionen gezählt worden. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag vor einer Woche bei 23.

Das waren die Entwicklungen am Montag, 14. Juni:

22.58 Uhr: Großbritannien erlaubt trotz Variante 40 000 Zuschauer bei EM-Finale

Trotz der rapiden Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante erlaubt Großbritannien bei mehreren großen Sport-Events in den kommenden Wochen Zehntausende Zuschauer. So dürfen beim Finale der Fußball-EM am 11. Juli im Londoner Wembley-Stadion rund 40 000 Zuschauer dabei sein, wie Kultur- und Sportminister Oliver Dowden am Montag der Nachrichtenagentur PA zufolge mitteilte.

Auch die finalen Wimbledon-Matches am 10. und 11. Juli dürfen vor einem mit 15 000 Zuschauern voll besetzten Centre Court stattfinden. Vorherige Spiele der Turniere werden den Berichten zufolge noch bei halber Zuschauerkapazität stattfinden. Die Großevents sind Teil einer Testreihe der britischen Regierung, mit denen diese Erkenntnisse über die Sicherheit von Großveranstaltungen in Zeiten der Pandemie sammeln will.

21.50 Uhr: Studie: Zwei Impfstoffdosen verhindern bei Delta-Virusvariante schwere Verläufe

Mit einer vollständigen Corona-Impfung lassen sich laut einer britischen Studie auch bei der Delta-Variante des Coronavirus schwere Krankheitsverläufe vermeiden. Zwei Dosen des Wirkstoffs von Pfizer/Biontech verhinderten der am Montag vorgestellten Studie der Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) zufolge in 96 Prozent der Fälle eine stationäre Behandlung. Für das Vakzin von Astrazeneca lag die Quote bei 92 Prozent.

Die zuerst in Indien entdeckte Delta-Virusvariante breitete sich in England zuletzt stark aus und macht inzwischen mehr als 90 Prozent der Neuinfektionen aus. Die britische Regierung hat deshalb die geplante Aufhebung der letzten Corona-Beschränkungen in England um vier Wochen verschoben. 

21.09 Uhr: WHO: Coronavirus zirkuliert weltweit schneller als die Impfstoffe

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Zusagen der G7-Staaten für eine Verteilung von Corona-Impfstoffen an ärmere Länder als unzureichend kritisiert. Er befürworte die angekündigte Bereitstellung von einer Milliarde Impfdosen durch die G7, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag in Genf. „Das ist eine große Hilfe, aber wir brauchen mehr und wir brauchen sie schneller.“ Derzeit komme das Virus „schneller voran als die weltweite Verteilung der Impfstoffe“.

Die WHO hat als Ziel ausgegeben, dass bis zum G7-Gipfel in Deutschland im kommenden Jahr mindestens 70 Prozent der Weltbevölkerung gegen Corona geimpft sind. Dafür seien elf Milliarden Impfdosen nötig, sagte WHO-Chef Tedros. „Die G7 und die G20 können das möglich machen.“

20 Uhr: Boris Johnson verlängert Corona-Maßnahmen für weitere vier Wochen

Wegen der rapiden Ausbreitung der Delta-Variante müssen sich die Menschen in England für weitere Corona-Lockerungen noch länger gedulden. Der britische Premierminister Boris Johnson verlängerte die noch geltenden Corona-Maßnahmen bis zum 19. Juli, wie er bei einer Pressekonferenz in London erklärte. „Wir hatten eine sehr schwierige Entscheidung zu treffen“, so der Regierungschef. „Ich denke aber, es ist vernünftig, etwas länger zu warten.“

19 Uhr: Weniger als 100 Corona-Neuinfektionen im Südwesten

Erstmals seit Wochen hat die Zahl der täglich gemeldeten Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg die 100er-Marke unterschritten. Das Landesgesundheitsamt in Stuttgart meldete nur 98 neue bestätigte Fälle. Zum Vergleich: Vor einer Woche waren es noch 225. Allerdings sind die Zahlen zu Wochenbeginn immer etwas niedriger, weil am Wochenende weniger getestet wird und nicht alle Behörden Daten übermitteln.

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen im Südwesten seit Beginn der Pandemie stieg den Angaben zufolge somit auf 498.569. Inzwischen sind 10.096 Menschen an einer Infektion mit dem Coronavirus oder im Zusammenhang damit gestorben. Das waren 20 mehr als am Vortag.

18.31 Uhr: WHO: Corona-Fallzahl sinkt seit sieben Wochen, aber keine Entwarnung

Die globale wöchentliche Zahl an Covid-Fällen ist sieben Wochen in Folgen gefallen - der längste Rückgang seit Beginn der Pandemie. Dieser Trend verdecke jedoch die beunruhigende Zunahme von Krankheits- und Todesfällen in vielen einzelnen Ländern, warnte der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, in Genf.

Der Anstieg in Afrika sei besonders alarmierend, da diese Region weltweit am wenigsten Impfdosen, Tests und Sauerstoff für Patienten zur Verfügung habe, sagte Tedros. Er nannte keine konkreten globalen oder regionalen Zahlen. Die WHO legt ihre Corona-Wochenstatistik meist am Dienstag oder Mittwoch vor.

17.45 Uhr: Söder will Aufklärung über Impfung von Hotel-Mitarbeitern aus Italien

Nach der Corona-Impfung von italienischen Hotel-Mitarbeitern in Deutschland hat der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) Aufklärung verlangt. „Ich habe da große Bauschmerzen, wenn so was stattfindet“, sagte Söder in München. „Wir wollen keinen Impftourismus nach Deutschland.“ Hintergrund war eine Kurzreise von etwa 100 Hotel-Mitarbeitern im Mai von Sardinien nach Bayern.

Nach Medienberichten wurden die Beschäftigten einer Ferienanlage eingeflogen und am Münchner Flughafen gegen Covid-19 geimpft. Nach einem kurzen Aufenthalt flog die Gruppe wieder zurück. Ein Münchner Arzt bestätigte später, an der Impfaktion beteiligt gewesen zu sein.

16.33 Uhr: „Impftourismus“ aus Italien - Hotel: Bundesregierung nicht beteiligt

Im Fall der Corona-Impfungen für Mitarbeiter eines italienischen Ferien-Ressorts in München hat das Hotel eine Beteiligung der Bundesregierung dementiert. „Die deutsche Regierung hat die Impfungen unserer Angestellten nicht organisiert“, erklärte eine Sprecherin des Forte Village am Montag. Mehr als 100 Mitarbeiter der Ferienanlage auf Sardinien waren Medienberichten zufolge für eine Corona-Impfung nach Bayern gereist. Demnach wurden sie am Münchner Flughafen gegen Covid-19 immunisiert.

Ein Manager des Hotels hatte in Italiens öffentlich-rechtlichem TV-Sender Rai 3 den Tagestrip damit gerechtfertigt, dass es wichtig gewesen sei, dass die Ferienanlage bereit sei, um dort Gäste sicher zu empfangen. Das Hotel habe für diesen Service auch bezahlt. Für Aufregung sorgten dann die Aussagen eines Arztes, der die Impfungen mitverabreicht haben soll. 

16.05 Uhr: Robert Koch-Institut forscht wieder zu Corona in Kupferzell

Wissenschaftler des Robert Koch-Instituts (RKI) forschen erneut im ehemaligen Corona-Hotspot Kupferzell. Sie wollen unter anderem herausfinden, wie lange sich nach einer Sars-CoV-2-Infektion Antikörper nachweisen lassen, wie ein Sprecher des Instituts sagte. Auch das Blut von bereits Geimpften werde auf Antikörper untersucht.

Insgesamt 540 Menschen wurden nach Angaben des Sprechers zur Untersuchung eingeladen. Mehr als 400 hätten sich schon angemeldet. Bis zum 25. Juni werden sie nun in sogenannten Medibussen, einer Art mobiler Arztpraxis, untersucht. Dabei wird auch erfasst, welche Langzeitfolgen die Befragten nach einer Covid-19-Erkrankung bemerken. Zunächst hatte der SWR berichtet.

15.35 Uhr: Spahn sieht Zeitpunkt zum Ausstieg aus der Maskenpflicht gekommen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält die derzeitige Corona-Infektionslage für den richtigen Moment, um ein Ende der Maskenpflicht einzuleiten. Diese könne in einem ersten Schritt "draußen grundsätzlich entfallen", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Montag. Ähnlich äußerte sich SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. Vize-Regierungssprecherin Martina Fietz warnte vor zu schnellen Lockerungen.

Spahn empfahl ein stufenweises Vorgehen. In Regionen "mit sehr niedriger Inzidenz und einer hohen Impfquote" könne die Maskenpflicht "nach und nach" auch drinnen beendet werden. Das Tragen von Masken sei aber auch ohne Pflicht weiter zu empfehlen, etwa bei Reisen oder Treffen in Innenräumen.

14.59 Uhr: Regierung stockt Förderprogramm für Forschung an Corona-Arzneien deutlich auf

Das Förderprogramm der Bundesregierung für die Forschung an Medikamenten gegen das Coronavirus wird deutlich aufgestockt. Die Fördersumme von bislang bis zu 50 Millionen Euro wird um 40 Millionen Euro erhöht, damit weitere Vorhaben unterstützt werden können, wie das Bundesforschungsministerium am Montag mitteilte. Ziel sei es, dass "viele neu entwickelte und wirksame Arzneimittel gegen Covid-19 so schnell wie möglich bei den Patientinnen und Patienten zur Behandlung eingesetzt werden können", erklärte Ministerin Anja Karliczek (CDU).

14.07 Uhr: Baden-Württemberg plant Anpassung der Corona-Verordnung – auch teilweise Aufhebung der Maskenpflicht im Gespräch

Die aktuelle Corona-Verordnung des Landes soll bis voraussichtlich Ende der kommenden Woche überarbeitet und vereinfacht werden. Dies beinhalte auch Neuregelungen zur Maskenpflicht, sagte Sprecher Arne Braun aus dem Staatsministerium dem SÜDKURIER auf Anfrage. Möglich seinen demnach eine Trennung von Maskenpflicht drinnen und draußen und unter welchen Bedingungen diese noch notwendig sei.

Bestehen bleibe demnach in jedem Fall die Maskenpflicht in Innenräumen, im Freien könnte es demnach aber zu Lockerungen kommen. Derzeit würden Beratungsgespräche mit Experten geführt. Auch mit dem Kultusministerium und dem Verkehrsministerium stehe man im Austausch, konkrete Ansätze gebe es aber noch nicht, so der Sprecher weiter. Er betonte aber auch: „Die Maskenpflicht ist weiterhin sinnvoll.“ 

13.14 Uhr: Corona-Lockerungen in Island - Maske nur noch bei Sitzveranstaltungen

Die Menschen auf der Nordatlantik-Insel Island können sich auf weitere gelockerte Corona-Maßnahmen und eine weniger strikte Maskenpflicht einstellen. Ab Dienstag sind nach Angaben der Regierung in Reykjavik wieder Zusammenkünfte mit bis zu 300 Menschen erlaubt, Restaurants und Kneipen dürfen bis Mitternacht offen bleiben. Einen Mund-Nasen-Schutz müssen die Isländerinnen und Isländer dann nur noch bei Veranstaltungen tragen, bei denen sie sitzen, also zum Beispiel im Theater, bei Gottesdiensten und Sportveranstaltungen. Die Abstandsregel wird von zwei auf einen Meter verringert.

Island hat in den vergangenen zehn Tagen kaum noch Corona-Fälle verzeichnet, und die wenigen Neuinfektionen traten ausschließlich bei Menschen auf, die bereits in Quarantäne waren. Mehr als 200 000 Menschen haben auf der Insel mit ihren 360 000 Einwohnern mindestens eine Corona-Impfdosis erhalten, mehr als 100 000 auch schon ihre zweite.

12.22 Uhr: Bundesregierung mahnt zu Vorsicht beim Lockern der Maskenpflicht

In der Debatte um Lockerungen der Maskenpflicht angesichts sinkender Corona-Zahlen mahnt die Bundesregierung zur Vorsicht. Man sollte sie nicht zu schnell lockern, vor allem in Innenräumen, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Martina Fietz am Montag in Berlin. „Wir haben alle mehr davon, wenn wir uns noch ein wenig disziplinieren und vorsichtig sind.“ Es gelte im Blick zu behalten, dass es neue Virusvarianten gebe, die gefährlich werden könnten. Generell sei es zu begrüßen, dass die Neuinfektionen zurückgingen. Natürlich müssten „peu à peu“ dann auch Schutzmaßnahmen aufgehoben werden, machte Fietz deutlich.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag): „Bei den fallenden Inzidenzen sollten wir gestuft vorgehen: In einem ersten Schritt kann die Maskenpflicht draußen grundsätzlich entfallen.“ Dies beziehe sich bereits „auf den aktuellen Zustand“ der Pandemie, erläuterte ein Ministeriumssprecher auf Nachfrage. Für Open-Air-Konzerte und andere Zusammenkünfte müssten Hygienekonzepte gelten, die regional festgelegt würden.

11.15 Uhr: Impfnachweis: Online-Portal für Apothekensuche überlastet

Die Online-Suche nach Apotheken, die den digitalen Impfnachweis ausstellen, war am Montagvormittag phasenweise nicht erreichbar. Das liege am großen Andrang auf „mein-apothekenmanager.de“, sagte ein Sprecher der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA). Es werde sich aber kurzfristig einpendeln. Grundsätzlich sei das System erfolgreich gestartet. „Bereits in den ersten Morgenstunden wurden etliche tausend Zertifikate ausgestellt“, so der Sprecher.

Seit Montag können sich alle Menschen mit vollständigem Impfschutz ihren digitalen Impfnachweis in Apotheken abholen. Laut ABDA sind bereits mehr als 13 000 der insgesamt knapp 19 000 Apotheken in Deutschland dafür gelistet.

11.01 Uhr: Apothekerverband bittet um Geduld bei Ausstellung des digitalen Impfnachweises

Zum Start der Ausstellung von digitalen Corona-Impfausweisen in den Apotheken bittet Verbandschef Thomas Dittrich die Bürgerinnen und Bürger um etwas Geduld. "Die Apotheken müssen sich an diesen neuen Ablauf gewöhnen, die müssen diese Sachen umsetzen", sagte der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbands, Thomas Dittrich, am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". "Insofern ist es wirklich hilfreich, wenn nicht alle sofort heute oder morgen kommen, sondern über die Zeit verteilt."

"Es werden alle, die einen digitalen Impfnachweis haben wollen, diesen auch bekommen", versicherte Dittrich zugleich. Die Apotheken hätten zwar "relativ wenig Zeit" für die Umsetzung gehabt, "wir haben es aber geschafft". Am Sonntagabend seien noch letzte Tests vorgenommen worden - "das Ganze funktioniert".

Wer vollständig gegen Corona geimpft wurde, kann mit seinem gelben Impfausweis oder mit einer Bescheinigung des Impfarztes in die Apotheke kommen. Wichtig ist, auch den Personalausweis oder Reisepass dabei zu haben. Die Apotheke kann dann ein digitales Impfzertifikat erstellen, das die Kunden später - etwa bei einer Reise - in Form eines QR-Codes auf dem Smartphone mithilfe einer App vorzeigen können.

10.18 Uhr: Johnson will wohl Aufhebung der letzten Corona-Restriktionen verschieben

Der britische Regierungschef Boris Johnson will Medienberichten zufolge die eigentlich für kommende Woche geplante Aufhebung der letzten Corona-Restriktionen verschieben. Grund dafür sei die zunehmende Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus im Königreich, berichteten am Montag die BBC und andere Medien. In Großbritannien steigt die Zahl der Neuinfektionen nach einem monatelangen Sinken inzwischen wieder an, zuletzt wurden täglich mehr als 7000 neue Ansteckungen registriert. 

09.18 Uhr: Fast halbe Bevölkerung mindestens einmal gegen Corona geimpft

Im sechsten Monat nach dem Start der Corona-Impfkampagne in Deutschland hat beinahe die Hälfte der Bevölkerung mindestens eine erste Dosis erhalten. Die Quote der erstgeimpften Bürgerinnen und Bürger lag nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Sonntag bei 48,1 Prozent, 25,7 Prozent haben bereits den vollen Schutz.

Das bedeutet auch: Viele Millionen Menschen sind noch ungeschützt oder erst teilgeschützt. Eine einmalige Impfung biete noch nicht genügend Schutz vor einer Infektion, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler Anfang Juni. Anders ist das nur beim Janssen-Impfstoff, der bereits nach einer Dosis vollen Schutz bietet. Um weitgehend auf Maßnahmen verzichten zu können, brauchten mehr als 80 Prozent der Bevölkerung einen Immunschutz - entweder durch vollständige Impfung oder durchgemachte Infektion plus Impfung. Sollte man künftig einer noch ansteckenderen Virusvariante die Stirn bieten müssen, wäre wohl ein noch höherer Anteil nötig.

8.32 Uhr: Spahn spricht sich für stufenweises Ende der Maskenpflicht aus

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich für ein Ende der Maskenpflicht ausgesprochen. "Bei den fallenden Inzidenzen sollten wir gestuft vorgehen: in einem ersten Schritt kann die Maskenpflicht draußen grundsätzlich entfallen", sagte Spahn den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montagsausgaben). "In Regionen mit sehr niedriger Inzidenz und einer hohen Impfquote nach und nach auch drinnen."

Das Tragen von Masken sei aber auch ohne Pflicht weiter zu empfehlen, etwa bei Reisen oder Treffen in Innenräumen, betonte Spahn. Mehr Sicherheit gebe es nur, wenn alle Anwesenden geimpft oder regelmäßig getestet seien.

7.28 Uhr: RKI registriert 549 Neuinfektionen – bundesweite Inzidenz bei 16,6

Erstmals seit mehr als acht Monaten haben die Gesundheitsämter in Deutschland weniger als 1000 Neuinfektionen binnen eines Tages an das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet. So registrierte das RKI 549 neue Fälle, wie aus Zahlen vom Montagmorgen hervorgeht. Sie geben den Stand des RKI-Dashboards von 05.01 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Zuletzt war die Zahl der Neuinfektionen pro Tag am 21. September mit 922 dreistellig.

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 10 neue Todesfälle verzeichnet. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.715.518 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3.580.600 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 89 844 angegeben.

Das waren die Entwicklungen am Sonntag, 13. Juni:

22.00 Uhr: Corona-Lage verbessert sich weiter - Inzidenz bei 23,9

Das Corona-Infektionsgeschehen hat sich im Südwesten weiter entspannt. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz sank am Sonntag in Baden-Württemberg: Bei 23,9 Personen je 100 000 Einwohner wurde nach Angaben des Landesgesundheitsamts in Stuttgart in den vergangenen sieben Tagen eine Infektion festgestellt (Stand Sonntag: 16.00 Uhr). Am Vortag hatte der landesweite Wert noch 25,5 betragen, vor einer Woche lag er bei 29,4.

42 der 44 Regionen im Südwesten liegen unter der 50er-Marke, die Stadt Karlsruhe sogar nur bei 7,0. Am höchsten ist die Sieben-Tage-Inzidenz hingegen mit 64,8 in der Stadt Heilbronn.

Damit lag der Wert in der Stadt den dritten Tag in Folge über der 50er-Marke. Ab Dienstag treten dort automatisch strengere Regelungen der Corona-Landesverordnung in Kraft, wie es in einer Mitteilung hieß. Es gelten etwa wieder mehr Einschränkungen bei privaten Treffen und Veranstaltungen.

21.16 Uhr: Südafrika fordert Einhaltung von G7-Impfstoffzusagen

Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa hat die G7-Staaten aufgefordert, ihr Versprechen einzuhalten, ärmeren Ländern verstärkt bei der Finanzierung von Corona-Impfstoffen zu helfen. „Wir müssen die beträchtliche Finanzierungslücke für Tests, Behandlungen, kritische Versorgung wie Sauerstoff und die Gesundheitssysteme schließen“, sagte Ramaphosa, der auch der Afrikanischen Union vorsitzt, während des Spitzentreffens in Carbis Bay im englischen Cornwall. Die Finanzierungslücke von 16,8 Milliarden US-Dollar (13,87 Milliarden Euro) des Programms ACT Accelerator der Weltgesundheitsorganisation (WHO), das Corona-Impfstoffe, Diagnostika und Tests fördert, müsse schnellstens geschlossen werden, teilte die südafrikanische Regierung in einer Mitteilung am Sonntag mit. 

Seit Februar wurden durch das Programm mehr als 69 Millionen Dosen Impfpräparate an bedürftige Länder verteilt. Die G7-Länder produzieren momentan gemeinsam mehr als die Hälfte aller weltweiten Corona-Impfstoffe. Der Gipfel im englischen Cornwall endete am Sonntag mit einer Zusage von mindestens einer Milliarde Impfdosen im Kampf gegen die Corona-Pandemie bis Juni 2022, die von vielen Experten als zu vage und unzureichend erachtet wird.

20.51 Uhr: Wann kommt das Leben in die Clubszene zurück? Erste Tests laufen.

Ausgestattet mit Tracker und Maske haben am Sonntagnachmittag im Berliner Club „Revier Südost“ Dutzende Menschen zusammen zu Techno-Beats gefeiert. Der Probelauf war Teil des Pilotprojekts „Open Air“, mit dem getestet werden soll, wie in der Corona-Pandemie sicher unter freiem Himmel getanzt werden kann. „Das läuft bisher ganz gut“, sagte eine Sprecherin des Clubs am Sonntag während des Ausprobierens. Das Masketragen auf der Tanzfläche werde akzeptiert. In anderen Bereichen des Clubs dürfe der Mund-Nasen-Schutz aber auch abgenommen werden.

Das Pilotprojekt fand in der neuen Location des Technoclubs Griessmühle im Ortsteil Niederschöneweide statt. Es ist das zweite Club-Pilotprojekt in diesem Jahr. Es wird zusammen mit der Alice Salomon Hochschule, der Beuth Hochschule für Technik und der Clubcommission organisiert. 300 freiwillige Tänzer konnten per Losverfahren mitmachen. Alle, die mittanzen wollten, mussten entweder getestet, geimpft oder genesen sein. Zehn Tage nach der Party sollen alle noch einmal getestet werden, sagte die Clubsprecherin.

20.20 Uhr: Britische Regierung verkündet weiteren Fahrplan für Corona-Regeln

Der britische Premier Boris Johnson will am Montag seinen weiteren Fahrplan für die Corona-Maßnahmen bekanntgeben. Mit Spannung wird erwartet, ob am 21. Juni wie zunächst geplant alle noch geltenden Corona-Beschränkungen in England aufgehoben werden. Wegen der Ausbreitung der zunächst in Indien entdeckten Delta-Variante des Virus gilt es zunehmend als unwahrscheinlich, dass der „Tag der Freiheit“ am angepeilten Datum stattfinden wird. Durch die letzte geplante Lockerungsstufe könnten etwa Nachtclubs wieder öffnen und Theater wieder ihre Säle voll besetzen. Gastronomie und Geschäfte haben in England bereits seit Wochen wieder auf.

Die Regierung soll Berichten zufolge erwägen, die Lockerungen um einige Wochen zu verschieben, damit bis dahin ein noch größerer Teil der Bevölkerung vollständig geimpft ist. Bislang gilt das für rund 55 Prozent der erwachsenen Briten. Bei der Delta-Variante gilt die zweite Dosis als noch entscheidender für einen wirksamen Schutz. Nach nur einer Impfdosis fällt die Schutzwirkung der Impfstoffe ersten Erkenntnissen zufolge deutlich geringer aus. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg in Großbritannien zuletzt wieder auf über 50, nachdem sie wochenlang sehr niedrig war. Die Delta-Variante macht mittlerweile die große Mehrheit der Fälle aus. Wissenschaftler warnen trotz der hohen Impfquote vor einer massiven dritten Corona-Welle

19.51 Uhr: Schweinfurt mit höchster Inzidenz - Lindau folgt

Schweinfurt und der Landkreis Lindau haben in Deutschland laut Robert Koch-Institut (RKI) derzeit die höchste Corona-Inzidenz. Am Sonntag führte die Stadt Schweinfurt mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 86 Infektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Lindau folgte mit 73. In Schweinfurt gingen die Corona-Infektionen auf Ausbrüche in zwei Großfamilien zurück, teilte die Stadt mit. Die Familien stünden nicht miteinander im Zusammenhang, auch habe es vorher keine großen Feierlichkeiten gegeben. Die Familien seien sehr kooperativ und in Quarantäne.

Auch Lindau am Bodensee hatte mitgeteilt, dass es kein „diffuses“ Infektionsgeschehen gebe. „Es beschränkt sich auf wenige bekannte Ausbruchsherde in Familienverbänden und (sieben) Asylbewerberunterkünfte“, hatte es in einer Mitteilung geheißen. Auch an Schulen habe es Infektionen gegeben - „hierbei handelt es sich aber um Einzelfälle, die frühzeitig isoliert werden konnten“. Somit gebe es quasi „kaum ein Ausbruchsgeschehen“ an Schulen.

19.06 Uhr: „Ballermann-Situation“ vermeiden: Bayern bereitet sich auf Sommer vor

Egal ob München, Nürnberg oder Würzburg und Bamberg: Die Polizei gerät immer wieder mit Feiernden aneinander, die das gute Wetter für Partys draußen nutzen. Die Städte rüsten sich mit der Polizei für einen Partysommer 2021. Viele Städte setzen vor allem darauf, dass sich das Treiben nicht mehr auf wenige Plätze konzentriert, weil nun auch Biergärten und Restaurants wieder offen sind. Aber an so manchen Feiermeilen der Innenstädte sind weiter Alkoholverbote in Kraft - oder zumindest im Gespräch.

Doch oft hilft auch das nicht. „Solange die Clubs und Diskotheken geschlossen sind, wird der Druck auf den öffentlichen Raum gerade bei gutem Wetter steigen“, warnte der Nürnberger Stadtrechtsdirektor Olaf Kuch. An Problempunkten könne mit einem Alkoholverbot außerhalb der Gastronomie reagiert werden.

18.23 Uhr: Johnson lehnt Patentaufhebung bei Corona-Impfstoffen ab

Der britische Premierminister Boris Johnson lehnt eine Aufhebung von Patenten für die Herstellung von Corona-Impfstoffen weiterhin ab. Zentral sei, weltweit Produktionsstätten aufzubauen, vor allem in Afrika, sagte Johnson zum Abschluss des G7-Gipfels im südwestenglischen Cornwall. Auch Know-how müsse geteilt werden. Aber zugleich müssten Anreize für Innovationen geschützt werden, mahnte Johnson. Der richtige Weg sei es, Impfstoffe zum Selbstkostenpreis zu verteilen, wie es der britisch-schwedische Konzern Astrazeneca tut.

Johnson lobte, das Vakzin, das Astrazeneca gemeinsam mit der Universität Oxford entwickelt hat, sei „der beliebteste Impfstoff der Welt“. Mehr als eine Milliarde Menschen seien geschützt wegen der Entwicklung des Impfmittels, das von der britischen Regierung finanziert worden sei. Dies sei „ein Akt der Großzügigkeit von Astrazeneca“.

17.51 Uhr: Ausgabe digitaler Impfausweise beginnt

Apotheken in Deutschland beginnen am Montag schrittweise mit dem Ausstellen digitaler Corona-Impfnachweise. Menschen, die bereits vollständig gegen das Coronavirus geimpft sind, können sich dort nachträglich eine Bescheinigung mit dem für den digitalen Impfpass nötigen QR-Code abholen. Die Apothekerverbände wiesen allerdings darauf hin, dass die Zahl der teilnehmenden Apotheken in den ersten Tagen aus technischen und organisatorischen Gründen noch begrenzt sei und baten um Geduld. Die Website mein-apothekenmanager.de soll ab Montag anzeigen, welche Apotheke vor Ort den digitalen Impfpass anbietet.

Der digitale Nachweis ist eine freiwillige Ergänzung des weiter gültigen gelben Impfheftes aus Papier. Der Code aus schwarzen und weißen Quadraten wird künftig in der Regel mit dem zweiten Impfgang im Impfzentrum oder beim Arzt ausgehändigt und kann dann mit einer von mehreren kostenlosen Handy-Apps eingescannt werden. Ob, ab wann und wie neben Apotheken auch Impfzentren oder Ärzte auch Nachweise für die bereits vor der Einführung vollständig geimpften rund 20 Millionen Menschen ausstellen, hängt vom jeweiligen Bundesland ab.

17.11 Uhr: Reisen wieder an mehr Orte möglich - trotzdem im Zeichen der Pandemie

Einige Tage vor Beginn der Sommerferien in den ersten Bundesländern haben Reisende wieder mehr Möglichkeiten bei der Wahl ihres Urlaubsziels. In den nächsten Wochen stehen laut Luftverkehrswirtschaft wieder deutlich mehr Orte als noch im vergangenen Sommer auf dem Plan. Dazu passt, dass viele beliebte Reiseziele seit Sonntag nicht mehr als Corona-Risikogebiete zählen - etwa ganz Österreich sowie Teile Griechenlands, Kroatiens und der Schweiz.

Auch die Inseln Madeira in Portugal und Zypern sowie zwölf weitere Länder auf dem Balkan, in Osteuropa, Asien und Nordamerika gelten nach sinkenden Corona-Infektionszahlen nicht mehr als Risikogebiete, darunter die USA und Kanada. Wer aus einem dieser Gebiete auf dem Landweg nach Deutschland kommt, muss künftig keinerlei Einreisebeschränkungen wegen Corona mehr beachten. Flugpassagiere müssen noch einen negativen Test vorweisen. Ganz entfallen Reisehürden dadurch aber nicht: Regeln anderer Staaten für die Einreise aus Deutschland bleiben davon unberührt.

16.48 Uhr: Debatte über Ende der Maskenpflicht in Grundschulen

Die Forderungen nach einem Ende der Maskenpflicht für Grundschüler bei niedrigen Coronazahlen mehren sich. Der Landkreis Rhön-Grabfeld in Unterfranken beantragte ab Montag ein Ende der Maskenpflicht für Grundschüler am Platz und auf dem Außengelände. Jedoch habe die Regierung von Unterfranken dies nicht genehmigt, teilte der Landkreis am Samstag mit. Damit gelte die Maskenpflicht ab Montag doch weiter, sagte eine Sprecherin.

Grund für die Forderung von Landrat Thomas Habermann (CSU) für die Aufhebung: der stabile, niedrige Inzidenzwert des Landkreises und die regelmäßigen Coronatests von Schülern. Steigende Temperaturen würden die Kinder mit Maske außerdem belasten, hieß es. Der Inzidenzwert im Landkreis lag am Samstag laut Robert Koch-Institut bei 8,8.

16.17 Uhr: Johnson: G7 unterstützt ärmere Länder mit einer Milliarde Impfdosen

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie stellt die G7-Gruppe ärmeren Ländern mindestens eine Milliarde Dosen Impfstoff zur Verfügung. Dies geschehe sowohl über Spenden als auch über Zahlungen an das Impfprogramm Covax, sagte der britische Premierminister Boris Johnson am Sonntag nach dem Abschluss des Treffens in Carbis Bay. Wie sich die Zahl genau zusammensetzt, sagte Johnson zunächst nicht. Er hatte zuvor angekündigt, dass Großbritannien 100 Millionen Dosen spendet, die aus dem eigenen Überschuss stammen.

15.43 Uhr: G7-Staaten fordern vertiefte WHO-Untersuchung zu Corona-Ursprung in China

Die G7-Staaten fordern eine vertiefte Untersuchung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum Ursprung der Corona-Pandemie. In der Abschlusserklärung ihres Gipfeltreffen in Carbis Bay mahnten die Staats- und Regierungschefs am Sonntag eine „transparente“ und „von Experten geleitete“ Studie an. Dazu seien auch weitere Untersuchungen in China nötig.

Schon bald nach Beginn der Pandemie war darüber spekuliert worden, dass das neuartige Coronavirus bei einem Unfall aus dem Institut für Virologie in Wuhan entwichen sein könnte. Die chinesische Regierung hat das stets energisch bestritten. Ein Team internationaler Experten im Auftrag der WHO hatte die Labor-Theorie im März als „extrem unwahrscheinlich“ eingestuft. Es sei vielmehr „wahrscheinlich bis sehr wahrscheinlich“, dass das Virus Sars-CoV-2 von einer Fledermaus über ein Zwischenwirt-Tier auf den Menschen übergegangen sei.

An dem Bericht wurden aber schnell Zweifel laut. Zahlreiche Staaten äußerten ihre Besorgnis darüber, dass den internationalen Experten bei ihrer Untersuchung in China der Zugang zu Daten verwehrt worden sei.

15.13 Uhr: Lambrecht fordert Überprüfung der Maskenpflicht

Angesichts sinkender Corona-Inzidenzzahlen fordert Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) die Bundesländer auf, die Notwendigkeit der Maskenpflicht zu überprüfen. „Die Verantwortlichen in den Ländern müssen laufend genau prüfen, ob und wo eine Maskenpflicht noch verhältnismäßig ist, wenn die Inzidenzzahlen niedrig sind und weiter sinken“, sagte Lambrecht der „Bild am Sonntag“. „Das gilt auch für die Schulen, denn Schülerinnen und Schüler sind von der Maskenpflicht besonders betroffen.“

Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP) forderte ein Ende der Maskenpflicht. „Bei einer klaren Inzidenz unter 35 darf der Staat gar keine Grundrechte pauschal für alle Bürger einschränken“, sagte er der Zeitung. Vorschriften zum Maskentragen müssten daher bei strenger Auslegung des Infektionsschutzgesetzes aufgehoben werden, erst recht draußen. „Die Landesregierungen müssen jetzt zügig ihre Verordnungen ändern, sonst werden sie bald von den Verwaltungsgerichten gezwungen.“

14 Uhr: Rund 20 Millionen Masken beim Land wohl nicht nutzbar

Fast 20 Millionen Masken in den Beständen des Landes Baden-Württemberg sind einem Zeitungsbericht zufolge derzeit nicht nutzbar, weil sie nicht ganz den Normen entsprechen. „Insgesamt sind 15,2 Millionen Masken aus Landesbeschaffungen aus den Jahren 2020 und 2021 im Lager gesperrt“, teilte das Sozialministerium den „Stuttgarter Nachrichten“ (Montag) mit.

Hinzu kämen rund 4,6 Millionen vom Bund gelieferte mangelhafte Masken. „Trotz sorgfältiger Auswahl der Lieferanten und der Vorgabe einer Herstellung in Deutschland waren zum Teil Masken nicht normentsprechend“, hieß es. Bis Ansprüche auf Schadenersatz mit den Herstellern geklärt seien, blieben die Masken zur Beweissicherung im Lager. Mit dem Bund stehe das Land ebenfalls in Verhandlung über eine Kostenerstattung.

Dass das Land mangelhafte Masken bekommen hatte, ist bekannt. Bislang war aber von geringeren Mengen die Rede. Inzwischen lässt das Land selbst beschaffte FFP2-Masken von der Prüforganisation Dekra checken.

11.40 Uhr: Österreich erleichtert die Einreise. Was sich im Grenzgebiet sonst ändert

Seit Donnerstag ist es für Deutsche wieder möglich, ohne das Einreiseformular – die sogenannte „Pre-Travel-Clearance“ – nach Österreich ein- und wieder auszureisen. Außerdem wird Österreich von der Liste der Risikogebiete gestrichen, seit dem heutigen Sonntag, 13. Juni bestehen damit keine Einreisebeschränkungen mehr bei der Rückkehr nach Deutschland. Und auch im Land gibt es weitere Lockerungen. 

10.05 Uhr: Baden-Württemberg bekommt kurzfristig mehr Impfstoff

Das Land Baden-Württemberg bekommt kurzfristig mehr Impfstoff. Das Gesundheitsministeriums bestätigte einen Bericht der „Stuttgarter Nachrichten“. Amtschef Uwe Lahl sagte auf Anfrage: „Wir freuen uns sehr über diese Ankündigung der Bundesregierung - unser Einsatz in Berlin für eine entsprechende Kompensation hat sich ausgezahlt.“ Der Südwesten könne jede Impfdose mehr gut gebrauchen und sofort verwenden.

Da Ärzte in Bayern und Baden-Württemberg in den beiden Wochen nach Pfingsten weniger Impfstoff des Herstellers Biontech bestellt hätten, als nach dem Bevölkerungsschlüssel möglich gewesen wäre, bekommen beide Länder nun in der Woche ab dem 28. Juni einen Ausgleich, berichtete die Zeitung. In Baden-Württemberg gehe es um 52.600 zusätzliche Dosen.

Lahl sagte weiter, man werde die zusätzlich geliefert Impfdosen dazu verwenden, um in den Landkreisen mit vergleichsweise niedriger Impfquote die Impfquote in Richtung Landesschnitt zu heben.

8.53 Uhr: Gesundheitsminister beraten über Zukunft der Corona-Impfzentren

Seit Monaten kämpfen die Gesundheitsminister gegen die Folgen der Pandemie. Auch bei ihrer Juni-Konferenz gibt es im Grunde nur ein Thema. Und viele Fragen, die dringend einer Antwort bedürfen.
Aus Furcht vor einer vierten Corona-Welle sollen die deutschen Impfzentren auch über den 30. September hinaus betrieben werden. Im Auftrag der Ministerpräsidentenkonferenz müssen daher die Gesundheitsminister von Bund und Ländern bei ihrer Konferenz am kommenden Mittwoch (16. Juni) einen Kompromiss finden, wie die Einrichtungen aufrechterhalten und finanziert werden sollen.

Wegen der Pandemie findet die Gesundheitsministerkonferenz nur per Videoschalte statt. Der GMK-Vorsitzende und bayerische Ressortchef Klaus Holetschek (CSU) wird aber Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) in der Münchner Residenz empfangen. Nach Bayern wird 2022 Sachsen-Anhalt den Vorsitz übernehmen.

08.08 Uhr: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 17,3

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen ist weiter gesunken und liegt nun bei 17,3 Fällen pro 100.000 Einwohner. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Sonntagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter meldete, wurden innerhalb eines Tages 1489 Neuinfektionen sowie 18 Todesfälle in Verbindung mit dem Virus registriert. 

Am vergangenen Sonntag waren 2440 Neuinfektionen gezählt worden. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag vor einer Woche bei 24,7. Der Wert ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen. Sie gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an. 

Die Zahl der Neuinfektionen liegt in der Regel am Wochenende und am Montag niedriger als im Wochendurchschnitt, weil an den Wochenenden weniger getestet wird und weniger Testergebnisse übermittelt werden.

Das waren die Entwicklungen am Samstag, 12. Juni:

22 Uhr: RKI registriert 1911 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 18,3

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1911 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Samstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.01 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 2294 Corona-Neuinfektionen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Samstagmorgen mit bundesweit 18,3 an (Vortag: 18,6; Vorwoche: 26,3).

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Samstagabend bei 0,85 (Vortag: 0,83). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 85 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

20.40 Uhr: WHO-Chef: Bis nächstes Jahr 70 Prozent der Weltbevölkerung impfen

Der Chef der Weltgesundheitsorganisation WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, will mit Hilfe der G7-Staaten innerhalb eines Jahres mindestens 70 Prozent der Weltbevölkerung zu einer Corona-Impfung verhelfen. Dieses Ziel solle bis zum nächsten G7-Gipfel in Deutschland 2022 erreicht werden, sagte der WHO-Chef beim Treffen der führenden westlichen Wirtschaftsmächte im englischen Cornwall bei einer virtuellen Pressekonferenz am Samstag. Dazu seien jedoch weit größere Anstrengungen notwendig als bislang geplant. Er sei aber überzeugt, dass dieses Ziel erreichbar sei, so Tedros weiter. Die Produktionskapazitäten könnten bis dahin entsprechend erhöht werden.

Die G7-Staaten zu denen die USA, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Japan und Kanada gehören, hatten sich bei der Konferenz zum Ziel gesetzt, bis zum nächsten Jahr mindestens eine Milliarde Impfstoffdosen zu spenden. Nach Angaben der WHO sind jedoch elf Milliarden notwendig. Die Zahl müsse jedoch nicht vollständig durch Spenden erreicht werden, sagte Tedros. Nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel will die G7-Gruppe die Verteilung von 2,3 Milliarden Impfdosen ermöglichen. Ob es sich dabei nur um Spenden oder auch um Exporte oder die Finanzierung der internationalen Impfinitiative Covax handelt, blieb zunächst unklar. Ein finaler Beschluss lag am Samstagabend noch nicht vor.

Von den reichen Ländern forderte der WHO-Generaldirektor mehr Solidarität. Dazu gehörten auch Technologietransfer und die Aussetzung von Impfstoff-Patenten. „Wir laufen das Rennen unseres Lebens, aber das ist kein faires Rennen und die meisten Länder haben kaum die Startlinie überschritten“, sagte der WHO-Chef. Er forderte einen internationalen Vertrag, um die notwendige Zusammenarbeit in einer Krise wie der Corona-Pandemie festzulegen.

19.10 Uhr: Ein Viertel der Bevölkerung vollständig gegen Corona geimpft

Ein Viertel der Bevölkerung in Baden-Württemberg ist vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das sind 2 774 800 Menschen, also 25 Prozent, wie das Robert Koch-Institut am Samstag (Stand 10.10 Uhr) mitteilte. Beim Impfstoff von Johnson & Johnson reicht eine Dosis. Bei allen anderen Vakzinen sind zwei Spritzen nötig. Damit liegt das Land leicht unter dem Bundesdurchschnitt von 25,7 Prozent. 5 227 494 Menschen im Südwesten haben mittlerweile eine Impfung gegen das Virus gespritzt bekommen, das sind 47,1 Prozent der Bevölkerung (Bund: 48,1).

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg ist unterdessen wieder gesunken: Bei 25,5 Personen je 100 000 Einwohner wurde nach Angaben des Landesgesundheitsamts in Stuttgart in den vergangenen Tagen eine Infektion festgestellt (Stand Samstag: 16.00 Uhr). Am Vortag hatte der landesweite Wert noch 26,2 betragen.

40 der 44 Regionen im Südwesten liegen unter der 50er-Marke, der Landkreis Baden-Baden sogar nur bei 7,2. Am höchsten ist die Sieben-Tage-Inzidenz hingegen mit 58,5 in der Stadt Heilbronn.

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen im Südwesten seit Beginn der Pandemie stieg den Angaben zufolge um 331 auf 498 363. Inzwischen sind 10 074 Menschen an einer Infektion mit dem Coronavirus oder im Zusammenhang damit gestorben. Das waren zwei mehr als am Vortag. Als genesen gelten geschätzt 479 964 Infizierte (plus 711).

Seit Ende Dezember wurden dem Landesgesundheitsamt 138 011 Fälle mit Hinweisen auf „besorgniserregende Varianten“ übermittelt. Als solche gelten Viren mit Mutationen, die ein höheres Ansteckungsrisiko haben, wie sie beispielsweise in Großbritannien (B.1.1.7/Alpha) und Südafrika (B.1.351/Beta) entdeckt worden waren. Mit einem Anteil von 97,3 Prozent in den vergangenen zwei Wochen dominiert der Typ Alpha.

13,6 Prozent der 2361 betreibbaren Intensivbetten sind der Mitteilung nach im Moment frei. Dieser Wert ist wichtig, um die Auslastung des Gesundheitssystems beurteilen zu können. Solche Betten werden aber nicht nur für Covid-19-Patienten mit schweren Verläufen gebraucht, sondern ebenso für Menschen mit anderen gravierenden Erkrankungen.

17.34 Uhr: Johnson zweifelt an kompletter Lockerung zum 21. Juni

Der britische Premierminister Boris Johnson hat Zweifel an der für den 21. Juni geplanten Aufhebung aller restlichen Corona-Beschränkungen in England erkennen lassen. Auf die Frage, ob er nun weniger optimistisch sei als noch Ende Mai, sagte Johnson am Samstag dem Sender Sky News: „Ja, das ist sicherlich angemessen.“ Die Ausbreitung der zunächst in Indien entdeckten Delta-Variante des Virus sei sehr beunruhigend. Diese Variante werde leichter übertragen. Es stimme auch, dass Fallzahlen und Zahl der Krankenhausaufenthalte stiegen. Inwieweit sich das auf die Zahl der Todesopfer auswirke, lasse sich noch nicht sagen.

Johnson will am Montag bekanntgeben, wie sein weiterer Fahrplan aussieht. Eigentlich sollen die letzten Beschränkungen in England am 21. Juni aufgehoben werden. Dann könnten zum Beispiel auch Nachtclubs wieder öffnen und Theater ihre Säle wieder voll besetzen. Gastronomie und Geschäfte haben bereits seit Wochen wieder auf. Nach Angaben der Nachrichtenagentur PA wird damit gerechnet, dass Johnson einen Aufschub um bis zu vier Wochen verkünden wird.

Die anderen Landesteile Schottland, Wales und Nordirland entscheiden eigenständig über ihre Corona-Maßnahmen. Sie unterscheiden sich allerdings nur im Detail. Teils wurden geplante Lockerungen wegen der Ausbreitung der Delta-Variante bereits verschoben.

16.25 Uhr: Lindau mit höchster Inzidenz - Infektionen in Flüchtlingsheimen

Der Landkreis Lindau bereitet Sorgen: Laut Robert Koch-Institut (RKI) war er deutschlandweit der Ort mit der höchsten Sieben-Tage-Inzidenz. Am Samstag lag der Wert bei 75,6 Fällen pro 100 000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen.

Der Landkreis am Bodensee hatte mitgeteilt, dass es kein „diffuses“ Infektionsgeschehen gebe. „Es beschränkt sich auf wenige bekannte Ausbruchsherde in Familienverbänden und (sieben) Asylbewerberunterkünfte“, hieß es am Freitag in einer Mitteilung. Auch an Schulen habe es Infektionen gegeben - „hierbei handelt es sich aber um Einzelfälle, die frühzeitig isoliert werden konnten“. Somit gebe es quasi „kaum ein Ausbruchsgeschehen“ an Schulen. Auch der zweite deutschlandweite „Hotspot“ liegt mit der Stadt Schweinfurt derzeit in Bayern.

14.56 Uhr: Millionen Impfdosen von Johnson & Johnson müssen nach Panne vernichtet werden

Eine größere Produktionspanne in einem US-Werk des Corona-Impfstoff-Herstellers Johnson & Johnson hat Millionen von Impfdosen gegen das Coronavirus unbrauchbar gemacht: Mehrere Chargen im Umfang von jeweils mehreren Millionen Dosen müssen wegen einer möglichen Kontamination vernichtet werden, teilte die Arzneimittelbehörde FDA am Freitag mit. Weder die FDA noch der Hersteller nannten eine genaue Zahl. Die „New York Times“ berichtete unter Berufung auf informierte Kreise, dass 60 Millionen Impfdosen betroffen seien. Kanada kündigte einen Ausliefer-Stop für 300.000 betroffene Impfdosen und eine Inspektion des Werks an.

Die Firma Emergent BioSolutions, die in einem Werk in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland das Corona-Vakzin für J&J herstellt, hatte die Produktion im April auf Anordnung der FDA eingestellt, nachdem die Inhaltsstoffe des Präparats aus Versehen mit denen des Vakzins von Astrazeneca vertauscht worden waren.

Derzeit wird noch geprüft, ob 60 Millionen Dosen des Astrazeneca-Impfstoffs, die in Baltimore produziert wurden, den Qualitätsvorgaben entsprechen. Für zehn Millionen Dosen des Vakzins von Johnson & Johnson erteilte die FDA die Freigabe.

14.18 Uhr: Impfaktion von Hausarzt lockt bis zu 2000 Leute an

Mit einem „offenen Impftag“ für Corona-Schutzimpfungen hat ein Hausarzt im hessischen Babenhausen einen Ansturm ausgelöst. Bereits vor dem Start der Aktion am Samstagmorgen um 8.00 Uhr hätten sich rund 1500 bis 2000 Menschen vor Ort eingefunden und sich in Warteschlangen eingereiht, sagte der Bürgermeister der südhessischen Stadt, Dominik Stadler (parteilos), der Deutschen Presse-Agentur. Die Leute seien teils bereits am Vortag angereist und hätten vor der Praxis campiert.

Der Bürgermeister rief dazu auf, nicht mehr anzureisen, da es im Stadtgebiet bereits zu erheblichen Verkehrseinschränkungen komme und die vorgesehenen Parkplätze voll seien. Polizei und Ordnungsamt seien vor Ort, um die Verkehrssituation unter Kontrolle zu halten.

Nach Angaben Stadlers erhielten pro Stunde etwa 90 Menschen ihre Corona-Schutzimpfungen, da ein größeres Team die Impfungen durchführte. Um den Zustrom zu lenken sei ein Parkplatz eigens mit einer Art Parcours ausgestattet worden, so der Bürgermeister. Auch Harmonika-Spieler Norbert Herbert - Künstlername „Happy-Man“ - fand sich ein, um den Wartenden die Zeit mit einem Ständchen zu verkürzen. Manche von ihnen hatten sich Klappstühle, Hocker und Getränke mitgebracht. Nach Angaben eines Beobachters mussten einige Menschen nach ihrer Impfung wegen der Wärme mit Kreislaufproblemen behandelt werden.

Der Hausarzt hatte nach Angaben von Bürgermeister Stadler etwa eine Woche zuvor bekanntgegeben, dass er 1000 Impfdosen bestellt habe und diese am Samstag Impfwilligen ohne vorherige Registrierung verabreichen werde. 

13.25 Uhr: Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Indien sinkt

In Indien ist die Zahl der offiziell registrierten Corona-Neuinfektionen auf den niedrigsten Stand seit mehr als zwei Monaten zurückgegangen. In dem von der Pandemie stark betroffenen Land mit mehr als 1,3 Milliarden Einwohnern steckten sich innerhalb von 24 Stunden mindestens 84 332 Menschen mit dem Virus an, wie das Gesundheitsministerium am Samstag in Neu Delhi mitteilte. Die Zahl der Toten lag den Angaben zufolge mit 4002 vergleichsweise hoch.

Grund für diese Entwicklung war auch, dass Bundesstaaten wie Maharashtra nach einer Prüfung die Zahlen der seit März erfassten Todesopfer nach oben korrigierten. Diese Zahlen flossen in den Tageswert ein. Geprüft werden die Angaben, weil der Verdacht besteht, dass die Corona-Todeszahlen bisher zu niedrig angegeben wurden. Bislang sind nur etwa 3,5 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen Covid-19 geimpft.

12.36 Uhr: Land bekommt kurzfristig mehr Impfstoff

Baden-Württemberg bekommt kurzfristig mehr Impfstoff. Das Gesundheitsministeriums bestätigte am Samstag einen Bericht der „Stuttgarter Nachrichten“. Amtschef Uwe Lahl sagte auf Anfrage: „Wir freuen uns sehr über diese Ankündigung der Bundesregierung - unser Einsatz in Berlin für eine entsprechende Kompensation hat sich ausgezahlt.“ Der Südwesten könne jede Impfdose mehr gut gebrauchen und sofort verwenden.

Da Ärzte in Bayern und Baden-Württemberg in den beiden Wochen nach Pfingsten weniger Impfstoff des Herstellers Biontech bestellt hätten, als nach dem Bevölkerungsschlüssel möglich gewesen wäre, bekommen beide Länder nun in der Woche ab dem 28. Juni einen Ausgleich, berichtete die Zeitung. In Baden-Württemberg gehe es um 52 600 zusätzliche Dosen.

Lahl sagte weiter, man werde die zusätzlich geliefert Impfdosen dazu verwenden, um in den Landkreisen mit vergleichsweise niedriger Impfquote die Impfquote in Richtung Landesschnitt zu heben.

12.06 Uhr: Wieder deutlich mehr Corona-Neuinfektionen in Moskau

In der russischen Hauptstadt Moskau wächst die Sorge vor weiter steigenden Corona-Zahlen. Am Samstag meldeten die Behörden 6700 Neuinfektionen - der höchste in diesem Jahr gemessene Wert binnen eines Tages. Bürgermeister Sergej Sobjanin erwartet den Höhepunkt spätestens im Juli. „Viele Moskauer liegen auf der Intensivstation und werden künstlich beatmet“, sagte er im Staatsfernsehen. Die Gefahr einer Ansteckung sei groß. Zahlen nannte er nicht. Die Behörden in der 12-Millionen-Einwohner-Metropole wollen nun verstärkt kontrollieren, ob etwa Schutzmasken in der U-Bahn oder beim Einkaufen getragen werden.

Sobjanin warb einmal mehr für Corona-Impfungen. „Das ist sehr wichtig, besonders für ältere Menschen.“ Obwohl Russland mit seinen 146 Millionen Einwohner drei eigene Impfstoffe entwickelt hat, wollen sich viele Russen nicht impfen lassen. In Moskau gibt es seit Monaten kaum noch Beschränkungen. Zur Fußball-Europameisterschaft öffnete am Freitag eine Fanzone. Landesweit wurden am Samstag 13 500 Neuinfektionen gemeldet - so viele wie seit Februar nicht mehr.

11.26 Uhr: 1000 Teilnehmer bei Party in Köln - Polizei löst auf

Eine Open-Air-Party in Köln mit rund 1000 Teilnehmern ist in der Nacht zu Samstag aufgelöst worden. Dabei sind zwei Polizisten und ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes durch Flaschenwürfe leicht verletzt worden, alle drei seien jedoch dienstfähig geblieben, berichtete ein Polizeisprecher. Nach seinen Angaben hatte die Stadt die Polizei gegen 23.00 Uhr um Amtshilfe bei der Auflösung der Party am Aachener Weiher gebeten.

Mit „starken Kräften“ sei die Polizei dorthin gefahren. Zwei DJ-Pulte wurden sichergestellt. „Die DJs waren aber schon flüchtig“, so der Sprecher weiter. Die Menge habe sich dann zerstreut. Mehrere Anzeigen seien gefertigt worden. Die Polizei geht davon aus, dass es sich um eine organisierte Party gehandelt hat. Zuvor hatten mehrere Medien über die Auflösung der Party berichtet.

10.57 Uhr: Studie: Hohe Impfquote mindert Corona-Risiko für junge Ungeimpfte

Eine hohe Impfquote im Land kann offenbar das Risiko für ungeimpfte Jugendliche vermindern, sich mit Corona anzustecken. Das zeigen Gesundheitsdaten aus Israel, die im Fachjournal „Nature Medicine“ vorgestellt werden. Mit zunehmender Zahl geimpfter Erwachsener wurden demnach immer weniger unter 16-Jährige positiv auf Corona getestet - im Mittel halbierte sich der Anteil positiv Getesteter in der noch ungeimpften Bevölkerung mit jedem Anstieg um 20 Prozentpunkte beim Anteil Geimpfter.

Die Daten stützen die Hoffnung, dass die Kinder in Deutschland im Herbst vor größeren Ansteckungswellen geschützt sein könnten, wenn bis dahin ein Großteil der Erwachsenen den vollen Impfschutz hat. Die Forscher merken allerdings an, dass bei den Ergebnissen die Möglichkeit einer natürlich erworbenen Immunität gegen Corona - also durch überstandene Infektion - bei den unter 16-Jährigen nicht berücksichtigt wurde. Zudem habe es zeitweise Lockdown-Maßnahmen gegeben, deren Einfluss auf das Infektionsgeschehen in der Auswertung nicht berücksichtigt sei.

Die Forscher um Roy Kishony vom Technion–Israel Institute of Technology in Haifa hatten Impfdaten von Erwachsenen und Corona-Testergebnisse von unter 16-Jährigen in Israel betrachtet. Für die junge Altersgruppe war in dem Land zum Erhebungszeitpunkt noch keine Impfung zugelassen. Die Ergebnisse basieren auf Daten aus 177 israelischen Gemeinden, die von Anfang Dezember 2020 bis Anfang 2021 erfasst wurden.

Das Neun-Millionen-Einwohner-Land Israel setzt seit dem 19. Dezember sehr schnell seine Impfkampagne um. Rund 5,5 Millionen Menschen haben dort bereits eine Erstimpfung und mehr als 5,1 Millionen eine Zweitimpfung erhalten. Inzwischen werden auch 12- bis 15-Jährige geimpft. Die Zahl der Neuinfektionen und schweren Erkrankungen ging in den vergangenen Monaten stark zurück. In Israel wird das Vakzin der Hersteller Biontech und Pfizer verwendet.

9.25 Uhr: Mehr als fünf Millionen gegen Corona geimpft im Südwesten

5.162.993 Menschen in Baden-Württemberg sind mittlerweile einmal gegen das Coronavirus geimpft worden. Das sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Freitag 46,5 Prozent der Bevölkerung. Der Bundesschnitt liegt einen Prozentpunkt höher. Als vollständig geimpft gelten 2 679 782 Menschen oder 24,1 Prozent im Südwesten (Bund: 24,8). Beim Impfstoff von Johnson & Johnson reicht eine Dosis. Bei allen anderen Vakzinen sind zwei Spritzen nötig.

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg ist unterdessen wieder gestiegen: Bei 26,2 Personen je 100 000 Einwohner wurde nach Angaben des Landesgesundheitsamts in Stuttgart in den vergangenen Tagen eine Infektion festgestellt (Stand Freitag: 16.00 Uhr). Am Vortag hatte der landesweite Wert noch 25,4 betragen.

40 der 44 Regionen im Südwesten liegen unter der 50er-Marke, der Landkreis Emmendingen sogar nur bei 8,4. Am höchsten ist die Sieben-Tage-Inzidenz hingegen mit 59,2 in der Stadt Heilbronn.

8.10 Uhr: Städtetag betont Rolle der Impfzentren - Hausärzte: sind zu teuer

Die Corona-Impfzentren sollten aus Sicht des Deutschen Städtetags längerfristig weiter betrieben werden. „Bei dem zu erwartenden Andrang sind die Impfzentren mit ihren großen Kapazitäten, etwa in Messehallen, zu wichtig, um sie einfach abzuwickeln“, sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy der „Passauer Neuen Presse“ (Samstag) mit Blick auf steigende Impfstofflieferungen. „Außerdem starten aus den Impfzentren die mobilen Impfteams in Pflegeeinrichtungen und soziale Brennpunkte. Wir brauchen leistungsstarke Strukturen. Die Pandemie ist noch nicht vorbei.“

Der Chef des Hausärzteverbandes Ulrich Weigeldt argumentierte hingegen mit zu hohen Kosten. Es sei „mehr als fraglich, Strukturen aufrechtzuerhalten, von denen man immer wieder hört, dass die Kosten pro Impfung etwa zehnmal so teuer sind wie in den Praxen“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag). „Anstatt die Impfzentren künstlich am Leben zu erhalten, sollte die Politik ihre Energie lieber in eine sinnvolle Planung der Impfstoffbereitstellung für die Auffrischungsimpfungen stecken.“

6 Uhr: RKI registriert 1911 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 18,3

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1911 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Samstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.01 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 2294 Corona-Neuinfektionen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Samstagmorgen mit bundesweit 18,3 an (Vortag: 18,6; Vorwoche: 26,3).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 129 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 122 Tote.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Freitagabend bei 0,83 (Vortag: 0,79). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 83 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Das waren die Entwicklungen am Freitag, 11. Juni:

21.40 Uhr: Spanische EM-Profis gegen Corona geimpft

Nur drei Tage vor ihrem ersten EM-Spiel werden Spieler der spanischen Fußball-Nationalelf geimpft. Details bleiben aber offen. Die Aktion ist umstritten. Ein Rückkehrer sorgt in der Mannschaft indes für Beifall.

Marcos Llorente streckte den erhobenen Daumen in Richtung der Kamera. Der Offensivspieler erhielt den erhofften Piks in den linken Oberarm - Profis der spanischen Fußball-Nationalmannschaft wurden drei Tage vor ihrem ersten EM-Spiel am Montagabend gegen Schweden gegen das Coronavirus geimpft.

Die nach zwei positiven Befunden kurzfristig beschlossene Aktion fand am Freitag im Trainingszentrum der La Roja in Las Rozas bei Madrid statt, wie der Verband mitteilte. Anschließend posierten die Spieler für ein gemeinsames Foto mit dem Militärpersonal. Es wurde den Profis freigestellt, welchen Impfstoff sie nehmen. „Wir hatten das Privileg und das Glück, dass die Regierung entschieden hat, dass wir geimpft werden sollen“, sagte der frühere Bayern-Profi Thiago.

20 Uhr: Mannheim hebt coronabedingtes Alkoholverbot auf

Wegen gesunkener Corona-Zahlen hebt Mannheim eigene Regeln zur Maskenpflicht und Alkoholverboten in der zweitgrößten Stadt Baden-Württembergs auf. Bezüglich der Maskenpflicht reichten die Vorgaben der Corona-Verordnung des Landes, heißt es in der Allgemeinverfügung, die am Samstag in Kraft tritt. In Bereichen und Situationen, in denen eine besonders hohe Infektionsgefahr besteht, seien demnach weiter Masken vorgeschrieben.

Das für viele innerstädtische Plätze und Straßen angeordnete, zeitlich unbegrenzte Verbot von Alkoholverkauf und -konsum sei in dieser Form ebenfalls nicht mehr erforderlich und unverhältnismäßig, teilte die Stadt am Freitagabend nach Erlass der Allgemeinverfügung mit.

18.10 Uhr: Mehr als fünf Millionen gegen Corona geimpft im Südwesten

5.162.993 Menschen in Baden-Württemberg sind mittlerweile einmal gegen das Coronavirus geimpft worden. Das sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts 46,5 Prozent der Bevölkerung. Der Bundesschnitt liegt einen Prozentpunkt höher. Als vollständig geimpft gelten 2.679.782 Menschen oder 24,1 Prozent im Südwesten (Bund: 24,8). Beim Impfstoff von Johnson & Johnson reicht eine Dosis.

Bei allen anderen Vakzinen sind zwei Spritzen nötig. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg ist unterdessen wieder gestiegen: Bei 26,2 Personen je 100.000 Einwohner wurde nach Angaben des Landesgesundheitsamts in Stuttgart in den vergangenen Tagen eine Infektion festgestellt (Stand Freitag: 16.00 Uhr). Am Vortag hatte der landesweite Wert noch 25,4 betragen.

40 der 44 Regionen im Südwesten liegen unter der 50er-Marke, der Landkreis Emmendingen sogar nur bei 8,4. Am höchsten ist die Sieben-Tage-Inzidenz hingegen mit 59,2 in der Stadt Heilbronn.

16.51 Uhr: Nach Corona-Zwangspause öffnet Besucherzentrum im Nationalpark

Dank sinkender Corona-Zahlen kann das neue Besucherzentrum im Nationalpark Schwarzwald ab Samstag seine Pforten für Besucher öffnen. Vier neue Regiobuslinien wurden eingerichtet, getaktet auf Zugzeiten an den Bahnhöfen der Region. So sollen Touristen möglichst einfach zu dem Zentrum kommen. Das weitgehend hölzerne Gebäude liegt an der auf gut 900 Metern über dem Meer gelegenen Passhöhe Ruhestein. Neben einer Ausstellung bietet es auch Informationen zu Angeboten wie Führungen oder Wanderrouten.

14.53 Uhr: Kultusministerkonferenz empfiehlt Rückkehr zu Regelbetrieb an Schulen

Die Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) hat angesichts rückläufiger Corona-Infektionszahlen eine Rückkehr zum „uneingeschränkten Regelbetrieb“ nach den Sommerferien empfohlen. Das gab die KMK am Freitag nach virtuellen Beratungen bekannt. Die Konferenz sei überzeugt, dass der Präsenzunterricht „die notwendige Grundlage gemeinsamen Lehrens und Lernens“ sei. Alle Schulen sollten deshalb mit dem Start des neuen Schuljahrs „dauerhaft“ in den Regelbetrieb gehen.

Die erfreuliche Entwicklung der Infektionszahlen schaffe „ganz neue Spielräume“ in den Schulen, sagte die KMK-Vorsitzende und brandenburgische Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) am Freitag vor Journalisten. Nach der langen Zeit von Schulschließungen und Wechselunterricht solle das Schuljahr nach einhelliger Auffassung der KMK in sämtlichen Fächern und Klassen im Regelbetrieb starten.

13.51 Uhr: Bundesregierung hebt Reisewarnung für Corona-Risikogebiete auf

Nach mehr als einem Jahr hebt die Bundesregierung die generelle Reisewarnung für touristische Reisen in Corona-Risikogebiete ab 1. Juli auf. „Nach langen Monaten des Lockdowns dürfen wir uns auf mehr Normalität freuen, das gilt auch für das Reisen“, sagte Bundesaußenminister Heiko Maas zu diesem Schritt.

12.24 Uhr: Ganz Österreich ab Sonntag kein Corona-Risikogebiet mehr

Wegen sinkender Corona-Infektionszahlen streicht die Bundesregierung am Sonntag ganz Österreich sowie Teile Griechenlands, Kroatiens und der Schweiz von der Liste der Risikogebiete. Das teilte das Robert Koch-Institut am Freitag mit. Wer aus diesen Gebieten auf dem Landweg nach Deutschland kommt, muss künftig keinerlei Einreisebeschränkungen wegen Corona mehr beachten.

12.13 Uhr: Kanzleramtschef Braun rechnet nicht mehr mit neuem harten Lockdown

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) geht angesichts der aktuellen Verbesserungen der Pandemie-Lage nicht mehr davon aus, dass es in Deutschland noch einmal einen neuen harten Lockdown geben wird. "Mit einem Lockdown, so wir ihn im letzten Winter hatten, rechne ich eher nicht mehr“, sagte Braun am Freitag den Sendern RTL und n-tv. Er wies darauf hin, dass die Bevölkerung im Herbst "hoffentlich zu hohen Teilen geimpft sein wird".

Die Gefahr einer vierten Corona-Welle wollte Braun allerdings gleichwohl nicht ausschließen. Er verwies auf die zunehmende Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus. Dies gelte derzeit besonders für Großbritannien, wo sich die Zahl der Neuinfektionen innerhalb von elf Tagen wieder verdoppelt habe.

Im Herbst könnten daher auch in Deutschland die Infektionszahlen durchaus wieder ansteigen, warnte Braun. "Ob das wieder eine richtige Welle wird, hängt echt davon ab, wie viele Menschen sich in Deutschland impfen lassen", sagte der Kanzleramtschef. "Wenn wir eine Impfquote von 80 Prozent schaffen, glaube ich nicht, dass es noch einmal eine relevante Welle gibt."

11.12 Uhr: Biontech/Pfizer-Impfstoff schützt laut neuer Studie auch vor Varianten

Der Impfstoff des deutschen Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer schützt einer neuen Studie zufolge auch vor der zuerst in Indien aufgetretenen Corona-Variante Delta (B.1.617.2). Auch vor mehreren anderen Varianten wie beispielsweise der zuerst in Nigeria aufgetretenen Mutante B.1.525 schütze der Impfstoff, schreiben die Wissenschaftler um Pei Yong Shi von der University of Texas in Galveston im Fachjournal „Nature“.

Für die Studie untersuchten die Forscher 20 Blutproben von 15 Menschen, die jeweils zwei Dosen des Impfstoffes von Biontech/Pfizer erhalten hatten, und testeten die Reaktion auf die verschiedenen Corona-Varianten. Die Wirksamkeit der Antikörper sei bei den Varianten zwar niedriger ausgefallen als bei einem im Januar 2020 isolierten Coronavirus-Typ, sie sei jedoch immer noch „robust“, hieß es. Vorherige Studien und Datenerfassungen hatten ähnliche Ergebnisse erbracht.

9.55 Uhr: G7 will ärmeren Ländern mit einer Milliarde Impfdosen helfen

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie will die G7-Gruppe westlicher Wirtschaftsmächte ärmeren Staaten mit einer Milliarde Impfdosen helfen. Dies solle sowohl durch Verteilung als auch durch Finanzierung von Impfstoff möglich werden, teilte die britische Regierung in der Nacht zum Freitag mit. Die Staats- und Regierungschefs wollen demnach auch einen Plan ausarbeiten, um die Impfstoffproduktion auszuweiten. Der britische Premierminister Boris Johnson ist in diesem Jahr Gastgeber des dreitägigen G7-Gipfels, der am Freitagnachmittag im südwestenglischen Cornwall beginnt.

8.07 Uhr: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 18,6

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen ist weiter leicht gesunken und liegt nun bei 18,6 Fällen pro 100.000 Einwohner. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Freitagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter meldete, wurden innerhalb eines Tages 2440 Neuinfektionen sowie 102 Todesfälle in Verbindung mit dem Virus registriert. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Fälle in Deutschland seit Beginn der Pandemie liegt nach Angaben des RKI mittlerweile bei 3.711.569. Die Zahl der insgesamt registrierten Todesfälle stieg auf 89.687.

7.20 Uhr: Spahn plant Curevac-Impfstoff nicht mehr für laufende Impfkampagne ein

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) plant laut eines Medienberichts den Corona-Impfstoff des Tübinger Herstellers Curevac nicht mehr für die laufende Impfkampagne ein. Das habe Spahn den Gesundheitsministern der Länder während der vergangenen Ministerkonferenz gesagt, berichtete der "Mannheimer Morgen" (Freitagsausgabe) unter Verweis auf Regierungskreise. Demnach sprach Spahn von einer "der größeren Enttäuschungen".

Curevac hat wie das Mainzer Unternehmen Biontech einen modernen mRNA-Impfstoff entwickelt. Das Mittel der Tübinger galt lange als höchst vielversprechend. Noch im April hatte das Unternehmen angegeben, auf eine Zulassung durch die Europäische Arzneimittelagentur EMA im Mai zu hoffen. Die Bundesregierung plante daraufhin bereits für das zweite Quartal 2021 die ersten Impfungen mit dem Curevac-Vakzin ein. Der Gesundheitsminister Baden-Württembergs, Manfred Lucha (Grüne) sprach diese Woche allerdings von "Komplikationen" beim Zulassungsprozess und berief sich auf Angaben Spahns. Demnach hatte der Bundesgesundheitsminister in vertraulichen Gesprächen nun August als frühest möglichen Zeitpunkt für eine EU-Zulassung genannt.

Infolge der Äußerungen Luchas habe auch Curevac seinen Zeitplan korrigiert, berichtete der "Mannheimer Morgen". Eine Sprecherin des Unternehmens verwies demnach auf Probleme beim Einreichen der finalen Datensätze, welche die EMA für eine Zulassung verlangt. Das Bundesgesundheitsministerium zog daraus offenbar Konsequenzen - und strich den Impfstoff vorerst aus seiner Planung.

Das waren die Entwicklungen am Donnerstag, 10. Juni:

22.43 Uhr: Behörden erlauben Impfung von Spaniens EM-Team

Spaniens EM-Team wird kurz vor dem Start des Turniers noch gegen das Coronavirus geimpft. Die Impfungen sollen am Freitag ab 10.00 Uhr im Teamquartier von Las Rozas durch das Militär vorgenommen werden, teilte der spanische Fußballverband mit. Zuvor hatte es wegen der positiven Coronatests bei Kapitän Sergio Busquets und Diego Llorente eine heftige Debatte um Impfungen für die Mannschaft gegeben. Nationaltrainer Luis Enrique drängte auf eine schnelle Lösung, am Donnerstagnachmittag gab es schließlich Grünes Licht von den Behörden.

Mit dem Schritt solle die Sicherheit für das spanische Team bei der Europameisterschaft erhöht werden, zumal andere Mannschaften bereits geimpft seien, hieß es. Der Verband dankte der Regierung für die Zustimmung. Unklar blieb, wie viele Spieler geimpft werden. Einige Profis hatten bereits bei ihren Vereinen ein Vakzin gegen Corona erhalten oder sind von einer Infektion genesen. Der Mitteilung zufolge soll je nach Spieler individuell entschieden werden, welchen Impfstoff er erhält.

22.19 Uhr: G7-Gipfel: Corona-Ausbruch im Hotel von Merkels Sicherheitsleuten

In einem Hotel, in dem Sicherheitsleute von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beim G7-Gipfel in Cornwall untergebracht waren, hat es Medienberichten zufolge einen Corona-Ausbruch gegeben. Ein Sprecher des britischen Premierministers Boris Johnson bestätigte jedoch auf Anfrage von Journalisten am Donnerstag, dass die Bundeskanzlerin weiter am Gipfel teilnehmen werde.

21.30 Uhr: Bundestag berät über Verlängerung epidemischer Lage

Der Bundestag berät in seiner Plenarsitzung am Freitag (ab 09.00 Uhr) über die Verlängerung der Feststellung einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite wegen der Corona-Pandemie. Diese Feststellung würde ansonsten Ende Juni auslaufen. Abschließend beraten werden auch weitere Neuregelungen im Gesundheitsbereich, darunter die Pflegereform, Reformen im Krankenhausbereich und ein höherer Bundeszuschuss für die gesetzlichen Krankenkassen wegen der Corona-Krise.

Weitere Themen sind die Förderung der Ganztagsbetreuung an Grundschulen und die nach langem Ringen vereinbarten schärferen Transparenzregelungen für Abgeordnete. Dies soll dem Missbrauch des Mandats für finanzielle Eigeninteressen entgegenwirken. Abschließend beraten wird auch das Gesetz zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst.

19.45 Uhr: Nach Stiko-Entscheidung: Impftermine für Kinder nur telefonisch

Wie die Ständige Impfkommission (Stiko) will auch das Gesundheitsministerium in Baden-Württemberg die Impfung von gesunden Kindern und Jugendliche nicht ausdrücklich empfehlen. Die Stiko rät nur zu Impfungen gegen das Coronavirus für 12- bis 17-Jährige bei bestimmten Vorerkrankungen. Nach ärztlicher Aufklärung und bei individuellem Wunsch und der Risikoakzeptanz von Kindern, Jugendlichen oder ihren Eltern sei eine Impfung aber auch bei gesunden jungen Leuten möglich.

Wie das Ministerium in Stuttgart erklärte, sind Terminvereinbarungen für Kinder und Jugendliche von 12 bis 17 Jahren in den Impfzentren vorerst nur unter der Nummer 116 117 möglich. Das Land setze sich aber dafür ein, dass auch die Online-Terminbuchung unter www.impfterminservice.de schon bald für diese Altersgruppe angepasst werde.

19 Uhr: RKI registriert 3187 Corona-Neuinfektionen, Inzidenz bei 19,3

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 3187 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Donnerstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.03 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 4640 Ansteckungen gelegen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit bundesweit 19,3 an (Vortag: 20,8; Vorwoche: 34,1). Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 94 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 166 Tote gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.709.129 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

17.50 Uhr: Merkel: Corona-Fallzahlen derzeit „extrem erfreulich“

Kanzlerin Angela Merkel hat sich erfreut über die aktuelle Corona-Lage gezeigt. „Die Entwicklung ist extrem erfreulich zurzeit, was die Fallzahlen anbelangt“, sagte die CDU-Politikerin nach Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder in Berlin. Die Anstrengungen der vergangenen Monate hätten sich gelohnt. Zugleich warnte die Kanzlerin: „Corona ist damit nicht verschwunden.“

Insbesondere die sogenannte Delta-Variante, die zuerst in Indien aufgetreten ist, mache Sorgen. „Wir sind im Grunde in einem Wettlauf mit dem Impfen. Jeder Tag, den wir eine geringe Nachweisbarkeit dieser Variante haben, ist ein guter Tag.“ Derzeit sei man bei 2,5 Prozent. „Wir haben einen Sommer, der uns viele Möglichkeiten gibt, die wir lange Monate nicht hatten, aber wir sollten nicht sorglos sein, sondern die Lage immer wieder sehr, sehr genau beobachten“, betonte die Kanzlerin. Merkel sagte, bei den zu erwartenden Impfstofflieferungen gebe es für Juli „noch kein ganz klares Bild“.

16.56 Uhr: Impfkommission empfiehlt Corona-Impfung für Kinder mit Vorerkrankungen

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat eine Empfehlung für Corona-Impfungen von vorerkrankten Kindern ab zwölf Jahren abgegeben. Diese Gruppe könne "aufgrund eines anzunehmenden erhöhten Risikos für einen schweren Verlauf der Covid-19-Erkrankung" mit dem Impfstoff von Biontech immunisiert werden, heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten aktuellen Corona-Bulletin des Robert-Koch-Instituts. Die Impfung für Kinder ohne Vorerkrankungen werde "derzeit nicht allgemein empfohlen, ist aber nach ärztlicher Aufklärung und bei individuellem Wunsch und Risikoakzeptanz möglich". 

Die beiden Impfungen sollen wie auch bei Erwachsenen im Abstand von drei bis sechs Wochen gegeben werden. Das Bulletin des Robert-Koch-Instituts listet eine Reihe von Krankheiten auf, bei deren Vorliegen es eine Corona-Impfung empfiehlt: Starkes Übergewicht, Immunschwächekrankheiten, Diabetes, Trisomie 21, Tumorleiden sowie Herz-, Lungen- und Nierenerkrankungen.

Zusätzlich wird die Impfung Kindern und Jugendlichen von zwölf bis 17 Jahren empfohlen, in deren Umfeld sich Angehörige oder andere Kontaktpersonen mit hoher Gefährdung für einen schweren Covid-19-Verlauf befinden, die selbst nicht geimpft werden können - etwa aus gesundheitlichen Gründen.

16.34 Uhr: Baden-Württemberg setzt Dekra auf unseriöse Corona-Teststellen an

Die Prüfgesellschaft Dekra soll künftig nach schwarzen Schafen unter den Anbietern von Corona-Schnelltests in Baden-Württemberg suchen. Der Dienstleister sei beauftragt worden, um die Arbeit der Gesundheitsämter zu unterstützen, teilte das Landessozialministerium am Donnerstag mit. Die Kontrollen fänden stichprobenartig und unangekündigt statt und erstreckten sich „flächendeckend auf alle Stadt- und Landkreise“, hieß es.

Zuletzt waren landes- aber auch bundesweit immer mehr Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit dem Betrieb von Corona-Schnelltestzentren publik geworden. Die Polizei Freiburg etwa hatte am Dienstag mitgeteilt, Ermittlungen eingeleitet zu haben. Das Landeskriminalamt habe vereinzelte Hinweise auf Unregelmäßigkeiten, die die Polizeipräsidien vor Ort auf strafrechtliche Relevanz prüften, sagte ein Sprecher. Gesundheitsämter schlossen vereinzelt Teststellen.

15.23 Uhr: Spahn: Digitaler Corona-Impfnachweis startet nun schrittweise

Der neue digitale Corona-Impfnachweis soll jetzt in Deutschland schrittweise starten. Nach einer Testphase werden sich nun nach und nach Impfzentren, Praxen und Apotheken anschließen, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Donnerstag in Berlin sagte. „Aber nicht alle sind heute oder morgen schon angeschlossen.“ Ziel sei, dass bis Ende Juni die Anwendung namens „CovPass“ für alle Interessenten zu Verfügung stehe. Für das nachträgliche Erstellen eines digitalen Nachweises hätten viele Bundesländer in diesen Tagen damit begonnen, per Post einen QR-Code nach Impfungen in Impfzentren zu verschicken. Den Code kann man dann mit dem Smartphone einscannen.

Der digitale Nachweis ist eine freiwillige Ergänzung des weiter gültigen gelben Impfheftes aus Papier. Deutschland setzt damit ein Vorhaben der Europäischen Union um. Dafür wurden einheitliche Details eines Zertifikats vereinbart, mit dem man Impfungen, Tests und überstandene Covid-19-Erkrankungen nachweisen kann. Die App soll als Beleg bei gelockerten Corona-Beschränkungen eingesetzt werden können und zur Sommerferienzeit Reisen in Europa erleichtern.

14.44 Uhr: Kreise: Arbeitsgruppe soll Regeln für Großveranstaltungen erarbeiten

Der Streit unter den Bundesländern über den Umgang mit Großveranstaltungen in der Corona-Lage ist zunächst vertagt. Die Ministerpräsidenten einigten sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur darauf, dass sich eine Arbeitsgruppe auf Ebene der Chefs der Staatskanzleien über die Frage des einheitlichen Umgangs von Großveranstaltungen mit länderübergreifendem Charakter verständigen solle.

Diese sollen dann auch einen Beschluss fassen. Damit ist der wohl größte Streitpunkt bei der Ministerpräsidentenkonferenz an diesem Donnerstag vorerst abgeräumt. Seit 13.15 Uhr verhandeln die Länderchefs, ab 15 Uhr soll auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) dazukommen. Dabei sollen aber eigentlich Corona-Themen gar nicht im Mittelpunkt stehen. Geplante Themen sind vielmehr der Stand der Digitalisierung der Verwaltung und die Energiewende in Deutschland.

14.38 Uhr: Moderna beantragt Zulassung in den USA ab 12 Jahren

US-Hersteller Moderna hat nun auch in Amerika eine Notfallzulassung seines Corona-Impfstoffes für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren beantragt. Man habe die nötigen Unterlagen bei der US-Arzneimittelbehörde FDA eingereicht, teilte Moderna mit. Bisher darf Menschen dieser Altersgruppe in den USA und auch in der Europäischen Union nur das Vakzin von Biontech/Pfizer gespritzt werden.

Moderna hatte bereits am Montag in der EU die Zulassung für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren beantragt. Grundlage des Antrags sei eine Phase-2/3-Studie mit dem mRNA-1273 genannten Moderna-Impfstoff bei 2500 Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren in den USA. Die Wirksamkeit habe dabei bei 100 Prozent gelegen. Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil seien wie bei der Phase-3 Studie von Erwachsenen, hieß es weiter.

14.12 Uhr: EU wendet sich vor G7-Gipfel gegen Forderungen zu Impfstoff-Patenten

Kurz vor den G7-Beratungen über den weiteren Kampf gegen die Corona-Pandemie hat sich die EU-Spitze klar gegen eine umfassende Aussetzung des Patentschutzes für Corona-Impfstoffe ausgesprochen. „Eine Aussetzung von Patenten mag gut klingen, aber sie ist keine Wunderwaffe“, sagte EU-Ratspräsident Charles Michel am Donnerstag in einer Pressekonferenz zum Gipfel der sieben großen Wirtschaftsmächte im englischen Cornwall.

Michel sagte, das Trips-Abkommen über den internationalen Schutz von geistigem Eigentum biete bereits Flexibilität und man wolle sich auf Vorschläge wie die Förderung einer freiwilliger Lizenzvergabe, Wissenstransfer und die Bündelung von Patenten zu einvernehmlich festgelegten Bedingungen konzentrieren.

US-Präsident Joe Biden hatte sich zuletzt überraschend hinter Forderungen ärmerer Länder zur Aussetzung des Patentschutzes für Covid-19-Impfstoffe gestellt. Dann könnten Hersteller in aller Welt die Impfstoffe ohne Lizenzgebühren produzieren. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und andere einflussreiche Staats- und Regierungschefs blockieren diesen Vorstoß allerdings bislang. Kritiker wenden unter anderem ein, nicht die Patente seien das Hindernis, sondern Produktionskapazitäten, Kenntnisse und Rohstoffnachschub.

13.26 Uhr: Vermieter: Mieter zahlen trotz Corona-Krise

Mieterhaushalte in Deutschland zahlen nach Angaben von Eigentümerverbänden trotz der Corona-Krise weiter verlässlich ihre Miete. Es gebe keine vermehrten Kündigungen oder gar Zwangsräumungen, sagte Haus-und-Grund-Präsident Kai Warnecke am Donnerstag. „Die Sicherungssysteme in unserem Land, sie funktionieren.“ Auch regionale Vermieterverbände und der Zentrale Immobilien-Ausschuss (ZIA) registrierten keinen Anstieg der Kündigungen wegen Mietrückständen. Bei seinen Bestandshaltern machten diese wie vor der Krise zwischen null und zwei Prozent der Kündigungen aus, hieß es beim ZIA.

Der Immobilienexperte des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael Voigtländer, sagte, Mieter hätten im vergangenen Sommer auch nicht verstärkt von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, die Miete zu stunden. Einen Grund sieht er darin, dass die Haushalte an anderer Stelle weniger Geld ausgaben, etwa beim Urlaub, beim Ausgehen und anderen Freizeitangeboten.

13 Uhr: Kein größeres Public-Viewing bei Fußball-EM gestattet

Die Corona-Pandemie macht's unmöglich: Public-Viewing-Veranstaltungen im klassischen Sinne wird es während der Fußball-Europameisterschaft in Baden-Württemberg nicht geben. „Öffentliche TV-Übertragungen etwa in einem Biergarten werden jedoch analog zu Kulturveranstaltungen behandelt, sind also unter den jeweiligen Auflagen der Corona-Verordnung möglich“, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Stuttgart.

So dürften Gastronomen Fußballübertragungen zeigen. Es müssten dabei die für die Gaststätten geltenden Regelungen beachtet werden - also etwa die Begrenzung der Gästezahl oder die allgemeinen Abstands- und Hygieneregeln. „Je nach Inzidenz gelten die drei „G“: genesen, getestet oder geimpft.“ Bei Inzidenzen unter 35 könne bei Veranstaltungen, die ausschließlich im Freien stattfinden, auf den Test-, Impf- oder Genesenennachweis verzichtet werden.

12.38  Uhr: USA wollen 500 Millionen Corona-Impfdosen für arme Länder spenden

Die USA wollen 500 Millionen Corona-Impfdosen für 92 ärmere Länder bereitstellen. US-Präsident Joe Biden werde die "historische" Spende am Donnerstag bekanntgeben, teilte das Weiße Haus mit und bestätigte damit Berichte von US-Medien. Die USA wollen demnach 500 Millionen Dosen des Impfstoffs von Biontech und Pfizer kaufen. 200 Millionen Dosen sollen bereits bis Ende des Jahres geliefert werden. Der Rest der Lieferung wird bis Juni 2022 erwartet. 

Diese "größte jemals getätigte Anschaffung und Spende von Impfstoffen durch ein einzelnes Land" werde dabei "helfen, den globalen Kampf gegen die Pandemie zu verstärken", erklärte das Weiße Haus. Biden, der in dieser Woche am G7-Gipfel in Großbritannien teilnimmt, werde "die Demokratien der Welt dazu aufrufen, ihren Teil zur globalen Versorgung mit sicheren und wirksamen Impfstoffen beizutragen." Die gespendeten Impfdosen sollen über die Covax-Initiative verteilt werden.

11.56 Uhr:  Länder uneins in Debatte zu Regeln für Großveranstaltungen

Der Umgang mit Großveranstaltungen in der aktuellen Corona-Lage sorgt unter den Ländern für teils massive Verstimmungen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sehen zumindest Teile der SPD-regierten Bundesländer an diesem Donnerstag bei der Ministerpräsidentenkonferenz Abstimmungsbedarf zum weiteren Vorgehen für allgemeine Großveranstaltungen, aber auch mit Blick auf die anstehende Fußball-Europameisterschaft.

Dagegen sieht die B-Seite, also die unionsregierten Länder plus das Grünen-geführte Baden-Württemberg, laut Informationen aus Teilnehmerkreisen das Thema genau wie das Kanzleramt zunächst nicht auf der Tagesordnung. Eine Einigung zu dem Punkt gilt daher als sehr unwahrscheinlich.

Dem Vernehmen nach wünscht sich die SPD-Seite etwa grundlegende Rahmenbedingungen für Zuschauer bei Großveranstaltungen in Innenräumen und Open-Air abhängig von der Inzidenz, der Impfquote und einer verbindlichen Test- und Maskenpflicht. 

11.03 Uhr: Indien meldet mit mehr als 6000 Corona-Toten neuen weltweiten Höchstwert

Indien hat mit mehr als 6000 Corona-Toten einen neuen weltweiten Höchstwert verzeichnet. Das indische Gesundheitsministerium meldete am Donnerstag 6148 bestätigte Todesfälle binnen 24 Stunden, nachdem der Bundesstaat Bihar am Mittwoch rund 4000 Fälle nachgemeldet hatte. Der bisherige weltweite Höchstwert von 5527 Todesfällen war laut einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP am 12. Februar in den USA verzeichnet worden - auch dort waren Nachmeldungen der Grund.

Das Oberste Gericht in Bihar hatte zuvor eine Überprüfung der Corona-Statistik in dem nordostindischen Bundesstaat gefordert. Der Regionalregierung war vorgeworfen worden, das wahre Ausmaß der Pandemie zu verschleiern und die Infektions- und Totenzahlen künstlich niedrig zu halten. Daraufhin korrigierte die Regierung die Totenzahl am Mittwoch um rund 4000 auf 9500 Fälle nach oben.

Indien hatte sich vor einigen Wochen zum Epizentrum der Corona-Pandemie entwickelt. Nachdem die Zahl der täglichen Neuansteckungen Anfang Mai bei mehr als 400.000 lag, ist sie mittlerweile wieder deutlich zurückgegangen.Experten zufolge gibt es in Indien allerdings eine sehr hohe Dunkelziffer bei den Infektions- und Totenzahlen. Während der heftigen zweiten Infektionswelle waren vielerorts die Krankenhäuser und Krematorien überlastet, hunderte Leichen wurden in Flüsse geworfen oder in eilig gegrabenen Gräbern verscharrt. Viele Todesfälle wurden also gar nicht erfasst.

10.24 Uhr:  Testanbieter bekommen ab Juli weniger Geld für Corona-Tests

Nach mutmaßlichem Betrug in Corona-Schnellteststellen sollen die Betreiber ab Juli weniger abrechnen können. Zudem sollen sie strenger kontrolliert werden. Das sieht eine geänderte Testverordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor, die zwischen den Bundesministerien derzeit abgestimmt wird und die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. Die Funke Mediengruppe hatte zuerst darüber berichtet.

Betreiber von Teststellen sollen für die Entnahme des Abstrichs ab 1. Juli nur noch 8 Euro abrechnen können. Bisher waren es 15 bei ärztlichen und 12 Euro bei anderen Anbietern. Weil die Tests günstiger geworden sind, sollen sie nur noch pauschal mit 4,50 statt mit bis zu 6 Euro abgerechnet werden können.

Die für die Abrechnung zuständigen Kassenärztlichen Vereinigungen sollen die Abrechnungen künftig gründlicher prüfen - mit Hilfe von Wirtschaftsprüfern auch im Detail und vor Ort. Generelle Beauftragungen von Teststellen, wie sie mit sogenannten Allgemeinverfügungen möglich waren, soll es nicht mehr geben. Gesundheitsämter sollen die Stellen nur noch einzeln beauftragen können. Zudem sollen sich alle Anbieter von Bürgertests an die Corona-Warn-App anschließen müssen. Auf Wunsch der Getesteten sollen sie ein Testzertifikat direkt über die App bekommen.

9.37 Uhr: Umfrage: Viele Azubis während der Pandemie im Homeoffice

Für eine ganze Generation von Auszubildenden hat die Corona-Pandemie zu außergewöhnlichen Ausbildungsbedingungen geführt. In einer Umfrage gab deutlich mehr als die Hälfte der Auszubildenden (58 Prozent) an, im Jahr 2020 im Homeoffice gearbeitet zu haben. Das geht aus einer Azubi-Studie im Auftrag des Recruiting- und Testanbieters „u-form Testsysteme“ hervor, für die unter anderem mehr als 5600 Schüler, Schülerinnen und Auszubildende befragt wurden.

Die Meinungen zum Homeoffice gingen unter den Azubis auseinander. 28 Prozent sagten, die Möglichkeit dort zu arbeiten, habe die Qualität ihrer Ausbildung negativ beeinflusst. Nahezu ein Drittel (31 Prozent) sah dagegen positive Effekte. Für vier von zehn Azubis machte die Homeoffice-Option keinen Unterschied.

Viele würden die Homeoffice-Möglichkeit auch künftig gerne behalten und finden, dass Gesetze dafür geändert werden sollten. Nur ein Fünftel (20 Prozent) sprach sich ausdrücklich dagegen aus. Die Antworten der Befragten stammen aus den Monaten Januar bis März 2021.

8.35 Uhr: Weißes Haus: USA spenden halbe Milliarde Impfdosen an ärmere Länder

Die USA wollen eine halbe Milliarde Impfdosen an Dutzende arme Länder der Welt verteilen. Nach Angaben des Weißen Hauses sollen die Dosen des Impfstoffs von Pfizer/Biontech an 92 Länder mit niedrigem und niedrigem mittleren Einkommen sowie an die Afrikanische Union gespendet werden. 200 Millionen Dosen sollen zwischen August und Ende des Jahres geliefert werden, die übrigen 300 Millionen bis Juni 2022. US-Präsident Joe Biden werde den „historischen“ Schritt an diesem Donnerstag verkünden und andere Demokratien der Welt aufrufen, die globale Versorgung mit sicheren und wirksamen Impfstoffen zu unterstützen, erklärte das Weißen Haus. 

Donnerstag, 10. Juni, 7.15 Uhr: RKI registriert 3187 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 19,3

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut binnen eines Tages 3187 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Donnerstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.03 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 4640 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Donnerstagmorgen mit bundesweit 19,3 an (Vortag: 20,8; Vorwoche: 34,1).

Das waren die Entwicklungen am Mittwoch, 9. Juni:

22.58 Uhr: Scholz vermeidet klare Rücktrittsforderung an Spahn im Maskenstreit

Im Gegensatz zur SPD-Spitze hat SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz im Streit um die Verteilung von angeblich weniger geprüften Corona-Schutzmasken eine klare Rücktrittsforderung an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vermieden. „Ich sage, dass es jetzt Fragen zu beantworten gibt“, sagte der Bundesfinanzminister am Mittwochabend in der ARD-Sendung „Maischberger. Die Woche“. Zum Rücktritt forderte er Spahn aber trotz mehrfacher Nachfrage nicht auf. Von der SPD-Spitze hatte es zuvor scharfe Angriffe mit konkreten Rücktrittsforderungen an den Gesundheitsminister gegeben.

Hintergrund der Debatte, die die schwarz-rote Koalition belastet, ist ein „Spiegel“-Bericht über den Umgang mit angeblich minderwertigen, in China bestellten Corona-Masken. Demnach sollten nach Plänen des Gesundheitsministeriums Masken, die nicht nach hohen Standards getestet worden seien, an Einrichtungen für Menschen mit Behinderung oder für Obdachlose gehen. Nach einer Intervention des SPD-geführten Arbeitsministeriums sei davon Abstand genommen worden. Spahn hatte die Vorwürfe zurückgewiesen, aus der SPD-Spitze kamen Rücktrittsforderungen. Spahn hatte sich vom Koalitionspartner durch die öffentliche Debatte enttäuscht gezeigt und gesagt, unter Partnern entschuldige man sich, wenn man sich verrannt habe. In diesem Fall sei das aber nicht zu erwarten. Scholz sagte nun, er sehe für eine Entschuldigung keinen Anlass und stärkte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) den Rücken. Dieser habe dafür gesorgt, dass in jedem Fall sichergestellt sei, dass nur den richtigen Standards entsprechende Masken verteilt würden. „Ich finde, das muss man ausdrücklich sagen, da hat der Arbeitsminister richtig gehandelt.“

20.43 Uhr: USA wollen 500 Millionen Impfdosen an andere Länder spenden

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie will die US-Regierung übereinstimmenden Medienberichten zufolge 500 Millionen Impfdosen erwerben und sie an andere Länder spenden. Das Weiße Haus habe sich entsprechend mit den Pharmakonzernen Pfizer und Biontech geeinigt, berichtete am Mittwoch unter anderem die „Washington Post“ unter Berufung auf mehrere mit den Plänen vertraute Personen. Den Berichten zufolge dürfte US-Präsident Joe Biden das Vorhaben vor oder beim G7-Gipfel im südwestenglischen Cornwall verkünden, an dem er während seiner ersten Auslandsreise als Präsident teilnimmt. Laut „New York Times“ sollen die Impfdosen im Laufe der kommenden zwei Jahre an etwa 100 Länder verteilt werden.

Die Impfkampagnen gehen in den einzelnen Ländern der Welt im Vergleich in höchst unterschiedlichem Tempo voran. In den USA haben bereits mehr als 171,7 Millionen der rund 330 Millionen Einwohner mindestens eine Impfdosis erhalten. Mehr als 140,4 Millionen Menschen sind voll geimpft. Die US-Regierung hat bislang zugesagt, bis Ende Juni 80 Millionen Impfstoffdosen mit anderen Staaten zu teilen. Vergangene Woche hatte das Weiße Haus Details zur Verteilung der ersten 25 Millionen Dosen veröffentlicht. Mindestens 75 Prozent davon, knapp 19 Millionen Dosen, sollen demnach über das Impfprogramm Covax vergeben werden. Die verbleibendenden rund 25 Prozent, etwa 6 Millionen Dosen, will die US-Regierung direkt an Länder abgeben: etwa an die Nachbarländer Kanada und Mexiko sowie Indien und Südkorea.

20 Uhr: Corona-Lage in Deutschland entspannt sich: Inzidenz auf Tiefststand seit Oktober

In Deutschland geht die Zahl der gemeldeten Ansteckungen mit dem Coronavirus weiter deutlich zurück. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete eine 7-Tage-Inzidenz von 20,8 (Vortag: 22,9; Vorwoche: 36,8), das ist der niedrigste Wert seit acht Monaten.

Die gute Entwicklung könnte an den wärmeren Temperaturen, dem wachsenden Immunschutz in der Bevölkerung vor allem durch Impfungen sowie an Schnelltests bei Schule, Arbeit und Freizeit liegen. Ein Risikofaktor bleiben Virus-Mutanten wie die zunächst in Indien aufgetretene Delta-Variante. Bislang ist hierzulande aber keine starke Zunahme zu sehen.

19.11 Uhr: Corona-Inzidenz im Südwesten weiter rückläufig

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg ist weiter leicht rückläufig. Im Laufe der vergangenen sieben Tage haben die Behörden 26,0 Ansteckungen pro 100.000 Einwohner registriert, wie das Landesgesundheitsamt mitteilte. Am Dienstag hatte der Wert noch bei 27,0 gelegen. Am Dienstag vergangener Woche lag er deutlich höher, bei 45,1. 33 von 44 Stadt- und Landkreisen weisen eine Inzidenz unterhalb der 35er-Marke auf.

Der Wert ist für Lockerungen etwa bei Freibadbesuchen, in der Außengastronomie und bei Kulturveranstaltungen wichtig. Den höchsten Wert verzeichnete der Landkreis Tuttlingen (59,7), den niedrigsten der Kreis Emmendingen (7,2). Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle seit Pandemie-Beginn stieg um 624 auf 497.217. Zehn weitere Menschen starben an oder mit Corona. Die Zahl der Toten stieg damit auf 10.046. Als genesen gelten 477.289 Menschen (plus 1050).

18.31 Uhr: Die Inzidenz sinkt im Schwarzwald-Baar-Kreis weiter und ist aktuell bei 40

Gute Nachrichten und weitreichende Lockerungen sind jetzt auch im Schwarzwald-Baar-Kreis in Sicht: Wenn das Robert-Koch-Institut am Donnerstag die Inzidenzzahl von 40, die das Landesgesundheitsamt am Mittwoch um 17.30 Uhr für den Schwarzwald-Baar-Kreis meldet, bestätigt, gelten ab Freitag viele Lockerungen.

17.51 Uhr: Corona bei der EM: Dänemarks Trainer hat „verdammt große Sorgen“

Dänemarks Nationaltrainer Kasper Hjulmand macht sich kurz vor dem Beginn der Fußball-EM „verdammt große Sorgen“ um die beiden Teams von Spanien und Schweden, bei denen zuletzt je zwei Spieler positiv auf das Coronavirus getestet wurden. „Ich mache mir Sorgen, dass es bei den Spaniern und Schweden weitere Infektionsfälle geben wird“, sagte der frühere Bundesliga-Coach von Mainz 05 im EM-Quartier der dänischen Mannschaft in Helsingör.

Die Coronafälle bei diesen beiden Teams seien „eine Erinnerung daran, dass es noch nicht vorbei ist und wie zerbrechlich die Dinge sind“. Der 49 Jahre alte Hjulmand hatte den europäischen Dachverband UEFA schon vor mehreren Wochen dafür kritisiert, dass nicht alle EM-Teilnehmer rechtzeitig vor Turnierbeginn mit Impfstoff versorgt wurden.

„Es gibt einige Spieler, die geimpft sind: Die müssen sich weniger Sorgen machen. Ich mache mir aber verdammt große Sorgen um die Mannschaften, bei denen es mit neuen Fällen losgehen kann oder schon passiert ist“, sagte Hjulmand.

17.17 Uhr: Cannstatter Volksfest findet erneut nicht statt

Nach der Absage des Münchner Oktoberfests wegen des Coronavirus findet auch das Cannstatter Volksfest in Stuttgart erneut nicht statt. Das teilte die Stadt nun mit. Das zweitgrößte Volksfest in Deutschland war vom 24. September bis zum 10. Oktober 2021 geplant.

17 Uhr: Minister Lucha kündigt Genehmigung für Ferien- und Zeltlager an

Ferien- und Zeltlager für Kinder und Jugendliche sollen in Baden-Württemberg angesichts der sinkenden Corona-Infektionszahlen vom 1. Juli an genehmigt werden. Das hat Landesgesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) im Landtag angekündigt. „Monatelang konnten viele Angebote für Kinder und Jugendliche nur eingeschränkt stattfinden. Das ändert sich jetzt“, sagte er.

Die Angebote sollten mit der kommenden Verordnung „mutig, sicher und weitreichend“ geöffnet werden. Nach der geplanten Verordnung werden entsprechende Angebote mit Übernachtung außerhalb des eigenen Haushalts für getestete, genesene oder geimpfte Personen zugelassen, wenn die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz in einem Stadt- oder Landkreis unter 50 liegt. Bislang wird dies inzidenzunabhängig untersagt.

Bei einem Wert unter 35 sollen weitere Erleichterungen folgen.

15.43 Uhr: Digitaler Corona-Impfpass wird ab Donnerstag in Deutschland eingeführt

Vollständig geimpfte Menschen sollen in Kürze ihre Immunisierung mit einem digitalen Impfzertifikat über das Handy nachweisen können: Die Einführung dieses Digital-Passes in Deutschland starte bereits am Donnerstag, sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums. „Der digitale Impfpass wird jetzt Schritt für Schritt ausgerollt und in den Apps verfügbar sein“, fügte er hinzu. Minister Jens Spahn (CDU) werde die Details am Donnerstag in einer Pressekonferenz erläutern.

Der digitale Impfpass soll es vollständig geimpften Menschen erlauben, ihre Immunität per Handy nachzuweisen, ohne immer ihr gelbes Impfbuch mit sich führen zu müssen. Dies kann etwa bei Restaurantbesuchen oder bei Kulturveranstaltungen nützlich sein, falls dort ein Impfnachweis verlangt wird.

15 Uhr: Corona-Hilfe für Condor: EU-Gericht erklärt Genehmigung für nichtig

Die irische Ryanair hat vor dem EU-Gericht einen Erfolg gegen staatliche Corona-Hilfen für den deutschen Ferienflieger Condor erzielt. Die Richter kippten am Mittwoch den Beschluss der EU-Kommission zur Genehmigung der Beihilfe von insgesamt 550 Millionen Euro. Die Entscheidung der Brüsseler Behörde sei nicht ausreichend begründet, erklärte das Gericht in Luxemburg.

Praktisch hat das aber zunächst keine Folgen: Zumindest vorerst muss Condor kein Geld zurückzahlen. Denn das Gericht hat die Wirkung der Nichtigerklärung ausgesetzt, bis die EU-Kommission einen neuen Beschluss gefasst hat.

13.50 Uhr: Bundesregierung verlängert Corona-Wirtschaftshilfen

Die Bundesregierung verlängert staatliche Hilfen für besonders belastete Firmen in der Corona-Krise. Wie Finanz- und Wirtschaftsministerium in Berlin mitteilten, wird die Überbrückungshilfe III für Unternehmen und Soloselbstständige bis zum 30. September 2021 als „Überbrückungshilfe III Plus“ fortgeführt.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sagte, der „Konjunkturmotor“ laufe. Dennoch verlaufe der Ausstieg aus der Pandemie schrittweise. Deswegen sei die Verlängerung der bisher bis Ende Juni befristeten Hilfen ein wichtiges Signal. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) betonte, Deutschland habe die Pandemie wirtschaftlich besser durchstanden als viele andere, weil die Regierung entschlossen Hilfe geleistet habe.

„Und diese Unterstützung wird auch nicht kurz vorm Ziel eingestellt, das wäre ökonomischer Unsinn.“ Auch wenn sinkende Inzidenzzahlen auf ein Ende der Pandemie hoffen ließen, seien viele Unternehmen weiterhin von den Folgen der Pandemie betroffen.

13.34 Uhr: Curevac hofft auf genügend Datenmaterial für Impfstoffzulassung bis Ende Juni

Das Pharmaunternehmen Curevac hofft auf genügend Daten für eine Zulassung seines Corona-Impfstoffs bis Ende Juni. Das berichtete die "Augsburger Allgemeine" unter Berufung auf eine Firmensprecherin. Demnach verzögert sich der Zeitpunkt, weil sich im Rahmen der entscheidenden klinischen Zulassungsstudie bisher noch nicht genügend Teilnehmer mit dem Coronavirus infizierten.

Nach Angaben der Sprecherin gegenüber der Zeitung wird für das finale Datenpaket eine Mindestzahl von 160 Infizierten unter den rund knapp 40.000 Teilnehmern benötigt. Aktuell sind es aber erst 111. Der Wirkstoff von Curevac befindet sich seit Februar in einem sogenannten rollierenden Zulassungsverfahren bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA. Ursprünglich kalkulierte das Unternehmen mit einer Zulassung im Mai oder Juni.

13 Uhr: Fast 47 Prozent der Deutschen mindestens einmal gegen Corona geimpft

In Deutschland sind inzwischen 46,5 Prozent der Menschen mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft worden. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) haben 38,6 Millionen Menschen mindestens eine Impfdosis erhalten. 18,9 Millionen Menschen (22,8 Prozent) sind vollständig geimpft. Insgesamt sind demnach 56,6 Millionen Impfdosen verabreicht worden. Am Dienstag wurden laut RKI 984 723 Dosen gespritzt. Je nach Bundesland variiert laut RKI die Impfquote.

Die höchste Quote an mindestens Erstgeimpften verzeichnet Bremen mit 50,4 Prozent. Sachsen liegt mit 41,5 Prozent etwas hinter den anderen Bundesländern zurück. Das Saarland liegt bei der Berücksichtigung aller verabreichten Impfdosen beim Tempo an der Spitze, während die Kampagne dem RKI zufolge in Brandenburg am langsamsten läuft.

12.04 Uhr: Corona-Warn-App zeigt auch digitalen Impfnachweis an

Der geplante digitale Impfnachweis in Deutschland kann künftig auch in der offiziellen Corona-Warn-App des Robert Koch-Instituts angezeigt werden. Die Macher der Tracing-App veröffentlichten in der Nacht zum Mittwoch die aktuelle Version 2.3.2 in den App-Stores von Apple und Google. Es kann jedoch einige Stunden dauern, bis das Update für alle Anwenderinnen und Anwender sichtbar ist. Die Ausgabe der digitalen Impfnachweise in Deutschland soll noch im Juni starten.

Menschen in Deutschland, die keine Tracing-App für die Anzeige eines digitalen Impfnachweises verwenden möchten, können auf die Smartphone-App „CovPass“ ausweichen, die keine Kontaktverfolgungsfunktion hat. Außerdem wird der Impfnachweis auch ausgedruckt auf Papier ausgegeben. Der „CovPass“ soll zudem negative Testergebnisse und überstandene Infektionen dokumentieren und so das Reisen innerhalb der EU einfacher machen.

10.37 Uhr: EU-Parlament gibt grünes Licht für digitales Impfzertifikat

Das EU-Parlament hat grünes Licht für ein europaweit gültiges Impfzertifikat gegeben, das Reisen im Sommer erleichtern soll. Am Mittwoch stimmte in Straßburg eine große Mehrheit der Abgeordneten für den digitalen Impfpass. Nun müssen noch die Mitgliedstaaten dem mit dem Parlament ausgehandelten Kompromiss abschließend zustimmen. Dies soll bis Ende der Woche erfolgen.

Die elektronische Plattform für die Überprüfung von Impfzertifikaten soll am 1. Juli europaweit an den Start gehen. Das digitale Dokument soll neben Angaben zu Impfungen auch Informationen über Tests oder überstandene Corona-Infektionen enthalten.

9.54 Uhr: Familienministerin warnt vor Doppelbelastung von Frauen im Homeoffice

Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht (SPD) hat vor einer Doppelbelastung vieler Frauen im Homeoffice gewarnt. "Das ist in den Familien ganz deutlich zu spüren gewesen, dass die Frauen viel mehr die Verantwortung übernommen haben für Homeschooling, wenn die Kinder zu Hause waren", sagte sie am Mittwoch im ARD-Morgenmagazin. Die SPD-Ministerin forderte eine faire Verteilung der Aufgaben auch zu Pandemie-Zeiten.

"Wir müssen da hinkommen, dass Homeoffice nicht so verstanden wird, dass Frauen nebenbei noch etwas machen können", sagte sie. Dazu sei Aufklärung und Information seitens der Politik nötig, "damit es in den Köpfen ankommt". Am Nachmittag stellt Lambrecht einen neuen Bericht zur Gleichstellung von Mann und Frau vor.

8.31 Uhr: USA lockern Reisewarnung für Deutschland und weitere Länder

Die USA haben ihre Corona-bedingten Reisewarnungen für zahlreiche Länder gelockert. Unter anderem für Deutschland gilt die höchste Warnstufe nicht mehr, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Auflistung des US-Außenministeriums hervorgeht. Auch die Reiseempfehlungen für Frankreich, Griechenland, Mexiko, Kanada und das Olympia-Gastgeberland Japan wurden angepasst. Das Außenministerium rief die US-Bürger dazu auf, Reisen nach Deutschland und in die anderen Länder zu überdenken. Bisher hatte das Ministerium vor Reisen in diese Länder ausdrücklich gewarnt.

Weiterhin gültig ist der in der Corona-Pandemie verhängte US-Einreisestopp für Europäer. Der nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Joe Biden, Jake Sullivan, hatte am Montag gesagt, eine Lockerung des Einreisestopps für Ausländer aus Europa werde transparent erfolgen.

7.16 Uhr: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 20,8

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen ist weiter leicht gesunken und liegt nun bei 20,8 Fällen pro 100.000 Einwohner. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Mittwochmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter meldete, wurden innerhalb eines Tages 3254 Neuinfektionen sowie 107 Todesfälle in Verbindung mit dem Virus registriert.

Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Fälle in Deutschland seit Beginn der Pandemie liegt nach Angaben des RKI mittlerweile bei 3.705.942. Die Zahl der insgesamt registrierten Todesfälle stieg auf 89.491. Die Zahl der von einer Covid-19-Erkrankung Genesenen bezifferte das RKI auf rund 3.557.600.

Das waren die Entwicklungen vom Dienstag, 8. Juni: 

23.31 Uhr: USA lockern Reisewarnung für Deutschland und weitere Länder

Die USA haben ihre Corona-bedingten Reisewarnungen für zahlreiche Länder gelockert. Unter anderem für Deutschland gilt die höchste Warnstufe nicht mehr, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Auflistung des US-Außenministeriums hervorgeht. Auch die Reiseempfehlungen für Frankreich, Griechenland, Mexiko, Kanada und das Olympia-Gastgeberland Japan wurden angepasst.

22.13 Uhr: EMA will im Juli über Moderna-Impfstoff für KInder und Jugendliche entscheiden

Die europäische Arzneimittelbehörde (EMA) will im Juli entscheiden, ob sie den Corona-Impfstoff von Moderna für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren zulässt. Die EMA kündigte am Dienstag eine "beschleunigte Prüfung" des Zulassungsantrags des US-Pharmakonzerns an. Mit einem Ergebnis werde im Juli gerechnet. Wenn die Prüfer zusätzliche Informationen benötigen, könnte es nach Angaben der EMA aber auch länger dauern.

Moderna hatte am Montag die Zulassung seines Corona-Impfstoffs für Kinder und Jugendliche von zwölf bis 17 Jahren in der EU beantragt. Bisher ist in der EU nur der Impfstoff von Biontech und Pfizer für diese Altersgruppe zugelassen. In Deutschland können Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren seit Montag gegen das Coronavirus geimpft werden.

21.18 Uhr: Kurzarbeitsregeln werden erneut verlängert

Die wegen der Corona-Pandemie vereinfachten Zugangsregeln zur Kurzarbeit sollen über Ende Juni hinaus um weitere drei Monate verlängert werden. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) legt dazu an diesem Mittwoch dem Bundeskabinett eine entsprechende Verordnung vor.
In der Begründung heißt es, es gebe nach Ansicht der Bundesregierung trotz sinkender Corona-Zahlen und Impffortschritts weiterhin „Unsicherheiten“. Es gehe darum, „Beschäftigungsverhältnisse auch über den 30. Juni 2021 hinaus zu stabilisieren und dadurch Arbeitslosigkeit und gegebenenfalls Insolvenzen möglichst zu vermeiden“.

Vor allem finanziell stark belastete Unternehmen im Einzelhandel, in der Unterhaltungs-, Reise- und Tourismusbranche und im Hotel- und Gaststättengewerbe benötigten den erleichterten Zugang zur Kurzarbeit auch noch über den 30. Juni 2021 hinaus, heißt es weiter. Heil hatte den Schritt bereits im Mai angekündigt und von Planungssicherheit für die Unternehmen gesprochen.

20.15 Uhr: Kretschmann will ungenutzten Corona-Rettungsfonds für Firmen auflösen

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) will einen ungenutzten Rettungsfonds für mittlere Firmen mit einem Volumen von einer Milliarde Euro auflösen und zur Bewältigung anderer Corona-Folgen einsetzen. „Es ist klar, dass man einen Fonds, der nicht abgerufen wird, dass man den nicht bestehen lässt oder verlängert“, sagte der Grünen-Politiker in Stuttgart. „Dann sind eben Mittel verfügbar, die man sonst für Corona-Folgen benötigt.“ Allerdings werde man diese Frage in der Haushaltskommission der grün-schwarzen Koalition noch besprechen.

Kretschmann ergänzte, er habe an diesem Dienstag sein erstes Gespräch mit Finanzminister Danyal Bayaz zu dem geplanten Nachtragshaushalt. Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz hatte vorgeschlagen, mit dem Geld aus dem Fonds die Corona-Folgen für Schulen, Einzelhandel und Kultur abzumildern. Allerdings ist das Geld in dem Fonds noch bis September zweckgebunden. Für die CDU hatte sich Fraktionschef Manuel Hagel eher skeptisch geäußert und die schnelle Einberufung der Haushaltskommission verlangt. Das CDU-geführte Wirtschaftsministerium meldete für den Fall einer Umwidmung des Geldes eigene Ansprüche an.

19.21 Uhr: Drosten warnt vor Rückschlägen für Corona-Impfkampagne im Sommer

Der Virologe Christian Drosten hat vor Rückschlägen für die Corona-Impfkampagne über den Sommer in Deutschland gewarnt. Man müsse aufpassen, dass die Menschen künftig nicht nachlässig würden und sich zum Beispiel die Zweitimpfung nicht mehr abholten, weil sie keine Lust mehr hätten oder es zu kompliziert sei, sagte der Leiter der Virologie der Berliner Charité im Podcast „Coronavirus-Update“ (NDR-Info). „Solche Dinge dürfen einfach nicht eintreten. Das wird, glaube ich, die nächste große Aufgabe sein.“ Drosten erwartet demnach in einigen Wochen eine Diskussion über die Förderung der Impfbereitschaft.

Ziel seien mindestens 80 Prozent Zweifachimpfungen, zumindest in der „impffähigen erwachsenen Bevölkerung“, erinnerte er. Auch nach der Aufhebung der festgelegten Reihenfolge seit Montag bleibe es zunächst noch wichtig, die Gruppen zu impfen, in denen dies wegen des erhöhten Covid-19-Risikos dringlich sei. Das Augenmerk müsse im Moment noch auf der Versorgung der Menschen ab Mitte 40 liegen, so Drosten. Aktuell liegt der Anteil der vollständig Geimpften in der Bevölkerung bei knapp 22 Prozent.

18 Uhr: Corona-Inzidenz im Südwesten weiter leicht rückläufig

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg ist weiter leicht rückläufig. Im Laufe der vergangenen sieben Tage haben die Behörden mit Stand vom Dienstag 27,0 Ansteckungen pro 100.000 Einwohner registriert, wie das Landesgesundheitsamt mitteilte.

Am Montag hatte der Wert noch bei 28,1 gelegen, am Sonntag bei 29,4 und am Dienstag vergangener Woche deutlich höher bei 45,1. Weiter weisen 32 von 44 Stadt- und Landkreisen eine Inzidenz unterhalb der 35er-Marke auf. Der Wert ist für Lockerungen etwa bei Freibadbesuchen, in der Außengastronomie und bei Kulturveranstaltungen wichtig. Drei Regionen liegen über der 50er-Inzidenzschwelle.

16.50 Uhr: Arzt impft neunjähriges Mädchen unzulässigerweise gegen Corona

In Schwaben hat ein Arzt eines kommunalen Impfzentrums einem neunjährigen Mädchen unzulässigerweise eine Corona-Impfung verabreicht. Wie die Polizei mitteilte, ist ein Verfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung gegen den Mediziner eingeleitet worden, nachdem das Kind die Spritze bekommen hat. 

Das Mädchen war nur als Begleitung ihres Vaters, für den die Spritze eigentlich war, in dem Zentrum. Das Augsburger Landratsamt gab zu dem Fall keine Stellungnahme ab und verwies auf den privaten Betreiber. Eine Anwältin erklärte im Namen des Dienstleisters, dass der Arzt irrtümlich angenommen habe, das Kind sei eine Risikopatientin, die tatsächlich geimpft werden müsse. Das Mädchen kam nach dem Vorfall zur Beobachtung in eine Klinik. Nach Angaben des Vaters hatte die Impfung bislang keine gesundheitlichen Folgen für die Tochter. 

15.21 Uhr: Stiko-Entwurf: Kinder mit bestimmten Erkrankungen gegen Corona impfen

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Corona-Impfung laut einem vorläufigen Entwurf nur Kindern und Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren mit bestimmten Vorerkrankungen. Das Gremium nennt laut dem als vertraulich gekennzeichneten Papier, das der Deutschen Presse-Agentur vorlag, rund ein Dutzend Krankheitsbilder, die mit anzunehmendem erhöhtem Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf einhergingen.

Eine generelle Impfempfehlung für die Altersgruppe wird in dem Entwurf nicht ausgesprochen. Die Stiko listet auf: Fettleibigkeit, angeborene oder erworbene Immundefizienz oder relevante Immunsuppression, schwere Zyanose, schwere Herzinsuffizienz, schwere pulmonale Hypertonie, chronische Lungenerkrankungen mit einer anhaltenden Einschränkung der Lungenfunktion, chronische Niereninsuffizienz, chronische neurologische oder neuromuskuläre Erkrankungen, maligne Tumorerkrankungen, Trisomie 21 (Down-Syndrom) und syndromale Erkrankungen mit schwerer Beeinträchtigung.

15.13 Uhr: Curevac-Impfstoff kommt laut Lucha nicht vor August

Die Zulassung des Corona-Impfstoffs der Tübinger Firma Curevac dauert länger als geplant. Der baden-württembergische Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) bestätigte am Dienstag in Stuttgart, dass sich das Verfahren weiter verzögern wird. Zuletzt hatte es geheißen, man rechne mit einer Zulassung im Juni. Lucha sagte, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) habe in der Gesundheitsministerkonferenz mitgeteilt, „dass wir nach der derzeitigen Situation leider erst realistisch im August erwarten können, dass der Curevac-Impfstoff zulassungsfähig appliziert werden kann oder zugelassen wird.“ Der Grünen-Politiker erklärte, dass es bei der von Curevac durchgeführten klinischen Studie zu dem Vakzin „Komplikationen“ gebe.

13.53 Uhr: Kretschmann warnt vor Leichtsinn: „Wir sind noch nicht über den Berg“

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat trotz stark sinkender Corona-Infektionszahlen zur Vorsicht gemahnt. Die Lage sei zwar aktuell gut, sagte der Grüne in Stuttgart. Es bestehe aber auch die Gefahr, „dass die Menschen leichtsinnig werden und dass die Welle zurückkehren kann“. Deshalb sei er schon noch besorgt.

„Die Gefahr ist nicht weg, wir sind noch in der Pandemie.“ Die Fortschritte beim Impfen seien zwar deutlich sichtbar bei der Zahl der Neuinfektionen mit dem Erreger, sagte Kretschmann, aber: „Wenn man nicht aufpasst, kann er umso stärker bei Nicht-Geimpften wüten.“

Kritisch äußerte sich Kretschmann zu der Genehmigung der bayerischen Landesregierung, bei den vier Partien der Fußball-Europameisterschaft in München jeweils 14.000 Zuschauer zuzulassen. „Das mit der EM halte ich schon für höchst gewagt“, sagte der Grünen-Politiker.

13.41 Uhr: Bundestag will epidemische Notlage bis 30. September verlängern

Der Bundestag will noch in diesem Monat die wegen der Corona-Pandemie verhängte epidemische Notlage bis zum 30. September verlängern. Die im April eingeführte so genannte Bundesnotbremse soll aber am 30. Juni auslaufen. Darauf hätten sich die Koalitionsfraktionen verständigt, sagte CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt in Berlin. Angestrebt werde, die epidemische Notlage erst dann auslaufen zu lassen, wenn auch die Corona-Pandemie auslaufe. Bei der epidemischen Notlage und der Bundesnotbremse handelt es sich um zwei unterschiedliche gesetzliche Instrumente im Kampf gegen die Corona-Pandemie.

Die erstmals im März 2020 vom Bundestag festgestellte "epidemische Notlage von nationaler Tragweite" ermöglicht es dem Bundesgesundheitsministerium und anderen Regierungsstellen, weitreichende Verordnungen gegen die Pandemie zu erlassen. Die derzeitige Regelung würde am 30. Juni auslaufen, wenn sie nicht verlängert wird.

13.35 Uhr: Sterbefallzahlen in vierter Mai-Woche etwa im Schnitt der Vorjahre

Die Sterbefallzahlen in Deutschland sind in der 21. Kalenderwoche (24. bis 30. Mai) fast auf den Durchschnitt der vergangenen Jahre gesunken. In der Woche starben 16.893 Menschen, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden auf Basis einer Hochrechnung mitteilte. Das liege ein Prozent oder 91 Fälle über dem Schnitt der Jahre 2017 bis 2020 für diese Kalenderwoche. In der Woche zuvor hatte der Anstieg zwei Prozent betragen. Ein Vergleich mit der Zahl der beim Robert Koch-Institut (RKI) gemeldeten Corona-Sterbefälle ist bis einschließlich der 19. Kalenderwoche möglich (10. bis 16. Mai).

In dieser Woche gab es laut RKI 1006 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus, 272 weniger als in der Vorwoche. Die gesamten Sterbefallzahlen lagen in jener Woche fünf Prozent (871 Fälle) über dem Durchschnitt der vier Vorjahre. Die Corona-Pandemie hat sich 2020 ab Ende März erstmals auf die Entwicklung der Zahlen ausgewirkt und den Durchschnitt der Vorjahre ab dann ebenfalls beeinflusst, wie das Bundesamt erklärte.

12.44 Uhr: Psychische Probleme haben in Corona-Krise massiv zugenommen

Psychische Probleme haben in der Corona-Krise in vielen Industrieländern massiv zugenommen. Das geht aus einer Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor, die in Paris veröffentlicht wurde. Nicht nur die Furcht vor der Pandemie machte demnach vielen Menschen zu schaffen, sondern auch die Corona-Maßnahmen der Regierungen.

In vielen der 38 OECD-Länder hätten die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus offenbar eine "schädliche Wirkung (...) auf die geistige Gesundheit der Bevölkerung" gehabt, heißt es in dem Bericht zu den sozialen und wirtschaftlichen Folgen psychischer Erkrankungen. Dazu seien Risikofaktoren wie Arbeitslosigkeit oder Armut gekommen. "Seit dem Beginn der Covid-19-Krise haben psychische Leiden vor allem bei jungen Menschen stark zugenommen", erklärte die OECD. In einigen Ländern hätten sich Angststörungen und Depressionen sogar verdoppelt.

11.42 Uhr: 46 Prozent der Deutschen mindestens einmal gegen Corona geimpft

In Deutschland sind inzwischen 46 Prozent der Menschen mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft worden. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag (Stand: 10.05 Uhr) haben 38,2 Millionen Menschen mindestens eine Impfdosis erhalten. 18,2 Millionen Menschen (21,9 Prozent) sind vollständig geimpft. Insgesamt sind demnach 55,5 Millionen Impfdosen verabreicht worden. Am Montag wurden laut RKI 577.653 Dosen gespritzt.

Je nach Bundesland variiert laut RKI die Impfquote. Die höchste Quote an mindestens Erstgeimpften verzeichnet Bremen mit 49,9 Prozent. Sachsen liegt mit 41,0 Prozent etwas hinter den anderen Bundesländern zurück. Das Saarland liegt bei der Berücksichtigung aller verabreichter Impfdosen beim Tempo an der Spitze, während die Kampagne dem RKI zufolge in Brandenburg am langsamsten läuft. Das östliche Bundesland hat aber von allen Ländern bislang auch knapp die wenigsten Impfdosen erhalten.

10 Uhr: Weniger Ausbildungsplätze im Südwesten seit der Corona-Pandemie

Im Südwesten werden seit der Corona-Pandemie deutlich weniger Ausbildungsplätze angeboten. 2020 seien mehr als zehn Prozent weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen worden als im Vorjahr, teilten der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag in Stuttgart mit. Baden-Württemberg sei eines der Länder mit dem höchsten Anteil an an- und ungelernten Beschäftigten. In der Altersgruppe zwischen 25 Jahren und 35 Jahren hätten 194 000 Menschen oder 13,4 Prozent überhaupt keinen berufsqualifizierenden Abschluss. Der DGB und die Regionaldirektion begrüßten, dass sich die grün-schwarze Koalition auf die Einführung einer Ausbildungsgarantie verständigt habe.

9.02 Uhr: Gesundheitsminister Spahn bittet nach Aufhebung der Impfpriorisierung um Geduld

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat nach der Aufhebung der Impfpriorisierung um Geduld gebeten. Es sei unmöglich, „alle sofort zu impfen“, sagte Spahn am Dienstag im ARD-„Morgenmagazin“. „Wir können auch in dieser Phase nur um Geduld bitten.“ Noch im Laufe des Juli sollten nach Angaben des Gesundheitsministers jedoch alle Impfwilligen zumindest eine Erstimpfung erhalten haben. Dies gelte, „wenn die Impfungen kommen, wie sie sollen“, sagte Spahn weiter.

Etwa 38 Millionen Deutsche seien bereits erstmals geimpft. Bei einer Impfbereitschaft von 75 Prozent in der Bevölkerung fehlten also noch rund 15 Millionen Menschen, die bereit seien sich impfen zu lassen, aber noch keinen Impftermin erhalten hätten, sagte der Gesundheitsminister. Spahn rief ausdrücklich dazu auf, keinen Druck auf Angestellte von Arztpraxen auszuüben, um einen früheren Termin zu erhalten. „Bitte lassen Sie den Frust nicht aus bei den Arzthelferinnen und Arzthelfern“, sagte er.

8.03 Uhr: RKI registriert 1204 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 22,9

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1204 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Dienstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.02 Uhr wiedergeben. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Dienstagmorgen mit bundesweit 22,9 an (Vortag: 24,3; Vorwoche: 35,2). Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 140 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 153 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.702.688 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.549.900 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 89.384 angegeben.

7.22 Uhr: Prüfungen an Haupt- und Realschulen starten unter Corona-Bedingungen

Für die Abschlussklassen der Haupt-, Werkreal- und Realschulen im Südwesten wird es ernst: Rund 73 000 Schülerinnen und Schüler starten am Dienstag in ihre schriftlichen Abschlussprüfungen. Wegen der Corona-Pandemie gelten für die Prüflinge der Abschlussjahrgänge besondere Bedingungen. Sie haben unter anderem länger Zeit für die einzelnen Prüfungen.

Außerdem bekommen die Lehrkräfte in diesem Jahr mehr mögliche Prüfungsaufgaben zur Auswahl. Auf diese Weise sollen Unterrichts- und Prüfungsstoff bestmöglich zusammenpassen. Wegen Corona haben Schüler und Schülerinnen wegen Schulschließungen und Wechselbetrieben monatelang unter erschwerten Bedingungen gelernt. Wie bereits bei den Abiturprüfungen im Mai gelten auch für die aktuellen Prüfungen spezielle Hygienebedingungen. Es besteht unter anderem eine Maskenpflicht. Außerdem müssen getestete und nicht getestete Schüler räumlich voneinander getrennt sitzen.

Das waren die Entwicklungen vom Montag, 7. Juni: 

23 Uhr: RKI registriert 1117 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 24,3

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1117 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Montagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.20 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 1978 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Montagmorgen mit bundesweit 24,3 an (Vortag: 24,7; Vorwoche: 35,1).

Das RKI wies allerdings in einem Lagebericht auf den Feiertag Fronleichnam in vielen Bundesländern am Donnerstag hin: „Bei der Interpretation der Fallzahlen ist zu beachten, dass an Feiertagen weniger Personen einen Arzt aufsuchen, wodurch auch weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt werden. Dies führt dazu, dass weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet werden.“

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 22 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 36 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3 701 484 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3 542 700 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 89 244 angegeben.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Montag bei 0,76 (Vortag: 0,81). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 76 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

21.54 Uhr: Indiens Premier verspricht Corona-Impfungen für alle Erwachsenen

In Indien sollen sich in zwei Wochen alle Erwachsenen kostenlos gegen Corona impfen lassen können. Das versprach Indiens Premierminister Narendra Modi am Montag in einer im Fernsehen übertragenen Rede. Als Starttermin für die Impfungen nannte er den 21. Juni. Kritik an Modis bisheriger Impfstrategie gab es zuvor aus der Opposition, mehreren Bundesstaaten und dem Höchsten Gericht.

Von der Regierung werden bisher nur Impfdosen für Erwachsene ab 45 Jahren bereitgestellt. Impfstoffe für jüngere Altersgruppen müssen zurzeit von den Bundesstaaten oder Privatkliniken selbst besorgt werden - für einen höheren Preis als von der Zentralregierung - und oftmals müssen Geimpften für diese Impfungen bezahlen.

Unklar ist jedoch, wie schnell die Regierung genügend Dosen für alle Erwachsenen aus der einheimischen Produktion oder aus dem Ausland einkaufen kann. Bislang war die Impfstoffverfügbarkeit in Indien knapp. 3,5 Prozent der 1,3 Milliarden Einwohnerinnen und Einwohner des Landes sind bereits vollständig geimpft.

Modi kündigte zudem Unterstützung für ärmere Menschen an, die unter der Pandemie besonders gelitten hätten. 800 Millionen Menschen sollen bis November kostenlos Getreide erhalten.

Noch vor einem Monat steckte Indien in einer heftigen zweiten Corona-Welle mit teils mehr als 400 000 erfassten Fällen am Tag. Diese ist inzwischen stark abgeflacht. Zuletzt wurden 106 000 Neuinfektionen registriert, wie offizielle Zahlen am Montag zeigten. So gab es in der Hauptstadt Neu Delhi, der Finanzmetropole Mumbai und in mehreren anderen Regionen deutliche Lockdown-Lockerungen.

20.49 Uhr: Tschechien öffnet Grenzen für Touristen aus allen EU-Staaten

Tschechien öffnet seine Grenzen vom 21. Juni an für Touristen aus allen EU-Staaten sowie Serbien. Das kündigte Gesundheitsminister Adam Vojtech am Montag an. Die Reisenden müssten nachweisen, dass sie gegen das Coronavirus geimpft, negativ getestet oder genesen seien. Es reiche, wenn die erste Impfung mehr als 22 Tage zurückliege. Die Tourismusbranche in Tschechien hat unter der Corona-Pandemie stark gelitten. Die Zahl der ausländischen Hotelgäste ging 2020 um knapp 75 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück.

Bereits seit einiger Zeit dürfen geimpfte Touristen aus Deutschland, Österreich und fünf weiteren EU-Staaten wieder nach Tschechien reisen, wenn die erste Spritze mehr als 22 Tage zurückliegt. Es muss ein Online-Einreiseformular ausgefüllt werden. Für Deutschland ist Tschechien aufgrund sinkender Corona-Infektionszahlen ab Sonntag kein Risikogebiet mehr. Die Sieben-Tage-Inzidenz je 100 000 Einwohner betrug zuletzt 22.

Die tschechische Hauptstadt will den Reiseverkehr mit dem Programm „In Prag wie zu Hause“ ankurbeln. Übernachtungsgäste erhalten kostenlose Eintrittskarten für Museen, Denkmäler, Galerien oder den Zoologischen Garten.

19.40 Uhr: Drei von vier Kreisen im Südwesten unter Inzidenz von 35

Knapp drei Viertel der Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg unterschreiten in der Corona-Pandemie mittlerweile die Marke 35 bei der Sieben-Tage-Inzidenz. Der Wert ist seit heute für Lockerungen etwa bei Freibadbesuchen, in der Außengastronomie und bei Kulturveranstaltungen wichtig. In 32 der 44 Regionen im Südwesten wurde nach Angaben des Landesgesundheitsamts in Stuttgart in den vergangenen sieben Tagen bei weniger als 35 Menschen je 100.000 Einwohner eine Corona-Infektion registriert.

Die Stadt Heidelberg und der Landkreis Emmendingen weisen mit 8,7 beziehungsweise 9,6 sogar eine einstellige Sieben-Tage-Inzidenz auf. Am höchsten ist der Wert mit 55,6 in Pforzheim. 

17.31 Uhr: Modellprojekt im Europapark war erfolgreich

In Baden-Württemberg dürfen Freizeitparks wieder für Besucher öffnen. Ab Dienstag können bereits die ersten Achterbahnen Fahrt aufnehmen. Sinkende Corona-Infektionszahlen und ein erfolgreiches Modellprojekt im Europa-Park in Rust (Ortenaukreis) erlauben die Öffnungen aller Parks im Südwesten, wie das Gesundheitsministerium mitteilte.

Die Bedingung für einen Besuch im Freizeitpark ist der Nachweis eines negativen Corona-Tests, einer Impfung oder Genesung. Deutschlands größter Freizeitpark in Rust hatte schon im Mai im Rahmen eines wissenschaftlich begleiteten Modellprojekts geöffnet. Nach einem Zwischenbericht des Gesundheitsministeriums steht „bislang kein nennenswertes Infektionsgeschehen“ im Zusammenhang mit der Probe-Öffnung.

16.55 Uhr: Berlin-Marathon möglicherweise mit bis zu 35.000 Teilnehmern

Der Berlin-Marathon könnte am 26. September als Pilotprojekt mit bis zu 35.000 Läuferinnen und Läufern starten. Entsprechende Planungen in Abstimmung mit dem Berliner Senat stellte Veranstalter SCC-Events bei einer Pressekonferenz in Berlin vor. „Wir müssen uns auf den Weg machen, um Zukunft möglich zu machen“, sagte der Berliner Innensenator Andreas Geisel.

Der auch für den Sport zuständige Senator warnte aber auch: „Es gibt keine Sicherheit, dass der Berlin-Marathon stattfinden kann, aber die Wahrscheinlichkeit ist da. Wenn die Inzidenzwerte weiter sinken, ist eine Zulassung des Pilotprojektes denkbar.“ Die vom Veranstalter vorgestellten Hygiene-Konzepte bewertete Geisel als „für die Läufer sehr sicher“.

Es soll unter anderem ein umfangreiches PCR-Testsystem eingerichtet werden für diejenigen, die noch nicht vollständig gegen das Coronavirus geimpft sind oder aufgrund einer überstandenen Erkrankung Antikörper haben.

15.51 Uhr: Reibungsloser Start zurück ins Schulleben nach Corona-Lockdown

Nach fast einem halben Jahr Fernunterricht sind Hunderttausende Schülerinnen und Schüler im Südwesten heute in ihre Klassenzimmer zurückgekehrt. Der Start nach den Pfingstferien sei reibungslos verlaufen, sagte ein Sprecher des Kultusministeriums in Stuttgart. Der Lehrerverband GEW ergänzte, die Erfahrung aus dem vergangenen Corona-Jahr hätte dabei geholfen, sich auf den Präsenz- und Wechselunterricht vorzubereiten. Angesichts der sinkenden Corona-Inzidenzzahlen ist fast überall wieder Unterricht in der Schule möglich. Hinzu kommt, dass ein Großteil der Lehrkräfte schon geimpft ist.

Liegt die Inzidenz in den Stadt- und Landkreisen stabil unter 50 Infektionen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen, können neben den Grundschulen auch die weiterführenden Schulen ihre Pforten wieder für alle Kinder und Jugendlichen öffnen. In Regionen mit einer Inzidenz über 50 gibt es an weiterführenden Schulen Wechselunterricht. Ab dem 21. Juni sollen aber auch diese Schulen wieder in den Regelbetrieb gehen, auch wenn die Sieben-Tage-Inzidenz in ihrem Kreis noch zwischen 50 und 100 liegt. Außerdem ist wieder Sportunterricht unter Auflagen möglich.

15 Uhr: Noch 18 Bewohner in Dresdner Hochhaus unter Quarantäne

Nach dem Tod eines an Covid-19 erkrankten jungen Indien-Rückkehrers sind noch 18 Bewohner eines Hochhauses in Dresden unter Quarantäne. Ob sich einige der Bewohner mit der sogenannten Delta-Variante angesteckt hätten, sei weiter unklar, sagte eine Stadtsprecherin auf Anfrage. Die Ergebnisse der sogenannten Sequenzierung würden für Mittwoch erwartet.

Das Gesundheitsamt hatte in der Vorwoche vorsorglich eine Quarantäne für das gesamte Studentenwohnheim verhängt, nachdem ein Bewohner des Studentenwohnheims am 1. Juni nach einer Covid-19-Erkrankung gestorben war. Der Student war erst vor kurzem aus Bangalore zurückgekehrt, ein Schnelltest nach der Einreise fiel negativ aus.

Laut Gesundheitsamt besteht der Verdacht, der Mann könne sich mit der sogenannten Delta-Variante angesteckt haben. Sieben Bewohner des Hochhauses waren daraufhin positiv auf das Coronavirus getestet worden, bei dreien besteht zudem der Verdacht auf eine Infektion mit der sogenannten Delta-Variante, die zuerst in Indien festgestellt wurde.

14.42 Uhr: Corona-Fall bei Lettland vor EM-Test - DFB rechnet nicht mit Absage

Bei Gegner Lettland gibt es vor dem letzten EM-Test der deutschen Fußball-Nationalmannschaft einen Corona-Fall. Der Deutsche Fußball-Bund rechnet allerdings derzeit nicht mit einer Absage der Partie am Montagabend (20.45 Uhr/RTL). „So lange das Gesundheitsamt keine weiteren Maßnahmen einleitet, gehen wir davon aus, dass das Spiel wie geplant stattfindet“, sagte ein Sprecher auf Anfrage.

Der lettische Verband hat auf Twitter mitgeteilt, dass der Corona-Test eines Nationalspielers positiv ausgefallen sei. „Alle vorherigen Tests in diesem Trainingslager waren sowohl für diesen Spieler als auch für den Rest der Nationalmannschaft negativ“, hieß es. „Es wurden alle notwendigen Schritte unternommen, um den Spieler vom Rest der Mannschaft zu isolieren, die engsten Kontaktperson zu identifizieren und zu isolieren, den Sachverhalt aufzuklären und Informationen zu sammeln.“

14.27 Uhr: Moderna beantragt Zulassung seines Impfstoffs für Jugendliche in EU

Nun hat auch der US-Hersteller Moderna bei der EU-Arzneimittelbehörde EMA die Zulassung seines Corona-Impfstoffs für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren beantragt. Dies teilte das Unternehmen am Montag mit. Bisher darf in der EU nur das Vakzin von Biontech/Pfizer auch so jungen Menschen verabreicht werden. Moderna hat eine EU-Zulassung ab 18 Jahren.

Grundlage des Antrags sei eine Phase-2/3-Studie mit dem mRNA-1273 genannten Moderna-Impfstoff bei 2500 Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren in den USA, teilte das Unternehmen mit. Die Wirksamkeit habe dabei bei 100 Prozent gelegen. Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil seien wie bei der Phase-3 Studie von Erwachsenen, hieß es weiter. Das Präparat werde „im Allgemeinen gut vertragen“.

Für Erwachsene hat der Moderna-Impfstoff bereits seit 6. Januar eine bedingte Marktzulassung in der Europäischen Union. Er wurde inzwischen millionenfach gespritzt. Die EU-Kommission hatte im Namen der 27 Mitgliedsstaaten zunächst 160 Millionen Dosen des Präparats geordert. Im Februar folgte dann ein zweiter Vertrag über bis zu 300 Millionen weitere Dosen.

14.17 Uhr: Viele Betriebsärzte starten erst ab Dienstag mit Corona-Impfungen

Viele Betriebsärzte in Deutschland können erst am Dienstag oder Mittwoch in größerem Umfang mit den Corona-Schutzimpfungen beginnen. Der Präsident des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte, Wolfgang Panter, begründete dies damit, dass die Lieferungen von Impfdosen erst im Laufe des Montag erfolgten. Somit könnten die Ärzte erst für die Folgetage sicher planen. Die Bereitschaft unter den Betriebsärzten, beim Impfen mitzuwirken sei sehr hoch, sagte Panter der Deutschen Presse-Agentur in Karlsruhe. Das gelte auch für die Mitarbeiter. In Pilotprojekten hätten sich bis zu 70 Prozent der Mitarbeiter impfen lassen.

13.56 Uhr: Neustart in Gastronomie und Handel läuft noch verhalten

Einkaufen im Laden oder Ausgehen in Restaurants und Kneipen ist nach Umfragen noch nicht wieder so angesagt wie vor der Corona-Krise. Obwohl in vielen Regionen Geschäfte und Restaurants unter Auflagen wieder geöffnet haben, zeigen sich die Kunden noch zurückhaltend, wie aus dem Konsumbarometer des Handelsverbands Deutschland hervorgeht. Der Verband rechnet jedoch damit, dass weitere Öffnungsschritte die Menschen dazu bringen, sich wieder mehr zu gönnen.

Darauf setzt auch die Gastronomie. Noch laufe das Geschäft wegen Auflagen wie Abständen und Testpflicht gebremst, teilte der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) am Montag mit. Im Mai erreichten die Umsätze nur knapp ein Drittel des Betrags von 2019. „Wir hoffen, dass sich die Situation im Juni weiter verbessert“, sagte Verbandspräsident Guido Zöllick.

Hoffnung schöpft die Branche etwa daraus, dass sinkende Corona-Zahlen zu erweiterten Kontaktregeln und mehr Möglichkeiten für Familienfeiern führen. Wer nun ausgeht, trifft aber möglicherweise nicht mehr auf die gewohnte Bedienung: In mehr als 40 Prozent der Betriebe hat sich nach einer Dehoga-Umfrage ein Teil des Personals neue Stellen in anderen Branchen gesucht.

13.36 Uhr: RKI: Stiko-Empfehlung zu Kinder-Impfungen erscheint am Donnerstag

Die zum Thema Kinder ergänzte Corona-Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) soll am Donnerstag publiziert werden. Die neue Fassung werde dann im sogenannten Epidemiologischen Bulletin des Robert Koch-Instituts (RKI) erscheinen, sagte eine RKI-Sprecherin auf Anfrage.

Es wird erwartet, dass das Expertengremium mangels ausreichender Datenbasis keine generelle Impfempfehlung für alle Kinder ausspricht, sondern den Impfstoff zunächst vor allem etwa für vorerkrankte Kinder vorsieht. Ein Entwurf für den Stiko-Beschluss war am Freitag an Länder und Fachgesellschaften gegangen. Diese können noch Änderungen einbringen, bevor die Stiko den Beschluss fasst.

13.30 Uhr: Bundesregierung wirbt für Festhalten an Corona-Schutzmaßnahmen

Die Bundesregierung hält eine Verlängerung der Corona-Schutzmaßnahmen über Ende Juni hinaus weiterhin für notwendig. Es lasse sich jetzt allerdings noch nicht sagen, welche konkreten Maßnahmen im August oder September ergriffen würden beziehungsweise "dann noch nötig sind", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Vorerst befinde sich das Land aber weiterhin in der Pandemie.

Hintergrund ist die Feststellung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite. Diese gilt derzeit bis Ende Juni und müsste vom Bundestag verlängert werden. Bislang war dies jeweils für drei weitere Monate erfolgt. Ein Antrag der Koalition, über den der Bundestag an diesem Donnerstag abstimmen soll, sieht eine solche Verlängerung vor.

Ein Zeitraum wird in der Beschlussvorlage bislang nicht genannt. Sie würde damit bis Ende September gelten, sofern der Bundestag nicht zuvor die Aufhebung beschließt.

13.21 Uhr: Corona-Impfungen: Fast 55 Millionen Dosen verimpft

In Deutschland sind inzwischen 54,9 Millionen Impfdosen gegen das Coronavirus verabreicht worden. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von heute sind 38 Millionen Menschen (45,7 Prozent) mindestens einmal geimpft worden, 17,7 Millionen Menschen (21,3 Prozent) sind vollständig geimpft. Am Sonntag wurden laut RKI 273.355 Dosen gespritzt.

Impfwillige können sich ab heute unabhängig von der bisher gültigen Prioritätenliste in Deutschland gegen Corona impfen lassen. Gleichzeitig steigen Tausende Betriebsärztinnen und -ärzte in die Impfungen ein. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) schrieb auf Twitter: „Ab heute impfen die Betriebsärzte flächendeckend mit - das hilft, manchen Unentschlossenen besser zu erreichen.“

Seit Montag hat das RKI seine Zählweise leicht verändert. Nun werden Menschen, die mit dem Vakzin des Herstellers Johnson & Johnson geimpft werden, schon bei der ersten Impfung mitgezählt – vorher nur bei den vollständig Geimpften.

12.49 Uhr: Merkel und Laschet verteidigen Spahn im Masken-Streit mit der SPD

Kanzlerin Angela Merkel und CDU-Chef Armin Laschet haben Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gegen Vorwürfe um die Verteilung von angeblich minderwertige Corona-Masken an Menschen mit Behinderung und Obdachlose verteidigt. Merkel sagte am Montag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen in einer hybriden Sitzung des CDU-Vorstands, die Vorwürfe seien von Fakten nicht gedeckt. Die SPD versuche, die Pandemie-Politik in ein schlechtes Licht zu stellen. 

Merkel sagte nach den Informationen aus Teilnehmerkreisen: „Wir alle unterstützen Jens Spahn.“ Die Argumentation des Bundesgesundheitsministeriums sei hieb- und stichfest. Nach „Bild“-Informationen hatte Merkel in der Präsidiumssitzung vor der großen Vorstandsrunde gesagt: „Wenn ich sehe, was mit Jens passiert: Das entbehrt wirklich jeder Sachgrundlage.“ Sie habe von einem Versuch gesprochen, „durch negative Stimmung Schaden anzurichten“. Dies sei „fernab von dem, was man guten Umgang nennt“. Sie habe die Runde aufgefordert: „Wir müssen jetzt dagegenhalten.“

11.14 Uhr: Schulen, Einzelhandel, Kultur: Diese Regeln gelten in Ihrem Landkreis

Sind die Schulen offen oder nicht? Brauche ich einen Schnelltest, um einkaufen zu gehen? Die Corona-Regeln sind schwer zu durchschauen und ändern sich je nach Lage ständig. Welche Regeln in Ihrem Landkreis gelten, finden Sie tagesaktuell hier.

10.11 Uhr: Betriebsärzte sehen sich gut gerüstet für Corona-Impfungen in Unternehmen

Mit dem Wegfall der Priorisierung von einzelnen Bevölkerungsgruppen beginnen nun auch in den Unternehmen deutschlandweit die Corona-Impfungen. Der Verband der Deutschen Betriebs- und Werksärzte (VDBW) sieht die Mediziner dabei gut gerüstet - verweist zugleich aber auf die noch geringe Menge an zur Verfügung stehenden Impfstoffen. "Wir sind zunächst mal froh, dass es jetzt endlich losgeht, weil die Nachfrage aus den Betrieben ist groß", sagte VDBW-Präsident Wolfgang Panter am Montag dem Bayerischen Rundfunk. Die Zahl der zur Verfügung stehenden Impfdosen sei indes "überschaubar klein".

Dennoch sei es sinnvoll, dass die Betriebsärzte jetzt mitimpfen. "Wir haben einen direkten Zugang zu Belegschaften", sagte Panter in der Sendung "Radiowelt am Morgen". "Aber natürlich muss die Impfplanung sich den entsprechenden Dosen anpassen", fügte er hinzu. "Sie müssen im Betrieb überlegen, mit welchen Gruppen beginne ich. Das ist sicherlich eine Gemeinschaftsaufgabe gerade zwischen Unternehmensleitungen und den Betriebsräten und Personalvertretungen."

9.26 Uhr: Esken legt Spahn erneut Rücktritt wegen Affäre um minderwertige Masken nahe

In der Affäre um minderwertige Corona-Schutzmasken verstärkt SPD-Chefin Saskia Esken den Druck auf Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). „Sollten sich die Vorwürfe gegenüber Jens Spahn und dem Bundesgesundheitsministerium bewahrheiten, ist er in seinem Amt nicht mehr haltbar“, sagte Esken den Zeitungen der Funke-Mediengruppe vom Montag. „Das Verhalten von Jens Spahn ist menschenverachtend“, urteilte Esken. „Wer minderwertige Masken an Menschen mit Behinderung, Obdachlose und Pflegeeinrichtungen verteilen will, um sein Versagen zu kaschieren, handelt respektlos.“

CSU-Vizechefin Dorothee Bär hingegen verteidigte Spahn und griff ihrerseits die SPD an. „Es ist ein großer Akt der Verzweiflung, dass die SPD nun ausgerechnet an den Gesundheitsminister herantritt“, sagte die Digital-Staatsministerin der „Welt“. „Diese Kampagne zeigt die große Verzweiflung, da die Sozialdemokraten ja kaum mehr eine Rolle spielen.“ In der Auseinandersetzung geht es um eine große Zahl mutmaßlich minderwertiger Masken, die das Bundesgesundheitsministerium 2020 zumeist in China gekauft hatte. Laut „Spiegel“ wollte es solche Masken an Obdachlose, Behinderte oder Hartz-IV-Empfänger verteilen.

8.21 Uhr: Bayern lockert Corona-Einschränkungen

Bayern hat zum Ende der Pfingstferien viele Corona-Beschränkungen aufgehoben. Schon bei stabilen Inzidenzwerten unter 100 können sich privat zehn Menschen aus drei Haushalten treffen - plus Geimpfte. Geburtstage, Hochzeiten oder Vereinssitzungen sind in geschlossenen Räumen mit 25 Teilnehmern erlaubt. In den Schulen soll es vom 21. Juni an wieder einen fast normalen Präsenzunterricht geben. Gleiches gilt für Kindertagesstätten. Gastwirte dürfen wieder drinnen bedienen, bis 24.00 Uhr. Im Handel gehen die Türen wieder auf, Testpflicht und Voranmeldung zum Einkaufen fallen weg. Freizeitparks, Saunabetriebe und Bäder darf man mit Test besuchen.

Bei stabilen Inzidenzwerten unter 50 gilt: In den Schulen gibt es nach den Pfingstferien wieder fast normalen Präsenzunterricht. Gleiches gilt für Kitas. Private Treffen sind mit zehn Menschen aus zehn Haushalten möglich, bei Geburtstagen und Hochzeiten dürfen es 50 sein. Bewohner von Pflegeheimen können leichter Angehörige und Freunde empfangen: Die Testpflicht für Besucher fällt weg.

7.27 Uhr: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sinkt weiter leicht auf 24,3

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen ist weiter leicht gesunken und liegt nun bei 24,3 Fällen pro 100.000 Einwohner. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Montagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter meldete, wurden 1117 Neuinfektionen und 22 Todesfälle in Verbindung mit dem Virus innerhalb eines Tages registriert. Am vergangenen Montag waren noch 1978 Neuinfektionen gezählt worden.

Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Fälle in Deutschland seit Beginn der Pandemie liegt nach Angaben des RKI mittlerweile bei 3.701.484. Die Zahl der insgesamt registrierten Todesfälle stieg auf 89.244. Die Zahl der von einer Covid-19-Erkrankung Genesenen bezifferte das RKI auf rund 3.542.700.

Das waren die Entwicklungen vom Sonntag, 6. Juni: 

22 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg weiter unter 30

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg ist nahezu unverändert geblieben. Am Sonntag lag sie landesweit bei 29,4 Fällen je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen, wie das Landesgesundheitsamt mitteilte. Am Samstag hatte der Wert bei 29,6 gelegen, am Freitag bei 31,5.

In 29 von 44 Stadt- und Landkreisen wurde der Wert von 35 unterschritten. In der am Donnerstag verkündeten neuen Corona-Verordnung ist das der Schwellenwert für weitere Lockerungen. Über 100 liegt gar keine Region mehr. Am niedrigsten liegt weiterhin Heidelberg mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 10,5, am höchsten der Landkreis Heidenheim mit 57,2.

Bis Sonntag starben nach Angaben des Landesgesundheitsamts 10 017 Menschen an einer Infektion mit Sars-CoV-2 oder im Zusammenhang damit. Seit Samstag kamen demnach keine neuen Todesfälle hinzu. Infiziert haben sich seit Beginn der Pandemie den Daten zufolge mindestens 495 697 Menschen (plus 118). Als genesen gelten einer Schätzung zufolge 474 688 Personen (plus 935).

Bislang wurden in Baden-Württemberg nach Angaben des Robert Koch-Instituts 43,5 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal geimpft. Als vollständig geimpft gelten 20,1 Prozent (Stand: 5.Juni).

17 Prozent der 2354 betreibbaren Intensivbetten sind laut Landesgesundheitsamt im Moment frei. Dieser Wert ist wichtig, um die Auslastung des Gesundheitssystems beurteilen zu können. Solche Betten werden aber nicht nur für Covid-19-Patienten mit schweren Verläufen gebraucht, sondern ebenso für andere gravierende Erkrankungen.

20.32 Uhr: Spanien öffnet Grenzen für geimpfte Reisende aus aller Welt

Spanien öffnet am Montag seine Grenzen für geimpfte Reisende aus aller Welt. Gegen das Coronavirus geimpfte Menschen "und ihre Familien" seien im Land willkommen und zwar unabhängig von ihrem Herkunftsland, hatte die Regierung in Madrid Ende Mai erklärt. Auch ausländische Kreuzfahrtschiffe dürfen ab Montag wieder in spanischen Häfen anlegen.

Die Tourismusbranche des Landes setzt nach monatelangem Corona-Lockdown auf das Sommergeschäft. Die Regierung hofft in diesem Jahr auf 45 Millionen ausländische Besucher. Spanien ist nach Frankreich das zweitbeliebteste Reiseziel der Welt und verzeichnete 2019 nach offiziellen Angaben 83,5 Millionen ausländische Besucher. Im vergangenen Jahr brach die Zahl um 77 Prozent ein.

19.06 Uhr: Rückkehr ins Klassenzimmer: Inzidenz und Impfung machen es möglich

Nach fast einem halben Jahr Home Schooling steht für Hunderttausende Schülerinnen und Schüler im Südwesten an diesem Montag die Rückkehr ins Klassenzimmer an. Grund sind die sinkenden Corona-Inzidenzzahlen und die Impfung fast aller Lehrkräfte.

Liegt die Inzidenz in den Stadt- und Landkreisen stabil unter 50 Infektionen auf 100 000 Einwohner in sieben Tagen, dürfen neben den Grundschulen auch die weiterführenden Schulen ihre Pforten nach den Pfingstferien wieder für alle Kinder und Jugendlichen öffnen. In Regionen mit einer Inzidenz über 50 gibt es an weiterführenden Schulen Wechselunterricht.

Ab dem 21. Juni sollen aber auch diese Schulen wieder in den Regelbetrieb gehen, auch wenn die Sieben-Tage-Inzidenz in ihrem Kreis noch zwischen 50 und 100 liegt. Außerdem ist wieder Sportunterricht unter Auflagen möglich.

17.28 Uhr: Inzidenzen sinken: Diese Lockerungen gelten ab morgen in den Landkreisen Konstanz, Waldshut und Bodensee

Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Konstanz hat vom 2. bis 6. Juni und damit an fünf aufeinander folgenden Tagen den Schwellenwert von 35 unterschritten. Das meldete das Landratsamt Konstanz am Sonntag. Deshalb gelten ab Montag zusätzliche Lockerungen der Regeln gemäß Corona-Verordnung. So entfällt beispielsweise die Testpflicht für die Außenbereiche von Gastronomie, Veranstaltungen und weitere Einrichtungen wie beispielsweise Freibäder. Weitere Lockerungen im Überblick finden Sie hier.

Auch im Bodenseekreis bringt die neue Corona-Verordnung des Landes ab Montag neue Möglichkeiten in Sachen Öffnungen und Lockerungen für das öffentliche Leben. Es gelten dann Öffnungsschritt 3 und darüber hinaus weitere Erleichterungen des Inzidenz-Status „unter 35“, teilt das Landratsamt mit. Einen Überblick der Lockerungen finden Sie hier.

Im Kreis Waldshut dürfen ab Montag zahlreiche Freizeiteinrichtungen wieder öffnen und am Dienstag könnte die Testpflicht für Außenbereiche entfallen. Lesen Sie mehr dazu hier.

Die niedrige Inzidenz führt ebenfalls im Kreis Lörrach zu Lockerungen bei den Infektionsschutzregeln. Betroffen sind Lehrveranstaltungen, Gastronomie, Messen und weitere Freizeitangebote. Einen Gesamtüberblick finden Sie hier.

17 Uhr: Corona-Impfzentren im Südwesten impfen besonders gefährdete Kinder

In den baden-württembergischen Impfzentren sollen mit dem Wegfall der Impfpriorisierung an diesem Montag auch besonders gefährdete Kinder gegen das Coronavirus geimpft werden. „Wir haben uns als Land entschieden, nicht auf die Empfehlung der Stiko zu warten, sondern schon ab Montag den besonders gefährdeten Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren ein Impfangebot zu machen“, teilte der Amtschef des Gesundheitsministerium, Uwe Lahl, am Sonntag in Stuttgart laut einem Sprecher mit.

Dies betrifft laut Ministerium Kinder mit Vorerkrankungen und einem anzunehmenden erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf der Covid-19-Erkrankung. Auch Kinder und Jugendliche mit besonders schutzbedürftigen Familienmitgliedern oder anderen Kontaktpersonen im nächsten Umfeld, die etwa nicht selbst gegen das Coronavirus geimpft werden können, kommen dafür in Frage. Voraussetzung für eine Impfung sei ein ausführliches Aufklärungsgespräch und eine sorgfältige individuelle Risiko-Nutzen-Analyse durch den impfenden Arzt.

Durch die Erweiterung der Zulassung des Impfstoffs von Biontech/Pfizer gebe es nun die Möglichkeit, auch diese Zielgruppe vor einer Corona-Erkrankung zu schützen. Es müsse das vorrangige Ziel sein, die besonders Schutzbedürftigen in unserer Gesellschaft im Blick zu haben, teilte Lahl mit.

Die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) wird nach Angaben des Gesundheitsministeriums in der kommenden Woche erwartet. Bis dahin sollen in Baden-Württemberg nur Kinder und Jugendliche in diesen besonderen Ausnahmefällen geimpft werden.

Der Corona-Impfstoff des Herstellers Biontech/Pfizer ist seit dem 28. Mai in der EU auch für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen. Die Stiko hat bislang keine Empfehlung zur Impfung von Kindern abgegeben. Deren Vorsitzender Thomas Mertens hatte jedoch zuvor gesagt, es sei keine generelle Empfehlung für alle gesunden Kinder zu erwarten. An diesem Montag fällt in Deutschland die Impfpriorisierung weg. Damit gibt es auch in den Impfzentren in Baden-Württemberg keinen Vorrang mehr für bestimmte Gruppen.

16.10 Uhr: Ministerium legt Eckpunkte zur niedrigeren Vergütung von Corona-Schnelltests vor – Nach Abrechnungsskandal auch mehr Kontrollen geplant

Nach Betrugsvorwürfen bei der Abrechnung von kostenlosen Corona-Schnelltests für alle Bürger schreitet die geplante Reform des Systems voran. Unter anderem sollen die Testzentren pro Test nicht mehr 18, sondern nur noch elf Euro abrechnen können. Auch die Kontrollen sollen verschärft werden, wie aus einem Eckpunktepapier des Bundesgesundheitsministerium hervorgeht, das am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP vorlag.

Bislang können die Testzentren für das verwendete Material bis zu sechs Euro abrechnen. Künftig soll eine Pauschale von drei Euro gelten, wie es in dem Eckpunktepapier heißt, über das zuerst die „Welt am Sonntag“ berichtet hatte. Die Vergütung der Abstrichnahme soll auf acht Euro statt zwölf Euro gesenkt werden. Ärzte können hier bislang sogar 15 Euro abrechnen; auch sie sollen künftig nur noch acht Euro bekommen.

Das Papier sieht zudem strengere Kontrollen vor. Die zuständigen Behörden der Länder und Kommunen sollen die Einhaltung der Qualitätsstandards und die Zuverlässigkeit bei den Leistungserbringern überprüfen - „bei der Beauftragung, aber auch durch stichprobenartiges Aufsuchen von Teststellen“. Die Kassenärztlichen Vereinigungen, die für die Abrechnung zuständig sind, sollen „den expliziten Auftrag“ erhalten, die Rechtmäßigkeit und Plausibilität der Abrechnungen zu kontrollieren. Sie können dafür auch rückwirkende Stichprobenprüfungen vornehmen.

Änderungen sind auch für die Auftragsvergabe geplant. „Eine Beauftragung als Teststelle durch den öffentlichen Gesundheitsdienst erfolgt nur noch durch Einzelbeauftragung und nur, wenn die ordnungsgemäße Durchführung der Testung nach Einschätzung der beauftragenden Behörde gewährleistet ist“, heißt es in dem Papier, das vom vergangenen Freitag datiert. „Eine Beauftragung von Leistungserbringern mittels Allgemeinverfügung der Länder ist zukünftig nicht mehr möglich.“

Auch eine neue technische Vorgabe ist vorgesehen: Die Betreiber der Testzentren sollen verpflichtet werden, sich nach Verstreichen einer Übergangsfrist an die Corona-Warn-App anzuschließen.

Zur Begründung der Neuerungen heißt es in den Eckpunkten, es bestehe angesichts der „aktuell bekannt gewordenen Betrugsvorfälle einzelner Anbieter Handlungsbedarf“. Unter anderem böten die „Vielzahl an unterschiedlichen Vergütungsmöglichkeiten“ und die Höhe der derzeitigen Vergütungen „Anreize für strategisches Verhalten“.

Die Regeln sollten daher „kurzfristig“ geändert werden, heißt es weiter. Laut der „Welt am Sonntag“ soll ein erster Entwurf der neuen Testverordnung Anfang der neuen Woche vorgelegt werden.

14.27 Uhr: Spahn weist Vorwürfe in neuer Maskenaffäre zurück

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat den Vorwurf zurückgewiesen, er habe Obdachlosen und Hartz-IV-Empfängern minderwertige Corona-Schutzmasken anbieten wollen, und gleichzeitig die SPD kritisiert. "Für uns im Bundesministerium für Gesundheit hatte und hat die Sicherheit von Schutzmasken absolute Priorität", erklärte Spahn am Sonntag. Zuvor hatte der SPD-Ko-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans CDU-Chef Armin Laschet in der "Bild am Sonntag" indirekt aufgefordert, Spahn wegen der neuen Vorwürfe von seinem Posten zu entbinden.

Hintergrund ist ein "Spiegel"-Bericht vom Freitag, wonach das Gesundheitsministerium im Frühjahr 2020 für schätzungsweise eine Milliarde Euro minderwertige Masken gekauft habe. Diese seien - auch nach damals geltenden Sonderregeln - nicht frei verkehrsfähig gewesen und hätten daher vor ihrem Einsatz im Labor überprüft werden müssen. Das Ministerium habe zwischenzeitlich vorgehabt, solche Masken an Obdachlose, Behinderte oder Hartz-IV-Empfänger zu verteilen. Nun sollten sie in der Nationalen Reserve Gesundheitsschutz eingelagert und später vernichtet werden.

Dazu erklärte Spahn, die Schutzmasken, um die es aktuell gehe, seien zusammen mit TÜV Nord und Dekra "intensiv geprüft" worden. Auch ohne EU-Zertifikat hätten sie nachweislich alle Eigenschaften, die für den Infektionsschutz nötig seien.

13.51 Uhr: Kontrollen bei Coronatests sollen verschärft werden

Nach mutmaßlichem Betrug in Corona-Schnellteststellen sollen die Betreiber künftig weniger abrechnen können und strenger kontrolliert werden. Nun sollen die Betreiber von Teststellen für die Entnahme des Abstrichs nur noch 8 Euro statt bisher 15 bei ärztlichen und 12 Euro bei anderen Anbietern abrechnen können. Weil die Tests günstiger geworden sind, sollen sie nur noch pauschal mit 3 statt mit bis zu 6 Euro abgerechnet werden können.

Die Behörden der Länder und Kommunen sollen die Einhaltung der Standards und die Zuverlässigkeit der Stellen auch durch stichprobenartiges Aufsuchen prüfen. Behörden mit entsprechenden Einsatzkräften wie der Zoll sollen Amtshilfe leisten. Die für die Abrechnung zuständigen Kassenärztlichen Vereinigungen sollen die Abrechnungen gründlicher prüfen - mit Hilfe von Wirtschaftsprüfern auch stichprobenartig im Detail.

Generelle Beauftragungen von Teststellen, wie sie mit so genannten Allgemeinverfügungen möglich waren, soll es nicht mehr geben. Gesundheitsämter sollen die Stellen nur noch einzeln beauftragen können. „Alle bisher beauftragten Stellen sind innerhalb eines Übergangszeitraums ggf. nachzuprüfen“, heißt es im Entwurf.

Zudem sollen sich alle Anbieter von Bürgertests an die Corona-Warn-App anschließen müssen, so dass die Testergebnisse hier zu sehen sind. Das Ministerium betont, dass ohne die rund 15 000 Teststellen für kostenlose Bürgertests aktuelle Lockerungen mit tagesaktuellen Tests so nicht umgesetzt werden könnten. Auf die Regelverschärfungen hatten sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern nach Bekanntwerden der mutmaßlichen Betrügereien geeinigt.

12.42 Uhr: Corona-Lockerungen für Italien-Rückkehrer in Kraft

Für Heimkehrer aus Italien gelten seit Sonntag weniger Corona-Einreiseregeln nach Deutschland. Das Mittelmeerland ist laut Robert Koch-Institut wegen sinkender Corona-Infektionszahlen nicht mehr auf der Liste der Risikogebiete. Das bedeutet, dass zum Beispiel Gardasee-Urlauber oder Südtirol-Wanderer, die auf dem Landweg aus Italien wieder nach Deutschland zurückkommen, keine Einreisebeschränkungen mehr beachten müssen.

Flugreisende brauchen weiterhin ein negatives Corona-Testergebnis. Neben Italien wurden auch Tschechien sowie Teile Österreichs, der Schweiz, Kroatiens und Frankreichs von der Liste gestrichen.

Die Corona-Lage in Italien verbesserte sich stetig. Laut Gesundheitsministerium lag die Sieben-Tage-Inzidenz landesweit zuletzt bei durchschnittlich 32 Fällen je 100 000 Einwohnern. Innerhalb Italiens sind ab Montag insgesamt sieben Regionen, darunter Friaul-Julisch Venetien, Sardinien und Venetien, in die weiße Corona-Zone mit den lockersten Regeln eingeteilt. Dort entfällt etwa die Ausgangssperre. Im Rest des Landes wird sie dann noch ab Mitternacht gelten. Die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Raum bleibt bestehen.

11.34 Uhr: Dresdner Quarantäne-Hochhaus: Sieben weitere Corona-Infektionen

Sieben weitere Bewohner des unter Quarantäne stehenden Hochhauses in Dresden sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das hätten die analysierten Proben von den 170 Bewohnern ergeben, teilte die Stadt am späten Samstagabend mit. Bei drei positiv Getesteten besteht zudem der Verdacht auf eine Infektion mit der sogenannten Delta-Variante, die zuerst in Indien festgestellt wurde. Die Ergebnisse müssen noch durch eine sogenannte Sequenzierung bestätigt werden. Ein Bewohner des Studentenwohnheims war am 1. Juni nach einer Covid-19-Erkrankung gestorben - bei ihm besteht der Verdacht auf die als besonders ansteckend geltende Virusvariante.

Das Gesundheitsamt hatte am Donnerstagnachmittag Quarantäne für das gesamte Studentenwohnheim verhängt. Die Quarantäne bleibt nach Angaben der Stadt auch vorerst bestehen. Die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes ermittelten nun, ob die negativ getesteten Bewohner tatsächlich keinen Kontakt zu Infizierten hatten. Erst dann könne nach und nach die Quarantäne für Einzelne aufgehoben werden, hieß es.

10.48 Uhr: Israel beginnt mit Impfung von 12- bis 15-Jährigen

Israel hat am Sonntag mit der Impfung von Jugendlichen im Alter von 12 bis 15 Jahren gegen das Coronavirus begonnen. Das Gesundheitsministerium hatte zuvor mitgeteilt, die Gefahren einer Erkrankung seien höher als mögliche Nebenwirkungen der Impfung. „Die Fälle von Herzmuskelentzündungen bei 16- bis 19-Jährigen waren selten und sind meist ohne Komplikationen verlaufen“, hieß es in der Mitteilung. In Israel wird das Vakzin der Hersteller Biontech und Pfizer verwendet.

Angesichts der äußerst niedrigen Corona-Infektionsrate in Israel empfiehlt das Ministerium vorerst die Impfung von Risikopatienten, Angehörigen von Risikopatienten und Jugendlichen in Familien, die ins Ausland reisen wollen. „Abgesehen von den Risikogruppen kann jeder geimpft werden, der daran interessiert ist“, hieß es weiter.

Das Neun-Millionen-Einwohner-Land Israel setzt seit dem 19. Dezember erfolgreich eine Impfkampagne um. Fast 5,5 Millionen haben bereits eine Erstimpfung und mehr als 5,1 Millionen eine Zweitimpfung erhalten. Neuinfektionen und schwere Erkrankungen gingen in den vergangenen Monaten stark zurück. Am Sonntag teilte das Gesundheitsministerium mit, binnen 24 Stunden seien nur vier neue Fälle registriert worden. Die Zahl der Schwerkranken fiel auf 230.

9.39 Uhr: Kultusministerin Schopper drückt bei Kinder-Impfung auf die Bremse

Baden-Württembergs Kultusministerin Theresa Schopper trägt den Bedenken der Experten bei Corona-Impfungen für Kinder und Jugendliche Rechnung und bläst die angedachte Impfkampagne an Schulen zunächst ab. „Es ist in der Verantwortung der Eltern, mit den Jugendlichen zu überlegen, ob diese zum Impfen gehen sollen“, sagte die Grünen-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. „Ich würde das niemandem vorschreiben wollen.“

Die Grünen-Politikerin geht davon aus, dass viele Eltern registriert haben, dass die Ständige Impfkommission den ab 12 Jahren zugelassenen Biontech-Impfstoff für Kinder und Jugendliche bisher nicht empfehle. „Ich glaube, dass die Eltern vorsichtig sein werden“, sagte sie. Vor drei Wochen hatte die neue Ministerin noch zur Eile gedrängt und vorgeschlagen, sogar an den Schulen zu impfen.

Allerdings hält es Schopper für möglich, dass sich bis zu den Sommerferien Ende Juli noch etwas tut. „Ich glaube aber, dass es da noch eine Entwicklung geben wird, wenn mehr Impfstoff da ist und der Sommerurlaub ansteht“, sagte die Kultusministerin. Zudem gebe es dann womöglich noch mehr Daten für das Impfen bei Kindern.

Schopper sieht aber keinen Grund, die Öffnung von Schulen nach den Sommerferien mit den Impfungen der Kinder zu verknüpfen. „In der Erwachsenenwelt hat jeder bis Ende des Sommers ein Impfangebot bekommen.“ Die Voraussetzungen für Unterricht seien dann ganz andere als in den vergangenen Monaten, auch weil die Lehrkräfte größtenteils durchgeimpft seien. „Ich bin optimistisch, aber auch weiter vorsichtig. Hoffentlich kriegen wir keine Mutante, die alles auf den Kopf stellt.“

8.06 Uhr: Nutzen und Risiken bei Impfungen von Kindern und Jugendlichen

Ab Montag können in Deutschland auch Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren gegen Corona geimpft werden. Die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) hatte das Vakzin von Biontech/Pfizer vor gut einer Woche auch für diese Altersgruppe zugelassen. Für viele Kinder und Eltern ist das eine gute Nachricht. Doch nicht alle Experten sind über diesen Schritt glücklich.

Die Daten zur Wirksamkeit und den Risiken der Impfstoffe von Biontech/Pfizer und auch Moderna bei jungen Menschen beruhigen: Der Impfstoff von Biontech werde von den Zwölf- bis 15-Jährigen gut vertragen, die Nebenwirkungen seien mit denen bei älteren Menschen vergleichbar, erklärte die EMA unter Verweis auf eine Studie mit 2200 jungen Probanden. Auf ein ähnliches Ergebnis kam eine Studie mit dem Corona-Impfstoff von Moderna mit 3700 Jugendlichen. Der US-Konzern will noch in diesem Monat eine Zulassung für Zwölf- bis 15-Jährige beantragen.

Insgesamt ist das Nutzen-Risiko-Verhältnis einer Impfung bei jungen Menschen weniger deutlich als bei der erwachsenen Bevölkerung. Deshalb äußerte die Ständige Impfkommission (Stiko) wiederholt Vorbehalte gegenüber einer breiten Impfkampagne für Kinder und Jugendliche. Sie verwies dabei auch auf mögliche Impfrisiken, die noch nicht genau bekannt seien.

Sonntag, 6. Juni, 6.32 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf unter 25

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen ist unter den Wert von 25 Fällen pro 100.000 Einwohner gesunken. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Sonntagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter meldete, lag die Inzidenz bei 24,7. Es wurden 2440 Neuinfektionen und 74 Todesfälle in Verbindung mit dem Virus innerhalb eines Tages registriert.

Am vergangenen Sonntag waren noch 3852 Neuinfektionen gezählt worden, die Sieben-Tage-Inzidenz lag vor einer Woche bei 35,2. Der Wert ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen. Sie gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an.

Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Fälle in Deutschland seit Beginn der Pandemie liegt nach Angaben des RKI mittlerweile bei 3.700.367. Die Zahl der insgesamt registrierten Todesfälle stieg auf 89.222. Die Zahl der von einer Covid-19-Erkrankung Genesenen bezifferte das RKI auf rund 3.538.000.

Das waren die Entwicklungen vom Samstag, 5. Juni: 

21.19 Uhr: Das BMG reagiert auf Masken-Vorwürfe

Das Bundesgesundheitsministerium hat Kritik an Plänen zur Verwendung offenbar unbrauchbarer Masken zurückgewiesen. „Entscheidungen über die Vernichtung von Warenbeständen hat die Bundesregierung nicht getroffen. Insofern trifft die entsprechende Berichterstattung nicht zu, uns ist auch die Grundlage dieser Berichterstattung nicht bekannt“, erklärte die Behörde von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Samstag in Berlin.

Das Hamburger Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ hatte zuvor berichtet, dass Spahns Ministerium Anfang 2020 für schätzungsweise eine Milliarde Euro unbrauchbare Masken gekauft habe. Weil sie offenbar regulär nicht verteilt werden durften, wollten Spahns Leute sie demnach in Sonderaktionen an Hartz-IV-Empfänger, Behinderte und Obdachlose abgeben. Inzwischen sehe der Plan vor, die Masken in der Nationalen Reserve Gesundheitsschutz einzulagern und später zu vernichten.

19.52 Uhr: Italien meldet Impfrekord - 600.000 Menschen erhalten innerhalb eines Tages Corona-Vakzin

Italien hat im Kampf gegen das Coronavirus einen Impfrekord verbucht: Mehr als 600.000 Impfdosen seien am Freitag verabreicht worden, teilten die Behörden am Samstag mit. Bei der Gesamtzahl der vollständig Geimpften liege Italien in der EU nun mit 12,7 Millionen Immunisierten auf dem zweiten Platz hinter Deutschland. Dies entspreche fast 24 Prozent der über Zwölfjährigen in Italien. Insgesamt wurden den Angaben zufolge landesweit inzwischen mehr als 37 Millionen Impfdosen verabreicht.

In Italien waren in den vergangenen Monaten hunderte neue Impfzentren eröffnet worden. Inzwischen gibt es 2666 solcher Einrichtungen, Anfang März waren es noch 1500. Rund 800 weitere Zentren sollen in den kommenden Wochen hinzukommen. Die Zahl der Corona-Infektionen und der Todesfälle in Italien sank in den vergangenen Wochen kontinuierlich. Insgesamt verzeichnete das Land seit Beginn der Pandemie fast 126.500 Todesopfer im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung. Die Corona-Auflagen in Italien wurden zuletzt weiter gelockert. Inzwischen dürfen Bars und Restaurants Gäste auch wieder in den Innenräumen bewirten.

19.06 Uhr: Inzidenz in Baden-Württemberg sinkt weiter

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg ist weiter gesunken. Am Samstag lag sie landesweit bei 29,6 Fällen je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen, wie das Landesgesundheitsamt mitteilte. Am Freitag hatte der Wert bei 31,5 gelegen, am Donnerstag bei 37,0. In 29 von 44 Stadt- und Landkreisen wurde der Wert von 35 unterschritten. In der am Donnerstag verkündeten neuen Corona-Verordnung ist das der Schwellenwert für weitere Lockerungen. Über 100 liegt gar keine Region mehr. Am niedrigsten liegt weiterhin Heidelberg mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 9,3, am höchsten der Landkreis Tuttlingen mit 56,1.

Bis Samstag starben nach Angaben des Landesgesundheitsamts 10 017 Menschen an einer Infektion mit Sars-CoV-2 oder im Zusammenhang damit. Das waren 3 mehr als am Vortag. Infiziert haben sich seit Beginn der Pandemie den Daten zufolge mindestens 495 579 Menschen (plus 423). Als genesen gelten einer Schätzung zufolge 473 753 Personen (plus 1323). Bislang wurden in Baden-Württemberg nach Angaben des Robert Koch-Instituts 43,5 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal geimpft. Als vollständig geimpft gelten 20,1 Prozent. 16 Prozent der 2354 betreibbaren Intensivbetten sind laut Landesgesundheitsamt im Moment frei. Dieser Wert ist wichtig, um die Auslastung des Gesundheitssystems beurteilen zu können. Solche Betten werden aber nicht nur für Covid-19-Patienten mit schweren Verläufen gebraucht, sondern ebenso für andere gravierende Erkrankungen.

18.00 Uhr: Belgien beginnt mit Regelimpfungen gegen Corona für 16- und 17-Jährige

Belgien beginnt bald mit Regelimpfungen gegen das Coronavirus für Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren. "Ab Juli werden sie eine Einladung für die erste Dosis erhalten", erklärten die Gesundheitsminister der verschiedenen Landesteile am Samstag. Vorgesehen sind demnach Injektionen mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer, der bislang als einziger von der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) für diese Altersgruppe zugelassen ist. Die Impfung von Kindern unter 16 Jahren sei noch nicht vorgesehen, erklärten die belgischen Minister. Dafür seien "zusätzliche wissenschaftliche und ethische Analysen notwendig".

Frankreich hatte diese Woche angekündigt, die Impfung für 12- bis 18-Jährige ab dem 15. Juni zu öffnen. Andere europäische Länder haben ähnliche Schritte unternommen. In Deutschland wird derzeit über das Für und Wider einer Impfung von Kindern und Jugendlichen im Alter ab zwölf Jahren diskutiert. Die Bundesregierung entschied bereits, dass sich Zwölf- bis 15-Jährige ab Montag impfen lassen können. Eine Entscheidung der Ständigen Impfkommission (Stiko) zur Empfehlung von Kinderimpfungen steht bislang aber noch aus.

17.17 Uhr: Drosten: Plausibelste Quelle für Corona ist Chinas Pelzindustrie

Schon einmal hat ein aus China kommendes Sars-Virus viele Menschen getötet. Der Ursprung dieser Epidemie in den Jahren 2002/2003 gilt als geklärt. Beim eng verwandten Coronavirus Sars-CoV-2 ist das anders. Warum ist das so?

Der Berliner Virologe Christian Drosten sieht unter den verschiedenen Hypothesen zur Herkunft von Sars-CoV-2 den Weg über die Pelzindustrie als plausibelste an. „Ich habe dafür keinerlei Belege, außer die klar belegte Herkunft von Sars-1, und das hier ist ein Virus der gleichen Spezies. Viren der gleichen Spezies machen die gleichen Sachen und haben häufig die gleiche Herkunft“, sagte Drosten dem Schweizer Online-Magazin „Republik“. In den Jahren 2002 und 2003 hatte eine von China ausgehende Infektionswelle weltweit zu etwa 800 Todesopfern geführt. Die Erkrankung wurde Schweres Akutes Atemwegssyndrom (Sars) genannt. Der Ende 2019 erstmals nachgewiesene Erreger Sars-CoV-2 ist mit dem damaligen Virus sehr eng verwandt.

Beim ersten Sars-Virus seien die Übergangswirte Marderhunde und Schleichkatzen gewesen, sagte Drosten. „Das ist gesichert.“ In China würden Marderhunde nach wie vor in großem Stil in der Pelzindustrie verwendet. Dabei würden immer wieder auch wilde Marderhunde in die Zuchtbetriebe gebracht, die zuvor Fledermäuse - die als wahrscheinlichster Ursprung von Sars-CoV-2 gelten - gefressen haben können. „Marderhunden und Schleichkatzen wird lebendig das Fell über die Ohren gezogen“, erklärte der Charité-Virologe. Die stoßen Todesschreie aus und brüllen, und dabei kommen Aerosole zustande. Dabei kann sich dann der Mensch mit dem Virus anstecken.“ Für ihn sei überraschend gewesen, dass diese Zucht überhaupt noch einmal als möglicher Ausgangspunkt einer Pandemie infrage kommen würde - bis vor kurzem habe er „in der naiven Vorstellung“ gelebt, dass Schleichkatzen und Marderhunde als bekannte potenzielle Übergangswirte inzwischen kontrolliert würden. „Für mich war das eine abgeschlossene Geschichte. Ich dachte, dass diese Art von Tierhandel unterbunden worden sei und dass das nie wieder kommen würde. Und jetzt ist Sars zurückgekommen.“

16.30 Uhr: Impf-Priorisierung fällt - Aber oft wird weiter nach Vorrang geimpft

Auch nach der generellen Öffnung der Corona-Impfungen für alle an diesem Montag haben in mehreren Bundesländern Menschen mit hohen Risiken vorerst weiter ausdrücklich Vorrang in Impfzentren. Denn nicht überall sind diese Personen bereits geimpft, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur in den Länder ergab. Auch die niedergelassenen Ärzte riefen Impfwillige zu Geduld auf.

In Schleswig-Holstein, Hamburg und Bayern soll die Priorisierung nach Risikogruppen in Impfzentren vorerst bestehen bleiben. In Bremen arbeiten die Impfzentren die Vorranglisten zunächst weiter ab. Im Saarland sollen Menschen der bisherigen Priorisierungsgruppen dort nach wie vor vorrangig bei Terminen bedacht werden. In den übrigen Ländern endet auch in den Impfzentren die bisherige Impfreihenfolge.

In den Arztpraxen fällt die Priorisierung bundesweit am Montag generell weg, wie Bund und Länder vereinbart hatten. Den Ländern ist es dem Beschluss zufolge aber „unbenommen, die Priorisierung im Rahmen der ihnen zugewiesenen Impfstoffdosen aufrechtzuerhalten“.

16.07 Uhr: Kommt im Schwarzwald-Baar Kreis endlich die große Corona-Entspannung?

Die aktuellen Zahlen zur Verbreitung des Coronavirus im Schwarzwald-Baar-Kreis: Die Lage scheint sich auf niedrigem Niveau zu stabilisieren.  Am Samstag, 5. Juni, wurden 9.429 Fälle gemeldet, die bereits wieder gesund sind (+ 24 Fälle zum Vortag). Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle liegt aktuell bei 9.830 (+ 3 Fälle zum Vortag), die genesenen Fälle sowie 203 Todesfälle (keine Änderung zum Vortag) sind hierin enthalten. Somit liegt die Zahl der aktuell an COVID-19 Infizierten bei 198 Personen (- 21 Fälle zum Vortag).

Weiterhin gilt, dass sich symptomatische Personen an ihren Hausarzt wenden müssen. Symptomatische Personen erhalten nur dort die Kontaktdaten und Öffnungszeiten der Corona-Schwerpunktpraxen. An den Wochenenden steht die Leitstelle zur Vermittlung des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes unter Telefon: 116 117 bereit. Die Hotline für Fragen zur Corona-Verordnung des Landratsamtes Schwarzwald-Baar-Kreis ist unter der Telefonnummer: 07721 913 7670 geschaltet. Fragen können zudem über die Mail: ordnungsamt@Lrasbk.de gestellt werden.

14.29 Uhr: Grünen-Politiker fordert frühzeitige Planung von Corona-Auffrischungsimpfungen 

Der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen hat eine frühzeitige Planung der Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus gefordert. „Mit Blick auf den Herbst müssen wir uns Gedanken machen, wie und für wen wir Auffrischimpfungen anbieten sollten“, sagte Dahmen der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Samstagsausgabe). Die Auffrischung müsse nach Indikationsgruppen erfolgen, also vorrangig für Menschen, bei denen die Impfung kürzer anhält, forderte der Grünen-Politiker.

Dahmen schlug eine Verknüpfung der Corona-Impfkampagne mit den bevorstehenden Impfungen gegen Influenza vor. „Wir sollten die kommende Grippeimpfung nutzen, um den relevanten Risikogruppen gleichzeitig eine Covid-Auffrischimpfung anzubieten“, sagte er der Zeitung.

13.26 Uhr: Hunderte feiern in Tübingen - Polizei löst Ansammlung auf

Wegen Verstößen gegen die Corona-Regeln hat die Polizei in Tübingen eine Ansammlung von etwa 300 Menschen aufgelöst. Die Menschen tranken Alkohol und versetzten sich „mehr und mehr in Feierlaune“, wie die Polizei am Samstag mitteilte. Als die Beamten die Gruppen aufforderten, nach Hause zu gehen, wurden sie den Angaben nach beschimpft. Bei der Räumung in der Nacht zum Samstag seien auch zwei Flaschen in Richtung der Einsatzkräfte geworfen worden. Beamte nahmen den mutmaßlichen Täter fest.

In der Nacht kam es auch zu mehreren Auseinandersetzungen. Dabei seien elf Menschen verletzt worden. Nach einer Schlägerei wollten Beamte einen Mann festnehmen. Daraufhin solidarisierten sich mehrere Menschen mit dem Verdächtigen und griffen die Beamten an. Dabei wurden den Angaben nach vier Polizisten leicht verletzt. Einer habe seinen Dienst nicht fortsetzen können, hieß es. 

11.18 Uhr: Baden-Württemberg überschreitet Marke von 5 Millionen Impfungen in den Impfzentren und durch mobile Teams

Voraussichtlich an diesem Wochenende findet in Baden-Württemberg die fünfmillionste Impfung in den Impfzentren bzw. durch die an die Zentren angeschlossenen mobilen Impfteams statt, verkündete das baden-württembergische Ministerium für Soziales und Integration in einer Pressemitteilung.  „Die leistungsfähige Infrastruktur hat sich bewährt, das ist ein großer Erfolg. Mein Dank gilt deshalb allen dortigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern“, sagte der Amtschef des Gesundheitsministeriums, Dr. Uwe Lahl, am Samstag (5. Juni) in Stuttgart. „Gleichzeitig ist es schade, dass die Impfzentren derzeit aufgrund des Impfstoffmangels nur zu etwa 60 bis 70 Prozent ausgelastet sind. Aus diesem Grund setzen wir uns beim Bund auch weiterhin dafür ein, dass die Impfzentren mehr Impfstoff bekommen. Wenn das der Fall ist, können wir sie sofort unter Volllast setzen und weiter Tempo machen.“

Weiter heißt es von Seiten des Amtschef des Gesundheitsministeriums : „Bei der Impfstoffverteilung ist uns besonders wichtig, die Zweitimpfungen abzusichern. Schon das wird bei den geringen Liefermengen des Bundes nicht einfach. Wir werden, wenn es darüber hinaus möglich ist, auch zusätzliche Mengen in die Regionen geben, wo die Impfquoten vergleichsweise niedrig sind." Bis einschließlich 3. Juni wurden mehr als 43 Prozent der Baden-Württembergerinnen und Baden-Württemberger mindestens einmal geimpft. Unter den besonders zu schützenden über 60-Jährigen sind es bereits mehr als 77 Prozent. Impfzentren, mobile Impfteams und seit Ostern auch die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte haben gemeinsam zu diesem Erfolg beigetragen. Ab der kommenden Woche beginnen auch die Betriebsärztinnen und -ärzte zu impfen.

10.15 Uhr: Ärzte rufen zur Geduld beim Impfen auf

Die deutschen Ärzte haben die Bevölkerung angesichts der Aufhebung der Impfpriorisierung in den Praxen zu Geduld und Rücksicht aufgerufen. Er rechne mit einem „Ansturm auf die Praxen“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag). Am Montag wird in Deutschland die Priorisierung beim Impfen gegen Covid-19 aufgehoben.

Dirk Heinrich, Bundesvorsitzender des Virchowbundes als Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands, sagte der Zeitung: „Nach wie vor gibt es in den Praxen zu wenig Impfstoff. Daher müssen wir unsere Patienten um Geduld bitten.“ Immerhin gehe es jetzt nur noch um Wochen, nicht um Monate, bis alle Impfwilligen ein Angebot bekämen.

9.02 Uhr: Wildtiere im „Corona-Stress“ - mehr Besucher im Wald schaden Fauna

In der Coronakrise hat es die Menschen verstärkt in den Wald gezogen - darunter leiden die dort lebenden Wildtiere. „Eine intensivere Freizeitnutzung im Wald birgt zunächst insbesondere die Gefahr von Störungen der Tierwelt, selbst dann, wenn die Personen auf den Wegen bleiben“, heißt es in einer Antwort des baden-württembergischen Ministeriums für ländlichen Raum auf eine Anfrage der FDP-Landtagsfraktion. Störungsempfindliche Arten kämen zwar nicht überall vor, seien durch eine hohe Anzahl von Wanderern und Radfahrern im Wald aber deutlich stärker betroffen als andere Spezies. Dazu zählt das vom Aussterben bedrohte Auerhuhn im Schwarzwald.

Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) sieht eine massive Belastung der Waldbewohner: „Für die ist das Stress pur“, heißt es von den Umweltschützern.

Samstag, 05.06., 8.19 Uhr: RKI registriert 2294 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 26,3

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 2294 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Samstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.31 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 5426 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Samstagmorgen mit bundesweit 26,3 an (Vortag: 29,7; Vorwoche: 37,5).

Das waren die Entwicklungen vom Freitag, 4. Juni: 

22.47 Uhr: RKI registriert 3165 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 29,7

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 3165 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Freitagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.08 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 7380 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Freitagmorgen mit bundesweit 29,7 an (Vortag: 34,1; Vorwoche: 39,8).

Das RKI weist allerdings im Lagebericht von Freitagabend auf den Feiertag Fronleichnam in vielen Bundesländern am Donnerstag hin: „Bei der Interpretation der Fallzahlen ist zu beachten, dass an Feiertagen weniger Personen einen Arzt aufsuchen, wodurch auch weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt werden. Dies führt dazu, dass weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet werden.“

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 86 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 192 Tote gewesen.

20.39 Uhr: Inzidenz in Baden-Württemberg sinkt weiter

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg ist weiter gesunken. Am Freitag lag sie landesweit bei 31,5 Fällen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen, wie das Landesgesundheitsamt mitteilte. Am Donnerstag hatte der Wert bei 37,0 gelegen, am Mittwoch bei 42,0.

In 22 von 44 Stadt- und Landkreisen wurde der Wert von 35 unterschritten. In der am Donnerstag verkündeten neuen Corona-Verordnung ist das der Schwellenwert für weitere Lockerungen. Über 100 liegt gar keine Region mehr. Am niedrigsten liegt weiterhin Heidelberg mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 9,9, am höchsten der Landkreis Tuttlingen mit 70,3.

Bis Freitag starben nach Angaben des Landesgesundheitsamts 10 014 Menschen an einer Infektion mit Sars-CoV-2 oder im Zusammenhang damit. Das waren 6 mehr als am Vortag. Infiziert haben sich seit Beginn der Pandemie den Daten zufolge mindestens 495 156 Menschen (plus 259). Als genesen gelten einer Schätzung zufolge 472 430 Personen (plus 1507). Die Zahl könnten allerdings wieder vom Feiertag am Donnerstag beeinflusst sein.

18.33 Uhr: Koalition einig über Verlängerung der „epidemischen Lage“

Die Koalitionsfraktionen wollen trotz sinkender Corona-Zahlen die Sonderbefugnisse des Bundes nach Juni um drei Monate verlängern. „Wir sind uns innerhalb der Koalition einig, noch einmal für drei Monate eine epidemische Lage nationaler Tragweite festzustellen“, sagte Unionsfraktionsvize Thorsten Frei (CDU) der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“ (Samstag): „Dies wird nächste Woche im Bundestag geschehen.“ Der rechtspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Johannes Fechner, sagte den Zeitungen: „Wir als SPD können uns eine Verlängerung der epidemischen Lage bis September vorstellen, aber nicht etwa bis Jahresende.“

Zuvor hatte Regierungssprecher Steffen Seibert erklärt, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) es für sinnvoll halte, dass die „epidemische Lage von nationaler Tragweite“ verlängert werde. Er verwies zugleich darauf, dass die Entscheidung darüber Sache des Bundestages ist.

17.25 Uhr: Dänemark hebt Quarantänepflicht für Reisende aus Deutschland auf

Reisende aus Deutschland müssen in Dänemark von Samstagnachmittag an nicht mehr in Quarantäne. Dies gilt auch für Dänen, die von einer Deutschlandreise zurückkehren. „Deutschland öffnet sich wieder für uns“, sagte Außenminister Jeppe Kofod am Freitag. Ein negativer Corona-Test wird aber weiter verlangt. Die neue Regel tritt am Samstag um 16.00 Uhr in Kraft. Zuletzt mussten deutsche Dänemark-Urlauber entweder geimpft sein oder nach der Einreise in Quarantäne gehen.

16.50 Uhr: Präsenzunterricht in Südwest-Schulen im Juni wieder möglich

Die coronabedingte Durststrecke für Hunderttausende Schülerinnen und Schüler in Baden-Württemberg nähert sich angesichts sinkender Infektionszahlen dem Ende. Liegt die Inzidenz in den Stadt- und Landkreisen stabil unter 50 Infektionen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen, dürfen nach den Grundschulen auch die weiterführenden Schulen ihre Pforten nach den Pfingstferien wieder für alle Kinder und Jugendlichen öffnen. In der neuen, am Freitagnachmittag notverkündeten Verordnung des Kultusministeriums wird zudem festgelegt, dass weiterführende Schulen ab dem 21. Juni auch dann wieder in den Regelbetrieb gehen können, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz in ihrem Kreis unter 100 liegt. Außerdem ist von Montag in Kreisen, die stabil unter einer Inzidenz von 35 liegen, wieder Sportunterricht jeglicher Art zulässig.

15.21 Uhr: Italien und Tschechien ab Sonntag keine Corona-Risikogebiete mehr

Wegen sinkender Corona-Infektionszahlen streicht die Bundesregierung am Sonntag Italien, Tschechien und weite Teile Österreichs von der Liste der Risikogebiete. Das gilt auch für einige der beliebtesten Urlaubsgebiete Kroatiens, 8 von 26 Schweizer Kantonen sowie für die französische Insel Korsika, wie das Robert Koch-Institut am Freitag mitteilte. Hinzu kommen einige Überseegebiete Frankreichs und der Niederlande sowie der Vatikan. Wer aus diesen Gebieten auf dem Landweg nach Deutschland kommt, muss künftig keinerlei Einreisebeschränkungen wegen Corona mehr beachten. Nur Flugpassagiere müssen bei Einreise noch einen negativen Test vorweisen.

Gelockert werden die Einreisebeschränkungen auch für die Türkei, Schweden und Litauen. Diese drei Länder werden vom Hochinzidenz- zum Risikogebiet zurückgestuft. Damit entfällt die generelle Quarantänepflicht von fünf bis zehn Tagen bei Einreise nach Deutschland. Wer einen negativen Test vorweisen kann, muss sich nicht mehr selbst isolieren.

14.19 Uhr: Sicherheitslücke bei Corona-Schnelltestanbieter in Oberschwaben

Durch eine Sicherheitslücke in der Software eines Corona-Schnelltestanbieters in Oberschwaben konnten Unbefugte auf Testergebnisse und andere sensible Daten zugreifen. Entdeckt wurde die Schwachstelle durch das Hackerkollektiv „Zerforschung“. Der betroffene Anbieter, die Gemeinsam Neue Wege GmbH (GNW) mit Sitz in Ravensburg, teilte am Freitag mit, man habe die Lücke nach einer entsprechenden Mitteilung des Landesbeauftragten für Datenschutz innerhalb von 24 Stunden geschlossen. Über den Vorfall hatte zuerst die „Schwäbische Zeitung“ berichtet.

Nach Angaben des Hackerkollektivs waren rund 37.500 Testergebnisse des Ravensburger Anbieters von der Sicherheitslücke betroffen. Unter anderem seien neben dem Testresultat Namen, Adressen und Telefonnummern „mit vertretbarem Aufwand“ zugänglich gewesen. Eine solche Sicherheitslücke habe man bei drei weiteren Anbietern mit Schnelltest-Stationen in Berlin und München gefunden. Der Umgang der Firmen mit Gesundheitsdaten sei „extrem verantwortungslos“.

Der Geschäftsführer der GNW GmbH, Raphael König, betonte dagegen, die Daten seien nie öffentlich einsehbar gewesen. Bislang gehe man basierend auf den Zugriffszahlen nicht von einem Datendiebstahl aus. Zur besseren Sicherung müssten Getestete nun Buchungscodes, Namen und die jeweilige Teststation zum Einsehen ihres Ergebnisses angeben.

14.02 Uhr: Wohl höheres Risiko schwerer Covid-Verläufe bei Delta-Variante

Die zunächst in Indien entdeckte Delta-Variante des Coronavirus könnte laut vorläufigen Erkenntnissen der englischen Gesundheitsbehörde häufiger zu schwereren Covid-19-Erkrankungen führen. „Erste Erkenntnisse aus England und Schottland legen nahe, dass es ein erhöhtes Risiko für Krankenhauseinlieferungen geben könnte als bei der Alpha-Variante“, heißt es in einer aktuellen Risikoeinschätzung von Public Health England. Als Alpha-Variante wird die zunächst in Großbritannien entdeckte Variante B.1.1.7 bezeichnet. Einige Regionen zeigten einen Anstieg von Krankenhauseinlieferungen, allerdings ließe sich der nationale Trend noch nicht abschätzen, so die Behörde.

Deutlichere Belege gibt es hingegen bereits dafür, dass die Delta-Variante wohl deutlich ansteckender ist als die Alpha-Variante. Public Health England geht aufgrund verschiedener Analysen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer „substanziell erhöhten Wachstumsrate“ aus. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sprach mit Blick auf den Bericht von „schlechten Nachrichten“ zur Delta-Variante.

13.17 Uhr: EM-Spiele in München vor 14.000 Fans

Jeweils rund 14 000 Zuschauer sollen die Spiele bei der Fußball-EM in München besuchen dürfen. Dies kündigte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach einer Sitzung des Kabinetts am Freitag an und sprach von einer Stadionauslastung von „bis zu 20 Prozent“. Zunächst hatte die „Bild“ darüber berichtet.

„Die Fußball-EM ist eine Sondersituation, die wir haben“, erklärte Söder. Die Partien vor Zuschauern könnten als Pilotprojekt für den weiteren Profisport betrachtet werden. Die EM-Spiele würden mit einem strengen Hygiene- und Sicherheitskonzept begleitet werden.

In der Münchner Allianz Arena finden bei der Europameisterschaft vom 11. Juni bis zum 11. Juli zunächst die drei deutschen Vorrundenspiele statt. Joachim Löws Mannschaft trifft am 15. Juni auf Weltmeister Frankreich, am 19. Juni auf Titelverteidiger Portugal sowie am 23. Juni auf Außenseiter Ungarn. Zudem ist am 2. Juli ein Viertelfinale angesetzt. Die DFB-Elf würde dem Spielplan zufolge aber nur als Gruppendritter zum K.o.-Duell nach München zurückkehren.

10.40 Uhr: Mittelalter-Baustelle „Campus Galli“ erhält Corona-Nothilfe vom Land

Die Mittelalter-Baustelle „Campus Galli“ erhält 425.000 Euro als Corona-Nothilfe vom Land. Wie das Wissenschaftsministerium am Freitag mitteilte, soll mit dem Geld die Fortsetzung des Mammut-Projekts bei Meßkirch gesichert werden. „Campus Galli ist eine in Baden-Württemberg einzigartige Einrichtung und hat Bedeutung weit über die Landesgrenzen hinaus“, sagte Ministerin Theresia Bauer. Nach einer ersten Zahlung im Dezember 2020 greift das Land dem coronabedingt in Finanznot geratenen Projekt erneut unter die Arme. 

9.20 Uhr: Sommerurlaub in Deutschland: Was in welchem Bundesland erlaubt ist und was nicht

Viele Menschen sehnen sich nach Urlaub – und mit sinkenden Neuinfektionszahlen steigen in vielen Bundesländern die Möglichkeiten für touristische Besuche. In Gastronomie und Hotellerie wird teils kräftig gelockert. Hotels und Ferienwohnungen heißen zunehmend wieder Gäste willkommen. Die Kontaktnachverfolgung bleibt wichtig. Was in den Ländern möglich ist, lesen Sie hier im Überblick.

8.25 Uhr: Tierschützer befürchten Abgabewelle bei Corona-Haustieren

Tierschützer befürchten in Folge der „extremen Nachfrage nach Haustieren“ in Zeiten von Corona eine Abgabewelle in deutschen Tierheimen. „Viele Menschen haben sich womöglich spontan, aus Einsamkeit durch die Kontaktbeschränkungen ein Tier beim Züchter oder schlimmstenfalls über dubiose Internetanzeigen gekauft“, sagte Tierschutzbund-Sprecherin Lea Schmitz der Deutschen Presse-Agentur. Einige der mehr als 550 Tierheime berichteten bereits jetzt schon von „Corona-Abgaben“.

Dabei handelt es sich den Informationen zufolge etwa um Hunde oder Katzen, die in Zeiten hoher Infektionszahlen und strenger Kontaktbeschränkungen angeschafft wurden. „Eine größere Abgabewelle gibt es aber zum Glück noch nicht. Dennoch ist die Sorge groß“, sagte Schmitz. Die Pandemie hat nach Einschätzung des Deutschen Tierschutzbundes zu einem regelrechten „Haustierboom“ geführt. 

Freitag, 4.6., 7.20 Uhr: RKI registriert 3165 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 29,7

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 3165 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Freitagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.08 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 7380 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Freitagmorgen mit bundesweit 29,7 an (Vortag: 34,1; Vorwoche: 39,8).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 86 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 192 Tote gewesen.

Da waren die Entwicklungen am Donnerstag, 3. Juni: 

 

18.48 Uhr: Inzidenz in Baden-Württemberg sinkt auf 37,0

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg ist am Donnerstag auf 37,0 gesunken. Das teilte das Landesgesundheitsamt am Nachmittag mit. Am Vortag hatte der Wert noch bei 42,0 gelegen. Die bundesweite Inzidenz lag am Donnerstag bei 34,1. Bis Donnerstag starben im Südwesten nach Angaben des Landesgesundheitsamts 10.008 Menschen an einer Infektion mit Sars-CoV-2 oder im Zusammenhang damit. Das waren 5 mehr als am Vortag. Infiziert haben sich seit Beginn der Pandemie den Daten zufolge 494.897 Menschen (plus 576). Als genesen gelten einer Schätzung zufolge 470.923 Personen (plus 1471).

17.53 Uhr: Baden-Württemberg erlässt neue Corona-Verordnung – diese Regeln gelten ab Montag

In Baden-Württemberg gilt ab Montag, 7. Juni, eine neue Corona-Verordnung. Besonders in Kreisen mit einer Inzidenz unter 35 sieht sie spürbare Lockerungen vor: Die Testpflicht für Aktivitäten im Freien entfällt hier – also etwa für die Außengastronomie und Freibäder. Auch bei einer Inzidenz unter 50 ist mehr möglich, so wird etwa die Sperrstunde deutlich nach hinten verlegt. Einen Überblick über die Änderungen der Corona-Regeln im Südwesten finden Sie hier.

16.58 Uhr: Spahn fordert G7 zu Impfstoffabgabe auf

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat alle G7-Staaten zu einer Abgabe von Impfstoffen aufgerufen und dabei vor allem Großbritannien sowie die USA in die Pflicht genommen. Er wolle „einmal mehr dafür werben, dass nicht nur die Europäische Union in die Welt exportiert“, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag zum Auftakt eines Treffens der G7-Gesundheitsminister im englischen Oxford. „Die Europäische Union hilft gerade, die Welt zu impfen. 50 Prozent der in der Europäischen Union hergestellten Impfstoffe werden und wurden exportiert, weil wir sehr genau wissen: Wir sind erst sicher, wenn alle auf der Welt sicher sind“, sagte Spahn der Deutschen Presse-Agentur.

Großbritannien, das die G7-Ratspräsidentschaft inne hat, und die USA haben bisher fast keine Impfstoffe exportiert. Die britische Regierung hat Oxford symbolisch als Ort des Gesundheitsministertreffens gewählt, da Forscher aus der Universitätsstadt gemeinsam mit dem Pharmakonzern Astrazeneca einen Corona-Impfstoff entwickelt haben. Spahn betonte, die Briten dürften selbstverständlich stolz sein „auf das, was hier in Oxford entwickelt worden ist“. Entscheidend sei jedoch, dass die Impfstoffe, die in internationaler Kooperation entwickelt worden seien, auch zügig der Welt zur Verfügung gestellt würden.

15.35 Uhr: Mehrere Hundert „Querdenken“-Anhänger demonstrieren in Karlsruhe

Mit einer Kundgebung in Karlsruhe haben Anhänger der „Querdenken“-Bewegung gegen aus ihrer Sicht überzogene Corona-Beschränkungen demonstriert. Die Polizei zählte bei der Veranstaltung mit dem Motto „Finger weg von unseren Kindern“ am Donnerstag nach eigenen Angaben rund 800 Teilnehmer. Genehmigt waren bis zu 1500 Menschen. Zu den Rednern auf der Bühne zählte auch „Querdenken“-Gründer Michael Ballweg aus Stuttgart. Ein ursprünglich von den Veranstaltern geplanter Demo-Zug durfte nicht stattfinden.

Eine Gruppe von etwa 50 Gegendemonstranten habe versucht, die Kundgebung zu stören, sagte ein Polizeisprecher. Hier seien die Einsatzkräfte eingeschritten und hätten die Personalien aufgenommen. Insgesamt sprach die Polizei am Rande der „Querdenken“-Kundgebung von rund 250 Gegendemonstranten.

14 Uhr: Thüringen kein bundesweiter Corona-Hotspot mehr

Thüringen ist im Bundesländervergleich kein Corona-Hotspot mehr. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen lag am Donnerstag bei 38,6 und näherte sich damit weiter dem deutschen Durchschnitt von 34,1 an. Das geht aus Angaben der Thüringer Staatskanzlei hervor, die sich auf Daten des Robert Koch-Instituts stützten. Nachdem Thüringen lange Zeit das mit Abstand am stärksten von der Pandemie betroffene Bundesland war, verzeichneten jetzt vier Bundesländer eine höhere Sieben-Tage-Inzidenz.

12.56 Uhr: Landessportverband kritisiert Politik für Corona-Tests bei Kindern

Der Landessportverband Baden-Württemberg (LSVBW) hat die Politik für die aktuelle Corona-Verordnung des Landes scharf kritisiert und sie zum Umdenken aufgefordert. Dass nun auch Kinder zwischen 6 und 14 Jahren für Sport im Freien einen tagesaktuellen Corona-Test benötigten, sei „nicht praxistauglich und damit für den Sport nicht akzeptabel“, hieß es in einer Mitteilung am Mittwoch.

Der Sport habe in der Vergangenheit außerdem mehrfach gezeigt, dass seine Hygienekonzepte funktionierten und er kein Pandemietreiber sei. Zuvor hatten bereits die drei Fußballverbände des Landes das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration zu einem Umdenken aufgefordert.

12.22 Uhr: Zahl der Organspender bleibt trotz Pandemie relativ konstant

Die Organspenderrate in Deutschland ist nach Angaben des ifo Instituts im Corona-Jahr nur leicht gesunken. In vielen anderen europäischen Ländern dagegen brach sie stark ein, wie aus einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht der Niederlassung des ifo Instituts in Dresden zum Tag der Organspende hervorgeht. In Deutschland sei die Organspenderrate mit rund elf Organspendern pro eine Million Einwohner 2020 ähnlich hoch wie 2019. Die Zahl der Organspender habe sich recht unabhängig von der Zahl der Corona-Patienten auf den Intensivstationen bewegt.

„Trotz der außergewöhnlichen Belastung der Krankenhäuser, insbesondere der Intensivstationen, ist die Zahl der Organspender während der Corona-Pandemie in Deutschland relativ konstant geblieben, wenn auch auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau“, erklärte Selina Schulze Spüntrup, Wissenschaftlerin in der Dresdner Niederlassung des ifo Instituts. In anderen europäischen Ländern sei die Organspenderrate bei hoher Belastung des Gesundheitssystems dagegen stark zurückgegangen. Dort habe der Rückgang meist im zweistelligen Bereich gelegen.

11.42 Uhr: Spendenaufruf für Impfstoffprogramm übertrifft Erwartungen

Ein Spendenaufruf zur Finanzierung des weltweiten Corona-Impfprogramms Covax hat die Erwartungen übertroffen. Bei der Online-Veranstaltung mit Regierungen und Stiftungen aus aller Welt kamen zusätzlich 2,4 Milliarden Dollar (knapp zwei Milliarden Euro) zusammen, wie die Impfinitiative Gavi am Mittwochabend in Genf mitteilte.

Damit stehen nun insgesamt 9,6 Milliarden Dollar zur Verfügung, um in mehr als 90 der ärmsten Länder Corona-Impfkampagnen durchzuführen. Das Ziel war zunächst 8,3 Milliarden Dollar gewesen. Das Geld reiche, um wie geplant 1,8 Milliarden Impfdosen zu kaufen und bis Anfang 2022 knapp 30 Prozent der Menschen in diesen Ländern gegen das Coronavirus zu impfen, teilte Gavi mit. Zudem versprachen mehrere Länder, zusätzlich zusammen 54 Millionen bereits angeschaffte Impfdosen zu spenden. Damit wurden bislang nach Angaben von Gavi 132 Millionen Impfdosen gespendet.

11.09 Uhr: Zahl der Neuinfektionen in den USA sinkt weiter

In den USA geht die Zahl der an einem Tag erfassten Corona-Neuinfektionen weiter zurück. Mit 16 558 neuen Fällen am Mittwoch meldeten die Behörden rund 7400 weniger als vor genau einer Woche, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore vom Donnerstagmorgen (MESZ) hervorging. 41 Prozent der Bevölkerung sind nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC bisher vollständig geimpft.

Auch die Zahl der Toten mit einer bestätigten Corona-Infektion sank laut JHU im Wochenvergleich von 961 auf 602. Die bisherigen Höchstwerte wurden am 2. Januar mit 300 462 Neuinfektionen sowie am 12. Januar mit 4477 Toten verzeichnet. In dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern haben sich bislang 33,3 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert, mehr als 595 000 Menschen starben. In absoluten Zahlen gemessen - aber nicht relativ zur Bevölkerung - sind das mehr als in jedem anderen Land der Welt.

10.21 Uhr: Regierung verkündet weitere Anreize für Corona-Impfung

Freibier, Lotto-Millionen, kostenlose Baseball-Tickets: Die US-Regierung verstärkt gemeinsam mit Unternehmen die Bemühungen, das nächste Corona-Impfziel von Präsident Joe Biden zu erreichen. Biden kündigte am Mittwoch einen „nationalen Aktions-Monat“ an, um dafür zu sorgen, dass bis zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli 70 Prozent aller Erwachsenen in den USA mindestens die erste Impfung gegen das Virus erhalten haben. Derzeit gilt das für rund 63 Prozent der Erwachsenen.

Biden warb eindringlich dafür, sich eine Impfung verabreichen zu lassen, um die Angst vor einer Infektion loszuwerden. „Überall auf der Welt wünschen sich Menschen verzweifelt eine Impfung, die jeder Amerikaner in einer Drogerie in seiner Nachbarschaft kostenlos und ohne Wartezeit bekommen kann“, sagte der Demokrat. Angesichts der Impf-Fortschritte werde es einen „Sommer der Freiheit“ und „Sommer der Freude“ geben. Biden mahnte aber auch, man müsse dafür sorgen, dass die Infektionszahlen im Herbst nicht erneut steigen, wenn sich die Menschen wieder mehr drinnen aufhalten.

9.50 Uhr: Trendbarometer: Deutsche planen trotz Corona Urlaub

Die Mehrheit der Deutschen plant einer Umfrage zufolge trotz Corona-Pandemie eine Reise im Sommer. Zwei von drei Befragten (64 Prozent) gaben bei einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag von RTL und ntv am letzten Mai- und ersten Junitag an, im Sommer verreisen zu wollen.

Knapp ein Drittel (31 Prozent) will dafür die ganze Zeit innerhalb Deutschlands bleiben, 15 Prozent wollen ins Ausland reisen und 18 Prozent wollen sowohl in Deutschland als auch im Ausland Urlaub machen. 33 Prozent wollen dagegen daheim bleiben. Wer nicht verreist, tut das teils wegen der Pandemie: 53 Prozent der entsprechenden Befragten gaben an, wegen der unsicheren Corona-Lage nicht zu verreisen. Etwa jeder Vierte (24 Prozent) verzichtet dem RTL/ntv-Trendbarometer zufolge aus finanziellen Gründen. Festgezurrt haben aber auch die Reiselustigen ihre Pläne noch nicht unbedingt: 55 Prozent von ihnen haben noch nichts gebucht.

9.00 Uhr: Lauterbach warnt vor Infektionswelle durch Reiserückkehrer

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat vor einer neuen Infektionswelle durch Reiserückkehrer gewarnt. Der Sommertourismus könnte die zuerst in Indien entdeckte Corona-Variante Delta "schnell" über Europa verteilen, sagte Lauterbach den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Donnerstag.

"Durch Reiserückkehrer wird sich die Mutante spätestens im Herbst auch in Deutschland großflächig ausbreiten." Es müsse davon ausgegangen werden, "dass am Ende dieses Sommers deswegen eine neue Infektionswelle drohen könnte", warnte Lauterbach.

8.20 Uhr: Rund 4600 Corona-Neuinfektionen in Deutschland
- Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 34,1

In Deutschland sind innerhalb eines Tages 4640 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert worden. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden zudem 166 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Erreger gemeldet. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sank auf 34,1. Vergangenen Donnerstag hatte das RKI noch 6313 Neuansteckungen und 269 Todesfälle gemeldet.

Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Mittwoch noch bei 36,8. Sie ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen. Sie gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an.

Das waren die Entwicklungen vom Mittwoch, 2. Juni: 

22.42 Uhr: Karlsruhe bereitet sich auf „Querdenker“ und Gegen-Demos vor

Die Stadt Karlsruhe und die Polizei wappnen sich für eine „Querdenker“-Demonstration am Donnerstag (ab 13.00 Uhr) und Gegenveranstaltungen - unter anderem vom antifaschistischen Aktionsbündnis Karlsruhe. Genehmigt ist nach Angaben von Ordnungsamtsleiter Maximilian Lipp, dass die „Querdenker“ mit 1500 Teilnehmern in der Günther-Klotz-Anlage protestieren.

21.55 Uhr: RKI: Variante Alpha bleibt vorherrschend - Delta unverändert selten

Die vor einigen Wochen als besorgniserregend eingestufte Corona-Variante Delta (B.1.617.2) spielt in Deutschland nach Daten des Robert Koch-Instituts weiter eine untergeordnete Rolle. Ihr Anteil an untersuchten Proben aus der Woche vom 17. bis 23. Mai betrug 2,1 Prozent. Das geht aus einem RKI-Bericht vom Mittwochabend hervor. In den Wochen zuvor hatte der Anteil leicht, aber beständig zugenommen, auf bis zu 2,4 Prozent.

Die zuerst in Indien festgestellte Mutante hat damit den RKI-Daten zufolge in Deutschland den zweitgrößten Anteil, allerdings mit enormem Rückstand: Alpha (B.1.1.7) kommt auf rund 93 Prozent. Diese in Großbritannien entdeckte Variante breitete sich seit Ende 2020 international stark aus. Die weiteren als besorgniserregend eingestuften Varianten Beta (B.1.351) und Gamma (P.1.) wurden in noch geringerer Zahl gefunden.

Die besorgniserregenden Corona-Varianten sind neuerdings nach Buchstaben des griechischen Alphabets benannt. Die neutralen Namen sollen verhindern, dass sie nach den Ländern der Entdeckung benannt werden. „Das ist stigmatisierend und diskriminierend“, hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Montagabend mitgeteilt.

20.48 Uhr: Drei Viertel der Erwachsenen in Großbritannien geimpft

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat Großbritannien einen symbolischen Meilenstein erreicht. Mittlerweile haben drei Viertel (75,2 Prozent) der Erwachsenen eine erste Corona-Impfung erhalten, wie aus am Mittwoch veröffentlichten Zahlen hervorgeht. Knapp die Hälfte (49,5 Prozent) hat bereits die für den vollen Schutz notwendige zweite Impfung bekommen. Premierminister Boris Johnson sprach von einer „phänomenalen Leistung“.

Großbritannien hatte die Impfkampagne zuletzt wegen Sorge um eine Ausbreitung der Delta-Variante, die zuerst in Indien entdeckt worden war, noch einmal hochgefahren.

18.42 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg sinkt wieder

Nach einem kurzen Wiederanstieg ist die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg auf den niedrigsten Stand seit Wochen gesunken. Der landesweite Wert ging (Stand 16 Uhr) um 3,1 auf 42,0 herunter, wie das Regierungspräsidium Stuttgart am Mittwochabend mitteilte. Die meisten anderen Bundesländer liegen nach Angaben des Robert Koch-Instituts aber niedriger als Baden-Württemberg. Die bundesweite Inzidenz lag zuletzt bei 36,8.

Am Dienstag hatte die Inzidenz im Südwesten noch bei 45,1 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gelegen. Das war ein Anstieg um 2,2 gewesen, nachdem die Tendenz schon länger nach unten gezeigt hatte. Am Mittwoch lagen 27 der 44 Stadt- und Landkreise unter der Marke von 50. Am niedrigsten liegt Heidelberg mit 13,0, am höchsten Tuttlingen mit 98,0. Dort könnte also bald wieder die bundesweite Corona-Notbremse gezogen werden.

17.41 Uhr: Bund will Impfstoffversorgung für künftige Pandemiefälle sichern

Die Bundesregierung will im Falle künftiger Pandemien eine Versorgung mit Impfstoffen in Deutschland sicherstellen. Jetzt aufgebaute Kapazitäten sollten mittelfristig abgesichert und der Aufbau weiterer Kapazitäten ermöglicht werden, wie es in einer Vorlage für das Kabinett hieß. Dazu will der Bund „Pandemiebereitschaftsverträge“ an geeignete Unternehmen vergeben. In diesen Verträgen sollen sich die Firmen gegen Zahlung einer jährlichen Vergütung verpflichten, eine Produktionskapazität aufzubauen beziehungsweise bereitzustellen und entsprechend vorzuhalten. Im Falle der Aktivierung sollen die Kapazitäten innerhalb von drei Monaten hochgefahren werden können.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte am Mittwoch, der Bund wolle dafür sorgen, dass für künftige Pandemiefälle eine Kapazität von 600 Millionen bis 700 Millionen Impfdosen bereitstehe.

16.34 Uhr: Neue Corona-Verordnung in Baden-Württemberg soll morgen bekannt gegeben werden

Das Land Baden-Württemberg will morgen seine neue Corona-Verordnung bekannt geben, die ab Montag, 7. Juni, gelten soll. Das bestätigte eine Ministeriumssprecherin dem SÜDKURIER. Eine grundsätzliche Neugestaltung ist nicht geplant, es wird bei dem Stufenmodell mit Öffnungsschritten bleiben. Allerdings könnten sich im Detail spürbare Unterschiede ergeben: So steht nun doch zur Diskussion, unter einer gewissen Inzidenz – etwa 35 oder 50 - die Testpflicht für den Besuch der Außengastronomie entfallen zu lassen, wie der SÜDKURIER aus Regierungskreisen erfuhr.

Baden-Württemberg würde damit anderen Bundesländern nacheifern, die ähnliche Regeln für die Außengastronomie in ihren Verordnungen verankert haben, etwa Bayern und Rheinland-Pfalz. Auch könnten künftig die derzeit nur im 14-Tages-Rhythmus möglichen Öffnungen beschleunigt werden, wenn die Inzidenz stabil unter 50 liegt. Noch sind diese Änderungen jedoch nicht beschlossen, die Verordnung muss erst noch in den sogenannten Umlauf und von den beteiligten Ministerien abgesegnet werden.

16.25 Uhr: Allgäu Concerts sagt Salem Open Airs ab

Die Corona-Pandemie verhindert auch in diesem Jahr die Salem Open Airs. Zwei Ersatztermine sind bereits gefunden. Das Konzert von Peter Maffay ist ersatzlos gestrichen. Der SÜDKURIER erklärt hier die verschiedenen Ticket-Lösungen.

16.11 Uhr: Baden-Württemberg will keine Schul-Impfaktionen starten

Der Südwesten wird keine Schul-Impfaktionen organisieren. Hauptgrund ist die voraussichtlich eingeschränkte Zulassung von Impfstoffen für Minderjährige unter 16 Jahren, wie ein Sprecher des Sozialministeriums dem SÜDKURIER auf Anfrage mitteilte. Zudem stehe " für die Impfung von Kindern und Jugendlichen entgegen ersten Verlautbarungen" des Bunds "nun kein zusätzlicher Impfstoff zur Verfügung". Deshalb werde es keine Impfaktionen geben. In den vergangenen Wochen hatten Kultus- und Sozialministerium nach eigenen Angaben in engem Austausch gestanden, um breit angelegte Impfungen an Schulen schnell umsetzen zu können, sobald genügend Impfstoff vorhanden sei. Geplant war demnach, dies möglichst noch vor den Sommerferien umzusetzen. Stattdessen sollen 12- bis 15-Jährige, "die dies selbst und deren Eltern das wünschen" Impfzentren oder Hausärzte aufsuchen, um sich impfen zu lassen.

15.52 Uhr: Weiter zusätzliche Schulbusse in Corona-Pandemie

Das baden-württembergische Verkehrsministerium finanziert bis zum Anfang der Sommerferien weiterhin zusätzliche Fahrten von Schulbussen. Damit soll der Busverkehr in Corona-Zeiten entzerrt werden. „So können wir das Ansteckungsrisiko minimieren“, sagte Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) am Mittwoch in Stuttgart. Ein entsprechendes Sonderprogramm werde verlängert. Wie viel Geld zusätzlich in die Hand genommen wird, war zunächst unklar.

Das Programm wurde erstmals im September 2020 ins Leben gerufen. Von September bis Dezember wurden beim Land 8,4 Millionen Euro betragt, wie ein Sprecher von Hermann sagte. Die Anträge würden noch geprüft. Es würden jedoch Auszahlungen in vergleichbarer Höhe erwartet. Zu den Spitzenzeiten des Präsenzunterrichts wurden laut Mitteilung täglich etwa 1000 zusätzliche Fahrten bestellt und vom Land gefördert. Das Land trage 95 Prozent der Kosten für die zusätzlichen Schulbusse. Außerdem sei die Schwelle für die Auslastung der zusätzlich bestellten Fahrzeuge herabgesetzt worden.

15.29 Uhr: Österreichische Staatsanwaltschaft schließt Ischgl-Ermittlungen vorläufig ab

In Österreich sind die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen zum Corona-Ausbruch im Tiroler Skiort Ischgl vorläufig abgeschlossen. Die Ermittler seien zu einem "Ergebnis" gekommen, erklärte die Staatsanwaltschaft Innsbruck am Mittwoch. Der entsprechende Bericht werde nun im Justizministerium "geprüft und das Vorhaben der Staatsanwaltschaft entweder genehmigt oder eine andere Weisung erteilt".

"Aufgrund des Aktenumfanges" könne die Prüfung des Ministeriums "mehrere Wochen dauern", erklärte die Staatsanwaltschaft weiter. Bis dahin wolle sie keine Auskünfte zum Ermittlungsergebnis geben. Auch ob Anklage erhoben werden soll, teilte die Behörde zunächst nicht mit.

14.10 Uhr: Wie geht es weiter nach den Ferien? Was die Landesregierung jetzt für Grundschulen und weiterführende Schulen plant

Baden-Württemberg geht derzeit viele Öffnungsschritte – die Schulen kommen dabei aber nur bedingt zum Zug. Nach den Pfingstferien wird es  zunächst keine weiteren Öffnungsschritte geben. In der laufenden Überarbeitung der Corona-Verordnung sind trotz der gesunkenen Inzidenzwerte nur kleinere Anpassungen vorgesehen. Erst ab 21. Juni will die neue Kultusministerin Theresa Schopper den Präsenzunterricht für weiterführende Schulen erweitern. Was auf die Schulen zukommt, lesen Sie hier im Überblick.

12.30 Uhr: Kabinett billigt Ende der Priorisierung bei Corona-Impfungen

Bei den Corona-Impfungen in Deutschland fällt die Priorisierung mit einer festen Reihenfolge wie vorgesehen zum kommenden Montag weg. Das Bundeskabinett billigte Änderungen der Impfverordnung, die Gesundheitsminister Jens Spahn nun verkünden kann. Zugleich werden damit auf breiter Front Impfungen von Beschäftigten direkt über ihre Firmen möglich. Damit sollen Betriebsärzte ebenfalls ab kommendem Montag beginnen können und dafür in der ersten Woche mehr als 700.000 Impfdosen bekommen.

Wie Spahn weiter sagte, will der Bund künftig außerdem dafür sorgen, dass für künftige Pandemiefälle eine Kapazität von 600 Millionen bis 700 Millionen Impfdosen bereitsteht – für den Gebrauch in Deutschland oder anderen Teilen der Welt. Dazu solle es Ausschreibungen mit Laufzeiten von fünf Jahren geben. Mit einer jährlichen Reservierungsgebühr werde bei den Herstellern die Produktion des Impfstoffs für den Pandemiefall sichergestellt.

10.40 Uhr: Stiko-Vorsitzender: Impfung ist „kein Lakritzbonbon“

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, hat um Verständnis für die zögerliche Haltung bei Kinderimpfungen gegen Corona geworben. Zugleich sprach er mahnende Worte in Richtung Politik. „Den Kinder bietet man ja kein Lakritzbonbon an, das ist ein medizinischer Eingriff, und der muss eben entsprechend indiziert sein“, sagte Mertens als Gast des NDR-Podcasts „Das Coronavirus-Update“.

Die Entscheidung, ob die Stiko empfehle, alle Kinder zwischen zwölf und 16 Jahren gegen das Coronavirus zu impfen, müsse „auf der besten verfügbaren Evidenzbasis getroffen werden“. Die Daten aus der Zulassungsstudie des Herstellers reichten dafür nicht aus: „Die Zahl der in der Studie geimpften Kinder ist einfach zu gering, um eine belastbare Aussage über die Sicherheit in dieser Altersgruppe zu machen.“ Bei der Entscheidung für oder gegen eine Empfehlung müssten aber auch andere Faktoren berücksichtigt werden, etwa das Krankheitsrisiko oder die Frage der Herdenimmunität. 

8.50 Uhr: Spahn will sich besser auf mögliche vierte Corona-Welle vorbereiten

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will sich in diesem Sommer besser auf eine möglicherweise im Herbst drohende neue Corona-Welle vorbereiten als im vergangenen Jahr. Die Vorbereitungen der nötigen Schritte, um eine vierte Welle im Herbst zu vermeiden oder klein zu halten, sollten "deutlich früher beginnen", sagte Spahn im ZDF-"Morgenmagazin". "Wir werden tatsächlich dieses Mal noch intensiver im Sommer darüber reden und uns darauf vorbereiten."

Im vergangenen Jahr kam es nach den Sommerferien zu einem schnellen Anstieg der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland, ohne dass schnelle Gegenmaßnahmen erfolgten. Spahn sagte, er wolle sich frühzeitig mit dem Robert-Koch-Institut austauschen.

8.15 Uhr: Betriebsärzte zufrieden mit Zahl der Corona-Impfdosen

Kurz vor dem Start der Impfkampagne in den Betrieben am 7. Juni haben sich die deutschen Betriebs- und Werksärzte zufrieden über die Zahl der Impfdosen geäußert. „Wir haben als Betriebsärzte ein Anfangskontingent von über 700.000 Dosen erhalten“, sagte die Vizepräsidentin des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte, Anette Wahl-Wachendorf, der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. „Das ist deutlich besser als erwartet und im Vergleich zum Start der Hausarztkampagne.“

Bisher scheine es mit Logistik und Versorgung über die Apotheken im Großen und Ganzen gut zu laufen, fügte sie hinzu. Kritisch äußerte sie sich hingegen über die Vergütung der Impfungen. „20 Euro für eine aufsuchende Impfung sind nicht kostendeckend für den Aufwand des Impfprocederes. Da legen Ärzte faktisch drauf“, erklärte die Medizinerin.

Mittwoch, 2. Juni, 7.10 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz auf 36,8 gestiegen

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist laut Robert Koch-Institut den zweiten Tag in Folge gestiegen. Der Wert lag Angaben von Mittwochmorgen zufolge bei 36,8 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche (Vortag: 35,2; Vorwoche: 46,8). Über das offenbar gestoppte Absinken der Inzidenz hatte RKI-Chef Lothar Wieler am Dienstag gesagt, Modellierungen ließen einen leichten vorübergehenden Anstieg erwarten. Das RKI bringe dies mit Öffnungsschritten in Zusammenhang, die die Chancen des Virus erhöhten. Mit einem erneuten exponentiellen Wachstum der Fallzahlen werde bei vorsichtigen Öffnungen allerdings zunächst nicht gerechnet, so Wieler.

Binnen eines Tages meldeten die Gesundheitsämter dem RKI 4917 Corona-Neuinfektionen, wie aus RKI-Angaben hervorgeht, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.35 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert kurz nach dem verlängerten Pfingst-Wochenende bei 2626 Ansteckungen gelegen.

Das waren die Entwicklungen vom Dienstag, 1. Juni: 

22.30 Uhr: Virtueller Gipfel zur Finanzierung von Corona-Impfungen in armen Ländern

Auf Einladung Japans findet am Mittwoch ein virtueller Gipfel zur Beschaffung von Corona-Impfstoffen für arme Länder statt. Ziel der Konferenz ist es, zwei Milliarden Dollar (1,6 Milliarden Euro) an zusätzlichen Mitteln von Gebern aus dem staatlichen und privaten Sektor für die sogenannte Covax-Initiative einzutreiben. Diese sollen zu bereits eingesammelten 6,3 Milliarden Dollar hinzukommen.

Ziel der Covax-Initiative ist es, bis zum Ende des Jahres genügend Impfdosen zu verteilen, damit 27 Prozent der Bevölkerung in den 92 ärmsten Ländern der Welt geimpft werden können. An dem Gipfel werden Vertreter von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft teilnehmen.

22.02 Uhr: Biontech/Pfizer kann Impfstoff-Produktion in Belgien hochfahren

Biontech/Pfizer kann in seinem Werk im belgischen Puurs die Produktion von Corona-Impfstoff weiter hochfahren. Die europäische Arzneimittelbehörde EMA empfahl am Dienstag, dort weitere Herstellungs- und Abfüllungskapazitäten zu genehmigen. Dies werde „erhebliche und sofortige Auswirkungen auf die Versorgung“ mit dem Impfstoff der Mainzer Firma Biontech und deren US-Partner Pfizer in der EU haben, erklärte die EMA.

Biontech/Pfizer bestätigte auf Anfrage, man sei dabei, die Impfstoffkapazität auszuweiten. Die EMA-Empfehlung werde die Bemühungen unterstützen, im laufenden Jahr mehr als 2,5 Milliarden Dosen Impfstoff auszuliefern und im nächsten Jahr möglicherweise noch mehr.

21.32 Uhr: Corona-Risiko in Deutschland gesunken - Inzidenz leicht gestiegen

Wegen der entspannteren Corona-Lage gilt nach sechs Monaten erstmals wieder eine mildere Risikobewertung für Deutschland. Die Gefahrenlage in Deutschland werde von „sehr hoch“ auf „hoch“ gesetzt, teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Dienstag in Berlin mit. Mehrere Bundesländer kündigten spürbare Lockerungen der Schutzmaßnahmen und die Öffnung von Restaurants an. Dabei liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland mit 35,2 erstmals seit drei Wochen wieder etwas höher als am Vortag.

Das Robert Koch-Institut (RKI) und Minister Spahn werteten den neuerlichen Anstieg nicht als Trendwende. Allerdings seien Wachsamkeit und Schutzmaßnahmen weiter nötig, damit es nicht wieder zu einem deutlichen Anstieg der Infektionszahlen komme. „Es gibt zu viele Beispiele auf der Welt, wo dann noch einmal etwas schiefgegangen ist“, mahnte Spahn mit Blick auf steigende Corona-Zahlen nach einem Absinken in anderen Ländern.

20.30 Uhr: Zwei Corona-Teststellen in Berlin-Neukölln nach Kontrollen geschlossen

 Nach einer Überprüfung mehrerer Corona-Teststellen in Neukölln sind laut Berliner Gesundheitsverwaltung zwei der Einrichtungen geschlossen worden. Hintergrund für den Schritt seien unsachgemäße Testungen gewesen, sagte ein Sprecher der Senatsverwaltung für Gesundheit auf Anfrage.

Die Kontrollen seien am Dienstag gemeinsam mit dem Bezirk, der Senatsverwaltung für Wirtschaft, der Polizei und dem Zoll durchgeführt worden. Vorausgegangen seien Hinweise auf Ungereimtheiten beim Testablauf. Wie die Zeitungen „B.Z.“ und „Bild“ berichten, befanden sich die geschlossenen Teststellen in einer Bar und in einer Fahrschule.

19.02 Uhr: Curevac sammelt weiter Daten für Zulassung

Während seit Monaten Impfstoffe der Konkurrenz verabreicht werden, werden für die Zulassung des Vakzins des Tübinger Biotech-Unternehmens Curevac weiter Daten gesammelt. Sie sollen nach wie vor noch im Juni vorliegen, wie ein Sprecher am Dienstag bekräftigte. „Diese werden es uns ermöglichen, das rollierende Zulassungsverfahren mit der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA zu finalisieren.“ Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet.

Das unabhängige Data Safety Monitoring Board (DSMB) sehe keine Sicherheitsbedenken für den Impfstoff CVnCoV, teilte der Sprecher mit. Zudem habe es bestätigt, dass die Studie weiter fortgesetzt werde, um eine ausreichende Anzahl von Daten für die Durchführung einer statistisch signifikanten Wirksamkeitsanalyse zu sammeln.

„Zwischenanalysen zur Bestätigung des Fortschritts einer Studie sind ein normales Prozedere“, erläuterte der Sprecher. „Die Notwendigkeit einer erhöhten statistischen Aussagekraft angesichts komplexer klinischer Studiendaten ist nicht ungewöhnlich und bedeutet nicht, dass der Impfstoff möglicherweise nicht wirksam ist - es bedeutet nur, dass mehr Daten benötigt werden, um überhaupt erst eine fundierte Berechnung der Impfstoffwirksamkeit zu ermöglichen.“ Das Unternehmen habe keinen Zugang zu den anonymisierten Studiendaten und sei vom DSMB nur über den Fortgang der Studie informiert worden.

18.13 Uhr: Hochschwarzwald wird zur Modellregion

Die Hochschwarzwald-Tourismus GmbH (HTG) hat sich als Modellregion für weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen beworben. Mit Erfolg. Das Sozialminsterium gab am Wochenende grünes Licht. Das Projekt soll zwei Wochen laufen. Viele Details müssen aber noch geklärt werden.

16.55 Uhr: WHO erteilt Notfallzulassung für Covid-19-Vakzin von chinesischem Hersteller Sinovac

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine Notfallzulassung für das Corona-Vakzin des chinesischen Herstellers Sinovac erteilt. Der Impfstoff entspreche in seiner Wirksamkeit, Sicherheit und Herstellung den internationalen Standards, teilte die Organisation am Dienstag in Genf mit. Eine Immunisierung erfordert zwei Impf-Dosen im Abstand von zwei bis vier Wochen.

16.22 Uhr: Erste Länder starten mit Ausgabe von EU-Covid-Zertifikaten

Die Technik für das EU-weite Covid-Zertifikat ist online gegangen - nun können die Nachweise theoretisch eingesetzt werden. Sieben EU-Länder - darunter Deutschland - haben sich bereits an das sogenannte EU-Gateway angeschlossen, wie die EU-Kommission am Dienstag mitteilte. In der Bundesrepublik hätten jedoch noch nicht alle Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, ein Zertifikat zu bekommen, es werde nach in nach in verschiedenen Regionen eingeführt. Derzeit laufen Feldtests.

Die Einführung des freiwilligen Nachweises namens „CovPass“ neben dem gelben Impfheft ist in Deutschland im laufenden zweiten Quartal geplant, also bis Ende Juni - vor dem Beginn der Hauptreisezeit. Die Ergebnisse des Feldtests sollen noch vor dem bundesweiten Regelstart zur Weiterentwicklung der Anwendung genutzt werden, hieß es Ende vergangener Woche.

15.05 Uhr: Mangel an Impfstoff: Impfzentren stellen zeitweise Betrieb ein

Weil die Impfzentren in Baden-Württemberg derzeit weniger Impfstoff erhalten als erwartet, stellen manche Impfzentren zeitweise ihren Betrieb ein. Es komme immer wieder vereinzelt zu zeitweisen Schließungen oder zur Kürzung von Arbeitsschichten, teilte ein Sprecher des Sozialministeriums in Stuttgart mit.

Geregelt werde dies durch die Verantwortlichen vor Ort. Wie der Sprecher des Sozialministeriums weiter sagte, seien die Impfzentren des Landes derzeit nur zu rund 60 Prozent ausgelastet. Den Impfzentren stünden wöchentlich rund 330.000 Impfdosen zur Verfügung. Dies bleibe in den kommenden Wochen gleich. Aufgrund der Ankündigung des Bundes, im Mai wesentlich mehr Impfstoff zu liefern, seien die Kapazitäten ausgebaut worden. Die Impfzentren hätten rund 50.000 Impfungen täglich durchführen sollen. Kapazität sei sogar für bis zu 80.000 tägliche Impfungen in den Zentren vorhanden, so der Sprecher.

Mit Blick auf den Impfstoffmangel und die zeitweise Schließung von Impfzentren verwies das Ministerium auch auf andere Bundesländer, wo dies derzeit ebenfalls der Fall sei. Wann die Impfzentren im Südwesten wieder besser ausgelastet sein werden, konnte der Sprecher nicht sagen. Dazu müssten die Lieferprognosen des dritten Quartals abgewartet werden, hieß es.

13.31 Uhr: Land will Qualität von Corona-Teststationen überprüfen

Das baden-württembergische Gesundheitsministerium will die Qualität der Corona-Schnellteststationen in den Fokus nehmen. Ein Sprecher sagte am Dienstag in Stuttgart: „Da die Gesundheitsämter stark gefordert sind, soll so schnell wie möglich ein externer Dienstleister mit dieser Aufgabe beauftragt werden.“ Tests seien ein wichtiger Baustein für die Öffnungen. Es sei deshalb essenziell, dass diese ordnungsgemäß durchgeführt werden.

Klar sei bei allen Diskussionen aber auch: „Die große Mehrheit der Teststellen-Betreiber bei uns im Land ist ehrlich und sehr engagiert bei der Sache.“ Die stichprobenartige und angekündigte Überprüfung der Teststellen durch einen externen Dienstleister bringe am Ende allen mehr Sicherheit.

13 Uhr: Spahn will Vorgaben für Testzentren binnen weniger Tage ändern

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will nach Berichten über mögliche Betrügereien die Regelungen für Corona-Testzentren zügig ändern. „Aus meiner Sicht muss das jetzt eine Frage von Tagen sein“, sagte er am Dienstag in Berlin. Es liefen bereits Gespräche mit den Ländern, den kommunalen Spitzenverbänden, den Kassenärztlichen Vereinigungen und dem Bundesfinanzministerium, um „sehr zügig“ zu erarbeiten, wie die Testverordnung konkret geändert werden solle.

Es stehe bereits fest, dass die Vergütung für die Testzentren gekürzt werde, sagte Spahn. Bisher können bis zu 18 Euro pro vorgenommenem Test abgerechnet werden - sechs Euro für das Material und zwölf Euro für die Testabnahme. Der Anteil für das Material werde künftig „wahrscheinlich zwischen drei und vier Euro“ liegen, sagte Spahn. Auch der zweite Kostenanteil werde gesenkt.

Außerdem solle vorgeschrieben werden, dass alle Testzentren, die mit den Kassenärztlichen Vereinigungen abrechnen wollen, sich an die Corona-Warn-App anschließen und die Testergebnisse digital übermitteln müssen - „wodurch wir natürlich auch nochmal einen anderen Überblick über die Zahl der tatsächlich durchgeführten Tests an der Stelle hätten“.

12.30 Uhr: Ermittlungen wegen falscher Impfausweise im Raum Stuttgart

Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft hat erste Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf gefälschte Impfpässe eingeleitet. Es seien wenige Fälle und es werde zugleich grundsätzlich geprüft, ob es sich bei diesen Fällen überhaupt um Straftaten handele oder ob es Ordnungswidrigkeiten seien. Zu diesen Themen liege aber noch keine abschließende Bewertung vor. Zuvor hatte der Südwestrundfunk darüber berichtet.

Nach Angaben des SWR ermittelt die Polizei in Waiblingen (Rems-Murr-Kreis) in drei Fällen, in Stuttgart prüfen die Ermittler einen möglicherweise gefälschten Impfausweis. In den Kreisen Göppingen und Esslingen werde ebenfalls wegen solcher Fälschungen ermittelt. 

11.15 Uhr: Wissenschaftler warnen Boris Johnson vor weiteren Corona-Lockerungen

Mehrere Wissenschaftler haben die britische Regierung davor gewarnt, die Corona-Beschränkungen zu früh aufzuheben. Das geplante Ende aller Maßnahmen in England am 21. Juni sei „ein bisschen früh“, sagte der britische Mikrobiologe Ravi Gupta dem Sender „Sky News“ mit Blick auf die Ausbreitung der zunächst in Indien entdeckten Delta-Variante des Coronavirus. 

„Ich fürchte, es wäre eine schlechte Entscheidung, daran festzuhalten“, sagte auch Adam Finn aus der britischen Impfkommission dem Sender LBC. Die Inzidenz liegt in Großbritannien mit knapp 29 noch immer recht niedrig. Allerdings hat die Zahl der Fälle der wohl sehr ansteckenden Variante B.1.617.2 in den vergangenen Wochen rapide zugenommen, sie macht mittlerweile rund drei Viertel der nachgewiesenen Fälle aus. Wissenschaftler fürchten, dass trotz der weit fortgeschrittenen Impfkampagne eine schwere dritte Welle drohen könnte. Premierminister Boris Johnson, der nur für England die Corona-Regeln macht, will sich die Entscheidung über den weiteren Fahrplan noch offen halten. 

9.45 Uhr: Ärztevertreter vorerst gegen generelle Impfkampagne bei Jugendlichen

Nach der Zulassung des Corona-Impfstoffes von Biontech und Pfizer in der EU für Jugendliche und Kinder ab zwölf Jahren haben Vertreter von Haus- und Kinderärzteverbänden sich gegen eine generelle Impfkampagne für diese Altersgruppe ausgesprochen. Sie verwiesen in der "Welt" auf die dafür bislang nicht vorliegende Empfehlung der deutschen Ständigen Impfkommission sowie auf medizinische Bedenken.

"Wenn wir impfen, tun wir das primär aus Eigennutz des Impflings", sagte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, Burkhard Rodeck. Bei Corona wisse man aber, dass insbesondere jüngere Kinder meistens eine sehr überschaubare primäre Krankheitslast hätten. Wenn diese gleichwohl geimpft werden sollten, geschehe dies vorrangig "aus Gründen des Fremdnutzens für die Erwachsenen", damit diese "sich nicht anstecken und schwer erkranken".

Dies sei "ein ethisches Dilemma", sagte Rodeck. Er wandte sich zwar nicht generell gegen Impfungen von Kindern. "Die Indikation sollte aber gut durchdacht sein", verlangte der Mediziner. Für chronisch kranke Kinder mit dem Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs würde er eine Impfempfehlung sehr unterstützen.

8.05 Uhr: Lauterbach kritisiert ungenaue Impfzahlen auf lokaler Ebene

Epidemiologen bemängeln das Fehlen lokaler Impfdaten und befürchten daher, dass es örtlich neue Corona-Wellen geben könnte. „Wir erheben nicht ausreichend gut, wo die Menschen leben, die geimpft werden“, sagte unter anderem der Epidemiologe und SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. So könne man nicht erkennen, wo genügend Menschen geimpft seien und wo nicht. Dort, wo die Impfquote nicht hoch genug sei, drohten im Herbst Ausbrüche und lokale vierte Wellen.

Grund für ungenaue Zahlen zu Geimpften auf lokaler Ebene sind laut dem Bundesgesundheitsministerium unterschiedliche Meldepflichten bei Impfzentren und Arztpraxen. Lauterbach und der Epidemiologe Oliver Razum von der Universität Bielefeld fordern daher Zahlen zum Impffortschritt auf lokaler Ebene, um Impflücken zu erkennen. Dann könne man dort gezielt Impfangebote schaffen, erklärte Lauterbach.

Dienstag, 1. Juni, 7.10 Uhr: 7-Tage-Inzidenz erstmals seit drei Wochen wieder leicht gestiegen

Erstmals seit drei Wochen liegt die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland wieder höher als am Vortag. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts von Dienstagmorgen hervor. Demnach wurden den Gesundheitsämtern zuletzt 35,2 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche gemeldet. Einen Tag zuvor wurde der Wert noch mit 35,1 angegeben (Vorwoche: 58,4). Zuletzt gestiegen war die Inzidenz von 9. auf den 10. Mai, seitdem war sie kontinuierlich gefallen. Was der Inzidenz-Anstieg genau bedeutet, ist nur schwer einzuschätzen. Das RKI hatte nach dem Pfingstmontag darauf hingewiesen, dass der Feiertag zunächst zu weniger gemeldeten Erregernachweisen – und damit einer niedrigeren Inzidenz - geführt haben dürfte.

Das waren die Entwicklungen vom Montag, 31. Mai: 

23.14 Uhr: Frankreich öffnet Impfung - Auch Staatschef Macron dabei

Frankreich hat die Corona-Impfkampagne auf alle Erwachsenen ausgedehnt. Premierminister Jean Castex sprach von einem symbolischen Tag. Staatschef Emmanuel Macron teilte am Montagabend via Twitter mit, er und seine Frau Brigitte seien geimpft. Einzelheiten zum Zeitpunkt der Impfung und zum Impfstoff blieben offen. Der 43-Jährige war im Dezember positiv auf das Coronavirus getestet worden und litt damals unter Husten, Müdigkeit und Muskelschmerzen.

Mittlerweile sind in dem Land mit seinen etwa 67 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern gut 25 Millionen Menschen mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft. Die Situation auf den Intensivstationen entspannte sich Castex zufolge zuletzt.

22.09 Uhr: Berliner Verwaltungsgericht gibt Antrag auf Präsenzunterricht statt

Berlin muss für eine Schülerin und einen Schüler der Primarstufe einer Grundschule Präsenzunterricht sichern. Das hat das Verwaltungsgericht Berlin nach Eilanträgen entschieden. Die beiden werden aktuell im Wechsel bei halbierter Klassenstärke unterrichtet. Die Kinder können Vollbeschulung bei weiter geltenden Corona-Schutzmaßnahmen beanspruchen, wie am Montag aus einer Mitteilung des Gerichts hervorging.

Der Spielraum bei der Wahl der notwendigen Schutzmaßnahmen sei im Verlauf der Pandemie wegen fortschreitender Impfungen und Testmöglichkeiten geringer geworden. Wechselunterricht dürfe nur angeboten werden, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen den Schwellenwert von 100 überschreite. Der Bund habe damit Maßstab und Schwellenwerte bestimmt. Die Stadt habe damit den Spielraum bei der berlinweiten pauschalierenden Beschränkung des Präsenzunterrichts an Grundschulen überschritten. Die höheren Inzidenz-Werte in der Gruppe der Schülerinnen und Schüler rechtfertigten die pauschale Anwendung des Wechselmodells nicht.

21:11 Uhr: Türkei lockert Corona-Beschränkungen

Die türkische Regierung lockert die Corona-Beschränkungen. Die Ausgangssperre an Wochenenden gelte künftig von 22.00 Uhr am Samstagabend bis Montagmorgen um 5.00 Uhr, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Montag. Bisher hatte sie bereits am Freitagabend um 21.00 Uhr begonnen. Auch unter der Woche werde die Sperrstunde ab Dienstag um 22.00 Uhr und damit eine Stunde später beginnen. Touristen sind von der Sperrstunde ausgenommen. Restaurants und Cafés dürften von 7.00 Uhr morgens bis 21.00 abends öffnen. An Sonntagen würden weiter nur Lieferdienste angeboten.

20:11 Uhr: In Indien entdeckte Corona-Variante heißt jetzt Delta

Die zuerst in Indien entdeckte besonders ansteckende Coronavirus-Variante B.1.617.2 heißt nun Delta. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat beschlossen, die einzelnen Varianten nach dem griechischen Alphabet zu benennen, wie sie am Montagabend mitteilte. Damit soll vermieden werden, dass Länder oder Regionen mit bestimmten Virusvarianten in Verbindung gebracht und Menschen, die dort leben oder von dort kommen, diskriminiert werden.

Nach dem neuen Schema heißt die zuerst in Großbritannien aufgetauchte Virusvariante B.1.1.7 nun Alpha, die in Südafrika entdeckte Variante B.1.351 Beta und die in Brasilien zuerst nachgewiesene Variante P.1 Gamma. Dies sind die zurzeit von der WHO aufgeführten „Besorgniserregenden Varianten“. Weitere „Varianten von Interesse“ sind ebenfalls mit Buchstaben aus dem griechischen Alphabet versehen worden.

18.50 Uhr: Merkel: Bundes-Notbremse gegen Corona kann auslaufen

Die sogenannte „Bundes-Notbremse“ mit einheitlichen Maßnahmen bei hohen Corona-Infektionszahlen kann aus Sicht von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zum 30. Juni außer Kraft treten. „Sie kann auslaufen jetzt“, sagte Merkel am Montag in Berlin. Sie machte zugleich für den Fall wieder bundesweit steigender Infektionszahlen deutlich: „Sollte sich etwas entwickeln durch Mutationen, was wir alles nicht hoffen, dann können wir das jederzeit reaktivieren.“ Die im April in Kraft getretenen einheitlichen Regeln für Beschränkungen sind im Infektionsschutzgesetz längstens bis zum 30. Juni befristet.

18.32 Uhr: Dänische Regierung bittet um Überdenken von Stopp zweier Impfstoffe

Die dänische Regierung hat die nationalen Gesundheitsbehörden gebeten, noch einmal über den gestoppten Einsatz von zwei Corona-Impfstoffen im Rahmen der nationalen Impfkampagne nachzudenken. Grund dafür sei, dass sich der Impfkalender um 14 weitere Tage verschiebe und sich die Kampagne somit bis in den September ziehe, sagte Gesundheitsminister Magnus Heunicke am Montag dem Rundfunksender DR. Vor diesem Hintergrund bitte man die Behörden, ihre Einschätzung zum Streichen der Präparate von Astrazeneca und Johnson & Johnson aus dem offiziellen Impfprogramm zu überdenken. Dabei gehe es vor allem um das Mittel von Johnson & Johnson.

17.24 Uhr: Erster Corona-Impfstoff für Kinder in der EU zugelassen

Auch Kinder ab zwölf Jahren können in der Europäischen Union nun mit dem Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer geimpft werden. Nach einer Empfehlung der Arzneimittelbehörde EMA erteilte die EU-Kommission nach eigenen Angaben am Montag offiziell die Zulassung. In Deutschland hat allerdings die Ständige Impfkommission noch keine Empfehlung ausgesprochen.

Mit dem Präparat des Mainzer Unternehmens und dessen US-Partner ist nun erstmals ein Corona-Impfstoff auch für Personen unter 16 Jahren in Europa zugelassen. Die EMA hatte am Freitag die Beurteilung abgegeben, dass die Anwendung für Kinder sicher sei. Grundlage war die Prüfung durch den zuständigen Expertenausschuss.

15.55 Uhr: Bund will Einbau von Luftfiltern in Klassenräumen fördern

Der Bund wird nach Angaben von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek den Einbau von Luftfiltern in Klassenräumen jüngerer Schüler fördern. Die CDU-Politikerin sprach am Montag in Berlin von festinstallierten Filtern in Räumen, in denen unter 12-Jährige unterrichtet werden, die noch nicht geimpft werden könnten. „Da unterstützen wir jetzt nochmal die Länder oder beziehungsweise die Kommunen (...), dass sie über den Sommer jetzt feste Installationen einbringen können“, sagte Karliczek.

Berlin fördert bereits den Einbau von Luftfiltern in öffentlichen Gebäuden, Theatern, Museen und auch Schulaulen. Das zuständige Bundeswirtschaftsministerium arbeitet zurzeit an einer Ergänzung der bestehenden Förderrichtlinie. Sie soll nun um Klassenzimmer für jüngere Schüler erweitert werden. In den Bundesländern gibt es zudem eigene Förderprogramme für Luftfiltereinbau.

13.22 Uhr: Bundesregierung erwägt Ende der Corona-Notbremse zum 30. Juni

Angesichts der deutlich sinkenden Corona-Ansteckungszahlen erwägt die Bundesregierung ein baldiges Ende der bundesweiten Notbremsen-Regelung. Es gebe "aus heutiger Sicht die Tendenz, diese Notbremse mit dem 30. Juni auslaufen zu lassen", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Zur Begründung verwies er auf die "sehr erfreuliche Entwicklung der letzten Wochen".

Der weitere Umgang mit der Bundesnotbremse sei aber "natürlich abhängig von der pandemischen Entwicklung", fügte Seibert hinzu. Die derzeit gültige Regelung zur Bundesnotbremse ist bis 30. Juni befristet und müsste vom Parlament verlängert werden, wenn sie weiter gelten soll.

13 Uhr: Hohe Temperatur kann für Schnelltests problematisch sein

Die Aussagekraft von Corona-Schnell- und Selbsttests kann einem Charité-Virologen zufolge relativ leicht durch hohe Temperaturen und Temperaturschwankungen beeinträchtigt werden. Anwender, aber auch Verkäufer und Anbieter solcher Tests sollten die im Beipackzettel vorgeschriebene Lagertemperatur unbedingt einhalten und sich der Einschränkungen bewusst sein, sagte Jan Felix Drexler vom Institut für Virologie der Berliner Universitätsklinik der Deutschen Presse-Agentur am Montag. „Es darf nicht zu heiß werden. Selbsttests sollten nicht direkt am Fenster in der Sonne liegen oder im Sommer in der Hosentasche mit herumgetragen werden.“ Auch die Lagerung von Tests im Kühlschrank und die Anwendung danach in der Wärme könne das Ergebnis verfälschen.

In der Regel empfehlen Hersteller eine Lagerung zwischen 5 und 30 Grad und eine Anwendung bei Raumtemperatur, üblicherweise zwischen 15 und 30 Grad, wie Drexler sagte. Nach Daten, die der Professor mit Kollegen im „Journal of Clinical Virology“ veröffentlicht hat, reichen jedoch schon kurzzeitig niedrigere oder höhere Temperaturen - und ein Teil der untersuchten Tests zeigt ein falsches Ergebnis. Sowohl die sogenannte Sensitivität, als auch die Spezifität solcher Tests kann demnach beeinträchtigt werden. Das bedeutet, dass Infizierte fälschlicherweise ein negatives Ergebnis erhalten können - und Gesunde umgekehrt ein positives.

12.10 Uhr: RKI: Deutschland bewegt sich bei Impfungen auf 50-Millionen-Marke zu

Die Zahl der verabreichten Corona-Impfungen nähert sich der Marke von 50 Millionen an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Montagmorgen waren mit Sonntag seit Beginn der Impfkampagne 49,9 Millionen Impfungen verabreicht worden. Am Sonntag erhielten 270.927 Menschen eine Spritze. 14,6 Millionen sind nun vollständig geimpft. Insgesamt haben den Angaben zufolge 35.755.407 Menschen (43 Prozent) mindestens eine Impfdosis erhalten. Je nach Bundesland variiert die Impfquote. Die höchste Quote an mindestens Erstgeimpften verzeichnet das Saarland mit 46,2 Prozent. Baden-Württemberg liegt im Mittelfeld, Sachsen mit 37,9 Prozent etwas hinter den anderen Bundesländern zurück. Während das Saarland jedoch auch bei der Berücksichtigung der verabreichten Dosen beim Impftempo an der Spitze liegt, läuft die Kampagne laut RKI in Brandenburg am langsamsten.

11.05 Uhr: Lehramtsstudierende sollen Schulen nach den Ferien unterstützen

Angehende Lehrerinnen und Lehrer sollen in den Schulen im Südwesten aushelfen, um die Lernrückstände der Kinder und Jugendlichen aus der Corona-Zwangspause möglichst schnell aufzuholen. „Wir wollen freiwillige Lehramtsstudierende für das Mithelfen an Schulen gewinnen“, sagte die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer den „Stuttgarter Nachrichten“ und der „Stuttgarter Zeitung“. „Die Resonanz ist grandios.“ Die Initiative sei mit Kultusministerin Theresa Schopper abgesprochen. Geplant sei, in den kommenden Wochen 500 Lehramtsstudierende an die Schulen zu vermitteln. „In dieser Experimentierphase lernen wir, wie das "Matching" zwischen Student und Schule am besten klappt“, sagte Bauer. „Danach braucht es Leute, die in den Sommerferien bei den Lernbrücken helfen.“

10.15 Uhr: Bund und Länder wollen schärfere Regeln gegen Betrug mit Corona-Tests

Angesichts des Verdachts auf Abrechnungsbetrug bei Corona-Teststellen planen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern schärfere Vorgaben. Dafür werden kurzfristig Neuregelungen in der Testverordnung angestrebt, wie die Deutsche Presse-Agentur nach Beratungen der Ressortchefs am Montag aus Teilnehmerkreisen erfuhr.

Mit den kommunalen Spitzenverbänden soll nun beraten werden, wie Betrug weiter erschwert werden kann. Ansatzpunkte sollen demnach etwa sein, dass Sachkosten zur Zahl der Testkits von den Kassenärztlichen Vereinigungen mit den abgerechneten Tests abgeglichen werden. Die Teststellen könnten den Kassenärztlichen Vereinigungen ihre Steuer-Identifikationsnummer angeben müssen, damit Finanzämter abgerechnete Tests mit angegebenen Umsätzen abgleichen können. Die Zentren könnten eine schriftliche Bestätigung des Gesundheitsamtes vorlegen müssen, dass sie Tests ordnungsgemäß vornehmen.

10 Uhr: Lauterbach: Corona-Tests „nur stichprobenweise überprüfbar“

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält es für schwierig, das Geschäftsgebaren der Anbieter von Corona-Teststellen flächendeckend zu kontrollieren. „Ich glaube, es wird nur stichprobenweise überprüfbar sein“, sagte Lauterbach im ZDF-Morgenmagazin. Die Gesundheitsämter in den Kommunen seien überlastet, man könne aber auch die Kassenärztlichen Vereinigungen noch mehr einbinden. Von einem Sonderermittler, wie ihn die FDP vorgeschlagen hatte, hält Lauterbach nichts. Außerdem muss aus seiner Sicht nicht nur die Abrechnungspraxis, sondern auch die Test-Qualität im Blick behalten werden.

8.20 Uhr: Spahn: „Bund kann nicht die Teststellen vor Ort kontrollieren“

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sieht bei der Kontrolle von Corona-Teststellen vor allem die Gesundheitsämter in der Pflicht. Wenn die Kommune vor Ort keine freien Kapazitäten habe, dann solle sie auch keine Einrichtungen damit beauftragen, die sie noch nicht genau angeschaut habe. „Der Bund setzt den Rahmen, der Bund gibt die Regeln vor, der Bund übernimmt die Kosten, aber der Bund kann nicht die Teststellen vor Ort kontrollieren“, sagte Spahn im Deutschlandfunk.

Ein möglicher Abrechnungsbetrug bei Bürgertests weitet sich seit dem Wochenende aus und sorgt für Aufsehen. Bekannt wurden bislang Verdachtsfälle in Nordrhein-Westfalen und Bayern. Spahn kündigte „stichprobenartig mehr Kontrollen“ an. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern wollten am Montagmorgen über den Betrugsverdacht bei Teststellen beraten. Gesundheitsämter sind vor Ort für die Beauftragung der Test-Anbieter zuständig, bei der Abrechnung sind die Kassenärztlichen Vereinigungen beteiligt. Anfang März hatte der Bund kostenlose Bürgertests möglich gemacht.

8.06 Uhr: Zeitung: Land plant Ferienlager mit Übernachtung zuzulassen

Ferien- und Zeltlager für Kinder und Jugendliche könnten in Baden-Württemberg angesichts der sinkenden Corona-Infektionszahlen schon bald unter Auflagen genehmigt werden. Das Gesundheitsministerium prüfe, ob Angebote der Kinder- und Jugendarbeit sowie Jugendsozialarbeit mit Übernachtung außerhalb des eigenen Haushalts zugelassen werden könnten, berichten die „Stuttgarter Nachrichten“. Mitte Juni solle die Corona-Verordnung entsprechend geändert werden, zitiert die Zeitung einen Sprecher des Ministeriums. Sie untersagt bislang inzidenzunabhängig Übernachtungsangebote.

Viele Veranstalter arbeiten im Land an Ferien- und Zeltlagern für Kinder und Jugendliche in den Sommerferien. Dies sei durch Unsicherheiten bei der Planung erschwert, sagte Eberhard Fuhr, der Sprecher des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg der Zeitung. Die Landesregierung müsse alles dafür zu tun, dass Kinder und Jugendliche nach den vielen Monaten der Kontaktbeschränkungen „Gemeinschaft und sinnvolle Angebote im Sommer erleben können“.

Montag, 31.5., 7.10 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz sinkt erneut leicht auf 35,1

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen ist weiter auf 35,1 Fälle pro 100.000 Einwohner gesunken. Wie das Robert-Koch-Institut am Montagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter meldete, wurden 1978 Neuinfektionen und 36 Todesfälle in Verbindung mit dem Virus innerhalb eines Tages registriert. Am vergangenen Montag waren noch 2682 Neuinfektionen gezählt worden.

Das waren die Entwicklungen vom Sonntag, 30. Mai: 

21.22 Uhr: Wieder Krawallstimmung in Stuttgart - Verweilverbot ist möglich

Erneut marschiert die Polizei auf, wieder fliegen Flaschen, es wird beleidigt und gestoßen:  In der Stuttgarter Innenstadt sind am späten Samstagabend bei Auseinandersetzungen zahlreicher junger Menschen mit der Polizei mehrere Polizisten verletzt und Randalierer vorläufig festgenommen worden. Das könnte Folgen haben für die kommenden Wochen, weil die Stadt nach den Unruhen die Zügel in der City strammer ziehen will. Auch in Heidelberg war die Polizei an der Neckarwiese wieder im Einsatz.

20.43 Uhr: Corona-Zahlen in Moskau steigen wieder

Russlands Hauptstadt Moskau hat wieder mit steigenden Corona-Zahlen zu kämpfen. Am Sonntag wurden 3719 neue Fälle registriert und damit bereits den vierten Tag infolge mehr als 3000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Bürgermeister Sergej Sobjanin erklärte den Anstieg im Staatsfernsehen unter anderem mit den einwöchigen Mai-Ferien. In dieser Woche seien die Moskauer weniger zum Arzt gegangen, weshalb einige Infektionen erst später festgestellt worden seien.

Zuvor schon hatte Sobjanin das Impftempo in der 12-Millionen-Einwohner-Stadt als zu langsam kritisiert. Der Anteil der Geimpften an der Gesamtbevölkerung sei geringer als in jeder anderen europäischen Hauptstadt. Dass viele Menschen eine Impfung ablehnten, sei eine „Schande“. Insgesamt sind in Russland erst rund elf Prozent der Bevölkerung geimpft. In Moskau gibt es seit Monaten kaum noch Beschränkungen.

20.03 Uhr: Mehrere Regionen ohne neue Corona-Fälle - Inzidenz sinkt weiter

In mehreren Städten und Kreisen Baden-Württembergs sind am Sonntag keine neuen Corona-Ansteckungen registriert worden. Sowohl in Heilbronn als auch im Bodenseekreis und in den Kreisen Göppingen und Neckar-Odenwald stieg die Zahl der insgesamt an Covid-19-Erkrankten nicht. Landesweit wurden 287 neue Fälle gemeldet. Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle seit Pandemie-Beginn liegt damit bei 492 447.

Nach Angaben des Landesgesundheitsamtes lag die sogenannte Sieben-Tages-Inzidenz am Sonntag bei 43,0 (Stand: 16.00 Uhr), am Tag zuvor waren es noch 43,9 Ansteckungen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche. Allerdings ist denkbar, dass die Inzidenzen wegen eines verminderten Testgeschehens an Pfingsten etwas zu niedrig ausfallen.

19.04 Uhr: Diskussion um Impfstoffverteilung in Bayern

Weil die Corona-Inzidenzen in bayerischen Grenzregionen zu Tschechien zeitweise in die Höhe schnellten, wurde besonders viel Impfstoff dorthin geliefert. Das muss ausgeglichen werden, fordert der Landkreistagspräsident.

Der Präsident des bayerischen Landkreistages, Christian Bernreiter (CSU), fordert eine andere Impfstoffverteilung in Bayern. „Zurecht haben die Grenzlandkreise zu Tschechien große Sondermengen an Impfstoff bekommen, dort sind jetzt teilweise die niedrigsten Inzidenzen zu verzeichnen“, sagte er der „Passauer Neuen Presse“ (Samstagsausgabe). „Es muss doch möglich sein, dass Ärzte in einem Landkreis mit unterdurchschnittlicher Impfquote pro Kopf mehr Impfdosen erhalten, als in Gebieten, die weit vorne liegen.“ Und wenn das nicht möglich sei, müsse das über die Impfzentren reguliert werden: „Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, dies innerhalb Bayerns über die Impfzentren auszugleichen.“

18.28 Uhr: Mitarbeiter von Ordnungsämtern und Polizei beklagen bei den Kontrollen von Corona-Maßnahmen ein zunehmend aggressives Verhalten der Bürger

Die Stimmung bei den Kontrollen von Corona-Maßnahmen in Deutschland wird aggressiver. Am Wochenende entluden sich Frust und Uneinsichtigkeit von Feiernden erneut in Gewalt gegen Polizeibeamte. In Stuttgart und Hamburg kam