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13.41 Uhr: Corona-Teststation an der A93 in Bayern überlastet

Die Corona-Teststation an der Autobahn 93 ist seit Samstagvormittag überlastet. Auf dem Rastplatz Heuberg, wo Covid-19 Abstriche bei Reiserückkehrern durchgeführt werden, kommt es zu langen Wartezeiten, sagte ein Sprecher der Polizei am Samstag. Auf der A93 gehe es seit etwa 9 Uhr nur stockend voran. Der Rückstau reiche bis zum Grenzübergang Kiefersfelden. Zunächst hatte der Bayerische Rundfunk (BR24) darüber berichtet. 

Nach der Einstufung des österreichischen Bundeslands Tirol als Risikogebiet sei es wahrscheinlich, dass Urlauber nun früher abreisen und einen Corona-Test machen lassen, so der Sprecher der Polizei in Rosenheim. 

10.56 Uhr: Corona-Neuinfektionen in Deutschland auf höchstem Stand seit April

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland hat den höchsten Wert seit April erreicht. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter 2507 neue Infektionen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstagmorgen bekanntgab. Am Freitag hatte die Zahl der neu gemeldeten Fälle noch bei 2153 gelegen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rechnet damit, dass in der kommenden Woche weltweit die Zahl von einer Million gemeldeten Covid-19-Todesfällen erreicht wird. Ein weiterer Anstieg auf zwei Millionen Tote sei zwar unvorstellbar, „aber nicht unmöglich“, sagte der WHO-Nothilfekoordinator Mike Ryan am Freitagabend in Genf.

In Deutschland haben sich seit Beginn der Corona-Krise nach RKI-Angaben vom Samstag mindestens 282 730 Menschen nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 26.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liege nach bei 9452. Das sind 9 mehr als am Vortag. Rund 249 700 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Im August lag die Zahl der Fälle einmal bei knapp über 2000 (2034).

Der Deutsche Landkreistag fordert im Kampf gegen die Corona-Pandemie eine bundesweite Obergrenze von weniger als 50 Menschen bei Privatfeiern. „Ab 50 Teilnehmern wird es logistisch extrem schwierig, die Kontakte nachzuverfolgen, wenn ein Covid-Positiver unter der Gesellschaft war“, sagte Landkreistagspräsident Reinhard Sager der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Bislang gibt es keine einheitliche Teilnehmerbegrenzung für Privatfeiern, auf dem Treffen zwischen Bund und Ländern kommende Woche müsse diese aber kommen.

08.12 Uhr: Fast 16.000 neue Corona-Infektionen in Frankreich binnen 24 Stunden

In Frankreich haben sich binnen 24 Stunden fast 16.000 Menschen neu mit dem Coronavirus infiziert. Seit Mittwochabend seien 15.797 neue Infektionsfälle registriert worden, teilten die Gesundheitsbehörden am Freitagabend mit. Am Vortag war ein neuer Rekord mit 16.096 Infektionen verzeichnet worden.

Seit Donnerstag wurden den Angaben zufolge zudem 56 neue Todesfälle in Krankenhäusern registriert. Mit mehr als 31.600 Corona-Todesfällen ist Frankreich nach absoluten Zahlen eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder Europas.

Das waren die Entwicklungen am Freitag, 25. September:

21.33 Uhr: Mehr als sieben Millionen bestätigte Corona-Fälle in den USA- Land hat weltweit höchste Zahl registrierter Infektionen

In den USA sind inzwischen mehr als sieben Millionen Corona-Fälle bestätigt worden. Die symbolische Schwelle wurde nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität am Freitag überschritten. Es handelt sich um die mit Abstand höchste Zahl registrierter Corona-Infektionen weltweit. In Indien wurden bislang 5,8 Millionen Fälle bestätigt, in Brasilien knapp 4,7 Millionen Fälle. Weltweit wurden laut der Johns-Hopkins-Universität bereits mehr als 32 Millionen Infektionen verzeichnet.

Bereits am Dienstag war in den USA die Marke von 200.000 Corona-Toten überschritten worden. Auch das ist die höchste Zahl weltweit. Kritiker machen US-Präsident Donald Trump für das Ausmaß der Krise in dem Land mitverantwortlich.

Der Rechtspopulist hatte die Gefahr durch das Virus öffentlich lange kleingeredet. Nach dem Lockdown im Frühjahr pochte er dann auf eine rasche Rückkehr zur Normalität, um die Wirtschaft im Wahljahr wieder in Gang zu bringen.

Trump selbst bezeichnet seinen Umgang mit der Pandemie regelmäßig als großen Erfolg: Ohne seinen Einsatz wären noch viel mehr Menschen gestorben, erklärte er. Die große Zahl der Infektionen begründet er mit der großen Zahl der Tests in dem Land.

19.18 Uhr: Tschechien, Luxemburg und Tirol zu Corona-Risikogebieten erklärt

Die Bundesregierung hat ganz Tschechien, Luxemburg und das österreichische Bundesland Tirol wegen rasant steigender Infektionszahlen zu Corona-Risikogebieten erklärt. Die Risikoliste des Robert Koch-Instituts wurde am Freitag entsprechend aktualisiert. Damit sind nun 15 von 27 EU-Ländern zumindest teilweise Corona-Risikogebiete, Spanien, Tschechien und Luxemburg sogar ganz. Polen ist das einzige der neun Nachbarländer Deutschlands, das noch nicht betroffen ist.

17.31 Uhr: Schweiz setzt Großbritannien und andere Länder auf Corona-Risikoliste

Großbritannien und mehrere andere Länder gelten wegen steigender Coronainfektionszahlen nun in der Schweiz als Risikogebiete. Betroffen sind von der neuen Einstufung unter anderem auch Portugal, Belgien, die Niederlande, Dänemark und Teile Österreichs, wie das Bundesamt für Gesundheit am Freitag mitteilte.

Ab Montag müssen sich Reisende aus diesen Ländern in der Schweiz in eine zehntägige Quarantäne begeben, die anders als in Deutschland auch nicht mit einem negativen Corona-Test abgekürzt werden kann. Auf der Liste stehen inzwischen rund 60 Länder. Teils sind nur bestimmte Regionen in Ländern erfasst.

16:25 Uhr: Knapp zwei Drittel der Firmen setzen auf staatliche Corona-Hilfen

Knapp zwei Drittel der Unternehmen in Deutschland setzen nach einer Studie in der Corona-Krise auf staatliche Hilfen. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage unter bundesweit mehr als 9500 Unternehmen verschiedener Größen und Branchen hervor, die die Universität Mannheim nun veröffentlicht hat.

Nahezu jedes zweite derjenigen Unternehmen, die Hilfe bekommen oder beantragt haben, gab demnach an, dass die Mittel aus dem Konjunkturprogramm in der Krise überlebenswichtig seien. Zu den Maßnahmen, die am häufigsten in Anspruch genommen wurden, zählten laut der Studie die Corona-Soforthilfe (49 Prozent), Kurzarbeit und Kurzarbeitergeld (26 Prozent) sowie die Möglichkeit, Steuerzahlungen zu stunden (26 Prozent). Branchen, die von der Krise stärker betroffen waren, nahmen die Staatshilfen demnach eher in Anspruch.

16.01 Uhr: Nach Corona-Fällen ab Montag wieder Unterricht in der Realschule St. Elisabeth in Friedrichshafen

Nach nur einer Woche Schulbetrieb nach den Sommerferien blieb die private Mädchen- und Jungenrealschule St. Elisabeth in Friedrichshafen von vergangenen Montag bis zum heutigen Freitag geschlossen. Ursache der Schließung waren vier Kinder in vier Klassen, die sich mit dem Coronavirus infiziert hatten. Aktuell hält die Schulleitung an der Öffnung kommenden Montag fest. Die Schulleiterin bestätigt am Freitagmittag: "Wir werden wie geplant am Montag die Schule wieder öffnen."

14.55 Uhr: Polizei beschlagnahmt Millionen von gefälschten Corona-Masken

Bei einer europäischen Polizeiaktion gegen Produktpiraten hat die italienische Polizei rund 27 Millionen gefälschte und nicht normgerechte medizinische Gesichtsschutzmasken beschlagnahmt. Insgesamt seien bei der Operation „Aphrodite“ 28 Millionen gefälschte Produkte sichergestellt worden, teilte die europäische Polizeibehörde Europol am Freitag in Den Haag mit. Darunter befänden sich rund 800.000 nachgemachte Kleidungsstücke sowie Schuhe, Spielzeug und Ausrüstungen für den Fernsehempfang über das Internet.

Bei der von Europol koordinierten Operation, an der 21 Länder beteiligt waren, wurden in Griechenland zehn Verdächtige verhaftet. Gegen 37 weitere mutmaßliche Täter wurden der Mitteilung zufolge in Griechenland, Italien und Portugal Anzeige bei den Strafverfolgungsbehörden erstattet. 123 Konten in sozialen Medien sowie 36 Websites, die unter anderem für den Vertrieb der illegalen Erzeugnisse benutzt wurden, sind von den Strafverfolgern stillgelegt worden.

13.32 Uhr: Öffnung der Bordelle im Südwesten nicht in Sicht

Prostitution im gewerbsmäßigen Stil bleibt im Südwesten per Corona-Verordnung weiter verboten. „Selbstverständlich stellen wir jedoch all unsere Maßnahmen regelmäßig auf den Prüfstand und passen sie dem Infektionsgeschehen und der aktuellen Rechtsprechung an“, heißt es aus dem Gesundheitsministerium in Stuttgart. Frauen, die auf eigene Rechnung arbeiten, dürfen das in den meisten Städten aber weiterhin tun. Das Ministerium betonte, die von Bordellbetreibern ausgearbeiteten Hygienekonzepte könnten womöglich dazu beitragen, Ansteckungsrisiken in gewissem Maße zu senken. Sie reichten jedoch aktuell nicht aus, um die Gefährdung ausreichend einzudämmen. Ressortchef Manne Lucha (Grüne) sieht sich darin auch vom Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg bestätigt.

Dieser hatte mit Verweis auf erhöhte Atemaktivität und damit erhöhtes Infektionsrisiko bei engem Körperkontakt für die weitere Schließung plädiert. Damit hatte er den Eilantrag zweier Betreiberinnen von Bordellen in Konstanz, Baden-Baden und Heidelberg, unter scharfen Hygieneregeln sexuelle Massagen zuzulassen, abgewiesen.

12.45 Uhr: Finnland schränkt Einreise für deutsche Urlauber wegen Pandemie ein

Wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen hat Finnland Einreisebeschränkungen für deutsche Urlauber verhängt. Ab Montag seien "nicht notwendige, touristische Reisen" nach Finnland nicht mehr gestattet, teilte das Auswärtige Amt am Freitag in Berlin mit. Finnland mache die Einreiseerlaubnis davon abhängig, dass in den Herkunftsländern der Reisenden der Grenzwert von 25 Neuinfektionen pro 100.000 Personen innerhalb eines Zeitraums von 14 Tagen nicht überschritten werden dürfe. Dieser Grenzwert sei für Deutschland aber überschritten. Deutsche Staatsbürger, die dennoch nach Finnland einreisen dürfen, müssen sich ab Montag in eine 14-tägige Quarantäne begeben, teilte das Auswärtige Amt mit. Die Quarantäne-Dauer könne durch negative Corona-Tests verkürzt werden.

11 Uhr: Vorarlberg will um seine deutschen Wintersport-Touristen kämpfen

Vorarlberg ist seit Mittwochabend Risikogebiet.  Das österreichische Bundesland will trotz der Einstufung um seine deutschen Wintersport-Touristen kämpfen. Dafür sollen weitere Regeln die Sicherheit garantieren. So sollen beispielsweise auch in Seilbahnkabinen die Abstandsregeln gelten. „Die deutsche Reisewarnung ist ein harter Schlag für uns“, sagt Vorarlbergs Landeschef Markus Wallner; denn 54 Prozent aller Urlauber stammen aus Deutschland. Jetzt setzt das Land alles daran, die Corona-Infektionen zu senken. 

9.15 Uhr: Spahn rät von Herbsturlaub im Ausland ab

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Bürger angesichts der europaweit zunehmenden zunehmenden Corona-Infektionszahlen aufgerufen, den Herbsturlaub nicht im Ausland zu verbringen. „Man kann ja auch Urlaub im Inland machen“, sagte Spahn im ZDF-„Morgenmagazin“. Der Urlaub im Ausland zähle zu den nicht unbedingt notwendigen Reisen, zu denen er abrate.

Er wisse, dass das hart sei für Reiseveranstalter, Reisebüros und für die Bürger, die sich schon auf ihren Urlaub gefreut hätten, sagte Spahn. Aber die vergangene Winter- und Sommersaison hätten gezeigt, dass durch Reiserückkehrer Infektionen stärker nach Deutschland gekommen seien: „Ich finde, für den Herbst- und Winterurlaub sollten wir gemeinsam daraus lernen.“ 

8.20 Uhr: Heil: Missbrauch von Kurzarbeitergeld ist eine „Sauerei“

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat den Missbrauch von Kurzarbeitergeld in der Corona-Krise verurteilt. „Jede Form von Leistungsmissbrauch ist natürlich eine Sauerei, um das mal klar zu sagen, weil es unsolidarisch ist gegenüber denen, die die Hilfe brauchen“, sagte der SPD-Politiker dem Bayerischen Rundfunk. Nach Angaben der Bundesregierung ist durch Leistungsmissbrauch von Kurzarbeitergeld in diesem Jahr bisher ein Schaden von mehr als sechs Millionen Euro entstanden.

Gleichzeitig sagte Heil, man könnte nicht von einem massenhaften Missbrauch sprechen. Hinweisen der Bundesagentur für Arbeit zufolge gebe es bei rund 2100 Unternehmen einen Verdacht auf Missbrauch. „Wenn man aber dagegen stellt, dass wir insgesamt 6,3 Millionen Menschen insgesamt in Kurzarbeit haben, ist das ein relativ kleiner Prozentsatz“, sagte Heil. Er liege ungefähr bei 0,3 Prozent. „Jeder ist zu viel, und deshalb geht die Bundesagentur der Sache auch nach mit Plausibilitätsprüfungen, mit Kontrollen, um dann auch zu Unrecht ausgezahltes Geld zurückzuverlangen. Das werden wir mit Macht auch durchsetzen.“

Freitag, 25. September, 7.15 Uhr: Wieder Klima-Demos mit Fridays for Future - mehrere Proteste geplant

Fridays for Future geht wieder auf die Straße - trotz Corona: Heute sind landesweite Proteste geplant. Die Bewegung rechnet in Baden-Württemberg nur mit einem Bruchteil der Teilnehmerzahlen des vergangenen Jahres. „In der aktuellen Situation wäre es für uns schon ein Erfolg, wenn nur ein Fünftel derjenigen auf die Straße kommt, die vor der Corona-Pandemie demonstriert haben“, sagte die Stuttgarter Aktivistin Nisha Toussaint-Teachout. „Das war im vergangenen Jahr einfach eine andere Situation. Aber es wird Zeit, dass wir das Thema wieder auf der Tagesordnung platzieren.“

Geplant sind laut Fridays for Future mehr als 50 Veranstaltungen zwischen Mannheim und Konstanz, Freiburg und Ulm. Allein in Stuttgart (12.30 Uhr) hofft die Bewegung auf mehrere Tausend Teilnehmer. Bundesweit gehen die Klima-Protestler an insgesamt rund 400 Orten auf die Straße.

Das waren die Entwicklungen am Donnerstag, 24. September:

21.09 Uhr: Über 16.000 neue Corona-Infektionen in Frankreich binnen 24 Stunden

In Frankreich haben sich binnen 24 Stunden mehr als 16.000 Menschen neu mit dem Coronavirus infiziert. Seit Mittwochabend seien 16.096 neue Infektionsfälle registriert worden, teilten die Gesundheitsbehörden am Donnerstagabend mit. Dies ist ein neuer Rekord seit Einführung der großflächigen Tests auf das neuartige Coronavirus.

18.56 Uhr: Inzwischen mehr als 48.000 Corona-Infektionen im Südwesten

Die Zahl der seit Beginn der Pandemie nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten ist in Baden-Württemberg auf mindestens 48.128 gestiegen. Das sind 252 Menschen mehr als am Vortag, wie aus Zahlen des Landesgesundheitsamtes vom Donnerstag (Stand: 16 Uhr) hervorgeht. Etwa 42.200 Menschen gelten als genesen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg auf 1876. Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert wurde mit 0,93 angegeben. Er gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt.

Die Zahl der täglich neu übermittelten Fälle blieb der Behörde zufolge in den letzten Wochen weitgehend konstant. Der Anteil derer, die sich wohl im Ausland infiziert haben, sei in den letzten drei Wochen stark zurückgegangen. Bis Donnerstagnachmittag lagen demnach alle Meldekreise unter dem Grenzwert von 50 gemeldeten Fällen pro 100.000 Einwohner der letzten sieben Tage.

17.49 Uhr: Corona-Fall an der Gewerbeschule Bad Säckingen

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage wurde eine Schülerin im Kreis Waldshut positiv auf Covid 19 getestet: Nach einem Fall an der Fürstabt-Gerbert-Grundschule St. Blasien ist nun der Test einer Schülerin der Gewerbeschule Bad Säckingen positiv ausgefallen. Zehn Schüler und vier Lehrer der Schule sowie drei Familienangehörige der Schülerin wurden vorsorglich in Quarantäne geschickt.

16.58 Uhr: Veranstaltungs- und Eventfirmen können Corona-Förderung beantragen

Unternehmen aus der Veranstaltungs-, Messe-, Event- und Taxibranche im Südwesten können von sofort an Förderhilfen beim Land für die Rückzahlung ihrer Kredite beantragen. Die Firmen dürfen bei einer Bewilligung darauf hoffen, 40 Prozent ihrer Tilgungsraten für dieses Jahr vom Land bezahlt zu bekommen - bis zu einem Maximalbetrag von 150 000 Euro pro Antragsteller. Gefördert werden nach Angaben des Wirtschaftsministeriums vom Donnerstag allerdings nur Geschäfte, für die ein Kreditvertrag schon vor dem 11. März besiegelt war.

Mitte März nahm die Corona-Pandemie in Deutschland so richtig ihren Lauf, in der Folge brach das Geschäft beispielsweise von Schaustellern, Messebauern und Eventagenturen - bis heute teils komplett - ein. Mit der Förderung will das Land eine Insolvenzwelle in diesen Dienstleistungsbranchen verhindern.

15.45 Uhr: Überlinger Berufsschüler positiv auf das Coronavirus getestet

An der Überlinger Constantin-Vanotti-Schule hat sich ein Schüler mit dem Coronavirus infiziert. Aus diesem Grund muss nun eine ganze Klasse in Quarantäne gehen, samt einem halben Dutzend Lehrer, die dort unterrichtet hatten. Keine konkrete Betroffenheit gibt es bislang an der Jörg-Zürn-Gewerbe-Schule, wie deren stellvertretender Schulleiter, Reinhard Jürß, betont. Allerdings stünden einige Testergebnisse von Schülern auch noch aus.

15.11 Uhr: 149 Schulklassen müssen im Südwesten zu Hause bleiben

Knapp zwei Wochen nach dem Start des neuen Schuljahres sind 149 Schulklassen im Südwesten aus dem Präsenzunterricht genommen worden. An insgesamt 111 Standorten werden die Klassen wegen einer Infektion mit dem Coronavirus oder dem Verdacht einer Infektion vorübergehend nur im Fernunterricht unterrichtet, wie das Kultusministerium am Donnerstag mitteilte.

Die Zahlen entsprechen dem Stand vom 23. September. Insgesamt drei Schulen in Ulm, Friedrichshafen und Schorndorf seien vorerst vollständig geschlossen. Insgesamt gibt es in Baden-Württemberg rund 67.500 Klassen in 4500 Schulen.

14.33 Uhr: Südbadischer Fußballverband verzichtet auf Spielbetrieb in der Halle

Der Südbadische Fußballverband hat beschlossen, in der Spielzeit 2020/2021 keine Verbands- und Bezirkswettbewerbe in der Halle durchzuführen. Auch private Vereinsturniere in der Halle seien nicht genehmigt, gab der Verband nun bekannt. Er wolle mit dieser Entscheidung „seiner gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden und der weiteren Ausbreitung des Coronavirus entgegenwirken“, heißt es in der Mitteilung. Darüber hinaus wolle man „die Vereine in der kommenden Winterzeit nicht zusätzlich mit weiteren Spielen und großem Organisationsaufwand durch die hohen Anforderungen an Hygienekonzepte bei Indoor-Veranstaltungen belasten.“

14.04 Uhr: Studenten leiden auf dem Mietmarkt wegen Corona-Krise doppelt

Studenten haben in der Corona-Krise gleich doppelt schlechte Karten auf dem Mietmarkt. Zum einen seien während der Pandemie die Preise für durchschnittliche Musterwohnungen an 29 von 30 untersuchten Hochschulstandorten weiter gestiegen, heißt es im am Donnerstag veröffentlichten Studentenwohnreport des Finanzdienstleisters MLP und des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Zum anderen hätten viele Studenten wegen weggefallener Nebenjobs weniger Geld zur Verfügung.

Hintergrund für die Preissteigerungen sei die allgemein gestiegene Nachfrage im günstigen Mietsegment wegen der Pandemiefolgen. Der Verlust der Nebenjobs bei vielen Studenten wiege umso schwerer, da der Bafög-Wohnzuschlag an fast keinem der Standorte für die Miete einer studentischen Musterwohnung ausreiche. Damit dürfte laut Report auch die zuletzt wieder leicht positive Entwicklung der studentischen Einkommen auf im Schnitt rund 1000 Euro pro Monat ein Ende gefunden haben.

13.06 Uhr: Widerstand gegen neue Corona-Maßnahmen in Frankreich

In Frankreich wächst der Widerstand gegen die erneute Verschärfung der Corona-Maßnahmen: Die besonders betroffene Stadt Marseille nannte die angekündigte Schließung aller Bars und Restaurants am Donnerstag einen „Affront“, ein Regionalvertreter sprach von einer „kollektiven Bestrafung“ durch die Pariser Zentralregierung. Auch in der Hauptstadt mehrten sich die kritischen Stimmen. Die französische Regierung verweist zur Begründung der neuen Restriktionen darauf, dass die Zahl der Neuinfektionen im Land mit zuletzt gut 13.000 in 24 Stunden weiter extrem hoch ist. Gesundheitsminister Olivier Véran warnte, ohne rasches Gegensteuern drohe „in einigen Wochen wieder eine kritische Lage“ in den Krankenhäusern.

Die Regierung verhängte deshalb die härtesten Maßnahmen seit Ende der Ausgangssperre am 11. Mai: In Marseille müssen ab Samstag alle Gastronomiebetriebe schließen. In Paris, Bordeaux, Nizza und sieben weiteren Großstädten sollen Bars und Restaurants „spätestens um 22 Uhr“ dicht machen. Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo nannte dies genauso „schwer verständlich“ wie die Schließung aller Fitnessclubs und Sporthallen. In allen Städten mit hoher Virus-Ausbreitung sind zudem Versammlungen von mehr als zehn Menschen untersagt sowie Großveranstaltungen mit mehr als tausend Teilnehmern. Landesweit gilt überdies weiter eine Maskenpflicht in Unternehmen, Schulen und in öffentlichen Gebäuden und Verkehrsmitteln.

12.05 Uhr: Lehrer und Erzieher können sich länger auf Corona testen lassen

Lehrer und Erzieher in Baden-Württemberg können sich länger als zunächst geplant zwei Mal kostenfrei und freiwillig auf das Coronavirus testen lassen. Das Zeitfenster, in dem dies für das gesamte Personal an Schulen, Kindertageseinrichtungen und in der Kindertagespflege gelte, werde bis zum 1. November verlängert, teilte das Kultusministerium  in Stuttgart mit. Die Tests seien wie bisher auch ohne Symptome möglich, das Land übernehme bis zum Ende der Herbstferien die Kosten. „Damit können sie auch noch die ersten kühleren Tage abwarten, bevor sie sich testen lassen und ihre Tests gezielt wahrnehmen“, sagte Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU).

Ursprünglich galt dieses Angebot, das sich auch an Hausmeister, Schulsekretärin sowie alle weiteren Beschäftigten richtet, seit Mitte August und noch bis Ende September. Nach dem 1. November soll laut Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) ermittelt werden, wie viele Menschen von der Testmöglichkeit Gebrauch gemacht haben. „Diese Informationen und die weitere Beobachtung des Infektionsgeschehens im Umfeld von Schulen und Kitas werden uns Aufschlüsse für die weitere Teststrategie des Landes Baden-Württemberg geben“, erklärte Lucha.

11 Uhr: Keine Après-Ski-Partys in Österreich in diesem Jahr

Die diesjährige Wintersaison in Österreich wird anders ausfallen als gewohnt: Angesichts steigender Infektionszahlen hat die österreichische Bundesregierung den klassischen Après-Ski-Partys eine Absage erteilt. Gedrängtes Stehen soll es in Bars und auf Terrassen nicht mehr geben, Essen und Getränke dürfen nur noch im Sitzen konsumiert werde - das gilt sowohl im Innenraum als auch im Freien. Das kündigte die österreichische Regierung am Donnerstag an. „Ski-Vergnügen ja, aber ohne Après-Ski“, fasste Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) zusammen.

Bei Partys im für seine Après-Ski-Szene berühmten Tiroler Skiort Ischgl hatten sich in der vergangenen Saison viele Touristen gerade auch aus Deutschland mit dem Coronavirus angesteckt. Tirols Landeschef Günther Platter begrüßte die Regeln. Après-Ski mache nur 3 Prozent der Wertschöpfung im Wintertourismus seines Bundeslands aus.

Die Après-Ski-Regeln sind Teil eines Gesamtkonzepts für den Ski-Tourismus. So sei in Seilbahnen ein Abstand von einem Meter und Maskenpflicht vorgeschrieben, Skischulen sollten höchstens zehn Schüler pro Gruppe haben und die Durchmischung zwischen Gruppen verhindern, kündigte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) an. Außerdem sollen sich auch Skilehrer und Reisebegleiter zusätzlich zu Hotelmitarbeitern regelmäßig auf das Coronavirus testen lassen.

8.45 Uhr: Gemeinderat macht Weg frei: Gastronomen dürfen Heizpilze in Villingen-Schwenningen aufstellen

Nach einer hitzigen und äußerst emotional geführten Debatte haben 22 Stadträte dafür gestimmt, dass Gastronomen in Villingen-Schwenningen wegen der Corona-Krise wieder Heizpilze aufstellen dürfen. Zehn Räte stimmten dagegen, vier haben sich enthalten. Da der Gemeinderat vor einigen Jahren die als äußerst klimaschädlich geltenden Heizpilze verboten hat, ging es jetzt um eine befristete Aufhebung des Verbotes. Die Stadträte gingen sogar noch weiter als die Verwaltung es vorgeschlagen hatte: Bis 31. Oktober 2021 wird das Verbot ausgesetzt, die Verwaltung hatte den 31. März genannt.

Donnerstag, 24.9., 7.15 Uhr: Reisewarnung für Vorarlberg

Die Bundesregierung hat Regionen in elf EU-Ländern zu Corona-Risikogebieten erklärt und warnt nun vor Reisen dorthin. In Österreich hat es nach der Hauptstadt Wien nun auch die Urlaubsregion Vorarlberg getroffen. Was das für Pendler, Ausflügler und Familien bedeutet, lesen Sie hier.

Auch die Hauptstädte Dänemarks, Portugals und Irlands - Kopenhagen, Lissabon und Dublin sind darunter. Insgesamt sind damit nun schon 14 von 27 EU-Mitgliedstaaten zumindest teilweise wieder als Risikogebiete ausgewiesen.

Reisende, die aus Risikogebieten zurückkehren, müssen sich 48 Stunden vor oder nach der Einreise auf Corona testen lassen und dann in Quarantäne bleiben, bis das Ergebnis da ist. Die Reisewarnung ist kein Verbot, soll aber eine erhebliche abschreckende Wirkung haben. Allerdings hat sie auch eine positive Seite für Verbraucher: Sie ermöglicht es Reisenden, Buchungen kostenlos zu stornieren.

Diese neuen Reisewarnungen dürften die Menschen in Deutschland am meisten interessieren:

Das waren die Entwicklungen am Mittwoch, 23. September:

21.08 Uhr: Regionen in elf EU-Ländern zu Corona-Risikogebieten erklärt

Die Bundesregierung hat Regionen in elf Ländern der Europäischen Union wegen steigender Infektionszahlen zu Corona-Risikogebieten erklärt. Darunter sind auch Gebiete in den Nachbarländern Dänemark, Tschechien, Frankreich, Österreich und den Niederlanden. Das geht aus der am Mittwochabend aktualisierten Liste des Robert-Koch-Instituts hervor. Insgesamt sind damit nun schon 14 von 27 EU-Mitgliedstaaten wieder ganz oder teilweise als Corona-Risikogebiete ausgewiesen.

Neu hinzugekommen sind am Mittwoch Regionen in Dänemark, Portugal, Irland und Slowenien. Zudem wurden weitere Regionen in Frankreich, Tschechien, den Niederlanden, Kroatien, Rumänien, Österreich und Ungarn als Risikogebiete ausgewiesen. Es wird erwartet, dass das Auswärtige Amt für alle diese Gebiete noch im Laufe des Abends eine Reisewarnung ausspricht.

Reisende, die aus Risikogebieten zurückkehren, müssen sich 48 Stunden vor oder nach der Einreise auf Corona testen lassen. Die Reisewarnung ist kein Verbot, soll aber eine erhebliche abschreckende Wirkung haben. Allerdings hat sie auch eine positive Seite für Verbraucher: Sie ermöglicht es Reisenden, Buchungen kostenlos zu stornieren.

18.56 Uhr: Landesgesundheitsamt meldet 293 neue Corona-Fälle im Südwesten

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen im Südwesten ist bis Mittwoch (Stand: 16 Uhr) auf 47.876 gestiegen. Das sind 293 mehr als am Vortag, berichtete das Landesgesundheitsamt in Stuttgart. Als genesen gelten demnach 41.997 Menschen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um einen auf 1875. Der sogenannte geschätzte Sieben-Tage-R-Wert liegt den Angaben zufolge bei 1,0. Er zeigt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt.

17.48 Uhr: Zahl der Corona-Infektionen in Europa übersteigt Fünf-Millionen-Schwelle

Die Zahl der Corona-Infektionen in Europa hat am Mittwoch die Schwelle von fünf Millionen überschritten. Das ergab eine auf Behördenangaben beruhende Zählung der Nachrichtenagentur AFP. Demnach steckten sich bis Mittwochmittag 5.000.421 Menschen mit dem Virus an, mehr als 227.000 von ihnen starben. Die meisten Fälle wurden der Statistik zufolge aus Russland mit 1,12 Millionen Infizierten gemeldet, danach folgen Spanien (682.000), Frankreich (502.000) und Großbritannien (403.000). Allein in der vergangenen Woche waren europaweit mehr als 380.000 neue Fälle registriert worden, so viele wie nie zuvor seit dem Ausbruch des Coronavirus.

Europa sieht sich derzeit einer zweiten Infektionswelle gegenüber. Experten führen den Anstieg der registrierten Fälle aber auch eine Zunahme der Tests zurück. Trotzdem bleibt wohl eine große Zahl an Infektionen unentdeckt, weil die Betroffenen keine Symptome aufweisen und deshalb nicht getestet werden.

16.58 Uhr: Maskenpflicht in Bus und Bahn soll stärker kontrolliert werden

Fahrgäste in Bus und Bahn müssen sich auf eine stärkere Kontrolle der Maskenpflicht einstellen. Von Oktober an soll es regionale, überregionale und bundesweite Schwerpunktkontrollen an bestimmten Tagen geben. Darauf haben sich am Mittwoch Vertreter von Bund, Ländern und Kommunen sowie Bundespolizei, Verkehrsunternehmen und Gewerkschaften verständigt.

„Die zuständigen Behörden sowie die Verkehrsunternehmen werden ihre Maßnahmen zur Kontrolle und Einhaltung der Maskenpflicht sichtbar erhöhen“, heißt es in der Erklärung, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die Aktionstage sollen demnach ein Zeichen des gemeinsamen Willens zur Einhaltung der Maskenpflicht setzen. Je nach Landesrecht soll die Kontrollen auch auf Bahnhöfe und Haltestellen ausgedehnt werden.

15.33 Uhr: Tschechien führt wegen Corona-Anstiegs Sperrstunde um 22 Uhr ein

Im Kampf gegen steigende Corona-Infektionszahlen führt Tschechien in Kneipen und Gaststätten eine Sperrstunde um 22.00 Uhr ein. „Unter dem Einfluss des Alkohols kommt es zu viel häufigeren Kontakten und zur Missachtung elementarer Regeln“, sagte der neue Gesundheitsminister Roman Prymula am Mittwoch. Die Maßnahme sei zunächst auf zwei Wochen begrenzt.

Einschränkungen gibt es auch bei sportlichen und kulturellen Großveranstaltungen. Im Freien werden sie auf 2000 Sitzplätze begrenzt, in Innenräumen auf maximal 1000. Vor allem Fußball- und Eishockey-Vertreter zeigten sich alarmiert. Der Vorsitzende der nationalen Sportagentur, Milan Hnilicka, kündigte Hilfen an. In Prag wurde erwartet, dass Deutschland demnächst ganz Tschechien als Risikogebiet ausweist. Bisher gilt dies nur für die Hauptstadt und die angrenzende Mittelböhmische Region.

14.52 Uhr: Heiko Maas wegen Corona-Infektion eines Personenschützers in Quarantäne

Bundesaußenminister Heiko Maas hat sich wegen der Corona-Infektion eines seiner Personenschützer in Quarantäne begeben. Ein erster Test auf eine Covid-19-Erkrankung sei am Mittwoch aber negativ gewesen, teilte das Auswärtige Amt mit. Es werde nun geklärt, ob weitere Personen betroffen und welche Maßnahmen gegebenenfalls zu ergreifen seien. Wie lange Maas (SPD) nun in Quarantäne bleibt und inwieweit seine Arbeit beeinträchtigt wird, war zunächst unklar.

14.16 Uhr: Tübinger Impfstudie steht kurz vor der zweiten Testphase

Die Tübinger Impfstudie zum Curevac-Wirkstoff gegen Covid-19 steht kurz vor der zweiten Phase. Diese beginne nun in Südamerika, sagt Studienleiter Peter Kremsner vom Tropeninstitut der Universität Tübingen dem SÜKURIER. Auch in Tübingen soll demnach die nächste Phase der klinischen Studie "demnächst" beginnen, so Kremnser. Geplant sei ein Startpunkt um den 1. November.

Auch ältere Probanden über 60 Jahren sollen dann teilnehmen dürfen. Die zweite Testphase soll den Plänen zufolge dann direkt in die dritte Phase übergehen. Wann die letzte, entscheidende Phase der Impfstudie beginnen könnte, steht noch nicht fest. Bis Mitte Oktober soll der erste Zwischenbericht der ersten Studienphase veröffentlicht werden. Größere Nebenwirkungen habe es aber nicht gegeben, so Kremsner. (mim)

13.31 Uhr: Bundesregierung lehnt Lockerungen der Corona-Maßnahmen weiter ab

Die Bundesregierung lehnt angesichts weiterhin hoher Infektionszahlen Lockerungen bei den Corona-Maßnahmen ab. Es gebe immer weniger Landkreise ohne Fälle, eine Zunahme der Hotspots und ein "diffuses Geschehen", sagte Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) am Mittwoch in Berlin anlässlich der Vorstellung der 100-Tage-Bilanz der Corona-App.

Daher sei "kein Anlass gegeben, über weitere Lockerungen nachzudenken". Vielmehr müsse weiterhin über klare Beschränkungen gesprochen werden, "damit sich das Geschehen insgesamt weiter eindämmen lässt". Bund und Länder wollen sich in der kommenden Woche zu erneuten Beratungen über die Beschränkungen in der Corona-Pandemie treffen.

12.56 Uhr: Musterklagen wegen massenhafter Corona-Infektionen in Ischgl eingereicht

Im Zusammenhang mit der unkontrollierten Ausbreitung des Coronavirus in Ischgl hat der österreichische Verbraucherschutzverein (VSV) vier Musterklagen eingereicht. Dies gab VSV-Obmann Peter Kolba am Mittwoch auf einer Pressekonferenz bekannt. Sein Verein vertrete auf dem Rechtsweg insgesamt tausend Betroffene. Um bei Gericht rasche Erfolge zu erzielen, habe man sich vorerst auf vier Musterfälle beschränkt.

Die vier sogenannten Amtshaftungsklagen wurden beim Wiener Landesgericht für Zivilrechtssachen eingebracht. Ein Betroffener ist den Angaben zufolge an Covid-19 gestorben. Bei zwei deutschen Betroffenen sei die Erkrankung so schwer verlaufen, dass die Patienten teilweise heute noch in Behandlung sind und mit Dauerfolgen rechnen müssen. Ein vierter Betroffener sei gesund, auch er müsse aber mit Spätfolgen rechnen. Laut Kolba meldeten sich nach einem Aufruf des VSV rund 6000 Menschen aus 45 Staaten, weil sie sich nach eigenen Angaben während des Skiurlaubs in Ischgl mit dem Coronavirus infiziert hatten.

11.20 Uhr: Leopoldina fordert von Bund und Ländern einheitliche Regeln gegen Corona

Die Nationalakademie Leopoldina hat Bund und Länder aufgefordert, für verbindliche, wirksame und einheitliche Regeln im Kampf gegen die Corona-Pandemie zu sorgen. Um das öffentliche Leben in Deutschland im Herbst und im Winter aufrecht zu erhalten, seien jetzt Schutzmaßnahmen nötig, teilte die Leopoldina nun in Halle in einer Ad-hoc-Stellungnahme mit.

Die Verantwortlichen in Bund und Ländern müssten einheitliche Vorsorgemaßnahmen konsequenter als bisher umsetzen, forderten die Wissenschaftler. In Anbetracht sinkender Temperaturen und der Verlagerung von Gruppenaktivitäten in Innenräume bestehe die Gefahr, dass es abermals zu einer schwer kontrollierbaren Entwicklung der Pandemie komme.

10.30 Uhr: Maskenpflicht in Restaurants jetzt teilweise auch für Gäste

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat die Landesregierung die Maskenpflicht in Gaststätten verschärft. Wer in Restaurants nicht auf einem Platz sitzt, sondern etwa zu einem Tisch oder zur Toilette geht, muss ab 30. September einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Die Maskenpflicht gilt dann auch in Freizeitparks und Vergnügungsstätten in geschlossenen Räumen und in Wartebereichen. „Es gibt ein Zutritts- und Teilnahmeverbot bei Verstoß gegen die Maskenpflicht“, teilte die Landesregierung in Stuttgart mit. Veranstaltungen mit mehr als 500 Teilnehmern bleiben untersagt.

9.23 Uhr: Trotz steigender Corona-Zahlen: Konsumlaune stabilisiert sich

Ungeachtet der Ankündigung Zehntausender Stellenstreichungen und eines wieder anschwellenden Infektionsgeschehens in der Corona-Pandemie hat sich die Konsumlaune der Verbraucher in Deutschland nicht weiter verschlechtert. Sie „sehen die Konjunktur ganz klar auf Erholungskurs“, sagte Rolf Bürkl vom Nürnberger Konsumforschungsunternehmen GfK.

8.25 Uhr: Johnson: Militäreinsatz zur Kontrolle von Corona-Regeln möglich

Der britische Premier Boris Johnson will zur Kontrolle schärferer Corona-Maßnahmen in England möglicherweise auch das Militär einsetzen. Man werde die schärferen Corona-Maßnahmen streng überprüfen und bei Verstößen Geldstrafen verhängen, verkündete Johnson im Londoner Parlament.

Die Polizei werde dabei präsenter in den Straßen des Landes sein, gegebenenfalls könne zur Verstärkung auch das Militär eingesetzt werden. „Wir müssen das Virus jetzt unterdrücken“, schwor Johnson die Briten angesichts rapide steigender Infektionszahlen in einer Fernsehansprache zur besten Sendezeit ein. Dafür sei gesunder Menschenverstand die wirksamste Waffe.

7.45 Uhr: Die Lörracher Regio-Messe soll 2021 wieder stattfinden

2019 wurde die Lörracher Regio-Messe kurzfristig abgesagt. Nun melden sich die Veranstalter zurück – mit den neuen Terminen für 2021 und 2022. So soll nach der Absage im März dieses Jahres 2021 das Comeback gefeiert werden: „Der Termin steht: Vom 9. bis 17. Oktober 2021 geht auf dem großzügigen Messegelände am Rande des Grütt-Landschaftsparks die Regio-Messe mit ihrem bewährten Konzept über die Bühne“, heißt es in einer Mittelung. Es wird die 37. Auflage der Messe, die am Hochrhein bislang jedes Jahr ein echter Besuchermagnet war

7.07 Uhr: 100 Tage Corona-Warn-App: SAP und Telekom ziehen positive Bilanz

Die Macher der deutschen Corona-Warn-App, SAP und Deutsche Telekom, haben 100 Tage nach dem Start der Anwendung eine positive Bilanz gezogen. „Die App funktioniert und wir arbeiten weiter an Verbesserungen“, sagte Peter Lorenz, Chefentwickler bei der Telekom-Tochter T-Systems. Das sei auch der Grund, warum sich inzwischen mehrere Länder an dem Open-Source-Code des deutschen Projektes bedienen würden.

Die im internationalen Vergleich sehr hohen Download-Zahlen für die deutsche App wertete Lorenz als ein „Vertrauensbeweis der Bevölkerung“. Die Akzeptanz der App sage viel darüber aus, dass die Menschen in der Stimmung seien, solche Tools als einen Beitrag zur Pandemiebekämpfung zu nutzen.

Das waren die Entwicklungen am Dienstag, 22. September:

22.30 Uhr: 1821 Corona-Neuinfektionen in Deutschland registriert

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 1821 neue Corona-Infektionen gemeldet. Dies gab das Robert Koch-Institut (RKI) am Dienstag auf seiner Homepage bekannt. Aus den Daten des RKI-Lageberichts geht hervor, dass sich von den vom 14. bis 20. September erfassten Infizierten, bei denen eine Angabe zum Infektionsland vorliegt, 12 Prozent wahrscheinlich im Ausland angesteckt haben.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9396. Das sind zehn mehr als am Vortag. Rund 243 700 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

19.58 Uhr: EU baut Reserve an Schutzmasken aus

Mit Blick auf die steigenden Corona-Zahlen in Europa baut die Europäische Union weiter gemeinsame Reserven an medizinischen Schutzmasken auf. Nach Deutschland und Rumänien hätten sich nun auch Dänemark, Griechenland, Ungarn und Schweden bereit erklärt, im Auftrag aller EU-Staaten Depots anzulegen, erklärte EU-Kommissar Janez Lenarcic am Dienstag.

Der Aufbau der gemeinsamen Reserve hatte im Frühjahr begonnen, als viele Staaten in der Corona-Krise viel zu wenig Schutzausrüstung für Ärzte und Pfleger hatten. Aus dieser Reserve seien inzwischen 520.000 medizinische FFP2- und FFP3-Masken an die EU-Staaten Italien, Spanien, Kroatien und Litauen sowie an die Nachbarn Nordmazedonien, Montenegro und Serbien verteilt worden, sagte Lenarcic. Die Vorräte werden aus dem Gemeinschaftsetat der EU finanziert. Einzelne EU-Staaten schaffen das Material an und lagern es. Im Notfall wird es nach Bedarf verteilt.

18.51 Uhr: Landesgesundheitsamt meldet 238 neue Corona-Fälle im Südwesten

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen im Südwesten ist bis Dienstag (Stand: 16 Uhr) auf 47.583 gestiegen. Das sind 238 mehr als am Vortag, berichtete das Landesgesundheitsamt in Stuttgart. Als genesen gelten demnach 41.691 Menschen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um 3 auf 1874. Der sogenannte geschätzte Sieben-Tage-R-Wert liegt den Angaben zufolge bei 1,03. Er zeigt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt.

17.24 Uhr: Laut Spahn keine Schnellzulassung bei Corona-Impfstoff

Eine Schnellzulassung bei einem Corona-Impfstoff wird es nach den Worten von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nicht geben. Schnelligkeit sei nicht die Hauptpriorität bei der Entwicklung, sondern Sicherheit und Wirksamkeit, sagte Spahn am Dienstag in Frankfurt am Main. Der Minister betonte, es werde ein freiwilliges Impfangebot geben. Er sei sicher, dass die Bereitschaft in der Bevölkerung ausreiche. Spahn startete in einem Industriepark im Stadtteil Höchst einen Testlauf einer Anlage zur sterilen Abfüllung eines künftigen Impfstoffs des französischen Herstellers Sanofi. Der Impfstoff wird derzeit getestet, mit Ergebnissen wird Anfang Dezember gerechnet. Weltweit sind Unternehmen dabei, Impfstoffe zu entwickeln.

16.30 Uhr: SC Freiburg plant Heim-Auftakt gegen Wolfsburg mit bis zu 3200 Fans

Der SC Freiburg lässt zu seinem ersten Heimspiel in der neuen Saison der Fußball-Bundesliga am Sonntag (18 Uhr) gegen den VfL Wolfsburg rund 3200 Zuschauer zu. Es stünden Sitzplätze auf der Haupt-, der Süd- und der Osttribüne zur Verfügung, teilten die Badener mit. Für die darauffolgenden Heimspiele wolle der Verein mit den zuständigen Behörden dann eine Lösung erarbeiten, die auch die Nutzung von Stehplätzen möglich machen soll.

Die Tickets für die Partie gegen Wolfsburg werden unter Mitgliedern des Sport-Clubs und des Fördervereins der Freiburger Fußballschule sowie Dauerkarteninhabern der Vorsaison verlost. Zudem werde in Kooperation mit der Stadt ein Kontingent von 50 Karten kostenfrei an Menschen vergeben, welche die Coronavirus-Pandemie besonders hart getroffen hat oder die sich in der Zeit besonders für die Gesellschaft verdient gemacht haben, gaben die Freiburger bekannt.

15.40 Uhr: Deutsche Bank schrumpft wegen Corona-Krise ihr Filialnetz

Die Corona-Krise beschleunigt das Filialsterben in der Finanzbranche - auch bei der Deutschen Bank. Deutschlands größtes Geldhaus will jede fünfte seiner Filialen im Heimatmarkt schließen. „Wir planen, das Filialnetz im Laufe des kommenden Jahres möglichst rasch auf die Zielgröße von 400 zurückzubauen“, sagte ein Sprecher des Frankfurter Dax-Konzerns am Dienstag und bestätigte damit in verschiedenen Medien zitierte Aussagen von Deutsche-Bank-Manager Philipp Gossow.

Ende vergangenen Jahres hatte die Deutsche Bank 511 eigene Filialen, derzeit sind es nach Angaben der Bank etwas mehr als 500. Zusätzlich stehen den Kunden für einfache Bankgeschäfte wie Überweisungen die 800 Filialen der zum Konzern gehörenden Postbank zur Verfügung. Filialen schließen will die Deutsche Bank den Angaben zufolge vor allem in städtischen Regionen, wo das Institut mit mehreren Standorten vertreten ist. Wie viele Stellen den Filialschließungen zum Opfer fallen werden, blieb zunächst unklar.

14 Uhr: Die Narrenzunft Wilderer sagt das Kleggau-Narrentreffen am 30. und 31. Januar 2021 ab

Die Narrenzunft Wilderer aus Untermettingen am Hochrhein hat sich schweren Herzens entschieden: Das 41. Kleggau-Narrentreffen, das für den 30. und 31. Januar 2021 in Untermettingen geplant war, ist abgesagt. „Die Entscheidung ist in Absprache mit allen Vorsitzenden der helfenden Vereine einstimmig gefallen“, erklärte der Vorsitzende Fabian Brogle bei der Hauptversammlung. Diese fand unter strengen Hygienevorschriften in der Steinatalhalle statt.

13 Uhr: Corona-Impfstoff könnte 5 bis 15 Euro pro Dosis kosten

Corona-Impfstoffe könnten nach Aussagen des Europäischen Pharmaverbands (EFPIA) pro Einheit zwischen 5 und 15 Euro kosten. Dies sei ein angemessener Preis pro Dosis, sagte die Vorsitzende der Verbandsgruppe Impfungen Europa, Sue Middleton, bei einer Anhörung im Gesundheitsausschuss des Europäischen Parlaments nun in Brüssel. Genaue Preise seien in den bisher geschlossenen Vereinbarungen zwischen Impfstoff-Herstellern und der Europäischen Union aber nicht festgelegt worden.

Der Vizepräsident des Herstellers Sanofi, Thomas Triomphe, versicherte, dass es einen fairen und niedrigen Preis geben werde. Ein reduzierter Preis solle für Entwicklungsländer gelten. Wie viel genau eine Impfdosis kosten werde, könne man noch nicht sagen. Die Forschung sei noch nicht weit genug, um etwa die genaue Dosierung des Wirkstoffes zu kennen.

12 Uhr: Bootsparty auf dem Bodensee: Über 600 Menschen feiern ohne Maske 

Auf der Bodensee-Fähre Euregia wurde am Sonntagnachmittag ausgelassen Schulter an Schulter gefeiert. Die wenigsten Gäste trugen dabei Schutzmasken. Der Veranstalter weist jegliche Schuld von sich. Der Kanton Thurgau prüft nun jedoch rechtliche Konsequenzen.

Schulter an Schulter und weit und breit keine Maske zu sehen: Mehr als 600 Menschen feiert am Sonntag auf der Euregia-Fähre auf dem Bodensee ohne Mund-Nasen-Schutz. Nun ermittelt die Kantonspolizei Thurgau. Das hier gezeigte Bild wurde am Samstag aufgenommen, die umstrittene Feier fand am Sonntag statt.
Schulter an Schulter und weit und breit keine Maske zu sehen: Mehr als 600 Menschen feiert am Sonntag auf der Euregia-Fähre auf dem Bodensee ohne Mund-Nasen-Schutz. Nun ermittelt die Kantonspolizei Thurgau. Das hier gezeigte Bild wurde am Samstag aufgenommen, die umstrittene Feier fand am Sonntag statt. | Bild: St. Galler Tagblatt/PD

11.20 Uhr: UEFA hält an Fan-Konzept fest - 800 Karten-Rückläufer aus München

Die UEFA hält an ihrem Zuschauer-Konzept für den Supercup zwischen dem FC Bayern München und dem FC Sevilla fest. Das Pilotprojekt zur Fan-Rückkehr werde trotz der Kritik aus Deutschland unverändert fortgesetzt, hieß es von der Europäischen Fußball-Union am Dienstag auf Anfrage. Am Donnerstag soll die rund 67.000 Zuschauer fassende Puskás Arena in Budapest zu 30 Prozent ausgelastet sein, obwohl die ungarische Hauptstadt ein Corona-Risikogebiet ist.

Allerdings werden weit weniger Bayern-Fans nach Ungarn reisen als anfangs gedacht. Rund 800 Tickets wurden aus München an die UEFA bereits zurückgegeben. Der Verband hatte eine kostenfreie Stornierung erlaubt. 2100 Karten standen den Bayern-Anhängern zur Verfügung. Die UEFA rechnete am Dienstag mit weiteren Ticket-Rückläufern. Diese Karten würden nicht neu vergeben werden. Aus Sevilla lagen der UEFA ohnehin nur etwas weniger als 350 Ticket-Anfragen vor.

9.35 Uhr: Großbritannien empfiehlt wieder Arbeit von zu Hause

Angesichts stark steigender Infektionszahlen empfiehlt die britische Regierung ihren Bürgern im Kampf gegen das Coronavirus wieder die Arbeit im Home Office. „Leuten, denen es möglich ist, von zu Hause zu arbeiten, würden wir empfehlen, das zu tun“, sagte Staatsminister Michael Gove. „Die Infektionsrate geht nach oben, die Zahl der Menschen, die ins Krankenhaus müssen, geht nach oben, und deswegen müssen wir handeln.“

Der konservative Premierminister Boris Johnson wollte sich heute mit einer Rede an seine Landsleute wenden, um ihnen den Ernst der Lage bewusst zu machen und sie an geltende Abstands- und Hygieneregeln zu erinnern. In Schottland wird eine Ankündigung von Ministerpräsidentin Nicola Sturgeon erwartet.

In ganz Großbritannien steigen die Infektionszahlen rapide an: In den vergangenen Tagen kamen fast täglich 3500 bis 4000 neue Fälle hinzu. Die Zahl der Infektionen verdoppelte sich ungefähr innerhalb von sieben Tagen. 

8.45 Uhr: Jeder zweite neue Corona-Infizierte in Bayern 15 bis 34 Jahre alt

 In Bayern ist derzeit jeder zweite neue Corona-Infizierte 15 bis 34 Jahre alt. 47 Prozent aller gemeldeten Infektionen der vergangenen sieben Tage stammen nach Zahlen des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit aus dieser Altersgruppe. „In diesem Alter gibt es häufig Kontakte mit einer Vielzahl an Personen - und die Ansteckungsgefahr wird in dem einen oder anderen Fall unterschätzt“, sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU). 29 Prozent aller gemeldeten Infektionen der vergangene sieben Tage entfallen laut LGL allein auf die Gruppe der jungen Erwachsenen im Alter von 20 bis 30 Jahren.

„Der Anstieg der Corona-Infektionen in Bayern lässt sich zum Teil noch auf die vielen Sommer-Reiserückkehrer aus Risikogebieten zurückführen“, sagte Huml. „Aber auch unvorsichtiges Verhalten, das das Risiko für die Übertragung von SARS-CoV-2 erhöht, kann ein Grund sein.“ 

Dienstag, 22. September, 7.30 Uhr: Marburger Bund unterstützt Spahns Fieberambulanzen

Der Ärzteverband Marburger Bund unterstützt die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ins Spiel gebrachten Pläne zu sogenannten Fieberambulanzen. Sie seien „sehr sinnvoll“, sagte die Vorsitzende Susanne Johna der „Passauer Neuen Presse“. „Es gilt unbedingt zu vermeiden, dass Patienten mit anderen Erkrankungen sich scheuen, zum Arzt oder in die Klinik zu gehen. Je klarer wir die Wege für mögliche Covid-19-Patienten bahnen, desto eher trauen sich andere, wieder den Hausarzt aufzusuchen.“

Spahn hatte am Montag die Pläne zur Einrichtung der Fieberambulanzen mit Blick auf einen befürchteten Anstieg der Corona-Zahlen konkretisiert. „Es geht darum, eine Infrastruktur zu haben, die sicherstellt, dass nicht im Wartezimmer sich die Menschen untereinander anstecken. Das macht Sinn für Corona und auch bei der Grippe und einer möglichen Grippewelle“, sagte Spahn. Der CDU-Politiker sprach von „Schwerpunktsprechstunden“, „Schwerpunktpraxen“ und „regionalen Fieberambulanzen“, an die sich Patienten mit entsprechenden Symptomen künftig wenden können sollen.

Das waren die Entwicklungen am Montag, 21. September:

21.50 Uhr:  33 Corona-Fälle in Arbeiterunterkunft von Stuttgart 21

In einer Arbeiterunterkunft des Bahnprojekts Stuttgart 21 haben sich 33 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Die Infizierten sowie enge Kontaktpersonen sind nun in Quarantäne, wie ein Stadtsprecher am Montag sagte. Die Betroffenen seien in zwei städtische Schutzeinrichtungen gebracht worden. Dort werden sie vom Gesundheitsamt und dem Deutschen Roten Kreuz betreut. Den Angaben nach wurden bislang 66 Menschen getestet. Zuerst hatte die „Bild“-Zeitung berichtet.

Bereits im April waren auf den Baustellen des Bahnprojekts sechs Arbeiter an Covid-19 erkrankt. Mehr als 90 Kontaktpersonen kamen damals in Quarantäne. In Stuttgart haben sich nach Angaben der Stadt bislang 2576 Menschen infiziert. 67 Menschen sind im Zusammenhang mit dem Virus gestorben. 

An dem unterirdischen Durchgangsbahnhof in Stuttgart wird seit Jahren gebaut. Das Projekt umfasst neben „Stuttgart 21“ auch die Neubaustrecke von Wendlingen nach Ulm. Nach letzten Schätzungen soll es 8,2 Milliarden Euro kosten. Im Finanzierungsvertrag waren im Jahr 2009 noch 4,5 Milliarden Euro festgelegt worden. Auf den Baustellen arbeiten laut Bahn insgesamt rund 6000 Menschen.

21 Uhr: Deutlich weniger Hochzeiten wegen Corona-Pandemie im Südwesten

Die Corona-Pandemie hat in Baden-Württemberg viele Heiratspläne vorerst platzen lassen. Im Südwesten sind in den ersten sechs Monaten des Jahres 18 467 Ehen geschlossen worden. Das sind 3771 weniger als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden unter Berufung auf vorläufige Ergebnisse mitteilte. 

Bundesweit wurden von Januar bis Juni 139 900 Ehen geschlossen. 29 200 weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Bund und Länder hatten Mitte März strenge Auflagen verhängt, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Viele Standesämter schlossen vorübergehend ganz, andere schränkten ihre Dienste ein. 

Mit dem 02.02.2020 und dem 20.02.2020 gab es in diesem Jahr gleich zwei attraktive Termine, die auch reichlich genutzt wurden - was dem Bundesamt zufolge ein weiteres Absinken der Zahlen verhinderte. Im Februar 2020 heirateten im Südwesten 2759 Paare, 917 oder knapp 50 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

Der Effekt fiel je nach Bundesland aber unterschiedlich stark aus: In Brandenburg (plus 84 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (plus 82 Prozent) und Thüringen (plus 80 Prozent) sagten im Februar deutlich mehr Paare „Ja“ zueinander. In Hamburg hingegen blieb die Zahl der Eheschließungen gleich.

19.58 Uhr: Land unterstützt Projekte in Corona-Forschung mit zwei Millionen Euro

Mit knapp zwei Millionen Euro will das Land Corona-Forschungen zu Antikörpertests und zu speziellen Mund- und Nasenschutzmasken unterstützen. Das geht aus der Vorlage von Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) für die Kabinettssitzung am Dienstag hervor, aus der die „Heilbronner Stimme“ und der „Mannheimer Morgen“ zitieren. Nach Angaben des Ministeriums von Montag wurden die Projekte unter landesweit 120 ausgewählt.

Antikörpertests entwickelt unter anderem ein Konsortium um das Naturwissenschaftliche und Medizinische Institut in Reutlingen weiter. Er soll eine differenzierte Testung ermöglichen. Am zweiten geförderten Antikörperprojekt ist das Universitätsklinikum Freiburg beteiligt. Außerdem wird ein Projektkonsortium unterstützt, an dem das Deutsche Institut für Textil- und Faserforschung in Denkendorf mitarbeitet.

19.15 Uhr: Städte- und Gemeindebund fordert Weihnachtsmärkte mit Maskenpflicht

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund fordert für die kommende Weihnachtsmarktsaison eine Maskenpflicht. "Mobile Temperaturkontrollen und Handdesinfektionsspender müssen dann, ebenso wie die Maske, zum Erscheinungsbild des Weihnachtsmarktes gehören", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der Zeitung "Welt". Er sprach sich gegen eine Absage der Märkte aus: "Ein behutsames und differenziertes Vorgehen statt genereller Absagen ist notwendig, damit die Akzeptanz der Menschen erhalten bleibt. Ohne die notwendige Einsicht und Überzeugung der Bürgerinnen und Bürger wird die mittel- und langfristige Eindämmung der Pandemie schwierig", betonte Landsberg.

18.31 Uhr: Corona-Fälle an zwei Schulen und einem Kindergarten im Kreis Lörrach: Mehr als 200 Menschen müssen in Quarantäne

Weil Schüler positiv auf das Corona-Virus Sars-CoV-2 getestet worden sind, zieht das Lörracher Gesundheitsamt Konsequenzen und ordnet Quarantäne für insgesamt rund 200 Mitschüler und Lehrer an. Betroffen sind das HTG in Lörrach, die Realschule Efringen-Kirchen und ein Kindergarten in Grenzach-Wyhlen.

17.35 Uhr: Bundesregierung mahnt zu „höchster Achtsamkeit“ in Corona-Lage

Die Bundesregierung hat angesichts steigender Corona-Infektionszahlen zu „höchster Achtsamkeit“ aufgerufen. „Es kommt aktuell vermehrt zu Ansteckungen und Übertragungen innerhalb Deutschlands“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Politik und Bürger hätten es nun in der Hand, „ob sich die Infektionszahlen wieder unkontrolliert ausbreiten“. Deutschland sei „in einer Phase der Pandemie, in der sich entscheiden wird, wie wir in diese Winter- und Herbstmonate hineingehen“. Zugleich gebe es in Nachbarländern teils noch ein deutlich höheres Infektionsgeschehen.

Seibert betonte nach Beratungen des Corona-Kabinetts der zuständigen Minister mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU), dass neben dem Einhalten von Hygienevorgaben „große Vorsicht“ bei weiteren Öffnungsschritten angebracht sei. Ziel bleibe es, Infektionsketten nachvollziehen und unterbrechen zu können. Dabei sei klar, dass dies ab einer gewissen Zahl täglicher Infektionen kaum noch oder nicht mehr zu leisten sei. Eine vorgesehene neu ausgerichtete Strategie für Corona-Tests im Herbst und Winter solle bis 15. Oktober umsetzungsbereit sein.

16.45 Uhr: Fünf Corona-Neuinfektionen nach Geburtstagsfeier in Dettingen

Nach einer Geburtstagsfeier in Dettingen an der Erms (Kreis Reutlingen) sind fünf weitere Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Ob die Infizierten an der privaten Party teilgenommen haben, steht noch nicht fest, wie Landrat Thomas Reumann (parteilos) nun sagte. Derzeit gehe man jedoch davon aus. Nach der Party waren 14 Gäste positiv auf das Virus getestet worden. Hunderte weitere mussten in Quarantäne.

„Wir fahren auf Sicht“, sagte Reumann. Die Infiziertenzahl im Kreis Reutlingen werde sich sicherlich weiter erhöhen. Allein am Sonntag wurden demnach etwa 250 Corona-Tests durchgeführt. Die Ergebnisse stehen noch aus. Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes sollen auch am Montag weitere Abstriche vornehmen. Insgesamt gibt es den Angaben nach mehr als 450 Kontaktpersonen.

15.52 Uhr: Spahn drängt Länder zu Verzicht auf Corona-Lockerungen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat angesichts steigender Infektionszahlen an die Länder appelliert, sich an den verabredeten Verzicht auf weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen zu halten. "Ich wünsche mir sehr, dass wir ein gemeinsames Verständnis dafür entwickeln, was die Vereinbarung 'keine weiteren größeren Öffnungsschritte' tatsächlich heißt", sagte Spahn am Montag in Berlin.

Der Gesundheitsminister verwies darauf, dass sich Bund und Länder Ende August darauf geeinigt hätten, die bestehenden Maßnahmen nicht zu lockern. Nunmehr gebe es aber Diskussionen über eine mögliche Wiedereröffnung von Clubs oder Bars. Spahn betonte zudem, dass sich das Coronavirus derzeit häufig über Familien-, oder Hochzeitsfeiern verbreite.

Spahn will durch spezielle Einrichtungen vermeiden, dass sich das Coronavirus ab dem Herbst wieder verstärkt in den Warteräumen der Arztpraxen ausbreitet. Dafür könne es Schwerpunktsprechstunden, Praxen oder Fieberambulanzen geben.

15.17 Uhr: Lufthansa streicht noch mehr Flieger und Jobs

Die Lufthansa muss in der Corona-Krise noch stärker schrumpfen als bislang geplant. Mindestens 150 Flugzeuge der einstmals 760 Jets umfassenden Konzernflotte werden dauerhaft nicht mehr abheben, teilte das Unternehmen am Montag mit. Auch die Zahl der wegfallenden Vollzeitstellen werde die bislang angekündigten 22.000 übersteigen.

14.10 Uhr: Corona-Fall an einer Schule am Hochrhein

Weil zwei Schüler des Hans-Thoma-Gymnasiums positiv auf das Corona-Virus Sars-CoV-2 getestet worden sind, zieht das Lörracher Gesundheitsamt Konsequenzen und ordnet Quarantäne für die Mitschüler und zwölf Lehrer des Lörracher Gymnasiums an. Schulleiter Frank Braun hatte den Fall und das weitere Vorgehen noch am Sonntagabend über den E-Mail-Verteiler der Schule kommuniziert. Demnach werden die 128 Schülerinnen und Schüler der 12. Klassen ab dem heutigen Montag digital von zu Hause aus unterrichtet werden.

13.08 Uhr: München führt Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen ein und schränkt Gastronomie und private Feiern ein

Die zum Corona-Hotspot gewordene Stadt München hat Einschränkungen für Zusammenkünfte, in der Gastronomie und für private Feiern auf den Weg gebracht. Ab Donnerstag dürfen sich im gesamten öffentlichen Raum in München nur noch fünf Menschen treffen, sagte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am Montag nach einem städtischen Krisengipfel. Ausnahmen sind demnach, wenn sich zwei Haushalte treffen, die zusammen mehr Menschen umfassen, oder Verwandte in gerader Linie.

Als weitere Maßnahme gilt künftig für private Feiern wie Geburtstage, Hochzeiten oder auch für Beerdigungen eine Höchstgrenze von 25 Menschen in geschlossenen Räumen und 50 Menschen bei Treffen draußen. Reguläre Veranstaltungen wie Theater oder Konzerte sind von dieser Einschränkung nicht betroffen. Außerdem ordnete die Stadt eine Maskenpflicht für einzelne stark besuchte Orte wie den Marienplatz und den Viktualienmarkt an. Die zu den bereits geltenden Beschränkungen hinzu kommenden Einschränkungen sollen als Allgemeinverfügung am Mittwoch erlassen werden und dann ab Donnerstag für zunächst sieben Tage gelten. Für einzelne Stadtbereiche galt vorher bereits ein nächtliches Alkoholverbot.

11.50 Uhr: Realschule in Friedrichshafen wegen mehrerer Corona-Fälle bis Freitag geschlossen

Bei vier Schülern in vier Klassen liegen aktuell positive Testergebnisse vor. Da sich nun auch viele Lehrer einem Covid-19-Test unterziehen müssen und vorsorglich zuhause bleiben, hat die Realschule St. Elisabeth für diese Woche erst einmal die Reißleine gezogen und steigt auf den Fernunterricht um. Die Schulleitung hofft auf einen Neustart am nächsten Montag.

10 Uhr: Söder: Lage in München ist ernst - Städtischer Krisenstab tagt

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sieht die steigenden Corona-Zahlen in München mit Sorge. „Die Infektionszahlen sind in München schlicht und einfach zu hoch“, sagte Söder am Montag. „Wir sehen die Lage jetzt einfach als ernst an. München ist zu groß, um es einfach jetzt zu ignorieren und laufen zu lassen.“ Er stehe in engem Austausch mit Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD). „Wir stimmen uns da eigentlich täglich ab miteinander.“ Seit dem Morgen tagt der Krisenstab der Landeshauptstadt und berät über Konsequenzen. Möglich wäre etwa die bereits von Söder angeregte Maskenpflicht auf besonders gut besuchten öffentlichen Plätzen. Die Maskenpflicht an weiterführenden Schulen während des Unterrichts wurde in München verlängert. Zudem gelten an bestimmten Orten Alkoholverbote.

7.30 Uhr: Corona und Schulen - Gipfel im Kanzleramt berät über Lage

Vor ein paar Wochen hatte Kanzlerin Merkel das Thema Schulen in der Corona-Zeit zur Chefsache gemacht. Nach einem kleinen Schulgipfel im August kommen heute die Bildungsminister aus Bund und Ländern, SPD-Chefin Esken und Merkel zu weiteren Beratungen zusammen. Merkel nannte den Termin in ihrem Videopodcast am Wochenende „ein wichtiges Treffen“. Zwar liege die Zuständigkeit für die Schulen bei den Ländern, aber es gehe jetzt darum, „gemeinsam alles dafür zu tun, dass Kinder und Jugendliche nicht die Verlierer der Pandemie sind. Dies ist mir auch persönlich ein ganz wichtiges Anliegen“.

Montag, 21. September, 7.10 Uhr: 922 Corona-Neuinfektionen in Deutschland registriert

Erwartungsgemäß hat das Robert Koch-Institut am Montag eine vergleichsweise niedrige Zahl an neuen Corona-Infektionen gemeldet. Demnach hatten die Gesundheitsämter binnen eines Tages 922 Fälle übermittelt, wie das RKI bekanntgab. An Sonntagen wie auch an Montagen sind die gemeldeten Fallzahlen erfahrungsgemäß meist niedriger, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI melden.

Am Samstag war mit 2297 neuen Corona-Infektionen der höchste Wert seit April erreicht worden. „Nach einer vorübergehenden Stabilisierung der Fallzahlen auf einem erhöhten Niveau ist aktuell ein weiterer Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten“, schrieb das RKI in seinem Lagebericht. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Im August lag die Zahl der Fälle dann einmal bei knapp über 2000. Die Zahl der erkannten Neuinfektionen ist auch davon abhängig, wie viele Menschen getestet werden.

Das waren die Entwicklungen am Sonntag, 20. September: 

21.28 Uhr: Kultusminister der 16 Länder treffen sich zu Schulgipfel im Kanzleramt

Die Kultusminister der 16 Bundesländer kommen am Montagabend (18.00 Uhr) im Berliner Kanzleramt mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und weiteren Bundespolitikern zu Beratungen über die Corona-Krise zusammen. Bei den Bund-Länder-Gesprächen soll es nach Angaben der Bundesregierung um die Herausforderungen für Schulen und Kitas in der Pandemie gehen - etwa um Infektionsschutz und Hygienemaßnahmen sowie um die Digitalisierung im Bildungssektor. Unter den Teilnehmern auf Bundesseite sind Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) und SPD-Chefin Saskia Esken. Für die Themen Schule und Kita sind eigentlich die Bundesländer zuständig. Bundeskanzlerin Merkel mahnte am Wochenende rasche Fortschritte bei der Digitalisierung von Schulen an. „Wir brauchen sie als eine unverzichtbare Ergänzung zum Präsenzunterricht“, sagte Merkel in ihrem Video-Podcast. Im Frühjahr waren die Schulen wegen der Corona-Pandemie wochenlang geschlossen. Zeitweise fand deshalb nur Online-Unterricht statt. Auch im neuen Schuljahr bestehen an den Schulen weiterhin Einschränkungen. 

20.40 Uhr: 14 Corona-Infizierte nach Geburtstagsparty - Hunderte in Quarantäne

Nach einer privaten Geburtstagsparty in Dettingen auf der Schwäbischen Alb sind 14 Teilnehmer positiv auf das Coronavirus getestet worden. Hunderte weitere Personen befinden sich in Quarantäne. Das teilte der Leiter des Kreisgesundheitsamtes Reutlingen, Gottfried Roller, am Sonntag mit. An der Party, für die kein Hygienekonzept notwendig gewesen sei, hätten vom 12. auf den 13. September 33 Menschen teilgenommen. In Baden-Württemberg seien bis zu 100 Teilnehmer an solchen Feiern erlaubt.

Laut Roller sind sieben Schulen im Landkreis Reutlingen mit mehr als 350 Kontaktpersonen der Kategorie 1 betroffen, das heißt, sie hatten engen Kontakt zu nachweislich Infizierten. Für sie gelte eine 14-tägige Quarantäne. Dazu kämen Kontakte zu vier Fußballvereinen mit 70 Kontaktpersonen der Kategorie 2, die beispielsweise im selben Raum mit Infizierten gewesen seien und für die eine Risikoabschätzung gemacht worden sei. Die Dimension der möglichen Ansteckungen sei durch die Erkrankung Einzelner bekannt geworden, berichtete Roller.

18.45 Uhr: 172 neue Corona-Infektionen in Baden-Württemberg bis Sonntag

In Baden-Württemberg ist die Zahl der nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Menschen bis Sonntag (Stand: 16.00 Uhr) um 172 auf 47 099 gestiegen. Als genesen gelten nach Angaben des Landesgesundheitsamts 41 285 Menschen, was einer Zunahme um 230 entspricht. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus beträgt nach wie vor 1871. Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert liegt den Angaben zufolge bei 1,13. Er zeigt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt.

15.39 Uhr: Trotz Wiesn-Absage: Münchner Corona-Zahlen steigen weiter

Während in München als Ersatz für das ausgefallene Oktoberfest eine „WirtshausWiesn“ gefeiert wird, steigen die Infektionszahlen immer deutlicher über den Grenzwert von 50 Neuansteckungen pro Woche und 100 000 Einwohnern. Am Sonntag meldete das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) für die sogenannte 7-Tage-Inzidenz einen Wert von 55,6.

Am Samstag hatte er bei 54,2 gelegen. Am Freitag war die Kennziffer mit 50,7 erstmals wieder über der Grenze von 50 gestiegen, ab der zusätzliche Infektionsschutzmaßnahmen getroffen werden sollen. Die Stadt wird am Montag über das weitere Vorgehen beraten.

Neben München sind den LGL-Zahlen zufolge derzeit auch Würzburg mit einer 7-Tage-Inzidenz von 79,8 und Kulmbach mit 50,1 über dem Grenzwert. Der bayernweite Durchschnitt liegt bei 21,7.

14.20 Uhr: Appell an UN: Wegen Pandemie stärker gegen Hunger und Armut vorgehen

Die Corona-Pandemie verschlechtert Hilfsorganisationen zufolge die weltweite Ernährungslage. Vor den Veranstaltungen zum 75. Geburtstag der Vereinten Nationen in New York forderte die Kinderhilfsorganisation World Vision deswegen am Sonntag die Weltgemeinschaft auf, stärker gegen Hunger, Armut und Ungleichheit vorzugehen. Aktuell leiden demnach weltweit 820 Millionen Menschen an Hunger. Jedes siebte Kind unter fünf Jahren sei untergewichtig.

„Die Pandemie wird besonders Länder im globalen Süden hart treffen“, sagte World Vision voraus. „Immer mehr Menschen verlieren Einkommensmöglichkeiten.“ Die Welternährungsorganisation (FAO) warne eindringlich vor einer drastischen Verschärfung der Ernährungskrise.

Das Ziel, dem vermeidbaren Sterben von Kindern endlich ein Ende zu setzen, werde weit verfehlt, beklagte Marwin Meier von World Vision Deutschland. 5,2 Millionen Kinder seien allein 2019 vor ihrem fünften Lebensjahr an den Folgen von Hunger, Lungenentzündungen, Komplikationen bei der Geburt, Durchfallerkrankungen und Malaria gestorben. „Die Sekundärfolgen der Covid-19-Pandemie werden uns leider weiter zurückwerfen“, so Meier.

Die Coronavirus-Pandemie hat dem UN-Kinderhilfswerk Unicef zufolge 150 Millionen Kinder zusätzlich in die Armut gestürzt. Seit Ausbruch der Atemwegserkrankung sei die Zahl der in Ländern mit geringen oder mittleren Durchschnittseinkommen und in Armut lebenden Kinder um 15 Prozent auf etwa 1,2 Milliarden gestiegen, heißt es.

13.00 Uhr: Lernen unter anderen Umständen - Schulen in Baden-Württemberg meist gut gestartet

Maske, Gruppenbildung und mehr Disziplin: Corona macht den Schulalltag komplizierter. Doch der Unterrichtsbeginn nach den großen Ferien ist im Land in der Regel relativ geordnet angelaufen. „Es ist sehr erfreulich, dass nach aktuellem Stand die Schulen alle gut in das neue Schuljahr gestartet sind“, sagt Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU). Die Rückmeldungen der Schulen zeigten aber auch, dass sie einiges an Mehrarbeit und Planung leisten mussten, um den Schulalltag unter Pandemiebedingungen zu organisieren.

Dass das im Großen und Ganzen an den 4.500 Schulen Baden-Württembergs klappte, finden auch die Schüler: „Der Unterricht fühlt sich weitgehend normal an“, berichtet Elisabeth Schilli, Sprecherin des Landesschülerbeirats. Ans Masken-Tragen habe man sich mittlerweile gewöhnt. Auch die neue Gruppenbildung (Kohortenprinzip), die mehr Nähe innerhalb einer Gruppe erlaubt, sei in der Schule für die meisten kein Problem. Die erste Schulwoche sei überwiegend als positiv empfunden worden.

„Alle freuen sich, dass sie sich wieder sehen und soziale Kontakte pflegen können“, beobachtet Uwe Müller, Direktor des Karlsruher Max-Planck-Gymnasiums. Er ist positiv überrascht, wie strikt bislang das Masken-Tragen auch auf dem Pausenhof befolgt wurde. Schwierig findet er bei fast 1.000 Schülern in seinem Gymnasium die Einhaltung des Kohorten-Prinzips auf den Gängen. Doch er betont: „Es geht darum, den Präsenzunterricht durchzuführen und aufrechtzuerhalten.“ Bislang ist nach seiner Ansicht alles „sehr ordentlich“ angelaufen. Das Vorstandsmitglied der Direktorenvereinigung Nordbaden räumt aber ein: „Es gibt natürlich eine gewisse Unsicherheit und Unruhe, weil wir nicht genau wissen, was auf uns zukommt.“

Kein gutes Gefühl haben schon jetzt manche Eltern, wenn sie die Berichte ihrer Kinder hören. So erzählt eine Mutter aus Bretten (Kreis Karlsruhe) von drängelnden Schülern, von Masken-Verweigerern, die nicht ermahnt werden und von ihren Bauchschmerzen, wenn sie hört, dass ausgerechnet der Mannschaftssport Basketball im Sportunterricht auf dem Plan steht.

Vereinzelt wurden schon in der ersten Woche nach den Ferien Schulklassen und Lehrer vorsorglich wegen Corona-Fällen nach Hause geschickt, etwa in Karlsruhe, Pforzheim, Waiblingen oder in Rottenburg am Neckar. Dem Kultusministerium zufolge gab es aber nur „ganz wenige klassenbezogenen Teilschließungen von Schulen“. Bis Donnerstag wurden 17 Fälle gemeldet - von insgesamt rund 67.500 Klassen in Baden-Württemberg. Dass Klassen wegen Corona-Verdachts vorübergehend aus dem Präsenzbetrieb herausgenommen werden müssen, werde die Schulen weiter begleiten, so Eisenmann. Insgesamt begann der Unterricht für 1,5 Millionen Schüler und 35.000 Lehrkräfte im Land.

11.40 Uhr: Mehr Ansteckungen mit Corona - weiterhin wenig Intensivpatienten

Die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat einen Höchststand seit knapp fünf Monaten erreicht. So meldete das Robert Koch-Institut am Samstagmorgen 2.297 neue Fälle, die der Behörde binnen 24 Stunden übermittelt wurden. Am Sonntag war der Wert dann mit 1.345 neuen Ansteckungen erwartungsgemäß niedriger, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten melden. Das RKI spricht in seinem Lagebericht von Samstagabend von einem „weiteren Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung“.

Zudem schreibt das RKI: „Die Zahl der Todesfälle unter den übermittelten Covid-19 Fällen ist derzeit niedrig.“ Das liege hauptsächlich daran, dass zuletzt bei relativ vielen jungen Menschen eine Infektion nachgewiesen wurde. „Aktuell kann unser Gesundheitssystem gut mit der Situation umgehen, aber die Dynamik in ganz Europa besorgt“, schrieb Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Samstag bei Twitter.

Allerdings nimmt der Anteil der Infizierten in der älteren Bevölkerung laut RKI aktuell leicht zu. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, müsse damit gerechnet werden, dass wieder mehr Menschen ins Krankenhaus kommen und auch sterben. Ältere Menschen gelten als anfälliger für einen schweren Verlauf von Covid-19.

10.20 Uhr: Söder spricht sich trotz steigender Corona-Zahlen für Weihnachtsmärkte aus

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sich trotz der steigenden Zahl der Corona-Neuinfektionen für die Öffnung der Weihnachtsmärkte ausgesprochen. „Für die Weihnachtsmärkte muss man sich kluge Konzepte überlegen“, sagte Söder der „Welt am Sonntag“. So könnten beispielsweise Laufwege mit Eingang und Ausgang definiert werden, es müsse eine Maskenpflicht geben, „und man wird den Alkoholkonsum stark reduzieren müssen“. Dann könne er sich „die Christkindlmärkte vorstellen, die allerdings anders sind als die normalen - und nur, wenn es das regionale Infektionsgeschehen zulässt“, erklärte Söder.

Der CSU-Chef warnte davor, die errungenen Erfolge im Kampf gegen die Pandemie durch Leichtsinn aufs Spiel zu setzen und rief weiterhin zu Disziplin und Achtsamkeit auf. „Natürlich ist das anstrengend. Corona nervt alle. Aber wenn wir jetzt nicht klug und vorsichtig bleiben, gefährden wir alles, was wir bisher erreicht haben.“ Der Ministerpräsident kritisierte zudem die Vielstimmigkeit der Virologen in der Bundesrepublik. Deutschland „bräuchte mehr breit organisierte wissenschaftliche Prozesse anstatt Einzelbeiträge. Ein Gremium wie die Leopoldina, die Wissen bündelt und qualifiziert, sollte dauerhafte Beratung leisten“, forderte er.

09.00 Uhr: Emmy-Verleihung wegen Corona ohne roten Teppich und Publikum im Saal

Ohne roten Teppich und Stars im Saal findet am Sonntagabend (17.00 Uhr Ortszeit, Montag 00.00 Uhr MESZ) die Verleihung der begehrten US-Fernsehpreise Emmys statt. Moderator Jimmy Kimmel moderiert die Gala in Los Angeles vor leeren Plätzen - die Gewinner werden per Video aus ihren heimischen Wohnzimmern zugeschaltet. Um die private Atmosphäre noch zu unterstreichen, wurden sie aufgefordert, statt Smoking oder Abendkleid einfach einen Schlafanzug zu tragen.

Favorit des Abends ist mit 26 Nominierungen die auf dem gleichnamigen Comic basierende Serie „Watchmen“, in der aktuelle Themen wie Rassismus und Polizeigewalt oder das Maskentragen thematisiert werden. Auch Serien wie „Succession“, „Ozark“, „The Crown“ und „The Marvelous Mrs. Maisel“ können auf Trophäen hoffen. Der langjährige Emmy-Favorit „Game of Thrones“ ist nach dem Abschluss der Fantasy-Serie 2019 nicht mehr mit von der Partie.

Das waren die Entwicklungen am Samstag, 19. September:

21.30 Uhr:  Landesgesundheitsamt meldet 156 neue Corona-Infektionen in Baden-Württemberg

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Baden-Württemberg ist nach Angaben des Landesgesundheitsamts am Samstag (Stand: 16.00 Uhr) um 156 gestiegen. Damit wuchs die Zahl der bisher nachgewiesenen Infektionen auf 46 927. Als genesen gelten 41 055 Menschen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus blieb unverändert bei 1871. Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert beträgt den Angaben zufolge 1,27. 

20.35 Uhr: Münchner 7-Tage-Inzidenz steigt deutlich über 50

Die Corona-Lage in München verschärft sich. Nachdem die Stadt am Freitag den Grenzwert von 50 Infektionen pro
100 000 Einwohner binnen einer Woche knapp gerissen hatte, steigt die sogenannte 7-Tage-Inzidenz weiter. Nach 50,7 am Freitag liegt sie nun bei 54,2, wie die Stadt am Samstag mitteilte. Dabei kam es am Samstag durch eine Panne zu unterschiedlichen Werten bei verschiedenen offiziellen Stellen.

„Aufgrund eines IT-Übertragungsfehlers sind die 130 neuen Infektionsfälle noch nicht in der Statistik des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) geführt und deshalb auch nicht in die Berechnung der 7-Tage-Inzidenz des LGL für München eingeflossen“, erklärte die Stadt. Ihr zufolge gab es seit Beginn der Pandemie in München 10 583 bestätigte Infektionen. 8929 Personen sind demnach genesen, 223 gestorben.

Der Wert von 50 Neuinfektionen pro Woche und 100 000 Einwohnern gilt als wichtige Schwelle im Kampf gegen die Corona-Pandemie; wird er überschritten, sind verstärkte Infektionsschutzmaßnahmen vorgesehen.

19.11 Uhr: Fast 2300 Corona-Neuinfektionen - höchster Wert seit Ende April

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus hat erneut deutlich die Schwelle von 2000 übersprungen und den höchsten Wert seit Ende April erreicht. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland 2297 neue Corona-Infektionen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstagmorgen bekanntgab.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Im August lag die Zahl der Fälle dann einmal bei knapp über 2000 (2034). Die Zahl der erkannten Neuinfektionen ist auch davon abhängig, wie viele Menschen getestet werden.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach den Zahlen des RKI mindestens 270 070 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 19.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9384. Seit dem Vortag wurden sechs Todesfälle mehr gemeldet. Bis Samstagmorgen hatten rund 239 800 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Samstag bei 1,27 (Vortag: 1,16). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,24 (Vortag: 1,21). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

17.30 Uhr: Gesundheitsminister Spahn besorgt über Anstieg der Corona-Infektionszahlen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich besorgt über den jüngsten Anstieg der Corona-Infektionszahle gezeigt. „Aktuell kann unser Gesundheitssystem gut mit der Situation umgehen, aber die Dynamik in ganz Europa besorgt“, schrieb Spahn am Samstag im Kurzbotschaftendienst Twitter. 

Auch die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Sabine Dittmar, zeigte sich beunruhigt. Sie sei zunehmend besorgt, „dass sich auch in Deutschland wieder mehr ältere Menschen infizieren und dann auch die Hospitalisierungsrate und die Todesfälle wieder zunehmen“, erklärte Dittmar. „In Europa und Teilen Deutschlands können wir genau das beobachten.“

Gesundheitsminister Spahn will laut einem Medienbericht die Verteilung künftiger Corona-Impfstoffe in Deutschland bis Ende Oktober regeln. Dazu sollten Ärzte, Ethikexperten und Sozialwissenschaftler Grundsätze erarbeiten, berichteten die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf Regierungskreise. Die Expertengruppe soll neben Mitgliedern der Ständigen Impfkommission (Stiko) beim Robert Koch-Institut auch Forscher der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und Mitglieder des deutschen Ethikrates umfassen.

Weltweit befinden sich derzeit neun Impfstoffkandidaten gegen das neuartige Coronavirus in der dritten und letzten Testphase. In dieser Phase wird das Mittel an tausenden Menschen erprobt.

15.55 Uhr: Höchster Tageswert an Corona-Neuinfektionen in Dänemark

Dänemark hat den höchsten Tageswert an Corona-Neuinfektionen seit Beginn der Pandemie registriert. Wie am Samstag aus Zahlen des dänischen Gesundheitsinstituts SSI hervorging, wurden seit dem Vortag 589 neue Infektionen mit dem Coronavirus bestätigt - das ist der höchste Tageswert, seit das Virus Ende Februar erstmals im nördlichsten deutschen Nachbarland nachgewiesen worden war. Die heutigen Zahlen lassen sich allerdings nur schwer mit denjenigen der ersten Hochphase der Corona-Krise im Frühjahr vergleichen, weil in Dänemark wie in zahlreichen anderen Ländern heute viel mehr auf Corona getestet wird.

Dennoch sind die dänischen Behörden und die Regierung in Kopenhagen besorgt über den Anstieg der vergangenen Wochen, der vor allem mit einigen lokalen Ausbrüchen zusammenhängt. Zuletzt sind die Fallzahlen vor allem in der Hauptstadtregion angestiegen. Die Regierung versucht gegenzusteuern, indem seit Samstag für ganz Dänemark eine Reihe von Beschränkungen gelten: Unter anderem müssen Restaurants und Kneipen landesweit nun bereits um 22.00 Uhr schließen, in den Lokalen muss zudem ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Die maximale Teilnehmerzahl von Versammlungen wurde wieder auf 50 herabgesetzt.

Insgesamt sind seit Beginn der Coronavirus-Pandemie rund 22 000 Corona-Fälle in Dänemark bestätigt worden, 635 infizierte Personen starben bislang. Mehr als 2,15 Millionen Menschen sind im Land bisher auf das Virus getestet worden.

14.36 Uhr: Tagesaktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Samstag mit 270.070 angegeben - ein Plus von 2297 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 272.503 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte 9384 Todesfälle und damit sechs mehr als am Vortag. Die JHU zählte 9388 Tote. Die Zahl der Genesenen lag laut RKI bei etwa 239.800.

13.41 Uhr: Messe-Auftakt nach Corona-Pause: „Die Besucher kommen“

Zum Auftakt der ersten Schau seit dem Corona-Lockdown haben die Veranstalter der Messe Friedrichshafen ein positives Zwischenfazit gezogen. „Die Besucher kommen - Gott sei Dank“, sagte der Projektleiter der Wassersportmesse „Interboot“, Dirk Kreidenweiß, nach der Eröffnung am Samstag. Aussteller sprachen von einem geringeren Andrang, aber auch einem größeren Interesse der Besucher als in vergangenen Jahren.

Die „Interboot“ findet vom 19. bis 27. September wegen der Corona-Pandemie mit veränderter Planung sowie einem Schutz- und Hygienekonzept statt. Unter anderem dürfen nur bis zu 8500 Besucher pro Tag das Gelände besuchen, in den Hallen herrscht Maskenpflicht, sogenannte Corona Guides achten auf die Einhaltung. Zum Auftakt habe das erfreulich gut funktioniert, sagte Messesprecher Wolfgang Köhle am Samstag. Die Veranstaltung sei für die Branche psychologisch wichtig: „Wir möchten zeigen, dass es geht.“

13.21 Uhr: Merkel will Digitalisierung von Schulen mit Hochdruck vorantreiben

Inmitten der Corona-Pandemie dringt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf eine zügige Digitalisierung der Schulen. Die Schulschließungen hätten zu einer großen Dynamik geführt, sagte sie in ihrem wöchentlichen Video-Podcast am Samstag. Es sei aber auch deutlich geworden, was alles noch nicht funktioniere. „Daher müssen wir die Digitalisierung der Schulen mit Hochdruck weiter vorantreiben“, betonte die Kanzlerin.

Von den einschneidenden Beschränkungen zur Eindämmung der Pandemie seien durch die flächendeckenden Schließungen besonders die Schulen und Kitas und damit Millionen Kinder, Eltern, Erzieherinnen und Erzieher und Lehrerinnen und Lehrer betroffen gewesen, erklärte Merkel. „Eine völlig neue Situation und eine große Herausforderung für alle Beteiligten: Von heute auf morgen musste der Schulalltag komplett auf das Lernen zu Hause umgestellt werden.“ Es sei deutlich geworden, wie wichtig Lernen mit digitalen Medien und digitale Bildungsformate seien. Digitalisierung sei „als unverzichtbare Ergänzung zum Präsenzunterricht“ nötig. Kinder und Jugendliche dürften nicht die Verlierer der Pandemie sein.

12.32 Uhr: Rund 9000 Migranten im neuen Zeltlager - 213 Corona-Fälle

Auf der griechischen Insel Lesbos sind knapp drei Viertel der 12 000 Migranten aus dem abgebrannten Camp Moria in ein provisorisches Zeltlager gezogen. Sie seien alle registriert worden, damit die Asylverfahren weiterlaufen könnten, berichtete die griechische Nachrichten-Agentur ANA-MPA am Samstag. Die Menschen würden außerdem auf das Coronavirus getestet. Bisher seien die Tests bei 213 Menschen positiv ausgefallen. Die Infizierten würden in einem abgetrennten Teil des Lagers isoliert.

Die Migranten waren nach dem Brand im Lager Moria vom 8. auf den 9. September obdachlos geworden und mussten auf der Straße und in umliegenden Olivenhainen schlafen - ohne jegliche Infrastruktur wie fließendes Wasser und Toiletten. Am Donnerstag begann die Polizei, die Menschen in das neue Zeltlager zu eskortieren; viele wollten zunächst nicht einziehen, weil ihnen nicht klar war, ob sie das Lager wieder verlassen dürfen.

11.57 Uhr: Paul-Ehrlich-Institut: Impfstoff-Zulassung Ende 2020 oder Anfang 2021

Das Paul-Ehrlich-Institut rechnet weiterhin mit einer Zulassung von Corona-Impfstoffen für Ende 2020 oder Anfang 2021. Derzeit befänden sich neun Impfstoff-Kandidaten in der abschließenden klinischen Phase III, sagte Instituts-Chef Klaus Cichutek den Sendern RTL und ntv. Zwar sei der Zeitpunkt Spekulation, „aber rechnen wir mal Ende diesen Jahres, mit Beginn des nächsten Jahres mit den ersten Zulassungen.“ Diese Einschätzung vertritt das Paul-Ehrlich-Institut - das deutsche Bundesinstitut für Impfstoffe - unverändert seit längerer Zeit.

Auch bei einer Zulassung von Impfstoffen zu diesem Zeitpunkt werde es noch mehrere Monate dauern, bis in Deutschland ein Impfstoff flächendeckend zu Verfügung stehe. Dann sei es Aufgabe des Robert Koch-Instituts, für Deutschland zu entscheiden, welche Bevölkerungsgruppen zuerst geimpft werden sollten. „Ich nehme an, dass noch einige Monate im nächsten Jahr ins Land gehen, bis wir von flächendeckender Verfügbarkeit reden. Weltweit kann das den größten Teil des nächsten Jahres, wenn nicht das gesamte nächste Jahr in Anspruch nehmen“, sagte Cichutek.

Der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts rechnet für Deutschland bei Corona mit einer großen Impf-Bereitschaft. „Ich glaube, dass die Menschen einen großen Bedarf an Impfstoffen sehen. Wir sehen das im Paul-Ehrlich-Institut daran, dass wir bereits beim Beginn erster klinischer Prüfungen sehr viele Anfragen hatten über Freiwillige, die gerne hätten teilnehmen wollen an den ersten klinischen Prüfungen.“

10.04 Uhr: Philologenverband: Elternabende gerade in Corona-Zeiten wichtig

Elternabende sind aus Sicht des Deutschen Philologenverbands gerade in Corona-Zeiten wichtig. Es gebe einen großen Abstimmungsbedarf, sagte die Verbandsvorsitzende Susanne Lin-Klitzing der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Ob ein digitaler Elternabend eine gute Alternative sei, müsse immer abgewogen werden. „Da, wo Eltern sich noch nicht kennen, da, wo Elternvertreter gewählt werden, da ist ein digitaler Elternabend vermutlich kein guter Ersatz. Wo die digitalen Möglichkeiten vorhanden sind und Einverständnis hergestellt ist, sollten mit digitalen Elternabenden Erfahrungen gesammelt werden.“

Ilka Hoffmann, GEW-Vorstandsmitglied für den Schulbereich, findet Online-Elternabende schwierig. „Manche Eltern kommen technisch gar nicht mit einer Videokonferenz klar. Auch unter Lehrern sind die Kompetenzen da sehr unterschiedlich. Das schließt dann auch wieder manche Menschen aus“, sagte sie. Einen Elternabend um jeden Preis brauche es in Corona-Zeiten nicht. „Elternabende dienen vor allem der Information. Und auch sonst kommen nicht immer alle Eltern.“ Da reiche vielleicht auch einfach ein gut formulierter und klar verständlicher Brief. „Und wenn jemand Fragen hat, ruft er an.“

9.27 Uhr: Theresienwiese bleibt vor Anstich-Termin weitgehend leer

Die Theresienwiese ist am Morgen des ursprünglich geplanten Oktoberfest-Starts weitgehend leer geblieben. Während am ersten Wiesn-Samstag um 8.00 Uhr morgens normalerweise das Rennen um Plätze in einem der Zelte bereits weitgehend entschieden wäre, herrschte am Samstag um diese Zeit weitgehende Ruhe auf dem Gelände. Das Oktoberfest fällt in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie aus.

Auf der Theresienwiese gilt am Samstag ab 9.00 Uhr ein Alkoholverbot, um wilde Ersatzfeiern für die ausgefallene Wiesn zu verhindern. Eine Stunde vorher nutzte noch ein kleines, teilweise in Tracht gekommenes Grüppchen auf den Treppen zur monumentalen Bavaria-Statue die Gelegenheit, um mit Maßkrügen anzustoßen. Währenddessen bildete sich links zu ihren Füßen bereits eine kleine Schlange vor der Corona-Teststation. Ansonsten gehörte das Gelände am Samstagmorgen vor allem Joggern und Spaziergängern.

München hatte am Freitag den Warnwert von 50 Corona-Neuinfektionen je 100 000 Einwohnern binnen einer Woche überschritten. Die Stadt befürchtet, dass sich viele zu bierseligen Ersatzpartys treffen könnten und hat auch für andere bekannte Party-Hotspots ein Alkoholverbot erlassen.

Die sogenannte „WirtshausWiesn“ soll dennoch in mehr als 50 Gaststätten in München stattfinden. Teilweise mit Anstich, Livemusik und Tracht.

Das waren die Entwicklungen am Freitag, 18. September:

22.35 Uhr: 351 neue Corona-Infektionen im Südwesten

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen ist in Baden-Württemberg auf mindestens 46 771 gestiegen. Das waren 351 Personen mehr als am Vortag, wie aus Zahlen des Landesgesundheitsamtes vom Freitag (Stand: 16.00 Uhr) hervorgeht. Als genesen gelten 40 790 Menschen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um zwei auf 1871. Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert wurde weiterhin mit 1,02 angegeben.

21.52 Uhr: Slowakische Corona-Testdaten geraten ungesichert ins Internet

Wegen eines Datenlecks im staatlichen Gesundheitssystem sind persönliche Daten von nahezu 400 000 auf das Coronavirus getesteten slowakischen Bürgern ungesichert ins Internet geraten. Das bestätigte das Nationale Zentrum für Gesundheitsinformationen NCZI am Freitag. Das Leck sei aber inzwischen repariert worden, erklärte NCZI-Chef Peter Bielik vor Journalisten. Auf den Fehler hatte eine Gruppe sogenannter ethischer Hacker aufmerksam gemacht.

„Wir hatten gar nicht die Absicht gehabt, nach den Daten zu suchen, es war reiner Zufall, dass wir auf sie bei einer einfachen Google-Suche im Internet gestoßen sind“, erklärte IT-Spezialist Pavol Luptak dem Nachrichtenportal Pravda.sk bereits am Donnerstag. Es seien überhaupt keine speziellen Hackerkenntnisse notwendig gewesen, um an die Daten zu gelangen.

Er und seine Kollegen hätten probeweise die Datensätze von 130 000 Patienten heruntergeladen und dann die Behörde auf das Leck aufmerksam gemacht. Die Daten - unter anderem Namen, Geburtsdaten, Adressen, Testergebnisse, Krankheitsverläufe und andere Labordaten - wollten sie wieder löschen. Die Öffentlichkeit sei erst informiert worden, nachdem die Behörde das Datenleck geschlossen hätte, sagte Luptak.

20.45 Uhr: Fünf Bußgeldverfahren nach Masken-Kontrollen an Haltestellen in Ravensburg

Bei Kontrollen der Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und in Wartebereichen hat die Polizei Ravensburg am Freitag fünf Bußgeldverfahren eingeleitet. Bei insgesamt rund 3500 Kontrollen in den Landkreisen Ravensburg, Sigmaringen und im Bodenseekreis wurden knapp 1000 Menschen angesprochen, die vorwiegend an den Wartebereichen ohne Mund-Nasen-Schutz angetroffen wurden oder ihn falsch trugen, wie die Polizei mitteilte. „Dies geschah jedoch gelegentlich in Unkenntnis darüber, dass die Maskenpflicht auch im Freien an Bus- und Bahnsteigen sowie im Wartebereich der Anlegestellen von Fahrgastschiffen und in Bahnhofs- oder Flughafengebäuden gilt, oder aber aus Nachlässigkeit“, hieß es von der Polizei.

Die Kontrollierten hätten sich „mit ganz wenigen Ausnahmen einsichtig gezeigt“, so Polizeipräsident Uwe Stürmer. Gegen fünf Menschen wurde ein Bußgeldverfahren eingeleitet. Ein 21-Jähriger habe auf die Kontrolle in Ostrach (Kreis Sigmaringen) „sofort aggressiv reagiert, die Beamten mehrfach beleidigt und versucht, eine brennende Zigarette nach ihnen zu werfen.“ Er muss sich nun wegen versuchter Körperverletzung und Verstoßes gegen die Corona-Verordnung verantworten.

19 Uhr: Straßenkarneval in Nordrhein-Westfalen wegen Corona weitgehend abgesagt

Die Karnevalisten in Nordrhein-Westfalen müssen in dieser Saison wegen der Corona-Pandemie weitgehend auf den traditionellen Straßen- und Kneipenkarneval verzichten. Der Sitzungskarneval soll ebenfalls abgesagt werden. "Gesellige Karnevalsveranstaltungen" seien in diesem Jahr "nicht möglich", sagte der nordrhein-westfälische Staatskanzleichef Nathanael Liminski am Freitag nach Beratungen mit Karnevalsvertretern in Düsseldorf. Kleine „Kulturveranstaltungen“ mit Bühnenprogramm könnten dagegen in Übereinstimmung mit den Corona-Regeln möglich sein. Er rief die Karnevalisten auf, in diesem Jahr "zu Hause im kleinen Kreis" zu feiern.

17.40 Uhr: München überschreitet Corona-Grenzwert

Nach Überschreiten des Corona-Grenzwertes in München hängt es nun von der Entwicklung am Wochenende ab, welche Maßnahmen zum verschärften Infektionsschutz ergriffen werden. Bis dahin gibt es zunächst nur für die Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen Konsequenzen: Sie müssen im Unterricht weiter eine Maske tragen. Auch Krippen und Kindertagesstätten sollten zunächst im Regelbetrieb bleiben. Doch je nachdem, wie das Wochenende in der Landeshauptstadt verläuft, könnten am Montag vor allem in anderen Bereichen weitere Beschränkungen folgen, wie Oberbürgermeister Dieter Reiter ankündigte.

Nach Tagen knapp unterhalb der Schwelle hatte München heute den Wert von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern binnen einer Woche überschritten. Die Verantwortlichen blicken mit Sorge vor allem auf den Samstag: Da hätte der Anstich des Oktoberfests sein sollen. Die Stadt befürchtet, dass sich viele zu bierseligen „Wiesn-Ersatzpartys“ treffen könnten und hat sowohl für die Theresienwiese als auch für bekannte Party-Hotspots ein Alkoholverbot erlassen.

15.30 Uhr: Zünfte sagen Narrentreffen wegen Corona ab

Wegen der Corona-Pandemie hat die Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) Narrentreffen in der kommenden Fünften Jahreszeit abgesagt. „Bei der Masse an Teilnehmern und Zuschauern kann man nicht sicherstellen, dass die Sicherheitsregeln eingehalten werden“, sagte VSAN-Präsident Roland Wehrle. Bei den einzelnen Narrentreffen, bei denen sich viele verschiedene Narrenzünfte schon vor Fastnacht an einem Ort versammeln, nehmen laut Wehrle zwischen 3.000 und 8.000 Menschen teil. Auf Veranstaltungen dieser Dimension wolle man in der kommenden Fastnachts-Saison verzichten.

Über Fastnacht selbst sei jedoch noch nicht entschieden worden. Ob und in welcher Art Umzüge und Feiern in den einzelnen Städten stattfinden können, wollen die Narrenzünfte am 30. September entscheiden. Auch die Narrenvereinigung Hegau-Bodensee hat ihre Narrentreffen abgesagt. Dies teilte der Präsident der Vereinigung, Rainer Hespeler, mit. Die Narren am Hochrhein haben ebenfalls erste Konsequenzen gezogen: Hochrhein-Narrentreff und Hoorige Mess' fallen aus.

14.25 Uhr: Corona-Infektion in Markelfinger Kindergarten

Die Stadt Radolfzell hat eine Gruppe aufgrund einer Corona-Infektion im Markelfinger Kindergarten geschlossen. Ein Kind, das im Kindergarten Villa Sonnenschein in Markelfingen betreut wird, sei positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie die Stadtverwaltung Radolfzell mitteilt, sei das Kind am Dienstag symptomfrei in die Einrichtung gekommen, habe aber im Laufe des Vormittags Fieber entwickelt. Das positive Testergebnis liege seit Donnerstagmittag vor. Das Kind, die Eltern und das Geschwisterkind befänden sich in häuslicher Quarantäne. Acht Kinder und vier Betreuer sind in Isolation.

13.15 Uhr: Britische Regierung schließt erneuten landesweiten Corona-Lockdown nicht aus

Wegen der erneuten Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in Großbritannien schließt die Regierung einen weiteren landesweiten Lockdown nicht aus. "Wir wollen einen nationalen Lockdown vermeiden, aber wird sind darauf vorbereitet, wenn wir es tun müssen", sagte der britische Gesundheitsminister Matt Hancock . "Wir sind darauf vorbereitet zu tun, was nötig ist, um Leben zu schützen und Existenzen zu schützen." In großen Teilen von Nordostengland traten am Freitag Restriktionen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Kraft. Weitere örtlich beschränkte Maßnahmen seien denkbar, sagte Hancock. Er verwies darauf, dass sich die Zahl der Infizierten, die ins Krankenhaus müssten, derzeit alle acht Tage verdopple. "Also müssen wir handeln", fügte der Minister hinzu. Berichten zufolge haben wissenschaftliche Berater der Regierung einen landesweiten zweiwöchigen Lockdown vorgeschlagen, der mit den Schulferien im Oktober zusammenfallen soll.

11.20 Uhr: Bundestag beschließt Milliardenspritze für Krankenhäuser

Die knapp 2000 Kliniken in Deutschland erhalten über die Corona-Krise hinaus eine Milliarden-Spritze für Investitionen. Der Bundestag beschloss am Freitag mit den Stimmen der Koalition und der FDP einen entsprechenden Gesetzentwurf von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Der Bund stellt drei Milliarden Euro bereit. Krankenhäuser sollen investieren, damit sie Notfallpatienten besser versorgen können. Sie sollen die Digitalisierung voranbringen und ihre IT-Sicherheit verbessern können. Die Länder sollen weitere Investitionsmittel von 1,3 Milliarden Euro aufbringen. Linke und Grüne enthielten sich. Die AfD stimmte gegen den Gesetzentwurf.

Belohnt werden soll außerdem der Einsatz etwa von Pflegekräften, die durch die Versorgung von Corona-Infizierten besonders belastet waren: Die Kliniken mit vielen Corona-Patienten bekommen 100 Millionen Euro für Prämienzahlungen. Die Krankenhäuser sollen selbst die Entscheidung über die begünstigten Beschäftigten treffen. Die Prämienhöhe soll bis zu 1000 Euro betragen können.

9.55 Uhr: VS-Fasnetvereine planen gemeinsamen Ball und übertragen ihn online

In Zeiten der Corona-Pandemie können zur Fasnet 2021 die bekannten Bälle von Narrozunft, Katzenmusik, Glonki-Gilde, Hexenzunft, der kleinen Fasnetvereine in Villingen (Ball der kleinen Vereine) sowie der Narrenzunft Schwenningen nicht stattfinden. Deshalb haben sich die Vereinsvertreter zu einem einmaligen Schulterschluss entschieden: 2021 wird es eine gemeinsame Veranstaltung der ballveranstaltenden Fasnetvereine in Villingen sowie der Narrenzunft Schwenningen in der Neuen Tonhalle geben. Dieser soll in virtueller Form stattfinden.

9.29 Uhr: Knapp unter 2000 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist einen Tag nach dem Erreichen des höchsten Wertes seit April unter der Marke von 2000 geblieben. Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 1916 neue Corona-Infektionen gemeldet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitagmorgen mitteilte.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 267.773 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 18. September, 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9378. Seit dem Vortag wurden sieben Todesfälle mehr gemeldet. Bis Freitagmorgen hatten etwa 238.700 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

8.40 Uhr: Lauterbach fordert neue Pläne für Corona-Schutz an Schulen

Angesichts der zuletzt wieder gestiegenen Coronavirus-Infektionsraten in Deutschland fordert der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach neue konkrete Pläne zur Organisation des Schulbetriebs. Es müsse sichergestellt werden, dass der Präsenzunterricht an den Schulen weitergehen könne, sagte Lauterbach den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Der SPD-Politiker kritisierte, dass es bislang zu wenige Konzepte dafür gebe, wie der Schulbetrieb aufrechterhalten werden solle, sollten die Zahlen der Neuinfektionen weiter steigen und zugleich die bisherigen „Lüftungskonzepte“ nicht mehr funktionieren. Er verwies darauf, dass bei den sinkenden Außentemperaturen in den kommenden Monaten die Fenster der Klassenzimmer nicht mehr ständig offen stehen können. Notwendig seien daher entweder Lüftungsanlagen oder Unterrichtskonzepte, um den räumlichen Abstand zwischen Schülern zu gewährleisten, sagte Lauterbach. „Hier passiert einfach zu wenig. Dabei drängt die Zeit“, monierte der SPD-Experte.

7.20 Uhr: Corona-Lage könnte sich laut Drosten auch hierzulande zuspitzen

Mit Blick auf die verschärfte Corona-Lage in manchen anderen europäischen Ländern hat der Virologe Christian Drosten vor einer ähnlichen Entwicklung hierzulande gewarnt. Angesichts der derzeit in Deutschland gemeldeten Neuinfektionen müsse man sich klarmachen, „dass wir, wenn wir die Kurven übereinanderlegen, etwas hinterherhinken hinter Spanien und Frankreich und England“, sagte der Leiter der Charité-Virologie der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Er betonte, „dass wir uns aber auch nicht vormachen sollten, dass sich das bei uns alles ganz anders entwickelt. Wir machen auch jetzt nicht sehr viele Sachen sehr anders“.

„Es gibt ein paar Details, die vielleicht bei uns anders sind als in Südeuropa. Unsere Haushalte sind häufig kleiner, wir haben mehr Einpersonenhaushalte“, sagte Drosten. Es gebe weniger Mehr-Generationen-Familien, in denen das Virus über die Altersgrenzen sehr leicht verbreitet werde. „Das sind sicher Unterschiede. Aber ansonsten ist Deutschland nicht viel anders als diese europäischen Nachbarländer. Darum müssen wir da sehr vorsichtig sein und sehr genau beobachten, wie es jetzt weitergeht.“

Die Testhäufigkeit sei in Deutschland zwar extrem groß - aber erst seit dem Beschluss, Reiserückkehrer zu testen, sagte Drosten. „Das ist eine Testhäufigkeit, die wir in Deutschland so nicht mehr lange durchhalten können.“ Die Grund-Testtätigkeit, die man vorher in Deutschland gehabt habe und bald wieder haben werde, sei nicht viel höher als in anderen europäischen Nachbarländern. Der Kern der Infektionsüberwachung sei bei uns nur wenig stärker ausgeprägt als in anderen Ländern. „Darum müssen wir schon die Zahlen ernstnehmen.“

7 Uhr: Bundestag beschließt milliardenschwere Entlastung der Kommunen

Der Bundestag hat angesichts der Corona-Krise eine milliardenschwere Entlastung der Kommunen beschlossen. Zum einen kompensiert der Bund in diesem Jahr Gewerbesteuerausfälle in Milliardenhöhe. Zum anderen beteiligt er sich dauerhaft stärker an den Kosten für Unterkunft und Heizung bei Hartz-IV-Empfängern. Für beide Maßnahmen wurde am Donnerstagabend eine Änderung des Grundgesetzes beschlossen. Dafür waren eine Zweidrittel-Mehrheit und damit Stimmen aus der Opposition notwendig. Der Bundesrat muss noch zustimmen, geplant ist dies an diesem Freitag. Der Bundestag beschloss außerdem Entlastungen der neuen Länder.

Das waren die Entwicklungen am Donnerstag, 17. September:

19.50 Uhr: WHO: „Alarmierender“ Anstieg der Corona-Infektionen in Europa

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Anstieg der Corona-Infektionen in Europa als „alarmierend“ bezeichnet. Die Entwicklung müsse ein „Alarmsignal für uns alle“ sein, sagte WHO-Europadirektor Hans Kluge. Mehrere europäische Länder verschärften im Kampf gegen eine zweite Welle ihre Maßnahmen. Im Nordosten Englands gelten ab Freitag strikte Ausgehregeln, in Österreich werden private Treffen wieder stark eingeschränkt. Frankreich verschärft die Corona-Maßnahmen in Lyon und Nizza. In Europa - wozu die WHO 53 Länder inklusive Russland zählt - wurden bisher fast fünf Millionen Corona-Fälle registriert. Mehr als 227.000 Menschen starben an den Folgen der Viruserkrankung. Täglich werden der WHO zufolge derzeit zwischen 40.000 und 50.000 neue Ansteckungen festgestellt. Am Freitag vergangener Woche wurde die bisher höchste Zahl von 54.000 Neu-Infektionen verzeichnet, was aber auch an einer Zunahme der Tests liegt.

18.30 Uhr: Weitere Corona-Infektionen an Realschule und Kindergarten

Für mehr als zwei Dutzend Kinder in Friedrichshafen ist der Alltag in Schule und Kita nach den Sommerferien schon wieder vorbei. Betroffen sind zwei Klassen an der Realschule St. Elisabeth und eine Gruppe im Kindergarten Allmannsweiler. Nach der neuen Strategie des Landratsamts wird die Quarantäne nun aber nicht mehr für ganze Klassen angeordnet, sondern nur noch für unmittelbare Kontaktpersonen der infizierten Schüler.

16.45 Uhr: Covid-19-Patienten in Frankreich wollen Regierungschef Castex anzeigen

Ein Verband von Covid-19-Patienten will gegen den französischen Regierungschef Jean Castex wegen dessen Umgang mit der Corona-Pandemie Anzeige erstatten. Die Regierung habe „überhaupt keine Strategie für den Kampf gegen die Pandemie“ und fahre lediglich „auf Sicht“, sagte der Anwalt der 200 Mitglieder zählenden Gruppe „Coronavirus-Opfer Frankreich“, Fabrice de Vizio. Castex hatte sein Amt erst am 3. Juli als Nachfolger von Edouard Philippe angetreten. Damals waren die Infektionszahlen in Frankreich zurückgegangen. In den vergangenen Wochen stieg die Zahl der Neuinfektionen jedoch wieder stark an. Die Gruppe kritisiere besonders das Fehlen von Corona-Tests an Flughäfen im Juli sowie die schleppende Einführung von Speicheltests, sagte de Vizio. Auch die Entscheidung, die Verantwortung für Corona-Beschränkungen an die Regionalpräfekten abzugeben, sei ein Fehler gewesen. Castex Büro wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern.

15 Uhr: Rund 600 Gäste von Corona-Ausbruch in Hamburger Bar betroffen

Nach dem Corona-Ausbruch in einer Bar im Hamburger Schanzenviertel gehen die Behörden von rund 600 Betroffenen aus. 500 Menschen aus nahezu allen Hamburger Bezirken, die die Bar „Katze“ am 5., 8. oder 9. September besucht hatten, habe man bereits erreicht, sagte der Sprecher der Gesundheitsbehörde, Martin Helfrich. Viele seien schon in Quarantäne. Bislang seien sechs Corona-Tests positiv ausgefallen, „darunter auch bei mehreren Beschäftigten der Bar“. Nach etwa 100 Barbesuchern werde noch gesucht. Viele hatten den Angaben zufolge falsche Kontaktdaten hinterlassen. Am vergangenen Wochenende seien dem Gesundheitsamt die ersten Fälle aus der „Katze“ bekanntgeworden. Der Betreiber habe die Bar in dem beliebten Szene- und Partyviertel freiwillig geschlossen, sagte Helfrich. Offenbar war er damit einer drohenden Schließung durch das Gesundheitsamt zuvorgekommen.

13.50 Uhr: Bundesliga-Eröffnungsspiel in München doch ohne Zuschauer

Beim Eröffnungsspiel der Fußball-Bundesliga zwischen dem FC Bayern und dem FC Schalke 04 dürfen am Freitagabend nun doch keine Zuschauer dabei sein. Das entschied die Stadt München mit Verweis auf die steigenden Corona-Infektionszahlen in der Landeshauptstadt.

12.12 Uhr: Corona-Ausbruch im Kreis Passau nach Krankenhauspanne und Hochzeit

Mehr als 30 Corona-Fälle stehen möglicherweise im Zusammenhang mit einer Hochzeit und einer Panne im Krankenhaus Vilshofen. „Aus der Hochzeitsgesellschaft direkt haben sich bisher rund 25 Infektionsfälle bestätigt“, teilte ein Sprecher des Landratsamts Passau am Donnerstag auf Anfrage mit. Zudem seien acht Personen positiv getestet worden, die im Kontakt mit Hochzeitsgästen gestanden hätten. Zwei Personen seien in stationärer Behandlung. Zuvor hatte es eine Testpanne im Krankenhaus Vilshofen gegeben, bei der zwei Personen mit Symptomen zunächst nicht getestet und isoliert wurden, wie das Krankenhaus bestätigte.

Mehrere Medien berichten über einen familiären Zusammenhang zwischen einer Patientin und der Hochzeit. Vom Landratsamt heißt es dazu: „Das Gesundheitsamt Passau kann die objektiven Folgen der Feier bestätigen. Die Zusammenhänge im Vorfeld bewegen sich aber letztlich im Bereich von Vermutungen, zu denen sich das Amt nicht äußert.“

11.19 Uhr: VfB Stuttgart plant zum Liga-Start gegen Freiburg mit bis zu 8000 Zuschauern

Der VfB Stuttgart will bei seinem Comeback in der Fußball-Bundesliga am kommenden Samstag (15.30 Uhr) gegen den SC Freiburg 8000 Zuschauer zulassen. Das verkündete der Aufsteiger am Donnerstagvormittag. „Vorbehaltlich der Genehmigung seitens der Stuttgarter Behörden planen wir mit 8000 Zuschauern für das Heimspiel gegen den SC Freiburg“, wird der Vorstandschef der Schwaben, Thomas Hitzlsperger, in einer Vereinsmitteilung zitiert.

Die Bundesländer hatten sich am Dienstag auf eine einheitliche Regelung zur Fan-Rückkehr verständigt, die den deutschen Proficlubs in den kommenden sechs Wochen eine Auslastung von 20 Prozent der jeweiligen Stadion- oder Hallenkapazität erlauben soll. Die baden-württembergische Landesregierung verkündete daraufhin, ihre Corona-Verordnung noch in dieser Woche entsprechend überarbeiten zu wollen. Hitzlsperger dankte in der VfB-Mitteilung für den „Vertrauensvorschuss“ und kündigte „eine schrittweise Wiederöffnung in der Testphase“ an. „Für das Leverkusen-Spiel am 3. Oktober peilen wir dann rund 12 000 Zuschauer an.“

10.12 Uhr: Tschechien schränkt Veranstaltungen wegen Corona ein

Wegen steigender Corona-Zahlen hat Tschechien strengere Regeln verhängt. Gaststätten, Cafés, Bars, Nachtklubs und ähnliche Einrichtungen dürfen nur noch so viele Menschen einlassen wie sie Sitzplätze haben. Das gab das Gesundheitsministerium in Prag am Mittwochabend bekannt. Bei Veranstaltungen in Innenräumen mit mehr als zehn Leuten muss jedem Besucher künftig ein Sitzplatz zugeordnet sein. Dadurch solle eine „gewisse Distanz“ geschaffen werden, hieß es. Ausnahmen gelten für Ausstellungen und Messen.

Zuvor hatte die Zahl der täglichen Neuinfektionen in Tschechien einen Rekordwert erreicht. Am Dienstag kamen 1675 weitere Fälle hinzu - so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Bisher starben in dem EU-Land 481 Menschen in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung.

8.45 Uhr: Justiz ermittelt wegen mehr als 10.000 Betrugsfällen bei Corona-Hilfen

Die Justiz ermittelt laut einem Zeitungsbericht deutschlandweit in mehr als 10.000 Fällen wegen erschlichener Corona-Soforthilfen und anderer Betrugsvorwürfe im Zusammenhang mit der Pandemie. Das geht aus einer Umfrage der Deutschen Richterzeitung bei den Justizministerien und Staatsanwaltschaften der 16 Bundesländer hervor, über die die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland am Donnerstag berichteten. Der Schaden beläuft sich demnach auf mehrere Millionen Euro.

"Die strafrechtliche Aufarbeitung der Corona-Krise dürfte die Justiz noch bis weit ins nächste Jahr hinein beschäftigen", sagte Sven Rebehn, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Richterbundes, den Zeitungen. "Trotz Auslaufens der staatlichen Hilfsprogramme erreichen die Staatsanwaltschaften weiterhin neue Verdachtsfälle erschlichener Corona-Soforthilfen."

Die Hinweise auszahlender Banken auf mögliche Straftaten gingen teilweise erst mit langem zeitlichen Nachlauf bei den Strafverfolgern ein. "Es geht dabei in der Regel um Fälle von Subventionsbetrug, die vertiefte einzelfallbezogene Ermittlungen erfordern und sich nicht standardisiert als Massenverfahren erledigen lassen."

7.51 Uhr: 2194 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Donnerstagmorgen 2194 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 265.857 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 17. September., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9371. Seit dem Vortag wurden drei Todesfälle mehr gemeldet. Bis Donnerstagmorgen hatten etwa 237.300 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Mittwochabend bei 1,00 (Vortag: 1,04).

Die Schwelle von 2000 täglich bekanntgewordenen Ansteckungen war zuletzt in der zweiten Augusthälfte überschritten worden. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli stieg sie wieder. Die Zahl der erkannten Neuinfektionen dürfte auch davon abhängig sein, wieviele Menschen getestet werden.

7.10 Uhr: Coronafall an Gemeinschaftsschule in Friedrichshafen – Das müssen Schüler und Eltern jetzt beachten

Ein Schüler der Häfler Gemeinschaftsschule Schreienesch wurde am Mittwoch positiv auf das Coronavirus getestet. Gesundheitsamt und Schule wurden laut einer Mitteilung der Stadt darüber unmittelbar informiert. Das Gesundheitsamt veranlasste nur für die unmittelbaren Sitznachbarn sowie Mitschüler, die näheren Kontakt zum Infizierten hatten, Quarantäne und Tests. Alle anderen Mitschüler sollen laut Mitteilung mindestens den Rest der Woche kontaktarm zu Hause zu bleiben und ebenfalls getestet werden.

Das waren die Entwicklungen am Mittwoch, 16. September:

22.25 Uhr: 7500 Zuschauer beim Bundesliga-Eröffnungsspiel des FC Bayern erlaubt

Beim Bundesliga-Eröffnungsspiel des deutschen Fußball-Meisters FC Bayern München gegen den FC Schalke 04 am Freitagabend werden 7500 Zuschauer zugelassen. Das sagte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am Mittwochabend nach einem Spitzengespräch von Staatsregierung, Stadt und Vereinsführung in München. Das entspreche zehn Prozent der Stadion-Kapazität. Die Bundesländer hatten sich am Dienstag auf einheitliche Regeln zu einer Rückkehr von Fans in Fußballstadien und Sporthallen geeinigt.

Die vereinbarte Grenze liegt eigentlich bei 20 Prozent der jeweiligen Stadion-Kapazität - allerdings in der Regel nur, wenn der Wert der Corona-Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner nicht größer oder gleich 35 ist. Und je nach Betrachtung der Zahlen des Robert Koch-Instituts oder des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit liegt München an oder über dieser Grenze. Deshalb wurde in dem Spitzengespräch vereinbart, am Freitag nicht 20 Prozent, sondern nur zehn Prozent der Plätze im Stadion zu besetzen.

An dem Gespräch nahmen unter anderen Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Reiter teil. Die mehrköpfige Bayern-Delegation wurde angeführt von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und Vereinspräsident Herbert Hainer. Reiter betonte, mögliche Infektionsketten könnten im Zweifel nachvollzogen werden - es gebe nur personifizierte Karten. „Wir kennen jeden einzeln Zuschauer und wissen, wo er sitzt“, sagte Reiter am Mittwochabend der Deutschen Presse-Agentur in München.

Auch bei der An- und Abreise sieht Reiter kein großes Problem. Bei insgesamt 7500 Zuschauern gehe man davon aus, dass bis zu drei Viertel mit dem Auto kommen. Und ein U-Bahn-Zug fasse 900 Menschen.

„Das Ganze ist ganz klar als Test und als Versuch deklariert“, sagte Reiter über den vereinbarten Probebetrieb in den Stadien. Übernächste Woche werde man dann über eine Regelung für das nächste Heimspiel diskutieren. Zudem sagte Reiter, die Begrenzung auf 10 Prozent der Stadion-Kapazität gelte fürs erste auch für das Grünwalder Stadion. Die 7500 Tickets für den Bundesliga-Auftakt werden nur unter den Dauerkartenbesitzern vergeben. Der FC Bayern wollte diese noch am Mittwochabend informieren. Den Zuschlag erhalten die ersten 7500 Interessenten.

20.28 Uhr: Deutschland erklärt etliche Regionen in Europa zu Corona-Risikogebiet

Wegen der gestiegenen Zahl von Corona-Neuinfektionen hat die Bundesregierung neben der österreichischen Hauptstadt Wien etliche weitere Regionen in mehreren europäischen Ländern zum Risikogebiet erklärt - und entsprechende Reisewarnungen ausgesprochen. Das bundeseigene Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlichte am Mittwoch eine aktualisierte Liste der Corona-Risikogebiete, auf der diese Gebiete als Risikogebiete aufgeführt sind.

Zentrales Kriterium für die Einstufung als Risikogebiet ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100 000 Einwohner gegeben hat. Die Warnung des Auswärtigen Amtes vor „nicht notwendigen, touristischen Reisen“ dorthin folgt in der Regel nach kurzer Zeit. Für deutsche Urlauber bedeutet die Rückkehr aus einem Gebiet mit Reisewarnung einen Corona-Pflichttest und Quarantäne zu Hause so lange, bis ein negatives Testergebnis vorliegt.

Eine Reisewarnung ist zwar kein Verbot, soll aber eine erhebliche abschreckende Wirkung haben. Allerdings hat sie auch eine positive Seite für Verbraucher: Sie ermöglicht es Reisenden, Buchungen für Pauschalreisen kostenlos zu stornieren.

Im einzelnen gelten folgende neuen Reisewarnungen:

  • FRANKREICH: Die Reisewarnung wurde die Region Hauts-de-France ganz im Norden der französischen Republik sowie das Überseegebiet La Réunion ausgedehnt. Als Risikogebiete galten zuvor bereits die Regionen Île-de-France mit der Hauptstadt Paris, Provence-Alpes-Côte d’Azur, Occitanie, Nouvelle-Aquitaine, Auvergne-Rhone-Alpes, die Mittelmeerinsel Korsika sowie weitere Überseegebiete
  • NIEDERLANDE: Reisewarnung für die Provinzen Nord- und Südholland.
  • SCHWEIZ: Ausweitung der Reisewarnung auf den Kanton Freiburg. Zuvor galt das bereits für die Kantone Genf und Waadt.
  • KROATIEN: Ausweitung der Reisewarnung auf die Gespanschaften Brod-Posavina und Virovitica-Podravina, nachdem bereits fünf weitere Regionen als Risikogebiete galten.
  • TSCHECHIEN: Eine Reisewarnung gilt nun auch für die Mittelböhmische Region rings um die Hauptstadt Prag, die bereits seit rund einer Woche als Risikogebiet gilt.
  • UNGARN: Reisewarnung für die Hauptstadt Budapest.
  • Auch für weitere Regionen in RUMÄNIEN wurden Reisewarnungen ausgesprochen, zudem die Warnungen vor Reisen in zwei Regionen aufgehoben.

19.55 Uhr: Südwesten verzeichnet 286 neue Corona-Infektionen

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen ist in Baden-Württemberg auf mindestens 46.034 gestiegen. Das waren 286 Personen mehr als am Vortag, wie aus Zahlen des Landesgesundheitsamtes hervorgeht. Als genesen gelten 40.273 Menschen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus blieb bei 1868. Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert wurde mit 0,83 angegeben. Der Wert zeigt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt.

19.15 Uhr: Wien und Budapest zu Corona-Risikogebieten erklärt

Die Bundesregierung hat Wien und Budapest am Mittwochabend zu Corona-Risikogebieten erklärt. Wie das Robert-Koch-Institut mitteilte, sind von der Einstufung als Risikogebiet auch weitere Regionen unter anderem in den Niederlanden, Kroatien und Frankreich betroffen. In der Schweiz gelten die Kantone Genf, Waadt und Freiburg als Risikogebiete.

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In Deutschland müssen sich Rückkehrer aus Risikogebieten verpflichtend auf das Coronavirus testen lassen, sofern sie kein aktuelles negatives Testergebnis vorweisen können. Bis das Ergebnis vorliegt, müssen sie sich für 14 Tage in Selbstisolation begeben.

17.45 Uhr: Am Montag geht die Fieberambulanz auf dem Friedrichshafener Messegelände wieder in Betrieb

Anfang Juli wurde die Fieberambulanz auf dem Friedrichshafener Messegelände geschlossen. Bereits im August hatte der baden-württembergische Gesundheitsminister Manne Luche erklärt, dass die Fieberambulanzen in Baden-Württemberg schrittweise wieder hochgefahren werden – jetzt also auch am Bodensee. Am Montag wird die Arbeit in der Fieberambulanz auf dem Messegelände Friedrichshafen  wieder aufgenommen. Wann hat sie geöffnet und wer kann sich testen lassen? Die wichtigsten Informationen haben wir hier zusammengefasst.

16.40 Uhr: Baden-Württemberg will Weg für Zuschauer-Rückkehr freimachen

Die baden-württembergische Landesregierung will Fans so schnell wie möglich die Rückkehr in Fußballstadien und Sporthallen ermöglichen. Die entsprechende Überarbeitung der Corona-Verordnung soll möglichst noch diese Woche beschlossen werden und in Kraft treten, teilte ein Regierungssprecher mit.

Allerdings müssten vorher die Hygienekonzepte der Vereine vorliegen und von den zuständigen Ordnungsämtern geprüft werden. Ist das der Fall, könnte die Rückkehr von Fans in Stadien und Sporthallen bereits am Wochenende möglich sein. Der Beschluss gilt laut Staatsministerium neben dem Fußball auch für andere Profisportarten wie Volleyball oder Handball. Die Chefs der Staatskanzleien der Bundesländer hatten am Dienstag ein Konzept mit einer vorerst maximalen Auslastung von 20 Prozent der jeweiligen Stadion- oder Hallenkapazität beschlossen.

Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart dürfte sein Heimspiel gegen den SC Freiburg am Samstag (15.30 Uhr) demnach vor mehr als den bislang in Baden-Württemberg zugelassenen 500 Zuschauern austragen. Gleiches gilt für Zweitligist SV Sandhausen, der am Samstag (13.00 Uhr) auf Darmstadt 98 trifft. Sandhausens Liga-Rivale 1. FC Heidenheim hat bereits angekündigt, zu seiner Partie gegen Eintracht Braunschweig am Sonntag (13.30 Uhr) 3000 Besucher zuzulassen.

14.15 Uhr: Deutschland will Wien zum Risikogebiet erklären

Die deutsche Bundesregierung will Wien einem Bericht zufolge noch heute zum Corona-Risikogebiet erklären. "Seit dem 5. September liegen deutlich mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner vor, daher sehen wir uns zum Handeln gezwungen", zitierte die österreichische Tageszeitung "Der Standard" deutsche Regierungskreise. Demnach soll Wien noch am Nachmittag zum Risikogebiet erklärt werden.

Am Sonntag hatte Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz erklärt, in dem Land habe seiner Einschätzung nach die zweite Infektionswelle begonnen. Zuletzt war dort ein drastischer Anstieg der Corona-Infektionen verzeichnet worden.

In Deutschland müssen sich Rückkehrer aus den Risikogebieten verpflichtend auf das Coronavirus testen lassen, sofern sie kein aktuelles negatives Testergebnis vorweisen können. Bis das Ergebnis vorliegt, müssen sie sich für 14 Tage in Selbstisolation begeben.

13 Uhr: Kein Weihnachtsmarkt in Rheinfelden in diesem Jahr

2020 wird es keine Wirtschaftsgespräche, keinen Weihnachtsmarkt und kein grenzüberschreitendes Feuerwerk zu Silvester geben. Alle drei Veranstaltungen fallen zwar der Corona-Pandemie zum Opfer – aber aus unterschiedlichen Gründen. Bei jedem Format habe die Stadt sehr genau geprüft, ob das Ziel der Veranstaltung trotz Corona-Auflagen erreicht werden könne und ob mit einem vertretbaren Aufwand ein Konzept erstellt werden könne, das die Sicherheit der Besucher gewährleiste, so Oberbürgermeister Klaus Eberhardt.

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11.55 Uhr: Corona-Fall beim Türkischen SV Singen: Spiel gegen Anadolu Radolfzell abgesagt

Das Bezirksliga-Spiel des türkischen SV Singen gegen Anadolu Radolfzell wird abgesagt. Es hätte heute statt finden sollen. Ein Spieler des Türkischen SV Singen wurde positiv auf das Corona-Virus getestet. Bei einem weiteren TSV-Fußballer steht das Ergebnis noch aus. Ob nach dem Derby auch die Partie der Singener am Wochenende in Markdorf abgesagt werden muss, hängt von der Einschätzung des Gesundheitsamtes ab.

11.43 Uhr: Bundeskabinett gibt grünes Licht für Verlängerung von Kurzarbeitergeld

Das Bundeskabinett hat den Weg für eine Verlängerung der Bezugsdauer des Kurzarbeitergeldes in der Corona-Krise freigemacht. Wie das Arbeitsministerium mitteilte, beschloss das Kabinett nun ein Maßnahmenpaket, mit dem die große Koalition auch im kommenden Jahr „verlässliche Rahmenbedingungen für Beschäftigte und Arbeitgeber“ schaffen will.

Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) bezeichnete Kurzarbeit als „unser Erfolgsmodell, mit dem wir das Auskommen von Millionen Beschäftigten und ihren Familien sichern“. Die staatliche Kurzarbeit-Regelung soll verhindern, dass Unternehmen in Krisen Beschäftigte entlassen, weil es vorübergehend in den Betrieben weniger oder gar keine Arbeit gibt.

10.50 Uhr: 1901 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 1901 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 263.663 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9368. Seit dem Vortag wurden sechs Todesfälle mehr gemeldet. Bis jetzt hatten etwa 236.000 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Dienstagabend bei 1,04 (Vortag: 1,18).

10 Uhr: Umfrage: Kinderinteressen werden in Coronakrise nicht genug berücksichtigt

Die Interessen von Kindern werden in der Coronakrise einer Umfrage zufolge nicht genug berücksichtigt. Wie die heute veröffentlichte Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Deutschen Kinderhilfswerks anlässlich des Weltkindertags am Sonntag ergab, sind 72 Prozent der Befragten ab 18 Jahren der Ansicht, dass die Anliegen der Kinder zu kurz kommen.

An vielen Stellen bemühten sich Politik und Verwaltungen den Kinderinteressen in der Corona-Pandemie gerecht zu werden, erklärte Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerks. "Zugleich erleben wir aber auch eine grundlegende Geringschätzung gegenüber den Bedürfnissen von Kindern." Oft seien sie nur "Regelungsgegenstand von Politik".

8.45 Uhr: Indien hat mehr als 5 Millionen Corona-Fälle, der Sauerstoff wird knapp

Als zweites Land nach den USA hat Indien mehr als fünf Millionen bekannte Corona-Infektionen erfasst. In absoluten Zahlen gerechnet steigen die bekannten Neuinfektionen in der südasiatischen Nation seit Wochen schneller als in jedem anderen Land. In den vergangenen 24 Stunden kamen mehr als 90.000 neue Fälle dazu, in der vergangenen Woche rund 600.000, wie offizielle Zahlen zeigen.

Auch gibt es anders als in den USA, wo mit 6,6 Millionen am meisten Fälle bekannt sind, keinen Hinweis auf ein Abflachen der Kurve. Angesichts der raschen Corona-Verbreitung in Indien hatten örtliche Medien in mehreren Regionen von einem Mangel an medizinischem Sauerstoff für Patienten berichtet. Einige sollen deshalb gestorben sein.

8 Uhr: Bundeskabinett will Kurzarbeitergeld verlängern

Wegen der andauernden Corona-Pandemie will die Bundesregierung heute den Weg frei machen für eine Verlängerung des konjunkturellen Kurzarbeitergeldes. Dazu sollen das Beschäftigungssicherungsgesetz und weitere Verordnungen von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) im Bundeskabinett beschlossen werden. Die Bezugszeit für das Kurzarbeitergeld soll auf bis zu 24 Monate verlängert werden, längstens bis zum 31. Dezember 2021.

7.07 Uhr: Stiko erwartet, dass es in Deutschland mehrere unterschiedliche Impfstoffe geben wird

Die Ständige Impfkommission (Stiko) beim Robert Koch-Institut erwartet, dass es in Deutschland mehrere unterschiedliche Impfstoffe gegen das neuartige Coronavirus geben wird. Dies sei angesichts der großen Zahl von Impfstoffkandidaten "wahrscheinlich", sagte die Stiko-Vizevorsitzende Sabine Wicker. Dabei könne es sein, dass einzelne Impfstoffe besonders für bestimmte Bevölkerungsgruppen wie etwa ältere Menschen geeignet seien.

Die Impfkommission hat den Auftrag, Prioritäten festzulegen für den erwarteten Fall, dass ein Impfstoff zunächst nur in begrenzter Menge zur Verfügung steht. Dafür müsse geprüft werden, bei welchen Bevölkerungsgruppen das höchste Infektionsrisiko bestehe und "wer am meisten von einer Impfung profitieren würde", sagte Wicker. Eine solche Nutzen-Risiko-Analyse sei ein zentrales Element der standardisierten Vorgehensweise der Stiko.

Das waren die Entwicklungen am Dienstag, 15. September:

19.50 Uhr: Schülerin scheitert mit Corona-Forderungen vor Gericht

Eine Schülerin aus dem Ortenaukreis ist mit der Forderung nach strengeren Corona-Schutzmaßnahmen vor Gericht gescheitert. Das Verwaltungsgericht Freiburg lehnte einen entsprechenden Eilantrag ab. Die Schülerin wollte mit ihrem Antrag vom 11. September, der sich gegen den Träger der Schule und das Land Baden-Württemberg richtet, erreichen, dass alle Klassenzimmer dauerhaft belüftet werden. Außerdem sollte in allen Klassenzimmern ein Mindestabstand von 1,5 Meter gelten. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes sollte verpflichtend sein und in allen Klassenzimmern eine Luftqualitätsüberwachung installiert werden.

Der Staat verletze seine Schutzpflicht nur, wenn Schutzvorkehrungen überhaupt nicht getroffen würden oder die getroffenen Maßnahmen offensichtlich ungeeignet oder völlig unzulänglich seien, erläuterten die Richter in dem Beschluss. Ein solcher Fall liege bei den angeordneten Hygiene- und Abstandsregeln aber nicht vor. Unter anderem müssen die Klassenräume alle 45 Minuten gelüftet werden und es gelte außerhalb der Klassenräume eine Maskenpflicht. Der Beschluss ist noch nicht rechtskräftig. Die Antragstellerin kann innerhalb von zwei Wochen Beschwerde zum Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in Mannheim einlegen.

17.30 Uhr: Bund und Länder einig bei sechswöchigem Testbetrieb für Fan-Rückkehr

Die Zeit der Geisterspiele in der Fußball-Bundesliga und den anderen großen Profiligen ist vorerst vorüber. Die Länder einigten sich am Dienstag in einer Videoschalte auf eine flächendeckende Fan-Rückkehr in die Fußballstadien und Sporthallen. In einer sechswöchigen Testphase ist zunächst eine Auslastung von maximal 20 Prozent der jeweiligen Kapazität erlaubt. Ende Oktober soll die Lage neu bewertet werden. „Es soll eine Art Experiment werden, ein Probestart“, kündigte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) an.

16.14 Uhr: Landesregierung will weiter keine Maskenpflicht im Klassenzimmer

Die Landesregierung will bis auf weiteres von einer Maskenpflicht in den Klassenzimmern absehen. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) zeigte sich am Dienstag zufrieden mit dem Verlauf des Schulstarts diese Woche. Es habe keine Rückmeldung von Schulen gegeben, dass es vor Ort Probleme gegeben hätte.

Am Montag hatte sich das Ministerium verärgert gezeigt angesichts von Medienberichten über eine wissenschaftliche Studie, die die Maskenpflicht auch im Unterricht vorschlägt. An der Studie hatte Stefan Brockmann mitgewirkt, der Leiter des Kompetenzzentrums Gesundheitsschutz am Landesgesundheitsamt. „Dass das Landesgesundheitsamt nun ausgerechnet am ersten Schultag über die Medien bereits lange vereinbarte Regeln infrage stellt, ist hochgradig unseriös“, hatte das Ministerium mitgeteilt.

15.30 Uhr: Südwesten wappnet sich für zweite Corona-Welle

Mit einem dreistufigen Alarm-System will die grün-schwarze Landesregierung eine zweite Corona-Infektionswelle und einen landesweiten Lockdown verhindern. Ministerpräsident Winfried Kretschmann rief die Bürger bei der Vorstellung des Konzepts weiter zur Vernunft auf. „Wir können uns nicht leisten, sorglos zu werden“, sagte er.

Für jede Stufe werden schärfere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie getroffen. Derzeit befindet sich das Land nach Angaben des Staatsministeriums in Stufe 1, einer stabilen Phase mit moderaten Infektionszahlen. Wird die kritische Phase der Stufe 3 mit einem exponentiellen Infektionsanstieg und nicht mehr nachvollziehbaren Infektionsketten erreicht, sieht das Konzept etwa eine Ausweitung der Maskenpflicht an Schulen etwa auf den Unterricht vor. Im Einzelhandel soll dann die Anzahl der Personen pro Verkaufsstelle eingeschränkt werden. In der Gastronomie könnten dann der Ausschank von Alkohol eingeschränkt und der Betrieb auf Außenbereiche beschränkt werden.

13.40 Uhr: Bund fördert Corona-Impfstoffentwicklung mit mehreren hundert Millionen Euro

Die Bundesregierung fördert die Corona-Impfstoffentwicklung der deutschen Pharmafirmen Biontech und Curevac mit insgesamt rund 600 Millionen Euro. Das Mainzer Unternehmen Biontech erhalte aus einem Sonderprogramm der Bundesregierung 375 Millionen Euro, sagte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek. 230 Millionen Euro flössen an den Tübinger Hersteller Curevac. Darüber hinaus werde als drittes die Firma IDE Biologika aus Dessau-Rosslau gefördert. Detailgespräche liefen aber noch.

Insgesamt stehen in dem Sonderprogramm laut Karliczek bis zu 750 Millionen Euro bereit. Die Firmen sollen das Geld für den Aufbau von Produktionsanlagen und zur Beschleunigung ihrer klinischen Testreihen einsetzen. Pharmafirmen konnten sich bewerben und wurden von Fachleuten ausgewählt. Biontech und Curevac testen bereits die von ihnen entwickelten Kandidaten für eine Impfung gegen das Coronavirus. Ob sie geeignet sind, ist noch unklar.

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12.12 Uhr: Koalition verhandelt über Milliarden-Mehrausgaben wegen Corona

Angesichts der Corona-Pandemie verhandelt die grün-schwarze Koalition in Stuttgart derzeit über einen weiteren Nachtragshaushalt in Milliardenhöhe. Es bestehe weitgehend Einigkeit, dass man für Investitionen in Zukunftsbereiche wie Digitalisierung und für Pandemie-Vorsorgemaßnahmen ergänzend rund zwei Milliarden Euro benötige, sagte CDU-Fraktionschef Wolfgang Reinhart. Am Freitagabend soll demnach bei einer weiteren Sitzung der Haushaltskommission der Beschluss gefasst werden. Der Nachtragshaushalt solle Mitte Oktober im Parlament verabschiedet werden, sagte Reinhart.

11.31 Uhr: AfD scheitert mit Eilantrag gegen Maskenpflicht im Münchner Landtag

Die Maskenpflicht im Bayerischen Landtag bleibt in Kraft: Der Bayerische Verfassungsgerichtshof hat einen Antrag der AfD-Fraktion auf Erlass einer einstweiligen Anordnung gegen die Maskenpflicht abgewiesen. Durch die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung würden Abgeordnetenrechte „jedenfalls nicht offenkundig verletzt“, teilte das Gericht nun mit.

„Eine Beeinträchtigung des Kernbereichs der Mandatsausübung ist nicht erkennbar.“ Auch im Hauptverfahren droht der AfD-Fraktion eine Pleite: Das Gericht erklärte, es sprächen „gewichtige Anhaltspunkte dafür, dass der Antrag in der Hauptsache keinen Erfolg haben wird“. Seit Juli müssen im Landtag zum Corona-Schutz auch alle Abgeordneten einen Mund-Nasen-Schutz tragen, wie zuvor bereits alle Beschäftigten.

10.40 Uhr: Nach Corona-Wirbel beim SV Waldhof: Alle Tests nun negativ

Nach den zwei positiven Corona-Tests am vergangenen Wochenende sind nun alle Spieler, Trainer und Betreuer des Fußball-Drittligisten SV Waldhof Mannheim negativ getestet worden. Auch der zuvor positiv getestete Profi sowie ein Betreuer sind negativ, wie ein Waldhof-Sprecher nun auf Nachfrage sagte. Dennoch bleiben die beiden sowie ihre engsten Kontaktpersonen bis auf Weiteres in Quarantäne. Am Mittwoch soll ein weiterer Test durchgeführt werden. Aufgrund der positiven Tests war die Austragung des DFB-Pokalspiels der Mannheimer am vergangenen Sonntag gegen den SC Freiburg (1:2) fraglich gewesen.

9.30 Uhr: Bürgermeister vom Hochrhein wollen erneute Grenzschließungen um jeden Preis vermeiden

Die Bürgermeister von Waldshut-Tiengen, Laufenburg und Lottstetten appellieren an Landesinnenminister Thomas Strobl, die Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz bei einem erneuten Anstieg der Corona-Fallzahlen nicht wieder zu schließen. Dieser verteidigt die bisherigen Corona-Maßnahmen und bittet die Rathauschefs, enger mit den Schweizer Behörden zusammenzuarbeiten.

Auf der Rheinbrücke zwischen Waldshut und Koblenz (von links): Felix Schreiner, Joachim Baumert, Ulrich Krieger, Andreas Morasch und Thomas Strobl.
Auf der Rheinbrücke zwischen Waldshut und Koblenz (von links): Felix Schreiner, Joachim Baumert, Ulrich Krieger, Andreas Morasch und Thomas Strobl. | Bild: Nico Talenta

8.10 Uhr: Weltrisikobericht 2020 warnt vor Risiken der Corona-Pandemie

Zivile Hilfsexperten mahnen im Weltrisikobericht 2020 einen besseren Schutz für Flüchtlinge und Migranten vor den Folgen der Corona-Pandemie an. Diese verschärfe „die ohnehin prekären Verhältnisse, in denen viele der derzeit fast 80 Millionen Geflüchteten und Vertriebenen weltweit leben“, warnten die Autoren jetzt bei der Veröffentlichung der Untersuchung.

„Folglich besteht ein erhöhtes Risiko, dass ein solches Ereignis zur humanitären Katastrophe wird“, heißt es in dem Bericht, der vom Bündnis Entwicklung Hilft und dem Institut für Friedenssicherungsrecht und Humanitäres Völkerrecht der Ruhr-Universität Bochum (IFHV) veröffentlicht wurde. „Auch Wanderarbeiter und Wanderarbeiterinnen sind von den Auswirkungen der Pandemie besonders betroffen. Im Fall eines extremen Naturereignisses sind sie daher besonders verwundbar“, heißt es.

7.07 Uhr: Corona-Ausbruch in Garmisch: Erste Massentest-Ergebnisse erwartet

Nach einem Corona-Ausbruch in Garmisch-Partenkirchen haben sich Hunderte Menschen auf das Virus testen lassen. Erste Ergebnisse der rund 1000 Tests, die von Freitag bis Montag genommen wurden, sollen am Dienstagnachmittag vorliegen.

Eine 26-jährige US-Amerikanerin, die in Garmisch-Partenkirchen lebt, soll trotz Krankheitszeichen und Quarantäneauflage durch Kneipen gezogen sein - und könnte dabei mehrere Menschen angesteckt haben. Die Staatsanwaltschaft München II ermittelt gegen die Frau, die so möglicherweise zur „Superspreaderin“ (deutsch: Superverbreiterin) wurde.

Es gehe um den Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung, sagte eine Sprecherin. Im Raum stehe eine mögliche Verletzung der Quarantänevorschriften.

Das waren die Entwicklungen am Montag, 14. September:

21.30 Uhr: Wegen Corona: Verbandsligapartie zwischen dem FC Radolfzell und dem SC Pfullendorf abgesagt

Ein Spieler des FC 03 Radolfzell wurde positiv auf das Corona-Virus getestet. Da voraussichtlich zehn Spieler der Radolfzeller in Quarantäne müssen, ist eine Austragung des Derbys gegen Pfullendorf am Samstag wohl nicht möglich.

19.30 Uhr: Kanzleramtschef: Rasche Einigung zu Fan-Rückkehr in Stadien möglich

Nach monatelanger Corona-Zwangspause ist eine Fan-Rückkehr in die Fußballstadien schon zum Bundesliga-Start an diesem Wochenende in greifbare Nähe gerückt. Kanzleramtschef Helge Braun bezeichnete dies nach Gesprächen mit den Bundesländern als mögliches Szenario. „Die Annäherung ist schon sehr weit fortgeschritten“, sagte Braun auf einer Klausur der CSU-Fraktion im Landtag in München. Dies hänge aber von den entscheidenden Gesprächen der Länder an diesem Dienstag ab. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mahnte ein möglichst einheitliches Vorgehen aller Länder und einheitliche Regeln an.

Die Chefs der Staatskanzleien der Länder wollen an diesem Dienstag (16.00 Uhr) erneut über Zuschauer in Stadien und Sporthallen beraten.

Braun betonte allerdings: „Es geht aber nicht nur darum, dass man im Stadion sitzt, mit sauberem Abstand, sondern es gibt den Weg zum Fußball, es gibt den Weg vom Fußball zurück.“ Das müsse alles mit bedacht werden. 

18.00 Uhr: St. Georgener Weihnachtsmarkt findet in diesem Jahr nicht statt

Der St. Georgener Weihnachtsmarkt fällt in diesem Jahr aus. Die aktuell geltenden Vorschriften für Veranstaltungen zur Vermeidung der Ausbreitung des Corona-Virus sieht das Organisationsteam für den Weihnachtsmarkt als nicht umsetzbar an. Dazu gehören unter anderem die Überwachung einer maximalen Teilnehmerzahl, Einlasskontrollen und die Einhaltung des Mindestabstands beim Stöbern an den Ständen. Auch andere Weihnachtsmärkte in der Region sind bereits abgesagt.

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16.19 Uhr: Land will neues Intensivbetten-Konzept beschließen

Die Landesregierung will den Umgang der baden-württembergischen Krankenhäuser mit Intensiv- und Beatmungsplätzen für Corona-Patienten neu regeln. Das Konzept des Sozialministeriums, das am kommenden Mittwoch von der Corona-Lenkungsgruppe des Landes verabschiedet werden soll, liegt dem SÜDKURIER bereits vor. Kern des Konzeptes ist, dass die bisherige Freihaltequote der Intensiv- und Beatmungsplätze von 30 bis 35 Prozent wegen der aktuell geringen Belegung als zu hoch bewertet wird. Diese Quote will der Lenkungskreis auf zehn Prozent reduzieren.

14.45 Uhr: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen „Superspreaderin“ von Garmisch

Nach einem schweren Corona-Ausbruch in Garmisch-Partenkirchen ermittelt die Staatsanwaltschaft München II gegen eine mutmaßliche „Superspreaderin“. Dabei gehe es um den Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung, sagte Oberstaatsanwältin Andrea Mayer. „Was im Raum steht, ist ein mögliche Verletzung der Quarantänevorschriften.“ 

Eine 26-jährige US-Amerikanerin, die in Garmisch-Partenkirchen lebt, soll trotz Krankheitsanzeichen durch verschiedene Kneipen gezogen sein und dabei mehrere Menschen angesteckt haben. Nach Angaben des Landratsamts hatte sich testen lassen. Bis zum Ergebnis hätte sie in Quarantäne bleiben müssen. Die Anklagebehörde geht davon aus, dass deutsches Recht gilt.

Die Frau arbeitete in einem Hotel für US-Streitkräfte und deren Familien. Die Ferienunterkunft wurde am Montag für zwei Wochen geschlossen, nachdem mehrere Beschäftigte positiv getestet wurden, wie das Hotel auf seiner mitteilte.

13.49 Uhr: EU-Kommission startet Testphase für grenzüberschreitende Corona-Apps

Die deutsche Corona-App soll bald mit den Anwendungen einer Reihe anderer Länder kompatibel sein. Am Montag sei die Testphase einer entsprechenden Schnittstelle angelaufen, teilte die EU-Kommission in Brüssel mit. Die offiziellen Apps aus Deutschland, Tschechien, Dänemark, Irland, Italien und Lettland können demnach nun mittels eines in Luxemburg angesiedelten Servers miteinander kommunizieren, um Nutzer auch grenzüberschreitend zu warnen.

Viele EU-Länder haben Apps für das Smartphone entwickelt, in denen Menschen angeben können, wenn sie sich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt haben. Die App benachrichtigt dann andere Nutzer, die sich zuletzt über längere Zeit in der Nähe des Infizierten aufgehalten haben. Die deutsche Corona-Warn-App wurde laut Robert-Koch-Institut seit Mitte Juni rund 18 Millionen Mal heruntergeladen.

12.31 Uhr: Berlusconi nach Corona-Infektion aus dem Krankenhaus entlassen

Italiens früherer Regierungschef Silvio Berlusconi ist nach seiner Corona-Infektion aus dem Krankenhaus entlassen worden. „Danke, dass ich hier sein darf. Es war die gefährlichste Prüfung meines Lebens“, sagte der 83-Jährige nach dem Verlassen der Klinik San Raffaele in Mailand. Berlusconi trug Anzug und Krawatte und einen Mund-Nasen-Schutz, winkte seinen Anhängern zu und gab eine kurze Erklärung ab. „Auch dieses Mal bin ich davongekommen“, sagte der Oppositionspolitiker. Berlusconi wurde wegen seiner Infektion mit dem Virus insgesamt zehn Tage im Krankenhaus behandelt.

11.21 Uhr: Nach sechs Monaten Corona-Pause: Italiens Schulen öffnen wieder

Begleitet von Debatten um die Corona-Ausbreitung und organisatorischen Problemen ist ein Großteil der 8,5 Millionen Schüler in Italien wieder in die Klassen zurückgekehrt. Für etwa zwei Drittel der Kinder und Jugendlichen begann am Montag nach über sechs Monaten Pause wieder der Unterricht. Das Land hatte seine Schulen wegen der Corona-Pandemie am 5. März geschlossen, in keinem anderen europäischen Land waren sie länger dicht. Wegen der Ausbreitung des Virus gelten zum Schulstart strenge Vorsichts- und Schutzmaßnahmen.

10.06 Uhr: Söder erwartet „sehr hohes Bußgeld“ für mutmaßliche Superspreaderin in Garmisch

Der Fall einer mutmaßlich als sogenannte Superspreaderin für zahlreiche Corona-Infektionen in Garmisch-Partenkirchen verantwortlichen Frau zeigt nach Überzeugung des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU), wie sehr „Leichtsinn und Unvernunft Andere gefährden“. Söder sagte, er sage „immer wieder, wir müssen die Vernünftigen vor den Unvernünftigen schützen“. Bei der Frau gehe es nun möglicherweise um „ein sehr hohes Bußgeld“ als Strafe.

9 Uhr: Wie tief wird das Milliarden-Loch, das die Pandemie in die Staatskasse reißt?

Bund, Länder und Kommunen müssen wegen der Corona-Pandemie mit deutlich weniger Steuereinnahmen auskommen als noch im Mai erwartet. Wie das Bundesfinanzministerium am Donnerstag bekanntgab, rechnen die Steuerschätzer damit, dass allein im kommenden Jahr 19,6 Milliarden Euro weniger in die Staatskassen fließen als gedacht. Im Jahr 2020 werden die Einnahmen demnach aber nur um 0,1 Milliarden Euro niedriger ausfallen als im Mai geschätzt.

Was das genau für den Südwesten bedeutet, das wird am Montag bekanntgegeben. Das Landesfinanzministerium will dann die regionalisierten Ergebnisse der Sonder-Steuerschätzung für den Südwesten veröffentlichen.

8.30 Uhr: WHO warnt vor Anstieg der Corona-Todesfallzahlen in Europa im Herbst

Die Weltgesundheitsorganisation WHO rechnet mit einer Zunahme der täglichen Corona-Todesfälle in Europa im Oktober und November. „Es wird härter werden“, sagte der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Kluge. Derzeit steigt die Zahl der Neuinfektionen mit dem Virus in Europa an, die Zahl der täglichen Todesfälle ist hingegen bisher relativ stabil geblieben.

Die Welt wolle derzeit solche schlechten Nachrichten nicht hören, „und ich verstehe das“, sagte Kluge. Doch im Oktober und November„werden wir einen Anstieg der Sterblichkeit beobachten“. Der in Kopenhagen ansässige WHO-Funktionär warnte davor, zu große Erwartungen in Impfstoffen zu setzen.

8.05 Uhr: Polizei kontrolliert mit rund 60 Beamten Einhaltung der Maskenpflicht

Rund 60 Polizeibeamte waren am Montagmorgen in Stuttgart im Einsatz, um die Einhaltung der Maskenpflicht zu überwachen. „Wir kontrollieren im gesamten Stadtgebiet“, sagte Polizeisprecher Stephan Widmann am Morgen. Die Beamten seien an Straßenbahn- und Bushaltestellen sowie am Hauptbahnhof postiert und fahren auch in öffentlichen Verkehrsmitteln mit. Schüler stünden im Gegensatz zu Berufspendlern nicht im Fokus des Einsatzes.

„Wir wollen die Schüler nicht verunsichern“, sagt Widmann. „Wir sprechen sie an, sanktionieren sie aber nicht.“ Auch ansonsten setze die Polizei auf Kommunikation. Es gehe darum, diejenigen, die ihre Maske falsch oder gar nicht aufsetzten, darauf hinzuweisen, wie wichtig in Zeiten von Corona das korrekte Tragen des Mund-Nasenschutzes sei.

7.07 Uhr: WHO meldet neuen Rekord an registrierten Corona-Neuinfektionen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat erneut einen Rekord an neu gemeldeten Corona-Fällen innerhalb eines Tages registriert. Weltweit wurden zuletzt 307 930 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Das sind rund 1000 Fälle mehr als beim jüngsten Höchststand vor einer Woche. Damit sind seit Bekanntwerden des Erregers Sars-CoV-2 Ende vergangenen Jahres weltweit mehr als 28,6 Millionen Infektionen gemeldet worden. Die Dunkelziffer ist allerdings nach Einschätzung von Experten erheblich.

Spitzenreiter bei den neuen Fällen sind nach absoluten Zahlen Indien, die USA und Brasilien. Auf Platz vier liegt Spanien mit rund 12.000 Neuinfektionen binnen eines Tages. Mehr als 917 000 Infizierte sind nach der WHO-Statistik weltweit bisher gestorben. Die Zahl der täglich gemeldeten Todesfälle blieb zuletzt laut WHO-Daten relativ konstant. Am Sonntag wurden rund 5500 Tote in 24 Stunden registriert.

Das waren die Entwicklungen am Sonntag, 13. September: 

21.10 Uhr: Israel verhängt wegen Coronavirus-Pandemie dreiwöchigen Lockdown - Netanjau will strikte Maßnahmen bei Bedarf verlängern

Israel verhängt wegen der Coronavirus-Pandemie einen dreiwöchigen Lockdown. Dies teilte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Sonntagabend nach einer Kabinettssitzung mit. Bei Bedarf könnten die landesweiten Ausgangsbeschränkungen auch ausgedehnt werden, betonte er in einer Fernsehansprache.

Die neuen Corona-Beschränkungen sollen noch vor Beginn der jüdischen Feste Rosch Haschana und Jom Kippur am kommenden Freitag in Kraft treten. Die Maßnahmen sehen die Schließung von nicht lebensnotwendigen Geschäften sowie Schulen vor. Zudem soll der Eintritt zu Synagogen und anderen Gotteshäusern stark eingeschränkt oder ganz untersagt werden.

Israel hat derzeit eine der weltweit höchsten Corona-Infektionsraten. Seit Ausbruch des neuartigen Coronavirus registrierten die israelischen Behörden mehr als 153.000 Infektionsfälle. In mindestens 1100 Fällen führten die Infektionen zum Tod.

19.29 Uhr: Corona-Aus steht fest – 2021 gibt es keine Fasnet in Bermatingen

Es wahr wohl die schwerste Entscheidung, die der Vorstand der Bermatinger Bärenzunft je zu treffen hatte, doch die corona-bedingten Umstände ließen keine Wahl: "Aufgrund des gegebenen Anlasses fühlen wir uns gezwungen, die kommende Fasnet schweren Herzens abzusagen. Momentan macht es keinen Sinn, etwas zu planen", berichtet Zunftmeister Robert Müller gegenüber dem SÜDKURIER. Die genauen Hintergründe hat er in einem Gespräch erläutert.

18.37 Uhr: Bayerns Innenminister fordert Konsequenzen für Superspreaderin

Nach einem heftigen Corona-Ausbruch in Garmisch-Partenkirchen fordert Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) Konsequenzen für die mutmaßliche Verursacherin. „Sollte sich bestätigen, dass die Frau bewusst trotz eindeutiger Corona-Symptome die Quarantäne ignoriert hat, muss sie mit einem empfindlichen Bußgeld rechnen“, sagte Herrmann dem „Münchner Merkur“ (Montag). „Gegen so eine Rücksichtslosigkeit sollte ein klares Signal und ein mahnendes Beispiel gesetzt werden, dass jeder mit empfindlichen Sanktionen rechnen muss, der in dieser besonderen Situation der Pandemie gegen die Regeln verstößt und andere vorsätzlich in Gefahr bringt.“

Das Landratsamt geht davon aus, dass der Ausbruch auf eine sogenannte Superspreaderin zurückzuführen ist. Die 26-Jährige soll durch verschiedene Kneipen in der Marktgemeinde am Fuße der Zugspitze gezogen sein und dabei mehrere Menschen angesteckt haben. Nach Angaben der Behörde hat sie auf der Kneipentour schon Symptome gehabt und auf die Ergebnisse ihres Corona-Tests gewartet. In Bayern kann bei Verstößen gegen Quarantäne-Auflagen ein Bußgeld von 2000 Euro verhängt werden.

17.10 Uhr: 948 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland - 184 davon im Südwesten

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Sonntagmorgen 948 neue Corona-Infektionen gemeldet. Diese Zahlen sind mit Blick auf das wirkliche Infektionsgeschehen allerdings wenig aussagekräftig - an Sonntagen sind die gemeldeten Fallzahlen nämlich erfahrungsgemäß oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln.

In Baden-Württemberg wurden 184 neue Fälle gemeldet. Damit ist die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen im Südwesten auf mindestens 45.247 gestiegen, wie aus Zahlen des Landesgesundheitsamtes vom Sonntag (Stand: 16 Uhr) hervorgeht. Als genesen gelten 39.660 Menschen, das sind 142 mehr als am Vortag. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus lag weiterhin bei 1867. Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert wurde mit 1,0 angegeben. Der Wert zeigt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt.

16.02 Uhr: Zum Ferienende weiter großer Andrang bei Corona-Teststelle auf A5

Die Corona-Teststelle an der Autobahn 5 bei Neuenburg (Breisgau-Hochschwarzwald) hat zum Ferienende in Baden-Württemberg nochmals starken Andrang von Reiserückkehrern verzeichnet. Die Polizei musste Hunderte Testwillige weiterleiten, um einen Rückstau auf der Autobahn zu vermeiden. Besonders viele Menschen kamen aus dem Südwesten, wo an diesem Montag die Schule wieder beginnt, wie Andreas Formella, Vizegeschäftsführer des DRK-Landesverbands, am Sonntag sagte. „Bei vielen, die Anfang der Woche wieder arbeiten wollten, war das Unverständnis groß.“ Die Zahlen an der Teststation waren bereits gestiegen, nachdem das Robert-Koch-Institut am Mittwoch weite Teile Frankreichs zu Risikogebieten erklärt hatte.

Am vergangenen Freitag wurden laut DRK mehr als 2100 Menschen getestet, 500 bis 600 aus Platzgründen abgewiesen; am Samstag waren es ebenfalls mehr als 2100 Getestete und 500, die weitergeleitet wurden. Für Sonntag wurde mit ähnlichen Werten gerechnet. Autofahrer warteten bis zu einer Stunde auf den Abstrich. Innerhalb von mindestens 48 Stunden können sie das Ergebnis abrufen. Menschen, die an der Rastanlage mit der Station vorbeigewunken worden sind, können sich in anderen Testzentren oder in Schwerpunktpraxen testen lassen.

14.30 Uhr: Frankreich registriert mehr als 10.500 neue Corona-Fälle in 24 Stunden

Frankreich hat die Schwelle von 10 000 Corona-Infektionen an einem Tag überschritten. Die Gesundheitsbehörde Santé Publique France erklärte, in den 24 Stunden bis Samstag 14.00 Uhr seien 10 561 Neuinfektionen gemeldet worden. Am Vortag waren es noch 9406 neue Fälle gewesen und Premierminister Jean Castex hatte dazu aufgerufen, wegen der Verschlechterung der Lage die Regeln für Hygiene, Abstand und Masken strikt einzuhalten.

Frankreich war nach Ausbruch der Pandemie eines der am stärksten betroffenen Länder in Europa mit bisher 30.910 Toten. Die Anzahl der Infektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 stieg in dem beliebten Urlaubsland in den zurückliegenden Wochen stark. Castex wies die Behörden in Marseille und Bordeaux sowie im Überseegebiet Guadeloupe in der Karibik an, bis Montag neue Maßnahmen zur Eindämmung des Virus vorzulegen.

13.09 Uhr: Auszahlung von Corona-Soforthilfe für Breitenkultur im Südwesten beginnt

Wegen der Corona-Pandemie in Not geratene Vereine der Breitenkultur erhalten in den kommenden Tagen rund 10 Millionen Euro Soforthilfe vom Land. Neun Millionen davon seien bereits bewilligt, teilte das Kunstministerium am Samstag mit. „Die Mittel sind als Soforthilfe für die vielen Musikvereine, Chöre, Kunstvereine, Amateurtanz- oder Amateurtheatervereine und Narrenzünfte gedacht, denen wegen der Einschränkungen durch das Corona-Virus Einnahmen weggebrochen sind“, erklärte dazu Kunststaatssekretärin Petra Olschowski. Das Geld sei auch als Zeichen der Anerkennung gedacht für die vielen in Vereinen arbeitenden Ehrenamtlichen. Mehr als 9000 Vereine würden gefördert.

Zudem richte das Ministerium zwei Projektstellen im Institut für Musikermedizin der Musikhochschule Freiburg ein. Mit der personellen Verstärkung solle dazu beigetragen werden, dass die etwa bei Blasmusik und Gesang besonders hohen Ansteckungsrisiken im Zusammenhang mit Corona genauer erforscht werden.

12.15 Uhr: 16 Boxer aus deutschem Nationalteam mit Corona infiziert

Von den 18 Boxern der deutschen Nationalmannschaft im österreichischen Trainingslager sind 16 mit dem Corona-Virus infiziert. Diese aktuelle Zahl gab der Deutsche Boxsport-Verband (DBV) am Sonntag bekannt. Tags zuvor gab es die Information, dass alle Sportler betroffen seien. Das Team bereitet sich im Längenfeld im Ötztal auf den internationalen Cologne Cup in Köln (14. bis 18. Oktober) vor. Die Sportler sind derzeit in ihren Zimmern isoliert.

Die Heimreise soll nach Auswertung der täglichen Wohlfühlprotokolle durch das Gesundheitsamt bis zum Ende der kommenden Woche erfolgen. In Deutschland werden die Sportler an ihren Olympia- und Bundesstützpunkten intensiv untersucht. Erst danach wird entscheiden, wann sie sich wieder Höchstbelastungen zumuten dürfen.

11.20 Uhr: Kurz: Zweite Infektionswelle in Österreich hat begonnen

In Österreich hat die zweite Corona-Infektionswelle nach Einschätzung von Bundeskanzler Sebastian Kurz bereits begonnen. „Was wir gerade erleben, ist der Beginn der zweiten Welle“, erklärte Kurz am Sonntag. Er bat die Bevölkerung, sich weiter an alle Corona-Maßnahmen zu halten und soziale Kontakte zu reduzieren.

In Österreich war zuletzt ein drastischer Anstieg der Corona-Infektionen verzeichnet worden. Am Samstag meldete die Regierung 869 neue Fälle, mehr als die Hälfte davon in der Hauptstadt Wien. Am Sonntag wurden 463 weitere Fälle registriert. Kurz warnte, schon bald werde die Marke von tausend Neuansteckungen pro Tag erreicht. Insgesamt infizierten sich In Österreich bislang mehr als 33.000 Menschen mit dem Coronavirus, rund 750 starben.

Die Regierung hatte angesichts der steigenden Infektionszahlen am Freitag eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen angekündigt: Unter anderem muss ab Montag in allen Geschäften, in öffentlichen Gebäuden und in Schulen außerhalb der Klassenräume ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Bisher galt in Österreich nur in Supermärkten und öffentlichen Verkehrsmitteln eine Maskenpflicht.

08.15 Uhr: Deutscher Reiseverband kritisiert neue Quarantäne-Regel für Reiserückkehrer

Der Deutsche Reiseverband hat die neuen Quarantäne-Regeln für Reiserückkehrer als ein faktisches Berufsverbot für die Branche kritisiert. "Die Bundesregierung unterbindet faktisch die Berufsausübung von Reisebüros und Reiseveranstaltern", sagte Verbandspräsident Norbert Fiebig der "Bild am Sonntag". "Es gibt für den Winter derzeit fast nichts, was verkauft werden kann. Damit ist die Reisewirtschaft eine Händlerin ohne Ware."

Bei einer Einreise aus einem Corona-Risikogebiet gilt in Deutschland eine 14-tägige Quarantäne-Pflicht. Bund und Länder haben beschlossen, dass diese Quarantäne ab dem 1. Oktober erst nach fünf Tagen durch Vorlage eines negativen Corona-Tests aufgehoben werden kann. Bislang können sich Reiserückkehrer in der Regel direkt nach Ankunft durch einen Negativtest von der Quarantäne befreien lassen.

Kritik übte Fiebig auch an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und seinem Ratschlag, den Herbsturlaub in diesem Jahr in Deutschland zu verbringen. Damit messe der Minister mit zweierlei Maß: "In Bayern gibt es aktuell drei Hotspots: Rosenheim, Würzburg und Kaufbeuren. In Spanien gibt es eine Reihe von touristisch relevanten Inseln, zum Beispiel Lanzarote, Formentera und Menorca, die keinen einzigen Hotspot haben. Trotzdem gilt dort eine Reisewarnung. Das ist absurd und schadet nicht nur der deutschen Reisewirtschaft".

Das waren die Entwicklungen am Samstag, 12. September:

18.00 Uhr: 10 000 Teilnehmer bei Corona-Demo in München

Zur Corona-Demonstration in München sind am Samstag doppelt so viele Teilnehmer gekommen wie von den Veranstaltern angekündigt. „Wir gehen derzeit von 10 000 Teilnehmern aus“, sagte eine Sprecherin der Münchner Polizei. Die Hauptkundgebung musste knapp eine Stunde nach Beginn unterbrochen werden, weil Abstandsregeln nicht eingehalten wurden und Teilnehmer keine Masken trugen. Die Organisatoren der Demo, die Initiative „Querdenken 089“, hatten 5000 Teilnehmer angemeldet.

Auch an dem vorangegangenen Demonstrationszug durch die Münchner Innenstadt hatten deutlich mehr Menschen teilgenommen als zugelassen waren. Nach Polizeiangaben waren es in der Spitze 3000 statt der erlaubten 500. Weil die Zahl so deutlich überschritten worden sei und viele Teilnehmer keine Maske getragen hätten, hatte die Polizei den Zug gestoppt. Kurz darauf brachen die Veranstalter den Zug ab und baten die Teilnehmer, sich zur Hauptkundgebung auf der Theresienwiese zu versammeln.

Dort forderten Redner auf der Bühne unter anderem die Aufhebung der Immunität von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Außerdem müsse Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) vom Verfassungsschutz beobachtet werden.

17.30 Uhr: 1630 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben innerhalb eines Tages 1630 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 258 480 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstag auf seiner Homepage bekannt gab (Datenstand 12.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt bei 9347. Das sind fünf mehr als noch am Vortag. Bis Samstagmorgen hatten etwa 231 400 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Erstmals seit Juni hat zuletzt die Zahl vom Robert Koch-Institut (RKI) wöchentlich erfasster Corona-Tests wieder abgenommen. In der Woche vom 31. August bis 6. September wurden demnach gut eine Million Tests gezählt - etwa 50 000 weniger als in der Vorwoche. Es ist das erste Mal seit der Woche vom 22. bis 28. Juni, dass die Testzahl wieder abnimmt.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Samstag bei 1,15 (Vortag: 1,00). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,16 (Vortag: 1,11). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

16.10 Uhr: Corona-Demonstrationszug in München vorzeitig abgebrochen

Die Veranstalter einer Corona-Demonstration in München haben ihren Demonstrationszug am Samstag vorzeitig abgebrochen. Zuvor hatte die Polizei den Zug angehalten, weil mehr als die angemeldeten 500 Teilnehmer dabei waren und nach Polizeiangaben viele von ihnen keinen Mund-Nasen-Schutz trugen. Laut einem Polizeisprecher waren es zeitweise geschätzt 600 Teilnehmer. Die Beamten waren mit 1.400 Kräften im Einsatz.

In Gesprächen und per Lautsprecherdurchsagen wurden die Teilnehmer aufgefordert, eine Maske zu tragen und den Abstand zu wahren. Nach Auflösung des Zugs auf Höhe der Alten Pinakothek forderten die Initiatoren von „Querdenken 089“ die Teilnehmer auf, zur geplanten Versammlung auf der Theresienwiese um 16 Uhr zu kommen. Die Teilnehmerzahl dort ist nicht begrenzt, es gelten jedoch die Hygienevorgaben wie bei allen öffentlichen Veranstaltungen von mehr als 200 Personen.

Der Corona-Demo vorausgegangen waren diverse Umplanungen. Ursprünglich hatten die Veranstalter 5.000 Teilnehmer auf dem Odeonsplatz und einen Protestzug durch die Innenstadt angemeldet. Die Stadt hatte dies untersagt und war am Freitag vom Verwaltungsgericht bestätigt worden. Demnach war nur eine auf 1.000 Teilnehmer beschränkte Versammlung auf der Theresienwiese und kein Protestzug erlaubt. Am frühen Samstagmorgen hatte dann der bayerische Verwaltungsgerichtshof entschieden, einen Protestzug mit 500 Teilnehmern zur Theresienwiese und dort eine Versammlung ohne Teilnehmerbegrenzung zuzulassen. Eine Gegendemonstration von einem Bündnis aus linken Organisationen startete um 14 Uhr auf dem Goetheplatz. 

13.35 Uhr: Merkel äußert sich zu Corona-Demonstrationen

Vor neuen Demonstrationen gegen Corona-Schutzmaßnahmen der Regierung hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) das Recht auf Kritik daran als Ausdruck von Demokratie und Meinungsfreiheit betont. In ihrem wöchentlichen Video-Podcast dankte Merkel am Samstag allerdings „der großen Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger“, die diese Maßnahmen mittragen, auch aus Sorge „um die Schwächeren in der Gesellschaft“. Dies habe geholfen, „eine unkontrollierte Ausbreitung der Pandemie zu verhindern“.

Merkel äußerte sich anlässlich des Internationale Tages der Demokratie am kommenden Dienstag. „Wir in Deutschland können uns glücklich schätzen, dass Demokratie und Freiheit, Rechtsstaat und politische Mitverantwortung bei uns fest verankert sind. Dass das seit der Wiedererlangung der Deutschen Einheit vor fast genau 30 Jahren in ganz Deutschland gilt, empfinde ich auch ganz persönlich als großes Glück“, sagte Kanzlerin. Der Blick in andere Staaten zeige, „dass dies leider keine Selbstverständlichkeit ist“, sagte sie unter anderem mit Blick auf die Lage in Belarus.

Zu den Corona-Demonstrationen in Deutschland sagte Merkel, ihr sei bewusst, „dass einige Menschen mit den Einschränkungen infolge der Corona-Pandemie hadern“ und „ich verstehe das“. Viele der Entscheidungen für Einschränkungen seien auch ihr „sehr schwergefallen, die Kontaktbeschränkungen und die Einschränkungen des kulturellen Lebens seien “demokratische Zumutungen„.

„Dass die ganz große Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger dies mitträgt“, zeige jedoch, „wie ausgeprägt unser Gemeinsinn ist“, hob Merkel weiter hervor. Die Maßnahmen „haben gewirkt und bleiben wichtig“. Gleichwohl stehe es auch „jedem frei, diese Entscheidungen der Regierung offen zu kritisieren“ und „jeder kann seine Haltung bei friedlichen Demonstrationen zum Ausdruck bringen“.

12.30 Uhr: UN-Resolution zur Corona-Pandemie gegen den Widerstand der USA verabschiedet

Gegen den Widerstand der USA haben die Vereinten Nationen eine Resolution zur Corona-Pandemie verabschiedet, mit der die führende Rolle der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bei der Bekämpfung des Coronavirus bestätigt wird. Für die Entschließung stimmten am Freitag 169 der 193 Mitgliedstaaten, dagegen votierte außer den USA nur noch Israel. US-Präsident Donald Trump, der der WHO schwere Fehler in der Corona-Krise vorwirft, hatte Anfang Juli den Austritt seines Landes aus der Organisation eingeleitet.

An dem Resolutionstext, der mehrere Aspekte der Pandemie umfasst, wurde seit Mai gefeilt. Unter anderem erkennt die Entschließung ausdrücklich "die zentrale Führungsrolle der WHO" sowie die Rolle der Vereinten Nationen insgesamt bei der Koordinierung der weltweiten Reaktion auf die Pandemie an. Sie ruft zudem zu "verstärkter internationaler Zusammenarbeit und Solidarität" auf, um die Pandemie und ihre Folgen "einzudämmen und zu überwinden".

Die Resolution unterstützt darüber hinaus einen Aufruf von UN-Generalsekretär António Guterres vom März, in dem er angesichts der Pandemie - weitgehend vergeblich - einen weltweiten Stopp aller Kampfhandlungen gefordert hatte. Auch dringt sie auf eine "Beseitigung ungerechtfertigter Hindernisse" beim Zugang zu Gütern, die der Bekämpfung des Virus dienen - gemeint sind damit Sanktionen.

Vor der Abstimmung versuchten die USA noch vergeblich, einen Absatz über die  sexuelle und reproduktive Gesundheit von Frauen zu streichen - wegen Einwänden gegen die Abtreibung. Auch Libyen und der Irak stimmten für eine Streichung des Absatzes. Mehr als 120 Länder votierten hingegen für dessen Beibehaltung.

11.10 Uhr: US-amerikanische Touristin als Superspreaderin in Garmisch

Der heftige Corona-Ausbruch im bayerischen Garmisch-Partenkirchen soll auf eine US-amerikanische Touristin zurückgehen. Die junge Frau soll in mehreren Lokalitäten unterwegs gewesen sein, obwohl sie Symptome hatte, wie der Sprecher des Landratsamtes, Stephan Scharf, am Samstag sagte. Sie wäre damit eine sogenannte Superspreaderin.

Die 26-Jährige reiste nach Angaben des Landratsamtes „Anfang September oder Ende August“ nach Deutschland ein und soll mehrere Tage im Nachtleben vom Garmisch-Partenkirchen unterwegs gewesen sein. Ob sie das Virus aus den USA mitbrachte und möglicherweise Quarantäne-Regeln missachtete, ist noch unklar.

In einer Unterkunft auf dem Gelände von US-Streitkräften, in der sie übernachtet hatte, wurden nach Angaben Scharfs bislang 23 Menschen positiv getestet. Insgesamt belief sich die Zahl der Neuinfektionen auf 33 an einem Tag. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag bei 54 und damit über der kritischen Marke von 50 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner in sieben Tagen. Das Landratsamt verhängte daraufhin Einschränkungen für die Marktgemeinde. Dort dürfen sich beispielsweise nur noch fünf Menschen in der Öffentlichkeit treffen.

9.50 Uhr: Die Corona-Regeln - der aktuelle Stand in Baden-Württemberg

Die Bundesländer können im Kampf gegen die Corona-Pandemie weitgehend in eigener Verantwortung über Einschränkungen oder aber die Lockerung von Auflagen entscheiden. Hier der aktuelle Stand im Land in ausgewählten Lebensbereichen. Wichtig: Die Regelungen erfolgen unter Auflagen wie Abstands- und Hygienebestimmungen. Zudem gilt weiterhin die bundesweite Maskenpflicht in Handel und Nahverkehr.

1) Bußgeld bei Missachtung der Maskenpflicht

Für Maskenverweigerer etwa in Geschäften gilt das zwischen den Ländern und der Kanzlerin vereinbarte Bußgeld von mindestens 50 Euro. Bei Verstößen gegen die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen sind mindestens 100 Euro fällig. Wer auf dem Schulgelände - außerhalb der Unterrichtsräume - keine Maske trägt, kann ein Bußgeld von mindestens 25 Euro bekommen.

2) Öffentliche Veranstaltungen

 Öffentliche Tagungen, Kongresse, Messen und kleinere Sportevents mit bis zu 500 Menschen sind erlaubt. Auch Messen mit mehr als 500 Besuchern dürfen wieder öffnen. Großveranstaltungen wie Volksfeste, auf denen kaum Hygienemaßnahmen durchsetzbar sind und die Kontakte nicht nachvollzogen werden können, bleiben bis mindestens Ende des Jahres verboten.

3) Private Feiern

Zu privaten Feiern in privaten wie angemieteten Räumen, also beispielsweise in Restaurants, Vereinsheimen oder Gemeindehäusern, dürfen sich maximal 500 Menschen treffen. Bei Feiern mit mehr als 100 Menschen muss es allerdings ein schriftliches Hygienekonzept geben.

4) Schulen und Kitas

An diesem Montag ist erster Schultag nach den Sommerferien. Ab Klasse fünf und an weiterführenden Schulen gilt eine Maskenpflicht - aber nicht im Unterricht, sondern vor allem auf den Fluren, Pausenhöfen sowie in Treppenhäusern und Toiletten. Zusätzliche Schulbusse sollen dafür sorgen, dass die Schüler nicht zu eng aufeinander sitzen. Kitas können öffnen.

5) Kontaktbestimmungen

In der Öffentlichkeit dürfen sich 20 Menschen aus mehreren Haushalten treffen. Generell muss in der Öffentlichkeit ein Mindestabstand zu anderen Menschen von 1,5 Metern eingehalten werden.

6) Demonstrationen

Versammlungen sind erlaubt - allerdings mit Auflagen zur Sicherstellung des Infektionsschutzes, zum Beispiel zu Abständen oder Höchstteilnehmerzahlen.

08.30 Uhr: Heil will bei Homeoffice Schwerpunkt auf Schutz der Arbeitnehmer legen

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat angekündigt, beim Gesetz zum Homeoffice einen besonderen Schwerpunkt auf den Schutz der Arbeitnehmer zu legen - insbesondere bei den Arbeitszeiten. „Niemand darf genötigt werden, rund um die Uhr für den Arbeitgeber verfügbar zu sein - weder zu Hause noch im Büro“, sagte er den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland vom Samstag. „Beim Homeoffice geht es um Arbeit, die zum Leben passt.“

Heil kündigte an, noch im Herbst ein umfassendes Regelwerk für Homeoffice und mobiles Arbeiten vorzulegen, „das Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern neue Freiheiten ermöglicht, sie aber auch vor einer vollständigen Entgrenzung der Arbeit ins Privatleben schützt“. Der Minister führte aus: „Die Corona-Pandemie ist ein ungeplanter gesellschaftlicher Großversuch zum Homeoffice - mit positiven und negativen Erfahrungen.“ Das alles wolle er im Gesetzentwurf berücksichtigen.

„Die Unternehmen wollen, dass die Mitarbeiter flexibel sind“, sagte Heil. Im Gegenzug müssten aber auch die Firmen flexibel sein. „Wir werden Arbeitgebern nichts Unmögliches abverlangen. Es geht darum, Homeoffice zu ermöglichen, wo es machbar ist. Der Bäcker wird auch künftig nicht von zu Hause arbeiten können.“

Das waren die Entwicklungen am Freitag, 11. September:

22.51 Uhr: Spanien meldet binnen 24 Stunden mehr als 12.000 neue Corona-Infektionsfälle

In Spanien ist die Zahl der Corona-Infektionsfälle binnen 24 Stunden auf mehr als 12.000 gestiegen. Dies sei der höchste gemeldete Anstieg binnen eines Tages seit Beginn der Pandemie, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid am Freitag mit. Spanien ist seit dieser Woche das erste EU-Land, in dem die Infektionszahlen auf mehr als eine halbe Million anwuchsen.

Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Spanien insgesamt 566.326 Infektionen nachgewiesen, wie das Gesundheitsministerium am Freitag mitteilte - 12.183 mehr als am Vortag. Fast 30.000 Infizierte sind demnach mittlerweile gestorben. 

Spanien ist mit seinen rund 47 Millionen Einwohnern eines der am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder in Europa. Zuletzt war die Zahl der Neuinfektionen wieder stark angestiegen. Das Auswärtige Amt warnt deshalb vor "nicht notwendigen, touristischen" Reisen nach Spanien.

In Frankreich wurden am Freitag nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Paris 9406 neue Infektionsfälle gezählt. Am Vortag waren es noch 9843. Insgesamt starben demnach mindestens 30.893 Menschen, die sich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt hatten.

21.41 Uhr: Mehrere Corona-Infektionen bei deutscher Box-Olympiamannschaft

Mehrere Sportler der deutschen Box-Olympiamannschaft haben sich bei einem Trainingslager im österreichischen Sölden mit dem Coronavirus infiziert. Am Dienstag hätten mehrere Sportler erste Erkältungssymptome gezeigt, berichtet der „Spiegel“ (Samstag). Am Mittwochabend sei dann klar gewesen, dass die Sportler mit Corona infiziert seien. Laut Teilnehmern des Trainingslagers könnten sogar alle 18 Sportler und mehrere Betreuer betroffen sein, schreibt das Nachrichtenmagazin. Erich Dreke, Präsident des Deutschen Boxsport-Verbands (DBV) bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass es Infektionen gebe, machte aber keine Angaben zur Zahl der Erkrankten.

Der Generalsekretär des DBV, Michael Müller, sagte dem „Spiegel“, dass die Mannschaft nun komplett in Sölden bleiben müsse, bis das dortige Gesundheitsamt die Quarantäne aufhebe. Die Sportler hätten keine starken Symptome und trainierten trotz der Krankheit. Nach „Spiegel“-Informationen sei an Training im Moment jedoch nicht zu denken.

21.10 Uhr: Verwaltungsgericht bestätigt Einschränkungen für Münchner Corona-Demo

Die für Samstag in München geplante Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen darf einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts München zufolge nicht so stattfinden wie von den Veranstaltern geplant. Das Gericht bestätigte am Freitagnachmittag mit Blick auf zwei Versammlungen, die von der Initiative „Querdenken 089“ angemeldet wurden, die Festlegungen der Landeshauptstadt München. Gegen die Entscheidung der Verwaltungsrichter legten die Organisatoren am Abend beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof Beschwerden ein, wie dieser mitteilte. Die Begründungen dazu lägen aber noch nicht vor. Mit einer Entscheidung sei daher am späten Freitagabend oder erst am Samstag zu rechnen.

„Querdenken 089“ hatte eigentlich eine Demonstration mit 5000 Teilnehmern auf dem Münchner Odeonsplatz angemeldet unter dem Motto „Frieden, Freiheit und Gesundheit“. Die Stadt untersagte diese. Stattdessen erlaubte sie die Demo unter strikten Auflagen auf der Theresienwiese - allerdings aus Infektionsschutzgründen nur mit 1000 Teilnehmern. Ein geplanter Demonstrationszug durch die Stadt wurde ebenfalls untersagt. Gegen diese Auflage hatten die Veranstalter geklagt.

Ein Sprecher der Organisatoren hatte am Freitagabend angekündigt, dass im Zweifel auch das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe eingeschaltet werden solle.

19.28 Uhr: Rund 1200 infizierte Reiserückkehrer an Teststellen im Südwesten

An den Teststellen im Land wurden rund 1200 Coronavirus-Infektionen unter Reiserückkehrern entdeckt. Dem Sozialministerium zufolge haben sich mehr als 140.000 Menschen an den Flughäfen Stuttgart, Baden-Baden und Friedrichshafen, am Hauptbahnhof Stuttgart sowie an den Autobahn-Parkplätzen Neuenburg (A5) und Kemmental (A8) Speichelproben entnehmen lassen, wie die „Stuttgarter Nachrichten“ und „Stuttgarter Zeitung“ berichten. Die meisten Infizierten waren demnach auf der Rückreise aus dem Kosovo, aus Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Nordmazedonien, Spanien oder der Türkei.

Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) nannte das kostenlose Testangebot während der Sommerferienzeit trotz der geringen Aufdeckungsquote von weniger als einem Prozent „gut und richtig“. Es sei gelungen, „vor allem bei Reiserückkehrern aus Risikoländern positive Befunde frühzeitig zu erkennen“, sagte er den Blättern. Künftig müssten die Mittel aber wieder für besonders gefährdete Personen eingesetzt werden, zum Beispiel in Pflegeheimen.

18.38 Uhr: 286 neue Corona-Infektionen im Südwesten

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Baden-Württemberg ist auf mindestens 44.896 gestiegen. Das sind 286 Menschen mehr als am Vortag, wie aus Zahlen des Landesgesundheitsamtes vom Freitag (Stand: 16 Uhr) hervorgeht. Als genesen gelten 39.307 Menschen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus lag weiterhin bei 1867. Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert wurde mit 1,02 angegeben. Der Wert gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt.

16.41 Uhr: Lehrer im Südwesten müssen im Lehrerzimmer Maske tragen

Unmittelbar vor dem Schulstart hat das baden-württembergische Kultusministerium nun darauf hingewiesen, dass die Pädagogen auch im Lehrerzimmer eine Maske tragen müssen. Die Corona-Verordnung der Landesregierung schreibe vor, dass an den weiterführenden und beruflichen Schulen alle Personen – und damit auch Lehrkräfte - auf den sogenannten Begegnungsflächen eine Mund-Nasen-Bedeckung nutzen müssten, teilte ein Sprecher in Stuttgart mit.

Das Lehrerzimmer sei eine Begegnungsfläche, wie auch Flure, Treppenhäuser, Toiletten oder Pausenhöfe. Dabei wird unterstellt, dass dort ein Mindestabstand zwischen den Lehrkräften nicht dauerhaft verlässlich eingehalten werden kann. „Ausgenommen von der Maskenpflicht sind lediglich die Unterrichtsräume.“

16.10 Uhr: Gastwirt aus Rottweil will halbe Million Euro Corona-Hilfe ergaunern

In Baden-Württemberg haben Ermittler einen Restaurantbetreiber festgenommen, der in betrügerischer Absicht fast eine halbe Million Euro Corona-Soforthilfe beantragte. Der 32-Jährige aus Rottweil habe sich unter wechselnden Identitäten 488.000 Euro zu Unrecht erschleichen wollen, wie die Staatsanwaltschaft in Rottweil und das Landeskriminalamt in Stuttgart mitteilten. Er wurde festgenommen und sitzt in Untersuchungshaft.

Demnach beantragte der Geschäftsmann zwischen März und Juli in 18 Fällen Notfallhilfen, wobei er wechselnde Namen, Firmendaten und Konten nutzte. Aufmerksame Mitarbeiter der für die Bewilligung zuständigen Behörden schöpften aber Verdacht und schlugen Alarm. So wurden auch nur Teile der beantragten Hilfsgelder ausgezahlt. Die Ermittler sprachen von einer „hohen kriminellen Energie“, die der Mann zu Täuschungszwecken an den Tag legte.

15.15 Uhr: Positiver Coronafall im Kinderhaus in Friedrichshafen

Ein Kind im Kinderhaus Wiggenhausen in Friedrichshafen wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Nach Angaben der Stadtverwaltung lag das positive Testergebnis am Freitag vor. Alle Kinder aus der gleichen Gruppe sowie die Erzieherinnen treten nun eine zweiwöchige häusliche Quarantäne an. Entsprechend des aktuellen Hygienekonzepts befand sich das positiv getestete Kind in einer festen Gruppe mit 30 weiteren Kindern.

14.10 Uhr: Corona-Teststelle auf Autobahn 5 fürchtet Überlastung

Die Corona-Teststelle an der Autobahn 5 bei Neuenburg (Breisgau-Hochschwarzwald) fürchtet am Wochenende eine Überlastung wegen starken Andrangs von Reiserückkehrern. Das Rote Kreuz Baden als Betreiber rechnet nach Angaben von Freitag damit, dass viele Testwillige von der Polizei am Testzentrum vorbeigeleitet werden müssten. Nur so lasse sich ein Rückstau auf der A5 vermeiden. Grund für den Anstieg sei, dass das Robert-Koch-Institut am Mittwoch weite Teile Frankreichs zu Risikogebieten erklärt hatte. Reisende aus dem gesamten Bundesgebiet kehren über die A 5 aus Frankreich nach Deutschland zurück.

Menschen, die abgewiesen werden, können sich in anderen Testzentren oder in Schwerpunktpraxen testen lassen. Da der Abstrich für Reiserückkehrer aus Risikogebieten innerhalb von 72 Stunden nach der Einreise vorgenommen werden kann, müsse er nicht zwingend auf der Rückfahrt aus dem Urlaub erfolgen, betonte das DRK. Bereits am Donnerstag deutete sich demnach die Belastung an, als 2000 Menschen getestet und 500 unverrichteter Dinge weitergeleitet werden mussten. Die Wartezeit betrage derzeit eine Stunde, sagte eine Sprecherin. Die Helfer des Roten Kreuzes sowie die Soldaten der Deutsch-Französischen Brigade setzten alles daran, so viele Rückkehrer wie möglich zu testen. Dem seien durch Platzmangel und ausgereizte Laborkapazitäten Grenzen gesetzt.

Ganz anders stellt sich die Situation an der Teststation auf der Autobahn 8 bei Merklingen dar. „Hier ist alles ruhig, alles geordnet“, sagte David Richter, Geschäftsführer des DRK-Rettungsdienstes Heidenheim-Ulm.

13.21 Uhr: Verschärfte Corona-Maßnahmen in Frankreich geplant

Angesichts einer Rekordzahl von Corona-Neuansteckungen zeichnen sich in Frankreich verschärfte Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie ab. Das Kabinett beriet darüber am Freitag bei einer Krisensitzung unter Leitung von Präsident Emmanuel Macron. Als schärfstes Mittel gelten neue Ausgangsbeschränkungen, dagegen gibt es jedoch Widerstand. Statt neuer Ausgangsbeschränkungen waren unter anderem Sperrstunden und ein verringerter Zugang zu Alten- und Pflegeheimen im Gespräch.

In ersten Regionen wurden bereits verschärfte Maßnahmen beschlossen: Im nordfranzösischen Verwaltungsbezirk Pas-de-Calais müssen unter anderem Bars, Restaurants und Geschäfte mit Spät- oder Alkoholverkauf vorerst spätestens um 0.30 Uhr schließen, wie die Präfektur am Freitag mitteilte. Die Stadt Nizza untersagte Besuche in den städtischen Alten- und Pflegeheimen und schränkte Freizeitangebote ein.

12.25 Uhr: Österreich verschärft Maskenpflicht

Nach einem starken Anstieg der Corona-Ansteckungszahlen verschärft Österreich die landesweiten Maßnahmen wieder. Von Montag an muss ausnahmslos in allen Geschäften ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, wie die Regierung am Freitag in Wien mitteilte. Das gilt auch für Beschäftigte in Lokalen. Außerdem dürfen Speisen und Getränke in Innenbereichen nur noch an Sitzplätzen serviert werden.

Bei Veranstaltungen sind draußen nur noch 3000 Besucher statt derzeit bis zu 10.000 erlaubt. In Innenräumen sind nur noch 1500 statt 5000, ohne zugewiesene Plätze nur 50 Gäste zugelassen. Kinder müssen in der Schule außerhalb ihrer Klassenzimmer Maske tragen.

„Ich weiß, dass viele es noch nicht glauben, aber es wird wieder ernst. Die Zahlen sind in den letzten Wochen stetig angestiegen“, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz am Freitag. „Wir haben in anderen Ländern erlebt, wie schnell es gehen kann.“ Kurz kündigte an, die Maßnahmen bei Bedarf nachzuschärfen.

12.10 Uhr: Veranstalter klagen gegen Auflagen für Corona-Demo

Die Veranstalter einer für Samstag in München geplanten Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen gehen gerichtlich gegen die Auflagen der Stadt vor. Am Verwaltungsgericht München gingen zwei Eilanträge ein. Sie richten sich gegen das Verbot, mit einem Demonstrationszug durch die Stadt zu ziehen, und gegen eine Beschränkung auf 1000 Teilnehmer, sagte ein Gerichtssprecher am Freitag. Das Gericht wollte noch im Laufe des Tages über die Anträge entscheiden.

Die Vereinigung „Querdenken 089“ hatte für Samstag eine Demonstration mit 5000 Teilnehmern auf dem Münchner Odeonsplatz angemeldet unter dem Motto „Frieden, Freiheit und Gesundheit“. Die Stadt untersagte diese. Stattdessen darf die Demo unter strikten Auflagen auf der Theresienwiese stattfinden - allerdings aus Infektionsschutzgründen nur mit 1000 Teilnehmern. Ein geplanter Demonstrationszug durch die Stadt wurde ebenfalls untersagt. Gegen diese Auflage wenden sich die Veranstalter nun.

10.47 Uhr: Deutschland profitiert laut Prognose von neuem Schlüssel für Corona-Hilfe

Deutschland wird nach einer Prognose der EU-Kommission ein Gewinner des neuen Verteilungssystems für die Milliardenbeträge aus dem europäischen Corona-Konjunkturprogramm sein. Nach den der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Zahlen könnte die Bundesrepublik 7,27 Prozent der Zuschüsse aus der sogenannten Aufbau- und Resilienzfazilität bekommen. Dies entspricht rund 22,7 Milliarden der insgesamt 312,5 Milliarden Euro. Nach dem ursprünglich geplanten Verteilungsschlüssel hätte Deutschland nach Zahlen der Kommission nur 6,95 Prozent der Mittel erhalten, also rund eine Milliarde Euro weniger.

9.21 Uhr: Söder über Bayerns Teststrategie: „Das hat ja voll funktioniert“

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hält die umstrittene bayerische Corona-Teststrategie für einen großen Erfolg. „Das hat ja voll funktioniert“, sagte er dem Nachrichtenportal „The Pioneer“ über die Massentests für Reiserückkehrer an Flughäfen, Autobahnen und Bahnhöfen. 6000 positive Fälle seien identifiziert worden. „Die wären ohne die Maßnahmen unerkannt gewesen und hätten zu einer großen Verbreitung geführt.“ Es sei zwar immer mal wieder zu Verzögerungen bei der Mitteilung der Testergebnisse gekommen. „Aber insgesamt habe ich den Eindruck, dass gerade die bayerische Bevölkerung da schon sehr dankbar war, dass es diese Möglichkeiten gibt.“

8.48 Uhr: Zahl Corona-Infizierter in Frankreich erreicht Rekordwert

In Frankreich steigt die Anzahl der Corona-Infizierten weiter und hat einen Rekordwert erreicht. Binnen 24 Stunden wurden am Donnerstag 9843 neue Fälle von Covid-19 verzeichnet, wie das Gesundheitsministerium meldete. Dies sei die höchste Zahl in Frankreich seit Beginn der Pandemie. Frankreich ist mit seinen rund 67 Millionen Einwohnern eines der am stärksten von Corona betroffenen Länder in Europa. An diesem Freitag will die Regierung über weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie beraten. Der wissenschaftliche Beirat forderte die Regierung zum Handeln auf.

Viele Ärzte befürchten, dass die Intensivstationen im Herbst - wie bereits im März - überlastet sein könnten. Derzeit sind bereits große Versammlungen verboten. In einigen Städten sind Masken auf öffentlichen Plätzen und sogar auf den Straßen vorgeschrieben.

Das bisherige Maximum war Anfang September mit rund 9000 neu erfassten Fällen binnen eines Tages vermeldet worden - die Zahlen lagen seitdem regelmäßig auf ähnlich hohem Niveau. Im Frühjahr lag das Maximum bei rund 7500 erfassten Fällen. Allerdings ist wie in vielen Ländern auch die Anzahl der Tests immens gestiegen. Wie in anderen Staaten Europas stecken sich derzeit auch in Frankreich verstärkt junge Erwachsene mit Sars-CoV-2 an, nach Behördenangaben hauptsächlich bei Feiern und Urlaubsreisen. Als Risikogebiete gelten vor allem der Großraum Île-de-France mit der Hauptstadt Paris und die Region Côte d’Azur am Mittelmeer.

7.12 Uhr: Kassenärzte plädieren für Lockerung der Corona-Regeln

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) plädiert für eine weitere Lockerung der Corona-Regeln in Deutschland. „Man kann den Panikmodus ausschalten“, sagte der KBV-Vorsitzende Andreas Gassen dem Wirtschaftsmagazin „Business Insider“ in einem am Freitag veröffentlichten Interview.

Bei genauerem Blick auf das Infektionsgeschehen gebe es derzeit keine explosionsartigen Corona-Hotspots. Auch gebe es auf den Intensivstationen erhebliche freie Kapazitäten. Die Zahl der Intensivpatienten und Sterbefälle sei weiterhin auf niedrigem Niveau. „Die Zahlen geben Anlass, Corona-Maßnahmen zu überdenken, ohne leichtsinnig zu werden“, sagte Gassen. Konkret sprach er sich etwa für die Lockerung der Auflagen bei Veranstaltungen aus: „Mir leuchtet nicht ein, warum in einem Stadion für bis zu 60.000 Menschen nicht Veranstaltungen mit 5000 bis 8000 Menschen Platz finden können.“ Dies sei Ende August in der Berliner Waldbühne bereits erfolgreich praktiziert worden. Entscheidend sei dabei lediglich, Nadelöhre mit engen Kontakten zu vermeiden, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) gab am Freitag die Zahl der seit dem Vortag bundesweit verzeichneten Neuinfektionen mit dem Coronavirus mit 1484 an. Die Gesamtzahl der Ansteckungsfälle hierzulande stieg demnach 256.850. Die Zahl der von der Infektion genesenen Menschen lag laut RKI bei etwa 230.600.

Das waren die Entwicklungen am Donnerstag, 10. September:

22.50 Uhr: Steuerschätzer: Bayern nimmt im Corona-Jahr 2020 rund 4,2 Milliarden weniger ein

Wegen der Corona-Krise muss der Freistaat Bayern in diesem Jahr mit rund 4,2 Milliarden Euro weniger Steuereinnahmen rechnen als noch im vergangenen Herbst erwartet. „Auch die neuesten Schätzungen zeigen, dass wir in diesem und nächstem Jahr mit einem massiven Rückgang der Steuereinnahmen rechnen müssen“, sagte Bayerns Finanzminister Albert Füracker (CSU) am Donnerstagabend der Deutschen Presse-Agentur in München zur regionalisierten Steuerschätzung.

18.53 Uhr: Behörden riegeln wegen steigender Corona-Zahlen Teile von Palma de Mallorca ab

Die mallorquinischen Behörden riegeln wegen gestiegener Corona-Infektionszahlen Teile der Inselhauptstadt Palma de Mallorca ab. Der Lockdown trete am Freitag um 22.00 Uhr MESZ in Kraft und gelte mindestens zwei Wochen lang, teilte die Regionalregierung der spanischen Insel am Donnerstag mit. Von den Ausgangsbeschränkungen in dem beliebten Urlaubsort sind knapp 23.000 der insgesamt 416.000 Einwohner von Palma betroffen.

Die Regelung gilt für vier Stadtviertel außerhalb des historischen Zentrums. Die Menschen dürfen ihre Viertel nur noch verlassen, um zur Arbeit, zur Schule oder zum Arzt zu gehen. Innerhalb des abgeriegelten Bereichs dürfen sie sich frei bewegen, allerdings appellierten die Behörden an die Bewohner, ihre Häuser und Wohnungen nur aus zwingenden Gründen zu verlassen. Turnhallen und Parks müssen schließen. Bars, Restaurants und Cafés dürfen nur die Hälfte ihrer üblichen Plätze anbieten und müssen um 22 Uhr ebenfalls dichtmachen. Versammlungen werden auf fünf Teilnehmer beschränkt.

Anfang September war die Zahl der Infektionen in den vier dicht besiedelten Vierteln auf 496 pro 100.000 Einwohner gestiegen - fast das Dreifache der Zahl für die gesamte Insel Mallorca.

17.55 Uhr: 1892 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben innerhalb eines Tages 1892 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 255 366 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag auf seiner Homepage bekannt gab (Datenstand 10.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt bei 9341. Das sind drei mehr als noch am Vortag.

Erstmals seit Juni hat zuletzt die Zahl vom Robert Koch-Institut (RKI) wöchentlich erfasster Corona-Tests wieder abgenommen. In der Woche vom 31. August bis 6. September wurden demnach gut eine Million Tests gezählt - etwa 50 000 weniger als in der Vorwoche. Es ist das erste Mal seit der Woche vom 22. bis 28. Juni, dass die Testzahl wieder abnimmt. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Donnerstag bei 0,9 (Vortag: 0,88).

16.15 Uhr: Messe Friedrichshafen zeigt mit Interboot erste Schau seit Corona

Mit der „Interboot“ startet die Messe Friedrichshafen nach einer monatelangen coronabedingten Pause erstmals wieder eine Schau am Bodensee. „Wir freuen uns, wieder Messen durchführen zu dürfen und blicken optimistisch auf die erste Veranstaltung, die nach dem Lockdown im Frühjahr auf dem Messegelände stattfinden wird“, sagte Messe-Chef Klaus Wellmann.

Die Veranstaltung vom 19. bis zum 27. September wurde mit einer veränderten Planung und einem Schutz- und Hygienekonzept organisiert. 200 nationale und internationale Aussteller präsentieren nach Messeangaben bei der „Interboot“ Boote, Sportgeräte und Zubehör. Im vergangenen Jahr lockte die Schau mehr als 80.000 Menschen an den Bodensee.

15.38 Uhr: Steuereinnahmen nach Corona-bedingtem Einbruch wieder stabilisiert

Die Steuereinnahmen für Bund, Länder und Kommunen haben sich nach dem massiven Corona-bedingten Einbruch vom Frühjahr wieder stabilisiert. Für 2020 ergibt die am Donnerstag veröffentlichte Sonder-Steuerschätzung ein Minus von 100 Millionen Euro im Vergleich zur Prognose vom Mai. Allerdings wurden in der Zwischenzeit damals noch nicht berücksichtigte Steuerentlastungen im Volumen von mehr als 25 Milliarden Euro beschlossen. Ohne sie würde sich also ein entsprechend großes Steuerplus ergeben.

Für 2021 sagt die Sonder-Schätzung 19,6 Milliarden Euro niedrigere Steuereinnahmen vorher als im Mai prognostiziert. Davon gehen aber 16,3 Milliarden Euro wiederum auf die seither beschlossenen Steuerentlastungen zurück. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) gab sich vorsichtig optimistisch. "Im Augenblick spricht vieles dafür: Es geht wieder aufwärts", sagte er bei der Präsentation der Zahlen.

15.07 Uhr: Kultusministerin Susanne Eisenmann zeigt sich vor Schulstart im Südwesten zuversichtlich

Trotz der andauernden Corona-Pandemie und der Kritik von Verbänden und Gewerkschaften sieht Kultusministerin Susanne Eisenmann den Südwesten gut gerüstet für das neue Schuljahr. Man habe ab Montag zwar nicht die Normalität, die man sich wünsche, sagte Eisenmann am Donnerstag. Aber mit Blick auf die Umsetzung der Hygieneregeln zeigte sie sich zuversichtlich. Zudem versprach die CDU-Politikerin einen verlässlichen und strukturierten Fernunterricht. Man habe nun klare Grundlagen dafür geschaffen, sagte sie. Sechs Prozent der Lehrer fehlten pandemiebedingt im Präsenzunterricht, aber weniger als ein Prozent der Schüler.

Eisenmann sagte, das Land habe 16,6 Millionen Euro für weitere Vertretungslehrer investiert, um den coronabedingten Ausfall von Lehrern abfedern zu können. Die Mittel für 300.000 Laptops seien mittlerweile abgerufen worden, viele Geräte sollen bereits ab Montag Schülern zur Verfügung stehen. Man habe zudem 25 Millionen Masken an die Schulen ausgeliefert. Nach den Sommerferien gilt ab Klasse fünf und an den weiterführenden Schulen eine Maskenpflicht auf den sogenannten Begegnungsflächen wie den Schulfluren, der Aula und den Toiletten. Im Unterricht selbst werde es in den ersten Wochen keine Maskenpflicht geben, sagte Eisenmann. An Grundschulen sind Masken nicht vorgeschrieben.

Unterdessen leiden die Schulen im Land weiterhin unter einer knappen Personaldecke. Von mehr als 5900 zu besetzenden Lehrerstellen an den öffentlichen allgemeinbildenden und beruflichen Schulen konnten 645 nicht besetzt werden, davon fast die Hälfte an Grundschulen. Die Einstellungsverfahren liefen aber noch bis Ende September, sagte die Ministerin.

13.55 Uhr: Bislang 2100 Hinweise auf Missbrauch bei Kurzarbeitergeld

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat in der Corona-Krise bislang 2100 Hinweise auf Verdachtsfälle zu Missbrauch des Kurzarbeitergeldes erhalten. Damit ist die Zahl zuletzt stark gestiegen: Ende Juli war noch von 900 Hinweisen die Rede. „Das Thema steht stark in der Öffentlichkeit“, sagte eine Sprecherin der BA der „Wirtschaftswoche“. Deshalb würden sich mehr Menschen melden, die sich fragten, ob die Umsetzung der Kurzarbeit in ihren Unternehmen korrekt sei.

Seit Anfang September hat die Agentur außerdem ein Formular auf ihrer Homepage, über das Hinweise zu Verdachtsfällen gemeldet werden können. „Wir gehen jedem Hinweis nach“, sagte die Sprecherin. In 345 Fällen leitete die Agentur Hinweise an das jeweilige Hauptzollamt weiter, das bei Schwarzarbeit und Nichteinhaltung des Mindestlohns zuständig ist. 21 Fälle übergab die Agentur an Polizei und Staatsanwaltschaft, die Hinweise auf mögliche Straftaten prüfen. Seit Beginn der Coronakrise meldeten rund 900.000 Unternehmen Kurzarbeit an. „So gesehen ist die Quote von Hinweisen auf möglichen Missbrauch bisher eher gering“, sagte die Sprecherin der „Wirtschaftswoche“.

12.46 Uhr: Konstanzer Querdenker-Demo wird wohl nicht verboten – Masken aber Pflicht

Als bekannt wurde, dass Querdenker am 3. Oktober eine Demonstration in Konstanz planen, trat OB Uli Burchardt noch auf die Bremse. Jetzt wird klar: „Ein Verbot einer angemeldeten Versammlung steht derzeit nicht im Raum, aber es bedarf noch Abstimmungen untereinander“, sagt der Pressesprecher der größten Stadt am Bodensee, Walter Rügert, auf Nachfrage des SÜDKURIER. Welche das konkret sind, will er zwar nicht mitteilen, aber damit wird es immer wahrscheinlicher, dass am Tag der Deutschen Einheit tatsächlich Querdenker laut werden.

Mit einer Einschränkung werden die Pandemie-Kritiker sicherlich hadern. Denn „was jetzt schon klar ist: Bei allen Versammlungen wird die Maskenpflicht vorgeschrieben“, so Rügert. Drei Demonstrationen, die sich gegen die Corona-Maßnahmen richten und 11 Gegendemonstrationen wurden bei der Stadt bereits angemeldet.

11.38 Uhr: Philologenverband sieht die Schulen im Land nicht für einen Regelbetrieb in Pandemie-Zeiten gerüstet

Nur mit großem Glück werde man im kommenden Schuljahr ohne die Schließung ganzer Schulen auskommen, sagte der Landesvorsitzende Ralf Scholl am Donnerstag in Stuttgart. Dass an Schulen Teile geschlossen werden müssen, davon könne man fest ausgehen. Das sogenannte Kohortenprinzip funktioniere an Gymnasien nicht - in der Oberstufe seien Schüler in jedem Kurs mit anderen Schülern zusammen. Gebe es dort eine Infektion, werde die ganze Kursstufe dichtgemacht, sagte Scholl.

Das Kultusministerium arbeite nach wie vor nach dem Prinzip Hoffnung und schöpfe nicht alle Möglichkeiten aus, um den Regelbetrieb zu schützen. So hätte man nach den Ferien für die ersten beiden Wochen eine Maskenpflicht auch im Unterricht verordnen können.

8.42 Uhr: Gästeübernachtungen im Juli fast ein Viertel unter Vorjahreswert

Die Hotels und Pensionen in Deutschland haben im Urlaubsmonat Juli wegen der Corona-Krise fast ein Viertel weniger Übernachtungen verbucht als im Vorjahresmonat. Mit 45,4 Millionen Übernachtungen betrug das Minus 22,8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. </p<>

Vor allem die Gäste aus dem Ausland blieben wegen der coronabedingten Beschränkungen aus. Hier gingen die Übernachtungen um knapp 57 Prozent zurück, wie die Statistiker mitteilten. Bei den inländischen Gästen betrug das Minus knapp 15 Prozent. Von Januar bis Ende Juli zählten die Beherbergungsbetriebe 162,5 Millionen Übernachtungen, das ist ein Rückgang um mehr als 42 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Zu den von der Statistik ausgewerteten Betrieben gehören Hotels, Gasthöfe, Pensionen, Ferienunterkünfte und Campingplätze mit mindestens zehn Schlafgelegenheiten.

7.20 Uhr: Europa zuerst? Wie der erhoffte Corona-Impfstoff verteilt wird

Europa ist vorne mit dabei. Sobald ein Corona-Impfstoff auf dem Markt ist, dürften Deutsche und andere EU-Bürger zu den ersten gehören, die sich vor dem gefährlichen und wirtschaftlich verheerenden Virus schützen lassen können. Wer aber bekommt die knappen Arzneien, sobald es sie gibt?

„Im Idealfall“ wäre das so, dass auch Menschen in Afrika und Asien ebenso schnell versorgt werden wie Europäer, sagen EU-Beamte. „Ob wir uns dazu verpflichten können, ist eine andere Frage.“ John Nkengasong, Leiter der panafrikanischen Gesundheitsorganisation Africa CDC, warnt klar, dass Afrika ins Hintertreffen geraten könnte: „Ich bin besorgt und beunruhigt.“

Tatsächlich bemüht sich die EU um den besten Startplatz im Rennen um den Impfstoff. Die EU-Kommission verhandelt seit Monaten mit Pharmafirmen über exklusive Bezugsrechte für die aussichtsreichsten Impfstoff-Kandidaten.

Noch ist keiner der Impfstoffe abschließend getestet oder in Europa zugelassen. Sobald es aber soweit ist, sollen die 27 EU-Staaten sofort Zugriff bekommen, das ist die Strategie. Das sei angesichts der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie wichtig, sagen EU-Beamte. In der EU sollen die Bezugsrechte für die ersten Impfstofflieferungen nach Bevölkerungszahl verteilt werden: Alle beteiligten EU-Staaten sollen bestimmte Mengen kaufen können. Deutschland stellt 18,6 Prozent der EU-Bevölkerung, wäre also mit einem knappen Fünftel dabei. Die Regierungen müssten dann eine Art Rangfolge aufstellen und zum Beispiel zunächst Risikogruppen wie Beschäftigte im Gesundheitswesen oder Ältere impfen.

Das waren die Entwicklungen am Mittwoch, 9. September:

22 Uhr: Reisewarnungen für weitere Gebiete in Europa: Genf und Prag betroffen

Das Auswärtige Amt hat Reisewarnungen für weitere Regionen in Europa ausgesprochen. Betroffen sind den Mitteilungen vom Mittwochabend zufolge etwa Genf, Prag, Dubrovnik oder die Insel Korsika.

So wurden bereits bestehende Reisewarnungen für Teile von Frankreich ausgeweitet. Demnach wird nun wegen der hohen Infektionszahlen auch vor Reisen nach Korsika sowie in die Regionen Île-de-France, Provence-Alpes-Côte-d’Azur, Auvergne-Rhônes-Alpes, Occitanie und Nouvelle-Aquitaine gewarnt. Zuvor galten wegen der gestiegenen Zahl der Corona-Neuinfektionen bereits Reisewarnungen für die Île-de-France mit der Hauptstadt Paris sowie die Region Provence-Alpes-Côte d'Azur an der Mittelmeerküste.

Ebenso warnt das Auswärtige Amt nun vor Reisen in die Schweizer Kantone Genf und Waadt. Auch die tschechische Hauptstadt Prag steht jetzt mit auf der Liste. Zudem kamen weitere Gebiete in Kroatien hinzu: Dubrovnik-Neretva und Požega-Slawonien. Zuvor waren bereits die Regionen Zadar, Šibenik-Knin sowie Split-Dalmatien betroffen.

Eine Reisewarnung ist zwar kein Reiseverbot, aber eine abschreckende Wirkung ist beabsichtigt. Die Warnung ermöglicht es Reisenden, Buchungen kostenlos zu stornieren.

20.30 Uhr: 278 neue Corona-Infektionen im Südwesten

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Baden-Württemberg ist auf mindestens 44 388 gestiegen. Das sind 278 Menschen mehr als am Vortag, wie aus Zahlen des Landesgesundheitsamtes vom Mittwoch (Stand: 16.00 Uhr) hervorgeht. Als genesen gelten 38 828 Menschen; das entspricht einem Plus von 278.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus lag bei 1867 nach 1866 am Vortag. Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert wurde mit 0,99 angegeben. Der Wert gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt.

19.32 Uhr: Land Baden-Württemberg gibt zusätzliche Millionen für Teststationen

Das Land stellt nach einem Bericht von „Heilbronner Stimme“ und „Mannheimer Morgen“ 2,7 Millionen Euro zusätzlich für Corona-Teststationen bereit. Finanzministerin Edith Sitzmann (Grüne) habe den Vorsitzenden des Finanzausschusses, Rainer Stickelberger (SPD), um Zustimmung gebeten und diese auch erhalten. Dieses Votum musste wegen zuvor bereitgestellter Mittel in erheblicher Größenordnung eingeholt werden, wie die Blätter berichteten.

Das Geld fließt in die Corona-Teststationen am Stuttgarter Hauptbahnhof sowie an den Autobahnparkplätzen Neuenburg-Ost (A5) sowie Kemmental-Ost (A8). Diese sollen bislang Reiserückkehrer aus Risikogebieten innerhalb von 72 Stunden nach ihrer Rückkehr testen. Künftig soll dieser Personenkreis 14 Tage nach der Rückkehr in Isolation. Diese kann durch einen negativen Test frühestens fünf Tage nach der Rückkehr beendet werden.

18.54 Uhr: Durchsetzung von Maskenpflicht ist laut Verkehrsministern Aufgabe des Staates

Die Verkehrsminister der Länder haben mehrheitlich beschlossen, den Verkehrsunternehmen nicht die Durchsetzung von Bußgeldern bei Verstößen gegen die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen aufzubürden. Dies sei eine staatliche Aufgabe, sagte die Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz, die saarländische Ressortchefin Anke Rehlinger (SPD), am Mittwochabend der Deutschen Presse-Agentur. „Das sollten wir nicht den Beschäftigten in Bussen und Bahnen zusätzlich zumuten.“ In einem Beschluss stellt die Verkehrsministerkonferenz fest, dass die Durchsetzung der Maskenpflicht grundsätzlich Aufgabe des Staates ist, nicht alleine der Unternehmen.

Vorausgegangen war ein Prüfauftrag der Ministerpräsidenten. Diese hatten bei ihren Beratungen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) Ende August ein weitgehend einheitliches Bußgeld von mindestens 50 Euro für Maskenverweigerer vereinbart und darüber hinaus festgehalten: „Die Verkehrsminister von Bund und Ländern werden gebeten zu prüfen, wie für alle Verkehrsträger im Regional- und Fernverkehr die Voraussetzungen dafür geschaffen werden können, dass ein - wie ein Bußgeld wirkendes - erhöhtes Beförderungsentgelt eingeführt werden kann.“

18.03 Uhr: SPD sieht Schulen im Südwesten für das neue Schuljahr schlecht gerüstet

Die Schulen im Land sind aus Sicht der SPD im Landtag schlecht vorbereitet für das am Montag startende neue Schuljahr. Der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Stefan Fulst-Blei, kritisierte Mängel bei der Digitalisierung. Mittel für neue Geräte würden nicht abfließen, zudem gebe es zu wenig Fortbildungen in dem Bereich für die Lehrer.

Das zweiwöchige Nachhilfeprogramm in den Ferien reiche bei weitem nicht aus, um die Wissenslücken aus der Corona-Pandemie zu schließen. Viele Schüler bräuchten auch im neuen Schuljahr laufend während des Unterrichts Unterstützung. Fulst-Blei plädierte dafür, den Schulen ein dezentrales Budget zur Verfügung zu stellen, um Nachhilfeleistungen selbst einkaufen zu können. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) will am Donnerstag den aktuellen Stand der Planungen für das neue Schuljahr der Öffentlichkeit in Stuttgart vorstellen.

17 Uhr: Mainzer Fastnacht voraussichtlich ohne Umzüge und Sitzungen

Nach einer Online-Befragung zur Beteiligung am Karneval in Corona-Zeiten hat sich die Mainzer Fastnachtsgenossenschaft für einen Verzicht auf Straßenumzüge und Sitzungen ausgesprochen. Es könne niemandem empfohlen werden, „Zeit, Geld und Herzblut dafür zu investieren“, sagte der Vorstandssprecher der Dachorganisation von 26 Vereinen und Garden, Markus Perabo, in Mainz. In der anonymen und nicht repräsentativen Befragung mit einer Beteiligung von rund 10 000 Mainzern gaben nur 33,2 Prozent an, bei einem Fastnachtsumzug dabei sein zu wollen. 18,6 Prozent erklärten, sie wollten auch in Corona-Zeiten eine Fastnachtssitzung besuchen.

15.51 Uhr: Britisches Pharmaunternehmen stoppt Test von Corona-Impfstoff - Teilnehmer erkrankt

Der Pharmakonzern AstraZeneca hat die klinische Studie für seinen Corona-Impfstoff vorsorglich gestoppt, nachdem bei einem der Teilnehmer gesundheitliche Probleme aufgetreten sind. Das sei eine Routinemaßnahme für solche Fälle, teilte das britische Unternehmen in der Nacht zum Mittwoch mit. „In großen Versuchsreihen treten Erkrankungen zufällig auf, müssen aber von unabhängiger Seite untersucht werden, um das gründlich zu überprüfen.“

AstraZeneca werde die Untersuchung beschleunigen, damit sich das Zulassungsverfahren für den Impfstoff so wenig wie möglich verzögere, hieß es weiter. Bei der Überprüfung geht es letztlich darum festzustellen, ob die gesundheitlichen Probleme vom Impfstoff ausgelöst wurden. Während des Stopps sollen keine weiteren Studienteilnehmer geimpft und bisher geimpfte Personen weiterhin beobachtet werden. Bei den nicht näher genannten gesundheitlichen Problemen handele es sich um einen Einzelfall, betonte das Unternehmen.

14.19 Uhr: Vereinfachter Zugang zur Grundsicherung wird bis Jahresende verlängert

Der im Zuge der Corona-Krise geltende erleichterte Zugang zur Grundsicherung wird bis zum Jahresende verlängert. Einen entsprechenden Beschluss fasste das Bundeskabinett "angesichts der anhaltenden wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie", wie das Bundesarbeitsministerium am Mittwoch mitteilte. Die bis 31. Dezember verlängerten Maßnahmen umfassen die befristete Einschränkung der Vermögensprüfung, die befristete Anerkennung der tatsächlichen Kosten für Unterkunft und Heizung sowie Vereinfachungen bei der Bewilligung vorläufiger Leistungen.

Mit der Verordnung werde bis zum Ende des Jahres zudem sichergestellt, dass Schülerinnen und Schüler sowie Kinder in Tagespflegeeinrichtungen auch bei Pandemie-bedingten Schließungen weiterhin ein Mittagessen im Rahmen des Bildungspakets erhalten können. In diesem Fall kann das Mittagessen zur Abholung oder Lieferung bereitgestellt werden. Ebenso bis 31. Dezember verlängert wurde die Regelung, dass für Menschen mit Behinderung weiterhin der Mehrbedarf zur Finanzierung der Mittagsverpflegung zur Verfügung steht. Das sei wichtig, weil das Mittagessen oft wegen der Pandemie nicht in Werkstätten für behinderte Menschen und vergleichbaren tagesstrukturierenden Maßnahmen eingenommen werden könne.

Das Bundeskabinett beschloss zudem die Verlängerung eines Gesetzes bis zum Jahresende, das die Arbeit der sozialen Dienstleister in der Corona-Krise absichert. Es bezieht sich auf soziale Einrichtungen etwa im Bereich der Rehabilitations- und Behindertenhilfe sowie der Arbeitsmarktpolitik und auf die Frühförderstellen.

13.20 Uhr: Pauschale Reisewarnung für gut 160 Länder nur noch bis Ende September

Die pauschale Reisewarnung für fast alle gut 160 Länder außerhalb der EU und des grenzkontrollfreien Schengen-Raums wird am 30. September enden. Vom 1. Oktober an soll es nach einem Beschluss des Bundeskabinetts dann auf die Lage in den einzelnen Staaten zugeschnittene Bewertungen geben, wie die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus Regierungskreisen erfuhr.

An der Möglichkeit zu reisen werde sich damit praktisch wohl wenig ändern, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes. Allerdings werde zu einem differenzierten System übergegangen. Es werde wohl so sein, dass für Länder, die als Risikogebiete gelten, weiter eine Reisewarnung gelten könne.

12.46 Uhr: Corona-Impfstoff: EU will von Biontech bis zu 300 Millionen Dosen

Im Rennen um einen rettenden Impfstoff gegen das Coronavirus hat die EU-Kommission mit der Mainzer Firma Biontech die mögliche Lieferung von bis zu 300 Millionen Einheiten vereinbart. Dies teilte die Kommission in Brüssel mit. Geplant sei zunächst die Lieferung von 200 Millionen Dosen, mit der Option auf 100 Millionen weitere.

Der Impfstoff ist allerdings noch nicht zugelassen. Derzeit laufen noch klinische Tests. Die EU-Kommission verfolgt die Strategie, mit möglichst vielen Pharmafirmen Vorverträge abzuschließen, um bei einem erfolgreichen Impfstoff rasch Zugriff zu haben. Die Brüsseler Behörde hat schon mit sechs Herstellern entsprechende Gespräche geführt.

12.20 Uhr: Freiburg will erstes Heimspiel wohl mit 500 Zuschauern austragen

Fußball-Bundesligist SC Freiburg erwägt, zu seinem ersten Heimspiel in der kommenden Saison gegen den VfL Wolfsburg (27. September) bis zu 500 Zuschauer zuzulassen. „Die Tendenz geht dahin, dass wir es tun wollen, auch wenn es ein sehr kleiner erster Schritt ist, aber es ist einer“, wird Finanzvorstand Oliver Leki vom „Kicker“ zitiert.

Die Corona-Verordnung in Baden-Württemberg erlaubt aktuell nur 500 Personen bei Großveranstaltungen. In anderen Bundesländern dürfen schon wieder mehrere tausend Besucher in die Stadien. „Es tut mir leid für unsere Fans, die nicht ins Stadion können, aber insgesamt ist es für den Fußball gut, dass es an einigen Standorten schon wieder in etwas größerer Anzahl losgeht, auch um zu demonstrieren, dass wir in der Lage sind, das zu organisieren“, sagte Leki.

11.37 Uhr: DFB bedauert Corona-Nachteile für Amateure im Pokal

Der Deutsche Fußball-Bund bedauert die Nachteile für die Amateurvereine in der ersten Pokalrunde und hofft trotz der anhaltenden Corona-Krise auf eine baldige Rückkehr zur Normalität. „Der DFB-Pokal lebt von den Geschichten und Emotionen, die gerade bei den Begegnungen in der ersten Runde zwischen Amateuren und Profis seit vielen Jahrzehnten die Fans in ganz Deutschland begeistern.

Aber auch in diesem Wettbewerb sind die Auswirkungen der Pandemie zu spüren“, sagte DFB-Vizepräsident Peter Frymuth. „Natürlich fehlt in dieser Saison durch den teilweisen Verzicht auf Zuschauer und Tausch der Heimspielstätte ein Teil dieses besonderen Reizes.“

Wegen der Corona-Auswirkungen verzichten gleich elf unterklassige Teams aus der Regionalliga oder Oberliga auf ihr Heimrecht in den Erstrundenspielen gegen Proficlubs.

11.04 Uhr: Österreich will Ski-Gebiete im Winter offenhalten

Trotz der Corona-Krise will Österreich die Skigebiete im kommenden Winter offenhalten. „Wir müssen in allen Bereichen unseres Lebens versuchen, ein so normales Leben wie möglich zu führen“, betonte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) bei einem Besuch in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana. „Wintertourismus und Skifahren wird möglich sein.“

Mit Blick auf die Skisaison verwies Kurz darauf, dass der Tourismus ein großer Wirtschaftsfaktor in Österreich sei. Es gehe um sehr viele Arbeitsplätze. Ein Konzept werde derzeit ausgearbeitet, sagte Kurz. Details nannte er nicht. Zugleich betonte er, dass es Après-Ski in der gewohnten Form nicht geben werde.

10.50 Uhr: „Insolvenzwelle droht“: Basler Wirte und Hoteliers schlagen Alarm und bitten um Hilfe aus der Politik

Kaum einen Wirtschaftssektor hat die Corona-Krise härter und nachhaltiger getroffen wie das Hotel- und Gaststättengewerbe – auf deutscher Seite ebenso wie in der Schweiz. Infolge immer wieder vorgenommener Verschärfungen bei den Corona-Richtlinien schlagen Hoteliers und Gastronomen in Basel nun Alarm: Soll die Branche nicht nachhaltig geschädigt werden, braucht es Unterstützung aus der Politik. Mit diesem Ansinnen stoßen die Initiatoren auf offene Ohren.

Viel Betrieb herrscht hier in Basel auf der Freien Straße. Allerdings leiden Gastronomen und Hoteliers massiv unter Corona und seinen Folgen.
Viel Betrieb herrscht hier in Basel auf der Freien Straße. Allerdings leiden Gastronomen und Hoteliers massiv unter Corona und seinen Folgen. | Bild: Georgios Kefalas

10 Uhr: Rekordanstieg bei Neuinfektionen in Tschechien

In Tschechien breitet sich das Coronavirus weiter rasant aus. Bei der Zahl der täglichen Neuinfektionen wurde ein Rekordwert erreicht: Am Dienstag kamen 1164 Fälle hinzu, wie das Gesundheitsministerium in Prag bekanntgab. Der bisherige Höchstwert innerhalb von 24 Stunden hatte bei knapp 800 gelegen. Die Gesamtzahl der aktiven Fälle stieg damit auf rund 9300.

Es wurden bisher insgesamt 441 Todesfälle mit einer Covid-19-Erkrankung in Verbindung gebracht. Tschechien hat nur knapp 10,7 Millionen Einwohner. Jetzt hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den jüngsten Anstieg als „besorgniserregend“ bezeichnet.

8.25 Uhr: Corona-Krise kostet Autobranche weltweit Milliarden

Die Corona-Krise hat die Autobranche weltweit Milliarden gekostet und tief in die roten Zahlen gedrückt. Einer Analyse des Beratungsunternehmens EY zufolge summierten sich die operativen Verluste der 17 größten Autokonzerne im zweiten Quartal auf fast elf Milliarden Euro - nach knapp 22 Milliarden Euro Gewinn im zweiten Quartal des Vorjahres. Nur sechs Hersteller mussten keine roten Zahlen verbuchen, einzig Tesla schnitt im Zeitraum April bis Juni sogar besser ab als im Vorjahr und sprang laut EY auch gleich an die Spitze der Rangliste der profitabelsten Autokonzerne.

Vor sinkenden Umsätzen konnte sich der Analyse zufolge keiner der Hersteller im zweiten Quartal retten. Zusammen büßten sie fast 177 Milliarden Euro ein, das ist ein Rückgang um 41 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Auch hier ist die Bandbreite allerdings groß und reicht von 5 Prozent Umsatzminus bei Tesla bis zu minus 57 Prozent bei Mitsubishi. Die drei deutschen Hersteller Volkswagen (-37 Prozent), Daimler (-29) und BMW (-22) lagen im Mittelfeld.

7.56 Uhr: Warum in Friedrichshafen trotz Corona ein Festival stattfinden kann

Es wird kleiner, es wird nicht getanzt werden und doch soll beim FAB-Festival in Friedrichshafen Leichtigkeit aufkommen. Die Veranstalter haben ein Programm auf die Beine gestellt, das alle Corona-Vorgaben erfüllt. Die Einzelheiten dazu gibt es hier.

Das waren die Entwicklungen am Dienstag, 8. September:

21.12 Uhr: Unternehmen aus Neuss darf Corona-Impfstoff an Menschen testen

Im Kampf gegen das Coronavirus darf der Arzneimittelentwickler Janssen aus Neuss bei Düsseldorf einen möglichen Impfstoff in Deutschland am Menschen testen. Die klinische Prüfung sei genehmigt worden, teilte das Paul-Ehrlich-Institut am Dienstag mit. Bei der Phase-II-Studie solle an einer größeren Zahl von Probanden untersucht werden, ob der Impfstoff wirksam, sicher und verträglich ist.

Bei dem Impfstoffkandidaten von Janssen handele es sich um einen Vektor-Impfstoff, bei dem ein abgeschwächtes Virus genutzt werde, damit der Körper eine Immunantwort auf das Virus Sars-CoV-2 produziere, teilte das Paul-Ehrlich-Institut mit. Weltweit laufen inzwischen Dutzende klinische Studien zu Corona-Impfstoff-Kandidaten.

19.51 Uhr: Corona-Anlaufstelle in Sigmaringen nimmt Betrieb auf

Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) eröffnet am Freitag, 11. September eine zentrale Corona-Anlaufstelle in Sigmaringen. Mit der neuen Anlaufstelle schaffe die KVBW genug Kapazitäten, um dem voraussichtlich weiterhin stark steigenden Bedarf an Coronatests in den nächsten Wochen gerecht zu werden, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Corona-Anlaufstelle befindet sich im Ärztezentrum in der Binger Straße 28 in Sigmaringen. Sie ist am Montag, Mittwoch und Freitag jeweils von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

In den ersten zwei Stunden von 14 bis 16¦Uhr arbeitet die Anlaufstelle als Fieberambulanz, in der sich Patientinnen und Patienten mit Corona-typischen Symptomen wie Fieber, Husten oder Geruchs- und Geschmacksverlust testen und versorgen lassen können. Von 16 bis 18¦Uhr steht die Anlaufstelle für Personen ohne Beschwerden zur Verfügung.

18.15 Uhr: 257 neue Corona-Infektionen im Südwesten

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Baden-Württemberg ist auf mindestens 44.110 gestiegen. Das sind 257 Menschen mehr als am Vortag, wie aus Zahlen des Landesgesundheitsamtes vom Dienstag (Stand: 16 Uhr) hervorgeht. Als genesen gelten 38.550 Menschen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus lag wie am Vortag bei 1866. Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert wurde mit 0,99 angegeben. Der Wert gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt.

17.20 Uhr: Land finanziert zusätzliche Schulbusse wegen Corona

Damit die Kinder nicht so eng beieinander sitzen, will das Land zum Schutz vor Corona-Infektionen zusätzliche Schulbusse zum Start ins neue Schuljahr finanzieren. In einem aktuellen Dokument verspricht das Verkehrsministerium, 80 Prozent der Kosten zusätzlicher Busfahrten zu tragen. „Wir arbeiten daran, zusammen mit den Landkreisen als den Verantwortlichen für den Schulbusverkehr eine gute Lösung zu finden“, sagte Minister Winfried Hermann (Grüne). Dafür sollen bis Jahresende bis zu zehn Millionen Euro zur Verfügung stehen. Wie viele Schüler in einem Bus sitzen sollen und ab welcher Besetzungsquote ein weiterer Bus bestellt werden soll, ist noch unklar.

16.42 Uhr: Royale Wachen bei Corona-Party erwischt

Mehrere britische Wachen des königlichen Schlosses Windsor sind bei einer Party erwischt worden, die gegen Corona-Auflagen verstoßen haben soll. „Nachdem mehrere Wachmänner aus Wales Abstandsregeln gebrochen haben, ist eine Ermittlung eingeleitet worden, und der Fall wird intern verfolgt“, sagte ein Sprecher der britischen Armee, der die Wachmänner angehören. Mehr als zehn Wachen müssen zur Strafe nun mindestens zwei Wochen in einer internen Einrichtung des Militärs verbringen. Alle gehören dem ersten Bataillon an, das die Queen bei offiziellen Anlässen begleitet.

16.18 Uhr: 42 Corona-Fälle unter UN-Mitarbeitern und Angehörigen in Syrien registriert

Ein Corona-Ausbruch unter Mitarbeitern der Vereinten Nationen in Syrien hat die Sorge um eine unkontrollierte Virusausbreitung in dem Bürgerkriegsland geweckt. Es gebe 42 Infektionsfälle unter UN-Mitarbeitern und deren Verwandten, sagte ein Sprecher des UN-Büros für humanitäre Hilfe (Ocha).

Jedoch zeigten etwa 200 Menschen - darunter UN-Mitarbeiter und Angehörige - Symptome der Viruserkrankung, weshalb die Organisation von weitaus mehr Fällen als den offiziell registrierten ausgeht. In Syrien waren nach Angaben des Sprechers zuletzt deutlich mehr Corona-Infektionen verzeichnet worden. Laut dem Gesundheitsministerium gab es bislang 3229 Corona-Fälle, 137 Menschen starben in den von der Regierung kontrollierten Gebieten.

15.42 Uhr: Geschäft von Hotels und Gaststätten im Südwesten bricht ein

Das Geschäft des Gastgewerbes in Baden-Württemberg ist zwischen März und August einer Umfrage zufolge um mehr als die Hälfte eingebrochen. Im Schnitt seien die Umsätze von Hotels und Gaststätten im Südwesten in diesem Zeitraum um rund 53 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen, teilte der Branchenverband Dehoga Baden-Württemberg am Dienstag auf Anfrage mit. Rund 55 Prozent der Betriebe sehen demnach ihre Existenz durch die Corona-Krise aktuell gefährdet.

Grundlage für die Berechnung sei eine Umfrage unter den Mitgliedern, hieß es. Rund 1000 der 12.000 Dehoga-Mitglieder im Südwesten hätten sich daran zwischen dem 1. und 6. September beteiligt. Die Hotels und Gaststätten erwarten der Umfrage zufolge für das Gesamtjahr einen Umsatzrückgang von 46 Prozent. Bundesweit fuhr das Gastgewerbe nach neuen Zahlen des Dehoga-Bundesverbands allein zwischen März und Juni einen Umsatzverlust in Höhe von 17,6 Milliarden Euro ein. Fast 11 Milliarden Euro davon entfielen allein auf die Monate April und Mai.

14.54 Uhr: Gegner von Corona-Maßnahmen melden Großdemo mit 50.000 Teilnehmern in Düsseldorf an

Gegner der Corona-Maßnahmen haben für den 20. September eine Demonstration in Düsseldorf mit fast 50.000 Teilnehmern angemeldet. Ein Polizeisprecher bestätigte am Dienstag die Anmeldung. Man wolle nun Gespräche mit den Veranstaltern führen. Dass es sich beim Anmelder um die Gruppe „Querdenken 711“ handelt, die auch zur Demo in Berlin am vorvergangenen Wochenende aufgerufen hatte, bestätigte die Polizei zunächst nicht. Die bisherigen Proteste gegen die Corona-Maßnahmen in der Landeshauptstadt waren überschaubar geblieben - die Teilnehmerzahl war vergleichsweise gering.

13.10 Uhr: Bayern lockert seine Corona-Regeln und schließt Teststationen an Autobahnen und Bahnhöfen

Nach dem Ende der Hauptreisezeit im Sommer stellt Bayern die Corona-Teststationen an den Autobahnen in Grenznähe sowie an den Hauptbahnhöfen München und Nürnberg bis zum 30. September ein. Die freiwerdenden Testkapazitäten sollen nach einem Kabinettsbeschluss vom Dienstag stattdessen „bedarfsorientiert“ etwa für die Testzentren in den Landkreisen und kreisfreien Städten zur Verfügung stehen. Lediglich die Teststationen an den Flughäfen München, Nürnberg und Memmingen bleiben.

Außerdem dürfen nach monatelanger Corona-Zwangspause ab übernächstem Wochenende (19. September) auch Bars und Kneipen in Bayern wieder öffnen - unter Auflagen. Für Schankwirtschaften sollen nach dem Kabinettsbeschluss vom Dienstag dann die gleichen Regeln gelten wie für Speisewirtschaften, zudem muss in geschlossenen Räumen die Bedienung am Tisch erfolgen.

Auch Ligaspiele im Amateur-Fußball und andere Breitensportwettkämpfe dürfen ab dem 19 September im Freistaat wieder ausgetragen werden. Das Kabinett erlaubte den Vereinen dabei zudem, ähnlich wie bei Kulturveranstaltungen, eine begrenzte Anzahl von Fans zuzulassen. Ausgenommen davon bleiben aber vorläufig Profiligen, der DFB-Pokal und die Champions League. Bei größeren Versammlungen unter freiem Himmel gilt in Bayern ab diesem Mittwoch (9. September) regelmäßig eine Maskenpflicht. Die Pflicht greift „jedenfalls ab einer Teilnehmerzahl von 200 Personen“.

12.05 Uhr: RKI-Studie zu Coronavirus-Verbreitung im bayerischen Straubing gestartet

Im bayerischen Straubing ist am Dienstag eine weitere Studie des bundeseigenen Robert-Koch-Instituts (RKI) zur Verbreitung des Coronavirus in der Bevölkerung angelaufen. Rund 2000 Menschen sollen in den kommenden Wochen auf mögliche Antikörper getestet werden, wie Vertreter von Stadtverwaltung und RKI vor Journalisten berichteten. Die Untersuchung in Straubing ist Teil eines größeren Projekts zur Untersuchung örtlicher Infektionsdynamiken.

Insgesamt wird das Geschehen in vier unterschiedlichen Gemeinden untersucht, in denen es früher relativ starke Corona-Ausbrüche gab. Im bayerischen Bad Feilnbach und im baden-württembergischen Kupferzell sind die Studien bereits abgeschlossen, die Auswertung läuft. Ersten Erkenntnisse des RKI zufolge hatten in Kupferzell 7,7 Prozent der Bewohner positive Antikörpernachweise, also eine Infektion durchgemacht. In Bad Feilnbach waren es 6,6 Prozent.

11.12 Uhr: Österreich will Ski-Gebiete im Winter offenhalten

Trotz der Corona-Krise will Österreich die Skigebiete im kommenden Winter offenhalten. „Wir müssen in allen Bereichen unseres Lebens versuchen, ein so normales Leben wie möglich zu führen“, betonte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Dienstag bei einem Besuch in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana. „Wintertourismus und Skifahren wird möglich sein.“

Mit Blick auf die Skisaison verwies Kurz darauf, dass der Tourismus ein großer Wirtschaftsfaktor in Österreich sei. Es gehe um sehr viele Arbeitsplätze. Ein Konzept werde derzeit ausgearbeitet, sagte Kurz. Details nannte er nicht. Zugleich betonte er, dass es Après-Ski in der gewohnten Form nicht geben werde. Bei Partys im Skiort Ischgl hatten sich viele Touristen gerade auch aus Deutschland mit dem Virus angesteckt.

10.49 Uhr: Jeder Fünfte war trotz Corona-Beschränkungen schon feiern

Etwa jeder fünfte Mensch in Deutschland war trotz Corona-Pandemie einer Umfrage zufolge schon feiern. Wie das Magazin „Playboy“ am Dienstag vorab unter Berufung auf eine repräsentative Befragung im eigenen Auftrag mitteilte, belief sich der Anteil auf 21 Prozent. Zwei Drittel oder 64 Prozent davon feierten demnach während der Zeit der Corona-Beschränkungen bei sich zu Hause oder bei Freunden.

Mit 21 Prozent gab auch etwa ein Fünftel an, „heimlich organisierte Partys“ in Städten oder in der Natur besucht zu haben. Insgesamt waren die Ergebnisse laut „Playboy“ aber nicht mit einer Ablehnung der Schließungen von Klubs und Diskotheken zu verwechseln. Rund 87 Prozent befürworteten demnach den Lockdown der Partyszene. Knapp 90 Prozent unterstützten auch das Verbot von Großveranstaltungen.

9.42 Uhr: Corona-Einschränkungen sorgen für kräftigen Anstieg der Arbeitskosten

Arbeit in Deutschland hat sich im zweiten Quartal aufgrund der Corona-Einschränkungen - statistisch gesehen - deutlich verteuert. Die Kosten je geleisteter Arbeitsstunde stiegen nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes um 5,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum - und damit so stark wie noch nie zum Vorjahr seit dem Beginn der Erhebung dieser Daten im Jahr 1996.

Den kräftigen Anstieg erklärten die Wiesbadener Statistiker am Dienstag mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie: Weil Firmen ihren Betrieb herunterfuhren und Arbeitnehmer in Zwangsurlaub schickten oder Eltern wegen geschlossener Kitas und Schulen Kinder zeitweise zu Hause betreuen mussten, ging die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden in den Keller. Das verzerrt in gewisser Weise die Statistik. Dieser Effekt war bereits im ersten Quartal 2020 zu beobachten. Zum Vorquartal erhöhten sich die Arbeitskosten im Zeitraum April bis einschließlich Juni um 1,9 Prozent.

7.25 Uhr: AOK will Preis für Corona-Tests drücken

Die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) wollen die Kosten für Corona-Tests drücken. Der Chef des AOK-Bundesverbands, Martin Litsch, appellierte deshalb jetzt in den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (Dienstagsausgaben) an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), den Krankenkassen die gesetzliche Möglichkeit für Preisverhandlungen einzuräumen. Es sei "unangemessen", dass die Kassen für jeden Test auf das neuartige Coronavirus knapp 40 Euro bezahlen müssten.

"Die Labore machen damit inzwischen dicke Gewinne", sagte Litsch. Laborbetreiber hätten ihm bestätigt, dass sie mit der Hälfte des Preises "gut leben könnten". Ein Preis von 20 Euro wäre also "durchaus angemessen".

Derzeit gebe es aber für die Kassen rechtlich keine Möglichkeit, einen niedrigeren Preis durchzusetzen, beklagte der AOK-Verbandschef. "Uns sind hier die Hände gebunden". Er appelliere deshalb an Spahn, "den Weg dafür zu ebnen, dass die Kassen mit Laboren die Preise für Corona-Tests selbst verhandeln können". Dann könnten die Kassen für ihre Versicherten und die Arbeitgeber "viel Geld sparen".

Das waren die Entwicklungen am Montag, 7. September:

21.30 Uhr: Auch Frankreichs Nationalspieler Mbappé positiv auf Corona getestet

Frankreichs Fußball-Nationalspieler Kylian Mbappé hat sich nach Angaben des französischen Verbands mit dem Coronavirus infiziert und fehlt der Nationalmannschaft damit im Nations-League-Spiel gegen Kroatien am Dienstag. Wie zuvor schon bei einigen anderen Profis machte der Verband FFF das Testergebnis am Montagabend öffentlich und nannte auch den Namen des Angreifers von Paris Saint-Germain.

Vor Mbappé waren bereits sechs andere Spieler des französischen Meisters und Champions-League-Finalisten positiv getestet worden. Am Samstag hatte Mbappé beim 1:0-Sieg der Franzosen in Schweden den Siegtreffer erzielt.

19.28 Uhr: 269 neue Corona-Infektionen im Südwesten festgestellt

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Baden-Württemberg ist auf mindestens 43.853 gestiegen. Das sind 269 Menschen mehr als am Vortag, wie aus Zahlen des Landesgesundheitsamtes vom Montag (Stand: 16 Uhr) hervorgeht. Als genesen gelten 38.312 Menschen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um zwei Fälle auf 1866. Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert wurde mit 0,99 angegeben, etwas geringer als am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt.

17.51 Uhr: Kabinett berät nach Pannen über Konsequenzen für Bayerns Corona-Teststrategie

Die seit Wochen immer wieder aus unterschiedlichen Gründen kritisierte bayerische Corona-Teststrategie soll weiterentwickelt werden. Das Kabinett um Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will sich in seiner Sitzung am Dienstag nicht nur mit den Erkenntnissen aus den jüngsten Pannen und Problemen bei der Übermittlung von Testergebnissen austauschen, auch die vor einer Woche von Bund und Ländern beschlossene Weiterentwicklung der Quarantäneregelung muss zunächst noch für den Alltag im Freistaat angepasst werden.

Im Gegensatz zu den übrigen Bundesländern will der Freistaat aber auch nach dem Ende der Sommerferien vorerst am kostenlosen Testangebot für alle Reiserückkehrer an Autobahnen, Flughäfen und Bahnhöfen festhalten. Die Form der kostenlosen Tests auch für alle Menschen, die keinerlei Symptome haben oder gar Kontakt zu einem nachgewiesenen Corona-Patienten hatten, ist bei Experten nicht unumstritten. Sie fürchten auch, dass dadurch Laborkapazitäten für Tests von Risikopatienten oder in Schulen verloren gehen.

Der Bund und die übrigen Bundesländer setzen nach dem Ende der Sommerferien in Baden-Württemberg in einer Woche beim Infektionsschutz nur noch auf eine Selbstisolation der Heimkehrer. Diese kann nur verkürzt werden, wenn die Betroffenen einen negativen Test vorweisen können.

16.21 Uhr: Gericht lehnt Eilantrag gegen Maskenpflicht an Schulen in Bayern ab

Die Maskenpflicht im Unterricht an weiterführenden Schulen in Bayern bleibt bestehen. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof in München lehnte am Montag einen Eilantrag ab, mit dem ein Gymnasiast die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung während des Unterrichts kippen wollte.

Diese Maßnahme diene dem legitimen Zweck, die Weiterverbreitung des Coronavirus unter den Schülern und Lehrern zumindest zu reduzieren und hierdurch die Virusausbreitung in der Bevölkerung insgesamt einzudämmen, heißt es in der Entscheidung. Das Gericht nannte die Maskenpflicht auch angemessen und verwies darauf, dass Betroffene im Einzelfall aus pädagogischen und medizinischen Gründen davon befreit werden können.

15.41 Uhr: Gewerkschaft sieht Probleme vor Schulstart in Baden-Württemberg

Es sind nur noch wenige Tage bis zum Ende der Sommerferien, aber die Bildungsgewerkschaft GEW sieht die Schulen im Südwesten immer noch schlecht gewappnet für den Unterricht unter Corona-Bedingungen. Eines der größten Probleme: Wegen des Lehrermangels und der Corona-Risikogruppen fehlten derzeit so viele Lehrkräfte wie noch nie in den Klassenzimmern, sagte die GEW-Landesvorsitzende Doro Moritz am Montag in Stuttgart. Voraussichtlich könnten sechs Prozent der Lehrkräfte mit Attest und weitere drei Prozent Schwangere nicht im Präsenzunterricht sein.

Und das ist aus Sicht der GEW längst nicht alles. Eine Umfrage unter Lehrkräften aller Schularten offenbare unter anderem einen hohen Nachholbedarf bei der Digitalisierung, sagte Moritz. Demnach bewerteten 67 Prozent der Befragten die technischen Voraussetzungen an den Schulen als mittelmäßig bis sehr schlecht.

Moritz dämpfte vor diesem Hintergrund allzu hohe Erwartungen, dass im kommenden Schuljahr mit einem Regelbetrieb an den 4500 Schulen im Land zu rechnen sei. Sie forderte, dass die Landesregierung schnell einen Nachtragshaushalt beschließt, um die Schulen personell zu unterstützen. Außerdem mahnte sie verbindliche Absprachen mit den Schulträgern zum Schutz von Schülern und Lehrern an.

14.55 Uhr: Schweizerische Schifffahrt streicht wegen Corona Fahrplan zusammen

Auch im Herbst müssen sich Fahrgäste auf dem Bodensee auf einen ausgedünnten Verkehr der schweizerischen Schiffe einstellen. Die Schweizerische Bodensee-Schifffahrtsgesellschaft (SBS) hat den Großteil der Verbindungen ihres Fahrplans für die Nebensaison, die am Montag begonnen hat, gestrichen. Als Grund nannte die SBS in einer Mitteilung einen Passagiereinbruch um bis zu 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, den sie auf Corona und die Maskenpflicht zurückführt. „Eine Schifffahrt, ohne dass einem der Wind ums Gesicht weht, ist nicht das Gleiche – dies sehen viele der Passagiere genauso und bleiben den Schiffen fern“, hieß es in der Mitteilung.

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Unbeeinträchtigt bleibt demnach aber die Fähre, die täglich im Stundentakt zwischen Romanshorn und Friedrichshafen fährt. Außer dem Querverkehr von Rohrschach nach Lindau und der Linie Rorschach - Rheineck, die am Wochenende weiterhin fahrplanmäßig bedient werden, fallen aber alle restlichen Kurse ersatzlos weg.

13.27 Uhr: Deutsche Wirtschaft schlägt wegen Reisebeschränkungen Alarm

Monteure können nicht zu Kunden im Ausland reisen, Fachmessen fallen aus: Reisebeschränkungen und Vorschriften-Wirrwarr innerhalb der Europäischen Union belasten nicht nur die Tourismusindustrie. Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft haben die Bundesregierung zu einem Kurswechsel bei den coronabedingten Beschränkungen von Auslandsreisen aufgefordert und eine bessere Koordination der EU-Mitgliedstaaten angemahnt.

Die verlängerten und ausgeweiteten Einschränkungen und ihre mangelnde Koordination zwischen EU-Staaten hätten vielfältige negative wirtschaftliche Auswirkungen, die weit über den Tourismus hinausgingen, heißt es in einem gemeinsamen Papier der Verbände DIHK, BDA, BDI, Dehoga, DRV, HDE und ZDH. Dieses liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. „Zu häufige und kurzfristige Veränderungen der Regeln bei Teststrategie, Quarantänevorgaben und Reisewarnungen schaffen Verunsicherungen und erhöhten wirtschaftliche Risiken.“

Der weltweite Handel und Warenaustausch sowie die Investitionstätigkeit seien empfindlich getroffen, warnen die Verbände aus Industrie, Handel, Handwerk, Gastgewerbe und Reisebranche. So könnten beispielsweise technische Spezialisten nicht reisen, um Maschinen zu installieren oder zu reparieren - mit Folgen für die Lieferkette. Außerdem fielen internationale Fachmessen aus. Dadurch fehlten neue Aufträge.

12 Uhr: Trotz Corona-Auflagen: Putzpersonal an Schulen kaum aufgestockt

Trotz der deutlich verschärften Hygieneregeln sind an wenigen Schulen die Putzkolonnen aufgestockt worden. Das ist das Ergebnis einer Online-Umfrage der Bildungsgewerkschaft GEW unter Schulleitungen aller Schularten in Baden-Württemberg. Demnach gaben 80 Prozent der Leiter an, dass kein zusätzliches Reinigungspersonal von den Kommunen als Schulträger bereitgestellt worden sei. An knapp 20 Prozent der befragten Schulen gibt es laut Umfrage zusätzliches Personal, um die Hygiene-Auflagen durch die Corona-Verordnungen umzusetzen. In den ersten Septembertagen hatten sich bis zum Donnerstag 224 Schulen an der GEW-Umfrage beteiligt.

„Wir gehen leider davon aus, dass zum Schulstart am 14. September in den 4500 Schulen im Land an vielen Stellen vorgeschriebene Hygienestandards nicht eingehalten werden können“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Doro Moritz. Sie habe sich zwar schon lange vor den Sommerferien für mehr Reinigungspersonal und verbindliche Absprachen des Kultusministeriums mit den Schulträgern eingesetzt. „Aber Kultusministerin Susanne Eisenmann und die Schulträger haben offensichtlich ihre Hausaufgaben nicht gemacht“, kritisierte Moritz.

Nach den Hygienehinweisen des Landes für Schulen müssen unter anderem Handkontaktflächen wie Türklinken und Griffe, Treppengeländer, Lichtschalter, Tische, Kopierer und zum Beispiel Tastaturen besonders gründlich und mindestens täglich gereinigt werden. In allen Toilettenräumen muss es ausreichend Spender für Flüssigseifen und Einmalpapier-Handtücher geben. Diese gilt es für die Schulen regelmäßig aufzufüllen.

9.05 Uhr: Deutsche Industrie erholt sich nur noch leicht von Corona-Einbruch

Die deutsche Industrie hat sich den dritten Monat in Folge von dem Produktionseinbruch in der Corona-Krise erholt. Allerdings fiel der Anstieg im Juli deutlich schwächer aus als erwartet. Im verarbeitenden Gewerbe habe die Fertigung im Monatsvergleich um 1,2 Prozent zugelegt, teilte das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mit. Analysten hatten mit einem stärkeren Zuwachs um 4,5 Prozent gerechnet.

Allerdings war der Anstieg im Juni stärker als bisher bekannt ausgefallen. Das Bundesamt revidierte den Zuwachs im Monatsvergleich auf 9,3 Prozent nach oben, nachdem zuvor nur ein Anstieg um 8,9 Prozent gemeldet worden war. In den Monaten März und April war die Produktion wegen der Einschränkungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie deutlich gefallen. Seitdem konnte ein Teil des Einbruchs wettgemacht werden.

Dass die Krise immer noch schwer wiegt, zeigt der Jahresvergleich. Gegenüber dem Vorjahresmonat war die Gesamtherstellung im Juli um 10,0 Prozent rückläufig. Das Vorkrisenniveau wird immer noch klar unterschritten: Gegenüber Februar, dem Monat vor Beginn der Einschränkungen, liegt die Gesamtproduktion 10,8 Prozent niedriger.

8.50 Uhr: Spahn unterstützt Vorstoß für Gedenken an Corona-Opfer

Gesundheitsminister Jens Spahn hat die Überlegungen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu einer Gedenkstunde für die Opfer der Corona-Pandemie begrüßt. „Es ist schon auch wichtig, finde ich, zu zeigen, dass wir wahrnehmen, welche Härten, welches Leid es auch eben gegeben hat und zum Teil bis heute noch gibt“, sagte der CDU-Politiker am Sonntagabend im „Bild“-Gesprächsformat „Die richtigen Fragen“.

Er könne es grundsätzlich nur richtig finden, „dass wir miteinander als Nation, als Gesellschaft auch einen Weg finden“, derer zu gedenken, „für die es hart war im Alltag“, und derer, die der Pandemie zum Opfer gefallen sind. Die Frage sei, „in welcher Form und zu welchem Zeitpunkt“, so Spahn.

8.10 Uhr: Corona ließ Krankenstand nicht auffällig steigen

Die Corona-Pandemie hat die Krankmeldungen nach einer Auswertung der Techniker Krankenkasse im ersten Halbjahr 2020 nicht auffällig steigen lassen. Unter ihren versicherten Arbeitnehmern lag der Krankenstand als Anteil der Fehltage an allen Arbeitstagen bei 4,4 Prozent - nach 4,3 Prozent im Vorjahreszeitraum und 4,5 Prozent im ersten Halbjahr 2018. Die Diagnose Covid-19 spielte dabei nur eine untergeordnete Rolle. Im März war sie demnach für 0,3 Prozent des gesamten Krankenstandes verantwortlich, im April stieg der Anteil etwas auf 0,7 Prozent und sank bis Juni wieder auf 0,2 Prozent.

Vorstandschef Jens Baas erläuterte, erfahrungsgemäß meldeten sich zum Sommer weniger Menschen krank. „Hinzu kommt, dass die Abstands- und Hygieneregeln offensichtlich Wirkung zeigen. Sie reduzieren ja nicht nur die Ansteckungsgefahr durch Covid-19, auch andere Erkältungs- und Infektionskrankheiten haben weniger Chancen, sich zu verbreiten.“ Zudem seien Sportverletzungen und Wegeunfälle zurückgegangen. Zugenommen hätten vor allem psychische Diagnosen, die im ersten Halbjahr 18,7 Prozent des gesamten Krankenstands ausmachten.

Ausgewertet wurden die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen von 5,3 Millionen bei der Kasse versicherten Erwerbstätigen. Diese sind vorgeschrieben, wenn Beschäftigte länger als drei Tage fehlen.

Das waren die Entwicklungen am Sonntag, 6. September:

22.00 Uhr: Söder: Ohne neue Hilfen riskiert Deutschland seine Autoindustrie

Ohne eine neue Förderstrategie von Bund und Ländern fürchtet Bayerns Ministerpräsident Markus Söder um die Zukunft der deutschen Autoindustrie. „Wir können beim Auto nicht auf Zeit spielen. Es handelt sich um den zentralen Lebensnerv unserer Wirtschaft“, sagte der CSU-Chef der Deutschen Presse-Agentur in München. Gerade Zulieferer würden bereits in größerem Umfang Arbeitsplätze abbauen. „Daher brauchen wir eine beschleunigte Transformationsstrategie“. Diese müsste auch Kaufanreize für klassische Verbrennermotoren enthalten.

21.15 Uhr: Fast 3000 neue Corona-Fälle in Großbritannien

Mit fast 3000 neuen Fällen hat Großbritannien am Sonntag die höchste Zahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus seit Ende Mai gemeldet. Wie das Gesundheitsministerium in London mitteilte, wurden 2988 Neuansteckungen verzeichnet. Am Samstag hatte die Regierung noch 1813 neue Fälle gemeldet.
Großbritannien ist mit 347.152 Infektions- und 41.551 Todesfällen das am stärksten betroffene Land in Europa. Am Sonntag kamen zwei neue Todesopfer hinzu.

19.50 Uhr: Corona-Kinderbonus kommt ab Montag aufs Konto

300 Euro für jedes Kind – schrittweise bekommen Deutschlands Eltern nun ab Montag eine staatliche Krisenprämie ausgezahlt. Doch längst nicht alle sind mit der Unterstützung gegen Härten in der Pandemie zufrieden. Und wer bekommt eigentlich was? Wir geben einen Überblick.

19.15 Uhr: Armin Laschet will der Gastronomie im bevorstehenden Winter das Aufstellen von Heizpilzen erlauben

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, der Gastronomie in der kälteren Jahreszeit das Aufstellen von Heizpilzen zu erlauben. "Wir wollen den Wirten im kommenden Winter mehr Außengastronomie ermöglichen. Heizpilze aufstellen zu können, gehört mit zu diesem Konzept", sagte Laschet.

"Mit Blick auf die Ausnahmesituation und den Gesundheitsschutz halte ich das für richtig", fügte er hinzu "So kann ganz praktisch geholfen werden." Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband hatte zuletzt wegen der Corona-Abstandsregeln für eine Rückkehr der Heizpilze plädiert, um auch in der kühleren Jahreszeit mehr Gäste in den Außenbereichen bewirten zu können.

Ein Heizstrahler steht im Außenbereich eines Restaurants.
Ein Heizstrahler steht im Außenbereich eines Restaurants. | Bild: Daniel Karmann (dpa)

17.50 Uhr: „Einsamer Tod“: Steinmeier regt Gedenkfeier für Corona-Opfer an

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier will die Angehörigen von Corona-Toten in ihrer Trauer nicht alleine lassen. Das Staatsoberhaupt brachte eine offizielle Gedenkstunde für die Opfer ins Gespräch. „Der Corona-Tod ist ein einsamer Tod“, sagte Steinmeier. Steinmeier sagte, viele Patienten in Krankenhäusern und Altenheimen seien ohne den Beistand ihrer Angehörigen gestorben, die Hinterbliebenen hätten nicht Abschied nehmen können. „Wir müssen den Menschen in ihrer Trauer helfen - und darüber nachdenken, wie wir unser Mitgefühl ausdrücken können.“ Wann dafür der richtige Zeitpunkt sei und ob etwa eine Gedenkstunde der richtige Rahmen sei, werde er mit den Vertretern der anderen Verfassungsorgane besprechen.

16.47 Uhr: Messen Stuttgart und Karlsruhe brauchen Finanzhilfen

Die Messe Stuttgart braucht 2021 als Folge der Corona-Pandemie eine Finanzspritze ihrer Eigner. „Wir werden im nächsten Jahr Zuschüsse benötigen“, sagte der Messe-Geschäftsführer Roland Bleinroth. Die Messe gehört je zur Hälfte dem Land und der Stadt Stuttgart. „In diesem Jahr kommen wir mit unserer eigenen Liquidität über die Runden. Dann sind unsere Reserven aufgebraucht“, sagte Bleinroth.

Die Eigner der Stuttgarter Messe suchen bereits nach Lösungen für die Finanzprobleme: „Das Land ist mit dem Mitgesellschafter im Gespräch, in welcher Form der Eigenkapitalunterdeckung in 2021 entgegengewirkt werden kann“, heißt es in einer Stellungnahme des Finanzministeriums zu einer Anfrage des Landtagsabgeordneten Peter Hofelich (SPD), die den Zeitungen vorliegt. Das Umsatzminus 2020 wird sich laut Bleinroth auf einen dreistelligen Millionenbetrag belaufen: Der Geschäftsführer rechnet mit einem Erlös von gut 55 Millionen Euro, im vergangenen Jahr hatte die Messe Stuttgart mit 200 Millionen Euro knapp vier Mal so viel umgesetzt.

Die Messe in Karlsruhe benötigt dem Bericht zufolge bereits in diesem Jahr finanzielle Hilfen ihrer Eignerin, der Stadt Karlsruhe, wie Messe-Geschäftsführerin Britta Wirtz dem Bericht zufolge sagte. Auch für 2021 werde das Ergebnis schlechter ausfallen, als man es in den Planungen vor Corona kalkuliert habe, erläuterte sie.

15.30 Uhr: Covidkranker Berlusconi spricht gut auf Therapie an

Der an Covid-19 erkrankte italienische Ex-Premier Silvio Berlusconi spricht nach Angaben seines Arztes „optimal“ auf die Behandlung im Krankenhaus an. Die Entwicklung des 83 Jahre alten, mehrfachen Regierungschefs gebe wie am Vortag Anlass zu vorsichtigem Optimismus, sagte Professor Alberto Zangrillo am Sonntag vor Journalisten in Mailand. Trotzdem sei man in einer „fragilen Phase“. Er verwies auf das hohe Alter Berlusconis, das als Risikofaktor gilt. Die Therapie brauche ihre Zeit, sagte Zangrillo.

14.40 Uhr: Papst sieht Geschwätz als schlimmere Plage als Corona

Klatsch und Geschwätz sind Papst Franziskus zuwider. „Klatsch ist eine schlimmere Plage als Covid“, sagte das 83-jährige katholische Kirchenoberhaupt am Sonntag bei seiner Angelus-Ansprache, die er am Fenster des Vatikan-Palastes über dem Petersplatz hielt.

„Wenn wir einen Fehler, Mangel, einen Ausrutscher bei jemandem sehen, ist das erste, was uns einfällt, es anderen zu erzählen“, sagte der Papst vor Pilgern. „Der Tratsch beschädigt jedoch die Gemeinschaft der Kirche, das ist der Teufel, der Lügner, der die Kirche spalten will (...).“ Er bat die Menschen, einen festen Vorsatz zu fassen: „Kein Geschwätz!“, sagte er mit Nachdruck, den Zeigefinger erhoben.

13.30 Uhr: „So etwas haben wir noch nicht erlebt“: Kleine Hofläden erleben in der Corona-Krise einen Aufschwung

Die Corona-Pandemie sorgt nicht nur für Probleme und Einschränkungen. Für Hofläden in Friedrichshafen beispielsweise hat die Krise etwas Gutes: Zahlreiche Kunden schätzen in diesen Zeiten das regionale Angebot vor Ort. Ob der Boom auch im Herbst weiter gehen wird?

Mit ihrem Hofladen Ländisch Gut profitiert Betreiberin Martina Baur (zweite von rechts) von der Corona-Krise. Sie und ihre Mitarbeiter müssen zwar Hygiene-Maßnahmen einhalten, haben aber viele Neukunden gewonnen.
Mit ihrem Hofladen Ländisch Gut profitiert Betreiberin Martina Baur (zweite von rechts) von der Corona-Krise. Sie und ihre Mitarbeiter müssen zwar Hygiene-Maßnahmen einhalten, haben aber viele Neukunden gewonnen. | Bild: Mona Lippisch

13.10 Uhr: Bierhoff fordert auch von Vereinen Rücksicht auf Belastung

DFB-Direktor Oliver Bierhoff sieht in der komplizierten EM-Saison auch die Vereine mit in der Verantwortung. Es könne nicht sein, „dass es immer die Nationalmannschaft ist, die zurücksteckt. Wir nehmen auf gewisse Dinge Rücksicht. Aber es wird enorm wichtig sein für alle Beteiligten, die Spieler zu steuern, ihnen hier und da auch Pausen zu geben“, sagte Bierhoff bei Sport1 zum großen Aufreger-Thema der drohenden Überlastung der Nationalspieler.

Bundestrainer Joachim Löw ist über den vollgepressten Spielplan nach der Corona-Pause verärgert. „Wir wissen, dass die Belastungssteuerung ein enorm wichtiger Aspekt sein wird“, bemerkte Bierhoff: „Das haben wir auch mit der Akademie aufgegriffen und sind aktiv an alle Vereine der Nationalspieler herangegangen. Wir gehen in den Dialog mit allen Experten, die wir haben. Denn wir müssen uns da abstimmen.“

Trotz der besonderen Lage auch durch die Corona-Pandemie ist Bierhoff davon überzeugt, dass die deutsche Nationalelf im Sommer 2021 um den EM-Titel mitspielen kann. „Auf jeden Fall, wir haben unglaublich starke, junge, talentierte Spieler, gepaart mit Spielern, die viel Erfahrung haben“, sagte der Nationalmannschafts-Manager. „Man sieht ja auch, wie die Anfrage aus dem Ausland für unsere Spieler da ist. Sie werden dort weiter wachsen.“ Deswegen sei er zuversichtlich: „Wir werden nicht als Favorit in das Turnier gehen. Aber wir werden unsere Chance haben.“

11.45 Uhr: Mönch: Corona-Demonstranten mangelt es an Wandlungsbereitschaft

Der Münsterschwarzacher Benediktinerpater und Beststellerautor Anselm Grün (75) sieht die Proteste gegen die Corona-Schutzmaßnahmen kritisch. „Es ist sicher berechtigt, dass man über die Maßnahmen in der Pandemie diskutieren kann“, schrieb Grün am Wochenende auf seiner Facebook-Seite. Die Demonstration vor einer Woche in Berlin aber hätten rechte Kreise für ihre Zwecke missbraucht.

„Da spüre ich viel Aggression und Gewalt. Ich frage mich dann immer, was geht in den Köpfen dieser Menschen vor.“ Sein Eindruck sei, „dass manche sich einfach weigern, sich durch die äußeren Umstände wandeln zu lassen. Sie möchten so weiterleben, wie es immer war.“ Der Mönch ergänzte: „Die gleiche Mentalität spüren wir ja bei der Debatte um den Klimawandel. Die Situation in der Welt wandelt sich. Das verlangt auch von uns, dass wir bereit sind, uns zu wandeln.“ Das Leben sei ein ständiger Wandlungsprozess.

„Wer sich nicht wandelt, der erstarrt.“ Es gelte, immer wieder zu reagieren auf die äußeren Umstände, aber auch auf das, was das Leben gerade fordere, „etwa wenn wir krank werden, wenn wir eine Arbeit verlieren“. Grün mahnte: „Wenn wir krampfhaft am Alten festhalten, bleiben wir auch innerlich stehen.“ Verwandlung bedeute, das Bisherige zu würdigen. „Es ist gut so, wie wir gelebt haben. Aber wir sind noch nicht die, die wir von unserem Wesen, die wir von Gott her sein könnten. Die äußeren Verhältnisse sind eine Herausforderung, nach dem Wesentlichen in unserem Leben zu fragen.“

10.20 Uhr: 300 Ermittlungsverfahren wegen Betrug mit Corona-Hilfen

Die Staatsanwaltschaften in Baden-Württemberg haben wegen unberechtigterweise beantragter Corona-Soforthilfen 297 Ermittlungsverfahren (Stand: 10. August) eingeleitet. Welchen Schaden das verursacht hat, sei bislang nicht bekannt, da die Verfahren nicht zentral erfasst würden, teilte das Justizministerium in Stuttgart auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) mit. Um die Existenzen von Unternehmen und Selbstständigen zu retten, hatte die Bundesregierung ein milliardenschweres Hilfspaket geschnürt.

Im Land seien Subventionsanträge, je nach Anzahl der Mitarbeiter, bisher in Höhe von 9.000 oder 15.000 Euro eingegangen. In einem Verfahren habe die Schadenssumme die gesetzlich maximale Förderungssumme von 30.000 Euro betragen, so das Ministerium.

Dabei sei es in einem Großteil der Verfahren jedoch nicht zu einer Auszahlung der beantragten Soforthilfen gekommen, etwa weil der Subventionsbetrug zuvor bereits bemerkt, der Bewilligungsbescheid nicht erlassen und somit der beantragte Förderbetrag nicht ausgezahlt wurde. Eine Strafbarkeit sei auch dann gegeben, wenn das unberechtigterweise beantragte Geld gar nicht erst an den Antragsteller überwiesen wurde.

Eine Straftat liegt unter anderem vor, wenn eine Person im Namen eines tatsächlich existierenden Unternehmens oder eines Selbstständigen ohne dessen Wissen eine Corona-Soforthilfe beantragt und die Zahlung dann zum Beispiel durch eine abweichende Kontonummer umlenkt. Täterinnen und Täter könnten auch bei der Antragsstellung falsche Angaben machen, die gezahlten Hilfen für private Zwecke verwenden oder Hilfen doppelt für dasselbe Unternehmen beantragen.

In Baden-Württemberg hat es bis 10. August 41 Verfahren wegen Corona-Soforthilfe-Identitätstäuschungen gegeben. Weitere 256 Corona-Soforthilfe-Verfahren seien wegen unrichtiger Angaben eingeleitet worden. 

8.30 Uhr: Die meisten wollen Corona-Kinderbonus wieder ausgeben

Fast zwei von drei Empfänger wollen den einmaligen Kinderbonus ganz oder teilweise direkt wieder ausgeben. Das zeigt eine Umfrage im Auftrag des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. 1202 Menschen wurden befragt.

Von diesem Montag an zahlen die Familienkassen den Kinderbonus schrittweise aus. Insgesamt sollen für rund 18 Millionen Kinder jeweils 300 Euro fließen. Die schwarz-rote Koalition hatte die Maßnahme im Rahmen ihres Konjunkturpakets gegen die Folgen der Corona-Krise beschlossen.

24 Prozent der Befragten mit einem kindergeldberechtigten Kind wollen den Kinderbonus laut IW vollständig ausgeben. 37 Prozent wollen dies zumindest teilweise tun. 39 Prozent der Befragten gaben an, dass sie den Kinderbonus vollständig sparen wollen.

Diejenigen, die den Kinderbonus nur anteilig ausgeben wollen, wurden auch gefragt, welchen Teil sie davon genau ausgeben wollen. Rund 10 Prozent von ihnen wollen demnach bis zu ein Viertel davon für den Konsum aufwenden. Weitere 49 Prozent planen, 26 bis 50 Prozent auszugeben. 33 Prozent wollen 51 bis 75 Prozent des Kinderbonus für den Konsum einsetzen. 8 Prozent haben nach IW-Angaben vor, 76 bis 99 Prozent davon auszugeben.

Das IW hat errechnet, dass über alle Befragten, die den Kinderbonus für ihre Kinder erhalten werden, im Durchschnitt 128 Euro pro Kind ausgegeben werden sollen. Der Betrag erhöhe sich auf 210 Euro pro Kind, wenn nur diejenigen betrachtet würden, die den Bonus ganz oder teilweise ausgeben wollen. Der Kinderbonus kostet den Staat 4,3 Milliarden Euro.

Insgesamt schätzen die meisten Befragten laut IW die Wirkung des Kinderbonus positiv ein. Rund 55 Prozent finden diese Maßnahme demnach sehr sinnvoll oder eher sinnvoll, „um die allgemeinen wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise abzumildern“. Knapp 19 Prozent finden die Maßnahme nicht sinnvoll.

Das waren die Entwicklungen am Samstag, 5. September:

21 Uhr: 1378 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Samstagmorgen 1378 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 248 997 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 5.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9324. Seit dem Vortag wurden zwei Todesfälle mehr gemeldet. Bis Samstagmorgen hatten etwa 222 900 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Samstag bei 1,0 (Vortag: 0,85). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,97 (Vortag: 0,94). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

19.50 Uhr: Protest gegen Corona-Politik in Italien - Rom mahnt zur Faktentreue

Viele hundert Menschen haben am Samstag in Rom gegen die Corona-Politik der italienischen Regierung demonstriert. Bei dem Protest auf einem Platz in der Innenstadt sprachen unter anderem Impfgegner, ein ultrarechter Politiker der Partei Forza Nuova und Elternvertreter. Sie kritisierten eine angebliche „Gesundheits-Diktatur“. Schutzmaßnahmen wie die Maskenpflicht etwa in Schulen nannten sie „kriminell“. Die Kinder müssten davor und vor Impfungen bewahrt werden. Die Polizei sprach vor Ort von geschätzt rund 2000 Menschen, darunter waren auch Schaulustige.

Die Demonstranten knüpften auf Plakaten und in Reden ausdrücklich an die Proteste vor einer Woche in Berlin an. „Italien ist mit Berlin“, stand auf einem Transparent. Auf einem Banner war zu lesen: „Noi siamo il popolo“ (Wir sind das Volk), außerdem dass man gegen „big pharma“ sei, also gegen Pharma-Riesen.

Kurz vor der Demonstration hatte Italiens Regierungschef Giuseppe Conte die Gegner von Anti-Corona-Maßnahmen zur Faktentreue aufgefordert: „Wir wollen mit einer laufenden Pandemie fertig werden. Heute gibt es in Rom eine Demonstration von Menschen, die glauben, dass sie nicht existiert. Ihnen antworten wir mit Zahlen“, sagte Conte laut der Nachrichtenagentur Ansa auf einer Podiumsdiskussion in Rom.

Außenminister Luigi Di Maio mahnte in einer Rede in Foggia in Apulien: „Ich fordere die Corona-Leugner auf, zumindest Respekt zu zeigen für die Familien der Toten.“

In Italien war die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus am Freitag mit über 1700 Fällen auf den höchsten Wert seit Anfang Mai gestiegen. Am Samstag verzeichneten die Behörden dann 1695 Fälle in 24 Stunden und 16 neue Todesfälle. Insgesamt haben sich in Italien gut 276 000 Menschen nach offiziellen Angaben mit dem Coronavirus infiziert, es gab mehr als 35 500 Covid-19-Tote.

18 Uhr: Bund und Länder: 5000 neue Stellen im Öffentlichen Gesundheitsdienst

Bund und Länder wollen als Konsequenz aus der anhaltenden Corona-Pandemie bis Ende 2022 mindestens 5000 neue und unbefristete Vollzeitstellen im Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) schaffen. In einem ersten Schritt solle es bis zum 31. Dezember 2021 mindestens 1500 Stellen für Ärzte, weiteres Fachpersonal und Verwaltungsmitarbeiter geben, teilten Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und die Vorsitzende der Länder-Gesundheitsminister, Berlins Senatorin Dilek Kalayci (SPD), am Samstag in Berlin mit.

Neben den neuen Stellen geht es um eine bessere Digitalisierung der Gesundheitsämter und -behörden sowie darum, die Arbeit im Öffentlichen Gesundheitsdienst attraktiver zu machen und zukunftsfähige Strukturen zu schaffen. Die 375 Gesundheitsämter spielen etwa beim Verfolgen von Infektionsketten sowie bei Anordnungen von Tests und Quarantäne eine wesentliche Rolle.

Der schwarz-rote Koalitionsausschuss hatte sich am 22. Juni darauf geeinigt, für die Umsetzung eines „Pakts für den Öffentlichen Gesundheitsdienst“ insgesamt 4 Milliarden Euro bis zum Jahr 2026 zur Verfügung zu stellen. Im Bund-Länder-Beschluss heißt es nun, die an dem Pakt Beteiligten seien sich einig, dass für dessen Umsetzung die Mitwirkung der kreisfreien Städte und Landkreise wesentlich sei.

17.20 Uhr: Corona-Impfstoff von Sanofi soll weniger als zehn Euro kosten

Der künftige Corona-Impfstoff des französischen Pharmakonzerns Sanofi soll weniger als zehn Euro pro Dosis kosten. Ein endgültiger Preise stehe aber noch nicht fest, sagte der Präsident von Sanofi France, Olivier Bogillot, am Samstag im Radiosender France Inter.

Mehrere Hersteller arbeiten an Impfstoffen. „Es müssen Millionen, um nicht zu sagen Milliarden Menschen geimpft werden“, so der Sanofi-Topmanager. Zum Preis sagte er: „Wir werden bei weniger als zehn Euro sein.“

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hatte im Juni ein Werk des Herstellers im Südosten des Landes besucht. Sanofi kündigte damals an, 610 Millionen Euro für die Impfstoffforschung und -produktion im Land zu investieren. Im Juli teilten Sanofi und der britische Konkurrent GlaxoSmithKline dann mit, mit der US-Regierung einen Milliardendeal zur Weiterentwicklung eines potenziellen Corona-Impfstoffs vereinbart zu haben.

15.40 Uhr: Corona-Infektion: Berlusconi erholt sich im Krankenhaus

Italiens ehemaliger Premierminister Silvio Berlusconi hat nach Medienberichten bei seiner Corona-Therapie „eine ruhige Nacht“ im Krankenhaus in Mailand verbracht. Der 83 Jahre alte Unternehmer und konservative Politiker liegt seit der Nacht zu Freitag wegen Lungenproblemen im San-Raffaele-Hospital in der lombardischen Hauptstadt. „Alles verläuft normal, und Berlusconi hat kein Fieber“, zitierte die Nachrichtenagentur Ansa am Samstag Angaben aus Berlusconis Partei Forza Italia.

Sein persönlicher Arzt Alberto Zangrillo hatte den Zustand des Medienunternehmers am Freitag als zufriedenstellend bezeichnet. Er erläuterte, dass der Patient nicht intubiert werde und nicht auf der Intensivstation liege. Der Oppositionspolitiker und Forza-Chef hatte seine Corona-Infektion am 2. September publik gemacht. Danach zog er sich zunächst auf seinen Wohnsitz in Arcore in der Lombardei zurück, bevor sich seine Lage verschlechtert hatte.

14.30 Uhr: Spahn äußert sich entspannt zur Corona-Testpanne in Bayern

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich entspannt zur erneuten bayerischen Panne bei Corona-Testzentren geäußert. Sein Eindruck sei, dass die bayerische Staatsregierung wie auch schon in den vergangenen zwei, drei Wochen mit Hochdruck daran arbeite, „das jetzt abzustellen“ und sich „mindestens so sehr ärgert wie die Betroffenen“, sagte Spahn am Samstag bei einem gemeinsamen Auftritt mit der Vorsitzenden der Länder-Gesundheitsminister, Berlins Senatorin Dilek Kalayci (SPD), in Berlin. Am Freitag war bekannt geworden, dass etwa 10 000 Menschen länger als die versprochenen zwei Tage auf ihr Ergebnis warten mussten.

Deutschland sei in einer Pandemie, „wo viele Dinge schneller gehen müssen als sonst. Wo oftmals dann auch sehr flexibel und manchmal zu Beginn provisorisch gehandelt werden muss“, sagte Spahn. Die Vorgänge in Bayern seien aber auch ein Zeichen dafür, dass es sinnvoll sei, gemeinsam in stärkere Strukturen bei den Gesundheitsämtern zu investieren - vor allem auch in die digitale Vernetzung. Hier sei es etwa gelungen, fast alle Testzentren an den Flughäfen, Bahnhöfen und Raststätten an den Autobahnen schon mit der Corona-Warn-App zu verknüpfen. Auch da habe es am Anfang ein paar Tage gebraucht, aber mittlerweile funktioniere das gut, sagte der Minister.

13.45 Uhr: Bayerisches Gesundheitsministerium hält an vielen Tests fest

Trotz der neuen Panne bei Testzentren hält das bayerische Gesundheitsministerium an seiner Teststrategie fest. „Es geht nicht um irgendwelche sinnlosen Massentestungen“, sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Samstag. Menschen mit Symptomen sollten mit Priorität getestet werden. Aber auch der mit einem „leichten Kratzen im Hals“, der seine Großmutter besuchen und sie nicht anstecken wolle, solle die Chance haben, sich kostenlos testen zu lassen. „Das ist ein Angebot an die Bevölkerung.“

Die Probleme bei den Testzentren an Flughäfen in Bayern seien mittlerweile gelöst, betonte Huml erneut. Die „Befundübermittlung“ sei inzwischen abgeschlossen. Am Freitag war bekannt geworden, dass etwa 10 000 Menschen länger als die versprochenen zwei Tage auf ihr Ergebnis warten mussten. Dabei ging es im Durchschnitt um „einige Stunden, Tage“, so Huml.

Während alle anderen Bundesländer die kostenlosen Corona-Tests für Urlauber aus Nicht-Risikogebieten zum Ende der Sommerferien beenden wollen, hält Bayern weiter an seiner Strategie fest. Jeder soll kostenlos einen Abstrich nehmen lassen können - egal, ob er in einem Risikogebiet war oder nicht. Ärzte hatten ein „ungezieltes“ Testen mit zu langen Wartezeiten kritisiert. Testen ist unter anderem an Bahnhöfen, Autobahnen und an den Flughafen München, Nürnberg und Memmingen möglich.

12.15 Uhr: Steinmeier regt Gedenkfeier für Corona-Opfer an

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat eine offizielle Gedenkstunde für die Corona-Opfer in Deutschland ins Gespräch gebracht. „Der Corona-Tod ist ein einsamer Tod“, sagte Steinmeier dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Samstag). Viele Patienten in Krankenhäusern und Altenheimen seien ohne den Beistand ihrer Angehörigen gestorben, die Hinterbliebenen hätten nicht Abschied nehmen können. „Wir müssen den Menschen in ihrer Trauer helfen - und darüber nachdenken, wie wir unser Mitgefühl ausdrücken können.“

Wann dafür der richtige Zeitpunkt sei und ob etwa eine Gedenkstunde der richtige Rahmen sei, werde er mit den Vertretern der anderen Verfassungsorgane besprechen, sagte Steinmeier. Man dürfe die Trauer der Angehörigen nicht vergessen. „Wir haben 9300 Tote zu beklagen.“ Das seien zwar niedrigere Todeszahlen als anderswo. „Aber es sind in sechs Monaten dreimal so viel wie die jährlichen Verkehrstoten. Das sollten wir nicht übersehen.“ Ohnehin würden die Zahlen jene nicht trösten, die gerade einen geliebten Menschen verloren hätten.

11 Uhr: Zahl der Corona-Infektionen in Indien überschreitet Vier-Millionen-Marke

In Indien ist die Zahl der Corona-Infektionsfälle auf über vier Millionen gestiegen. Am Samstag wurde nach Behördenangaben mit 86.432 Neuinfektionen binnen 24 Stunden ein neuer Rekordanstieg gemeldet. Insgesamt haben sich dort nun 4.023.179 Menschen mit dem Virus infiziert. Damit ist Indien das dritte Land weltweit, in dem die Infektionsfälle die Vier-Millionen-Marke überschritten haben. Am schwersten betroffen weltweit sind die USA mit mehr als 6,3 Millionen Fällen und Brasilien mit 4,1 Millionen Infizierten. Experten gehen aber davon aus, dass die Dunkelziffer bei den Infektionsfällen in Indien sehr hoch ist, da verhältnismäßig wenig getestet wird.

Die Zahl der Infizierten in Indien stieg binnen nur 13 Tagen von drei auf vier Millionen - so schnell wie in keinem anderen Land. Dennoch hat die indische Regierung die wegen der Corona-Krise verhängten Beschränkungen inzwischen gelockert, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln.

9.30 Uhr: 1378 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Samstagmorgen 1378 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 248.997 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 5.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9324. Seit dem Vortag wurden zwei Todesfälle mehr gemeldet. Bis Samstagmorgen hatten etwa 222.900 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

8.20 Uhr: Scholz zur Corona-Wirtschaftskrise: Haben das Schlimmste hinter uns

Der Wirtschaftseinbruch wegen der Corona-Krise ist nach Einschätzung von Finanzminister Olaf Scholz in absehbarer Zeit überwunden. „Im Augenblick spricht vieles dafür, dass wir das Schlimmste hinter uns haben und dass es allmählich wirtschaftlich aufwärts geht“, sagte der SPD-Kanzlerkandidat der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag). Die Maßnahmen zur Stabilisierung und zum Ankurbeln der Konjunktur wirkten offenbar besser als erhofft.

Deutschland sei natürlich noch nicht über den Berg, das Virus sei noch nicht besiegt, sagte er. Er hoffe aber, „dass wir Ende nächsten Jahres, Anfang 2022 wieder das Niveau erreichen, das wir vor der Krise hatten“.

Der SPD-Kanzlerkandidat hob hervor, vieles spreche dafür, dass das beschlossene Konjunkturpaket in Höhe von 130 Milliarden Euro ausreiche. Die Verlängerung von Kurzarbeit, Überbrückungshilfen und dem vereinfachten Zugang zur Grundsicherung sei ein „wichtiges Signal“, weil „Unternehmen wie Beschäftigte wissen, dass wir sie nicht auf halber Strecke im Stich lassen“. Der Finanzminister fügte in der „NOZ“ hinzu, sollten weitere Maßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise nötig sein, habe Deutschland „noch Reserven“.

Ende August hatte die große Koalition beschlossen, dass Kurzarbeitergeld künftig bis zu 24 Monate lang gezahlt wird. Anfang September meldete die Bundesagentur für Arbeit, dass sich der deutsche Arbeitsmarkt nach dem Einbruch durch die Corona-Krise vor allem wegen des Einsatzes von Kurzarbeit weiter stabilisiert habe.

Das waren die Entwicklungen am Freitag, 4. September:

22.41 Uhr: Kretschmann mahnt einheitliches Vorgehen bei Fan-Frage an

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat den Fußball bei der Frage der Wiederzulassung von Zuschauern zu einem gemeinsamen Vorgehen aufgefordert. Der Grünen-Politiker erinnerte am Freitag bei einem Termin mit DFB-Präsident Fritz Keller daran, dass eine Arbeitsgruppe auf Ebene der Chefs der Staatskanzleien Vorschläge erarbeiten soll. „Wenn jetzt jeder voran prescht, was Einzelne schon machen, ist das gefährdet“, sagte Kretschmann.

Es komme auch darauf an, dass die Deutsche Fußball Liga und der Deutsche Fußball-Bund Vorschläge machten, die ein einheitliches Vorgehen ermöglichen. „Alles andere würde ja zu enormen Verzerrungen führen. Wenn der eine es zulässt und der andere nicht, das geht ja wohl schlecht“, betonte Kretschmann. Er stellte eine Lösung weit vor dem angepeilten Stichtag 31. Oktober in Aussicht.

DFB-Chef Keller verwies dagegen auf regionale Unterschiede bei den Corona-Infektionszahlen und Hygienekonzepte von DFL und DFB. „Wenn irgendwo im bayerischen Wald oder sonst wo ein Hotspot ist, muss ich in Leipzig keinen Shutdown machen“, sagte Keller. RB Leipzig will zum Bundesliga-Start vor bis zu 8500 Zuschauern spielen. „Wir müssen jetzt mal anfangen“, verlangte Keller und fragte: „Wo ist der Unterschied zu einer voll besetzten Straßenbahn?“ Die Gesundheit der Menschen stehe aber über allem.

Zuvor hatte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder den Fußball erneut vor einer schnellen Wiederzulassung von Zuschauern gewarnt. Ziel sei es, nach dem Oktober eine Perspektive für Spiele mit Zuschauern zu haben, sagte der CSU-Chef am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Söder machte sich erneut für eine einheitliche Lösung für die Rückkehr von Fans in die Sportarenen stark.

21.55 Uhr: Formel 1 vermeldet zwei neue Corona-Fälle

In der Formel 1 gibt es zwei neue Corona-Fälle. Wie der Rechteinhaber und der Automobil-Weltverband am Freitag mitteilten, ergab dies eine Testreihe vor dem Grand Prix von Italien in Monza. Insgesamt seien zwischen dem 28. August und 3. September 5704 Fahrer, Teammitglieder und weitere Mitarbeiter auf Infektionen mit dem Coronavirus getestet worden. Darunter fielen nun zwei Tests positiv aus. Details nannte die Formel 1 wie gewohnt nicht.

21.15 Uhr: Im Südwesten stecken sich 333 weitere Menschen mit dem Coronavirus an

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten in Baden-Württemberg ist auf mindestens 43 251 gestiegen. Das sind 333 Menschen mehr als am Vortag, wie aus Zahlen des Landesgesundheitsamtes vom Freitag (Stand: 16.00 Uhr) hervorgeht. Als genesen gelten 37 202 Menschen - 208 mehr als am Vortag. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus liegt weiter bei 1864.

Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert wurde wie am Vortag mit 0,89 angegeben. Er zeigt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt.

20.40 Uhr: Frankreich meldet Rekordzahl an Corona-Neuinfektionen

Mit fast 9000 nachgewiesenen Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden hat Frankreich eine neue Rekordzahl seit Beginn der Corona-Pandemie erreicht. Innerhalb eines Tages wurden bis Freitagabend nach Angaben der Gesundheitsbehörde 8975 Neuinfektionen gemeldet. Dies ist der höchste Stand seit dem ersten nachgewiesenen Corona-Fall in dem Land im März.

Binnen einer Woche wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörde mehr als eine Million Corona-Tests vorgenommen. Der Anteil der positiven Tests stieg innerhalb einer Woche auf 4,5 Prozent.

19.31 Uhr: Wegen eines Corona-Falls findet die Partie zwischen dem SV Oberachern und dem 1. FC Rielasingen-Arlen nicht statt

Weil es einen positiven Corona-Fall im Spielerkader des SV Oberachern gibt, muss die Oberliga-Partie zwischen Oberachern und Rielasingen abgesetzt werden. Lediglich zwei Wochen nach dem südbadischen Pokalfinale zwischen dem 1. FC Rielasingen-Arlen und dem SV Oberachern, das der die Rielasinger mit 3:0 gewinnen konnte, hätten sich beide Mannschaften wieder gegenüberstehen sollen.

Bild: dpa

19.15 Uhr: Höchster Wert seit Anfang Mai: Über 1700 neue Corona-Fälle in Italien

In Italien ist die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus auf über 1700 und damit auf den höchsten Wert seit Anfang Mai gestiegen. Die Behörden in Rom verzeichneten am Freitag 1733 neue Corona-Fälle in 24 Stunden und 11 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus. Zuletzt hatte es am 2. Mai mit 1900 neuen Fällen höhere Zahlen bei den Neuinfektionen gegeben. Insgesamt haben sich in Italien 274.644 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 35.518 Menschen sind nach einer Infektion gestorben.

18.30 Uhr: 250 Corona-Laborproben in Hamburg verloren gegangen

In Hamburg sind 250 Corona-Laborproben von Rückkehrern aus Risikogebieten verloren gegangen. Ursache sei eine falsche Zuordnung, teilte die Gesundheitsbehörde am Freitag mit. Betroffen seien Menschen, die sich am vergangenen Freitag im Testzentrum am Flughafen auf das Coronavirus haben testen lassen. Sie würden nun kontaktiert und sollten nun schnellstmöglich erneut getestet werden. Alle 250 Personen befänden sich seit der Rückkehr in Quarantäne, hieß es. Eine Infektionsgefahr für die Bevölkerung bestehe nicht.

17.15 Uhr: Spahn: EU-Einigung auf zehntägige Quarantäne für Rückkehrer aus Risikogebieten

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich mit seinen EU-Kollegen auf eine europaweit geltende zehntägige Quarantänezeit für alle Reiserückkehrer aus Risikogebieten geeinigt. „Wir haben uns darauf geeinigt, dass bei Reisen aus Risikogebieten eine Quarantänepflicht von mindestens zehn Tagen bestehen soll“, sagte Spahn am Freitag nach einem Gespräch mit den Gesundheitsministern der EU-Mitgliedstaaten. Damit reduziert sich die Quarantänezeit in Deutschland von bislang 14 auf zehn Tage. Diskutiert werde noch die Möglichkeit, bei einem negativen Testergebnis die Quarantäne auf fünf Tage zu senken, sagte Spahn weiter.

16.44 Uhr: EU-Kommission will gemeinsame Kriterien für Corona-Reisebeschränkungen

Die EU-Kommission hat einen Vier-Punkte-Plan für besser abgestimmte Reisebeschränkungen in Europa wegen der Corona-Krise vorgelegt. Die Behörde empfahl den EU-Mitgliedstaaten am Freitag "gemeinsame Kriterien und Schwellenwerte" für Reisebeschränkungen. Darüber hinaus sollte es demnach ein Farbcode-System zur Kennzeichnung von Risikogebieten sowie einen gemeinsamen Rahmen für Auflagen für Reisende wie Tests oder Quarantäne geben. Und schließlich müsse eine "klare und rechtzeitige Information" der Öffentlichkeit erfolgen.

16 Uhr: 22 Schulen in Frankreich wegen Corona-Epidemie geschlossen

Wenige Tage nach dem Wiederbeginn des Unterrichts sind in Frankreich und einem Überseedépartement bereits 22 Schulen wegen der Corona-Epidemie geschlossen worden. Zwölf der betroffenen Einrichtungen seien in Frankreich selbst, die übrigen zehn auf der zu Frankreich gehörenden Insel La Réunion im Indischen Ozean, sagte Bildungsminister Jean-Michel Blanquer am Freitag im Radiosender Europe 1. Nach den Sommerferien hatten die Schulen am Dienstag den Unterricht wiederaufgenommen. Es gibt in Frankreich rund 60 000 Schulen. Die Schüler müssen ab elf Jahren eine Maske tragen und die Abstandsregeln einhalten.

15 Uhr: Curevac erhält Millionen-Förderung vom Bund für Corona-Impfstoff

Das Tübinger Biotechunternehmen Curevac erhält für die Forschung an einem Corona-Impfstoff eine Finanzspritze des Bundes in Höhe von 252 Millionen Euro. Das bestätigte am Freitag ein Sprecher des Unternehmens, an dem sich auch der Staat beteiligt hat. Zuvor hatte der „Business Insider“ darüber berichtet. Das Bundesforschungsministerium hatte vor Monaten ein Sonderprogramm zur Beschleunigung der Forschung an dringend benötigten Impfstoffen gegen das Virus gestartet. Ende Juli hatte das Ministerium dann mitgeteilt, dass neben Curevac auch die Mainzer Firma Biontech und das Unternehmen IDT Biologika aus Dessau-Roßlau „von einem Expertenbeirat“ zur Förderung empfohlen worden seien. Der Fördertopf umfasst insgesamt rund 750 Millionen Euro.

Das Logo des biopharmazeutischen Unternehmens Curevac steht mit dem Slogan «the RNA people» auf einer Scheibe neben dessen Eingang.
Das Logo des biopharmazeutischen Unternehmens Curevac steht mit dem Slogan «the RNA people» auf einer Scheibe neben dessen Eingang. | Bild: Sebastian Gollnow (dpa)

14.31 Uhr: Rund 10.000 Menschen von neuer Corona-Testpanne in Bayern betroffen

Von der jüngsten Panne bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen in Bayern sind rund 10.000 Menschen betroffen. Diese waren zwischen Samstag und Dienstag an bayerischen Flughäfen auf das Coronavirus getestet worden und bekamen nicht innerhalb der versprochenen Frist von 48 Stunden ein Ergebnis, wie ein Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums am Freitag in München mitteilte.

Grund sei ein EDV-Problem beim privaten Dienstleister Ecolog gewesen, der im Auftrag des Freistaats an den Flughäfen München, Nürnberg und Memmingen die Tests durchführt. Der Sprecher ging davon aus, dass im Laufe des Freitags alle in dem Zeitraum getesteten Menschen ihre Ergebnis-Benachrichtigungen erhalten werden.

14.15 Uhr: Laschet pocht auf einheitliche Regeln für Bundesliga-Spiele

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) pocht auf eine gesamtdeutsche Lösung für Spiele mit Zuschauern in der Fußball-Bundesliga. In Düsseldorf kritisierte er am Freitag unfaire Sonderwege. Unter anderen hatte RB Leipzig von den örtlichen Behörden die Erlaubnis erhalten, das erste Saison-Heimspiel gegen den FSV Mainz 05 vor bis zu 8500 Zuschauern zu bestreiten. „Natürlich ist das eine Wettbewerbsverzerrung, wenn in einem Stadion 8000 Zuschauer sind und man einen Heimvorteil hat, und in einem anderen spielt man vor leeren Rängen“, sagte Laschet. „Man braucht in Deutschland vergleichbare Regeln.“ Die Deutsche Fußball Liga (DFL) habe nun die Aufgabe, faire Lösungen für alle 18 Vereine zu erarbeiten. „Es ist jetzt schon ungut, dass eine Stadt es anders machen will“, kritisierte Laschet.

13 Uhr: Regierung sieht sich in Debatte um Corona-Quarantäne nicht am Zug

In der Debatte um eine mögliche Verkürzung von Quarantänezeiten im Kampf gegen die Corona-Pandemie sieht sich die Bundesregierung vorerst nicht am Zug. Ihr Sprecher Steffen Seibert verwies am Freitag darauf, dass für die Regierung derzeit die Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI) für eine Quarantäne von 14 Tagen gelten. Wenn es wegen neuer Erkenntnisse neue Empfehlungen gebe, würden diese auch vom RKI ausgehen. Seibert machte zugleich deutlich, dass die wissenschaftliche Diskussion darüber wahrgenommen und verfolgt werde. In der Pandemie gehe es für Gesellschaft und Politik um ein ständiges Lernen und ständig neues Abwägen.

11.25 Uhr: Wild Wings reichen Hygienekonzept ein und wollen Fan-Rückkehr

Die Schwenninger Wild Wings haben nach dem Einreichen ihres Hygienekonzepts erneut die Relevanz einer Fan-Rückkehr für das Eishockey angemahnt. „Ein Spielbetrieb ohne Zuschauer ist für uns nicht darstellbar oder finanzierbar“, sagte Geschäftsführer Christoph Sandner am Freitag. Es sei für die Wild Wings und für die Nachwuchsabteilung „essenziell“, dass die Deutsche Eishockey Liga (DEL) „zumindest mit einer reduzierten Anzahl an Zuschauern in die neue Saison ab dem 13. November“ starten könne. Der Austausch mit dem zuständigen Gesundheitsamt habe gezeigt, dass das Hygienekonzept der Wild Wings „eine gute Grundlage für den Spielbetrieb in der kommenden Saison sein“ könne.

Die DEL hatte den Start der neuen Saison bereits um zwei Monate auf den 13. November verschoben. Wegen der wirtschaftlichen Abhängigkeit von Zuschauereinnahmen wird intern allerdings auch bereits darüber wieder debattiert. Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten den Länder hatten in der vergangenen Woche eine Arbeitsgruppe beschlossen, die bis Ende Oktober Möglichkeiten für eine Rückkehr von Zuschauern in Sportarenen erarbeiten soll. Eine Perspektive Ende Oktober ist für die DEL im Hinblick auf den Saisonstart Mitte November aber zu spät.

10.38 Uhr: Bußgeld auch für Maskenverweigerer auf Schulhöfen in Baden-Württemberg

Maskenverweigerern in Baden-Württemberg droht ab sofort auch auf dem Schulhof ein Bußgeld. Das geht aus dem neuen Strafkatalog hervor, den die Landesregierung nach den jüngsten Vereinbarungen von Bund und Ländern angepasst hat. Demnach drohen zwischen 25 und 250 Euro Bußgeld, wenn keine Mund-Nasen-Bedeckung außerhalb des Unterrichts getragen wird. Der sogenannte Regelsatz liegt bei 35 Euro, wie es in dem am Freitag veröffentlichten „Bußgeldkatalog für Ordnungswidrigkeiten“ weiter heißt.

Der Schutz ist ab Klasse fünf und an den weiterführenden Schulen auf den sogenannten Begegnungsflächen wie den Fluren, der Aula, dem Schulhof und den Toiletten vorgeschrieben. Im Klassenraum wird es an baden-württembergischen Schulen nach den Sommerferien dagegen keine Maskenpflicht geben.

Auch das Mindestbußgeld für Maskenverweigerer außerhalb des Nahverkehrs wird im neuen Katalog angehoben. Es werden ab sofort wie in weiten Teilen Deutschlands auch mindestens 50 statt wie bislang 25 Euro fällig, wenn eine Maske nicht wie vorgeschrieben getragen wird. Die neuen Beschlüsse haben keine Auswirkung auf das im Südwesten geltende Mindestbußgeld für Verstöße gegen die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen. Dieses liegt weiter bei 100 Euro.

9.35 Uhr: 700 Millionen Euro als Corona-Bonus für Altenpflege ausgezahlt

Für den Corona-Bonus für Beschäftigte in der Altenpflege sind inzwischen rund 700 Millionen Euro ausgezahlt worden. Das teilte das Bundesgesundheitsministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Rund 680 Millionen Euro gingen demnach an Pflegeeinrichtungen als Arbeitgeber, weitere 20 Millionen Euro an Dienstleistungsunternehmen. Die Mitte Juli ausbezahlten Gelder müssten inzwischen bei den Pflegekräften angekommen sein, sagte ein Ministeriumssprecher. Die Beschäftigten sollten den Bonus direkt von ihren Arbeitgebern erhalten. Einen zweiten Auszahlungstermin soll es nach Angaben des Ministeriums im Dezember geben.

Insgesamt haben bis Juni rund 80 Prozent der Pflegeeinrichtungen einen Antrag auf Finanzierung der Corona-Prämie gestellt, wie aus Zahlen des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) hervorgeht. Auf Bundesebene wird der Bonus in Höhe von bis zu 1000 Euro aus Mitteln der Pflegeversicherung, im ambulanten Bereich anteilig von der Krankenversicherung finanziert.

8.43 Uhr: Landkreistag fordert genaue Corona-Leitfäden für Schulen im Südwesten

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat der Landkreistag Baden-Württemberg bessere Handlungskonzepte für Schulen gefordert. „Die Menschen wollen wissen, was die Abfolge ist, wenn es etwa in einem Kindergarten oder an einer Schule einen Corona-Fall in einer Klasse gibt“, sagte Landkreistags-Präsident Joachim Walter der „Südwest Presse“. „Wird dann gleich die ganze Schule geschlossen oder nur die Klasse des Schülers nach Hause geschickt?“ Unterschiedliche Entscheidungen bei identischen Fallkonstellationen würden für Verunsicherung sorgen und nicht für Akzeptanz, warnte Walter weiter. Grundsätzlich müssten Bund und Länder mehr Rücksicht auf die Praxis nehmen, „sonst schaffen wir nur Politikverdruss“.

7.20 Uhr: Gesundheitspolitiker für Verkürzung von Corona-Quarantänezeit

Gesundheitspolitiker aus mehreren Fraktionen haben sich dafür ausgesprochen, die Quarantänezeit bei Corona-Verdachtsfällen zu verkürzen. „Ich halte es für sehr sinnvoll, die Quarantänezeit auf fünf Tage zu begrenzen“, sagte der SPD-Abgeordnete Karl Lauterbach der „Welt“. „Wir wissen, dass die allermeisten Menschen fünf Tage nach Beginn der Symptome nicht mehr ansteckend sind, auch wenn der PCR-Test noch ein positives Ergebnis ausweist.“

Der Berliner Virologe Christian Drosten hatte für eine Verkürzung plädiert, um die Akzeptanz der Maßnahmen in der Gesellschaft zu erhalten. Menschen mit Verdacht auf eine Infektion sollten sich nur noch fünf statt 14 Tage isolieren müssen. Er regte zudem an, die fünf Tage nicht für Tests zu „verschwenden“, sondern erst nach Ablauf zu testen, ob die Betroffenen infiziert waren und noch infektiös sind.

Die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Christine Aschenberg-Dugnus, sprach sich ebenfalls für eine lediglich fünftägige Quarantäne aus. Damit erhöhe man die Akzeptanz in der Bevölkerung und entziehe „zugleich den Verschwörungstheoretikern und Corona-Leugnern den Boden“, sagte sie der „Welt“. Die gesundheitspolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Karin Maag, verwies auf eine Prüfung zu dem Thema: Bund und Länder hätten das Bundesgesundheitsministerium und das Robert Koch-Institut damit beauftragt, „die vorhandene Studienlage zur Quarantäne auszuwerten - und dann im Austausch mit den europäischen Partnern einen Bericht vorzulegen“. Auf dieser Basis werde dann entschieden, ob eine verkürzte Quarantäne angeraten werden könne.

Das waren die Entwicklungen am Donnerstag, 3. September:

21 Uhr: Verzögerungen bei Corona-Testergebnissen von bayerischen Flughäfen

Bei der Übermittlung der Ergebnisse von Corona-Tests, die an bayerischen Flughäfen gemacht wurden, gibt es Verzögerungen. Das teilte das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit am Donnerstagabend mit.

Bei den Proben wurden demnach - mit Blick auf die Übermittlung in einem Zeitraum von 48 Stunden - ab dem 29. August „wachsende Rückstände bei der Befundübermittlung erkannt“, teilte eine Sprecherin am Donnerstagabend mit. Wie viele Menschen betroffen sind, war zunächst unklar. Auch wie lange die Verzögerungen konkret sind, teilte das Landesamt nicht mit.

Schon in der Vergangenheit hatte es Verzögerungen an mehreren Teststellen in Bayern gegeben. Mitte August war bekannt geworden, dass Zehntausende Menschen tagelang auf das Ergebnis ihrer Corona-Tests gewartet hatten, die sie zum Beispiel an den Teststationen an Autobahnen gemacht hatten.

18.40 Uhr: Heilbronn rutscht bei Corona-Neuinfektionen unter kritische Marke

Heilbronn ist bei den Corona-Infektionen wieder unter die kritische Marke von 35 Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage gerutscht. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz in der Stadt liegt nach Angaben des Landesgesundheitsamtes nur noch bei 34,1. Ab 35 neuen Fällen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gilt eine sogenannte Vorwarnstufe. Heilbronn hatte diesen Wert am 23. August als erste Südwest-Kommune seit Monaten wieder übersprungen und seitdem auch stets über dieser Marke gelegen.

17 Uhr: Maskenpflicht: Schärfere Corona-Auflagen für Erntehelfer beschlossen

Die Ernte im Südwesten wird in diesem Jahr unter noch strengeren Bedingungen als erwartet stattfinden. Nach zahlreichen Corona-Ausbrüchen bei Erntehelfern im Sommer hat die Landesregierung nach Angaben von Donnerstag eine spezielle Verordnung für die Saisonarbeit beschlossen. Demnach muss in den Betriebsstätten nun grundsätzlich eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden, außerdem müssen sich Erntehelfer vor Beginn des Saisoneinsatzes testen lassen. Ein weiterer Test nach sieben Tagen wird empfohlen. Daten vor allem von den Arbeitszeiten, Einsatzorten und Arbeitsgruppen müssen laut Verordnung künftig erhoben und gespeichert werden.

16.40 Uhr: Thailand bestätigt erste lokal übertragene Corona-Infektion seit Mai

100 Tage lang gab es in Thailand keinen offiziell erfassten lokalen Corona-Fall. Nun wurde ein Häftling positiv getestet. Das Gesundheitsministerium in Bangkok bestätigte, dass es sich um die erste bemerkte lokal übertragene Corona-Neuinfektion seit Ende Mai handelt. Der Infizierte sei ein 37-Jähriger, der am 26. August wegen Drogenkonsums festgenommen worden war. Das Virus sei bei einer ärztlichen Untersuchung im Gefängnis nachgewiesen worden. Erst am Mittwoch hatte die Regierung dem Land zu 100 Tagen ohne lokalen Übertragungsfall gratuliert. Der Mann sei mit 34 anderen Häftlingen in Kontakt gewesen, die aber alle negativ getestet worden seien.

15.10 Uhr: Merkel lehnt Kaufprämie für Autos mit Verbrennungsmotor ab

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat der CSU-Forderung nach einer Kaufprämie für Autos mit sauberen Verbrennungsmotoren eine Absage erteilt. „Ich persönlich glaube, dass unser Konjunkturprogramm jetzt rund ist, dass wir die richtigen Maßnahmen beschlossen haben“, sagte sie in Berlin nach einem Gespräch mit Schwedens Ministerpräsident Stefan Löfven.

Durch die Senkung der Mehrwertsteuer beinhalte dieses auch Preisvorteile beim Kauf eines Autos mit Verbrennungsmotor. „Insofern sehe ich da jetzt im Augenblick keinen Ergänzungsbedarf. Aber die Position der CSU ist mir bekannt.“ In einem Papier für ihre Klausurtagung erneuert die CSU-Landesgruppe ihre in der Koalition bereits gescheiterte Forderung nach einer Kaufprämie für Autos mit Verbrennungsmotoren.

14.50 Uhr: Corona-Lage in Deutschland stabilisiert

In Deutschland gibt es derzeit keinen starken Anstieg bei den Fallzahlen mehr - in anderen Ländern Europas sieht das anders aus. Der seit Mitte Juli beobachtete Zuwachs in den übermittelten Fallzahlen habe sich in der letzten Woche stabilisiert, hieß es im Lagebericht des Robert Koch-Instituts (RKI). „Auch wenn die Fallzahlen wieder abnehmen, muss die Lage weiterhin sorgfältig beobachtet werden.“ Insbesondere gelte es zu verhindern, dass wie zu Beginn der Pandemie wieder vermehrt ältere und besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen erkranken. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten innerhalb eines Tages 1311 Corona-Neuinfektionen. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich hierzulande mindestens 246.166 Menschen nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert.

14 Uhr: Türkei verschärft Corona-Regeln für Hochzeiten und Feste

Die Türkei hat wegen steigender Coronafälle die Regeln für Hochzeiten und Feste verschärft. Straßen- und Dorfhochzeiten, Verlobungs- oder etwa auch Beschneidungsfeiern im Freien seien ab Freitag nicht mehr erlaubt, teilte das türkische Innenministerium mit. Demnach sind standesamtliche Trauungen in Veranstaltungsräumen gestattet, sie dürfen aber maximal eine Stunde dauern.

Tanz, Speisen und alle Getränke bis auf abgepacktes Wasser seien nicht erlaubt, hieß es. Zudem gelten die üblichen Hygiene- und Abstandsregeln sowie eine Maskenpflicht. Die Türkei hatte Hochzeitssäle bereits am 1. Juli wiedereröffnet, ebenfalls unter Auflagen. So durften etwa nur noch Braut und Bräutigam tanzen, Umarmungen und Händeschütteln wurden verboten, ebenso der traditionellen Gruppentanz Halay.

13 Uhr: Landesregierung offen für vorübergehende Rückkehr von Heizstrahlern

Aus der baden-württembergischen Landesregierung kommt Unterstützung für die Forderung von Gastwirten, in diesem Herbst wegen der Corona-Pandemie Heizstrahler zu erlauben. Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) sprach sich für unbürokratische und flexible Regelungen aus. Sie appellierte an die Kommunen, Heizpilze zumindest für ein Jahr ausnahmsweise für Gastronomen zuzulassen.

Ein Heizstrahler steht im Außenbereich eines Restaurants.
Ein Heizstrahler steht im Außenbereich eines Restaurants. | Bild: Daniel Karmann (dpa)

„So können diese ihre Außengastronomie auch in der kälteren Jahreszeit fortführen - natürlich stets unter Beachtung der Abstands- und Hygieneregeln - und ihre Umsätze etwas ankurbeln“, teilte die Ministerin am Donnerstag mit. Zahlreiche Betriebe hätten bereits Konzepte für ökologisch nachhaltige Angebote entwickelt.

12.30 Uhr: Europas größtes Bordell „Pascha“ ist insolvent

Das „Pascha“ in Köln, Europas größtes Bordell, hat Insolvenz angemeldet. Ein Sprecher des Amtsgerichts Köln bestätigte, dass der Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens dort eingegangen sei. „Wir sind am Ende“, sagte Geschäftsführer Armin Lobscheid dem Kölner „Express“. Wegen des andauernden Prostitutionsverbots während der Corona-Krise seien die Rücklagen aufgebraucht. Die laufenden Kosten für das zehnstöckige Gebäude, in dem rund 60 Angestellte wie Masseure, Handwerker und Köche arbeiteten, seien zu hoch. Normalerweise arbeiten dort auch rund 120 Prostituierte, allerdings als Selbstständige.

11.32 Uhr: Warum ausgerechnet Konstanz? „Querdenken“-Initiator Michael Ballweg erklärt die Gründe für die Wahl des neuen Protest-Ortes

Nach der Eskalation am Reichstagsgebäude in Berlin wird „Querdenken“-Initiator Michael Ballweg vorgeworfen, sich zu wenig gegen Rechts abzugrenzen. Jetzt will er für mehr Distanz sorgen – jedenfalls räumlich: Denn würde am 3. Oktober in Konstanz demonstriert, wäre das weit entfernt von möglichen rechten Demos in Berlin. Im Interview begründet Ballweg, warum er die Grundrechte weiterhin für unzulässig eingeschränkt hält.

10.34 Uhr: EU behält Corona-Einreisestopps für Drittstaaten unverändert bei

Die EU hat nach der Sommerpause ihre Empfehlungen für Einreisestopps für Drittstaaten wegen der Corona-Pandemie nicht gelockert. Wie eine Sprecherin des EU-Rates am Donnerstag sagte, bestätigten die Mitgliedstaaten eine seit Anfang August geltende Liste mit nur elf Ländern, für die Ausnahmen gelten sollen. Die EU hatte wegen der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus im März für nicht unbedingt notwendige Besuche entschieden, die Einreise aus Drittstaaten zu untersagen. Seit Anfang Juli veröffentlicht die EU eine Liste mit Ländern, bei denen dies aber wieder möglich ist. Sie wird im Abstand von einigen Wochen regelmäßig aktualisiert.

Nach einer Entscheidung der EU-Botschafter vom Mittwoch gelten Ausnahmen weiter für nur folgende Länder: Australien, China, Georgien, Japan, Kanada, Neuseeland, Ruanda, Südkorea, Thailand, Tunesien und Uruguay. Bei China gilt als zusätzliche Bedingung für die Aufhebung des Einreisestopps, dass Peking seinerseits das Einreiseverbot für EU-Bürger beenden muss. Ob die EU-Mitgliedstaaten die Liste anwenden, bleibt allerdings ihnen überlassen. Denn die Kompetenz für Einreisebeschränkungen liegt auf nationaler Ebene.

9.10 Uhr: 1311 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben innerhalb eines Tages 1311 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 246.166 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag bekannt gab (Datenstand 3.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt bei 9321. Das sind acht mehr als noch am Vortag. Bis Donnerstagmorgen hatten etwa 220.500 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

8.38 Uhr: Düsseldorfer Karnevalsauftakt soll trotz Corona am 11.11. starten – aber ohne Alkohol

In Düsseldorf soll der Karnevalsauftakt am 11.11. nicht der Corona-Krise zum Opfer fallen. Der sogenannte Hoppeditz solle auch im Jahr der Pandemie unter freiem Himmel auf dem Rathausplatz erwachen - allerdings alkoholfrei, teilte das Comitee Düsseldorfer Carneval am Mittwochabend mit. Die Tradition markiere in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt seit fast 150 Jahren den Beginn der fünften Jahreszeit. "An dieser Tradition werden wir auch in Zeiten der Corona-Krise festhalten", erklärten die Karnevalisten.

Das Erwachen werde "komplett ohne Alkoholausschank stattfinden", kündigte Comitee-Präsident Michael Laumen an. Mit Unterstützung der Stadt werde ein Hygiene- und Infektionsschutzkonzept erarbeitet und versucht, möglichst vielen Karnevalisten eine Teilnahme zu ermöglichen. Eine genaue Zahl stehe noch nicht fest. Der Umzug der Karnevalsvereine am 11.11. und der traditionelle Hoppeditz-Ball sollen den Angaben zufolge ausfallen.

7.45 Uhr: Corona-Bonus soll nun auch für Pflegekräfte in Kliniken kommen

Für Pflegekräfte mit besonderen Belastungen wegen der Corona-Krise soll nun auch in Kliniken eine Bonuszahlung kommen. Die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) wollen 100 Millionen Euro bereitstellen, um Prämien bis zu 1000 Euro zu ermöglichen. Das sieht ein gemeinsames Konzept des GKV-Spitzenverbands und der Deutschen Krankenhausgesellschaft vor, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Verhandlungskreisen erfuhr. Demnach sollen die Kliniken festlegen, wer eine Prämie bekommt und in welcher Höhe - je nachdem, wie stark Pflegekräfte in der Behandlung von Corona-Kranken eingesetzt waren.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte die beiden Verbände aufgefordert, ein entsprechendes Konzept zu entwickeln. Hintergrund war breite Kritik daran, dass es bisher nur für die Altenpflege einen Bonus wegen besonderer Corona-Belastungen gibt.

7.12 Uhr: Linke will Millionäre für Krisenbewältigung zur Kasse bitten

Zur Bewältigung der Corona-Krise will die Linke Multimillionäre und Milliardäre zur Kasse bitten. In einem Positionspapier für die Klausurtagung der Linken-Bundestagsabgeordneten in Potsdam an diesem Donnerstag und Freitag fordert die Fraktionsspitze eine einmalige Vermögensabgabe. „Jetzt ist die Solidarität derer gefordert, denen es sehr gut geht“, heißt es darin. „Diese Krise darf nicht wieder – wie bei der Finanzkrise – von den "normalen" Leuten bezahlt werden.“

Für die Zeit nach der Krise sieht das Papier eine Vermögenssteuer für Multimillionäre und Milliardäre vor, die im Jahr mindestens 100 Milliarden Euro einbringen soll. Damit sollten dauerhaft Zukunftsinvestitionen in Bildung, Sozialstaat, Energiewende und Infrastruktur ermöglicht werden. Die Fraktionsspitze spricht sich für die Zeit der Krise auch für eine Erhöhung des Kurzarbeitergeldes auf 90 Prozent, für den Niedriglohnsektor sogar auf 100 Prozent aus. Derzeit liegt es je nach Bezugsdauer zwischen 60 und 80 beziehungsweise 87 Prozent bei Beschäftigten mit Kindern.

Das waren die Entwicklungen am Mittwoch, 2. September:

21.45 Uhr: Bund warnt nun vor Reisen in drei kroatische Regionen

Wegen der gestiegenen Zahl von Corona Neuinfektionen warnt die Bundesregierung nun vor Reisen in drei kroatische Regionen. Am Mittwoch wurde auch der Verwaltungsbezirk (Gespanschaft) Zadar auf die Liste gesetzt - und parallel auf der aktualisierten Liste, die das bundeseigene Robert Koch-Institut am Mittwoch veröffentlichte, als Corona-Risikogebiet geführt.

Zuvor galt bereits eine Reisewarnung der Bundesregierung für die beiden südlichen Verwaltungsbezirke, die Gespanschaften Šibenik-Knin mit dem Nationalpark Krka sowie Split-Dalmatien mit der Hafenstadt Split und den Inseln Brac und Hvar.

19.30 Uhr: Ganz Spanien gilt nun als Corona-Risikogebiet

Das beliebte Urlaubsland Spanien gilt nun komplett als Corona-Risikogebiet. Wegen der gestiegenen Zahl von Neuinfektionen auf den Kanarischen Inseln stuften die zuständigen Bundesministerien für Innen und Gesundheit sowie das Auswärtige Amt auch die Region im Atlantik als Risikogebiet ein. Das bundeseigene Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlichte nun eine aktualisierte Liste der betroffenen Länder und Regionen. Es wurde erwartet, dass das Auswärtige Amt (AA) auf dieser Grundlage eine Reisewarnung ausspricht.

Zentrales Kriterium für die deutsche Einstufung als Risikogebiet ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat. Auf den Kanaren sind es bereits 95,71. Die Inselgruppe vor der Westküste Afrikas war die letzte Region Spaniens, die noch nicht als Risikogebiet galt.

19 Uhr: Corona-Kabinett befasst sich mit Bund-Länder-Vereinbarungen

Im Berliner Kanzleramt tagt am Donnerstag wieder das Corona-Kabinett. Bei dem Treffen unter Leitung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geht es insbesondere um die Umsetzung der Bund-Länder-Beschlüsse von vergangener Woche. Damals war etwa verabredet worden, den Umgang mit Reiserückkehrern zu ändern. Wenn jemand bewusst in ein Corona-Risikogebiet reist, soll für die Zeit der Pflichtquarantäne nach einer "vermeidbaren Reise" in ein solches Gebiet künftig kein Verdienstausfall mehr vom Staat ausgeglichen werden.

18 Uhr: Im Südwesten stecken sich 242 weitere Menschen mit dem Coronavirus an

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten in Baden-Württemberg ist auf mindestens 42.607 gestiegen. Das sind 242 Menschen mehr als am Vortag, wie aus Zahlen des Landesgesundheitsamtes vom Mittwoch hervorgeht. Als genesen gelten 37.240 Menschen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus liegt bei 1867, das ist ein Fall mehr als am Tag zuvor. Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert wurde mit 0,9 angegeben, etwas geringer als am Vortag.

17.46 Uhr: Konstanzer OB Burchardt: Corona-Demo kaum möglich

Der Oberbürgermeister von Konstanz, Uli Burchardt, hat bisher nur aus den Medien über die geplante Corona-Großdemo in seiner Stadt erfahren: „Man würde ja erwarten, dass man als Stadt, in der so eine Veranstaltung stattfinden soll, darüber informiert wird oder dass eine Anmeldung kommt. Aber wir haben bisher nichts“, sagte er dem SÜDKURIER.

Zudem seien für den 3. Oktober bereits weitere Demonstrationen angemeldet, weswegen ein weitere Großveranstaltung wohl kaum zu genehmigen sei. Zwar spreche grundsätzlich nichts gegen eine korrekt angemeldete Versammlung. Aber: „Es sind bereits vier oder fünf Veranstaltungen für denselben Tag in Konstanz angemeldet mit mehreren tausend Teilnehmern. Da geht es um den Tag der Deutschen Einheit und darum, sich ausdrücklich für die Corona-Maßnahmen auszusprechen“, sagte der OB.

Er sehe keinen geeigneten Ort für die mögliche Großdemo. Die Wahrscheinlichkeit, dass an diesem Tag eine weitere Demo noch in die Stadt „physisch hineinpasse“, sei gering.

17.20 Uhr: Wie groß ist das Protestpotenzial für eine grenzüberschreitende Corona-Demonstration? Ein Blick in unsere Nachbarländer

Am 3. Oktober soll es in Konstanz zu einer großen Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen kommen. Dazu sollen auch Kritiker aus dem Ausland kommen – doch wie groß ist der Protestwille in unseren Nachbarländern überhaupt? In der Schweiz ist der Widerstand gegen die Corona-Maßnahmen noch keine Massenbewegung. Parallel zu Veranstaltung in Berlin gab es am vergangenen Wochenende zwar auch eine in Zürich – dabei kamen jedoch nur rund 1000 Menschen zusammen, wie Medien berichten. In Vorarlberg hat es tatsächlich schon eine Demo mit Teilnehmern aus verschiedenen Ländern am Bodensee gegeben. Ein Blick in unsere Nachbarländer Österreich, Frankreich und Schweiz. 

16.50 Uhr: Vier Orte in Bayern überschreiten Corona-Frühwarnwert

Zwei weitere Orte in Bayern haben den Corona-Frühwarnwert überschritten. Nach Angaben des bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittel stieg die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen am Mittwoch in Memmingen im Allgäu und dem mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen auf mehr als 35. In Memmingen lag der Wert bei 38,76, in Weißenburg-Gunzenhausen bei 36,02. Ebenfalls über dem Frühwarnwert lagen die Zahlen weiter in Ingolstadt und Rosenheim. Fast alle Neuinfizierten in Memmingen seien Reiserückkehrer aus Risikogebieten, sagte eine Stadtsprecherin. Deshalb würden die Regeln nun verschärft: Alle Reiserückkehrer aus Risikogebieten müssen sich demnach zunächst in häusliche Quarantäne begeben und nach mehreren Tagen erneut auf Corona testen lassen - unabhängig davon, ob sie sich im Ausland oder bei der Rückkehr schon einem Test unterzogen hatten.

15.30 Uhr: Szenen wie in Berlin vermeiden: Wie bereitet sich die Polizei auf die angekündigte Corona-Großdemo in Konstanz vor?

Die Polizei ist gewarnt. Am 3. Oktober soll eine große Anti-Corona-Demonstration am Bodensee stattfinden. Drohen dann Probleme wie am Wochenende in Berlin? „Konstanz ist nicht das Zentrum rechtsextremer Gesinnungsgenossen und wird es auch durch eine eventuelle Demonstration Andersdenkender nicht werden. Das Problem sind eher gewaltbereite Mitläufer, die friedliche Demonstrationen unterlaufen und dann für Aufsehen sorgen“, sagt der Sprecher des Konstanzer Polizeipräsidiums Uwe Vincon. Die Einschätzung der Polizei aus Konstanz und aus dem Thurgau lesen Sie hier. 

13.46 Uhr: Malediven-Urlauber brauchen bald negativen Corona-Test zur Einreise

ouristen können bald nur noch mit einem negativen Corona-Test in die Malediven einreisen. Die neuen Bestimmungen sollen vom 10. September an gelten, wie ein Sprecher des Tourismusministeriums des Inselstaates der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch sagte. Der Test dürfe bei der Abreise Richtung Malediven höchstens 72 Stunden alt sein. Für ein kostenloses 30-Tage-Visa direkt bei der Einreise müssten Urlauber eine Hotelbuchungsbestätigung vorlegen. Am Flughafen müsse man außerdem eine Maske tragen.

13 Uhr: Corona-Soforthilfen summieren sich auf 13,4 Milliarden Euro

Kleine Unternehmen und Soloselbstständige haben bis Ende Juli Corona-Soforthilfen des Bundes in Höhe von 13,4 Milliarden Euro erhalten. Das geht aus einem Bericht des Bundeswirtschaftsministeriums hervor, der dem Haushaltsausschuss des Bundestages übermittelt wurde. Demnach wurden die Beträge über die Länder an rund 1,75 Millionen Empfänger ausgezahlt. Der größte Anteil, rund 3,77 Milliarden Euro, ging an kleine Firmen und Soloselbstständige in Nordrhein-Westfalen. Noch nicht ausgezahlt waren zum Stand 31. Juli knapp 1,2 Milliarden Euro der vom Bund an die Länder zugewiesenen Hilfen.

11.38 Uhr: Spahn bestätigt Investitionspaket in Milliardenhöhe für Krankenhäuser

Die Krankenhäuser in Deutschland sollen in den nächsten Jahren Milliarden an zusätzlichem Geld für Investitionen bekommen. Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch einen Gesetzentwurf zur Einrichtung eines Krankenhauszukunftsfonds, den der Bund mit drei Milliarden Euro befüllen will, wie das Bundesgesundheitsministerium mitteilte. Länder und Krankenhausträger sollen sich an den konkreten Investitionen mit 30 Prozent beteiligen, so dass insgesamt rund 4,3 Milliarden Euro zur Verfügung stehen. Das Geld solle "in moderne Notfallkapazitäten, in die IT-Sicherheit und vor allem in konkrete Digitalisierungsprojekte" fließen, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Berlin.

Zu dem vom Kabinett beschlossenen Gesetzentwurf gehören auch einige kurzfristigere Maßnahmen zu Unterstützung der Kliniken in der Corona-Krise. So würden etwa Corona-bedingte Erlösrückgänge "auf Verlangen des Krankenhauses in Verhandlungen mit den Kostenträgern krankenhausindividuell ermittelt und ausgeglichen", erläuterte das Gesundheitsministerium. Mehrkosten etwa durch die Beschaffung von Schutzkleidung könnten ebenfalls ausgeglichen werden.

11.17 Uhr: Kabinett beschließt verlängerte Ausnahmen für Insolvenzantrag

Die Ausnahmen für das Insolvenzrecht in der Corona-Krise sollen verlängert werden. Das hat das Bundeskabinett am Mittwoch beschlossen. Die Pflicht, einen Insolvenzantrag zu stellen, soll bis Jahresende ausgesetzt bleiben - falls Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung eines Unternehmens Folge der Corona-Krise sind. Diese Regelung war im März zunächst bis September eingeführt worden, um eine Pleitewelle in der Pandemie zu verhindern. Normalerweise muss ein Insolvenzantrag spätestens drei Wochen nach Eintritt eines Insolvenzgrundes gestellt werden. Der Bundestag muss der Verlängerung noch zustimmen.

10.01 Uhr: Mehrheit befürwortet laut Umfrage ein Großveranstaltungsverbot

Viele Menschen in Deutschland halten es laut einer Umfrage für richtig, dass Großveranstaltungen verboten bleiben, bei denen die Hygieneregeln nicht eingehalten werden können. 77 Prozent gaben in der Befragung des Meinungsforschungsinstituts YouGov an, dass sie das Verbot „voll und ganz“ oder „eher“ befürworteten. Nur 15 Prozent der 945 Befragten lehnen es demnach ab. Mit 88 Prozent besonders hoch war die Zustimmung zu der Regelung unter den Menschen, die zum Zeitpunkt der Umfrage 55 Jahre oder älter waren. Unter den 18- bis 24-Jährigen waren es nur 55 Prozent.

9.02 Uhr: 1256 neu gemeldete Corona-Infektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 1256 neue Corona-Infektionen gemeldet. Dies gab das Robert Koch-Institut (RKI) am Mittwochmorgen auf seiner Homepage bekannt. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 244.855 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9313. Seit dem Vortag wurden elf Todesfälle mehr gemeldet. Bis Mittwochmorgen hatten etwa 219.100 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Dienstagabend bei 0,84 (Vortag: 0,94), das Sieben-Tage-R bei 0,89 (Vortag: 0,88).

7.44 Uhr: Initiative „Querdenken 711“ will Demo am Tag der Deutschen Einheit von Berlin nach Konstanz verlegen

Die Stuttgarter Initiative Querdenken 711 will am 3. Oktober in Konstanz gegen die Corona-Politik demonstrieren. Eine Demo in Berlin sei nicht geplant, sagte Organisator Michael Ballweg am Mittwoch im Deutschlandfunk. Am Samstag hatten sich Zehntausende Menschen in der Hauptstadt versammelt, um gegen staatliche Corona-Auflagen zu protestieren. Darunter waren auch größere Gruppen von sogenannten Reichsbürgern. Als Reaktion auf die Demos hat der Berliner Senat am Dienstag eine Maskenpflicht für Demonstrationen mit mehr als 100 Teilnehmern beschlossen, die von Samstag an gelten soll. Die Verlegung ist Ballweg zufolge aber keine Reaktion auf die Maßnahme. „Ne, also gar nicht. Das ist ja auch schon am 29. auf der Bühne verkündet worden“, sagte er dem Deutschlandfunk.

Dass die für den 3. Oktober in Berlin geplante Querdenken-Demonstration nach Konstanz verlegt werden soll, hatte bereits der RBB-Journalist Olaf Sundermeyer nach der RBB-Talksendung „Wir müssen reden“, an der Ballweg am Dienstagabend teilnahm, getwittert. Ballweg habe das im Anschluss an die Live-Sendung angekündigt. Die Verlegung sei eine Reaktion darauf, dass Rechtsextreme für die Corona-Demonstrationen in der Hauptstadt mobilisierten und mitliefen, so der RBB.

7.09 Uhr: Schweizer Firma bringt im September Corona-Schnelltest auf den Markt

Der schweizerische Pharmakonzern Roche wird noch im laufenden Monat einen Corona-Antigen-Schnelltest auf den Markt bringen. Bei diesem stehe das Testergebnis in der Regel innerhalb von 15 Minuten fest, teilte das Unternehmen am Dienstagabend mit. Der Test soll laut den Angaben Ende September zunächst in Europa (Länder mit CE-Kennzeichnung) lanciert werden. Es sei aber geplant, auch in den USA bei der zuständigen Behörde FDA eine schnelle Zulassung (Emergency Use Authorisation) zu beantragen.

Der Test kann der Mitteilung zufolge ohne Laborinfrastruktur mit einem Nasen-Rachen-Abstrich durchgeführt werden und habe eine hohe Zuverlässigkeit. Bei der Markteinführung sollen laut Roche monatlich 40 Millionen Schnelltests zur Verfügung stehen. Diese Kapazität werde sich bis Ende dieses Jahres mehr als verdoppeln. Besonders in der bevorstehenden Grippesaison sei es wichtig zu wissen, ob eine Person am Coronavirus oder an der Grippe erkrankt sei, lässt sich Thomas Schinecker, Chef der Roche-Diagnostik-Sparte zitieren. Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, seien Testlösungen, die Ärzten und Patienten eine schnelle Antwort auf den Infektionsstatus geben, von entscheidender Bedeutung.

Das waren die Entwicklungen am Dienstag, 01. September: 

21.30 Uhr: Junge Orchestermusiker fürchten um Ausbildung

Junge Orchestermusiker haben in einem offenen Brief davor gewarnt, dass die Ausbildung unter der Corona-Pandemie leiden könnte. In der aktuellen Spielzeit hätten viele Praktikanten und Akademisten nur sehr wenige Einsätze, schrieb der Vorstand der Jungen Deutschen Philharmonie in Frankfurt.
Viele Studenten an Musikhochschulen versuchen, nebenher in einem Orchester zu spielen, und bewerben sich für diese Plätze. In der Hochphase der Krise seien neben dem Spielbetrieb der Orchester aber auch nahezu alle Probespiele eingestellt worden.
„Unsere Befürchtungen – die sich leider bei einigen Orchestern auch schon bestätigt haben – sind, dass durch den Ausfall der Probespiele und auch durch die heftigen finanziellen Einbußen der Orchester die Ausbildungsplätze für die nächste Spielzeit bedroht sind“, hieß es in der Mitteilung vom Dienstag.

19.30 Uhr: Deutlich weniger Ausbildungsplätze im Südwesten

Die Unternehmen im Südwesten haben angesichts wirtschaftlicher Turbulenzen in der Corona-Pandemie viele Ausbildungsplätze abgebaut. Im Bereich der Industrie- und Handelskammern fiel der Rückgang in der Medien- und Veranstaltungsbranche, im Tourismus sowie im Verkehrs- und Transportgewerbe besonders drastisch aus, wie der baden-württembergische Dachverband BWIHK am zum offiziellen Ausbildungsstart mitteilte. Wegen des Abbaus etlicher Lehrstellen meldeten die Betriebe in Industrie, Handel und Dienstleistungsgewerbe nun insgesamt 6280 weniger Auszubildende als noch vor einem Jahr - das entspricht einem Minus von 15,5 Prozent.

18.40 Uhr: Die aktuellen Zahlen für den Südwesten

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten in Baden-Württemberg ist auf mindestens 42.365 gestiegen. Das sind 248 Menschen mehr als am Vortag, wie aus Zahlen des Landesgesundheitsamtes vom Dienstag hervorgeht. Als genesen gelten 37.041 Menschen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus liegt unverändert bei 1866. Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert wurde mit 0,96 angegeben. Er gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt.

17.45 Uhr: Österreich kündigt mögliche erste Corona-Impfungen ab Januar an

Die österreichische Regierung hält erste Impfungen gegen das Coronavirus ab Januar für möglich. Die Regierung hofft darauf, bis zum Jahreswechsel 600.000 Impfdosen für 300.000 Menschen zu erhalten, wie Gesundheitsminister Rudolf Anschober sagte. "Es sieht derzeit ganz gut aus", fügte der Minister hinzu. Bei den ersten Impfungen sollen seinen Angaben zufolge Beschäftigte im Gesundheitswesen und in der Pflege bevorzugt werden.

Vergangene Woche hatte Österreich seine Teilnahme an einer EU-weiten Vereinbarung mit dem Pharmakonzern AstraZeneca bekanntgegeben. Die Europäische Union und die EU-Kommission verhandeln auch noch mit anderen Herstellern über Vorverträge, um verschiedene Impfstoffe zur Verfügung zu haben.

17 Uhr: Drosten: Covid-19-Patienten nach überstandener Erkrankung immun

Menschen, die eine Covid-19-Erkrankung überstanden haben, sind nach Ansicht von Christian Drosten vor einer erneuten Erkrankung geschützt. Zumindest für den Zeitraum der gegenwärtigen Pandemie dürfte die Immunität anhalten, sagte der Virologe von der Berliner Charité im NDR-Podcast. „Da bin ich sehr zuversichtlich.“ Im Ausnahmefall könne es möglicherweise bei erneutem Kontakt mit dem Virus zu einer neuerlichen, oberflächlichen Infektion kommen, eine schwere Lungenentzündung dürfte daraus aber nicht werden. Aufgrund der geringeren Viruskonzentration in solchen Fällen sollten daraus auch keine Infektionsketten mehr entstehen.

16 Uhr: Debatte um Heizpilze: Altmaier schlägt Klima-Ausgleich vor

In der Debatte um eine Rückkehr von Heizpilzen im Herbst und Winter hat Wirtschaftsminister Peter Altmaier einen klimapolitischen Ausgleich vorgeschlagen. Altmaier sagte, es könne in Corona-Zeiten der Gastronomie geholfen werden, wenn Gäste auch in der kalten Jahreszeit draußen sitzen könnten. Die „bescheidenen Energiekosten“ könnte klimapolitisch ausgeglichen werden. Dies bedeutet eine mögliche CO2-Kompensation. Vielerorts sind die sogenannten Heizpilze aus Umweltschutzgründen verboten. Gastronomen hatten eine bundesweite Zulassung gefordert, um im Herbst und Winter mehr Gäste im Freien bedienen zu können.

Als ein Argument dafür gilt, dass Wirte ihre Gäste dann auch im Herbst und Winter draußen platzieren können und Abstand gehalten werden kann. Selbst die Grünen halten eine Ausnahme für vertretbar: „Aus klima- und umweltpolitischen Gründen lehnen wir in Zeiten, in denen man im Restaurant oder Café im Winter ganz normal drinnen sitzen kann, den Betrieb von Heizpilzen im Außenbereich ab“, hatte Bundestagsfraktionschef Anton Hofreiter der Deutschen Presse-Agentur gesagt. „In diesem Winter ist das alles anders und daher wäre ich in dieser speziellen Ausnahmesituation und mit Blick auf den Gesundheitsschutz dafür, Verbote zeitlich befristet auszusetzen.“

15.20 Uhr Freigabe der Stadt: 8500 Fans bei Bundesliga-Auftakt von RB Leipzig

RB Leipzig darf vor mehreren Tausend Fans in die neue Saison der Fußball-Bundesliga starten. Nach dpa-Informationen werden zum Spiel gegen den 1. FSV Mainz 05 am 20. September bis zu 8500 Zuschauer zugelassen. Das entspricht 20 Prozent des Fassungsvermögens der Red Bull Arena. Die Stadt Leipzig bestätigte die Freigabe am Dienstagnachmittag. „Wir wollen mit dieser Genehmigung ein Stück Normalität wagen. Wir sind uns bewusst, dass die Pandemie noch lange nicht besiegt ist. Aber dort wo es geht, muss Menschen – unter strengen Auflagen – auch erlaubt sein, ihren Alltag zurückzubekommen“, sagte Oberbürgermeister Burkhard Jung. Bedingung ist unter anderem eine Maskenpflicht für die Zuschauer sowie strenge Abstandsregeln.

15 Uhr: Gastwirte sind auf verlängerte Außensaison angewiesen

Die Gastwirte in Baden-Württemberg sind nach Überzeugung des Branchenverbandes Dehoga wegen der Ausfälle durch die Corona-Pandemie auf eine Verlängerung der Außensaison angewiesen. Dafür sollte auch der Einsatz der vielerorts verbannten Heizstrahler erlaubt werden, sagte der Pressesprecher des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) Baden-Württemberg, Daniel Ohl. „Im Moment geht es für sehr viele Unternehmen der Gastronomie ums Überleben.“ Heizstrahler sind wegen ihres umweltschädlichen Energieverbrauchs in zahlreichen Kommunen nicht erlaubt.

14.30 Uhr: Einsatz von Reiserückkehrern: Südbadischen Amateuren droht Punktabzug

Um den Spielbetrieb trotz der zuletzt wieder gestiegenen Anzahl an Corona-Infektionen sicher aufrechtzuerhalten, hat der Südbadische Fußballverband (SBFV) Anpassungen seiner Spielordnung vorgenommen. „So dürfen Spieler, die nach den vorstehenden Ausführungen aktuell oder künftig als Reiserückkehrer aus Risikogebieten einer Quarantäne-Verpflichtung unterliegen, nicht am Spielbetrieb teilnehmen“, teilte der Verband mit. „Dies bedeutet, dass Spiele, an denen diese Spieler trotz Quarantäne-Verpflichtung teilgenommen haben, als verloren gewertet werden können.“

Auch bei der Reiserückkehr aus Regionen, die nicht als Risikogebiet eingestuft sind, empfiehlt der Verband einen vorsichtigen Umgang. Zwar seien im laufenden Spielbetrieb bisher nur einzelne Partien abgesagt worden, die zugrundeliegenden Verdachts- und Infektionsfälle seien aber oft im Zusammenhang mit Reiserückkehrern aufgetreten. „Es darf nicht sein, dass Einzelne, die die Empfehlungen und Vorgaben ignorieren, die Gesundheit aller riskieren und für den Fußball einen erneuten Lockdown provozieren“, wird SBFV-Vizepräsident Christian Dusch in der Mitteilung zitiert.

13.40 Uhr: Diese Corona-Regeln gelten aktuell in Baden-Württemberg

Bußgelder für Maskenmuffel, öffentliche Veranstaltungen, private Feiern: Die Bundesländer können im Kampf gegen die Corona-Pandemie weitgehend in eigener Verantwortung über Einschränkungen oder aber die Lockerung von Auflagen entscheiden. Doch wie ist die aktuelle Lage bei uns im Land? Einen Überblick über die aktuellen Regeln in Baden-Württemberg finden Sie hier.

13.20 Uhr: Österreich hofft auf erste Corona-Impfungen im Januar

Bei gutem Verlauf hält Österreich erste Impfungen mit einem Corona-Impfstoff im Januar für möglich. Impfdosen aus dem vergangene Woche von der EU abgeschlossenen Vertrag mit dem Hersteller AstraZeneca könnten bei rechtzeitiger behördlicher Zulassung bereits um den Jahreswechsel an die Staaten geliefert werden. Das sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober. Auch auf die Impfstoffe weiterer Hersteller hoffe man zum Jahresanfang. Grundvoraussetzung sei, dass die Zusagen der Firmen eingehalten würden, zudem müssten die Marktzulassungen rechtzeitig erfolgen.

12.18 Uhr: In Berlin gilt künftig Maskenpflicht bei Demonstrationen

Nach den umstrittenen Versammlungen gegen die Corona-Maßnahmen vom Wochenende hat Berlin eine Maskenpflicht bei Demonstrationen ab hundert Teilnehmern beschlossen. Die Entscheidung traf der Berliner Senat nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP in seiner Sitzung. Bei den Kundgebungen mit zehntausenden Menschen waren die Abstandsregelungen vielerorts nicht eingehalten worden. Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) kündigte daraufhin bereits am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses an, dem Senat gemeinsam mit Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) eine Maskenpflicht vorzuschlagen und die Infektionsschutzverordnung entsprechend zu ändern. Die Rechtsänderung sei „ein wichtiges Signal“ an die Demoveranstalter, sagte er.

11.15 Uhr: Wirtschaft bricht etwas weniger stark ein als erwartet

Die Bundesregierung rechnet in der Corona-Rezession mit einem etwas weniger starken Wirtschaftseinbruch als zunächst befürchtet. Nach einer neuen Prognose wird das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland in diesem Jahr um 5,8 Prozent sinken, wie Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am Dienstag mitteilte. Dies wäre aber immer noch der bisher schwerste Einbruch der Nachkriegsgeschichte.

In ihrer Ende April vorgelegten Frühjahrsprojektion hatte die Bundesregierung damit gerechnet, dass infolge der Corona-Krise das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland in diesem Jahr um 6,3 Prozent sinkt. Altmaier sagte, der Aufholprozess der Wirtschaft nach dem Lockdown im Frühjahr habe eingesetzt. Für das kommende Jahr ist der Minister aber etwas pessimistischer. 2021 wird ein Wachstum von 4,4 Prozent erwartet. Bisher hatte die Bundesregierung mit einem Plus 5,2 Prozent gerechnet.

10.07 Uhr: Deutscher Arbeitsmarkt stabilisiert sich nach Corona-Einbruch weiter

Der deutsche Arbeitsmarkt hat sich nach dem Einbruch durch die Corona-Krise weiter stabilisiert. Im August gab es wie schon im Juli keinen von der Krise ausgelösten Anstieg mehr, teilte die Nürnberger Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag mit. Wegen der Sommerpause erhöhte sich die Arbeitslosenzahl im üblichen Rahmen um 45.000 Jobsuchende auf 2,955 Millionen Arbeitslose.

Im Juni sind 5,36 Millionen Menschen in Deutschland in Kurzarbeit gewesen, wie die Bundesagentur für Arbeit berichtete. Im Mai hatte die Zahl noch bei 5,82 Millionen gelegen.

9.50 Uhr: 1218 neu registrierte Infektionen in Deutschland

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Dienstag mit 243.599 angegeben - ein Plus von 1218 seit dem Vortag. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte insgesamt 9302 Todesfälle und damit vier mehr als am Vortag.

8.46 Uhr: Hochzeitsfeier in NRW als Corona-Hotspot - 23 Infizierte

Nach einer Hochzeitsfeier in Frechen in Nordrhein-Westfalen sind bislang 23 der 85 Gäste positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Das teilte das Landratsamt des Rhein-Erft-Kreises am Montag mit. Die Feier fand am 22. August statt. Unmittelbar nach Bekanntwerden der ersten Corona-Fälle seien alle Gäste und sonstige Kontaktpersonen unter Quarantäne gestellt worden. Die bisher positiv Getesteten hätten überwiegend ihren Wohnsitz in Hürth.

Insgesamt befinden sich aktuell 850 Personen aus dem Kreis in Quarantäne und damit 174 mehr als noch am Freitag, wie es weiter hieß. Der enorme Anstieg sei darauf zurückzuführen, dass die neuen Fälle selbst eine beträchtliche Anzahl von beruflichen und privaten Kontakten hatten. Betroffen seien unter anderem zwei Kindertagesstätten, eine Schule und ein Fußballverein.

8.05 Uhr: Welche Folgen hat Corona für die Auszubildenden im Südwesten?

Die Corona-Pandemie trifft auch Tausende Ausbildungsanwärter im Südwesten. Weil viele Firmen unter schlechten Geschäften und wirtschaftlichen Problemen leiden, hat die Zahl der Ausbildungsplätze in Baden-Württemberg abgenommen - gerade in der Industrie und im Handel. Anlässlich des offiziellen Ausbildungsstarts will sich der Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) um 12 Uhr bei einer Pressekonferenz in Stuttgart detailliert zur Lage in seinen Branchen äußern. Erwartet werden auch konkrete Zahlen zu gestrichenen Ausbildungsstellen.

Der baden-württembergische Regionalchef der Bundesagentur für Arbeit, Christian Rauch, hatte der „Stuttgarter Zeitung“ vergangene Woche gesagt, branchenübergreifend sei die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen um sieben Prozent gesunken.

7.11 Uhr: Diese Corona-Regeln gelten ab heute in Baden-Württemberg

Die Bundesländer können im Kampf gegen die Corona-Pandemie weitgehend in eigener Verantwortung über Einschränkungen oder aber die Lockerung von Auflagen entscheiden. In der vergangenen Woche beriet Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erstmals seit Juni mit den Ministerpräsidenten der Länder über ein einheitliches Vorgehen in der Pandemie. Sie verständigten sich darauf, dass bundesweit ein Bußgeld von mindestens 50 Euro bei allgemeinen Verstößen gegen die Maskenpflicht erhoben werden soll.

Zum einheitlichen Umgang mit Zuschauern bei bundesweiten Sportveranstaltungen wird eine Arbeitsgruppe auf Ebene der Chefs der Staatskanzleien eingesetzt. Auf ein einheitliches Vorgehen bei den umstrittenen Feiern im Familien- und Freundeskreis konnten sich Bund und Länder nicht einigen.

Hier der aktuelle Stand in Baden-Württemberg in ausgewählten Lebensbereichen:

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