Die Gemeinde Geisingen im Kreis Tuttlingen ist von den Auswirkungen des Straßenverkehrs auf der A 81 besonders stark betroffen. Die 6100 Einwohner zählende Kommune wird durch die Autobahn geradezu zerschnitten. Der Lärmschutz erwies sich vor allem für die Bewohner von Häusern in Hanglage als weitgehend uneffektiv. Die Kommune griff auch in die eigene Tasche, um Gutachten dazu zu erstellen. Die Bürger beobachten somit die Diskussion und die Versprechen der Politik mit Argusaugen. Nach dem Hin und Her der Landespolitik zeigte sich Bürgermeister Walter Hengstler zuletzt frustriert und teilte dem SÜDKURIER schlichtweg mit: „Es geht in Stuttgart offensichtlich nicht um die Lösung unseres Lärmproblems.“

Seit Jahren gibt es daher in Geisingen parteiübergreifend die Forderung nach einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 100 Stundenkilometer entlang des Streckenabschnitts. Daran werde sich vermutlich auch künftig nichts ändern, erklärte Geisingens Hauptamtsleiter Thomas Schmid gestern auf Nachfrage für den zur Zeit erkrankten Bürgermeister Walter Hengstler. „Ich denke, dass die Forderung im Gemeinderat nicht zurückgenommen wird, wobei es generell das Hauptziel ist, verbesserte Lärmschutzwände zu errichten.“

Weniger Vorfälle auf A 81-Abschnitt

Sowohl die Zahl der Unfälle als auch die der illegalen Autorennen haben laut Statistik von Polizei und Ministerium abgenommen.

  • Die Zahl der Unfälle auf dem A 81-Streckenabschnitt zwischen den Anschlussstellen Geisingen und Engen war laut Statistik der Polizei in letzter Zeit rückläufig. So gab es in diesem Jahr bis zum 30. September nach Angaben der Polizei 51 Unfälle. Das sah vor wenigen Jahren noch anders aus. Im gesamten Jahr 2013 verzeichnet die Statistik der Verkehrspolizei 82 Unfälle in diesem Abschnitt. 2014 waren es 67 Unfälle, ein Jahr später 71 Unfälle und 2016 waren es 72 Unfälle.
  • Die Zahl illegaler Autorennen, mit denen die Polizei in den vergangenen Monaten immer wieder konfrontiert wurde, ist laut Statistik des baden-württembergischen Innenministeriums zurückgegangen. So wurden in der Zeit vom 1. August 2014 bis zum 4. November 2015 zwischen dem Autobahndreieck Hegau und dem Dreieck Bad Dürrheim noch 26 Rennsituationen registriert. Dagegen seien es zwischen dem 5. November 2015 und dem 30. September 2017 noch acht illegale Rennen gewesen. Einen Unfall gab es bei keinem dieser Rennen. (nik)

Unser bestes Angebot ist wieder da: die Digitale Zeitung + das neuste iPad für 0 €