Kurt Schrimm hatte es in seiner Karriere mit vielen NS-Tätern zu tun. Auch Hochkaräter des Regimes verfolgte der frühere Leiter der Zentralen Stelle zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen. Eines ist ihm nie begegnet: aufrichtige Reue.

Von 2000 bis 2015 hat Kurt Schrimm als Vorgänger Jens Rommels die Ludwigsburger Behörde geleitet. Zuvor war er seit den 80er-Jahren als Staatsanwalt am Oberlandesgericht Stuttgart für die Aufklärung der NS-Morde zuständig. In seinem Buch „Schuld, die nie vergeht“, erschienen 2017, berichtet Schrimm von Ermittlungen, die nicht weiterführten, aber auch von großen Erfolgen. Einer davon: die Verurteilung von Josef Schwammberger. Der frühere SS-Oberscharführer hatte als Lager- und Ghettokommandant zahlreiche Menschen ermordet und gequält. Er starb 2004 in Haft. „Er war sehr nett, zuvorkommend und charmant“, berichtet Kurt Schrimm über seine Begegnung mit dem Mörder Schwammberger. Erst später, als es im Verhör ernst wurde, sei der überzeugte Nazi einsilbiger geworden.

Auch in Gesprächen mit anderen Tätern bekam der frühere Staatsanwalt nie aufrichtiges Bedauern zu hören. „Bereut hat es niemand, kein Einziger. Maximal gab es halbgare Sätze wie: Man hätte die Juden nicht umbringen dürfen. Es war ein Verbrechen. Aber nie hieß es: Ich habe das verbrochen.“