An schweren Gesichtsverletzungen ist ein 53-Jähriger in Spaichingen (Kreis Tuttlingen) im Polizeigewahrsam gestorben. Der obdachlose Alkoholiker war wegen eines versuchten Schnapsdiebstahls und einer Rangelei mit einer Verkäuferin festgenommen worden. In der Gewahrsamszelle im Spaichinger Revier stürzte er laut Polizei und Staatsanwaltschaft nachts von seiner Liege, schlug mit dem Gesicht auf dem harten Zellenboden auf und erstickte in der Folge an seinem eigenen Blut.

Ein Polizist fand den Mann gegen 3.30 Uhr am frühen Mittwochmorgen in seiner Zelle liegen und verständigte sofort einen Notarzt, so die Polizei. Dieser konnte jedoch nur noch den Tod feststellen. Er tritt bei dieser Todesart rasch ein.

Kein fester Überwachungsrhythmus

Polizisten müssen belegte Zellen regelmäßig kontrollieren, ein genauer Rhythmus ist jedoch nicht festgelegt. Meist erfolgen die Kontrollen halbstündlich bis stündlich, so ein Tuttlinger Polizeisprecher auf SÜDKURIER-Anfrage. Wann in diesem Fall zuvor das letzte Mal nach dem Mann geschaut wurde, sei Gegenstand der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft, so der Sprecher. In Fällen wie diesen würden automatisch Untersuchungen eingeleitet, sagte er.

Arzt sah Haftfähigkeit gegeben

Die Haftfähigkeit des Mannes war zuvor von einem Arzt des Spaichinger Klinikums festgestellt worden. Der 56-Jährige sei alkoholisiert gewesen, so der Polizeisprecher. Die genauen Werte seien aber ebenfalls Teil der Ermittlungen. Bedeckt hielt er sich auch zur Frage, ob möglicherweise Videoaufnahmen aus der Zelle existieren.

Die Obduktion bei der Rechtsmedizin in Tübingen ergab, dass sich der 53-Jährige durch das Herunterfallen von der Liege ein Hämatom an Stirn und Nase zugezogen hatte und durch die Aspiration des eigenen Blutes innerhalb weniger Minuten verstorben war.

Diebstahl der Anlass

Anlass der Festnahme war der Versuch des Mannes, bei einem Trossinger Discounter Weinbrand zu stehlen. Bei der Flucht stieß er eine Verkäuferin zu Boden. Er konnte jedoch von Passanten bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten werden. Nach der Nacht in der Zelle sollte am Donnerstag ein Haftrichter entscheiden, ob der Mann in Untersuchungshaft genommen wird.

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