Es war die Nacht des 14. Oktober 2018, als die damals 18 Jahre alte junge Frau in der Nähe eines Nachtclubs auf dem Freiburger Hans-Bunte-Areal in einem Gebüsch laut Anklage vergewaltigt wird. Schon wenige Tage später gehen die Ermittler davon aus, dass es sich um viele Täter gehandelt hat, die zum Großteil Flüchtlinge sind. Die Polizei hat zunächst sieben Tätern im Visier. Eine Zahl, die in den kommenden Monaten noch deutlich steigen wird.

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29. Oktober 2018

In der Nähe dieser Straße soll die junge Frau vergewaltigt worden sein.
In der Nähe dieser Straße soll die junge Frau vergewaltigt worden sein. | Bild: Patrick Seeger/dpa

Schnell wirft der Fall hohe Wellen – zumal es wieder Freiburg trifft. In der Region wurden bereits 2016 zwei Frauen vergewaltigt und getötet. Ausgerechnet die liberal-alternative Studentenstadt hatte längst den Spitzenrang als kriminellste Stadt Baden-Württembergs erobert, sah sich mit neuen Maßnahmen aber auf einem guten Weg. Die Gruppenvergewaltigung vernichtete das, schnell geriet Freiburg auch ins Visier von rechten Hetzern.

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1. November 2018

Mittlerweile ist klar, dass an der Tat ein Mann beteiligt war, der bereits mit einem Haftbefehl gesucht wurde. Ein Fakt, der Innenminister Thomas Strobl in Bedrängnis bringt.

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2. November 2018

Hans-Bunte-Areal Freiburg.
Hans-Bunte-Areal Freiburg. | Bild: Moll, Mirjam

Die Polizei sucht nach dem Fund von DNA-Spuren nach zwei weiteren Verdächtigen. Acht andere sitzen zu diesem Zeitpunkt bereits in Untersuchungshaft. Im Dezember 2018 werden die zwei weiteren möglichen Täter verhaftet.

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13. Februar 2019

Der Prozess rückt näher. Drei Anklagen werden erhoben, die Staatsanwaltschaft gibt an „spätestens im April“ mit dem Verfahren beginnen zu wollen. So wird es nicht kommen.

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6. März 2019

Die Staatsanwaltschaft erhebt auch gegen acht weitere Verdächtige Anklage.

4. April 2019

Die Anzahl der Verdächtigen steigt auf 13. Ein Termin für den Prozessauftakt steht, anders als im Februar geplant, aber noch nicht fest.

26. Juni 2019

Der Prozess beginnt. Elf Männer sind angeklagt.

10. Juli 2019

Der Hauptangeklagte Majd H. ist eine zentrale Figur im Prozess. Er lässt eine Erklärung verlesen. Tenor: Er selbst ist unschuldig, die 18-Jährige habe den Sex verlangt. Gutachter werden diese Argumentation später stark in Zweifel ziehen. Zudem sagt mit Timo P. auch ein Angeklagter mündlich aus.

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11. Juli 2019

Mit Hilfe ihrer Aussage und Ermittleraussagen wird die Nacht aus der Perspektive der vergewaltigten 18-Jährige, Franziska W., rekonstruiert. Es wird klar: Drogen waren im Spiel. Dennoch erinnere sie sich an die Vergewaltigung. Zudem geht es um die Rolle des Angeklagten Mohammed W., der als Helfer aufgetreten sein soll.

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12. Juli 2019

Corinna S., eine Freundin des Opfers, sagt aus. Sie war in der Tatnacht mit Franziska W. unterwegs und beschreibt die letzten Momente, bevor sie ihre Freundin aus den Augen verlor. Corinna S. hatte sie zuvor noch gewarnt, mit dem Hauptverdächtigen Majd H. den Club zu verlassen. Erst nach der Tat findet S. ihre Freundin wieder.

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29. Juli 2019

Einer der Angeklagten im Landgericht.
Einer der Angeklagten im Landgericht. | Bild: Patrick Seeger/dpa

Weitere Zeugen sagen aus. Ihre Aussagen zeichnen ein zunehmend unübersichtliches Bild und widersprechen sich teilweise.

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31. Juli 2019

Der Vorsitzende Richter Stefan Bürgelin.
Der Vorsitzende Richter Stefan Bürgelin. | Bild: Patrick Seeger/dpa

Die Stimmung im Gerichtssaal kippt, bei einer Zeugenvernehmung geraten eine Verteidigerin und der Vorsitzende Richter Stefan Bürgelin aneinander. Die Anwältin will ihn daraufhin vom Verfahren absetzen lassen, was den ganzen Prozess zum Kippen bringen würde.

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9. August 2019

Nachdem die Anzahl der Verdächtigen und Angeklagten zuvor immer weiter gestiegen war, wird jetzt erstmals klar: Einige von ihnen könnten straffrei bleiben.

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9. September 2019

Wer ist schuldig und wer nicht? SÜDKURIER-Gerichtsreporterin Mirjam Moll, die den Prozess von Anfang bis Ende begleitet, analysiert die schwierige Arbeit des Gerichts.

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14. Oktober 2019

Der Prozess verliert an Tempo, auch wegen unzuverlässiger oder unwilliger Zeugen.

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17. Oktober 2019

Wieder wird es emotional im Gerichtssaal, einzelne Angeklagte werden ausfällig. Grund ist die Aussage des Türstehers des Clubs, in dem sich Franziska W. vor der Tat aufhielt.

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24. Oktober 2019

Chatprotokolle der Angeklagten aus der Tatnacht werden ausgewertet. Ihr Inhalt belastet die Verdächtigen teils schwer.

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7. November 2019

Eine Rechtsmedizinerin sagt aus. Auch ihre Einschätzung spricht klar gegen einen einvernehmlichen oder gar von Franziska W. geforderten Geschlechtsverkehr.

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19. Dezember 2019

DNA-Spuren werden oft als Wundermittel gesehen, um Täter zu finden. Im Freiburger Fall gibt es sie zuhauf, und doch ist es nicht leicht, daraus klare Erkenntnisse zu gewinnen, wie eine Biologin kurz vor der Winterpause des Prozesses Ende vergangenen Jahres aussagt.

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24. Januar 2020

Die gerichtliche Auswertung der DNA-Spuren geht weiter. Die Verteidiger setzen hierbei auf eine fragwürdige Strategie.

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13. Februar 2020

Ein entscheidender Prozesstag steht an: Der psychiatrische Gutachter von Franziska W. sagt aus. Von seiner Aussage hängt ab, inwiefern die Variante der Angeklagten stimmt, nach der W. Sex aktiv eingefordert habe. Der Gutachter hat daran große Zweifel.

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März bis Juni 2020

Der Prozess gerät wegen der Corona-Krise erst ins Stocken und kommt dann zeitweise ganz zum Erliegen.

6. Juli 2020

Die Staatsanwälte Thorsten Krapp und Rainer Schmid halten ein stundenlanges Plädoyer. Ihre Forderungen variieren stark – manch ein Angeklagter kann auf einen Freispruch hoffen, andere sollen nach dem Willen der Staatsanwälte lange in Haft.

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16. Juli 2020

Der Termin für das Urteil wird festgelegt. Zudem werden die Inhalte der nicht-öffentlich gehaltenen Plädoyers der Verteidiger bekannt. Fast alle fordern einen Freispruch für ihre Mandanten.

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23. Juli 2020

Die Urteile sind gefallen: Das Landgericht Freiburg verhängt teils mehrjährige Haftstrafen gegen zehn der elf Angeklagten. Den Haupttäter verurteilt das Gericht zu fünfeinhalb Jahren Haft, sieben weitere Männer zu Strafen zwischen drei und vier Jahren. Zwei Angeklagte erhalten Bewährungsstrafen, der elfte Mann wird freigesprochen.

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