Diese Spritztour mit dem Auto seiner Eltern wird einen 17-Jährigen wohl noch lange begleiten und erhebliche Konsequenzen für ihn haben: Am Freitagabend gegen 22.30 Uhr hielt eine Polizeistreife den Jugendlichen mit seinen beiden 17- und 18-jährigen Freunden im Wagen für eine Verkehrskontrolle bei Küssaberg-Ettikon im Landkreis Waldshut an.

Der junge Fahrer stoppte kurz, gab dann aber wieder Gas und flüchtete ohne Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer unter Missachtung von Haltezeichen in Richtung Hohentengen am Hochrhein. Dort überquerte er die Grenze zur Schweiz, weshalb die deutsche Polizei ihre Schweizer Kollegen verständigte.

Kantons- und Stadtpolizei nahm Verfolgung auf

Mehrere Patrouillen der Kantonspolizei Zürich, der Stadtpolizei Bülach sowie der Eidgenössischen Zollverwaltung fahndeten daraufhin nach dem in die Schweiz geflüchteten Wagen. Das Auto fiel den Einsatzkräften schließlich in Eglisau auf, wo sie die Verfolgung aufnahmen.

Doch der 17-jährige Lenker setzte seine Fahrt unbeirrt fort und missachtete mehrfach die Aufforderung der eidgenössischen Polizei, anzuhalten. Zudem beging er auf Schweizer Staatsgebiet zahlreiche Straßenverkehrsdelikte, indem er mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs war und mehrere Verkehrsvorschriften missachtete.

Fluchtfahrzeug beschlagnahmt

Schließlich passierte das Auto erneut die Schweizer Grenze – diesmal retour nach Deutschland. Einsatzfahrzeuge der Landes- und Bundespolizei sowie des Zolls nahmen die Verfolgung auf. Im Industriegebiet von Hohentengen am Hochrhein verließen die drei jungen Männer im Alter von 17 bis 18 Jahren schließlich ihr Fluchtfahrzeug und flüchteten zu Fuß weiter. Schweizer und deutsche Beamte waren offenbar schneller: Die Polizei konnte alle drei vorläufig festnehmen.

Die deutsche Polizei beschlagnahmte das Fluchtfahrzeug sowie auch die Oberbekleidung der drei Männer, um Spuren zu sichern und nachweisen zu können, welcher der jungen Männer wo im Wagen saß, wie Mathias Albicker vom Polizeipräsidium Freiburg im SÜDKURIER-Gespräch erklärt.

Polizei bittet um Hinweise

Sowohl die deutschen als auch die schweizerischen Behörden ermitteln nun gegen den jungen Deutschen: die Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen wegen des neuen Tatbestands verbotener Kraftfahrzeugrennen, Gefährdung des Straßenverkehrs (jeweils mit Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe bedroht) sowie Fahren ohne Führerschein, und die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland wegen Zuwiderhandlung gegen das Schweizer Straßenverkehrsgesetz.

Das Polizeirevier Waldshut-Tiengen bittet Zeugen und Personen, die der 17-Jährige gefährdet hat, sich unter der Telefonnummer 07751 8316-531 zu melden.