„Es wäre sein Traum gewesen, dies erleben zu können. Das war sein Ziel. Deshalb hat er damals die Stiftung gegründet. Er wollte, dass sein Werk zusammenbleibt“, betont Klemens Auberle mit Blick auf Fotos, die Klaus Ringwald bei der Arbeit in seinem Atelier im Alfred-Feudel-Weg 12 in Schonach zeigen. „Es war kein einfacher Weg, aber es war der letzte Wille von Klaus, auch dass seine Werke einen entsprechenden Ort zur Präsentation erhalten. Er hat den Bau begonnen, aber seine Vollendung nicht mehr erleben dürfen“, erinnert Stiftungsvorsitzender Auberle am Abend vor der gestrigen Eröffnung der ersten Ausstellung neben Ringwalds Atelier. Dort sind viele fleißige Helfer des Schonacher Kulturkreises und der Klaus-Ringwald-Stiftung versammelt und feiern zusammen das sehenswerte Ergebnis ihrer Arbeit.

Zur Einstimmung bringt Dietmar Ketterer eigene Kompositionen auf dem E-Piano zu Gehör. „Klaus hat mit seinen Werken vielen Leuten Freude bereitet, auch bei zahlreichen Ausstellungen. Daher ist es letztendlich eine wunderbare Angelegenheit, dass wir ihm nun so eine einmalige Ausstellung bereiten können“, sagt Auberle zu den zahlreichen Kulturkreis-Helfern und Stiftungsratsmitgliedern und dankt ihnen für ihr großes Engagement.

Da die Stiftung nach Ringwalds Tod am 29. November 2011 viele Dinge regeln, seinen Nachlass ordnen musste, was sehr emotional gewesen sei, habe es so lange gedauert, bis letztendlich die Idee gereift sei, sein Schaffen in den Mittelpunkt zu stellen beziehungsweise eine Ausstellung mit seinen Gipsarbeiten zu machen. „Die ersten, wichtigen Arbeiten hierfür tätigten allen voran unsere Stiftungsmitglieder Oswald Blank und Hubert Maier“, lobt Auberle und überreicht ihnen zum Dank kleine Präsente. Nicht unerwähnt lässt er auch die weiteren Mitglieder wie Klaus Schuler, Johannes Werner, Josef Oswald, Wolfgang Förtsch und Geschäftsführerin Inge Frieser. „Mit dem Schonacher Kulturkreis mit Silvia Hettich an der Spitze kam uns zudem ein riesiges Glück zu Hilfe“, verrät Auberle. „Uns hätte nichts Besseres passieren können“. Auberle verweist auf Rainer Huber, „der alles bestens ins rechte Licht setzte“, und dankt den engagierten Helfern, „die sich für keine Arbeit zu schade waren“, jeweils mit einer Rose.

Im Erdgeschoss befinden sich Köpfe und Viecher, im Obergeschoss sakrale Kunst wie die zu Ringwalds Hauptwerken zählende große Christusfigur bei der Kathedrale von Canterbury und die Türen am Villinger Münster und im Untergeschoss Kunst im öffentlichen Raum. Dort werden auch der Entstehungsweg eines Porträts samt Werkbank und ein Brunnen gezeigt sowie ein Überblick über die Standorte seiner Werke. Einzigartige, von Moritz Huber zusammengestellte Filmdokumente ermöglichen den Besuchern zudem, Ringwald in aller Ruhe bei seinem kreativen Schaffen mit Hilfe klassischer Musik über die Schulter zu schauen. Dadurch bekommt der Betrachter einen ganz neuen Blick auf das große Werk, das „Klaus vom Wald“, wie sich Ringwald selbst gerne nannte, seinem Heimatort Schonach hinterließ.

„Mit dieser Ausstellung können wir den Schonachern vieles zurückgeben. Sie ist eine Bereicherung für die Gemeinde, da bin ich mir sicher“, so Auberle in der Hoffnung, dass sie ein so großer Erfolg wird wie die jüngste Ausstellung „Uff em Holzweg“ im Haus des Gastes.

Wie es letztendlich nach der ersten Ausstellung in Ringwalds neuen Räumen weitergeht, hängt laut Stiftung von deren Resonanz ab. „Wir sind offen, tun, was wir können und haben nicht vor, die Exponate gleich wieder abzubauen“, verrät Auberle. „Mal sehen, was sich daraus entwickelt. Nächste Woche werden sich auch Schonacher Schulklassen die Ausstellung ansehen und am Montag, 28. September, wird Dekan Müller in Villingen die von Ringwald gestalteten Münstertüren samt Altar bei einer Führung Interessierten vorstellen. Treffpunkt ist am Münsterbrunnen um 17 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Ein großes Lob für die Arbeit in den vergangenen Wochen zollt auch Johannes Werner den vielen Helfern. „Das Ergebnis spricht für sich. Es ist umwerfend. Wir hätten uns im Vorfeld nicht vorstellen können, wie großartig es wird“. Werner geht ausführlich auf das Leben und Wirken seines Freundes, akademischen Bildhauers und Professors Ringwald ein. Er erläutert die Arbeitsschritte bei der Entstehung eines Porträts eines Dargestellten zuerst in Ton, Gips, Wachs und zuletzt in Bronze im Detail. „Es steckt nicht nur Künstlerisches, sondern auch viel Handwerkliches in seinen gelungenen Arbeiten“, macht er seine Zuhörer aufmerksam und betont. „Er wollte stets nie nur das Äußere abbilden, sondern das wahre Bild des Menschen, sein Wesen porträtieren“.

„Klaus interessierten charakteristische Köpfe. Er war sozusagen ein Kopfjäger“, bemerkt Werner schmunzelnd. „Rund 50 Büsten hat er angefertigt. Er hat Menschen, Köpfe und Viecher dargestellt. Ich bin heute der Einzige, den Sie in Natura und in Gips in dieser Ausstellung sehen können“. Nicht gezeigt werden können seine vielen Werke im öffentlichen Raum. „Aber wir stellen einige Vorstufen dieser Werke in Gips aus.“ Derzeit versuche man, die zahlreichen Arbeiten Ringwalds in einem Verzeichnis zu erfassen.

„Es war eine spannende Sache, aber auch eine sehr große Aufgabe. Ich fragte mich anfangs, kann man Klaus gerecht werden?“ räumt Silvia Hettich ein. Als jedoch Bürgermeister Jörg Frey und viele Helfer hinter ihr standen und ihre Hilfe zusagten, habe man das Planen, Putzen, Schaffen, Pläne umschmeißen und das Ganze wieder von vorne in Angriff genommen. „Es war zuerst ein großes Haus mit vielen Werken. Im Miteinander wurde unterm Strich etwas Tolles geschaffen. Ihr habt den Räumen Leben eingehaucht“, stellt Hettich fest.