Für Fredy Iseli, Architekt und Unternehmer aus der Schweiz, ist das Konversionsgelände der ehemaligen Graf-von-Stauffenberg- Kaserne in Sigmaringen ein Glücksfall. Der Tüftler und Visionär entwickelte in den vergangenen Jahrzehnten ein neuartiges System von ökologischen Bauelementen, mit dem Häuser aus Bauteilen, die nach einem Sandwich- System aufgebaut sind, erstellt werden können. Der Clou: Die Bauelemente bestehen aus Wellpappe und Holz, die aber so versteift werden, dass sie nach Aussage der Schweizer Firma bis zu 240 Tonnen pro Quadratmeter tragen können. In Sigmaringen unternimmt Iseli seit kurzem die ersten Produktionsschritte auf dem Weg zu seiner Ecocell Betonwabe, mittelfristig sollen die gesamten Bauelemente hier produziert werden.

In der modernen, klimatisierten Halle werden Wellkarton- Pappen in einer eigens dafür entwickelten Maschine verleimt und in Form geschnitten, um anschließend ins Stammwerk nach Uttwil im Schweizer Kanton Thurgau gebracht zu werden. Dort erhalten die Roh-Waben eine mineralische Beschichtung aus Zement. Das Besondere: Die gesamte Oberfläche, auch der Hohlräume der Wabenplatten, werden in diesem Arbeitsprozess gleichmäßig beschichtet. Die offene Wabenstruktur bleibt dabei erhalten. Das führt zu der oben genannten hohen Belastbarkeit. Doch nicht nur das: Die in ein-, zwei – oder dreilagiger Sandwichbauweise erstellt Bauelemente haben ein Raumgewicht von lediglich rund 230 Kilogramm pro Kubikmeter und sind damit zehn Mal leichter als Beton. Sie sind durch die eng gepackten und verschlossenen Luftkammern in Verbindung extrem wärmedämmend und bieten durch den mehrlagigen Sandwichaufbau einen hohen Brandschutz. Die Bauelemente bestehen aus nachhaltigem und recyclefähigem Material – die Wellpappe stammt zu 100 Prozent aus Altpapier – so dass Fredy Iseli kürzlich für seine Entwicklung beim Schweizer GreenTec Award den ersten Preis in der Kategorie „Bauen und Wohnen“ bekam.

Die Produktionsstätte in Sigmaringen liegt für Iseli in guter Reichweite. In der Schweiz errichtete der Architekt schon erste Musterhäuser. Von Deutschland aus will er den europäischen Markt erobern. Bürgermeister Schärer freut sich über die Ansiedlung von Ecocell. Er wünscht sich weitere solcher Firmen auf dem Konversionsgelände.

Mehr dazu: www.ecocell.ch