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19.02.2013  |  von  |  0 Kommentare

Düsseldorf (dpa) Sängerstreit «Wendler gegen Wendler» vor Gericht

Großes Aufgebot vor Saal A 224. Fans posieren mit «Der Wendler»-T-Shirts vor TV-Kameras, eine Frau stellt sich mit rauer Stimme als Wendler-Managerin «Angelina Innocente» vor, und der singende Gas-Händler Frank Wendler hofft, als David gegen Goliath dem großen Schlagerkönig Michael Wendler doch noch eins auszuwischen.

Sänger Michael Wendler bei der Generalprobe des Musikantenstadls im Königpalast in Krefeld am Freitag (14.09.2012). Foto: Bodo Schackow  Bild: Foto: dpa



Sänger Michael Wendler bei der Generalprobe des Musikantenstadls im Königpalast in Krefeld am Freitag (14.09.2012). Foto: Bodo Schackow

Der ganz unmusikalische Sängerstreit «Wendler gegen Wendler» hat das Düsseldorfer Oberlandesgericht erreicht.

Drinnen im Saal bemüht sich der Vorsitzende Richter Prof. Wilhelm Berneke am Dienstag, die Emotionen draußen zu halten. Der Fall sei «nicht ganz einfach» (Az.: I-20 U 67/12), räumt er ein. Es gehe um «um die Vermeidung einer Zuordnungsverwirrung».

Nebenjob-Sänger Frank Wendler (54) will den deutlich erfolgreicheren Michael Wendler («Sie liebt den DJ») aus Dinslaken verbieten, als «Der Wendler» aufzutreten. Er singe schon deutlich länger und das unter seinem richtigen Nachnamen, den er sich nicht verbieten lassen werde. Außerdem habe er sich «Der Wendler» 2008 als Marke gesichert, argumentiert Frank Wendler. Namensvetter Michael habe sich seinen «Wendler» erst als Künstlernamen zugelegt und sei als Skowronek geboren.

Michael Wendler (40) will im Gegenzug die Marke «Der Wendler» löschen lassen. Schon bei der «vermutlich böswilligen» Anmeldung der Marke habe die Öffentlichkeit den Namen «Wendler» ganz überwiegend mit Michael Wendler verbunden, nicht mit dem außerhalb Velberts weitgehend unbekannten Frank Wendler, argumentiert sein Anwalt. Beide Seiten bezichtigen sich, den Streit angezettelt zu haben.

Keiner von beiden habe das Recht, den Namen Wendler zu monopolisieren, mahnt Richter Berneke. Lange hätten doch beide Barden in «friedlicher Koexistenz» gut singen können. Es gebe nun einmal zwei Sänger mit Nachnamen Wendler und beide hätten den Anspruch, vom anderen nicht «plattgedrückt» zu werden.

Das Gericht unterbreitet einen Vorschlag für einen Vergleich: «Beide Sänger vermeiden, sich nur mit dem Nachnamen zu nennen. Die Bezeichnung "Wendler" oder "Der Wendler" darf nur verwendet werden, wenn bereits klar ist, wer gemeint ist.»

Damit könne er gut leben, sagt Frank Wendler. Genau das sei sein Ziel gewesen. Michael Wendlers Anwalt ist das zu ungenau. Doch das Gericht erwidert, es sei nahezu unmöglich, alle denkbaren Grenz- und Extremfälle voraus zu ahnen: «Wir müssen ja auch an das ganze Fan-Zeug denken». «Und was ist mit den Auftritten in den sozialen Netzwerken?», fragt der Anwalt.

Ohne guten Willen wird es wohl schlecht stehen um den Rechtsfrieden. Die Anwälte werden nun noch einmal über eine Einigung verhandeln, versichern sie. Andernfalls wird das Oberlandesgericht das letzte Wort haben - und zwar am 14. Mai.

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