Sie schreibte gerade an ihrem 20. Buch, es soll noch vor Jahresende fertig werden. Nummer 19, «Mayas Tagebuch», hat sie jetzt in Berlin vorgestellt. Ihrem Geburtsland ist die in den USA lebende und mit einem Amerikaner verheiratete Chilenin weiter eng verbunden. «Ich empfinde das so, dass ich einen Fuß in Kalifornien und einen in Chile habe», sagt sie. Die Kritiker, die darüber die Nase rümpften, dass sie als «Bestseller-Autorin» 2010 den chilenischen Nationalpreis für Literatur bekam, lassen sie kalt: «In Chile, wie in vielen anderen kleinen Ländern, ist jeder, der Erfolg hat, ein Ärgernis - als ob er den anderen die Luft zum Atmen nähme.» Wichtig sei für sie nur die große Resonanz bei ihren Lesern.
In Deutschland hat Allende ein besonders treues Lesepublikum. Sie bedauert, dass sie kein Wort Deutsch spricht und so mit den Menschen hier nicht in Verbindung treten kann. «Aber ich bin dem Land sehr dankbar, denn Deutschland hat mir einen Status als Schriftstellerin gegeben, der einzigartig ist auf der Welt», sagt sie.