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Düsseldorf (dpa) Cem Özdemir erhält Orden wider den tierischen Ernst

13.09.2012
Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir erhält den Aachener Karnevalsorden «wider den tierischen Ernst» 2013. «Warmherziger Humor, feine Ironie, Komik in der Bütt - Özdemir ist ein Naturtalent», begründete der Aachener Karnevalsverein (AKV) in Düsseldorf seine Wahl.
Cem Özdemir

Cem Özdemir mit Narrenkappe. Foto: Horst Ossinger  Bild: Foto: dpa

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Özdemir betrachte Fragen und Probleme im Zusammenhang mit der multikulturellen Entwicklung in Deutschland aus einer zutiefst menschlichen Sicht.

Mit dem Orden würdigt der AKV Humor und Menschlichkeit im Amt. Die Auszeichnung wird in einer karnevalistischen Fernsehsitzung am 26. Januar verliehen. Im vergangenen Jahr hatten die Aachener den Kabarettisten Ottfried Fischer zum Ritter geschlagen.

Özdemir war zur Verkündung nach Düsseldorf gereist und zeigte sich schon mal mit Narrenkappe. Augenzwinkernd sagte er: «Der AKV ist ein Risiko eingegangen.» Er selbst habe nicht nur einen anatolischen Hintergrund, sondern komme auch noch aus einer muslimischen Familie. «Strafverschärfend» komme hinzu, dass er in einem protestantischen Dorf in Schwaben aufgewachsen sei. «Da müssen wir beide durch, der AKV und ich», sagte er.

Für den Traditionsverein AKV ist der designierte Ritter Özdemir eine doppelte Premiere: Er ist der erste Ritter-Kandidat türkischer Herkunft und erster Grüner - hat aber beim AKV schon mal in der Bütt' gestanden. Özdemir habe als «anatolischer Schwabe» und «Deutschtürke» in seiner Kindheit den schwäbischen Humor mit der türkischen Muttermilch aufgesogen, sagte AKV-Präsident Werner Pfeil: «Für uns war dieser multikulturelle Aspekt sehr wichtig in diesem Jahr.»

An die Karnevalsmütze muss sich Özdemir noch etwas gewöhnen. Die Karnevalisten hatten ihm die Narrenkappe des Vereins aufgesetzt. Damit bewegte er sich noch etwas steif und legte sie schließlich ab.

In den vergangenen Jahren lief beim Aachener Karnevalsverein nicht alles rund. Ex-Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hatte die Aachener gleich zweimal versetzt, einmal als Ritter und dann als Laudator. Außerdem verloren die Aachener bei der Ausstrahlung der ARD-Fernsehsitzung Zuschauer.