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31.07.2012  |  von Von Christina Horsten, dpa  |  0 Kommentare

Cuenca (dpa/tmn) Huttrends im Sommer 2012: Oh, wie schön ist Panama

Oben ohne geht in diesem Sommer gar nicht: Hüte sind wieder in Mode. Im Handel findet derzeit jeder Kopf seinen passenden Deckel. Zwischen Baseballcap und Melone sieht man besonders häufig Hüte aus Stroh, allen voran den Panamahut.
Strohhüte sind im Trend

Hauptsache Naturfaser: Strohhüte - hier diverse Panamahüte in einer Hutfabrik in Cuenca im Süden Ecuadors - sind in diesem Sommer im Trend. Foto: Christina Horsten  Bild: Foto: dpa

Hutdesignerin Alicia Ortega

Dem prüfenden Blick der Hutdesignerin Alicia Ortega entgeht nichts. Sie entscheidet, welcher der Rohlinge zum fertigen Panamahut und in die ganze Welt verkauft wird. Foto: Christina Horsten  Bild: Foto: dpa

Nicht jeder Hutrohling ist geeignet

Zu groß, zu breite Krempe oder zu grob gearbeitet? Das sind die Ausschlusskriterien, die Alicia Ortega an die Hutrohlinge anlegt. Foto: Christina Horsten  Bild: Foto: dpa

Hut mit hochgedrehtem Rand

Die breite Krempe spendet Schatten: Hüte mit leicht hochgedrehtem Rand, hier ein Modell von Rosner, sind im Sommer 2012 angesagt. Foto: Rosner  Bild: Foto: dpa

Trilby von Daniel Hechter

Klassische Hutformen feiern in diesem Sommer ein Comeback: Der Trilby, hier eine Variante von Daniel Hechter, hat eine recht kurze Krempe. Foto: Daniel Hechter  Bild: Foto: dpa

Baseballcap von edc

Wer auf Hüte nicht steht, nimmt eine Kappe: Das Baseballcap, hier von edc, tragen Modebewusste derzeit gerne. Foto: edc  Bild: Foto: dpa

Weißer Sommerhut von Heine

Luftig leicht und schattenspendend: Sommerhüte gibt es in vielen Farben im Angebot, hier von Heine ein weißes Modell. Foto: Heine  Bild: Foto: dpa

Panamahut mit schwarzem Band

Das leichte Lebensgefühl Südamerikas: Viele Modehersteller haben den Panamahut in diesem Sommer im Angebot - Bugatti beispielsweise mit schwarzem Band. Foto: Bugatti  Bild: Foto: dpa

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Der prüfende Blick von Alicia Ortega streift über die Rohlinge aus Stroh. Innerhalb weniger Sekunden entscheidet sie, ob aus dem halbfertigen Stück in ihren Händen ein echter Panamahut werden kann. Zu groß, zu breite Krempe, zu grob gearbeitet - das alles wirft die Chefin der größten Panamahutfabrik der Welt in Cuenca im Süden Ecuadors auf einen Haufen links neben ihrem Stuhl. Auf einem weitaus kleineren Haufen rechts daneben landen die Stücke mit dem Potenzial, weiterverarbeitet und verkauft zu werden.

Panamahüte - die trotz ihres Namens ursprünglich aus dem südamerikanischen Land Ecuador stammen - sind längst weltweit Klassiker der Hutmode. In diesem Sommer sind die aus getrockneten Pflanzenfasern geflochtenen runden Hüte mit leicht hochgedrehter Krempe im Trend. Und sie sind bunter als jemals zuvor, sagt die Modeberaterin Sonja Grau aus Ulm. «Sie sind nach wie vor topaktuell und werden durch neue Farben modernisiert.» Ob knallrot, jeansblau, weiß oder nude - «in diesem Sommer werden die tollsten Farbmixe zu sehen sein».

Auch Alicia Ortega, Designerin der Marke Homero Ortega , präsentiert in ihrer Kollektion den Klassiker in allen Farben, kariert, verziert mit Blumen aus Stroh, bunten Bändern und Strass. «Generell tragen die Leute wieder mehr Hut», sagt die Ecuadorianerin. «Und was mich besonders freut: Die Jugendlichen auch. Das liegt auch daran, dass die Stars wieder mehr Hüte tragen. Bruce Willis, zum Beispiel. Und die Jugendlichen imitieren dann diesen Stil.»

Aber nicht nur der Panamahut, auch viele andere Klassiker sind Modeexperten zufolge in diesem Sommer angesagt. Allen voran der an der Krone längs nach unten geknickte Fedora und sein kleiner Bruder mit der kürzeren Krempe, der Trilby. «Den tragen in diesem Sommer Männer und Frauen», erklärt Andreas Voigtländer, Vorsitzender der Gemeinschaft deutscher Hutfachgeschäfte (GdH) in Köln. Weiterentwicklungen des Trilby sind die Varianten «Pork Pie» in ganz rund und «Diamond» in Rautenform.

Besonders gerne werden die verschiedenen Formen derzeit aus Pflanzenfasern angeboten: Daniel Hechter hat einen kleinen Trilby für Frauen mit orangener Krempe, Rosner einen Panamahut mit breiter, stark geschwungener Krempe. Bugatti hat ein schickeres kleineres Model mit kurzer Krempe für ihn, Heine eines in weiß mit breitem beigen Band.

Ein Comeback unter den Klassikern feiern daneben der steife, abgerundete «Bowler»-Hut, der in Deutschland als «Melone» bekannt ist, und der enge, glockenförmige und hauptsächlich bei Frauen beliebte «Cloche». Daneben greifen Modebewusste in diesem Sommer auch zu einem Hut, der nach Meinung vieler Mode-Experten eigentlich gar keiner ist: das Baseballcap. Das sei ein Haupttrend, sagt Katja Schweitzberger vom Mode-Blog «LesMads».

Victoria Beckham zeigt sie in glänzendem Lack, edc im Arbeiterstil, Burberry lässt Bommeln daran baumeln. «Die klassische Baseballmütze aus flexiblem Material, unifarben und vielleicht noch mit einem großen Logo drauf, das ist nur etwas für Jüngere - eher unter 20, selten bis an die 30», sagt Fachhändler Voigtländer. Die europäische Schirmmützenvariante stehe allerdings auch Älteren.

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