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30.08.2012  |  von  |  0 Kommentare

Region Speed-Hating: Wie man sich hasst, so liebt man

„Ich hasse Fahrradfahrer. Sie halten sich an keine Verkehrsregeln, schauen weder nach rechts noch nach links und denken sowieso, sie sind die Größten.” Das ist Speed-Hating. Schimpfen, was das Zeug hält, und sich dabei näher kommen. Doch kann aus gemeinsamem Hass überhaupt Liebe entstehen?



Woher kommt Speed-Hating?

Die Idee des schnellen Hassens stammt von Carl Hill. Der Londoner veranstaltete bereits vor einigen Jahren das erste Speed-Hating in seinem Club „The Albion“. Diese Aktion war ursprünglich als Anti-Valentinstags-Veranstaltung gedacht. Mittlerweile erfreut sich die Idee immer größerer Beliebtheit und wird auf dem europäischen Festland und in Deutschland stetig populärer.

Nie wieder Small-Talk

Speed-Hating verläuft wie Speed-Dating. Jeweils die gleiche Anzahl an Männern und Frauen treffen sich dazu in einer Bar oder einem Café. Jeweils ein Pärchen sitzt zusammen an einem Tisch und redet miteinander. Nach vier Minuten werden die Plätze getauscht.

Doch anstatt sich über Hobbies und Interessen auzutauschen, wird geschimpft und gemeckert. Small-Talk gibt es beim Speed-Hating nicht. Hier ist Streit erwünscht. Die Teilnehmer dürfen und sollen sich mit kontroversen Themen auseinandersetzen. Beleidigungen werden jedoch nicht gern gesehen. Solche Beschimpfungen sind verletzend und verhindern bereits von vornherein ein Wiedersehen.

Jeder darf schimpfen

Eigene Hasstiraden sind beim Speed-Hating willkommen. Trotzdem erhalten die Teilnehmer bei den meisten Veranstaltungen Karten mit Themenvorschlägen. Auf diesen findet sich Aufregermaterie wie zum Beispiel: Unzuverlässigkeit der Bahn oder Erhöhung der Benzinpreise zu Ferienzeiten. Dadurch wird Singles geholfen, die keine passenden Inhalte zur Hand haben. Bei einem normalen Kennenlern-Gespräch fehlt es den Beteiligten oft an einem Gesprächsthema und es herrscht Schweigen. Beim Speed-Hating wird dieses Problem vermieden.

Kann aus Hass Liebe werden?

Ist Speed-Hating nur eine Veranstaltung für Choleriker, die ihren Frust ablassen wollen oder kann diese Art des Singletreffs tatsächlich der Liebe auf die Sprünge helfen? Eines steht fest: Bei einer Speed-Hating-Veranstaltung lernen die Teilnehmer schnell und unkompliziert neue Menschen kennen und schließen viele Bekanntschaften.

Doch das schnelle Hassen ist anders als normale Konversationen. Durch die Aufregung über ein Thema zeigen sich Emotionen. Dadurch erscheint ein viel persönlicheres Bild desAnderen. Außerdem sind die Abneigungen von Anfang an bekannt. Demnach dürfte es in diesem Punkt später keine bösen Überraschungen geben. Weiterhin macht das gemeinsame Streitgespräch Spaß. Durch dieses Vergnügen entsteht Sympathie und am Ende vielleicht sogar Liebe. Eine Teilnahme lohnt sich auf jeden Fall!
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