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07.02.2011  |  0 Kommentare

Berlin (dpa/tmn) Sparen mit Ökostrom - Auf das Label kommt es an

Millionen Haushalte bekommen es in diesen Tagen Schwarz auf Weiß: Der Strompreis klettert auf Rekordhöhen. Etliche Energieversorger heben im ersten Quartal ihre Preise an. Der Umstieg auf Ökostrom kann die Haushaltskasse entlasten - und das Gewissen.

Beim Ökostrom sollten umweltbewusste Verbraucher darauf achten, dass der Versorger auch in den Ausbau der erneuerbaren Energie investiert. (Bild: ZB-Funkregio Ost)



Beim Ökostrom sollten umweltbewusste Verbraucher darauf achten, dass der Versorger auch in den Ausbau der erneuerbaren Energie investiert. (Bild: ZB-Funkregio Ost)

Auf einen Ökostrom-Tarif umzusteigen ist nicht nur gut für das eigene Gewissen, sondern auch für die Haushaltskasse. «Wer noch nie den Tarif gewechselt hat, kann auch mit Ökostrom viel Geld sparen», sagt Thomas Müller von der Stiftung Warentest.

Im Vergleich zu den Grundversorgungs-Tarifen seien die Ökostrom-Angebote deutlich günstiger. Bei der Suche nach einem geeigneten Angebot sollten Kunden auf die richtigen Zertifikate achten. «Eine Definition für Ökostrom gibt es nicht», erklärt Müller. Einige würden darunter nur Versorger fassen, die ihren Strom aus regenerativen Quellen wie Sonne, Wind und Wasser erzeugen. «Andere akzeptieren aber auch Kraft-Wärme-Kopplung, weil dabei etwa aus Gas Strom und Wärme gleichzeitig gewonnen wird.»

Bei der Wahl eines neuen Ökostromanbieters sollten Verbraucher darauf achten, dass der Versorger in den Ausbau der erneuerbaren Energie investiere. «Denn nur dann entsteht auch wirklich ein zusätzlicher Nutzen für die Umwelt.» Erkennen könnten Verbraucher solche Unternehmen an den entsprechende Kennzeichnungen, erläutert Müller. Drei «Label» bestätigen, dass der jeweilige Strom umweltfreundlich produziert wurde: das Ok-Power-Label, TÜV-Zertifikate und das Grüner Strom Label (GSL).

Weniger empfehlenswert sei das Renewable Energy Certificate System (RECS), sagt Müller. Es ermögliche, konventionellen Strom in Ökostrom umzudeklarieren. Beispiel: In Skandinavien besitzt ein Energieunternehmen Wasserkraftwerke. Für jede erzeugte Megawattstunde Strom erhalte das Unternehmen ein RECS-Zertifikat. Ein deutscher Stromanbieter, der seinen Strom hauptsächlich in Kohlekraftwerken produziere, könne diese Zertifikate kaufen und damit einen Ökostromtarif anbieten. Physikalisch liefere er aber weiterhin den Atom- oder Kohlestrom.

Bei der Auswahl des Anbieters sollten Kunden daher auf reine Ökostromanbieter setzen, empfiehlt Müller. «Jeder Versorger hat inzwischen Ökostromtarife.» Wenn der Tarif aber mit dem RECS-Zertifikat ausgezeichnet sei, nütze das nur dem Versorger, der an den höheren Preisen verdiene.

Grundsätzlich müssten Verbraucher für Ökostrom immer etwas mehr bezahlen als bei reinen Billigtarifen, sagt Müller. Dennoch gebe es auch hier Preisunterschiede. Bei der Entscheidung für Ökostrom sollten allerdings nicht nur die Kosten, sondern auch der Umweltaspekt berücksichtigt werden. «Es ist eine grundsätzliche Entscheidung: Will ich Ökostrom oder nicht?»

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