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18.02.2013  |  0 Kommentare

Frankfurt/Main (dpa/tmn) Das Alte ist das Neue - Wohntrends greifen Vergangenes auf

Es geht nun schon seit ein paar Jahren so: Auf den Wohnmessen wie der Frankfurter Ambiente gibt es wenig wirklich Neues zu sehen. Die Messeexpertin Nicolette Naumann erklärt, warum Omas Dekorationen wieder im Trend liegen.

Früher typisch in Omas Wohnzimmer, heute wieder gefragt: Ältere Einrichtungselemente wie etwa Kuckucksuhren vermitteln ein heimeliges Gefühl. Foto: Patrick Seeger  Bild: Foto: dpa



Früher typisch in Omas Wohnzimmer, heute wieder gefragt: Ältere Einrichtungselemente wie etwa Kuckucksuhren vermitteln ein heimeliges Gefühl. Foto: Patrick Seeger

Ob Ohrensessel und Wandteller aus Omas Zeiten oder Klassiker der Designgeschichte: Möbel und Dekorationen vergangener Stilrichtungen sind wieder angesagt. Und jedes Jahr wird eine andere Epoche in die Gegenwart geholt und als Trend bezeichnet. Nun sind Möbel mit barocken Ornamenten eine sogenannte Neuheit, wie die Konsumgütermesse Ambiente (15. bis 19. Februar) in Frankfurt am Main zeigt. «Die Trends haben nichts Futuristisches mehr, keine Sehnsuchtsfantasie», bestätigt Nicolette Naumann, Bereichsleiterin der Messe Frankfurt. «Das große Thema ist Nostalgie - und zwar über die Zielgruppen hinweg.»

Den Grund für den Rückgriff verordnet die Trendanalystin in der Entwicklung der Technik: «Wir leben in einer sehr global gewordenen Welt, einer sehr digitalisierten Welt», sagt Naumann. «Heute findet viel von dem, was früher real und zum Anfassen stattgefunden hat, digital statt.» Informationen konsumieren viele beispielsweise am Bildschirm, statt die Zeitung in die Hand zu nehmen. Und das mehrfach am Tag, statt nur morgens zum Frühstück.

«Ich denke, dass auf dieses Digitalisierte reagiert wird mit nostalgischen Impulsen - als Gegengewicht», sagt Naumann. Man möchte sich also einrichten mit Dingen, die einen bekannten Wert haben, die sich in der schnellen Zeit nicht ständig verändern. «Diese Impulse können sehr unterschiedlich ausfallen.»

So werden derzeit Möbel hochgelobt, die an die schwere Einrichtung des Barock angelehnt sind, oder es werden Stücke wiederaufgelegt, die man typischerweise in Omas Wohnzimmer fand - wie den Ohrensessel. «Oder der Heimatkitsch, etwa das ganze Oktoberfestthema», nennt die Messeleiterin ein weiteres Beispiel. «Aber auch das Waldthema passt dazu. Wenn Sie mal darauf achten, sehen sie viele Pilze, Rehlein und Kuckucksuhren im Handel.»

Keine Stilrichtung bleibe von dem Rückgriff auf Vergangenes unbeeinflusst. «Für die sehr puristisch und modern eingerichteten Menschen gibt es die Klassiker der 50er und 60er Jahre. Im Moment sind praktisch die meistverkauften Möbel im oberen Preissegment entweder Produkte, die unverändert seit 1950 auf dem Markt sind, oder Reeditionen davon», sagt Naumann. «Das geht soweit, dass jetzt von bekannten Designern Entwürfe produziert werden, die zu ihren Lebzeiten nicht auf den Markt kamen.» Die Klassiker würden höchstens mit neuen Materialien und Proportionen der Zeit angepasst.

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