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10.09.2012  |  0 Kommentare

Berlin (dpa) Ärzte beginnen Proteste - Aktionen gegen Kassen-Bürokratie

Mit «gezielten Nadelstichen» haben die Kassenärzte ihre Protestaktionen im Honorarstreit mit den Krankenkassen gestartet. Patienten sollen zunächst nicht betroffen sein, sich aber besser auf Überraschungen einstellen.
Streikschild am Arztkittel

Mit ersten Protesten wollen die Kassenärzte ihren Unmut gegenüber den Krankenkassen äußern. Strittig ist, in welcher Höhe die Honorare angehoben werden sollen. Foto: Jan Woitas  Bild: Foto: dpa

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Trotz immer neuer Protestaufrufe der Ärzte im Honorarstreit mit den Krankenkassen sind die Patienten bislang weitgehend verschont geblieben. In den nächsten Tagen sollen die Proteste aber spürbar anlaufen. Mehr als 30 ärztliche Verbände riefen ihre rund 100 000 Mitglieder auf, sich daran zu beteiligen. «Ab sofort machen die Ärzte Dienst nach Vorschrift», sagte der Vorsitzende des NAV-Virchow-Bundes, Dirk Heinrich, laut einer Mitteilung. Am Mittwoch würden die Ärzte für einen Tag die Praxishelferinnen abziehen.

In erster Linie soll bei den ersten Protestaktionen zunächst die Kassen-Bürokratie ins Visier genommen werden. Die Ärzte wollen schriftliche Anfragen der Krankenkassen nicht beantworten und Gespräche mit Kassenmitarbeitern nur noch vor 8 und nach 20 Uhr führen, zudem sollen keine Bonushefte mehr ausgefüllt werden. Beim Branchenführer Barmer GEK etwa nehmen rund 500 000 Versicherte am Bonusprogramm «aktiv pluspunkten» teil, bei dem es Punkte für die Teilnahme an Raucherentwöhnungskursen, Blutspendeaktionen, Ernährungskursen, Krebsvorsorge, Impfungen sowie Mitgliedschaft im Fitnessstudio gibt. «Längst nicht alle Angebote müssen also beim Arzt wahrgenommen werden», sagte ein Sprecher.

Die Patienten sollen so zunächst nicht unter den Protestaktionen leiden. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung sieht die Patienten sogar im Vorteil: «Die Ärzte werden durch weniger Kassenbürokratie eher mehr Zeit für die Patienten haben», hieß es im Schreiben an die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten. Dass Patienten nicht getroffen würden sieht der Kassen-Verband anders: «Wer, wenn nicht die Patienten, leidet darunter, wenn die Ärzte ihre Praxishelferinnen nicht arbeiten lassen?», sagte dessen Sprecher Florian Lanz.

Eine nächste Verhandlungsrunde ist für den 15. September geplant. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) war in dem für die Honorare entscheidenden Gremium, dem Erweiterten Bewertungsausschuss, mit ihrer Forderung nach 3,5 Milliarden Euro mehr für 2013 nicht durchgekommen. Geben soll es 270 Millionen Euro mehr.

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