Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag der «Welt» (Montag). «Denn wenn die Bahn nun die bislang 1,1 Milliarden Euro Mehrkosten für Stuttgart 21 übernehmen will, dann wird sie das Geld zum einen beim Streckenunterhalt an anderen Stellen einsparen müssen, so dass die Qualität des Angebots schlechter wird und dringend erforderliche Sanierungsarbeiten aufgeschoben werden.»
Zudem werde die Bahn versuchen, die Mehrkosten des Bahnhofs durch höhere Stationsgebühren für Regionalzüge wieder hereinzuholen, sagte Hofreiter. «Weil aber die Regionalzüge vom Land und den Kommunen bezuschusst werden, müssen die höheren Stationsgebühren von den Steuerzahlern getragen werden.»
Stuttgart 21 sei Beispiel für eine falsche Herangehensweise, sagte Hofreiter weiter. Dass Großprojekte immer wieder deutlich teurer werden als geplant, liege vor allem daran, «dass politische Planungsprozesse intransparent sind und ohne angemessene Parlamentsbeteiligung stattfinden». Zudem würden Kritiker trotz ihrer oft hohen Fachkompetenz in die Ecke von «Krötenschutz-Querulanten» gestellt.
Das Projekt mit dem Namen Stuttgart 21 sieht den Bau eines unterirdischen Durchgangsbahnhofs in der Landeshauptstadt vor. Alle aktuellen Entwicklungen und Hintergründe erfahren Sie in unserem Dossier.
