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19.02.2013  |  von  |  0 Kommentare

Val di Fiemme (dpa) Ein Jahr vor Olympia: Deutsche heiß auf WM-Medaillen

Die Kombinierer um Weltmeister Eric Frenzel sollen wieder für Gold-Glanz sorgen, die Skispringer wollen nach der ersten Einzelmedaille seit vier Jahren greifen, und die Langläufer hoffen auf ihre Chance im Team.

Kombinierer-Team: Johannes Rydzek (l-r), Manuel Faißt, Eric Frenzel und Björn Kircheisen. Foto: Jan Woitas  Bild: Foto: dpa



Kombinierer-Team: Johannes Rydzek (l-r), Manuel Faißt, Eric Frenzel und Björn Kircheisen. Foto: Jan Woitas

Wenn an diesem Mittwoch die Medaillenjagd bei den nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Val di Fiemme feierlich eröffnet wird, wollen die deutschen Asse groß auftrumpfen und ein Jahr vor Olympia mindestens sechsmal Edelmetall holen.

«Die WM-Platzierungen sind erfahrungsgemäß ein wichtiger Indikator für das, was wir in zwölf Monaten bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi erwarten dürfen», sagte DSV-Sportdirektor Thomas Pfüller. «Unser Ziel ist es, wieder in jeder Disziplin eine bis zwei Medaillen zu gewinnen.»

In den insgesamt 21 Entscheidungen gelten vor allem die Nordischen Kombinierer als Medaillenbank. «Es ist immer unser Ziel, um die Podestplätze mitzukämpfen. Das haben alle verinnerlicht und ich bin zuversichtlich, dass wir das auch bei diesem Großereignis umsetzen können», erklärte Bundestrainer Hermann Weinbuch.

Titelverteidiger Frenzel, der vor zwei Jahren in Oslo das 40. deutsche Gold in der WM-Historie gewann, hofft auf einen ähnlichen Erfolg. Immerhin zockte der 24 Jahre alte Familienvater die Konkurrenz bei den Weltcups im Januar gleich viermal in Serie ab.

Entsprechend cool geht Frenzel die Titelkämpfe an, bei denen er sein Gelbes Trikot des Weltcup-Spitzenreiters vergolden will. «Ich mache mir keinen Druck und weiß, dass ich nicht unbedingt Weltmeister werden muss. Ich weiß aber auch, dass ich gut trainiert habe und zuletzt in Top-Form war. Wenn alles passt, ist auch vieles möglich», sagte der Oberwiesenthaler betont gelassen.

In den zwei Staffelentscheidungen will Frenzel zudem seinen Teil dazu beitragen, dass die seit 26 Jahren erfolglose Gold-Hatz endlich ein Happy End findet. 2011 am Holmenkollen hatten die deutschen Kombinierer zweimal hauchdünn gegen Österreich den Kürzeren gezogen. «Von den sechs WM-Teilnehmern standen fünf in dieser Saison bereits auf dem Podest, das sagt viel über die Qualität der Mannschaft aus», äußerte sich Weinbuch, der beim letzten Team-Triumph 1987 in Oberstdorf dabei war, zuversichtlich.

Mit ähnlich großem Optimismus wie die Kombinierer, die bei herrlichem Winterwetter mit Sonne und blauem Himmel bereits auf den WM-Anlagen trainieren, reisen die Skispringer am Mittwoch zur WM. «Wir haben in den Vorjahren stets eine WM-Medaille gewonnen, das war immer ein hartes Stück Arbeit. Mein Traumziel sind zwei Medaillen. Das wäre der nächste Schritt in unserer Entwicklungsstufe», sagte Bundestrainer Werner Schuster.

Richard Freitag, der die WM-Generalprobe beim Skifliegen in Oberstdorf gewann, und Severin Freund sollen die Mannschaft aufs Podest führen und im Einzel an die Erfolge von Martin Schmitt anknüpfen. Der holte 2001 in Lahti das letzte Gold und 2009 in Liberec mit Silber die letzte Einzel-Medaille. «Der Sieg am vergangenen Wochenende hat mir gezeigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Ich möchte diesen Schwung nach Predazzo mitnehmen. Körperlich fühle ich mich sehr gut und auch vom Kopf her bin ich gut auf die WM eingestellt», sagte Freitag.

Eine weitere Medaillenchance bietet sich bei der WM-Premiere im Mix, wo pro Nation zwei Männer und zwei Frauen vom Bakken gehen. Allerdings lief es für die deutschen Springerinnen in diesem Winter bisher nicht nach Wunsch, so dass Bundestrainer Andreas Bauer relativiert: «Wir haben nur Außenseiterchancen.»

Das trifft auch auf die Langläufer zu. Entsprechend zurückhaltend gab sich Bundestrainer Frank Ullrich vor dem WM-Auftakt. «Es wird sehr, sehr schwer, die Podiumsplätze anzugreifen. Aber natürlich wollen wir den Top-Favoriten aus Skandinavien und Russland nicht kampflos das Feld überlassen. Chancen auf Edelmetall sehe ich vor allem in den Teamsprints sowie in den beiden Staffeln», sagte Ullrich und gab die Marschroute aus: «Wir wollen mit Zuversicht und Spaß in die Rennen gehen.»

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