Ohne den verletzten Timo Boll ist für Deutschlands Tischtennis-Herren die Mannschafts-WM in China kein Selbstläufer.
Nach drei Vorrunden-Siegen verlor das Trio Bastian Steger (Frickenhausen), Dimitrij Ovtcharov, Christian Süß (beide Düsseldorf) in Guangzhou das Spitzenspiel der Gruppe C gegen Japan deutlich mit 1:3 und verpasste den direkten Einzug in das Viertelfinale. Über den Umweg Achtelfinale an diesem Donnerstag kann der WM-Dritte von 2006 aber seine Medaillenchance noch wahren.
Für die verjüngte Damen-Auswahl des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) war das Achtelfinale Endstation. Nach einem 3:1 gegen Spanien verlor das Team um Spitzenspielerin Wu Jiaduo (Kroppach) knapp mit 2:3 gegen Rumänien und kann noch maximal Rang neun erreichen. Vor zwei Jahren in Bremen hatten die DTTB-Damen mit Platz elf enttäuscht. «Egal, was passiert. Für uns kann es keine schlechte WM mehr werden», sagte Damen-Bundestrainer Jörg Bitzigeio.
«Die Japaner haben auf allen drei Positionen stark gespielt. Gegen so einen Gegner darf man verlieren, auch wenn ich mir ein knapperes Ergebnis gewünscht hätte», urteilte Herren-Bundestrainer Richard Prause nach der deftigen Pleite. Ein Substanzverlust war nicht zu übersehen. Einige Sätze gingen 0:11 oder 1:11 verloren. Lediglich Bastian Steger (Frickenhausen) hielt dagegen. Sein Auftaktsieg gegen Japans Meister Jun Mizutani vom Bundesligisten Borussia Düsseldorf gab den Kollegen aber keine Sicherheit.
Vor allem der EM-Dritte Dimitrij Ovtcharov erwischte einen schwarzen Tag und verlor gegen den gebürtigen Chinesen Kan Yo und gegen seinen Clubkollegen Mizutani jeweils glatt mit 0:3 Sätzen. Für den 19-Jährigen, der zuvor Europameister Boll glänzend vertreten hatte, waren es die ersten WM-Niederlagen. «Dimitrij hat nicht optimal gespielt. Das muss er verkraften», sagte Prause. Auch Süß hatte gegen Kaii Yoshida große Probleme. «Wir hätten alle am obereren Limit spielen müssen. In der K.o.-Runde werden die Karten aber neu gemischt», blickte Steger dem Achtelfinale zuversichtlich entgegen.
Die DTTB-Damen erwischten in ihrem Achtelfinale zunächst einen guten Start. Die Weltranglisten-17. Wu Jiaduo brachte ihr Team mit einem Erfolg gegen die Rumänin Daniela Dodean in Führung. Danach verloren Elke Wosik (Busenbach) und WM-Debütantin Amelie Solja (Saarlouis) ihre Partien. Wosik schaffte noch einmal den Ausgleich, doch im letzten Einzel unterlag Wu mit 1:3 Sätzen gegen Elisabeta Samara. «Ich mache meinem Team dennoch ein Kompliment», sagte Coach Bitzigeio. Nächster Gegner in der Platzierungsrunde sind die USA.