«Ich finde, Kritik ist absolut berechtigt, wenn ich schlecht spiele», sagte der 28-Jährige in einem Interview auf www.sportschau.de. «Aber dieses Mal fand ich es sehr ungerecht, und es ging auch teilweise unter die Gürtellinie.»
Er habe bereits vor dem Grand-Slam-Turnier in Wimbledon für die Olympischen Spiele in London abgesagt, betonte der Bayreuther. «Und ich hatte auch keine wirkliche Medaillenchance für mich gesehen. Ich war ehrlich. Dass dann so mit mir umgegangen wurde in den letzten Wochen, war doch sehr enttäuschend und auch nicht fair.»
Der Olympia-Verzicht Mayers und die verletzungsbedingte kurzfristige Absage von Philipp Kohlschreiber hatten massive Kritik hervorgerufen, unter anderen von Boris Becker, Davis-Cup-Teamchef Patrik Kühnen und auch DTB-Präsident Karl-Georg Altenburg. Der Chef des Deutschen Tennis Bundes forderte zuletzt sogar, Spieler, die Olympia verweigern, nicht mehr für den Davis Cup zu nominieren.
«Das ist natürlich doppelt enttäuschend, so etwas zu lesen. Ich kann nur sagen, dass ich im Davis Cup immer mit sehr viel Herz gespielt habe», sagte Mayer am Montag vor seinem Erstrunden-Match bei den US Open gegen den Amerikaner Jack Sock. Gegen Australien in der Davis-Cup-Relegation Mitte September in Hamburg würde er «gerne spielen». Am 4. September wird Kühnen sein Aufgebot benennen.
Ob Routinier Tommy Haas dazu zählt, ist offen. «Die Situation ist schwierig für mich: zum einen brauche ich eine Pause, zum anderen würde ich in meiner Heimatstadt Hamburg sehr gerne spielen», sagte Haas dem ZDF. «Ich entscheide mich wohl erst in letzter Minute.»
