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Genf Wer wird der neue Uefa-Präsident? Die Kandidaten im Kurzportrait

Michael von Praag oder Aleksander Ceferin? Wir stellen Ihnen die beiden Kandidaten für die Uefa-Wahl vor.

Michael van Praag

KNVB supports Gianni Infantino for FIFA presidency
Michael van Praag | Bild: Robin Van Lonkhuijsen (ANP)
Seinen bemerkenswertesten Auftritt hatte Michael van Praag zwei Tage vor dem Eröffnungsspiel der Fußball-WM 2014 in Brasilien. So offen wie noch kein aktiver Funktionär vor ihm forderte der niederländische Verbandspräsident im Kellersaal eines Luxushotels in São Paulo den Rücktritt von Joseph Blatter. Dabei machte der Ex- Vorstandsboss von Ajax Amsterdam den damaligen Fifa-Chef indirekt für „Korruption und Bestechung“ rund um den Weltverband verantwortlich. Seitdem steht van Praags Versuch, die Macht im internationalen Fußball zu übernehmen, aber unter keinem guten Stern. Zunächst zog er vor anderthalb Jahren angesichts mangelnder Unterstützung frühzeitig seine Kandidatur gegen Blatter um das Amt des Fifa-Präsidenten zurück. Und auch der Bewerbung als neuer Uefa-Chef fehlte kurz vor der Wahl der Schwung: Lediglich aus einzelnen Verbänden wie England, Belgien und Island hatte das Mitglied der Exekutive der Europäischen Fußball-Union bis zuletzt feste, öffentliche Wahlzusagen.

Die wichtigsten Daten und Stationen von Michael van Praag

Geburtsdatum: 28. September 1947 in Amsterdam (68 Jahre)
Wahlmotto: Building Bridges (Brücken bauen)
Beruf: ehemaliger Manager und Besitzer einer Duty-Free-Einzelhandelskette, Aufsichtsratsvorsitzender von O’Neill Europe

Karriere im Fußball (Auszüge):
1963-1979 Schiedsrichter,
1989-2003 Vorstandschef von Ajax Amsterdam,
2003-2008 Vorsitzender des Aufsichtsrats der niederländischen Eredivisie,
seit 2008 Präsident des niederländischen Verbands KNVB,
seit 2009 Mitglied des Uefa-Exekutivkomitees.

Aleksander Ceferin

Aleksander Ceferin
Aleksander Ceferin | Bild: Igor Kupljenik (EPA)
Noch vor vier Monaten war Aleksander Ceferin ein großer Unbekannter auf der Bühne der Fußball-Politik. Erste Medienberichte über eine Uefa-Kandidatur des Präsidenten des international kaum bedeutenden slowenischen Verbands im Mai ließen nur Fachleute aufhorchen. Doch spätestens mit der Wahlunterstützung aus Skandinavien Anfang Juni war Ceferin ernstzunehmender Anwärter - und schon bald Favorit.

Seine wenigen Interviews und Auftritte nutzt der Rechtsanwalt angesichts dieser Blitzkarriere zur Schärfung seines sportlichen Profils: Sogar im Wahlprogramm wird sein Schwarzer Gürtel in Karate genannt, gerne verweist Ceferin darauf, dass er viermal per Auto und einmal per Motorrad die Sahara durchquert hat.
Ohne Ballast geht Ceferin allerdings nicht in die Wahl: So wird kolportiert, dass seine Bewerbung hinter den Kulissen vor allem aus Russland und mit Unterstützung von Fifa-Präsident Gianni Infantino vorangetrieben wurde. Da er allerdings unter anderen auf die Stimmen aus Deutschland, Frankreich, Portugal, Irland und weiten Teilen Osteuropas bauen kann, weist Ceferin alle Vorwürfe gelassen zurück.

Die wichtigsten Daten und Stationen von Aleksander Ceferin

Geburtsdatum: 13. Oktober 1967 in Ljubljana (48 Jahre)
Wahlmotto: Creating the Perfect Balance (Die perfekte Balance schaffen)
Beruf: Rechtsanwalt, Vorsitzender der familieneigenen Kanzlei

Karriere im Fußball (Auszüge):
seit 2011 Präsident des slowenischen Verbands, Vize-Chef der Rechts-Kommission derUEFA, Mitglied der Disziplinar-Kommission der FIFA
 

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