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Berlin Beckenbauer-Anwälte verteidigen 5,5-Millionen-Zahlung

Die Anwälte von Franz Beckenbauer haben die 5,5 Millionen Euro an den 71-Jährigen vom Deutschen Fußball-Bund aus ihrer Sicht verteidigt.

Die Juristen schrieben in einer Stellungnahme am Mittwoch, dass die Behauptungen, Beckenbauer habe das Geld für die WM 2006 oder für ein Ehrenamt erhalten, falsch seien.

Beckenbauer habe die Einnahmen aus seinen werblichen Aktivitäten für den von ihm damals geworbenen nationalen WM-Sponsor (Oddset) auch „unverzüglich an seinem Wohnsitz in Österreich ordnungsgemäß versteuert“, hieß es in dem Statement der Kanzlei Nesselhauf.

Am Dienstag hatten Medien berichtet, dass der damalige Chef des Organisationskomitees der WM 2006 den Betrag aus dem für die WM-Organisation gedachten Sponsorengeld erhalten habe. Versteuert wurde die Zahlung durch den DFB vier Jahre nach der WM. Beckenbauer soll die Schuld im März 2011 beglichen haben.

Laut Beckenbauer-Juristen handelte es sich um eine Abzugssteuer, die nach einer Betriebsprüfung 2010 vom DFB gezahlt wurde. Diese werde fällig, wenn „Zahlungen an einen Steuerausländer geleistet werden“.

Beckenbauer habe das Geld nach Kenntnis der Betriebsprüfung „unverzüglich“ erstattet.

Auf die am Mittwoch von DFB-Präsident Reinhard Grindel geäußerte Kritik reagierten Beckenbauers Anwälte ebenfalls. Die Behauptung, dass Beckenbauer die Öffentlichkeit getäuscht habe, treffe nicht zu, meinten sie. Grindel hatte gesagt: „Für mich ist dieser ärgerliche Vorgang ein neuerlicher Beleg, dass das WM-OK auf Abschottung gesetzt hat, dass dort keine Transparenz geherrscht und die Öffentlichkeit in Teilen auch getäuscht worden ist.“
 

Auszüge aus der Erklärung von Beckenbauers Anwälten

"Franz Beckenbauer hat für seine werblichen Aktivitäten für den von ihm geworbenen Sponsor Oddset eine erfolgsabhängige prozentuale Beteiligung an den Einnahmen des DFB aus diesem Geschäft erhalten.

Die Höhe dieser prozentualen Beteiligung wurde nach dem Ende der WM 2006 vom DFB ermittelt.“

„Franz Beckenbauer hat diese Einnahmen unverzüglich an seinem Wohnsitz in Österreich ordnungsgemäß versteuert.“

„Der DFB musste nach einer Betriebsprüfung im Jahr 2010 eine sog.

Abzugssteuer leisten, die fällig wird, wenn Zahlungen an einen Steuerausländer geleistet werden; diese Abzugssteuer hatte der DFB 2006 nicht gezahlt. Franz Beckenbauer hat sie dem DFB unverzüglich, nachdem er über das Ergebnis der Betriebsprüfung in Kenntnis gesetzt worden war, erstattet.“

„Dem DFB ist der gesamte Komplex von Beginn an bekannt. Es gab keine Geheimverträge und keine ’versteckte Millionen-Zahlung’. Der Vertrag von Oktober 2004 wurde auch nicht, wie DFB-Chef Reinhard Grindel suggeriert, zwischen Franz Beckenbauer und dem Organisationskomitee (OK) abgeschlossen, sondern zwischen Franz Beckenbauer und dem DFB.“

„Die Rechtsanwälte Freshfields haben im Rahmen ihrer umfangreichen Untersuchungen auch diesen Sachverhalt in seiner Gesamtheit untersucht, geprüft und für ordnungsgemäß befunden.“

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