Eishockey: (wit) Die beiden Testspiele gegen die Heilbronner Falken am vergangenen Wochenende brachten für die Schwenninger Wild Wings weitere Aufschlüsse. SERC-Trainer Axel Kammerer ärgerte sich, dass seine Mannschaft beim 3:4 in Heilbronn eine 2:0-Führung verspielt hat. „Solche Geschenke, wie wir sie am Samstag vor unserem eigenen Tor verteilt haben, dürfen wir nicht mehr machen“, fordert der Übungsleiter.
Beim 4:1-Erfolg einen Tag später im Heimspiel gegen die Heilbronner sah Kammerer bereits eine Steigerung: „Es war ein Schritt nach vorne. Wir waren viel stabiler und hatten ab dem zweiten Drittel das Spiel unter Kontrolle.“ Der SERC-Coach wünscht sich jedoch, dass seine Mannen vor dem gegnerischen Kasten noch energischer und zielstrebiger auftreten. Das Überzahlspiel sah zwar ansehnlich aus, doch beim Abschluss fehlte oft die Präzision.
Festzuhalten bleibt, dass sich die Neuzugänge schon recht gut in die Mannschaft integriert haben, allen voran Kapitän Andreas Renz. Aber auch Stürmer Jonas Lanier, der in beiden Partien ins Schwarze traf, zeigte, dass er eine echte Verstärkung sein könnte. Auch der neue Verteidiger Marcus Götz trug sich in die Torschützenliste ein. Der quirlige Philipp Schlager überzeugte durch viel Einsatz. „Schlager hat mir sehr gut gefallen. Er war sehr aktiv und laufstark“, lobte Kammerer den 24-Jährigen. Radek Krestan scheint sich hingegen seine Tore für die Punktspiele aufzuheben. Nach den ersten fünf Tests ist Krestan noch ohne Treffer.
Dass Ersatztorwart Sebastian Staudt in dieser Saison mehr Eiszeit als in der vergangenen bekommen wird, deutet sich jetzt schon in der Vorbereitung an. Staudt löste Steve Silverthorn in beiden Partien gegen die Falken ab und machte seine Sache gut.
Derzeit sorgen die Kassel Huskies für Gesprächsstoff bei den Zweitligisten. Die Huskies wollen nach ihrem Ausschluss aus der Deutschen Eishockey-Liga in der kommenden Saison in der zweithöchsten deutschen Liga spielen. Bei der Gesellschafterversammlung der Zweitligisten am kommenden Montag, 6. September, soll geklärt werden, ob die Kasseler in der neuen Zweitliga-Saison als 14. Mannschaft dabei sein werden. Neben Schwenningen haben aber auch schon Bremerhaven, Heilbronn, Weißwasser und Rosenheim signalisiert, dass, wenn es zu einer Abstimmung über die Aufnahme kommen sollte, sie gegen die Huskies votieren würden. SERC-Manager Stefan Wagner meint hierzu: „Kassel hat die ganze Zeit nur von der DEL gesprochen. Jetzt, wo das Kind in den Brunnen gefallen ist, soll die zweite Liga auf einmal gut genug sein.“
Unterdessen scheint auch höchst fraglich, ob die Huskies, deren „starker Mann“, Geschäftsführer Dr. Fritz Westhelle, gestern seinen Rücktritt andeutete, überhaupt eine spielfähige Mannschaft zusammenbekommen, zumal ihre abgeschlossenen Verträge mit den Spielern nur für die DEL gelten. So mancher Klub streckt bereits die Fühler aus in Richtung Huskies-Spieler – auch die Wild Wings. Axel Kammerer schließt eine Verpflichtung eines weiteren Spielers nicht aus. „Ob Dan Hacker und Roland Mayr zum Saisonstart spielen können, ist doch sehr fraglich. Wir könnten einen Stürmer noch gut gebrauchen.“ Mayr fällt nach seinem Innenbandriss im Knie aus. Hacker fehlt noch aufgrund seiner Leistenoperation und zudem fällt Simon Maier nach seinem Schlüsselbeinbruch ohnehin noch längere Zeit aus.
Kandidaten für eine Verpflichtung scheinen Thomas Pielmeier, der von Hamburg Freezers nach Kassel wechseln wollte, und Christoph Melischko, der von den Kölner Haien nach Kassel wollte. Dies bestätigte auch Kammerer. Möglicherweise könnte schon Mitte der Woche Vollzug gemeldet werden.
Wild Wings gegen Heilbronner Falken: Testspiel mit Autogrammstunde (1)
Wild Wings gegen Heilbronner Falken: Testspiel mit Autogrammstunde (2)
SERC Wild-Wings Kader Saison 2010/2011
