Regionalsport Schwarzwald Uli Rottler sprintet zum WM-Titel
Eine Goldmedaille und einen imposanten Siegerpokal brachte Uli Rottler von der Masters-Weltmeisterschaft in Österreich mit nach Hause.
Nur fünf Tage nach seinem sechsten Sieg bei der Vaude-Trans-Schwarzwald startete der Villinger Radsportler am vergangenen Freitag bei der Masters Weltmeisterschaft in St. Johann in Tirol im Straßenrennen und sicherte sich den Masters-Weltmeistertitel in der Altersklasse 56 bis 58 Jahre.
„Die Entscheidung für die Teilnahme an der Masters-WM fiel erst am Dienstag vor dem WM-Rennen. Ich hatte mich von der Trans Schwarzwald sehr gut erholt und fühlte mich in einer Top-Verfassung. Da fiel mir die Entscheidung leicht. Ich wollte die Chance im Straßenrennen unbedingt nutzen“, sagte Rottler.
Dass diese Entscheidung richtig war, zeigt das Ergebnis. Bei fast tropischen Temperaturen von über 37 Grad Celsius mussten die Fahrer zwei Runden zu je 38 Kilometer absolvieren. Bereits nach 30 Kilometern löste sich Uli Rottler mit einer Attacke im Anstieg zur „Huberhöhe“ von dem über 100 Mann starken Feld. Der Niederländer Bert Bakker und der Weißrusse Mikalai Baklanau konnten die Attacke mitgehen und die drei Fahrer setzten sich leicht ab.
Das große Feld gab sich aber noch nicht geschlagen und wollte die Gruppe nicht ziehen lassen. Vor allem in den windigen Flachpassagen hatte das Feld deutliche Vorteile gegenüber der Dreiergruppe. Doch unter dem Tempodiktat von Uli Rottler baute das Trio den Vorsprung auf vier Minuten aus. Somit war eine Medaille auf jeden Fall gesichert. Die Entscheidung über Gold, Silber und Bronze fiel auf der 700 Meter langen Zielgeraden. In einer spannenden Sprintentscheidung verwies Rottler seine beiden Fluchtgefährten auf die Plätze zwei und drei und holte sich das begehrte Masters WM Trikot. Seine Siegerzeit betrug 1:53,58 Stunden.
Die beeindruckende Fitness des Villingers kommt nicht von ungefähr. 20 000 Kilometer legt Uli Rottler pro Jahr mit dem Rad zurück, wobei er mittlerweile eindeutig das Mountainbike bevorzugt. „Ich fahre am liebsten morgens in der Früh zwischen 7 und 10 Uhr vor der Arbeit“, sagt der Inhaber eines Radsportgeschäfts. Während seiner Glanzzeit in den 80er und 90er Jahren hatte Rottler bis zu 35 000 Kilometer pro Jahr in den Beinen. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere wurde der 57-Jährige fünf Mal deutscher Meister auf der Straße. Seinen größten Triumph auf dem Mountainbike feierte Rottler mit Platz vier bei der MTB-Weltmeisterschaft in Colorado/USA.
Die jüngsten Erfolge machen Appetit auf mehr. Uli Rottler ist immer noch hungrig. Auch bei der bevorstehenden deutschen MTB-Meisterschaft in St. Ingbert, beim Schwarzwald-Bike-Marathon in Furtwangen und beim Drei-Etappen-Rennen in Tailfingen will Rottler um den Sieg mitfahren.
