Ringen, Oberliga: KSV Tennenbronn – SV Triberg 10:27 – Das Derby hatte kaum richtig begonnen, da war es auch schon so gut wie entschieden. Mit vier Vierern in den ersten vier Kämpfen sorgte der designierte Meister aus Triberg schnell für klare Verhältnisse. Da beim Gastgeber Felix Lehmann (Handverletzung/bis 60 kg) und Dennis Seliwerstow (Krankheit/bis 55 kg) fehlten, war es aber selbst für Tennenbronns Coach Matthias Brenn „nicht überraschend, dass wir zu diesem Zeitpunkt so klar zurückliegen“. Schon aufgrund dieser klaren Voraussetzungen vor Kampfbeginn, ist es denn Gastgebern hoch anzurechen, dass sie dennoch keine Gewichtsklasse „leer“ laufen ließen.
Im ersten Kampf wurde Jonas Kammerer (SVT) in der 55er-Klasse Überlegenheitssieger gegen den vier Kilo leichteren Benjamin Nagel. Tribergs Schwergewichtler Francesco Miano Petta gewann gegen Mathias Pfaff ebenfalls überlegen und Sascha Oswald (bis 60 kg) tat selbiges gegen Tennenbronns Ersatzmann Raphael Moosmann. Der 96er-Kampf dauerte exakt vier Sekunden, dann hatte Coskun Öztürk den jungen Daniel Reiner auf die Schultern gelegt.
Im fünften Duell hatten die heimischen Fans dann endlich erstmals Grund zum Jubeln. Sie nutzten dies auch und feierten gegen den übermächtigen Lokalrivalen jeden einzelnen Rundengewinn fast wie einen Derby-Sieg. Die ersten Rundengewinne für die Tennenbronner holte Peter Lehmann (bis 66 kg griechisch) bei seinem 3:1-Punktsieg gegen Jerome Friedrich. Lehmann ließ sich vom heimischen Publikum feiern. Die Tatsache, dass das KSV-Team zur Pause mit 3:17 zurücklag, war für die Tennenbronner Ringer und ihr Publikum zweitrangig.
Direkt nach der Pause holte Michael Kaufmehl (bis 84 kg Freistil) gegen Alexander Fichter die nächsten drei Zähler für Triberg und machte damit auch theoretisch alles klar. Anschließend durfte Tennenbronn wieder über Rundengewinne jubeln. Luca Lehmann (bis 66 kg Freistil) sorgte in einem hart umkämpften Duell gegen Joscha Gantert mit einem 3:1-Punktsieg für den zweiten Einzelerfolg der Gastgeber.
Mit Spannung hatten die Zuschauer das Aufeinandertreffen in der 84er-Griechisch-Klasse zwischen Bernd King und dem Triberger Kai Rotter erwartet. Doch der Kampf selbst bot wenig bis gar keine Spannung. Rotter war in der Bodenlage zu stark für den Tennenbronner und gewann mit 3:0. Auch Fabian Reiner (bis 74 kg griechisch) konnte Jan Rotter nicht ernsthaft Paroli bieten. Reiner, unbestritten in dieser Gewichtsklasse einer der besten der Oberliga, wurde von Rotter dominiert und musste froh sein, dass er nur 0:3 verlor. Zum Abschluss kam der Tennenbronner Timo-Marcel Nagel noch kampflos zu einem Aufgabesieg. Sein Gegner Kirill Fadeew gab aufgrund einer Bänderverletzung am Knie direkt nach dem Anpfiff auf.
Für die Gastgeber endete damit zugleich der letzte Lokalkampf der Saison. Vier Derbys, vier Niederlagen. Eine Tennenbronner Bilanz mit Seltenheitswert. Zumindest was die Vergleiche gegen die Rivalen aus Triberg und Furtwangen betrifft, wird man in Tennenbronn in den nächsten Jahren nur ungern auf die Oberliga-Saison 2009 zurückblicken.
