Ringen, Oberliga: SV Triberg – KSK Furtwangen 28:9 – In der Halbzeit des Derbys war Michael Hübner, der Trainer des KSK Furtwangen, noch bester Dinge. Auch zurecht: Seine Mannschaft führte gegen den Favoriten mit 9:8. „Wenn es normal läuft, gewinnen wir jetzt noch zwei Kämpfe und verlieren drei“, blickte Hübner auf die zweite Kämpfhälfte. Doch es kam ganz anders. Die Furtwanger Ringer erlebten in den Kämpfen sechs bis zehn ein Desaster. 0:20 lautete das Ergebnis im zweiten Kampfabschnitt. „Das ist ewig her, dass ich so etwas nach der Pause erlebt habe“, meinte ein schwer enttäuschter Hübner nach dem Kampf.
Zu Beginn nahm das Derby noch den erwarteten Verlauf. Triberg holte durch Francesco Constantino gegen den tapfer kämpfenden Fabian Kirner in der 55 kg-Klasse die ersten drei Zähler. Bereits der zweite Kampf des Abends brachte die Halle zum Brodeln. Coskun Öztürk (Triberg) gewann im Schwergewicht die ersten zwei Runden gegen den 16 Kilo schwereren Christian Kiefer. Doch danach spielte der Furtwanger seine ganze Cleverness aus und entschied, ohne dabei großartig aktiv zu werden, die nächsten drei Runden knapp für sich.
Mit einem klaren 3:0-Erfolg gegen Mike Kromer erhöhte Sascha Oswald (bis 60 kg) die Triberger Führung auf 8:2. Dann waren wieder die Gäste aus dem Bregtal an der Reihe. Dominique Endres gewann in der 96er-Klasse souverän gegen Ardit Qorraj. Der Einsatz von Endres zeigt deutlich, welchen Stellenwert die Derbys bei den Ringern haben. Seit Wochen quält er sich mit Schulterproblemen und jeder Arzt hätte ihm wohl von einem Einsatz abgeraten, zumal Endres in dieser Saison noch nicht auf der Matte stand. Doch gegen Triberg wollte er unbedingt ran und das auch noch zwei Tage vor der heutigen Schulteroperation.
Felix Pfaff sorgte gegen Joscha Gantert (bis 66 kg Freistil) für den dritten Furtwanger Einzelsieg und damit zugleich für die 9:8-Halbzeitführung für den KSK. Es sollte zugleich das letzte Furtwanger Erfolgserlebnis an diesem Abend gewesen sein.
Nach der Pause entwickelte sich das Derby zu einem Drama für die Gäste. Zunächst wurde der Rumäne Christian Rusu (bis 84 kg griechisch) im hitzigen Duell gegen Kai Rotter wegen Unsportlichkeit disqualifiziert. Allerdings zu unrecht, denn Kampfrichter Franz Moser schien bei diesem Kampf doch etwas überfordert. Nach diesem Rückschlag waren von Arne Jöhnk in der 66er-Griechischklasse gegen Pascal Becker weitere KSK-Punkte eingeplant. Jöhnk begann auch erfolgversprechend. Doch kaum hatte die zweite Runde begonnen, folgte der nächste Dämpfer für Hübner & Co. Mit einem sehenswerten Wurf legte der 17-jährige Becker den Furtwanger aufs Kreuz, schulterte ihn und ließ sich danach von der riesigen Kulisse feiern. Damit gingen jeweils vier Punkte auf das Konto der Triberger in zwei Kämpfen, in denen sich der große KSK-Anhang eigentlich Siege erhofft hatte.
Was danach folgte, war weniger überraschend. Michael Kaufmehl (SVT/bis 84 kg Freistil) ließ Tobias Haaga genauso wenig eine Chance wie Kirill Fadeew (SVT/bis 74 kg Freistil) Christian Haaga. Die beiden Triberger gewannen technisch überlegen. Zum Abschluss „spielte“ Jan Rotter (SVT/bis 74 kg griechisch) förmlich mit Timo Niedermaier. Er sorgte für den fünften „Vierer“ in Folge für die Triberger Ringer und beendete ein Derby, das Michael Hübner wohl am liebsten so schnell wie möglich vergessen will.
Die Triberger waren am Sonntag ebenfalls erfolgreich. Sie gewannen das Spitzenduell gegen den Tabellendritten RKG Waldkirch-Kollnau haushoch mit 33:7. Vor 300 Zuschauern wurden Francesco Constantino, Kai Rotter, Michael Kaufmehl und Pascal Becker jeweils Schultersieger. Außerdem punkteten Sascha Oswald (Überlegenheitssieg), Joscha Gantert (3:2-Runden), Kirill Fadeew (kampflos), Coskun Öztürk (3:0-Runden) und Jan Rotter (3:1-Runden)
