Ringen, Oberliga: SV Triberg – KSV Tennenbronn 25:14 – Für Tennenbronns Trainer Matthias Brenn war ohnehin schon im Vorfeld klar, dass seine Mannschaft mit geringen Siegchancen nach Triberg fährt. Als jedoch am Nachmittag Peter Lehmann aufgrund eines Kreislauf-Zusammenbruchs absagen musste und seine Mannschaft bereits nach drei Kämpfen deutlich zurücklag, sanken diese Chancen schon frühzeitig in Richtung Nullpunkt.
Die Triberger starteten in der proppenvollen Sporthalle mit dem erwarteten Sieg von Michael Kaufmehl gegen Alexander Fichter (84 kg Freistil). Kaufmehl gewann souverän, aber nicht gerade spektakulär. Danach kam das Derby aber in Fahrt und die Zuschauer in Stimmung. Zunächst machte Jonas Kammerer (SVT/bis 55 kg) in seinem ersten Derby-Auftritt kurzen Prozess mit Marco Samland, der nach 28 Sekunden auf den Schultern lag. Anschließend bescherte Coskun Öztürk mit seinem Schultersieg im Schwergewicht gegen Mathias Pfaff den Tribergern die nächsten vier Zähler. 11:0 nach drei Kämpfen – das Derby schien schon entschieden, bevor es überhaupt richtig angefangen hatte. Zumal nun im Duell zwischen Francesco Constantino und Felix Lehmann die Triberger die nächsten Punkte eingeplant hatten. Doch mit einem mutigen und beherzten Auftritt warf der Tennenbronner seinen Kontrahenten überraschend auf die Schultern und sorgte dafür, dass dem Derby nicht schon vorzeitig jegliche Spannung abhanden kam.
Dies spürte auch das Publikum. Bereits im nächsten Duell zwischen Kai Rotter (SVT/bis 96 kg) und Murat Sen feuerten beide Lager in jeder Aktion ihren Ringer lautstark an. Mit unbändigem Kampfgeist kam Griechisch-Spezialist Rotter in diesem Freistil-Kampf zum knappen 3:2-Erfolg. Mit „seiner“ Kopfschleuder begeisterte er das heimische Publikum, begab sich damit aber zugleich an den Rand einer Schulterniederlage. Triberg führte zur Halbzeit mit 14:6.
Luca Lehmann sorgte direkt nach der Pause dafür, dass die Hoffnung der Gäste nicht völlig zunichte gemacht wurde. In der 66er-Freistilklasse gewann er mit 3:1-Runden gegen Joscha Gantert. Danach folgte das Highlight des Abends – das hochklassige Duell zwischen Jan Rotter und Bernd King (bis 84 kg griechisch). Das Mitglied der Junioren-Nationalmannschaft gegen den langjährigen Zweitliga-Ringer. Ein Kampf, der hitziger hätte nicht sein können und sich am Rand der Fairness bewegte. Wie sehr es zur Sache ging, zeigt die Tatsache, dass beide blutend die Matte verließen. Rotter mit einer Platzwunde am Auge, King mit einer Platzwunde am Kinn. Entscheidend war in diesem Duell der größere Wille und den hatte Jan Rotter. Triberg führte nach seinem 3:0-Punktsieg mit 15:7. Das Derby war so gut wie entschieden. Die letzten Zweifel beseitigte Pascal Becker (SVT) mit seinem Überlegenheitssieg in der 66er-Griechisch-Klasse gegen Lars Nagel.
Im Freistil-Duell der 74er zeigte Kirill Fadeew (SVT) gegen Timo-Marcel Nagel, dass er in dieser Oberliga-Saison wohl kaum zu schlagen sein wird. Zum Abschluss gewann Tennenbronns Fabian Reiner gegen Patrick Becker mit 4:0. Die Stimmung im Triberger Lager trübte das keineswegs. Der SVT gewann zum ersten Mal nach über zehn Jahren einen Heimkampf gegen den Rivalen aus Tennenbronn. Ob diese Mannschaft auf dem Weg zum Meistertitel überhaupt aufzuhalten ist, dürfte sich spätestens in knapp zwei Wochen zeigen. Dann ist wieder Derby-Zeit. Der ebenfalls noch ungeschlagene KSK Furtwangen kommt nach Triberg. Der nächste Leckerbissen, auf den sich die Ringer-Fans freuen dürfen.
Ringer-Derby SV Triberg - KSV Tennenbronn