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Regionalsport_Schwarzwald SV Tribergs Vorsitzender Mike Pfaff: Wir bauen keine Luftschlösser

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Nach dem geglückten Aufstieg blickt SV Tribergs Vorsitzender Mike Pfaff mit Vorfreude auf das bevorstehende Abenteuer in der 1. Ringer-Bundesliga.

Gratulation zur Zweitliga-Meisterschaft. Wie war Ihre Zielsetzung vor Saisonbeginn?

 

Sicherlich nicht Rang eins. Wir hatten als Aufsteiger Platz drei oder vier angepeilt.

 

Was waren Ihre Gedanken, als sich abzeichnete, die Mannschaft kann Meister werden und in die 1. Bundesliga aufsteigen?

 

Ich hatte anfangs etwas Angst vor dem Unbekannten und wochenlang nichts anderes mehr im Kopf. Auch jetzt bin ich noch nicht 100-prozentig sicher, ob wir richtig entschieden haben.

 

Wer Zweitliga-Meister wird und nicht aufsteigt, wird in die Verbandsliga zurückgestuft. Spielten Sie hin und wieder mit diesem Gedanken?

 

Nein. Rückzug war nie eine Option.

 

Was war ausschlaggebend, dass Sie sich pro Bundesliga-Aufstieg entschieden haben?

 

Die Bereitschaft unserer Vorstandschaft, diesen Weg zu gehen. Als ich das Ja meiner Vorstandskollegen hatte, gingen wir zur Mannschaft und stellten die Frage, was sie will. Das Wichtigste ist, dass die Helfer drumherum hinter so einem Aufstieg stehen. Auch mit meiner Frau Barbara, auf die ebenfalls einiges an Mehrarbeit zukommt, habe ich oft diskutiert.

 

Wann gaben die ehrenamtlichen Helfer das Okay?

 

Am vergangenen Mittwoch. Am Donnerstagabend gingen wir zur Mannschaft. Erst danach war klar, dass wir in die 1. Liga wollen.

 

Gab es in der Vorstandschaft auch Gegenstimmen?

 

Ja. Alle wissen, dass der Arbeitsaufwand in der 1. Liga um einiges größer wird. Eigentlich bräuchten wir einen hauptberuflichen Geschäftsführer. Aber den können wir uns nicht leisten.

 

Wie wäre der letzte Saisonkampf gegen Freiburg abgelaufen, wenn man sich gegen einen Aufstieg ausgesprochen hätte?

 

Das weiß ich nicht und will es eigentlich auch nicht wissen. Es wäre schlimm gewesen, wenn wir absichtlich hätten verlieren müssen. Wir hätten uns auch bei den Fans und Sponsoren unglaubwürdig gemacht.

 

Einige Erstligisten gerieten in den vergangenen Jahren in finanzielle Schwierigkeiten. Wie gehen Sie vor, dass der SV Triberg davon verschont bleibt?

 

Wir werden sicherlich einen höheren Etat benötigen als in der 2. Liga. Einige Sponsoren haben bereits signalisiert, dass sie uns etwas mehr unterstützen werden. Wir werden aber nur das Geld ausgeben, dass wir haben und sicherlich keine Luftschlösser bauen.

 

Das bedeutet?

 

Wir werden nächste Saison keine zehn Siegringer haben. Trainer Bernd Reichenbach bekommt ein Budget, mit dem er seine neue Mannschaft zusammenstellen kann. Das darf er nicht überschreiten. Ich vertraue ihm.

 

Befürchten Sie, dass die Mannschaft nicht konkurrenzfähig sein könnte?

 

Ganz und gar nicht. Ich bin überzeugt, dass wir nächste Saison nicht Tabellenletzter werden. Unsere Ringer haben auch schon signalisiert, dass sie bereit sind, noch intensiver zu trainieren.

 

Wovor haben Sie in der 1. Bundesliga den größten Respekt?

 

Es besteht natürlich die Gefahr, dass wir die Zuschauer bei mehreren Niederlagen weniger werden. Auch die Ringer müssen sich nach drei erfolgreichen Jahren daran gewöhnen, dass es nicht so weitergehen wird.

 

Und worauf freuen Sie sich am meisten?

 

Auf die klangvollen Namen der Spitzenvereine mit internationalen Spitzenringern. Ich hoffe, dass wir die Heimkämpfe zu einem echten Event für Ringerfans aus dem ganzen Schwarzwald machen können.

 

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