Eishockey, 2. Bundesliga: (wmf/wit) Zäh gestaltete sich das Jahresende und auch der Start in 2010 bei den Schwenninger Wild Wings. Bei ihrer 2:3-Niederlage nach Verlängerung zeigen sich die SERC-Profis in Bremerhaven von ihrer schwachen Seite.
Schon der Dezember war mit der Leichtigkeit der Vormonate nicht mehr zu vergleichen. Zwar gab es im letzten Monat des Jahres 2009 in neun Spielen noch fünf Siege, doch an den goldenen Oktober mit neun Siegen in neun Spielen kommen die Wildschwäne nicht mehr heran. Dass die Schwenninger immer noch Tabellenzweiter sind, haben sie auch der Tatsache zu verdanken, dass die direkte Konkurrenz ebenfalls schwächelt. So wie jetzt am vergangenen Sonntag, als alle vier Topteams ihre Spiele verloren.
„Wir sind momentan keine Spitzenmannschaft, denn eine Spitzenmannschaft gibt solch ein Spiel nicht mehr her“, sagte SERC-Trainer Axel Kammerer nach dem 2:3 in Bremerhaven. Eine Minute vor Ende der regulären Spielzeit kassierten die Wild Wings den 2:2-Ausgleich und 13 Sekunden vor Ende der Verlängerung auch noch den dritten Gegentreffer. Pinguins-Stürmer Chris Stanley lief ungestört durch die Schwenninger Abwehr und erzielte den Siegtreffer. „Andreas Gawlik steht daneben und schaut zu“, ärgerte sich Kammerer über seinen jungen Verteidiger.
Nicht nur dieser Fehler zeigt: Das Abwehrverhalten ist nicht mehr das, was es einmal war. Vor dem eigenen Tor räumen die Wild Wings nicht mehr aggressiv genug auf. Dabei wäre gerade dies in Bremerhaven vonnöten gewesen. Mit Sebastian Staudt durfte erstmals der etatmäßige Ersatztorwart von Beginn an in einem Punktspiel ran. Der junge Schlussmann wusste sich aber selbst zu helfen. „Staudt hat eine herausragende Leistung gezeigt. Er hat sich empfohlen und wird auf jeden Fall wieder seinen Einsatz bekommen“, urteilte Kammerer über den 21-Jährigen. Wann Staudt wieder den Vorzug vor Steve Silverthorn erhält, ließ der SERC-Trainer aber offen.
Der Torwart ist auch nicht das Problem im Team der Wild Wings. Vielmehr trägt das ungenaue Passspiel wesentlich zur allgemeinen Verunsicherung auf dem Eis bei. Nun will Kammerer das Übel bei der Wurzel packen. „Wir werden diese Woche intensiv trainieren und müssen schauen, dass wir uns schon im Training das Selbstvertrauen zurückholen.“
Am Freitag erwarten die Wild Wings die Heilbronner Falken, am Sonntag geht's nach Landshut. Die Grippeviren, die im Team grassierten, sind inzwischen wieder verflogen, so dass die Spieler ihre Form schnell wieder finden sollten. Dann können sich die Schwäne auch wieder jene unnötigen Strafzeiten ersparen, wie sie Verteidiger Ryan Gaucher in der Verlängerung gegen Bremerhaven kassierte.
SERC-Spieler des Monats Dezember