Eishockey, 2. Bundesliga: (wmf/wit) Einem 5:2-Heimerfolg gegen Bremerhaven ließen die Wild Wings einen 4:2-Sieg in Hannover folgen. Dabei sah es nach einem 0:2-Rückstand lange Zeit nicht nach einem Erfolg am Pferdeturm aus. „Nach einer hektischen Phase haben wir einen Weg gefunden, um das Spiel zu drehen: Das Spiel in Hannover war erneut ein guter Lernprozess für die Play-off“, sagte SERC-Trainer Axel Kammerer. Hannovers Coach Joe West ärgerte sich über die Heimniederlage: „Wir hätten das 3:0 nachlegen müssen, aber da stand uns SERC-Torwart Silverthorn im Weg.“
Der kanadische Schlussmann, der bereits gegen Bremerhaven geglänzt hatte, zeigte auch am Sonntag bei seinem 29. Geburtstag eine starke Leistung und hielt seine Mannschaft mit hervorragenden Reflexen im Spiel. „Silverthorn spielt seit Wochen in bestechender Form“, lobte Kammerer seinen Keeper.
Und noch ein Schwenninger feierte in Hannover sein ganz persönliches Erfolgserlebnis: Dan Hacker. Der US-Amerikaner schoss das 4:2 und beendete seine wochenlange Torflaute. „Das Tor tut Hacker gut. Ich bewerte ihn aber nicht nach den Toren, sondern danach, was er für die Mannschaft leistet, wie er rackert und kämpft. Das war immer vorbildlich.“
Nach dem Sechserpack vom Wochenende schnuppern die Wild Wings wieder an Rang eins. Tabellenführer München büßte im Heimspiel gegen Landshut beim 3:2-Sieg nach Verlängerung einen Punkt ein und liegt nur noch fünf Zähler vor Schwenningen. Am Freitagabend könnte der Vorsprung gar auf zwei Punkte schmelzen, wenn der SERC in der Helios-Arena das Spitzenspiel gegen München gewinnt. Die Bayern haben derzeit Personalsorgen. Kevin Lavallee und Dylan Gyori kassierten gegen Landshut jeweils Spieldauerdisziplinarstrafen und sind bei der Partie in Schwenningen gesperrt. EHC-Kapitän Andreas Raubal zog sich bereits am Freitag beim 9:3-Sieg der Münchner in Crimmitschau eine schwere Knieverletzung zu und fällt mindestens sechs Wochen aus.
Bei Schwenningen wird hingegen Kapitän Guy Lehoux wieder an Bord sein. Auch Andrej Kaufmann, der in Hannover wegen einer schmerzhaften Rippenprellung passen musste, wird voraussichtlich wieder spielen können. Auch bei Matthias Forster wurde am Montag Entwarnung gegeben. Der Stürmer hatte gegen Hannover im letzten Drittel einen Stockschlag auf die rechte Hand bekommen. „Ich hatte zunächst kein richtiges Gefühl mehr in der Hand. Jetzt ist aber alles wieder in Ordnung. Es ist nur ein Bluterguss. Ich freue mich riesig auf das kommende Wochenende. Und zwar nicht nur auf das Spiel gegen München, sondern auch auf das Duell in Ravensburg. Dafür ist man Sportler, um solche Spiele erleben zu dürfen“, sagte der 24-Jährige.
Eigentlich hatte sich Kölns Verteidiger Andreas Renz am Freitag das Spiel der Wild Wings gegen Bremerhaven anschauen wollen. Doch daraus wurde nichts, denn Haie-Trainer Bill Stewart hatte kurzfristig ein Training angesetzt. Nun will Renz am Sonntag, 21. Februar, beim SERC-Heimspiel gegen die Landshut Cannibals in der Helios-Arena auftauchen. Bis dahin hätte er auch ganz gerne seine sportliche Zukunft geklärt. Die Kölner Haie haben dem 181-fachen Nationalverteidiger ein Angebot für einen neuen Zweijahresvertrag unterbreitet, mit dem er nicht einverstanden ist. Die Rückkehr nach Schwenningen ist für den 32-Jährigen daher weiterhin eine wichtige Option. „Klar ist aber, dass ich einen Vertrag mit längerer Laufzeit möchte“, stellte Renz klar. „Wir sind an Andreas Renz interessiert“, versicherte Schwenningens Manager Stefan Wagner. Konkrete Verhandlungen hätten aber noch nicht stattgefunden. Dies bestätigte Renz: „Wir haben nur grob geredet.“ Der Abwehrspieler hat immer noch die große Hoffnung, mit den Wild Wings wieder in der DEL zu spielen. Renz. „Das wäre das Größte.“
