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Regionalsport Schwarzwald SERC-Fans feiern tolle Eishockey-Party auf Schienen

30.12.2009
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Lange im Voraus organisiert und ebenso lange ersehnt: Die Fanclub Vereinigung der Schwenninger Wild Wings charterte am vergangenen Montag einen Sonderzug mit 450 Schlachtenbummlern zum Spiel der Schwäne gegen die Buron Jokers Kaufbeuren. Mitten unter die blau-weißen Anhänger mischte sich SÜDKURIER-Reporterin Ann-Kathrin Blaser und reiste im Partyzug ins Allgäu.

Los ging es für mich und rund 100 SERC-Fans um 11.10 Uhr am Villinger Bahnhof. Wenn ich an den Sonderzug nach Crimmitschau im Januar 2004 zurückdenke, zu dem ich damals mitten in der Nacht aufgebrochen bin, war diese Zeit geradezu gemütlich spät. Nach einer Taschenkontrolle und einer „Reise nach Jerusalem“-artigen Suche nach einem Abteil rollte er los, der Sonderzug nach Kaufbeuren.

Erster Halt: Schwenningen, nächster Halt: Partywagen
Ein kurzer Blick auf die heimische Helios-Arena, dann fuhr der Sonderzug in Schwenningen ein und der nächste Schub Schlachtenbummler füllte die Plätze. Nun stand als nächster Halt für mich ganz klar der Partywagen auf dem Programm. An Ausruhen im Abteil war nicht zu denken. Mit dem ersten kühlen Radler in der Hand und den ersten Partyhits im Ohr freute ich mich, viele Freunde wiederzutreffen. Solch ein Zug bietet Möglichkeiten zuhauf, alte Bekanntschaften aufzufrischen, aber auch neue zu schließen. Dank der guten Stimmung und der gemeinsamen Vorfreude auf die Fahrt und auf das Spiel gegen Kaufbeuren kamen auch einander unbekannte Fans leicht ins Gespräch.

Vor allem in Berührung kamen sich die Schwenninger Anhänger des Öfteren, denn nach weiteren Stopps in Rottweil, Horb, Böblingen und schließlich Kornwestheim waren alle 450 SERC-Fans an Bord. Der Partywagen war zum Bersten voll. Mit meiner Kamera machte ich mich auf Fotojagd durch den Zug. Die Stimmung war ausgelassen und fröhlich – egal, ob bei der Clique aus der Kurve, bei den alteingesessenen Fans oder bei dem einen oder anderen Vater-Sohn-Gespann.

Hurra, hurra, die Schwenninger sind da
Pünktlich um 17:30 Uhr kamen wir in Kaufbeuren an und wurden von einigen Anhängern der Buron Joker herzlich empfangen. Nach nur fünf Minuten Fußweg erreichte unsere Prozession das heißersehnte Ziel, die Sparkassen-Arena. Der langsam vorangehende Einlass tat der Stimmung der Schwenninger Fans keinen Abbruch. Der Geruch der Essensstände stieg einem bereits in die Nase und sorgte für manch sehnsüchtigen Blick durch den Zaun. Auch ich wollte so schnell wie möglich ins Stadion, doch ich hatte noch keine Karte! Denn im Gegensatz zu den anderen Schwenningern, die sich ihre Tickets bereits abgeholt hatten, weilte meines noch beim Zug-Organisator und Vorsitzenden der Schwenninger Fanclub Vereinigung, Michael Hennig. Doch wie sollte ich ihn in dem ganzen Gewimmel nur finden?

Nach einigem Fragen und Suchen entdeckte ich ihn schließlich auf der anderen Seite des Zauns und außer Hörweite. Hilfe musste her. Und wer eignet sich da besser, als unser Freund und Helfer? Ein Polizist, der sich offensichtlich über die fröhliche Atmosphäre unter den Gästen freute, sprang für mich in die Bresche, holte mir „Henne“ an den Zaun und so kam ich noch zu meiner Eintrittskarte.

Eine unter 1000 Schlachtenbummlern
Durch eine Stadionwurst gestärkt suchte ich mir einen Platz im Gästeblock und musste feststellen, dass es durch die offene Hallenseite ganz schön kalt hereinwehte. Durch den Umbau des Bauchenberg-Stadions zur Helios-Arena ist man ja (Gott sei Dank) nichts mehr gewöhnt. Von Beginn an sorgten die 1000 mit Zug, Bus oder Auto angereisten SERC-Anhänger für mächtig Stimmung im Kaufbeurer Stadion. Auch die grandiose Wunderkerzenaktion ließ keinen Zweifel daran, dass die Fans der Joker hart um die atmosphärische Vorherrschaft bei ihrem Heimspiel würden kämpfen müssen.

Mit kurzer Verspätung legten auch die Spieler auf dem Eis los. Das mitreißende Spiel, in dem sich die Wild Wings immer wieder zum Ausgleich zurückkämpften und sogar kurzzeitig in Führung lagen, traf genau den Geschmack der Zuschauer. Auch wenn es letztlich nur zu einem Pünktchen gereicht hat, stimmte der Kampfgeist der Mannschaft die Schwenninger Anhänger gütig.

Doch es gab auch zwei ärgerliche Szenen: Inmitten der sonst so positiven Stimmung zogen einige Becherwerfer aus den Reihen der Gästefans mit ihrem unangebrachten Verhalten sowohl den Unmut ihrer umstehenden Kollegen als auch der Spieler auf sich. Vor allem die Kaufbeurer Spieler zu bewerfen, die den 1000 Schwenninger Fans nach dem Spiel durch Klatschen eigentlich Anerkennung zollen wollten, zeugte nicht gerade von der Tugend des anständigen Verlierers. Eine weitere unschöne Szene ereignete sich am Bahnhof, als die Polizei einige Männer überwältigen musste, die mit Steinen nach Schwenninger Fans geworfen hatten. Schließlich rollte der Sonderzug wieder gen Heimat und schnell waren Niederlage und Unruhestifter vergessen.

Die Rückfahrt – feierst du noch oder schläfst du schon?
Kaum losgefahren, stellte ich mir die Frage: Soll ich die Heimreise zur Regeneration nutzen oder mich wieder ins Getümmel stürzen? Für mich und viele andere lautete die Devise: weiterfeiern! Wie bereits auf dem Hinweg machten die Schwenninger Fans Party bis zum Umfallen. Die Stimmung blieb trotz etlicher Liter Bier friedlich und fröhlich. Doch irgendwann geht auch die schönste Party zu Ende. Und so war ich um 4.15 Uhr in der Früh froh, endlich wieder zu Hause zu sein. Der Sonderzug nach Kaufbeuren wird aufgrund einer tollen Organisation und gut gelaunter SERC-Fans als tolles Erlebnis in Erinnerung bleiben.

Wild Wings: Sonderzug nach Kaufbeuren - Fans
Wild Wings: Sonderzug nach Kaufbeuren - Spiel
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