Frühmorgens bei minus 18 Grad auf die Strecke, ein eiskalter Wind weht ins Gesicht und dann auch noch 60 Kilometer auf Langlauf-Skiern bis nach Hinterzarten. Die 222 Starter beim 35. Rucksacklauf um den Wäldercup verdienten sich am Samstag großen Respekt.
Jeder von ihnen war nachmittags in Hinterzarten nach dieser Herausforderung ein Gewinner. Dass keiner die 100 Kilometer-Strecke an den Belchen meistern durfte, spielte da keine Rolle. Bereits am Start wurden die Läufer von Siegfried Kaltenbach informiert, dass wohl nur die „kurze“ 60 km-Strecke nach Hinterzarten möglich ist. Das Risiko auf dem anschließenden Weg an den Belchen war den Veranstaltern, bedingt durch die extremen Bedingungen auf dem Feldberg, zu groß. Auf dem höchsten Berg des Schwarzwaldes hätten es die Läufer mit 20 Grad minus und starkem böigem Wind mit Schneeverwehungen zu tun gehabt. Die Wettkampf-Jury entschied sich um zehn Uhr, dass für alle Teilnehmer in Hinterzarten Endstation ist.
Schon frühzeitig nach dem Start setzte sich eine siebenköpfige Spitzengruppe vom Feld ab. Sie blieb mehr als die Hälfte der Strecke über den „Brend“, zur „Kalten Herberge“ und weiter in Richtung Thurner zusammen. Jörg Schoder (Oberalm), Walter Kuß (Furtwangen), Tobias Bach (Breitnau), Julian Geißler (Enzklösterle), Martin Siefermann (Denzlingen), Michael Dilger (SC St. Peter) und Jürgen Gutmann (Münstertal) durften zu diesem Zeitpunkt noch auf den Sieg hoffen. Erster Verfolger war Konrad Kienzler (Vöhrenbach-Urach). Direkt dahinter lag ein Trio mit Matthias Bettinger (Breitnau), Thomas Bächle (Grafenhausen) und Christian Storck (Rettenbach).
Die Vorentscheidung fiel nach dem Thurner beim Aufstieg zur „Weißtannenhöhe“ von Breitnau. Schober eilte der Konkurrenz davon und lief nach 3.47:39,6 Stunden als überlegener Sieger in Hinterzarten über die Ziellinie. Den Kampf um Rang zwei entschied Kuß um 2,2 Sekunden vor Gutmann für sich. Es folgte Siefermann vor Bach, dem Rucksacklauf-Sieger von 2010.
Mit über sieben Minuten Rückstand kam Julian Geißler ins Ziel. Ihm folgten Bächle und Storck. Matthias Bettinger und Sebastian Ringwald über neun Minuten zurück vervollständigten die Top-Ten. Damit waren bereits bei den Herren die Podestränge in den Kassen H 21 bis H 41 vergeben.
Nach 4:36:15,7 Stunden lief die 25-jährige Julia Frick (SC Hinterzarten) wie vor zwei Jahren in ihrer Heimatgemeinde als beste Dame über die Ziellinie. Mit einem Augenzwinkern erzählt Frick kurz darauf, dass sie ihren Vater Michael im letzten Drittel des Rennens noch abschütteln konnte. Mit über sieben Minuten Rückstand wurde Diana Geiger (Müllheim) Zweite, gefolgt mit großem Abstand von Linda Becker (Münstertal). Zum Sieg in der H 51 kam Paul Geiger (Müllheim) vor Wolfgang Kienzler (Schonach). Das Schwarzwälder Duell in der H 61 entschied der Schönwälder Heinz-Jürgen Müller (SC Schönwald) mit fast vier Minuten vor dem Obereschacher Klaus Weiß für sich. Älteste Teilnehmerin war die 62-jährige Barbara Siraky (Donaueschingen) und ältester Teilnehmer mit fast 70 Jahren der Schweizer Erhard Mätzener (Bassersdorf).