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Regionalsport Schwarzwald Jacqueline in Schwarz-Rot-Gold

29.12.2009
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Wir freuen uns auf ein schweres Spiel in Schwenningen.“ So kündigt Fraueneishockey-Bundestrainer Peter Kathan den Auftritt seines jungen Nationalteams gegen die versierten Kanadierinnen an. Das Testspiel gegen die U22-Auswahl aus Übersee findet am Montag, 4. Januar, am Neckarursprung statt. Der Austragungsort wurde mit Bedacht gewählt. Kathan: „Bei solchen Länderspielen schauen wir meist, dass wir ein Stadion zum Spielort machen, mit dem eine unserer Spielerinnen verbunden ist. Diesmal sind es Jacqueline Janzen und die schmucke Helios-Arena“, verrät der 60-jährige Frauencheftrainer.

Das 16-jährige Eishockey-Talent vom Schwenninger ERC weilte zuletzt mit dem A-Nationalteam beim Turnier der „Womens Euro Hockey Tour“ in Finnland. Das DEB-Team verlor zwar die Spiele gegen die Top-Weltranglistenteams aus Finnland, Schweden und Russland, gewann zuvor aber ein Testspiel gegen Olympiateilnehmer China mit 3:1 (wir berichteten).

Das deutsche Frauenteam befindet sich im Umbruch. Die Olympia-Qualifikation in Bad Tölz wurde verpasst, der Abstieg aus der A-Gruppe damit besiegelt und seitdem eine lange Durststrecke zurückgelegt. Diese wurde jüngst gestoppt. Das Team von Peter Kathan senior gewann im November das Vier-Nationenturnier in der Slowakei mit Siegen gegen Tschechien und die beiden Olympiateams Schweiz und Slowakei. „Das war sensationell und zeigt, dass wir mit dem Team auf einem guten Weg sind“, ist sich der Bundestrainer aus Bad Tölz sicher. Peter Kathan glaubt, mit dem jungen Team einen Schritt nach vorne gemacht zu haben.

Nach Finnland nahm der Frauen-Bundestrainer diesmal einen kompletten U18-Block mit, darunter „Jacky“ Janzen mit der Trikot-Nummer 14. Dies, obwohl die U18 zeitgleich zwei Spiele in der Schweiz absolvierte und Richtung U18-WM im April in Chicago schielt.

Über Weihnachten und Silvester haben die deutschen Eishockey-Mädels vom Nationalteam frei. Das war möglich, weil Europas bedeutendstes Fraueneishockeyturnier, der MLP-Cup mit sechs Nationen in Ravensburg, um eine halbe Woche nach hinten verlegt wurde und vom 05. bis 09. Januar stattfindet. „Deshalb bleibt den Mädchen auch mal Zeit zum leichten Feiern daheim“, befürwortet Peter Kathan den neuen Termin.

In Zeiten der Finanzkrise wurde das Turnier im Oberschwäbischen mit den weltbesten Teams kostenmäßig abgespeckt, wird sportlich sechs Wochen vor den Olympischen Spielen in Vancouver aber enorm aufgewertet. Mit Kanada, Russland, Schweden, Finnland und der Schweiz kämpfen gleich fünf Olympiateilnehmer um die schwarze Hartgummischeibe. Das Team in Schwarz-Rot-Gold spielt beim MLP-Cup in einer Gruppe mit der Schweiz und Kanada. Ein Coup wie vor Jahren beim legendären Sieg gegen Kanada in Ravensburg wäre für die deutsche Mannschaft eine Riesenüberraschung.

Einen Tag vor dem hochkarätigen Eishockey-Turnier in Ravensburg kreuzen die DEB-Frauen in Schwenningen die Schläger mit den „Crazy Canacs“, wie sich das kanadische Team nennt. Während die relativ finanzstarken Kanadierinnen, die ausnahmslos aus U22-Spielerinnen bestehen, bereits am Sonntag, 3. Januar, in der Neckarstadt anreisen werden und abends (20:45Uhr) noch ein Eistraining anberaumt haben, treffen sich die Deutschen erst am Testspieltag zunächst zum gemeinsamen Essen in Ravensburg, bevor es gemeinsam nach Schwenningen geht.

Die deutsche Eishockeynationalmannschaft führt im Vergleich zu anderen Ländern ein finanzielles Schattendasein. Vieles wird aus eigener Kasse finanziert. Die offiziellen Helme, Handschuhe, Trikots, Hosen und Stutzen werden zwar vom DEB gestellt, für alles weitere, wie Körperschutz, Schwitzwäsche, Schläger und Schlittschuhe kommen die Spielerinnen selbst auf. Fünf Athletinnen stehen derzeit im Dienst der Sportfördergruppe der Bundeswehr, die Deutsche Sporthilfe unterstützt die DEB-Frauen in kleinerem Rahmen.

Sportlich gilt für Peter Kathan: „Wir blicken mit einem Team aus jungen, hoch motivierten Spielerinnen und einem Gerüst von vier, fünf erfahrenen Spielerinnen in Richtung Olympische Spiele 2014 in Sotschi. Wir müssen diese Durststrecke durchstehen, um die Mädels an das hohe Niveau heranzuführen und dann in zwei Jahren die Olympiaqualifikation schaffen.“

Für das Testspiel gegen Kanada in der Helios-Arena verspricht der Bundestrainer den Zuschauern vor allem eines: „Sie werden mit Sicherheit großartiges Eishockey zu sehen bekommen.“ Die Tickets kosten acht Euro auf allen Plätzen. Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre haben freien Eintritt. Am gestrigen Montag begann der Vorverkauf (7 Euro) im Ticketbüro der Wild Wings/Nachwuchsbüro.

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