Schlenker und Supis beim Deutschen Meister Eisbären Berlin. Beide Eishockey-Talente stammen aus SERC-Nachwuchs
Zwei Eigengewächse des Schwenninger ERC haben es geschafft: Vincent Schlenker und Thomas Supis gehören seit dieser Saison zum festen Kader beim DEL-Spitzenteam Eisbären Berlin und scheinen sich beim Deutschen Meister richtig wohlzufühlen.
Vor vier Jahren machte sich Vincent Schlenker als 15-Jähriger vom Neckarquell auf in Richtung Hauptstadt. „Es war auf jeden Fall die richtige Entscheidung“, sagt er rückblickend. Gemeinsam mit ihm wechselte auch sein Kumpel Thomas Supis nach Berlin. Beide hatten einen großen Traum: Eishockey-Profi zu werden.
Nach Matthias Plachta, dem bei den Adlern Mannheim der Durchbruch gelang, folgten aus dem erfolgreichen 92er-Jahrgang der Schwenninger nun Schlenker und Supis in die DEL. „Die Grundlage ist harte Arbeit. Und dann brauchst du auch Glück. Ich bin dadurch, dass wir viele Verletzte hatten, in die Mannschaft gerutscht“, sagt Schlenker.
Der 1,89 Meter große und 86 Kilogramm schwere Stürmer war im Dezember noch ziemlich frustriert. Obwohl er zum erweiterten Kader der Junioren-Nationalmannschaft gehörte, wurde Schlenker nicht für die U 20-B-WM in Garmisch nominiert. Dies ermöglichte ihm aber eine große Chance, denn nun war er plötzlich frei für Eisbären-Trainer Don Jackson, der Schlenker in sein Team einbaute. Durch einige verletzungsbedingte Ausfälle stand der gebürtige Schwarzwälder plötzlich in einer Sturmreihe mit der Eisbären-Legende Sven Felski und Stanley-Cup-Gewinner Jonathan Sim. „Mit solchen Spielern auf dem Eis zu sein, ist fantastisch. Die geben dir auch Tipps, wie du dich verbessern kannst.“
Sein erstes Tor erzielte Schlenker am 29. Dezember in Krefeld. „Wir lagen 2:4 hinten. Ich habe das 3:4 gemacht und wir konnten noch ausgleichen, haben dann aber leider im Penaltyschießen verloren.“ Beim 6:5-Heimsieg am 17. Januar gegen Wolfsburg markierte der 19-Jährige das 2:0 für die Berliner.
Schlenker hat sich rasch eingewöhnt. „Vincent hat eine gute Technik, aber auch ein gutes Auge“, sagt Eisbären-Manager Peter-John Lee, der auf Schlenker große Stücke hält. „Er hat sich sehr gut weiterentwickelt. Vincent bekam seine Chance, hat sie genutzt und gehört zu den besten zwölf Stürmern unserer DEL-Mannschaft.“ Lee, einst Stürmerstar bei der Düsseldorfer EG, ist überzeugt davon, dass sich Schlenker durchsetzen wird.
Vom System her hatten Schlenker und sein Kollege, Verteidiger, Thomas Supis, ohnehin keine Eingewöhnungsprobleme. Schlenker: „Das Spielsystem ist bei den Eisbären von den Nachwuchsmannschaften bis zu den Profis einheitlich. Da wird viel mit Videoschulung gearbeitet und das System verinnerlicht.“ Manager Lee betont aber auch: „In Schwenningen wurde eine gute Basisarbeit gemacht. Ohne diese Grundlage hätten sich die Jungs bei uns nicht so gut entwickeln können.“ Über Supis urteilt Lee: „Thomas hat mich wirklich überrascht. Er ist defensiv stark. Ihn sieht man oft gar nicht, weil er keine Fehler macht. Er gehört zu unseren besten Verteidigern.“
Schlenker und Supis machten in Berlin die Mittlere Reife und danach eine Lehre als Einzelhandelskaufmann. Der dritte Schwenninger im Berliner Bunde, der 18-jährige Marcel Thome, erlernt derzeit den gleichen Beruf und spielt im Oberligateam von FASS Berlin. Lee: „Marcel ist noch nicht so weit. Aber auch er ist ein guter Eishockeyspieler. Es ist zunächst wichtig, dass er seine Ausbildung fertig macht.“
Das Ziel der Jungs ist klar: Sie wollen in der DEL Stammspieler werden. Und vielleicht ja auch schon bald Deutscher Meister. Die Eisbären Berlin führen punktgleich mit Ingolstadt die DEL-Tabelle an. „Wir werden den Titel gewinnen. Wir haben spielerisch und taktisch eine sehr gut funktionierende Mannschaft“, ist Schlenker überzeugt.
Beide Eishockey-Talente haben bereits für die kommende Saison Profiverträge bei den Eisbären Berlin. Das Duo interessiert sich aber auch weiterhin für den Heimatverein. Schlenker: „Ich verfolge die Spiele der Wild Wings und habe auf meinem Handy eine entsprechende App.“ Beide schließen nicht aus, eines Tages wieder nach Schwenningen zurückzukehren und für die Wild Wings aufs Eis zu gehen. Zunächst aber wollen Schlenker und Supis weiterhin bei den Eisbären Berlin für Furore sorgen.