Es gibt nicht viele Mannschaften, die einen solchen Rückstand noch in einen 5:3-Sieg ummünzen. Normannia Gmünd gehört dazu. Am vergangenen Samstag gegen die TSG Balingen. Villingens Trainer Martin Braun war als Beobachter dabei. „Die Gmünder haben mindestens sechs Spieler, die absolut torgefährlich sind“, hat Braun bei der spektakulären Partie beobachtet. Das beginnt beim Doppel-Torschützen Patrick Faber im defensiven Mittelfeld und endet bei den brandgefährlichen Offensivspielern wie Benjamino Molinari oder dem hoch aufgeschossenen Manuel Grampes.
Wille und spielerische Kompetenz zeichnen das Team von Helmut Dietterle aus, der gewissermaßen ein alter Bekannter von Braun ist. Der heutige Villinger Trainer spielte unter Dietterle und arbeitete auch mit ihm zusammen, als er in Aalen Geschäftsführer war. „Es überrascht mich daher nicht, dass die Normannia so spielt“, ergänzt Braun. Dietterles Fußball-Philosophie sei durchaus offensiv ausgerichtet.
Die spielerische Klasse der vor der Saison gezielt verstärkten Gmünder könnte auf eine attraktive Partie hindeuten. Wenn der Gast überhaupt Schwächen hat, befinden sich diese eher in der Defensive. Inwieweit die Nullachter diese nutzen können, wird sich zeigen, denn die Personalsituation der Schwarz-Weißen ist nicht überwältigend. Neben dem dauerverletzten Alexander Keil und den zum erweiternden Kader gehörenden Alexander Pohl und Iskender Yazici wird am Samstag auch Stürmer Sebastian Lehn definitiv fehlen, den eine Oberschenkelverletzung plagt. Das ist auch die gesundheitliche Crux von Kapitän Jago Maric. Er spielte am Mittwoch in der zweiten Mannschaft, musste aber nach nicht einmal zehn Minuten wieder ausgewechselt werden. Am Donnerstag fand eine Computertomografie statt, deren Ergebnis heute bekannt werden soll. Alles spricht dafür, dass Maric gegen Gmünd nicht auflaufen kann.
Ein Fragezeichen steht auch hinter dem bei den Stuttgarter Kickers so starken Mansur Mansuroglu, der sich mit einer Schambeinentzündung herumplagt. „Ich werde wohl erst nach dem Abschlusstraining am Freitagabend entscheiden können, wer in der Offensive anfängt“, meint Braun. Eine Option wäre Florian Rudy. „Er gibt im Training Vollgas und sein Treffer in Stuttgart hat ihm weiteren Auftrieb gegeben“, meint Co-Trainer Arasch Yahyaijan. Yahyaijan deutete an, dass eventuell zwei A-Jugendliche die Ersatzbank des FC 08 verstärken müssten.
Umso mehr hoffen die Einheimischen auf die lebhafte Unterstützung der Villinger Fans. „Wenn 1000 Zuschauer kommen würden, wäre das toll“, wünscht sich Braun. Sorgen, dass seiner Mannschaft der zweite Tabellenplatz zu Kopf gestiegen ist, hat er nicht. „Meine Spieler sind keine Träumer, sondern stehen mit beiden Beinen auf dem Boden.“
