Die Fans des FC St. Pauli hatten im Villinger Friedengrund nicht viel Grund zur Freude. Zumindest was das Geschehen auf dem Spielfeld betraf. Zeitweise schien es so, als sei den Pauli-Profis das Endergebnis völlig wurscht. Kulinarisch war das DFB-Pokalspiel gegen den FC 08 für die Pauli-Anhänger jedoch von Beginn an ein echter Leckerbissen. Zu den vielen positiven Rückmeldungen, die den FC 08 nach dem Pokalspiel aus Hamburg erreichten, gehörte eine ganz besondere, die auf der Internetseite www.fussballwurst.de ausführlich beschrieben wird.
Die Macher von „www.fussballwurst.de“; bezeichnen sich als „Verein zur Steigerung der Bratwurstkultur auf dem Fußballplatz“. Sie untersuchen, ob das Hauptgericht in Fußballstadien eine Gaumenfreude ist oder ob man diesbezüglich die Nahrungsaufnahme eher verweigern sollte. Die Waren-Tester nahmen am Sonntag die Villinger „Rote“ im Friedengrund unter die Lupe und waren sehr, sehr angetan. „Insgesamt übertraf diese Fußballwurst in jeder Bewertungskategorie das aus Hamburg bekannte Niveau deutlich“, lautete das fachmännische Urteil. Hoppla! Das hört sich gut an.
Aber wie kommt es zu diesem hohen Niveau? „Eine besondere Grill-Anweisung gibt es nicht“, sagt Bernadette Mangold, die beim DFB-Pokalspiel für die Essensbuden zuständig war. „Die Wurst wird so gegrillt, wie bei anderen auch“, erzählt die Jugendleiterin des FC 08. Auch Lehrmaterial oder Abendkurse gebe es nicht.
Wo liegt nun das Geheimnis dieser Extra-Wurst? Etwa an der Mach-Art? Die Nullachter beziehen ihre magen-umwobenen Würste aus Pfaffenweiler von der dortigen Metzgerei Gür. Und was kann der Gür dafür? Die Mischung macht's. Die Gür'sche Bratwurst besteht nicht nur aus Schweinefleisch. „Da kommt auch immer noch eine Portion Rindfleisch rein,“ verrät Chefin Edeltraud Gür. Vielleicht schneidet die „Rote“ bei den Schwarz-Weißen gerade deshalb im Vergleich zur hanseatischen Stadion-Wurst so gut ab.
Auch das Wurst-Volumen überzeugte offensichtlich. Zitat aus dem Bericht: „Besonderer Erwähnung bedarf die überdurchschnittliche Größe des Grillgutes.“
Die FC 08-Grillwurst erhielt insgesamt die Höchstzahl von fünf Sternen. Das vergleichbare Nahrungsmittel am Millerntor in St. Pauli bekam dagegen eine Woche zuvor lediglich 3,5 Sterne. Die Villinger sind also nicht nur Sieger der Herzen. Sie sind auch der klare Sieger der Pokal-Würste.
Offenbar waren die Hamburger Tester nicht die einzigen, die am vergangenen Sonntag nach der „Roten“ lechzten: 6000 verkaufte Würste während des DFB-Pokalspiels sprechen eine deutliche Sprache. Bei den Oberliga-Spielen des FC 08 haben die Zuschauer sogar die Qual der Wahl zwischen scharfer Paprka-Wurst, „Roter“ und „Thüringer“. Da hat man ja richtig Bock auf Wurst.
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