Eishockey, 2. Bundesliga: (wit) Bei den Gastgebern stand Stammtorwart Mark McArthur wieder zwischen den Pfosten, obwohl er am Freitag bei der Garmischer 1:6-Niederlage in Heilbronn eine Spieldauerdisziplinarstrafe erhalten hatte. Das DEB-Spielgericht hatte in einer Eilentscheidung nach Studium der Videobilder entschieden, dass nicht McArthur, sondern Stürmer Tim Regan den Stockschlag an Luigi Calce begangen hatte. Folglich war Regan beim gestrigen Spiel gegen die Wild Wings gesperrt.
Riessersee zeigte von Beginn an deutlich mehr Engagement und Leidenschaft als die Gäste. Die Wild Wings verstanden es nicht, Druck auf das gegnerische Tor auszuüben. Ganz anders die Gastgeber. In der achten Minute gelang den Garmischern bei vier gegen vier Feldspieler ein Doppelschlag innerhalb von 40 Sekunden. Nach einem schönen Diagonalpass erzielte Garrett Bembridge das 0:1. Kurz darauf schlug der Kanadier gegen seinen ehemaligen Klub erneut zu und markierte aus dem Gewühl heraus das 2:0. Allerdings sah sich Schwenningens Schlussmann Steve Silverthorn bedrängt und reklamierte heftig. Seiner Ansicht nach war der Treffer irregulär. In der 13. Minute hätte Bembridge beinahe das 3:0 erzielt, traf vor dem leeren Tor den Puck aber nicht richtig. Eine Zeigerumdrehung weiter fiel das 3:0 aber doch. Diesmal glänzte Bembridge als Vorbereiter, und Nicolas Dumoulin überwand Silverthorn mit einem Schuss ins rechte Eck.
Gerade mal 44 Sekunden waren im Mitteldrittel gespielt, da gelang Riessersee im Powerplay der vierte Streich. Bembridge nahm Silverthorn die Sicht, und Dumoulin traf ins Schwarze. Nach diesem klaren Rückstand wachte Schwenningen endlich auf und verkürzte in der 27. Minute bei eigener in Überzahl auf 1:4. Torschütze war Verteidiger Peter Kathan.
Damit war das Signal für eine furiose Aufholjagd gegeben. Schwenningen setzte jetzt voll auf Offensive, doch Hacker und Florian Zeller scheiterten zunächst an McArthur. In der 37. Minute aber waren die Wildschwäne in Überzahl erneut erfolgreich. Hacker durfte sich als Torschütze feiern lassen. Allerdings war der Treffer umstritten, denn McArthur schien den Puck unter sich begraben zu haben. Entsprechend aufgebracht waren die Fans des SC Riessersee.
Die Wild Wings schlugen im dritten Drittel erneut in Überzahl zu. Hooton überwand McArthur zum 3:4 aus Gästesicht (47.). Danach kassierte SERC-Stürmer Markus Schröder wegen Haken mit Verletzungsfolge gegen Josef Frank eine Spieldauerdisziplinarstrafe. Die Wild Wings überstanden diese kritischen fünf Minuten in Unterzahl.
In der 54. Minute herrschte Riesenjubel bei den 100 Schwenninger Schlachtenbummlern. Hacker traf bei eigener Unterzahl ins Schwarze. Zeller hatte danach sogar noch das Siegtor für die Wild Wings auf dem Schläger.
Da die Verlängerung torlos verstrich, kam es zum Penaltyschießen. Insgesamt 14 Versuche waren notwendig, um den Sieger zu ermitteln. Und es war Jason Guerriero, der die grandiose Aufholjagd mit dem Siegtreffer zum 5:4 krönte und den Wild Wings den zweiten Punkt sicherte. Tore: 1:0 (8.) Bembridge (Dumoulin, Lehner), 2:0 (8.) Bembridge (Lehner, Müller), 3:0 (14.) Dumoulin (Bembridge), 4:0 (21.) Dumoulin (Frank, Sommerfeld), 4:1 (27.) Kathan (Hacker, Just), 4:2 (37.) Hacker, 4:3 (47.) Hooton (Guerriero, Hacker), 4:4 (54.) Hacker, 4:5 Guerriero (Penalty). Strafen: Riessersee 22, Schwenningen 21 Minuten plus Spieldauer Schröder. Schiedsrichter: Christian Neubert (Berlin). Zuschauer: 1051.
SERC-Spieler des Monats November