Fußball: (daz) Seit Freitagabend kennt die deutsche Nationalmannschaft die Gruppengegner bei der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika: Ghana, Serbien und Australien. Der SÜDKURIER sprach mit Fußballtrainern der Region über die Auslosung.
„Wir sollten den Anspruch haben, mindestens das Halbfinale zu erreichen. In unserer Gruppe gilt es den ersten Platz anzuvisieren, um im Achtelfinale einem schweren Gegner aus dem Weg zu gehen“, sagt Roland Gründl, Trainer des SV Rietheim. Gründl sieht in Serbien den wahrscheinlich stärksten Konkurrenten.
Zwei Herzen schlagen in der Brust des gebürtigen Nigerianers Jackson Agbonkhese, Trainer von Türkgücü Bräunlingen. „Deutschland hat eine einfache Gruppe. Zusammen mit Ghana setzen sie sich durch. Schwieriger hat es Nigeria mit Argentinien und Griechenland. Aber hinter Argentinien wird Nigeria Gruppenzweiter“, ist Agbonkhese überzeugt.
Als „lösbar“ bezeichnet Urban Klausmann, Trainer des FC Furtwangen, die Gruppe. „Für mich ist Ghana der schwerste Gegner. Der afrikanische Fußball hat sich entwickelt und im Nachwuchsbereich feiert Ghana große Erfolge. Unterm Strich hätte es bei der Auslosung für Deutschland schlimmer kommen können.“
Auf Platz eins in der Gruppe erwartet Jürgen Schmidt, Trainer des FC Schonach, die Deutschen. „Das ist machbar. Das packen wir. Ghana gehört zu den besten Teams in Afrika und Serbien hat eine sehr gute Qualifikation gespielt. Aber Deutschland gewinnt die Gruppe.“
Alle möglichen Gegner, nur nicht Deutschland, hatte sich Ivica Guran, Trainer des FC Pfohren, für Serbien gewünscht. Nun ist es doch so gekommen. „Die Serben spielen fast alle in internationalen Top-Ligen. Das ist eine super Mannschaft, die für eine Überraschung sorgen kann. Ghana ist als U20-Weltmeister zu beachten, doch Serbien und Deutschland setzen sich in der Gruppe durch“, sagt Guran, der im Besitz eines serbischen Passes ist, doch auch Deutschland Hoffnung macht. „1990 waren Jugoslawien und Deutschland in einer Gruppe und Deutschland wurde Weltmeister.“
Auch für Andreas Schuler, Trainer des FV Donaueschingen, wird Deutschland zumindest das Achtelfinale erreichen. „Serbien ist zu beachten. Aber es wäre ein Fehler, Australien und Ghana zu unterschätzen. Das ist keine leichte, aber eine machbare Gruppe“, so Schuler.
Für Klaus Müller, Trainer des SV Niedereschach, hatten die Deutschen wieder einmal das sprichwörtliche Glück bei Auslosungen. „Das war in der Vergangenheit schon oft so, dass Deutschland mit Fortuna einen Bund schließt. Ghana schätze ich richtig stark ein. Die Afrikaner spielen einen tollen Fußball. Die Gruppenphase sollten wir meistern, doch schon ab dem Achtelfinale wird es richtig schwer“, befürchtet Müller.
Einen starken afrikanischen Gegner erwartet auch Volker Mutzel, Spielertrainer des FC Gutmadingen. „Dazu kommt die Defensivstärke der Serben, die uns sicher nicht liegt. Platz eins oder zwei ist auf jeden Fall drin. Dann sollten wir darauf achten, im Achtelfinale möglichst England aus dem Weg zu gehen. Geht diese Taktik auf, ist das Halbfinale machbar“, so Mutzel.
Als „interessante Gegner“ bezeichnet Frank Berrer, Coach des FC Hüfingen, die Zusammensetzung der deutschen Gruppe. „Natürlich hätte es schlimmer kommen können. Australien kenne ich fast nicht. Serbien und Ghana sehe ich etwa auf Augenhöhe. Platz eins sollte unser Anspruch sein. Die Hammergruppe ist für mich hingegen die mit Brasilien, Portugal und der Elfenbeinküste.“
Ralf Staege, Trainer des FC Pfaffenweiler: „Unsere Gruppe ist gut gemischt. Gegner von drei Kontinenten, das verspricht interessante Spiele. Ich warne vor Australien. Die Elf hat mächtig aufgeholt. Ghana ist spielstark und gegen Mannschaften aus dem früheren Jugoslawien hatten wir es noch nie leicht“, betont Staege. Er zweifelt aber nicht daran, dass sich Deutschland für das Achtelfinale qualifizieren wird.
„Keine Hammergruppe, aber auch nicht ungefährlich.“ So bilanziert Walter Straub, Trainer der Sportfreunde Neukirch, die Auslosung. Straub sieht in Serbien den schwersten Konkurrenten und traut Deutschland das Halbfinale bei diesem WM-Turnier zu.
Von einem Glückslos will Georg Schandelmaier, Trainer des FV Tennenbronn, nichts wissen. „Ghana und Serbien sind nicht zu unterschätzen und Australien hat vor drei Jahren fast den späteren Weltmeister Italien eliminiert. Da ist Vorsicht geboten.“ Dennoch glaubt Schandelmaier an das Achtelfinale. „Und dann her mit den Engländern. Das sind die Spiele, die eine WM faszinierend machen und kein Durchwursteln gegen leichtere Gegner bis ins Halbfinale.“
Zwei Gruppen hatte bei der Auslosung Antimos Amanatidis, Trainer des FC Bad Dürrheim, im Blick: die deutsche und die griechische. „Bei Deutschland kann man diesmal nicht von Losglück sprechen. Ghana und Serbien sind stark. Und Australien zu unterschätzen, kann schon das Heimflug-Ticket bedeuten.“ Kurios findet Amanatidis die Gruppe der Griechen. „Die ist nahezu identisch mit der Gruppe im Jahr 1994, als Griechenland das letzte Mal bei einer WM war. Wieder Argentinien, wieder Nigeria. Nur anstelle von Bulgarien jetzt Südkorea. Jedes Tor und jeder Punkt wäre für Griechenland ein Erfolg.“
