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Eishockey Wild Wings vs Mannheim: Cleverness schlägt Euphorie

Trotz engagierter Leistung verlieren die Schwenninger Wild Wings das Eishockey-Derby gegen Mannheim. Gründe sind die „special teams“ sowie die Torhüterleistung bei den Gästen

Seite 23 Jahren ist Greg Ireland Eishockey-Trainer. Der 50-jährige Kanadier hat schon einiges erlebt in seinem Beruf. Von der Atmosphäre, die beim Derby zwischen den Schwenninger Wild Wings und seinen Mannheimer Adlern herrschte, war Ireland dennoch tief beeindruckt. „Für dieses Spiel hätte ich mir als Fan auch gerne ein Ticket gekauft“, sagte Mannheims Coach.



Der Mann hat gut reden. Schließlich genoss Ireland nicht nur die grandiose Stimmung in der ausverkauften Helios-Arena, sondern auch den 4:2-Sieg seiner Mannschaft. Die Schwenninger Fans konnten mit dem Auftritt ihres Teams ebenfalls zufrieden sein. Sie bekamen alles geboten, was sie von ihren Profis erwarten durften: Euphorie, Leidenschaft, Kampfgeist, Offensivdrang, klasse Kombinationen und packende Torszenen. Das Einzige, was fehlte, waren Punkte. „Tolle Stimmung, spannendes Spiel, aber leider die Tore nicht gemacht“, sagte Schwenningens Manager Jürgen Rumrich.

Wenn sich zwei Mannschaften auf dem Eis neutralisieren, entscheiden zumeist einzelne Aspekte, besondere Momente über Sieg oder Niederlage. Beim Derby zwischen Schwenningen und Mannheim waren es die „Special-Teams“ und die Torhüter. Sechs Mal wanderten die Wild Wings auf die Strafbank, neun Mal die Mannheimer, wobei Adler-Verteidiger Sinan Akdag von den Schiedsrichtern mit fünf Minuten plus Spieldauer vorzeitig zum Duschen geschickt wurde. Die Schwarzwälder hatten also reichlich Gelegenheit, ihre Stärke im Powerplay unter Beweis zu stellen. Dumm nur, dass sie ausgerechnet auf jene Mannschaft mit der besten Unterzahlquote aller DEL-Teams trafen.

Der eine Treffer, den Yan Stastny bei 5:3-Überzahl zum zwischenzeitlichen 1:1 (13.) erzielte, war angesichts der Fülle an Gelegenheiten viel zu wenig. „Da haben die Jungs einen tollen Job gemacht“, lobte Ireland das vorzügliche Unterzahlspiel der Adler. Auf der anderen Seite übten sich die Protagonisten in Selbstkritik. „Diesmal hat uns das Scheibenglück gefehlt. In Überzahl haben wir schlecht gespielt“, sagte SERC-Youngster Marcel Kurth. Als die Wild Wings kurz vor Schluss sechs Feldspieler auf dem Eis hatten und der Gegner nur drei, trat der Unterschied besonders krass zutage. Weil die Neckarstädter hilflos wirkten und sich gegenseitig im Weg standen, fiel nicht etwa das erhoffte 2:3, sondern das 1:4. „Mannheim hat das clever gemacht“, räumte Verteidiger Tim Bender ein.

Und dann dieser Torhüter! Was Mannheims Schlussmann Dennis Endras mit seiner Fang- und Stockhand und mit den Schonern aus den Ecken und Winkeln fischte, verdiente das Prädikat Weltklasse. „Endras hat wahnsinnig gut gehalten“, sagte SERC-Stürmer Daniel Schmölz. Der 23-Jährige verspürte dies leidvoll am eigenen Leib, denn er scheiterte in Minute 43 mit einem Penalty am Adler-Keeper. Die Paraden gegen Damien Fleury (20.) und Will Acton (36.) waren nicht weniger spektakulär. „Mit zwei Toren gegen Mannheim zu gewinnen, ist schwierig. Wir waren zwar zwei Drittel lang die bessere Mannschaft, doch es hat nicht gereicht“, kommentierte Schwenningens Coach Helmut de Raaf die Partie.

Nach dem emotionalen Highlight folgt nun eine Pause. Der Deutschland-Cup (Freitag bis Sonntag) in Augsburg beschert den Schwenninger Profis vier freie Tage. Eine gute Gelegenheit für die vielen Neuzugänge, mit ihren Familien die Region zu erkunden. De Raaf: „Viele Spieler waren am Limit. Die Pause kommt zur richtigen Zeit.“ Am 13. November wollen die Schwäne in Wolfsburg zu einem neuen Höhenflug ansetzen und die Fans derart begeistern, dass sich selbst Mister Ireland wieder gerne ein Ticket kaufen würde.

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