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Eishockey Wild Wings: Wertloses Wissen

Wild Wings arbeiten Niederlage in Hamburg auf. Schwache Anfangsphase wird SERC zum Verhängnis.

Eishockey: Die Wild Wings haben schon so manchen Gegner gleich nach dem Auftaktbully mit ihrem Power-Eishockey beeindruckt und so den Grundstein zum Sieg gelegt. Doch die Schwenninger sind nicht die einzigen, die derlei Qualitäten beherrschen. Am Dienstag mussten sie in Hamburg erfahren, dass auch die Freezers wahre Meister des Blitzstarts sind. Keine fünf Minuten waren gespielt, da führten die Hanseaten bereits mit 2:0. Eine Hypothek, die die Neckarstädter im weiteren Spielverlauf nicht mehr wettmachen konnten. Nach 60 Minuten verließen sie mit einer 2:3-Niederlage das Eis.

Dabei hatte Schwenningens Trainer Helmut de Raaf seine Mannschaft exakt auf diese Situation vorbereitet. „Wir wussten genau, was auf uns zukommen würde. Hamburg hatte in den beiden Spielen zuvor gegen Mannheim und Berlin ähnlich furios begonnen“, sagte der 53-Jährige. Doch all dieses Wissen war wertlos. Obwohl sie gut auf den Gegner eingestellt waren, vermochten die Wild Wings dem Druck nicht standzuhalten. „Wir hatten große Probleme und sind in den ersten zehn Minuten kaum hinten rausgekommen“, kommentierte De Raaf die verhängnisvolle Anfangsphase.

Allmählich kamen die Schwarzwälder besser ins Spiel. Der Anschlusstreffer, den Aston Rome in Überzahl erzielte, weckte Hoffnung für das zweite Drittel. Ausgerechnet in diesem Abschnitt folgte der Knackpunkt der gesamten Partie: SERC-Stürmer Yan Stastny scheiterte völlig frei an Hamburgs Torhüter Calvin Heeter. Statt des möglichen Ausgleichs fiel nur zwei Minuten später das 3:1 für die Freezers. De Raaf: „In dieser Phase fing das Spiel an zu kippen. Hätte Stastny getroffen, wäre die Partie vermutlich anders gelaufen.“ Der Treffer von Simon Danner zu Beginn des Schlussdrittels reichte nicht, um wenigstens einen Punkt aus dem hohen Norden mit nach Hause zu bringen. Nach der Schlusssirene übten sich die SERC-Profis in Selbstkritik: „Das Ergebnis war knapp, aber wir haben nicht gut gespielt. Hinten sind wir rumgeschwommen und vorne haben wir uns nur wenige Chancen erarbeitet“, sagte Stürmer Patrick Pohl.

Die Niederlage in Hamburg war bereits die fünfte Pleite im sechsten Spiel nach der Deutschland-Cup-Pause. War diese Auszeit doch ein Formkiller für die Wild Wings, die in den sechs Partien zuvor deren fünf gewonnen hatten? „Nein“, sagt Helmut de Raaf, „die Pause hat uns gut getan.“ In den folgenden Partien habe lediglich das Scheibenglück gefehlt. „Alle Spiele verliefen unglaublich knapp. Da haben oftmals ein, zwei Situationen über Sieg oder Niederlage entschieden. Und die liefen nicht zu unseren Gunsten.“ Außerdem, so gibt der Coach zu bedenken, habe sein Team viermal auswärts antreten müssen, unter anderem gegen Großkaliber wie Mannheim oder Hamburg. Nun haben die Schwenninger am Freitag gegen Augsburg und am Sonntag gegen Berlin zweimal Heimrecht.

Neben besagtem Scheibenglück könnte ein neuer Stürmer dazu beitragen, die Weichen wieder auf Erfolg zu stellen. Geeignetes Personal ist allerdings immer noch nicht in Sicht. De Raaf: „Es sind nur wenige Spieler auf dem Markt und deren Qualität ist nicht optimal.“ Wie schwierig die Suche nach echten Topleuten ist, verdeutlicht der SERC-Trainer am Beispiel HC Lugano aus der Schweiz. „Das ist ein Klub, der finanziell ganz andere Möglichkeiten hat als wir. Da werden Gehälter bis zu 700 000 Euro gezahlt. Auch sie suchen nach Verstärkungen und haben jetzt einen Spieler aus Biel verpflichtet.“ Will heißen: Der 33-jährige US-Amerikaner Tim Stapleton, der vom Vorletzten der National League A ins Tessin wechselt, war womöglich auch nicht unbedingt Luganos Wunschkandidat.

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