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Regionalsport Schwarzwald Wild Wings: Hahn statt Schwan

Ashton Rome steht vor einem Wechsel nach Iserlohn. Die dortigen Roosters sorgen für Diskussionen in der DEL.

Eishockey: Das Tauziehen um Ashton Rome hat ein Ende. Den Stürmer der Wild Wings zieht es zu den Iserlohn Roosters. Während in Iserlohn der Wechsel schon als perfekt vermeldet wird, gehen die Schwenninger Verantwortlichen davon aus, dass der Abgang des 30-Jährigen noch nicht feststeht. Allerdings rechnen sie damit. Manager Jürgen Rumrich meinte gegenüber dem SÜDKURIER: „Es sieht nicht so aus, dass Ashton bei uns bleiben wird. Wir können finanziell nicht mithalten.“ Rumrich betonte jedoch, dass ihm bislang weder von Rome noch von dessen Spielerberater mitgeteilt wurde, dass der Wechsel zu den Sauerländern fix ist.

Rome, der im Sommer 2014 von der Düsseldorfer EG an den Neckar wechselte, gehört in der laufenden Saison mit 16 Toren und 13 Vorlagen zu den erfolgreichsten Spielern der Wild Wings. Allerdings fällt er mindestens bis Mitte Februar aus. Beim Heimspiel am vergangenen Freitag gegen Straubing zog sich der Stürmer einen Kreuzband-Anriss im Knie zu. „Er wird vier bis sechs Wochen fehlen“, so Rumrich.

In Iserlohn dürfte sich Rome zumindest sprachlich sehr heimisch fühlen. Aktuell sind im Kader der Roosters 19 (!) Spieler, die in Nordamerika geboren sind. Neun von ihnen haben mittlerweile die deutsche Staatsbürgerschaft. Sie wirken sich somit nicht auf das Ausländerkontingent aus. Zum Vergleich: Die Wild Wings haben mit Rob Brown einen einzigen kanadischen Spieler, der die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt.

Die Personalpolitik der Roosters stößt einigen deutschen Spielern bitter auf. Kölns Moritz Müller meinte nach der 1:6-Niederlage der Haie am Sonntag in Iserlohn: „Wir spielten gegen eine abgetakelte kanadische Nationalmannschaft. Da soll die Liga mal den Arsch in der Hose haben und fragen, wie das mit den Pässen funktioniert in Iserlohn.“ Dimitri Pätzold befürwortet die Einstellung von Müller. Der Wild Wings-Torhüter schreibt auf seiner Facebook-Seite von „Iserlohner Pseudo-Deutschen“. Pätzold weiter: „Warum die ständigen Diskussionen, wie man das deutsche Eishockey voran bringt, wenn es eigentlich sowieso keinen juckt.“

Obwohl die Iserlohner in dieser Saison zu den DEL-Klubs mit den kleinsten Etats gehören und dennoch ganz vorne mitmischen, gibt es für Jürgen Rumrich keinerlei Anlass, die dortige Personalpolitik als Vorbild zu nehmen: „Diese Philosophie kommt für uns nicht in Frage. Wir wollen deutschen Spielern die Chance geben, sich weiterzuentwickeln.“ Rumrich fügt an: „Man muss anerkennen, dass die Iserlohner erfolgreich sind. Vielleicht hat man dort aber auch besondere Beziehungen, dass die Einbürgerung schneller geht.“

Der Wild Wings-Manager spricht klar an, dass die deutschen Spieler auch gefordert seien und der Konkurrenzkampf derzeit nicht hoch genug sei. Hoffnung macht ihm das neue Konzept im Nachwuchsbereich, das so genannte „Fünf-Sterne-Programm“. Dieses Bewertungssystem wurde vergangenes Jahr von der DEL und dem Deutschen Eishockeybund ins Leben gerufen. Dabei müssen die Vereine zahlreiche Anforderungen erfüllen. Wer diese unzureichend erfüllt, muss eine beträchtliche Strafe zahlen. Allerdings dürfte es noch etwas dauern, bis sich dieses Konzept im Profi-Bereich bezahlt macht.

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