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Eishockey Wild Wings: Erst nach 15 Toren ist Schluss

Schwenningen verliert gegen Eisbären Berlin mit 7:8 nach Verlängerung

Eishockey: Dieses Spiel dürfte den 3788 Zuschauern noch lange in Erinnerung bleiben. 15 Tore fielen im Spiel der Wild Wings gegen die Eisbären Berlin. Dass die Schwenninger letztlich mit 7:8 (3:2, 2:1, 2:4, 0:1) nach Verlängerung verloren, tat der tollen Stimmung in der Helios-Arena keinen Abbruch. Der spektakuläre Schlagabtausch und der gewonnene Punkt entschädigten die SERC-Fans für die Niederlage. 

Bereits im ersten Drittel herrschte Tag der offenen Tore. Fünf Treffer fielen in diesem Abschnitt. Was bei den Fans für Begeisterung sorgte, bescherte den beiden Trainern manch graues Haar. Beide Teams verzichteten auf taktisches Geplänkel und beharkten sich mit offenem Visier. Offensive war Trumpf: Es hätten gut und gerne acht Tore fallen können in diesem Abschnitt. Dabei beeindruckten die Schwenninger das Publikum mit tollen Kombinationen. Der Führungstreffer zum 1:0 (5.) durch Verteidiger Jiri Hunkes entsprang einer sehenswerten Passfolge über Hannu Pikkarainen und Andrée Hult.

Wenig später offenbarten die Gastgeber erstmals eklatante Schwächen in der Abwehr. Als Spencer Machacek den 1:1-Ausgleich (7.) erzielte, waren die Wild Wings-Verteidiger zu weit weg von ihren Gegenspielern. Dann folgte der große Auftritt von Ashton Rome. Mit zwei Überzahltoren zum 2:1 (10.) und 3:1 (12.) avancierte der Kanadier in dieser Phase zum überragenden Spieler auf dem Eis. Und plötzlich schlich er sich wieder ein, der Schwenninger Schlendrian. Nachdem SERC-Schlussmann Dimitri Pätzold zweimal klasse geklärt hatte, nutzte Berlins Stürmer Petr Pohl seinen großzügig bemessenen Freiraum und markierte 26 Sekunden vor der Pausensirene den 3:2-Anschlusstreffer.

Ein Tor, das auch seine psychologische Wirkung nicht verfehlt haben dürfte. Schließlich hatten die Wild Wings bereits am Freitag gegen Augsburg einen Zwei-Tore-Vorsprung verspielt. Fast schien es, als holten die bösen Erinnerungen die Gastgeber ein, denn vier Minuten nach Beginn des zweiten Drittel erzielte Marcel Noebels den 3:3-Augleich. War dies der Beginn eines neuerlichen Debakels? Nein, denn die Wild Wings konnten sich zu diesem Zeitpunkt auf ihr Powerplay verlassen. Zunächst nutzte Simon Danner einen bestraften Wechselfehler der Gäste zum 4:3 (26.). Wenig später ging der Mann mit der Nummer 14 nach einer Attacke von Marcel Noebels an der Bande hart zu Boden. Check gegen Kopf und Nacken lautete das Urteil der Schiedsrichter, was für den Übeltäter den vorzeitigen Gang unter die Dusche und für Schwenningen weitere fünf Minuten Überzahl bedeutete. Damien Fleury ließ sich den Vorteil nicht entgehen und erhöhte auf 5:3 (33.). Dies war bereits Saisontor Nummer 14 für den Franzosen. Vier Powerplay-Tore innerhalb von 40 Minuten: Solch eine Quote hatten die Wild Wings in der DEL wohl noch nie zuvor.

Dieser Überzahl-Stärke zum Trotz: Im Schlussdrittel schien der November-Blues die Schwenninger endgültig einzuholen. Niederlage Nummer acht in diesem Monat bahnte sich an. Als Matt Pelech und Damien Fleury die Strafbank drückten, schlugen die Eisbären zu und glichen mit einem Doppelschlag aus. Michael DuPont und Sven Ziegler erzielten innerhalb von 45 Sekunden die Treffer zum 5:5. Damit nicht genug: In Minute 45 schoss Barry Tallackson die Berliner erstmals in Führung. Die Schwarzwälder antworteten auf den 5:6-Rückstand mit wütenden Angriffen und wurden belohnt. Will Acton besorgte in Minute 54 den 6:6-Ausgleich. Doch der Jubel war noch nicht verhallt, da traf Petr Pohl nur 18 Sekunden später zum 6:7. Es war zum Haare raufen. In der Schlussminute riskierten die Hausherren alles, nahmen ihren Torhüter zugunsten eines Feldspielers vom Eis – und erzielten erneut den Ausgleich. Zehn Sekunden vor Schluss traf Andree Hult. 7:7 – Wahnsinn!

Fast hätten die Schwenninger auch die Verlängerung überstanden und sich ins Penaltyschießen gerettet. Doch 39 Sekunden vor Schluss der Overtime machte Florian Busch den Berliner Auswärtssieg und den Gewinn von zwei Punkten perfekt.

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