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Regionalsport Schwarzwald Tag der offenen Tore: Wild Wings unterliegen Eisbären Berlin 7:8

Die Wild Wings unterliegen den Eisbären Berlin. Dramatik pur bei 7:8 nach Verlängerung.

Dieses Spektakel dürfte den 3788 Zuschauern noch lange in Erinnerung bleiben. 15 Tore fielen im Spiel der Wild Wings gegen die Eisbären Berlin. Dass die Schwenninger letztlich mit 7:8 (3:2, 2:1, 2:4, 0:1) nach Verlängerung verloren, tat der grandiosen Stimmung in der Helios-Arena keinen Abbruch. Der spektakuläre Schlagabtausch und der gewonnene Punkt entschädigten viele SERC-Fans für die Niederlage.

Auch die beiden Trainer standen bei der Pressekonferenz noch sichtlich unter dem Eindruck dieses bemerkenswerten Duells. „Eine sachliche Analyse fällt mir schwer. Ein 8:7 habe ich noch nie erlebt – weder als Spieler noch als Trainer“, sagte Berlins Coach Uwe Krupp. Immerhin hat der Mann schon den Stanley-Cup, die höchste Eishockey-Trophäe, gewonnen. Auch sein Schwenninger Kollege Helmut de Raaf konnte sich nicht an ein ähnliches Torfestival erinnern. „Die Krönung wäre gewesen, wenn wir noch gewonnen hätten“, sagte der 53-Jährige.

Um besagte Krönung zu zelebrieren, waren die Wild Wings in der Abwehr zu schwach. Viel zu schwach. „Wir haben große Probleme bei den Gegentoren. Die schenken wir zu leicht her“, legte De Raaf den Finger in die Wunde. Diese Schwäche gelte es schleunigst abzustellen. Bereits zwei Tage zuvor hatten die Schwäne gegen Augsburg zwar vier Tore geschossen, aber auch fünf kassiert.

In die gleiche Kerbe hieb Ashton Rome. „Wenn du siebenmal triffst, musst du einfach gewinnen. Im Spiel fünf gegen fünf waren wir nicht gut genug.“ Der kanadische Stürmer war gegen Berlin mit zwei Überzahltoren der erfolgreichste Schwenninger Schütze und damit einer der Garanten für das äußerst erfolgreiche Powerplay der Schwäne an diesem Nachmittag. Viermal trafen die Neckarstädter während der ersten 40 Minuten bei numerischer Überlegenheit – so oft wie wohl noch nie in einem DEL-Spiel zuvor. „In den vergangenen Wochen haben wir im Powerplay einiges umgestellt. Das zahlt sich aus“, freute sich De Raaf über die Fortschritte.

Bereits im ersten Drittel herrschte auf dem Eis Tag der offenen Tore. Fünf Treffer fielen in diesem Abschnitt. Was bei den Fans für Begeisterung sorgte, bescherte den beiden Trainern manch graues Haar. Beide Teams verzichteten auf taktisches Geplänkel und beharkten sich mit offenem Visier. Angriff hui, Abwehr pfui: Allein in diesem Abschnitt hätten gut und gerne acht Tore fallen können. Dabei beeindruckten die Schwenninger das Publikum mit tollen Kombinationen. Der Führungstreffer zum 1:0 (5.) durch Verteidiger Jiri Hunkes entsprang einer sehenswerten Passfolge über Hannu Pikkarainen und Andrée Hult. Aber sie offenbarten auch eklatante Schwächen in der Defensive. Als Spencer Machacek den 1:1-Ausgleich (7.) erzielte, waren die Wild Wings-Verteidiger zu weit weg von ihren Gegenspielern – wie so oft bei den weiteren sieben Toren der Berliner. Rome (10. + 12) sowie Petr Pohl sorgten für den 3:2-Pausenstand.

Simon Danner (26.) und Damien Fleury (33.), die ebenfalls in Überzahl trafen, hielten die Gastgeber bei einem Gegentreffer von Marcel Noebels (24.) im zweiten Abschnitt auf Kurs. Dramatik pur beherrschte das Schlussdrittel. Innerhalb von 45 Sekunden glichen die Berliner durch Michael DuPont und Sven Ziegler die Schwenninger 5:3-Führung aus. Barry Tallackson (45.), Will Acton (54.) und Petr Pohl nur 18 Sekunden später schraubten das Resultat auf 6:7, ehe Andrée Hult zehn Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit der umjubelte Ausgleich gelang. Die Arena stand kopf. Als sich viele bereits auf das Penaltyschießen eingestellt hatten, machte Florian Busch 39 Sekunden vor Schluss der Verlängerung das 7:8 und dem verrückten Spiel ein Ende.
 

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